Nachrichten von der Front

Die zwei besten Neuigkeiten der Woche stammen aus dem Sumpf. Genauer gesagt erstens aus dem herrschenden Establishment und zweitens aus dem Lager, das über kurz oder lang Establishment werden könnte.

1. Gerda Hasselfeldt von der CSU will Zeitungszusteller vom Mindestlohn ausnehmen. Für Zeitungsaustragen morgens zwischen vier und sechs für eine körperlich und intellektuell anspruchsvolle Arbeit exakt 17 Euro brutto zu bekommen, ist in der Tat nicht akzeptabel. Diese Leute tragen übrigens auch Zeitungen aus, die die Meinung von Frau Hasselfeldt vertreten. Nennt man sowas staatlich verordneten Masochismus?

2. Der türkischstämmige Schriftsteller Akif Pirincci hat eine Neuversion von „Mein Kampf“ (O-Ton Ijoma Mangold in der aktuellen Print-Ausgabe der Zeit) geschrieben und landet damit bei Amazon umgehend auf Platz 1 aller verkauften Bücher. Vermutlich ist die Einschätzung von Mangold richtig. Mich interessiert nur ein Detail: In einem Interview mit dem ZDF-Mittagsmagazin meinte er auf die Frage, was er an Deutschland möge:

Diese Wälder. Das ist so ein grünes Land. Wahnsinn. Leider wird ja durch diese grüne Ideologie die Wälder nach und nach wieder abgeholzt, damit man da Windmühlen hinstellen kann oder sowas. Also, diese Quatschenergie, dieser erneuerbare oder verteuerbare Energie-Mist.

Außerdem sagte er:

Sowas gibt’s gar nicht, wie eine Identität. Man ist da, wo man lebt halt.

 Identität ist die Gesamtheit der einen Menschen als Individuum von allen anderen unterscheidenden Eigentümlichkeiten.

Fehlende Identität: Nennt man das nicht Borderline? Borderline-Journalismus meint die Vermischung von Realität und Fiktion.

Lustig: Pirinccis Buch heißt „Deutschland von Sinnen“. Offenbar hat er seinen Untersuchungsgegenstand mit sich selbst verwechselt. Wobei: Geht Verwechseln, wenn es keine Identität gibt? Alles verschwimmt. Ich hoffe, der Faktenhuber Sarrazin redet mit seinem neuen Kameraden ein ernstes Wort. SO geht es nicht in Deutschland. Das muss der Türke noch lernen.

Wobei: Der Satz mit den rodenden Grünen ist so skurril, wahrscheinlich ist Pirincci Comedian. Der Mario Barth für die türkische Community.

Dann ist ja alles gut. Hasselfeldt fordert die Entwürdigung anderer. Pirincci besorgt das für sich selbst.

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49 Antworten zu Nachrichten von der Front

  1. Chris(o) schreibt:

    „Geht Verwechseln, wenn es keine Identität gibt?“
    Also, der Mangel an Identität erleichtert das Verwechseln erheblich, oder?

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  2. Chris(o) schreibt:

    Hm, da fällt mir ein: ist „Identität“ nicht vollkommen out, die Ursünde des Konflikts?

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  3. besucher schreibt:

    Ob der Pirincci so gerissen ist und die ganzen Tabubrüche nur für die Auflage macht? Schwer zu sagen ob er das alles ernst meint.

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  4. hANNES wURST schreibt:

    „Sowas gibt’s gar nicht, wie eine Identität. Man ist da, wo man lebt halt.“

    Von einem nominalistischen Standpunkt aus absolut richtig. Auch physikalisch bezweifele ich stark, dass jemals irgend etwas mit sich identisch sein kann. Und „Man“, also das jeweilige Individuum (das auch nur subjektiv existiert), befindet sich dort, wo es lebt. Was ist daran schlimm?

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  5. genova68 schreibt:

    Hannes,
    es geht um die Integrationsdebatte. Aber ich freue mich immer über authentische Postings morgens um viertel vier.

    Chris,
    ich dachte mir: Wer keine Identität hat, kann sie auch nicht verwechseln. Verwechseln heißt ja, etwas anderes an die Stelle setzen. Das geht nicht, wenn man keine Stelle hat.

    besucher,
    ernst oder nicht: Der Typ ist geistig verwirrt, vielleicht hängt das mit seiner Verneinung von Identität zusammen. Sein Facebook-Auftritt und seine früheren Artikel sind einerseits Tabubruch, andererseits aber der Wille, über die Stränge zu schlagen.

    Der Auftritt im ZDF legt nahe, dass der Typ intellektuell komplett überfordert ist und irgendeinen Hass gegen die Gesellschaft schiebt. Wäre interessant zu erfahren, inwieweit das mit seiner Migrationsgeschichte zu tun hat.

    Ein schönes Stück hat die Süddeutsche über Pirincci geschrieben. Auszug:

    Das Treffen in Bonn ist fast vorbei, da schlägt der Gastgeber vor, noch in ein Café in der Nähe der Uni zu gehen. Sein „Jagdgebiet“ nennt er die Gegend. Wegen der vielen jungen Frauen. Beim Betreten des Lokals bleibt der 54-Jährige dann plötzlich wie versteinert stehen. „Da ist sie“, flüstert er und nickt zu einer Kellnerin rüber. Es ist nicht die Blondine vom Handyfoto, sondern eine Dunkelhaarige mit Tattoo am Nacken. Von der habe er doch auch erzählt, flüstert Pirinçci. Das sei die 22-Jährige, mit der er schon wild geflirtet habe und der er, wenn sie ihn ließe, „sofort den Bauch dick machen würde“.

    Jetzt wird’s spannend, denkt der Gast: Dann zeig mal, was du kannst, du türkischer Tiger. Doch es passiert: nichts. Die tätowierte Kellnerin ignoriert den kleinen Schriftsteller auf ganzer Linie. „Das gibt’s doch nicht“, zischt Pirinçci, als er sich mit seinem Kaffee ans Fenster setzt. Er guckt und guckt, geht aber nicht zu ihr rüber. Erst später, vor dem Café, bricht es aus ihm heraus: „Die kann was erleben.“

    Deutscher geht’s wirklich nicht.

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/schriftsteller-akif-pirinci-liebe-landsleute-1.1919409

    Aber, wie gesagt: Dass so ein Buch auf Platz eins der Charts ist, zeigt die Misere.

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  6. DasKleineTeilchen schreibt:

    langsam halte ich das tatsächlich für nen eigenartigen satire-„coup“ (in welche richtung der noch losgeht, wird sich zeigen). akif hat vor einem jahr seinen bizzaro-artikel bei EF veröffentlicht, seine autorenschaft bei PI scheint ja vorbei zu sein (ob die langsam gemerkt haben, daß es ihm nur um ihre vorführung gegangen ist?), also für so ne nummer ist das nicht „zu lange“ um nicht als satire-projekt durchzugehen und der veröffentlichende verlag ist bekannt für sein programm, selbst DEM waren ja n paar textstellen zu hart und wurden entschärft. das ist borat. wallraff 2.0. whatever, viel von seinem gequatsche ist einfach ZU gaga. aber wahrscheinlich ist das alles wunschdenken meinerseits und akif hat zu viel knete mit seinem erstling gemacht und jeglichen abstand zu irgendwas verloren. vor allem zu sich selbst. schade.

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  7. Florian Popp schreibt:

    Auf den Süddeutsche-Artikel wollte ich auch hinweisen — schöner kann man sich nicht selbst demaskieren (außer durch ein Buch wie das oben angesprochene) …

    Wäre er doch bei seinen Hauskatzen geblieben.

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  8. Jakobiner schreibt:

    Pirrici–da reiht sich halt mal ein Türke in den rechten Mainstream der PC-Kritiker und Gutmenschenbasher ein.Jetzt haben die Rechten eben auch ihren Quotentürken, der beweisen kann, dass er ein echter deutsches Gastarbeiterkind ist, der irgendwie auch zu ihnen gehören will.Umgekehrt spricht da aber auch eine gewisse Nostalgie nach der BRD der 70er Jahre zurück, als Deutschland eben noch soziale Marktwirtschaft war und die meisten türkischen Gastarbeiter sich noch auf säkulare Werte und einen gewissen Materialismus besannen, wo es noch „Türkenstreiks“(BILD) bei Ford in Köln gab und es noch keine Reislamisierung und bescheuerte Kopftuchmädels und bekennende Muslime ala Milli Görus, AKP oder Gülenbewegung in diesen Ausmassen gab.

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  9. Chris(o) schreibt:

    „Verwechseln“ ist dort, wo eine Leerstelle (anstelle von Identität) ist, tatsächlich kein Thema mehr.Aber so „leer“ kann ja schlimmstenfalls nur eine Kunstfigur sein.Unschärfe der Identitäten scheint dagegen durchaus möglich und von manchen gar als erstrebenswert, da „befriedend“ eingeschätzt.
    Der Autor Pirinci scheint aber in einem ganz eigenen Universum zu kreisen.
    Alles Scheiße in diesem Land! Da dürftest Du, wenn auch aus anderen Motiven, sogar noch ein Fünkchen Übereinstimmung finden?

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  10. TruthTeller schreibt:

    Widerlegt doch Pirinçcis Äußerungen – seht Ihr, geht nicht! Der Mann hat einfach recht. Deutschland ist ein links-grünes Tollhaus geworden.

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  11. genova68 schreibt:

    Pirincci hat auch bei PI geschrieben? Schau an. Bei EF auch, ja, da sieht man nebenbei, dass diese Libertären in erster Linie primitive Rechtspopulisten sind.

    Ja, es ist gaga, aber es wird gekauft, und nicht wegen eventueller Satire. Es besteht ein Bedürfnis nach dieser Fäkalsprache und ihrer Benutzung, um Gesellschaft zu beschreiben. Sarrazin hat inhaltlich vorgelegt, jetzt kommt Pirincci und verfielfacht den Stammtisch. Es ist vermutlich der massenhafte Versuch des Ausreißens aus neoliberalen Zwängen. So eine Art Amoklauft von Pirincci und seinen Käufern.

