Vom Barte des Propheten

Der Prophet sprach:

„Wir wissen, dass unsere derzeitige Art zu leben keine Zukunft hat, dass unsere Kinder im reifen Alter weder Aluminium noch Erdöl zur Verfügung haben werden […] Wir wissen, dass unsere Welt dem Ende nahe ist.“ (zitiert nach: P. Portoghesi, Ausklang der modernen Architektur, 1980)

Das sprach der Prophet 1976, er war Sozialphilosoph und er hieß André Gorz. „Unsere Kinder“ waren damals etwa zehn und sind heute etwa 50 und wir wissen, dass sie auch im reiferen Alter sowohl Aluminium als auch Erdöl zur Verfügung haben werden. Wir wissen auch, dass unsere Welt dem Ende nicht nahe ist.

Diese Kritik ist nicht gegen einen ökologisch verantwortungsvollen Umgang mit der Natur gerichtet – natürlich sollte man am besten überhaupt kein Erdöl mehr verfeuern, und die Protagonisten in den 1970er Jahren lenkten den Blick völlig zurecht auf das Thema.  Die Kritik richtet sich gegen die Hybris, die gerade jemandem wie Gorz schlecht steht. „Wir“ wissen überhaupt nichts, wenn es um die Zukunft geht, und es wird nicht besser, sondern schlechter, wenn wir unsere Hybris maskieren, indem wir „unsere Kinder“ instrumentalisieren.

Der insgesamt sicher lobenswerte Gorz ist in diesem Fall nicht besser als die üblichen Stammtischteilnehmer mit ihren Dauerprognosen über dies und jenes und eigentlich alles. Dax, BIP, Euro, Target 2: Wer am lautesten und drastischsten die Zukunft vorhersagt, dem wird Aufmerksamkeit geschenkt.

Jemandem wie Gorz steht die Hybris nicht, weil gerade das die Voraussetzung für einen vernünftigen Umgang mit der Natur wäre. Kein absolutes Wissen, sondern schwaches Denken, Offenlegung des Nichtwissens, lediglich des Schätzens, des Vermutens, des Zögerns und Schweigens. Es ist sozusagen die Vertracktheit der Dialektik der Aufklärung, die Gorz hier in zwei Sätzen offenbart.

Die Prophetie ist nichts anderes als eine Herrschaftstechnik der Gegenwart. Egal wer sie einsetzt, er oder sie will das Denken und Tun im Jetzt bestimmen. Und das gerne mit Hilfe der Apokalypse. Mohammed und Jesus und ähnliche Kameraden haben sich dieses Wissen schon vor langer Zeit zunutze gemacht und bei Milliarden hat es gefruchtet.

Ähnlich nervig war die Diskussion um das angebliche peak oil vor runden zehn Jahren, wonach nun der Höhepunkt der weltweiten Ölförderung erreicht sei und die Preise dauerhaft anzögen. Kurz darauf begannen die Amis mit dem Fracking und die Preise fielen. Wir – und das sind vor allem alte weiße Männer – glauben immer noch, zu wissen. Selbst dann, wenn wir zu den Guten gehören. Wie peinlich.

Nur mal so nebenbei.

(Foto: genova 2017)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Aufmerksamkeitsökonomie, Gesellschaft, Linke, Politik abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

57 Antworten zu Vom Barte des Propheten

  1. Jakobiner schreibt:

    Naja, es gibt auch Gegenbeispiele. Als die KPD in den 30er Jahren die Parole ausgab „Wer Hitler wählt, wählt den Krieg“, glaubte keiner daran, interessanterweise nicht einmal die Kommunisten selbst und später dann Stalin auch nicht, der von Hitlers Operation Barbarossa völlig überrascht wurde, obwohl sein Agent Sorge dies zuvor gemeldet hatte.Aber die Gefahr liegt bei diesen Propheten darin, dass die inflationäre Beschwörung von Weltuntergängen und Weltkriegen dann dazu führt, dass die Leute abstumpfen und sich daran gewöhnen und dann im wirklichen Gefahrenfall dies nicht mehr ernst nehmen. Davon handelt ja auch die Parabel von dem Jungen, der immer von dem Löwen warnte aus Spaß, bis dann der Löwe kam, ijhn mitnahm und keiner mehr hörte und ihm half.Und um noch etwas selbst dazu beizutragen:
    DIe strategischen US-Planungen für ein zweites nukleares Zeitalter treten in eine neue Phase. Ein sehr grundlegendes Papier hierzu ist “Rethinking Armageddon” vom Center for Strategic Budget Assesment, das auch schon das grundlegende Papier “Why Airseabattle?” herausgab. Kurz: Das zweite oder dritte Nuklearzeitalter ist viel instabiler und unberechenbarer als das erste nukleare Zeitalter des Kalten Krieges und jede Krise kann sich viel schneller und exzessiver auswachsen als eine Kubakrise.Zumal sich ja auch alle Welt in der Gewissheit sonnt, dass es wegen der Existenz von Atomwaffen ohnehin nie zu einem Weltkrieg kommen könne. Hier spielen die Erfahrungen des Kalten Kriegs , seiner Bipolarität und begrenzten Waffensysteme noch mit, wenngleich etwa neuere Studien wie Rethinking Armageddon von einem zweiten nuklearen Zeitalter sprechen, welches aufgrund der Multipolarität der Mächte sowie der neu hinzugekommenen Waffensystem von Cyberwaffen, Weltraumwaffen, konventionellen Flächenfeuersystemen, haystack-Waffen, Langdistanzwaffen, Stealthwaffen bis hin zu Mininukes und der globalisierten Wechselwirkungen viel instabiler als das erste nukleare Zeitalter sei.