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  12. DasKleineTeilchen schreibt:

    „…aber es wird gekauft, und nicht wegen eventueller Satire.“ das ist schon klar. das wäre ja eben der „satirische“ teil. aber vermutlich hast du einfach recht mit dem rest deines kommentars *seufz*.

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  13. Jakobiner schreibt:

    Zu TruthTeller | 6. April 2014 um 02:38 |
    Widerlegt doch Pirinçcis Äußerungen – seht Ihr, geht nicht! Der Mann hat einfach recht. Deutschland ist ein links-grünes Tollhaus geworden.“

    Soll ich mir noch ein weiteres Buch und Rumgelalle von PC-„Kritikern“und Gutmenschenbashern kaufen.Mir reicht das ganze Gehetze beim Jürgen Elsässer schon, der mich regelmässig von seinem Blog wirft und beschimpft, wenn man inhaltlich nicht konform ist und widerspricht.Da kkennen diese Rechten nix–von wegen Toleranz und inhaltliches Eingehen auf Argumente, die sie immer einfordern für ihre abstrusen Hetzschriften.
    Und das grausame PC-Kartell hindert diese Leute nicht in aller Öffentlichkeit und auf allen Medien breit getreten zu werden–ob nun Sarrazin beoi Peter Hahne im ZDF, Eva Herrmann neuerdings im ARD oder Pirinci im ZDF.Dazu tausende von Rezensionen und bestverkaufte Bücher.So stellß ich mir die angebliche PC-Medienkartelldiktatur vor, die diese Leute immer paranoid zitieren.

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  14. TruthTeller schreibt:

    Blödsinn, Jakobiner. Die wenigen medialen Auftritte „diese[r] Leute“ sind nicht mehr als Feigenblatt, dass Meinungspluralität vorgauckeln soll, wo keine ist. Es ist quasi eine systemstabilsierende Maßnahme! Der konservative Bürger fühlt sich verstanden, kann etwas Dampf ablassen – aber es geht trotzdem alles weiter wie bisher.

    Wie Sie bei Pirinçci auf Elsässer kommen bleibt wohl Ihr Geheimnis.

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  15. TruthTeller schreibt:

    Sehr schade übrigens, dass der Autor dieses Blogs das Buch zwar nicht gelesen hat, es aber (ohne weitere Begründung) als „gaga“ einstuft. Ich würde mir zumindest eine inhaltliche Kritik wünschen (womit Pirinçci angeblich falsch liegt) und keine Oberflächlichkeiten wie das vorgebrachte Zitat oder welche Farbe seine Unterhose hat.

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  16. James T. Kirk schreibt:

    Der Zeit-Artikel ist übrigens äußerst demagogisch. Nicht die geringste inhaltliche Auseinandersetzung, nur Diffamierung. Der Artikel hat nicht umsonst über 500 Kommentare geerntet.

    Ich finde den überderben Stil Pirinccis auch problematisch, denn er spricht richtige Dinge an, simplifiziert aber zu viel.

    Hier zwei Links für die Horizonterweiterung von Linken. Wer wirklich will, daß linke Parteien wieder anziehen, der muß u.a. feministischen 70er-Jahre-Ballast abwerfen:

    http://genderama.blogspot.de/
    http://manndat.de/

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  17. Jakobiner schreibt:

    Zu Truthteller:
    „Wie Sie bei Pirinçci auf Elsässer kommen bleibt wohl Ihr Geheimnis.“
    Wie?Weil das erste Mal, wo Pirinci samt seinem ZDFauzftritt als Video und Kommenatr beim Elsässerblog halt gebrascht wurde.Pirinci wird da als Held der deutschen Rechten gefeiert.Endlich mal der Quotentürke, der genauso rechts rumlamentiert. Ich bin auf Pirinci nicht bei Genova ursprünglich gestossen, sondern bei Elsääser–auch kein Wunder.

    TruthTeller | 7. April 2014 um 04:19 |

    Sehr schade übrigens, dass der Autor dieses Blogs das Buch zwar nicht gelesen hat, es aber (ohne weitere Begründung) als “gaga” einstuft.“

    Mir reicht eigentlich schon Pirincis Rumgesabbel gegen PC und Gutmenschen auf dem 8-minütigen Videoclip vom ZDF–warum soll ich mir das Ganze noch als Buch antun?. Es sind immer wieder diesselben Punkte, die man innerhalb der deutschen Rechten kennt.
    Und wenn man daran etwas kritisert,wird man eben ruckzuck zensiert und abgeschaltet–wie eben beim Elsässer.Man muss auch nicht Sarrazins Buch kaufen, um Sarrazin kritisieren zu können. Die kostenlosen Vorabdrücke, die er bei ZEIT, Lettre International, SPIEGEL und BILD gelifert hat, reichen völlig aus, wie auch die sonstigen Äusserungen, die er auf Vorträgen von sich gibt, die man sich auf you tube ansehen kann.

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  18. Jakobiner schreibt:

    Hier noch der ZDF-Auftritt Pirincis:
    Recht hat er, dass diese Muslimophilie blöd ist, das habe ich auch schon öfters beim Brux geäussert und bin deswegen von seinem Blog geworfen worden. Aber Pirinci redet ansonsten nur Stuss: Die Energiewende nur als „Quatschenegrie“,deutsche Wälder, die durch Windräder ermordet werden, wer sich in seiner Identität „zerrissen“fühlt, soll halt in muslimische Länder „zurückgehen“, rot-grün-versifft.etc. Aber seht selbst und bildet euch euer Urteil

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  19. genova68 schreibt:

    James Kirk,
    der Zeit-Artikel ist keine Rezension. Was soll man an dem Gepöbel denn rezensieren? Interessant ist da doch einzig, warum jemand so austickt und warum dieses Ausgeticke sich so gut verkauft. Sich mit sowas inhaltlich auseinandersetzen, wäre so, als würdest du dem Publikum des Musikantenstadl eine musikwissenschaftliche Analyse der Sonaten von Beethofen liefern. Ich habe es versucht: Die Grünen roden die Wälder ab. Einen offenkundig sinnlosen Satz kann man nicht inhaltlich rezensieren.

    In einem anderen Abschnitt meint er, dass es demnächst in Deutschland erlaubt sein werde, dass Väter ihre Töchter „ficken“. Soll man da jetzt auch wieder argumentieren? Wenn es dir am Herzen liegt, mach es halt.

    Genderama: Betrieben von Arne Hoffmann, der schreibt für die ef, genau wie Pirincci. Wer für solche sozialdarwinistischen Seiten schreibt, hat etwas anderes im Sinn als die angebliche Emanzipation des Mannes. Nix linke Parteien.

    Jakobiner,
    Zustimmung. Aber warum schreibst du überhaupt bei Elsässer? Das ist ein Narzisst und viele seiner Kommentatoren haben ein Rad ab. Das ist die Mühe nicht wert. Und es bedeutet in aufmerksamkeitsökonomischen Zeiten seine Aufwertung.

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  20. genova68 schreibt:

    Hochinteressant, was Sundermeier in der taz über Pirincci und seinen Verleger schreibt:

    Thomas Hoof nämlich, der Verlagsinhaber, ist kein verwirrter Kleinverleger, sondern ein reicher Mann. Der ehemalige Landesgeschäftsführer der NRW-Grünen gründete 1989 das Versandhaus Manufactum („Es gibt sie noch, die schönen Dinge“), das er 2007 vollständig an die Otto-Gruppe verkaufte, er betätigt sich in der Land- und Forstwirtschaft und betreibt die Manuscriptum-Verlagsgruppe.

    In deren Imprint mit dem umständlichen Namen Lichtschlag in der Edition Sonderwege hat Pirinçci dann gleich zwei Verlagsleiter – André F. Lichtschlag, der zudem das rechtslibertäre Magazin Eigentümlich Frei herausgibt, und den Publizisten Andreas Lombard. Beiden wurde von der rechten Wochenzeitung Junge Freiheit der Gerhard-Löwenthal-Preis verliehen.

    Lichtschlag und Lombard kämpfen seit Längerem gegen die Schwulenehe, gegen Steuern, gegen Gender-Mainstreaming, und derartige Bücher finden sich – neben Titeln von Ernst Nolte und Frank Böckelmann – beinahe ausschließlich im Programm der Manuscriptum-Verlagsgruppe. Es ist ein unappetitliches Gebräu aus Ressentiments, und dem Männerrechtler Hoof gefällt dies, wie er in verschiedenen Beiträgen für rechte Magazine kundtut, sehr.

    So geht Recherche. Es passt da alles zusammen, was zusammen gehört. Ein Ex-Grüner Rechter, der von Manufactum zu Manuscriptum kommt und Pöbelbücher verlegt. Dazu Lichtschlag und Lombard und Junge Freiheit. Besser können die ihre Primitivität nicht unter Beweis stellen.

    http://taz.de/Akif-Pirincis-Deutschland-von-Sinnen/!136327/

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  21. Jakobiner schreibt:

    Zu Genova
    „Jakobiner,
    Zustimmung. Aber warum schreibst du überhaupt bei Elsässer?“

    Weil es mir Spaß macht gegen diesen rechten Mainstream und Politcal Incorrectnessscheiss anzuschreiben.Meistens sind die Reaktionen von Schnehen, Dr. Kümmel, Rubo, Heider und wie sie alle heissen höchst amüsant, wenn ihnen Schaum vor dem Mund vor lauter Hetze zusammenläuft und sie sofort eine Agententätigkeit für das NWO-Bilder-Berger-Soros-Judentum vermuten und nach Zensur schreien, die Elsässer dann auch mal wieder verhängt.Aber möglicherweise ist dies dem Elsässer auch ganz recht, kann er sagen: So tolerant und pluralistisch sind wir (obwohl er einen dann immer wieder regelmässig rausschmeisst)–vielleicht sollte ich seinen Blog so links liegen lassen wie den Brux und Madrassa Of Time.

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  22. genova68 schreibt:

    Wenn es dir Spaß macht, ist es ja ok. Ich hielte das, glaube ich, für zu nervig. Da schreiben komplette Vollidioten, Reichsanhänger, Nazis, Verrückte.

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  23. Jakobiner schreibt:

    Apropos neoliberaler „Rand“und Nachrichten von der Front:Da ist sie: Die erste Facebook-Generation-Friedensbewegung. In 19 Städten in Deutschland.Der Inititaor Lars Mährholz, Fallschirmspringer und ehemaliger Eventmanager kann nicht sagen, wer die Gruppe ist, äuissert in dem Interview auch nur grossteils allgemeinen Blubberquatsch als Piraten, Occupy und betont, dass er wie alle anderen auf Facebook ein „ganz normaler Bürger“ist.Inhaltlich ist er für den Frieden und schuld an den Krtiegen haben nur die Zentralbankensysteme, die zu zuviel Staatsverschuldung führen und die Fed und die Zentralbanken bräuchten alle 50 Jahre einen Krieg/Weltkrieg, damit das System funktioniert.SChafft die Zentralbanken ab, die die Welt kontrollieren und es gibt keine Kriege mehr. Was er anstelle des Zentralbankensystems setzen will, wird klar, wenn er den Libertären Ron Paul, US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner erwähnt, der für die Zerstörung der Fed ist und das Geld privatisieren will, wie auch sonst Sozialstaat und Staat überhaupt abschaffen will. So sieht heute Friedensbewegung und Antikapitalismus/Kapitalismuskritik aus.Aber schau dir dies selbst einmal an:

    Diese neue deutsche Friedensbewegung ist ein recht konfuser Haufen. Elsässer jubelt sie hoch, wird dann aber als Redner ausgeschlossen und schreit Verra.Dafür dann Pro Deutschland, Die Freiheit, Reichsbürgerbewegung und eine Jugendgruppe des Bloschoitheaters, das dort für Putin tanzt. Ken Jebsen wird wiederum eingeladen und dann ein SPDler, obwohl die Bewegung eigentlich parteienunabhängig sein will. Doch seht selbst, wie es auf diesen Berliner Montagsdemos (jetzt wird die BRD fallen wie einst die DDR nach den Montagsdemos)der neuen deutschen Friedensbewegung zugeht:

    Ein SPDler, der zuviel Oliver Stobes JFK gesehen hat als Redner:

    Die Bolschoijugendgruppe tanzt für Putin:

    Und Pro Deutschland, Reichsbürgerbewegung die Die Freiheit sind für den russich-deutschen Frieden:

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  24. genova68 schreibt:

    Danke für die Zusammenstellung. Das Schöne im Internetzeitalter ist ja, dass man über sowas einen Überblick bekommt, ohne selbst hingehen zu müssen.

    Jebsen: Ein Selbstdarsteller, ein Narzisst, ein Verschwörungstheoretiker. Der macht jetzt Montagsdemonstrationen. Man könnte fast meinen, der ist V-Mann, um Widerstand zu diskreditieren. Der redet tatsächlich eine halbe Stunde über die Ukraine und alle hören zu. Der SPD-ler ist völlig verwirrt.

    Und dann noch ein paar Rechtspopulisten. Das Brandenburger Tor hat schon immer Verrückte angezogen.

    Schön auch das Interview mit dem Pferdeschwanzträger, das typisch ist für Jebsen und Elsässer: Es dauert ewig und sie brauchen ewig, um auf einen Punkt zu kommen. Ein Geplapper, das vor allem der Gefühligkeit dient.

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  25. Jakobiner schreibt:

    „Schön auch das Interview mit dem Pferdeschwanzträger“–der Pferdeschwanzträger ist jener kuriose Lars Mährholz, der mittels einer bundesweiten Facebookgruppe Friedensdemos in 19 Städten abhält und Ron Paul anbetet.Bin mal gespannt, wann die erste Ayn-Rand-Demo folgt!

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  26. genova68 schreibt:

    :-)
    Es ist alles unglaublich. Alles Folge des neoliberalen Überbaus. Der Samad hat ja ein Buch geschrieben über den Islam als Faschismus. Merkwürdige Konstellation, da der Islam 1400 Jahre alt ist und der Faschismus eine europäische Erfindung des 20. Jahrhunderts. Totalitarismus wäre vielleicht angebrachter gewesen.

    Den Neoliberalismus als aktuelle totalitäre Ideologie zu untersuchen, wäre interessanter. Ohne das ist die Verrücktheit nicht zu begreifen, schätze ich. Ob Tea Party in Amerika oder diese Leute da oben oder die Stuttgarter Christen. Die Vernünftigen werden immer weniger.

    Typisch ist auch, dass die individualisierten Sichtweisen immer wichtiger werden. Wer viel im Internet auf bestimmten Seiten unterwegs ist, verändert seine Sicht auf die Welt. Insofern muss ich mich auch fragen, inwieweit meine Perspektive eine sehr subjektive ist. Andererseits sind die realen Verkaufszahlen von Pirincci kein subjektives Phänomen einer bestimmten Perspektive, sondern sehr real.

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  27. besucher schreibt:

    Elsässer scheut sich mal wieder nicht schamlose Lügen zu verbreiten: Er behauptet doch allen Ernstes in der Ostukraine werden die Russen gejagt. Tatsächlich haben Import-Revolutionäre in verschiedenen Oblasten die Verwaltungen besetzt.

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  28. besucher schreibt:

    Ken Jebsen über die Aussichtslosigkeit der Wahlen im „Westen“:

    Schön losledern kann er ja…

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  29. Mrs. Mop schreibt:

    zur Causa Ken Jebsen:

    Einfach mal lesen und sacken lassen. Echt sacken lassen und nicht gleich Schaum vor den Mund kriegen ;)

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  30. genova68 schreibt:

    Nö, Schaum vorm Mund habe ich gerade nicht, sondern eine Zigarette zwischen den Lippen.

    Zu Jebsen: Ich halte schon mal deshalb nichts von dem, weil der mit Elsässer kollaboriert. Damit ist eigentlich alles gesagt. Das ist eine rechte homophobe Querfront, wer da mitmacht, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Und Jebsen hofiert den in unzähligen Interviews und schreibt für Compact.

    Ein Auszug aus einem Ken-Statement auf seinem Blog:
    ———————-
    Wenn “linke Journalisten” KenFM angreifen, versuchen sie ein Problem zu kompensieren. Sie verlieren die Deutungshoheit über den Begriff “links”. KenFM ist inzwischen zum Sprachrohr für eine Bewegung geworden, die globale Veränderung möchte und sich in den Montagsdemonstrationen formiert.

    Diese gesellschaftliche Bewusstlosigkeit, unter der wir alle leiden, und die ihren Zenit unter Begriff Globalisierung erfährt, können wir nur gemeinsam überwinden. Mit oder ohne “etablierter linker Presse”. Begriffe wie links und rechts, oben und unten sind überholt. Es gibt nur noch ein WIR – das Ende der Feindbilder. Dieses Ende ist die einzige Chance, damit eine menschlichere Gegenwart eine Zukunft hat. JETZT.

    —————————–

    Der erste Absatz hört sich nach Größenwahn an. Der war viele Jahre lang beim RBB und ist dann rausgeflogen. Jetzt stellt er sich als globalen Märtyrer hin. Nunja.

    Globalsierung als Begriff zu verteufeln, ist auch so ein Quatsch. Das heißt erstmal nur, dass die Welt aufgrund technischen Fortschritts zusammenrückt, sonst nichts. Wenn schon, müsste man von Neoliberalismus reden, um aufklärerisch weiterzukommen. Und dass es rechts und links nicht mehr gibt: Direkt neben seiner Montagsdemo haben Rechtsradikale ihren Senf abgegeben.

    Noch ein Statement von seiner Seite:
    …………………..
    Es gibt Krieg, weil die Alten Angst haben vor den eigenen Jungen, deshalb werden die in die Schlachtfelder geschickt und getötet.
    ——————————
    Und das hier:
    ———————–
    „Nationalzionisten haben Israel okkupiert wie Nazis 33 Deutschland“ Brief an Merkel
    —————————

    Der redet schneller als er denkt, der hat einen pausenlos laufenden Film im Kopf ohne Analyse. Solche Leute sind eher das Produkt neoliberaler Verwirrung als ihre Lösung.

    Bei den Montagsdemos kann jeder ins Mikrofon reden, so wie bei Occupy. Das ist auch schon schiefgegangen, weil sich sowas auf Dauer keiner anhören kann.

    Zu dem Organisator der Montagsdemos in Berlin hat Jakobiner alles wesentliche gesagt. Als Ergänzung: Der behauptet, dass die Amis mit ihrer Fed für alle Kriege in den letzten 100 Jahren verantwortlich waren (gegenüber einem russischen TV-Sender). Also auch für den Zweiten Weltkrieg.

    Inhaltlich ist bei diesen Leuten außer Geraune nichts auszumachen. Latent westfeindlich, Putin ist für die der starke Mann, keine Demokratie, ein Führer, das brauchen die. Es geht bei vielen vermutlich gegen die westliche Dekadenz, die Kultur.

    Ich sehe, wie schon bei tikersherk geschrieben, derzeit nur Verwirrte auf der amateurpolitischen Bühne. Dafür kann ich ja nichts. In Griechenland und Spanien und Portugal sind die erkenntnismäßig weiter, glaube ich.

    Der Opa schreibt, dass Ken eine „progressive politische Bewegung auslöst“, natürlich ohne jede argumentative Begründung. Dann wettert er gegen „Traditionslinke“. Von denen könnten die Verwirrten lernen. Wollen es aber nicht.

    Ich halte es da eher mit der klugen Jutta Ditfurth, die mehr politischen Durchblick hat als diese ganzen rechten Hanseln zusammen.