    Das Wort Weltkrieg überhaupt noch in den Mund zu nehmen, bewirkt, dass der Mahner in die Ecke mit den Zeugen Jehovas und deren jahrzehntenlangen Prophezeihungen vom Weltuntergang gerückt wird. Wer das Wort Weltkrieg überhaupt benutzt gilt als Spielverderber, Panikmacher, German Angst oder eben als quasireligiöser Spinner. Inzwischen sind wir es daher gewohnt nur noch Euphemismen oder Worte wie Großkonflikte oder Großmachtskonflikte zu benutzen, um den Schrecken zu verdrängen. Da wirkt die Sprachpolizei und die PC-Sprachregelung leider auf das politische Bewusstsein zurück und umhüllt uns mit einem Kokon der trügerischen Sicherheit, die solche Entwicklungen letztendlich dann doch wieder für undenkbar hält, zumal auch die Hoffnung als letztes stirbt.

    https://www.achgut.com/artikel/man_will_es_weder_lesen_noch_denken_weltkriege_sind_auch_heute_moeglich

    Gefällt 1 Person

  2. genova68 schreibt:

    Prognosen an sich sind sicher sinnvoll, der Mensch hat das Bestreben, zu kalkulieren, wie die Zukunft sich entwickeln könnte. Die Masse der Prognosen ist, wie du richtig schreibst, das Problem. Und die möglichst genaue Kalkulation.

    Mit dem Krieg ist das so eine Sache. Wir sind ja vermutlich beide in den 80ern mit der Friedensbewegung sozialisiert worden. Die Weltkriegsgefahr wurde einem da täglich zum Frühstück präsentiert. Das war sicher richtig, also das Bewusstsein für die absurde Situation, dass man mit den vorhandenen Waffen die Welt x-fach unbewohnbar machen kann, zu schärfen. Heute entwickelt sich das merkwürdig: Grüne und Linke machen das nicht zum Topthema, sondern Rechte und Verschwörungstheoretiker, KenFM und ähnliches. Da bin ich dann schon vorsichtiger. Stand in der Ukraine ein Weltkrieg denn wirklich vor der Tür? Oder in Syrien? Das sind Stellvertreterkriege, schlimm genug.

    Ist der Achgutartikel von Dir? Schreibst du für die??

    Gefällt mir

  3. neumondschein schreibt:

    Weltuntergang? Weltuntergänge? Auf alle möglich Arten Weltuntergänge?

    Weltaufgang! …oder gesellschaftlicher Wandel!

    Verändert sich die Welt mit für viele Menschen wahrnehmbarer Ausprägung, so treten jedes mal ein Haufen Weltuntergangspropheten hervor, die das nahende Weltenende, die Ankunft des Messias, das Weltgericht, die Apokalypse verkünden. War im 15. Jhdt. in Europa gegen das versinkende Mittelalter genauso. Daß zu diesem Zeitpunkt die europäische Zivilisation erst so richtig zeigte, wozu sie fähig ist, das ahnten die Menschen damals noch nicht. Stattdessen fingen die Menschen wie wahnsinnig an, Hexen und Ketzer auf Scheiterhaufen zu verbrennen.

    Die Ukrainekrise markiert das definitive Ende des Entspannungsprozesses, der seit den 60ern anhielt und an den sich die Bürger in Europa gewöhnt hatten. Zugleich neigt sich das Zeitalter der planetarischen Demokratie dem Ende entgegen. Die Syrienkrise markiert das Ende des globalen Einflusses des Westens. Rußland muß man hierbei als Symptom betrachten. Nicht als die Ursache der Prozesse. Diesem Land gelang es nicht, sich aus der postkommunistischen Krise herauszuhalten. Begonnen haben diese Prozesse mit dem Ende des Kalten Krieges und der Entstehung neuer imperialistischer Machtzentren wie China, Vietnam, Korea, zu denen Rußland und die Türkei nicht einmal wirklich dazuzählen. Bis 1989 waren die Vereinigten Staaten das Zentrum der Welt, das den Welthandel organisierte. Ein derartiges Zentrum gibt es nun nicht mehr. Rußland und Türkei waren vormals in dieses System als periphere Einheiten eingebunden, entfernten sich später aber auf Grund von Krisen in den internationalen Beziehungen infolge der Jugoslawienkrise, der Tschetschenienkrise, des arabischen Frühlings, der Ukrainekrise, des Syrienkrieges und der Schwächung des internationalen Finanzsystems in Folge der Finanzkrise 2007 von diesem System, das diese beiden Staaten destabilisiert hätten.

    Gefällt mir

  4. Jakobiner schreibt:

    Ja, die ständigen Weltkriegsdrohungen kenne ich auch noch aus den 80ern. Es ist aber ein Unterschied, wenn irgendwelche zivilen Sandkastenstrategen und Ökohippies oder eben moskauhörige Kommunisten davor warnen oder eben neuerdings hochdotierte US-Strategen, die selbst Angst bekommen. Für die Achse des Guten habe ich eine Zeitlang geschrieben, wie auch fürs chinesische Staatsfernsehen, den Münchner Merkur und China Radio International. Die Publikationen mit der Achse habe ich dann aber eingestellt mit folgender Begründung:

    Erklärung: Warum ich nicht mehr auf der Achse des Guten veröffentlichen werde:

    Lieber Herr Maxeiner,

    Mir war Ihre Seite anfangs sympathisch, da sie Kontrapunkte zum Mainstream setzte und zumal Henrik M. Broder als Förderer hatte, dessen „Deutschlandsafari“mit Hamed Abdel Samad mir ganz gut gefiel, wie auch deren pointierte Islamkritik. Aber mit dem Broder habe ich mich schon zerstritten, da er den faschistischen Front National verharmloste und als Volkes Willen in einem zustimmenden Sinne interpretierte, während ich ihn darauf hinwies, dass der Front National eine faschistische Partei ist und zumal auch ein Bündnis mit Putin eingehen will-jetzt vielleicht auch noch mit Trump–aber dann ist ja alles wieder gut?. Aber es war nicht nur dieses Erlebnis, sondern auch die insgesamte Betrachtung der Achse des Guten: Ich werde keine Artikel mehr beitragen zur Achse des Guten. Dieses ewige Grünen-Linkspartei-CDU-SPD-Bashing,dieses angebliche Rebellentum gegen Political Correctness und Zensurmaßnahmen gegen Volksverhetzung, Fake News und Hatespeech, als ob ein Orwellsches Wahrheitsministerium unter Merkel drohe, das nur noch von Meinungsdiktaturen spricht, sich selbst als Verfolgte eines eingebildeten und selbstkonstruieten neuen Naziregimes stilisiert (Lobbyjude, Scharfmacherin, Hexe, Stinkstiefel, Klimaleugner, Anstifter, etc.) , ala Vera Lengfeld, Merkel mit der DDR-Diktatur vergleicht (vielleicht sollte man sie mal in ein Stasigefängnis sperren, und dementsprechend behandeln damit sie sich der Tragweite ihrer Vergleiche bewußt wird oder in ein GestaPo-Gefängnis, damit sie lernt, dass es solche Brutalitäten auch von rechts gab), die immer versucht die ganzen Rechtsradikalen von Trump über Le Pen bis zur AfD immer zu beschönigen als des Volkes legitimen Widerstand und deren Gefährlichkeit zu relativieren oder diese tendenziell als legitimen Widerstand zu befürworten, den Neoliberalismus, Reichsbürgerindividualismus ala Ayn Rand zu fördern, den Klimawandel zu leugnen, hat exakt die Funktion, die Nationalkonservative in ihrem Umgang mit dem Nationalsozialismus hatten: Die Weimarer Republik wegen des Vertrages von Versailles niederzureden,heute halt wegen EU und Flüchtlingspolitik zu kritisieren (obgleich es zu kritisieren gibt, aber es fragt sich eben: WIE?) , keinen konstruktiven Gegenentwurf zu bringen, sondern aufgrund dieser Destruktivität die Machtergreifung des Nationalsozialismus und heute halt der modernen Rechtsradikalen zu befördern. Gefällt mir mal ein Beitrag von Jennifer Nathalie Pyka „Die Leiden des Björn Höcke“ wird dieser wieder durch eine Flut von feindlichen Kommentatoren ihrer Leser, sowie von zwei Gegenartikeln konterkariert.Ein Trumpkritischer Artikel und dasselbe Spiel: Gleich vier Trumprechtfertigende Artikel dagegen und mindestens ebenso in diesem Verhältnis Pro-Trumpkommentare. Die Achse des Guten geht weit über das Maß berechtigter Kritik rot-grüner oder Merkel- Provinienz hinaus, sondern stellt alles destruktiv infrage ohne auch nur einen konstruktiven Vorschlag oder aber politische Forderungen zu erheben, ja rechtfertigt und fördert solche Rechtsradikalen wie Trump, die AfD und wie sie alle heißen. Zumal auch keine geopolitischen und analytischen Texte gefragt sind, sondern meistens nur Polemiken.

    Gefällt mir

  5. Jakobiner schreibt:

    Syrien, Ukraine, sicherlich Stellvertreterkriege, aber Baltikum und Russland, Nordkorea, Iran oder China, die die neue Nationale Sicherheitsstrategie der Trumpadministration ins Visier nimmt sind da eben anders gestrickte Konflikte. Selbst US-Militär werden da bange angesichts dessen, was sie euphemistisch als „Großmachtkonflikt“ und „transregionlae Kriege“nennen, die eben einem Krieg mit Russland und China mit den USA und der NATO und damit einem Weltkrieg sehr nahe kommen und leicht eskalieren können.

    Gefällt mir

  6. neumondschein schreibt:

    Häh? Achse des Guten? Das ist doch pi-news.net für Snobs und feine Leute. Immer schon gewesen. Ein neurechtes Portal mit ähnlicher inhaltlicher Ausrichtung wie Breitbart.news. Genau dieselben zionistischen Moslemfresser. Untergang des Abendland! Wegen der einfallenden Moslemhorden und der dummen linksgrünversifften Gutmenschen, die ideologisch verblendet, alles mit sich machen lassen! Mitverantwortlich dafür, daß der Dreck der Dreißiger und Vierziger von den Rechten abfallen konnte, und niemand mehr sich schuldig fühlen mußte dafür, wenn er Rechte unterstützt. Ideologisch Geert Wilders, der English Defence League, Pro Deutschland, PEGIDA nahestehend. Der gute Don Alphonso übernahm später deren Positionen auch.