    Neoliberalismus erzeugt Verwirrung. Es wäre angemessen, sich dem erst einmal zu stellen und das zu analysieren, bevor man auf die Straße rennt und Unsinn plappert.

    https://de-de.facebook.com/Jutta.Ditfurth

    P.S.: Wie hier vor der Haustür das deutsche Kapital neoliberale Strategien verfolgt, denen wir alle ausgesetzt sind, die gerade halb Europa zugurnde richten und gegen die wir uns konkret wehren müssten, steht in dem jüngsten Textartikel von mir hier im blog. Interessanterweise gibt es darüber keine Diskussion. Dabei wäre das ein konkreter Anknüpfungspunkt. Und dazu brauche ich weder die bösen Juden noch die bösen Amis noch einen geltungssüchtigen Schnellsprecher.

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  31. Jakobiner schreibt:

    Zu „besucher | 10. April 2014 um 13:01 |
    Elsässer scheut sich mal wieder nicht schamlose Lügen zu verbreiten: Er behauptet doch allen Ernstes in der Ostukraine werden die Russen gejagt. Tatsächlich haben Import-Revolutionäre in verschiedenen Oblasten die Verwaltungen besetzt.“
    Elsässer kritisiert immer, dass der Antifaschismus von den Grünen für Interventionismus instrumentalisiert wird, was ja auch streckenweise stimmt, nur: Er macht dasselbe spiegelbildlich, indem er GRüne, SPD, CDU, Klitschko und demokratsiche MNaidananhänger mit Nazis vergleicht und so tut, als wären die russischen Truppen auf der Krim oder demnächst in der Ostukraine wegen eines irgendwie gearteten Antifaschismus da und nicht aus eigenen imperialistischen Interessen.Zudem ist er desöfteren als „Experte“auf Russia Today, unterhält enge Kontakte mit Putins „NGO“, dem FSB-finanzierten Institut für Demokratie und Zusammenarbeit in Paris mit John Laughland und einer reaktionären Russin als Chefs.Er würde sich gerne als deutscher Gauleiter und russischer Statthalter in Berlin sehen in einem von Putin eroberten Deutschland. Freilich wird es nicht dazu kommen und deswegen ist er ja so auf die NATO-Nazis sauer!.

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  32. besucher schreibt:

    @mop Es ist ja nicht alles falsch was Elsässer und Jebsen sagen, nur muss man dies im Kontext sehen (wie genova gezeigt hat) und deren Konsequenzen im Auge behalten. Da kommen nur feuchte Träume und Projektionen nach einem autoritären Maßnahmenstaat bei raus. Das Russland-Bild von Elsässer ist ebenso verstrahlt wie sein Iran-Bild: In Teheran gibt es sechsspurige Autobahnen, heureka! Der Moskauer Ring hat wahrscheinlich noch mehr.

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  33. Mrs. Mop schreibt:

    Na gut, dann werfe ich halt auch noch einen in den Ring. Ich muss zugeben, keine Ahnung zu haben, wer dieser „Goblin“-Typ (Video mit deutschen Untertiteln) ist, woher er kommt, was ihn motiviert, wer ihn finanziert etc. etc. pp., muss auch wirklich davor warnen, dass er sich (bei seiner Einschätzung der ukrainischen Abläufe) nicht der allerdelikatesten Ausdrucksweise bedient, möchte jedoch hinzufügen, dass der Typ eben deshalb bei mir einen Fuß in die Tür kriegt, abgesehen davon, dass er plausibel argumentiert. Was man ja in punkto Ukraine nicht alle Tage geboten bekommt.

    Überdies schätze ich an diesem Goblin‘schen Lästermaul dessen strikt anti-agitatorisches, unemotionales, professionell satirisches Auftreten – etwas, was mir bei den definitiv autoritativen (bzw. von autoritärer Rhetorik geprägten) Auftritten eines Ken Jebsen fehlt bzw. gewaltig gegen den Strich geht. (Geht mir übrigens bei vielen autoritär-rhetorisch auftretenden lupenreinen Linken genauso gegen den Strich, das nur am Rande.)

    Wie ich bereits in einem anderen Blog schrieb (genova kann den Disput zwischen ihm und mir gern verlinken, wenn er es für richtig hält), bin ich immer noch dabei, mir zum Thema Montagsdemo Orientierung zu verschaffen und verspüre nicht die geringste Lust, fix und fertige politische Standpunkte aus der Hüfte (oder von irgendwo dort in der Nähe, ahem) abzufeuern und fühle mich von solchen raketengleichen Schnellschüssen nicht die Bohne angesprochen. Warum nicht? Weil sie mir nicht dabei helfen, in aller Ruhe und autonom zu meiner eigenen Einschätzung zu finden, hier was zu lesen, dort was zu hören, nachzudenken, mich mit Interessierten auszutauschen, einen Standpunkt zu finden, diesen Standpunkt zu überdenken, eventuell wieder zu verwerfen und vielleicht nochmal von vorn anzufangen mit dem Ventilieren der ganzen Chose.

    Für mich ist das eine Frage der politischen Haltung. Andere mögen das anders halten und dem schnellen Abfeuern und dem Schubladisieren den Vorzug geben – ich bevorzuge eine andere Art des Diskurses.

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  34. genova68 schreibt:

    Lass dir ruhig Zeit, Mrs. Mop. :-)

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  35. Mrs. Mop schreibt:

    Worauf Du Dich verlassen kannst, genova;)
    Es ist ja inzwischen ein mörderischer Stellungskrieg im Gange, die schärfsten Geschütze werden aufgefahren, Fronten abgesichert, Gräben ausgehoben und vertieft, Säbel reflexhaft gerasselt ohne Ende – wie öd.
    Bin ja nun nicht gerade das, was man eine Pazifistin nennt, aber wenn schon Krieg, dann doch bitte lieber einen anständigen Bewegungskrieg.
    Ist irgendwie sportlicher.

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  36. genova68 schreibt:

    Stellungskrieg: Man muss schon grob wissen, wo die Grenzen verlaufen. Wer sich mit der NPD einlässt oder mit Elässer oder ähnlichen Kameraden, der ist halt grundsätzlich nicht tragbar. Da brauche ich gar nicht mehr zu wissen.

    Zu Mährholz und diesen Montagsdemos empfehle ich diese Lektüre:

    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/129199/offener-brief-an-lars-maehrholz-initiator-der-montags-demos-2014

    Diese Leute sind bestenfalls extrem unbedarft und geltungssüchtig. Indiskutabel.

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  37. besucher schreibt:

    Zu Mährholz:
    Was meint der mit den Verleugnungen? Und den verlogenen Lügnern? Der Typ scheint schwer gestört zu sein: Damit hat er das erste Aufnahmekriterium für den Jebsen-Elsässer-Wisnewski-Hörstel-Fanclub und wie sie alle heißen schon mal erfüllt ;)

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  38. Jakobiner schreibt:

    Noch einen Lesetip: Rechte Hetzbücher werden jetzt professionell computergeneriert mit entsprechenden Apps, darunter auch „Pirrinci-Kot“:

    Die Wahrheit
    Der Pirinçci-Code
    Von Sarrazin bis Lucke: Dank der „Hirnsturm“-Software von Thilo Lutschmann werden Hass-und-Angst-Bücher automatisch generiert.
    Thilo Lutschmann entspricht nicht dem Stereotyp des Computernerds: Der 25-Jährige ist propper und rotwangig. Als wir ihn in seiner Bonner Souterrain-Wohnung aufsuchen, sagt er gleich zur Begrüßung: „Das hätten Sie nicht gedacht, stimmt’s?“ Der gut gelaunte Programmierer kennt sich mit Vorurteilen und – wie er es nennt – der „Verschlankung komplexer Sachverhalte“ bestens aus. Seit gut drei Jahren verdient er damit sogar Geld.
    „Los ging’s mit dem Kopp Verlag“, plaudert Lutschmann unbefangen aus dem Nähkästchen des Fachverlags für Verschwörungstheorien. „Mein Onkel ist da Programmchef und hat Probleme bekommen, als sein produktivster Autor einen Burn-out hatte.“ Eigentlich habe Udo Ulfkotte nach „SOS Abendland“ keine Lust mehr gehabt, musste sich als Zugpferd des Kopp Verlags aber immer neue apokalyptische Szenarien mit Ausländern und Hartz-IV-Empfängern ausdenken. „Für den habe ich eine Software entwickelt, die eigenständig populistische Hass-und-Angst-Bücher generiert.“
    Wir fragen Lutschmann, ob „Hass-und-Angst-Bücher“ nicht selbst ein populistischer Begriff sei, aber er winkt ab: „Das ist eine präzise Beschreibung dieser Schmöker rund um schleichende Islamisierung, Ökoschwuchteln und Euro-Emanzen.“ Mit leuchtenden Augen führt der Mittzwanziger aus, das sei europaweit ein Wachstumsmarkt. „Für Deutschland, Frankreich und die Niederlande biete ich ein ’Musel-Tool‘ an, für Ungarn eine Anwendung mit Zigeunern und in der Schweiz gehen Deutsche am Besten.“
    Das Prinzip sei immer das Gleiche: Eine Minderheit werde als homogene, feindliche Gruppe dargestellt und dann zu einer riesigen Bedrohung aufgebauscht. Die Mehrheit werde dann zum Opfer der Minderheit erklärt, das sich endlich wehren müsse. Heutzutage sei es allerdings zwingend, einen weiteren Gegner zu konstruieren: den linksgrünen Mainstream, eine wachsende Masse gehirngewaschener Gutmenschen, die jene gefährliche Minderheit schütze.
    Opferapp mit Heulsusenton
    Stolz präsentiert uns Lutschmann seine Opfer-App „Beleidigte Leberwurst“. Sie winselt erbärmlich. „Sie baut selbstständig diesen Heulsusenton ein“, freut sich der Programmierer. „Den findet die Neue Rechte total sexy. Aber die App kann noch mehr: Alles, was der User schreibt, wird als unterdrückte Wahrheit erkannt. Jede Gegenmeinung hingegen wird dank der ,Ad-hominem-Funktion‘ zur Propagandalüge schwuler Muselkuschel-Emanzen erklärt. Ein bombensicheres Kommunikations-Tool innerhalb der Peer-Group.“
    Mittlerweile fragen auch große Verlage bei Lutschmann an. Die Deutsche Verlags-Anstalt etwa habe den neuen Sarrazin-Bestseller weitgehend mit seiner Software „Hirnsturm“ erstellen lassen. Das spare Zeit und Geld, so der findige Programmierer.
    „Die Leser wollen keine Statistiken, sondern bestimmte Schlüsselwörter. Für die Zielkunden sind Begriffe wie ’Meinungsdiktatur‘, ’linker Mainstream‘ oder ’Genderwahnsinn‘ echte Must-haves. Das ist wie mit den Akkordfolgen im Musikantenstadl.“ Zu den Kunden des Bonners zählen bekannte Publizisten wie Bettina Röhl, Hans-Olaf Henkel und Matthias Matussek. Aber auch Politiker wie Bernd Lucke oder Kommentatoren beim Blog PI News greifen gerne auf „Hirnsturm“ zurück.
    Eine irre Erfolgsgeschichte
    Lutschmanns bisher größter kommerzieller Erfolg ist das aktuelle Buch von Akif Pirinçci. „Das ist wirklich eine irre Erfolgsgeschichte“, freut sich Lutschmann. „Herr Pirinçci hat wirklich alles aus meiner App ,Eigentümlich Brei‘ herausgeholt. Ich nenne das Ergebnis scherzhaft den ’Pirinçci-Kot‘. Verstehen Sie, ’Code‘ und ’Kot‘ sind Homophone und Pirinçci klingt …“ Der Informatiker erklärt umständlich den Witz. Für Lutschmann bringt das Buch das Gedankengut der Neuen Rechten auf den Punkt: „Pirinçci hasst jenes Minderheiten schützende, zivilisierte Deutschland, das ihn aufgenommen hat und ihn seine Meinung sagen lässt. Und er liebt die frauen- und schwulenfeindlichen Ansichten der muslimischen Reaktionäre, die er hasst. So kann er in alle Richtungen hassen und sich selbst gleich doppelt mit.“
    Seinen größten persönlichen Triumph verknüpft Lutschmann allerdings nicht mit Pirinçci, sondern mit dem „2083“-Manifest, das der Norweger Anders Breivik verfasst hat. „Zwar hat Breivik dieses Textmonstrum ohne meine Software zusammengestellt, dabei aber auf viele ,Hirnsturm‘-Elaborate im Netz zurückgegriffen. Und er hat bewiesen, dass diese Texte auch Konsequenzen haben können. Als ich von dem Massaker hörte, dachte ich nur: Wow, endlich passiert mal was.“
    Wir lächeln so niedlich wie eine ZDF-Mittagsmagazin-Moderatorin. In diesem Moment klopft es und Frau Lutschmann steht mit Schnittchen und Limo in der Tür. Das gibt uns Gelegenheit, ein wenig mit der Mutter zu plaudern: „Mein Sohn ist ja gar nicht politisch“, verrät uns die Hausfrau und fügt hinzu: „Der freut sich einfach nur, wenn er helfen kann.“
    http://www.taz.de/Die-Wahrheit/!136534/

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  39. Jakobiner schreibt:

    Lars Mährholz libertäre Ansichten haben breites Potential. Letztendlich folgt er der gängigen Volksmeinung, wie auch linker und rechter Kapitalismuskritiker „Geld regiert die Welt“.Er macht daraus eben „Die Fed regiert die Welt“Daran falsch ist die Gleichsetzung von ökonomischer und politischer Sphäre, die aber selbst so linke Kapitalismuskritiker allgemein teilen, die sich auf Lenins Monopolkapitalismustheorie in „Der Imperialismus als höchste Stufe des Kapitalismus“berufen.Die Zentralbanken aber als das eigentliche Kapital zu sehen, schützt die eigentlichen Kapitalisten und auch das kapitalistische System. Er fordert ja nicht dessen Reformierung oder Abschaffung, sondern nur die Privatisierung der Zentralbanken.Also eine Marktradikalisierung und Privatiserung des bestehenden Kapitalismus, weswegen dies keineswegs kapitzalismuskritisch ist.Desweiteren ist die Formel „Geld regiert die Welt“, bzw. „Die Fed regiert die Welt“ verlängerbar, um den Fakt und die Aussage „Greenspan und Bernanke regieren die Fed, beide sind Juden“. Ergo: Die Juden kontrollieren die Welt“.Man sieht also, wie diese alles simplifizierende Bauernweisheiten, die breit in der Bevölkerung vorhanden sind, eben auch Potential für Antisemitsimsu hat.Daher verwundert mich dann auch keineswegs, dass auf der Lars Mährholz-Facebook-Seite auch noch eine Rothschildpolemik auftaucht, die zudem Rothschilds Physiognomie mit der von Mr. Burns aus den Simpsons gleichsetzt.
    In der Welt dieser Fed- und NWOkritiker wird dann auch noch Simpsons Springfield von Juden kontrolliert.

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  40. Jakobiner schreibt:

    Abgesehen davon, dass diese libertären die Zentralbanken und jegliche Form von Zentralität als Übel sehen und damit auch innerhalb der Mittelständler, kkleinen Leute , Teile der Linken und Grünen an der allegmeinen Forderung nach „Deznetralität“und „Entbürokartisierung“ anknüpfen können, abgesehen davon, dass der Kapitalismus und das Kapitla nicht angegriffen wird, sondern nur noch die letztverbliebene Zentralstelle der Zentralbanken, fällt mir desweietren auf, dass bisher nur die Fed kritisiert wird, nicht die EZB oder gar die Bundesbank. Das kann, nzw. kann noch kommen, aber bisher richtet sich alles gegen die Fed.Nicht gegen die Wallstreet oder die City of London, nicht gegen Börsen oder andere Finanzinstitutionen, sondern gegen die Fed, die für alle Übel der Geschichte und alle Kriege verantwortlich gemacht wird.
    Das ist ein reduktionistischer Antiamerikanismus, der aber auch nicht den US-Imperialismus und seine Institutionen angreift, sondern nur dessen Zentralbank.Dabei ist interessant, dass die Gegener zum einen kritisieren, dass die Fed nicht staatlich sei, sondern privaten Banken gehöre oder aber dann wieder, dass die Fed über der Regierung und der gesamten Wirtschaftstehe, quasi also der allesbestimmende Regent sei. So oder so.Für eine Verstaatlichung der Fed wird sich dann auch nicht stark gemacht, sondern im Gegenteil dann wieder für ihre Zerschlagung und für eine Privatiserung des Geldwesens.
    Was ich mich frage: Wie soll denn eine Privatisierung des Geldwesens aussehen? Hier dürfte es im wesentlichen zwei Modelle geben. Das eine ist das Regionalgeld ala Silvio Gesell, das andere das virtuelle Geld, die Bitcoins. Ich fand es interessant, dass eine Vertreterin der Bundesbank mir gegenüber meinte, die Bitcoins könnten sich langfristig auch anstelle des Bargelds durchsetzen, doch bedürften sie des Vertrauens und einer Art Zentralbankl, die dann eben die virtuellen Geldmengen genauso ausgibt und überwacht, mal ganz abgesehen von den zu garantierenden Sicherheitsstandards im Internet..Man hätte dann eben eine Zentralbank für virtuelles Geld statt einer Zentralbank für Bargeld, aber dieser zentralen Institution bedürfe es, um die Stabilität der Währung zu sichern.Gerade aber diese Zentralität lehnen diese libertären Fed-Kritiker generell ab und wollen das Geldwesen(wie auch den Reststaat und den Sozialstaat) abschaffen, bzw. auch noch privatisieren.Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Marktradikalen genauso auflösen werden wie die Occupybewegung oder die Piraten.

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  41. Jakobiner schreibt:

    Hier nochmals die grosse Hoffnung für den Weltfrieden Lars Mährholz, der sich für Vorwürfe der Linken rechtfertigt, die Behauptung für alle Kriege der Welt sei die Fed verantwortlich. Erst schränkt er ein, für alle US-Angriffskriege der letzten hundert Jahre sei die Fed verantwortlich, er stelle die Existenz der Naziverantwortung und des Holiocaust gar nicht infrage, dann tut er dies aber wieder, indem er meint, so falsch, dass die Fed an allen kriegen schuld sei sei es dennoch nicht und es sei schon traurrig, wenn ein Rechtsradikaler, der auf seiner Facebookseite verlinkt wurde,diese „Wahrheiten“ ausspreche—„2-3 Sätze“, die stimmen.Rechts und links gebe es nicht mehr und es sei „erschreckend, dass ein rechter Politiker sagen müsse, was Phase ist“. Die Linken seien in ihrer Art schon so rechts, dass es erbärmlcih sei.Wir würden belogen und betrogen, es würde gefälscht und verzerrt, man müsse nur mal–wie er–recherchieren, um die Wahrheit zu finden.Ich schätze mal er hat sich ein paar „Zeitgeist“-Youtubevideos und ähnlichen Verschwörungsschwachsinn im Intern et reingezogen, möäglicherweise noch bekifft und betrunken–das war seine Art „Recherche“Aber bildet euch selbst euer Bild vom neuen Hoffnungsträger der deutschen Friedendensbewegten und NWO-Kritiker:

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  42. Jakobiner schreibt:

    Fuck, wollte den Mährholz verlinken, aber es kommt immer nur diese andere Seite.Gebe es jetzt auf.Wer das sehen will, soll sich bei Elsässer „Videostatement von Lars Mährholz“reinklinken:
    http://juergenelsaesser.wordpress.com/2014/04/12/jutta-ditfurth-die-schreckschraube-der-antifa/#more-6389

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  43. genova68 schreibt:

    Mährholz, der Chef dieser neuen Montagsdemos, ist bei facebook Mitglied von Pro Köln und hat gute Kontakte zu anderen Rechtsextremen. Der steht im braunen Sumpf, dazu die üblichen rechten Verschwörungstheoretiker und Antisemiten. Wie oben erwähnt, beim Spiegelfechter ist das in den Kommentaren schön dokumentiert. Diese Leute hängen auch mit dem gehakten Anonymous-Account zusammen. Die AfD-Basis mischt auch mit. Dazu viele rechte Bürger, die vor allem völlig uninformiert sind. Nach dem Motto: Auch Rechte dürfen für den Frieden sein.