    Gefällt mir

  7. Jakobiner schreibt:

    Die Achse des Guten war anfangs eher wie die AfD unter Lucke, vor allem Eurokritik, liberal, neoliberal, teils sogar linke Beiträge, insofern sie sich gegen Antisemitismus, Antiamerikanismus Rassismus richteten. Anfangs schrieben da auch Leute wie der Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung Jose Joffe mit. Das änderte sich aber bald und sie wurde zu einem nationalistischen Organ, das allerdings eine PI News für Intellektuelle oder was sich dafür hielt, wurde. Man sieht ja auch an der Petition 2018, die gerade 5 knappe Sätze umfasst, wie wenig intellektuell diese Leute sind, sondern eben nur destruktiv. Meine damals geschriebenen Artikel waren aber nie rechts, sondern eher Kritik des Islamismus, an Erdogan, an der Islamophilie der LInken, des Hypes um die Elektromobilität, den Gebrauch von Gartenzwergen im Selbstverständnis der deutschen Kulturarbeit der Goetheinstitute, die Infragestellung der grünen Utopie des Bruttonationalglücks ala Bhutan, Kritik an dem faschistischen philipinischen Präsidenten Duerte,etc.Aber inzwischen bin ich halt bei der Gesamtbetrachtung zu dem Schluss gekommen, dass die Achse so die Funktion erfüllt, die Nationalkonservative wie Ernst Jüngher, Armin Mohler, Oswald Spengler, Niekitsch, u.a. während der Weimarer Republik mit ihrer konservativen Revolution hatten,nämlich Wasser auf die Mühlen der Demokratiezerstörung und der Nationalsozialisten sind, nur, dass eine Achse nie auf das intellektuelle Niveau eines Ernst Jüngers oder Oswald Spenglers heranreicht, wofür ihre Bücher, Artikel, ihr Blog und die Links und Bücher, die sie empfehlen müssen und auch jene jämmerliche Petition 2018 beweisen.Dass Border Geistesvater der Achse ist und sein ehemaliger KUmpel bei St-Pauli-News Stefan Aust nun bei Springers WELT/n-24-TV gewechselt ist und sie einander gegen linke Angriffe verteidigen,ist da die Logik.

    Gefällt mir

  8. genova68 schreibt:

    Oh, das ist alles sehr interessant, vielen Dank, Jakobiner.
    Joffe ist aber bei der Zeit.

    Kriegsgefahr: Ich habe keine Ahnung davon und weiß auch nicht, wem ich Vertrauen schenken soll. Einen Weltkrieg kann ich mir nicht so recht vorstellen, aber das will nichts heißen. Und die Welt strotzt vor Waffen und die Amis haben nicht alle Tassen im Schrank. Tja, was soll man da machen? Ich denke, dass eigentlich immer alles gut geht. Zumindest sind wir so sozialisiert: Man redete ständig über Kriesen, Krieg und Umwelt und Atom, aber das Bierchen am Abend war sicher.

    Kürzlich sollte mir wegen Wartungsarbeiten für zwei Tage das Warmwasser abgestellt werden. Ich wurde ärgerlich und intervenierte und hatte zwei Stunden später mein Warmwasser zurück. Die Wartungsarbeiten waren vorgezogen worden. Ich gebe zu: Das ist, was zählt.

    Gefällt mir

  9. neumondschein schreibt:

    Aust & Joffe waren anfangs auch dabei und deshalb bestimmt nicht rechts! pi-news.net begann auch als ein hoffnungsvolles antifaschistisches Projekt, das den blöden Antiamerikanismus und Antisemitismus anprangerte. Proamerikanisch und proisraelisch immer zur Stelle, wo es notwendig ist. George W. Bush war ja zu der Zeit seiner Präsidentschaft gar zu unbeliebt. Angriffe gegen Israel und Amerika durften überall sonst erscheinen. PI-news.net dagegen hielt sich strikt an Moral & Anstand und moderierte den Kommentarteil gnadenlos. Das Ergebnis: Das unterscheidet sich stellenweise kaum von einem Stammtisch der NPD. Wie kommt das?

    Ähnliches kann man vom Umfeld der Linkspartei berichten: Darin gibt es einige, die merzen gnadenlos alles aus, was entfernt wie Antisemitismus aussieht. Das ist Antifaschismus! Übrig bleibt Rechtsextremismus:

    https://www.jungewelt.de/artikel/335175.rechts-als-links-vermarktet.html

    Komisch!

    Gefällt mir

  10. neumondschein schreibt:

    Hier noch einmal: Der wahre Antifaschismus steht rechts!

    https://revoltmag.org/articles/klare-kante-statt-opportunismus/

    Denn Pazifisten sind Mörder und Antisemiten! (frei nach Paul Spiegel: „Hinter dem Schrei nach Frieden verbergen sich die Mörder“)

    Gefällt mir

  11. genova68 schreibt:

    neumondschein,
    diese Bahamasleute sind irrelevant und isoliert, es sind ein paar Zuckungen. Kritisiert werden die schon lange und dass die nun Orban feiern, ist egal.

    Pi news war ein antifaschistisches Objekt so wie die Erde flach ist. Die waren formal für Juden, weil die gegen Moslems sind, das ist bekannt. Rechtsradikal waren die schon immer, vor allem extrem ungehobelt, primitiv. Das Feindbild des Juden wird dort aber jederzeit reaktiviert, wenn es gegen Friedman oder Knobloch oder überhaupt gegen Juden geht, die nicht rechtsextrem sind. Aber ich glaube, das weißt du auch.

    Es gibt keine rechtsradikalen nicht-antisemitischen Deutschen. Die Schablone des Antisemitismus ist zu verlockend. Pi-news ist NPD/AfD.

    Gefällt mir

  12. genova68 schreibt:

    Ganz interessanter Artikel in dem Revoltenmagazin. Aber in Sachen Israel sollte für alle Deutsche gelten: Klappe halten.