    Die offziellen bundesweiten Montagsdemos waren vor diesen neuen Typen.

    Man wird sehen, wie sich diese Bewegung entwickelt. Ein Internetphänomen und ein Phänomen des Neoliberalismus, der die Menschen entmündigt und sprachlos macht. Keiner blickt mehr durch, dann wird man Verschwörungstheoretiker und Rassist.

    In Leipzig (Video oben) sieht es wohl ein wenig anders aus. Dort wurde gemeinschaftlich ein 10-Punkte-Programm verfasst, das wesentlich vernünftiger daherkommt, aber auch harmlos.

    IN Spanien, Griechenland und Portugal gibt es wesentlich effektivere Forderungen. Hierzulande herrscht das Ressentiment.

    Also, Mrs. Mop, der Fall dürfte klar sein :-)

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  44. Jakobiner schreibt:

    Lars Mährholz ist miener Ansicht nach das Produkt einer lesefaulen, internetaffinen Internetgeneration, die sich wie Hitler aus den damaligen Ostaraheften seine „Wahrheiten“kompakt und ohne grossen Leseaufwand in diesen You-Tube-Schmalspurhistorien der Verschwörungsseiten Alles Schall und Rauch, Infokrieger, Infokrieg TV, Koppverlag/Nuisovo TV, „Zeitgeist“,etc.aus dem Internet angesehen hat.–wahrscheinlich noch unter dem Einfluss von bewusstseinserweiternden Drogen. Dazu noch als Lesetip:

    Die Grosse Verschwörung–von den Protokollen der Weisen von Zion über Ludendorff zum Schwarzen Reich und Naomi Kleins “Shock Doctrine”

    Während 9-11 die kleine Verschwörungstheorie ist, gibt es auch die grossen Verschwörungstheoretiker. Während die Truth-9-11-Bewegung noch von einer zielgerichteten Verschwörung der Neocons um 9-11 zu einer Änderung der Machtverhältnisse im Greater Middle East ausgeht, gibt es auch Verschwörungstheoretiker, die die ganze Weltgeschichte als grosse Verschwörung erklären möchten. Das erste Mal begegnete mir diese Sorte in meinem Englischlehrer am Gymnasium, der uns George Orwells „1984“ lesen liess und dann zur Quintessenz kam: Im Römerreich habe es immer ein Triumphirat, ein Trio gegeben und ebenso sei das Weltgeschehen zu erklären: Immer drei Mächte, wovon 2 sich immer gegen die dritte verbündeten und dann wiederum wieder mit dieser, um die andere zu isolieren. Somit war ein dynamisches Trio, das die Weltgeschichte erklären sollte, aufgemacht. Diese mehr arithemtische und geometrische Machttheorie sieht völlig von politischen und ökonomischen Inhalten ab, sondern eben nur Konstellationen zwischen diesen drei Machtgruppen. Hätte er noch das Bündnis Mao mit Nixon gegen die Sowjetunion zitiert wäre dies glaubwürdiger gewesen, aber so war dies eine inhaltsleere Theorie, die auch keine nähere Begründung suchte. Orwell entnahm er, dass diese Mächtigen unter einer Decke steckten und ihre Kriege nur als Show inszenierten,um ihre eigene Macht zu erhalten.Den Mächtigen geht es um die Macht und den Machterhalt—zu welchen Zwecken sie die Macht einsetzen wollen, darauf war kein Hinweis zu finden. Dass es vielleicht auch Differenzen und Konflikte zwischen “den Mächtigen” gab, war von vorneherein ausgeschlossen. Alles Show, alles Inszenierung. Auch hatte unser Englischlehrer noch nie etwas von der „multipolaren Welt“gehört, die seinen Dreiecksentwurf ad absurdum führen würde. Die Weltgeschichte zu vereinfachen und in simple Formeln zu giessen, ist das Ziel aller grossen Verschwörungstheoretiker.Der Tenor ist immer derselbe: Eine Art Geheimbund und geheime Weltregierung existiert schon längst, die alle anderen Staaten und auch die Weltwirtschaft lenkt und die Völker und Staaten, die es seltsamerweise trotz des gleichfalls angenommenen Strebens, diese unter eine One-World-Regierung- und Kultur zu unterjochenimmer noch gibt, dann in Wirtschaftskrisen, Konflikte und Kriege miteinander zu stürzen, um sie davon abzuhalten, die geheime Weltregierung zu erkennen und zu stürzen.Klassisches: Divide et impera!

    Was hier schon der erste Widerspruch ist: Wofür sind eigentlich dann die Verschwörungstheortetiker?Für eine Weltregierung oder Konföderation, die alle Völker eint oder aber zur Zurückkehr zu Nationalstaaten, Ethnien und Stämmen, die noch unversaut und möglichst autark und autochon von der angeblichen One-Wolrdregierung sein sollen? Oder zu dem archaisch-libertären staatenbefreiten Redneck-Einzelkämpfer, der mit SUV, eigener Knarre und Survialkits an Dosenfleisch samt eigenen Goldreserven sich quasiautark selbst durchkämpft, wie dies die Anzeigenwerbungen des Koppverlages oder von Infokrieg nahelegen. Darauf kommen sie bezeichnenderweise nie so explizit zu sprechen.DENN: Es geht erst einmal um klare Feinderkennung und Frontenbildung—die Feinde sind immer dieselben: Die Illuminaten, die Freimaurer, die Katholiken, die Juden, das jüdische Finanzkapital,speziell die Warburgbank, die Lenin und Hitler finanziert hätte, die US-Ostküste,David Rockefeller und der Council for Foreign Relations, die Bilderberger und all „ihre“ Suborganisationen von Logen, Geheimbünden und P-2, die da noch existieren.Es wäre falsch, wenn man die Existenz dieser Organisationen leugnen würde. Es ist einmal zu hinterfragen, welche Ziele diese hatten/haben, wie mächtig sie waren/sind und ob es nicht noch wesntlich mehr andere Machtgruppen gibt, auf die die Verschwörungstheoretiker bezeichnenderweise nicht hinweisen.

    Dass es die Illuminaten und die Freimaurer gibt, ist klar. Sie waren die Speerspitze der bürgerlichen Revolution in Europa wie auch in den USA. Dass sie für die Werte der Aufklärung kämpften und dazu im absolutistischen Europa geheim arbeiten mussten, ist Verschwörungstheoretikern gleich doppelt suspekt. Erstens, weil sie deren aufklärerischen Ziele zumeist nicht teilen, zweitens, dass sie subversiv agieren mussten. Wie nötig dies war, zeigte die Restauration Metternichs, da es eigentlich nur Frankreich gelungen war, eine bürgerliche Revolution durchzuführen, während der Rest Europas monarchisch blieb.Gegen diese bürgerlichen Revolutionäre wurde die heftigste Propaganda betrieben und Ausdruck dessen ist die von der russisch-monarchitsichen Geheimpolizei verbreitete Hetzschrift „Die Protokolle der Weisen von Zion“, in dem die bürgerlichen Revolutionen, speziell die französische Revolution als jüdische Verschwörung dargestellt wurde.Dabei ignoriert wird, dass die wesentlichen Revolutionäre keine Juden waren, weder Robbiespierre, noch Danton. In den Protokollen kommt diesbezüglich auch nichts, es ist mehr eine Schrift, die von angeblichen allgemeinen Handlungsanweisungen der angeblichen Weisen ausgeht, die diese dann verwendet haben sollen und die im Kern besagen, dass der Zweck alle Mittel heiligt und man sich daher auch der Tarnung, Lüge, etc. bedienen kann –aslo genau das, was die russisch-monarische Geheimpolizei mit der Konstruktion der Protokolle selbst gemacht hat. Personelle Verbindungen, Namen, etc. tauchen gar nicht auf, es werden schlicht unbewiesene Behauptungen aufgestellt, die aus einigen Zitaten jüdischer Repräsentanten und der Tora, vor allem aber aus den unbewiesenen Überlieferungen zusammengemixt werden (Erst Hitlers Chefideologe Rosenberg versuchte später mittels seines Elaborates „Die Protokolle der Weisen von Zion und die jüdische Weltpolitik“wenig überzeugend namentliche und personelle Verbindungen herzustellen).

    Am beliebtesten war es noch die Bankersfamilie Rothschild zu kritisieren. Diese jüdische Bankersfamilie hatte einen deutschen, französischen und britischen Zweig. Noch heute kann man in arabischen Fernsehsendern die angebliche Szene vom Tod des alten Rothschilds sehen, der die Welt angeblich unter seinen Söhnen am Sterbebett aufteilte. Heutige Verschwörungstheoretiker erklären sich die europäischen Kriege mit den Rothschilds, die die Staaten gegeneinander ausgespielt hätten, um Geschäfte zu machen. Dabei übersehen wird, dass die jeweiligen Rothschilds eher Hausjuden waren, also als untergeordnete Finanziers des jeweiligen Königshauses agierten, meist auch die ersten Sündenböcke waren, wenn was staatstechnisch schief ging und dass die Hauptkritik gegen die Rothschilds aus damaligen monarchistischen und nationalen Kreisen zu dieser Zeit war, dass sie Pazifisten waren und Kriege aus Geschäftsinteresse verhindern wollten, anstatt patriotisch mit Schlachten-Hurrah den Kampf der Völker anzuheizen. Damals war die Hauptkritik an den Rothschilds, dass sie nationalen und monarchische Erlösungskriege sabotiert hätten und verhindern wegen des schnellen Geldes, heute verdrehen dies Verschwörungstheoretiker in die diametral enteggengestezte Theorie, dass die Rothschilds hinter allen monarchischen Kriegen Europas gesteckt und diese gelenkt hätten—aus Weltherrschaftsplänen oder aber auch wegen des schnellen Geldes. Pluralistisch darf man sich die jeweilige Erklärung aussuchen und: Times are changing.Der Antisemitismus passt sich dem Zeitgeist an.

    Die nächste wesentliche Hetzschrift kam nach dem Ersten Weltkrieg von dem deutschen General Ludendorf, der eine Erklärung für sein eigenes Versagen als oberster Militär neben Hindenburg auf dem Schlachtfeld finden musste. In seinem Werk prangert er angeblich antinationalistische und internationalistische Mächte, vor allem Freimaurer, Katholiken (die dem Papst mehr hörig wären als Deutschland) und Juden an, dass sie im Ersten Weltkrieg Deutschland verraten hätten und dieses deswegen verlor. Diese Dolchstosstheorie, die Ausgangspunkt für alle rechten Kräfte dieser Zeit war. hatte im Zentrum, den damaligen Vorsitzenden der AEG, den Juden Walther Rathenau, der von Ludendorf als Hauptsaboteur am deutsche Kriegswesen dargestellt wurde, da er für die Rohstoffversorgung des Heeres in leitender Funktion gesessen hatte und wie die Zentrumspartei und die Freimaurer beschuldigt wurde für die Feindmächte zu arbeiten.Rathenau war dann auch herausragendes Hassobjekt der deutschen Rechten und wurde von Rechtsextremisten in der Weimarer Republik ermordet.Es war kein Zufall, dass Ludendorf zusammen mit Adolf Hitler 1923 an der Feldherrenhalle in München putschen wollte. Ihr Antisemitismus und ihre Verschwörungstheorien lesen sich fast deckungsgleich. Von Ludendorfs Dolchstosslegende zu Hitlers „Mein Kampf“ war es daher nur ein kurzer Weg.

    In Hitlers „Mein Kampf“ werden die Juden für alles Schlechte in der Welt verantwortlich gemacht.Freimaurer und Katholiken werden kaum erwähnt, er konzentriert alles auf eine jüdische Weltverschwörung.Alle nationalen Defizite werden den Juden aber ALS RASSE angedichtet. Hitler sieht die Juden nicht als Religionsgemeinschaft, sondern als Rasse und lieferte hiermit den Umschlag vom klerikal-völkischen Antsisemitismus zum völkisch-rassistisch-liquidatorischen Antisemitismus, den Goldhagen zitiert. Ein Jude kann dementsprechend sich nicht mehr retten, indem er konvertiert—nach Hitler- ist er als Rasse auszurotten. Hitler unterschied drei Sorten von Rassen: Die Kulturschöpfer (die Arier und vor allem die Deutschen), die Kulturbewahrer , die zwar ihre Kultur erhalten würden, aber ausser Kopieren zu keinen wesentlichen kulturellen Leistungen fähig wären (z. B: die Japaner)und die Kulturzerstörer (die Juden).Speziell konzentriert er sich aber auf die Arbeiterbewegung und den Kommunismus und die Sozialdemokratie, die er als Ausdruck jüdischen Wirkens sah, sowie die entartete Kultur und die Medien. In „Mein Kampf“ werden die Rothschilds. Rathenau, etc, gar nicht personell gebracht, sondern nur allgemein in „schaffendes“ (deutsches) und „raffendes Kapital“ (jüdisches)unterschieden. Hitlers Schrift verallgemeinert viel mehr als das Werk Ludendorfs.Desweiteren ist in Mein Kampf eine mehrstufige „Einnistungstheorie“ der Juden zu lesen, die sich im deutschen Volk, wie aber auch bei anderen Völkern in gleicher Weise als „Parasit im Wirtsvolk“ eingenistet hätten. Später vervollständigte die NSDAP dann ihre Rassentheorie zu der jüdischen Weltverschwörung des jüdischen US-Finanzkapitals und der jüdisch-bolschewistischen Verschwörung Sowjetrusslands, die Deutschland in den Zangengriff nehmen wollten. Die Logik war: Wenn man die Weltherrschaft erringen will,muss man alle Juden vernichten.Von ähnlichen Weltverschwörungstheorien gingen auch Hitlers Achsenverbündter Japan aus, der ebenfalls von den „Protokollen der Weisen von Zion“ ausging– aber die führenden japanischen Politiker hatten pseudomachiavellistisch eher die Theorie: Wenn die Juden die Welt beherrschten, müsse man sich eben gerade deswegen mit ihnen verbünden. Über diesen Punkt kam es folgerichtig zwischen beiden Achsenmächten immer wieder zu Streit (Vgl. Global Review-Artikel „Japans Judenpolitik 1933-1945).

    Nach dem 2. Weltkrieg, dem Holocaust und Auschwitz waren antisemtische Verschwörungstheorien in Deutschland offiziell erst einmal ad acta gelegt.Zwar tauchten in Rheinischen Merkur und dem Bayernkurier hier und dazumal Anspielungen auf, dass die jüdische Warburg-Bank sowohl Hitler wie auch die Bolschewiki unter Lenin finanziert hätten, aber elaboriert fand sich in rechten Kreisen ausser der Nationalzeitung der DVU und der sektiererischen US-amerikanischen La-Rouchesekte kaum mehr offen antisemitische Propaganda oder der Versuch eines geschlossenen weltverschwörungstheoretischen Weltbilds.

    Der erste wesentliche“ Tabubrecher“ auf der Linken war Karlheinz Deschner (Autor der “Kriminalgeschichte des Christentums”) mit seinem antiamerikanischen Buch „Der Moloch“. In diesem versucht er den Nationalsozialismus als Produkt der US-jüdischen Warburgbank darzustellen, die zudem auch „schon“ Lenin finanziert habe.Wohl richtig scheint, dass es für eine gewisse Zeit einige begrenzte Überweisungen der Warburgbank an beide Regime gab, aber die Geschichte des Nationalsozialismus und des Kommunismus auf eine derart einzigartige begrenzte Finanztransaktionen verkürzen zu wollen, ist wohl reichlich monokausal angelegt.

    In den 80er Jahren kam dann mit “Illuminati” das erste “ganzheitliche” Verschwörungswerk in die alternative Szene.Der Film “23″ protraitiert ganz gut den Eingang dieser Verschwörungstheorien in die neuen kreativen Klassen, vor allem in die Hackerszene. Auffällig war, wie angeblich aufgeklärte Linke sich in den paranoiden Strudel numerologischer Mystik einliessen, die hinter jedem Symbol , Datum und jeder Zahl einen Code der Freimaurer vermuteten.

    In den 90ern setzte sich diese Entwicklung dann fort: Zum einen ein Bestseller wurde des Pseudonymautors„Van Helsings“ „Geheimgesellschaften“. Dies war jedoch noch ein kruder Mix aus den üblichen Illuminatiphanatsien, Atlantis-Mythos und Nazi-Ufos, der weniger gefährlich war, da er wüst esoterisch versponnen war.

    Schon ausgefeilter war das Machwerk von Carmin „Das Schwarze Reich“, das ein Sammelsurium aller möglichen Beziehungsgeflechte zwischen Politikern, Logen, Bilderbergern, Council on Foreign Relations, Thulegesellschaft der NSDAP,kommunistischen Parteien, P-2 ,etc. darstellt. Man wird von der Fülle des Materials erschlagen, doch eine Botschaft kommt immer durch: Die gesamte neuere Menschheitsgeschichte sei rückführbar auf die Illuminaten, die in ihren Ablegern Council for Foreign Relations, den Bilderbergern, etc. die Welt beherrschen. Kommunismus und Kapitalismus seien nur zwei riesige Menschheitsexperimente, in denen die Illuminaten zum einen die Völker gegeneinander aufbringen wollten, um selbst ihre Macht zu erhalten, zum anderen um auszuprobieren, welches Gesellschaftssystem besser funktioniere.Der Kalte Krieg wird somit als riesiges Versuchslabor zweier Systeme aufgefasst, bei dem eine heimliche Weltregierung alles unter Kontrolle gehabt hatte.Die gesamte Weltgeschichte und auch der Kalte Krieg wird als Showinszenierung einer schon geheim existierenden Weltregierung dargestellt, bei dem die wirklichen Herrscher die Völker aufeinanderschlagen lassen und manipulieren, damit niemand ihre heimliche Weltherrschaft entdeckt und gegen diese vorgeht. Aktuellster Vertreter dieser Theorie istder rechtsradikale Blog Infokrieg (nicht zu verwechseln mit Infokrieger)–Zitat:

    “Sowohl Kommunismus als auch Faschismus wurden als Goldesel, und noch wichtiger, als Kontrollmechanismen, von den internationalen Bankiers geschaffen.”

    http://infokrieg.tv/wordpress/2011/07/22/wall-street-regisseur-oliver-stone-banker-ermachtigten-hitler-und-die-nazis/

    Und so ist auch die EU in Wirklichkeit ein Plot zwischen Nazigrössen und Geldadel/Finanzaristokratie.Vergleiche:

    http://infokrieg.tv/wordpress/2011/07/22/nazi-grosen-planten-4-reich-das-der-struktur-der-eu-entspricht/

    Logischerweise müssten sich ja diese Verschwörungstheorektiker für eine offene Weltregierung aussprechen, die demokratisch kontrolliert, die Völker miteinander vereinigt. Aber dergleichen ist hier nie zu lesen. Meist driften diese Elaborate in die nationalistische Ecke ab, was die wahre Intention dieser Phantatsereien klarmacht.Als neue Rechtsradikale versuchen sie die Schuld am Nationalsozialismus immer auf internationale Finanzaristokratien, jüdische Banken, US-Eliten, Israel,etc. abzuwälzen. immer irgendwelche internationalisteschen Fremdmächte ausfindig zu machen, die verschworen lauter Agenten in den Wirtsländern lauern und installiert haben. Nie waren es deutsche Nationalisten, die die Nazis gewählt und unterstützt haben. Nie wird dem Nationalismus ein Vorwurf gemacht, sondern dieser gerade im Gegenteil befeuert in angeblicher Globalisierungskritik, die links blinkt, aber rechts abbiegt. Nie waren es Nationalisten wie die Verschwörungstheoretiker ala Koppverlag, Infokrieg,etc. selber, die für rechtsradikale Parteien und “rechtspopulistische” Bewegungen agieren. Schwieriger für Verschwörungstheoretiker ist dann die neue multipolare Welt, die sich mit dem Erstarken Chinas und Indiens oder der BRIC-Staaten ankündigt, zu erklären. Ist die KP China jetzt auch ein Produkt der Illuminaten? Mao und Deng Xiao Ping Freimaurer?Ghandi, Nehru, Vajpajee, Rao, Singh auch? Die angeblich heimliche Machtzentrale der Bilderberger erfährt ja schon massive Konkurrenz durch ähnliche asiatische Clubs wie z.B. die Boao-Konferenz oder russische Counterparts. Auch alles Inszenierung?