    Gefällt mir

  13. Jakobiner schreibt:

    Islam- und Islamismuskritik sollte aber wie alle Religionskritik links sein. Darüber habe ich mich auch mit dem Brux und den ganzen Islamophilen der Linken zerstritten. Da steht mir Dieter Nuhr näher und auch die Islamkritiker, da dies linkerseits tabuisiert wurde und nun nur an Erdogan aufgemacht wird, nachdem diese Islamophilen über 2 Jahrzehnte erzählt haben, dass dieser Islamist die Synthese von Islam und Demokratie sei und in die EU solle,. Dazu noch das „Manifest des Linken Counterjihads“ im Gegensatz zum rechten Counterjihad:

    https://www.global-review.info/2018/01/16/manifest-des-linken-counterjihad/

    Gefällt mir

  14. Jakobiner schreibt:

    Saugute Analyse der Bahamas und der Antideutschen, die man aber mal generell auf den gängigen Philosemitismus ausdehnen sollte. Dazu als Lesetip:
    Philosemitismus als partielles Gegenstück zum Antisemitismus:
    Der sekundäre Philosemit speist sich vor allem aus moralischen Erwägungen, man könnte ihn auch als den moralischen Philosemiten bezeichnen. Dieser begreift Auschwitz als den zentralen Zivilisationsbruch der Menschheit und der Weltgeschichte, als Bezugspunkt aller weltpolitischen und weltgeschichtlichen Betrachtungen. Also auf die Idee die Weltgeschichte auch mal unter der Kategorie von 30 Millionen Opfern des 30-jährigen Krieges oder die 25 Millionen Opfer des Ersten Weltkriegs oder der 20 Millionen sowjetischen Opfer des Antislawismus des zweiten Weltkriegs oder der Millionen toter Chinesen aufgrund des mit Nazideutschlands verbündeten, aber eben philosemitischen japanischen Militarismus zu sehen, käme ein solcher Philosemit nicht, der vor allem die 6 Millionen ermordeten Juden als den alleinigen Zivilisationsbruch aller Weltgeschichte und aller Weltmenschheit ausmacht. Daraus entwickelt der sekundäre Philosemit einen Philosemitismus, der sich in bedingungsloser Solidarität zum Judentum und mit Israel, unabhängig von anderen weltgeschichtlichen und weltpolitischen Zivilisationsbrüchen und unabhängig von der jeweiligen politischen Positionierung und konkreten Handlungen der israelischen Regierungen setzt. Als Vorwurf käme dann, man wolle von deutscher Schuld ablenken, aber 20 Millionen sowjetische Soldaten sind ebenso deutsche Schuld wie die 6 Millionen des Holocaust, wenngleich die Lesweise des Kalten Krieges, der an den Hitlerfaschismus anknüpfte dann wohl war, dass die Vernichtung von 20 Millionen kommunistischen Slawen wohl weniger zählen, da diese als Kommunisten und Slawen selbst schuld waren, während die Juden unschuldig waren–das sah freilich die NS-Ideologie nie so, die von der jüdisch-bolschweistischen Weltverschwörung und der jüdisch- liberalen USA genauso sprach..Aus dieser einzigartigen Sichtweise des Zivilisationsbruchs ergibt sich dann eine Art lemminghafter Nibelungentreue zu Israel, „Right or wrong—my country Israel“, die er zugleich als Lackmustest sieht, ob einer Antisemit oder nicht ist, auf Seiten der Aufklärung und Zivilisation steht oder eben nicht. Ein geradezu simplizistisches, binär- manichäistisches Weltbild offenbart sich hier . Extrembeispiel hierfür sind die Antideutschen und ihr Zentralorgan Jungle World und Bahamas. Israelkritik wird pauschal als Antisemitismus bezeichnet ohne jegliche Differenzierung, ganz wie früher die K-Gruppen alles für richtig erklärten, was aus den von ihn jeweils präferierten kommunistischen Zentralen aus Moskau, Peking, Tirana, Pjöngjang, Phnom Phen oder Havanna zu vernehmen war, so verteidigen die moralischen Philosemiten, die sich wie die Antideutschen eben hauptsächlich aus Mitgliedern ehemaliger K-Gruppen rekrutierten jetzt eben alles, was aus Tel Aviv und Israels Hauptverbündeten den USA kommt. Vor allem besteht auch keinerlei Distanz zu den rechten Republikanern, George W. Bushs Administration oder eben der Netanjahuregierung, dem Likud oder noch rechteren israelischen Parteien. Ganz im Gegenteil: Je radikaler und rechter, desto besser, gewinnt man den Eindruck und je projüdischer, proisraelischer, prokapitalistischer, desto mehr steht man scheinbar auf der Seite der Aufklärung und der Zivilisation. Oft wird dann auch jeder außenpolitische Gegner des Westens oder Israels zum neuen Hitler erklärt, ein neues Auschwitz beschworen und damit eben auch der Irakkrieg 2003 legitimiert, wie auch andere sogenannte humanitäre Interventionen befürwortet. Gepaart ist dieser moralische Rigorismus, diese extrem selektive Wahrnehmung von einem wesentlichen Zivilisationsbruch in der Weltgeschichte und Weltpolitik trotz zigfacher Zivilisationsbrüche, die eben keineswegs eurozentrisch sind, eben auch mit einer gehörigen Portion Militarismus und Bellizismus.

    https://www.global-review.info/2015/11/03/philosemitismus-als-partielles-gegenstuck-zum-antisemitismus/

    Gefällt mir

  15. Jakobiner schreibt:

    ZUdem: Jürgen Elsässer war ja auch mal K-Gruppler und führender Antideutscher. Die Bahamas ist jetzt da gelandet, wo Elsässer schon früher ankam.

    Gefällt mir

  16. genova68 schreibt:

    Das Verhältnis zwischen Deutschen und Juden ist natürlich ein besonderes. Das sollte aber nicht zu diesen Relativierungen führen.

    Bahamas und Antideutsche sind ziemlich irrelevant, die taugen höchstens als Feindbild für die Rechten. Und genauso irrelevant ist das angebliche Problem des Philosemitismus. Übergriffe auf Juden in Europa sind an der Tagesordnung, entsprechendes Mobbing in den Schulen und die Forderung nach der Auslöschung Israels ebenso. Die paar Leutchen in Deutschland, die israelischer Politik gegenüber bedingungslos affirmativ sind, sind ebenfalls nicht der Rede wert.