    Fakt ist doch: Die Menschheit hat sich mit der Entwicklung der Produktivkräfte von Kleingruppen in Stämme, dann Kleinstaaten und nun eben Nationalstaaten organisiert.Inzwischen entstehen auch schon supranationale Organisationen wie die EU und sind andere grössere Formationen neben Freihandelszonen angedacht.Die Entwicklung der Produktivkräfte ist keineswegs ein Produkt irgendwelcher Verschwörungen, sondern erfolgt sehr naturwüchsig und in Konkurrenz. Der politische Überbau schreitet meist langsamer voran als das Wachstum der Produktivkräfte, weswegen es zu Friktionen, Konflikten und auch Kriegen kommt. Das passt Verschwörungstheoretikern nicht, die sich auch die gesamte Wirtschaftsgeschichte als eine Aneinanderreihung von Verschwörungen ausmalen oder aber eben Wirtschaftskrisen und Finanzkrisen als Showinszenierungen, um die Leute in Angast und beim Arbeiten zu halten, Ursache und Wirkung wird hier systematisch verwechselt.

    Bezeichnend ist auch das Buch von Naomi Klein, die als “No Logo”-Kritikerin nun mit “Schock doctrine” die „Angstindustrie“ entdeckt hat. Wie bei den Verschwörungstheoretikern sind alle Weltereignisse nur dazu da, um Angst zu schüren, um die Menschen zu kontrollieren—also eine Herrschaftstechnik. Dass es Nationalstaaten und Firmen gibt, die in Konkurrenz zueinander stehen, dass es Völker gibt, die sich als solche begreifen und aufeinander einschlagen, wird hier nicht als Ursache, sondern als Symptom gesehen. In ihrer Logik gibt es Wirtschaftskrisen und Kriege vor allem, da die Herrschenden den Völkern kontinuierlich traumatische Schockerlebnisse verpassen wollen, die diese arbeitsam und untertänig halten. Und wie bei den Verschwörungstheoretikern: Alles ist Illusion—eigentlich ein sehr buddhistischer Gedanke. Oder wie heisst es in der Selbstdarstellung von “Alles Schall und Rauch”?!

    “Die Welt ist eine Illusion die uns vorgegaukelt wird um uns zu manipulieren und wie Schafe zu treiben. Schall und Rauch eben.”

    Vielleicht auch deswegen sind Verschwörungstheorien neben der Rechten auch vor allem in esoterisch angehauchten Linkskreisen so populär.

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  45. genova68 schreibt:

    Interessant.

    Naomi Klein habe ich aber anders in Erinnerung. Die beschreibt doch eher an konkreten Beispielen, wie neoliberale Politik in bestimmten Krisensituationen durchgesetzt wird. Chile, Polen oder jetzt Griechenland. Eine prekäre Situation wird von neoliberalen Institution genutzt, um Privatisierungen durchzusetzen und den Sozialstaat runterzufahren. Da sehe ich keine Verschwörungstheorie, und die Friedmans hatten überall nachweislich ihre Finger drin. Es läuft auch nicht immer exakt ab, sicher gibt es andere Wirkungskräfte. In Russland haben sich Oligarchen durchgesetzt, in Griechenland werden wohl eher internationale Kapitalstrukturen bedient. Aber es geht immer darum, aus öffentlichen Sektoren einen möglichst großen Anteil rauszuschneiden, der dann privatwirtschaftlich verwertet werden kann. An eine Verschwörungstheorie dachte ich beim Lesen nicht. Und mit Juden hat das nichts zu tun.

    Völker schlagen auch nicht einfach so aufeinander. Da bedarf es lang vorbereiteter Propaganda, die ihrerseits wiederum auf anderen Ängsten oder Befindlichkeiten beruht. Letztlich braucht man immer Menschen, die sich verführen lassen, weil sie das von anderem entlastet.

    Mährholz ist sicher ungebildet, dazu ungestüm. Ein Volltrottel, aber einer, der sich in Szene setzen kann mit seiner Wut. So einer findet Anhänger. Ich vermute aber, dass das nicht lange hält. Da gibt es keine Basis für gemeinsame Aktivitäten oder Forderungen. Das ist auch ein Grund, weshalb die Asis von PI real nichts auf die Beine kriegen. Motzen reicht.

    „Der politische Überbau schreitet meist langsamer voran als das Wachstum der Produktivkräfte, weswegen es zu Friktionen, Konflikten und auch Kriegen kommt.“

    Ja, was aber auch vom Kapital gewollt ist. Die EU ist doch eine bewusste Inszenierung des Kapitals, zumindest im Kern, siehe Lissabonvertrag. Ich finde es immer wieder lustig, Nachrichten zu lesen, dass beispielsweise Amazon „Löcher im Gesetz“ nutzt, um in Luxemburg Steuern zu zahlen, anderswo aber zu produzieren. Ich glaube nicht an unfähige Finanzbürokraten. Die wissen, wo sie ihre Löcher einbauen. Lobbyismus.

    Merkel hat kürzlich zusammen mit Cameron und Sarkozy bzw. jeztzt Hollande einen Vorstoß des EU-Parlaments zur Trennung der Banken in Geschäft und Invest erfolgreich so verwässert, dass er nichts mehr taugt. Es ist hier das Versagen der Journalisten oder der unkritischen Öffentlichkeit, dass das nicht ins Bewusstsein der Massen dringt.

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  46. Jakobiner schreibt:

    Ja, der Teil des Artikels, wo es um Naomi Klein geht sollte eher gestrichen werden.Denn Naomi Klein behauptet ja nicht, dass diese Ereignisse produziert werden, um Angst zu erzeugen, sondern, dass bei gewissen Ereignissen eine regelrechte Angstpropaganda erzeugt wird, die Reformen, Kriege,etc. propagandistisch vorbereiten soll.

    „Ich finde es immer wieder lustig, Nachrichten zu lesen, dass beispielsweise Amazon “Löcher im Gesetz” nutzt, um in Luxemburg Steuern zu zahlen, anderswo aber zu produzieren. Ich glaube nicht an unfähige Finanzbürokraten. Die wissen, wo sie ihre Löcher einbauen. Lobbyismus.“

    So ist es.Die angeblichen Löcher sind bewusste Inszenierung, um ein „freundliches Investitionsklima“zu schaffen, auch wenn der Klimaschutz dabei in die Röhre schaut, um noch ein anderes Beispiel wortspielerisch zu zitieren.

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  47. Jakobiner schreibt:

    „Mährholz ist sicher ungebildet, dazu ungestüm. Ein Volltrottel, aber einer, der sich in Szene setzen kann mit seiner Wut. So einer findet Anhänger. Ich vermute aber, dass das nicht lange hält.“

    Interessant ist ja auch, dass er sich als gescheiterten „Eventmanager“ outet.Er will scheinbar neue Events organsieren, diesmal eben Politdemos mit vermeintlich fortschrittlichen Slogans und da hat er eben inhaltlich aufgesaugt im Internet, was die „Hirnsturms“so alles mit“Like-It-Klicks“ am meisten verbreiten.Aber der Mährholz ist bezeichnend für diese ganze Internetgeneration, die zum einen meist unpolitisch ist oder wenn sie politisch werden will, sich zumeist an Internetverschwörungsseiten hält.Diese Trottel dürften auch Fans von Stefan Raab sein–TV total und dann immer der Aufruf an diese Deppen „Wählen gehen!“, obwohl sie keinen blassen Schimmer haben von den politischen Inhalten der Parteien.
    Für die Mährholuze der Welt gibt es dann eben „Facebook total“ und „Infokrieg TV total“, wo sie vermeintliche „Wahrheiten“konsumieren. Wohlgemerkt wollen diese Ultraideologen ihrem Selbstverständis nach immer „ideologiefrei“und „jenseits von links und rechts“sein.Ich schätze mal diese Deppen vom arabischen Frühling, die uns als Twitterrevolte präsentiert wird, waren sich auch nicht klar, welches Unheil sie eigentlich losterten und die Islamisten hochbringen.

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  48. genova68 schreibt:

    Auch das ist ein interessanter Aspekt, der Eventvermarkter, der jetzt Politik vermarktet.

    Morgen erscheint hier im blog ein Artikel zu den neuen Montagsdemos und ihren Hintergründen, gerade mit heißer Nadel gestrickt. Da passen diese Kommentare dann gut hin.

    P.S. Dieser Lars ist besser als jede Soap. Der hat auf diversen Seiten und bei facebook seine Telefonnummer öffentlich gepostet. Jetzt schreibt er das:

    ————————

    hallo ihr lieben,

    ich brauchte heute mal einen tag pause… nach nur 2 stunden schlaf und voll alarm… dachte ich ich mach heute mal einen tag pause… aber nach 18:35 war mein schlechtes gewissen so groß das ich dann doch wieder an die noch kommenden ca. 10 Telefonate ran gegangen bin…

    falls jemand seine Nummer erkennt einfach morgen wieder anrufen

    ich entschuldige mich auch für noch ca. 100 nicht beantwortete mails und an die 300-400 nachrichten bei Facebook… jetzt übersteigt es bald meine Möglichkeiten jedem zu antworten… ich gebe mein bestes!

    habt alle noch einen tollen Abend!

    ganz viel liebe!
    Lars

    ———————–

    Das mit dem Eventmanager trifft es wohl ganz gut.

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  49. Pingback: Kleine Anekdote am Rande - Neues aus dem Gender-Universum

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