    Der Antisemitismus äußert sich heute doch schon in der Fixierung auf Israel. Israel ist das, vielleicht nach den USA, meistkritisierte Land der Welt. Jeder Depp meint, sich dazu äußern zu müssen. Es äußern sich auch fast nur Deppen dazu. Es gibt haufenweise Staaten, die sich problematischer verhalten, das interessiert aber niemanden, weil es eben keine Juden sind. Die Besetzung der Westsahara durch Marokko, Tibets durch China, die Zerstörung von Indigenenreservaten in Südamerika undundund. Das interessiert die sogenannten Humanisten nicht, nur die Palästinenser sind das zu beschützende Gut. Warum? Weil die Gegner, konstruiert oder nicht, Juden sind.

    Was haben die 20 Millionen tote Sowjets mit Israel zu tun? Nichts. Die Aufrechnung kann man sich sparen. Es geht, und das ist ja allgemein bekannt, um die Singularität der fabrikmäßigen Ermordung möglichst aller Juden. Das kann man einfach mal sehen, ohne zwanghafte Vergleiche ziehen zu müssen, die nur ein Ziel haben: von deutscher Schuld abzulenken.

    Es geht im Weiteren darum, dass ja auch Ukrainer, Serben und andere Slawen bei der Judenermordung fleißig geholfen haben. Es ist da einfach komplizierter, als einfach von der Zahl toter Slawen zu sprechen.

    Ich würde mittlerweile auch behaupten, dass jeder, der einseitig Partei für die Palästinenser ergreift, schlicht und einfach ein Antisemit ist. Der Jude als das schlechte Gewissen der Deutschen, die in ihrer Selbstgerechtigkeit nicht in der Lage zum Eingeständnis sind.

    Im übrigen sollten die Deutschen in Bezug auf Israel am besten die Klappe halten. Jede dahingehende Äußerung ist überflüssig. Juden brauchen keinen „Rat“ aus Deutschland.

    P.S.: Das hier ist deutsche Realität:
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/antisemitismus-in-berlin-31-seiten-hass-gegen-israelischen-gastronom-yorai-feinberg/22783246.html

    Und das hier auch:
    https://www.google.de/search?q=antisemitismus+deutschland&dcr=0&source=lnms&tbm=nws&sa=X&ved=0ahUKEwij9vnNn5TcAhUML1AKHTAHBgcQ_AUICigB&biw=1264&bih=948

    Gefällt mir

  17. neumondschein schreibt:

    Bahamas und Antideutsche sind ziemlich irrelevant, die taugen höchstens als Feindbild für die Rechten. Und genauso irrelevant ist das angebliche Problem des Philosemitismus.

    Bahamas und Antideutsche für sich allein locken kaum jemanden hinter dem Ofen hervor. Geben aber den Ton an. GlobalReview, Breitbart.news, Achgut.com, BAK Shalom sind auch nichts anderes. Das nennt man Rebranding, wenn ihr versteht, was ich meine. Das bedeutet: man verkauft dasselbe Produkt an verschiedene Adressaten auf unterschiedliche Art. Dem Plebs pi-news.net. dem Linksradikalen Sarah Rambatz. Dem Hooligan die English Defense League, dem Dresdner Stadtbürgertum PEGIDA. Dem Soziologen kritiknetz.de, dem Globalpolitikinteressierten GlobalReview. usw. usf. Es gibt darüber hinaus noch Angebote für Künstler, Philosophen, für Nutten, für Schwule, für die Caritas. Desweiteren für Faschisten, Islamisten, Gewerkschaftern und und und… Demnächst auch für jü, … ächä… räusper… für asiatische Untermenschen wie Russen, Syrern, Serben,…

    Gefällt mir

  18. genova68 schreibt:

    Du bist echt ein lustiger Vogel, neumondschein. Ich gebe nur zu bedenken, dass „Nutte“ ein abwertender Begriff ist. Gerade für diese Art des Broterwerbs gibt es nun so viele Begriffe, dass man auf den einen verzichten kann, wenn man es nicht abwertend meint. Bitte sei froh, neumondschein, dass es Frauen gibt, die die Beine breit machen, damit du mit deinem kleinen Teil da rumspielen kannst.

    Sarah Rambatz musste ich gerade erst googeln. Auch ein lustiger Vogel. Sie stand auf einer Kandidatenliste der Linken und bat bei Facebook um Tipps für Filme, „bei denen Deutsche sterben“, lol.
    Eine nicht unsympathische Frau, nehme ich an.

    Der deutsche Shitstorm, der folgte, sagt vieles aus:

    https://www.shz.de/regionales/hamburg/hamburger-linken-kandidatin-raeumt-listenplatz-wegen-facebook-post-id17766816.html

    Ein User schrieb, lese ich gerade: „Die Nutte gehört totgebumst und zerhackt“

    Womit der Kreis sich schließt.

    P.S.: Ich empfehle Inglourious Basterds

    Gefällt mir

  19. neumondschein schreibt:

    Und für Leser von GlobalReview, diesem Wurst- & Käseblatt: Erdogan wird in erster Linie nicht dafür gewählt, daß er eine islamische Diktatur errichtet, sondern, daß fließendes Wasser aus der Wand kommt, daß elektrischer Strom aus der Steckdose kommt, neue Straßen, Kraftwerke und Schulen gebaut werden, der Sozialstaat ausgebaut, die Wirtschaft erneuert wird, also: der Umbau einer agrarischen Nation zu einer modernen Industrienation Fortschritte macht. Niemand braucht DiTiB, Geheimagenten und Schlägerhaufen, um in Deutschland lebende Türken von Erdogan zu begeistern. Klar: die deutsche Monopolpresse will Türken nicht, so wie sie sind. Die schreit nur laut: „Islam“!!! Die Monopolpresse erträgt den Türken ja nur, wenn er sich unter beschissenen Bedingungen in miesen Jobs zu Tode rackert. Für solche Türken kann man getrost Toleranz einfordern. Dabei sind die Putzfrauen, Bandarbeiter, Müllabholer ebenso Moslems wie die Ingenieure, Schrifsteller, Bürokräfte und Lehrerinnen von heute. Auf keine Art dürfen dem Türken demokratische Rechte und Freiheiten zugestanden werden! Für Türken hat die korrupte kemalistische, autoritäre, verkappte Militärdiktatur zuständig zu sein, die u.a. verhindern soll, da&szlig. Muslima studieren dürfen, und sich in Jahrzehnten einen Dreck um Bürgerrechte kümmerte, u.a. den Kurden ihre Kultur und Sprache verbot. Ebenso soll es Türken nicht gestattet werden, ihre eigene Religion so zu leben, wie sie ihnen von ihren Vätern ererbt wurde. Stattdessen brauchen Türlen staatlich bestellte Aufpasser, an europäischen Hochschulen indoktrinierte angebliche Imame. Das tut not, denn angeblich seien Türken mindestens zur Hälfte alles Extremisten und Terroristen. Einen von Gastarbeiterkindern ausgehenden Terrorismus gibt es in Deutschland zwar nachweislich nicht. Das ist aber zionistisch indoktrinierten Antidemokraten gleichgültig.

    Gefällt mir

  20. Jakobiner schreibt:

    Philosemitismus ist eben nicht nur ein Phänomen bei den Bahamas und den Antideutschen, sondern auch bei dir und sonstigen Rechtsradikalen und den emisten bürgerlichen Parteien und zumal den 80 Millionen evangelikalen Klerikalfaschisten in den USA.Der Vorwurf des Antisemitismus wird oft erhoben, weniger geläufiger ist der Vorwurf des Philosemitismus, der zumeist auch gar nicht als Vorwurf gilt, da wer für Juden sei, eben nicht gegen diese sei und daher kein Extremist , Rassist,etc. sein könne. Oft wird Antisemitismus mit rechts, bzw. rechtsradikal gleichgesetzt und Philosemitismus mit positiv und nicht rechtsradikal.Dennoch zeigt sich, dass die heutige Rechte, wie auch die Linke sich innerhalb ihres eigenen Spektrums über die Frage der Positionierung zum Judentum und zu Israel selbst wieder spaltet und diese Lager stehen sich sehr unversöhnlich gegenüber. NPD und FPÖ auf der Rechten, BAK Shalom und die Antiimperialisten in der Linkspartei seien als Beispiele des Streits zwischen Antisemitismus/Antizionismus und Philosemitismus nur kurz genannt.Dabei ist auch schon die Fragestellung ob man für oder gegen („die“) Juden sei (oder alterntaiv für oder gegen „die“ Palästinenser/“die“Muslime) auch schon etwas seltsam, da hier ja auch die pauschalsierende Positionierung zu einem völkischen /religiösen Kollektiv beansprucht wird. Man sollte sich nicht dazu hinreissen lassen in den Kategorien rassischer, völkischer, religiöser oder kultureller Kollektive zu argumentieren, sondern sich immer das ganze Spektrum an politischen und ökonomischen Gruppen ansehen, ihre jeweiligen Positionen und welche man für unterstützenswert hält, als Pauschaliserungen über Völker , Religionen, Klassen oder Kulturkreise ala Samuel Huntingtons „Clash of Civilizations“ oder „Who we are“ oder Francis Fukuyamas „Ende der Geschichte“mit der globalen Mittelklasse als neuer Träger des historischen Materialismus eines weltweiten Liberalismus vorzunehmen. Philosemitismus speist sich aus drei wesentlichen Quellen:

    Der primäre, pseudomachiavellistische Philosemit ist wie der Antisemit der Ansicht, dass die Juden die Welt beherrschen oder zumindestens eine wesentliche Macht konstituieren würden, zumal ein sehr intelligenter, gerissener und durchtriebener Menschenschlag (wie man selbst–wahrscheinlich auch eine gute Portion Selbstprojektion), ja fast eine überlegene Rasse, Religion, Herrscher des Finanzkapitals und Geldes oder Kultur seien, mit denen man sich besser nicht anlegt, sondern sich besser gutstellt. An ihnen komme keiner vorbei, der an die Macht will. Ganz Machiavellist und Scheinrealist will er sich dann mit den vermeintlich Mächtigen verbünden und an ihrer Seite die Welt beherrschen und unterdrücken. Bestes Beispiel hierfür ist der Philosemitismus von Tojo-Japan, welches wie sein Achsenverbündeter Nazideutschland davon ausging, dass die Juden die Welt beherrschten, aber anders als die Nationalsozialisten daraus den Schluss zogen, dass man die Juden nicht vernichten, sondern sich eben mit ihnen verbünden müsse. Genau über die Frage Antisemitismus ala Hitler oder Philosemitismus ala Tojo-Japan waren die beiden besten Achsenverbündten innerhalb ihrer Kriegskoalition gegen die Allierten so zerstritten wie heute eben die NPD und die FPÖ oder eben der BAK Shalom und die Antiimperialisten. Eigentlich also nichts Neues, wenngleich auf höherer Ebene damals. Hierzu ausführlich auch ein älterer Artikel in Global Review „Japans Judenpolitik 1933-1945“:

    http://www.global-review.info/2011/03/24/japans-judenpolitik-1933-1945/

    Ähnlich argumentierte auch Konrad Adenauer, der solche Altnazis wie Globke in höchste Ämter beförderte, dass die Juden in den USA sehr mächtig seien und man sich daher mit ihnen gutstellen müsse. Jüngste Beispiele von Philosemitismus sind der Front National, die FPÖ, Geert Wilders oder die Freiheit. Sie unterscheiden sich gerade zu den traditionellen Rechtsradikalen, dass sie sich philosemitisch geben. So distanziert sich Marine Le Pen bewusst von den antisemitistischen Tiraden ihres Vaters und hat ihn auch aus der Partei ausgeschlossen. Die FPÖ hat die Jerusalemer Erklärung veröffentlicht, in der sie philosemitische Positionen bezieht.Nun hat sie auch das FPÖ-Mitglied Susanne Winter ausgeschlossen, das auf seiner Facebookseite antisemitischen Äußerungen über das „Geldjudentum“zugestimmt hatte. Antisemitismus habe keinen Platz in der FPÖ, heisst es nun. Der rechtsradikale Islamhasser Geert Wilders wiederum bezieht ebenso philosemitische Positionen.Zum einen sehen diese Rechtsradikalen die Juden in den USA und Israel als sehr mächtig an, zum anderen wissen sie, dass Auschwitzleugnung und Antisemitismus in Europa geächtet ist, zumal auch strafrechtlich verfolgt werden kann und die Bevölkerungen diesbezüglich nach dem Holocaust sensibilisert sind. Desweiteren dient ihnen ihr taktischer quasimachiavellistische Philosemitismus dazu, sich als Nichtrassisten darstellen zu wollen, um desto beherzter gegen andere Minderheiten und Religionen hetzen zu dürfen, speziell gegen Muslime, zumal sie hoffen dafür Unterstützung seitens der US-Rechten und Israels Rechter zu bekommen. Ihr Philosemitismus dient ihnen vor allem dazu, ihre rassistisch- faschistisch-autoritäre Gesinnung zu tarnen und ihren taktischen Philosemitismus als Freibrief und Blankoscheck für rassistische Hetze gegen andere Minderheiten zu nutzen.

    Gefällt mir

  21. Jakobiner schreibt:

    Die dritte Sorte Philosemit, der christliche Philosemit ist fundamentalistisch-christlich geprägt mit den 80 Millionen US-Evangelikalen oder der Partei Bibeltreuer Christen (PBC) in Deutschland als exponiertestem Beispiel. Israel wird biblisch als das Heilige Land angesehen, die Israeliten und die Juden als Volk Gottes, das das Heilige Land besiedeln und ausdehnen soll, wobei die Israelis stellvertretend für die fehlenden christlichen Kreuzritter gegen die Muslime einen biblischen Kampf um das gelobte Land führen sollen, was je nach Lesart auch zu einem letzten Gefecht, dem Armaggeddon führen kann. Diese christlichen Fundamentalisten sehen auf das Judentum freilich als minderwertige Religion gegenüber dem Christentum hinab, sehen in den Israelis eher Kanonenfutter für ihre Zwecke, geben sich aber vordergründig philosemitisch.

    Gefällt mir

  22. Jakobiner schreibt:

    Neumondschein ist so einer dieser islamophilen Gasköpfe, die die Gefahr des Islamismus kleinreden. Genau diese Tabuisierung der Islamkritik seitens der Linken führt dazu, dass sie der Rechten und ihrem Clash of Civilizations Aufschwung verschafft.In Neumondscheins Weltensicht ist dann auch ein Islamkritiker wie Dieter Nuhr ein Rechter.

    Gefällt mir

  23. Jakobiner schreibt:

    Und Genova: „Klappe halten“, Klappe halten, Maulkorb und Zensur–erzähl mir nichts mehr über die Frankfurter Schule und den vorgeblich autoritären deutscen Charakter. Den hast du selbst voll drauf.Argumentiere mal lieber als, dass ich dich im anderen Falle auffordern würde die „Klappe zu halten“.

    Gefällt mir

  24. neumondschein schreibt:

    Nun, der „Islam“, den uns Dieter Nuhr und die Monopolpresse uns unter die Nase reibt, hat wenig mit der Realität zu tun. Die Hizbollah zum Beispiel kämpft eher für national-patriotische als religieuse Ziele, denn die Shiiten sind keine Gruppe, die Wert darauf legt, daß sich jedermann ihnen anschließt, der es nicht will. Die Hizbollah fühlt sich auch für von islamistischen Warlords verfolgte syrische Christen zuständig. Insofern ist das Gerede von Weltherrschaft Quatsch. Und selbst syrische Muslime sind von islamistischen Warlords existenziell und physisch bedroht. Letztere sehen nämlich diejenigen, die sich selbst als Muslime sehen, nicht unbedingt als Muslime an. Islam ist ja sehr vielseitig. Da gibt es unzählige Strukturen, Traditionen und Schulen. Und das meiste davon wird in Saudi-Arabien verboten und verfolgt. Abgesehen davon besteht die Sozialisation der meisten Menschen nicht nur aus Religion. Lokalitäten wie Damaskus und Aleppo lassen ja alles, was ein Land wie Deutschland zu bieten hat, weit hinter sich. Beide Städte sind viel älter als die drei Offenbarungsreligionen. Alles das hat 1300 Jahre islamische Herrschaft überstanden und ist nun durch 200 Jahre fortgesetzte westliche Aggression, die sich islamistischen und völkischen Söldnern bedienen, bedroht.

    Gefällt mir

  25. Jakobiner schreibt:

    Die Hisbollah Nasrallahs sind Khomeinitreue Islamisten, die im Libanon einen Gottesstaat errichten wollen und diesen als Operationsbasis nutzen wiollen, um im Zusammenspiel mit der islamofaschistischen Hamas (sunnitisch) und dem Iran Israel anzugreifen und zu terrorisieren, ja am liebsten auszulöschen–was aber die IDF zu verhindern weiß. Was gibt es daran zu beschönigen, zu relativieren und zu verharmlosen? Dass die Hisbollah gegen sunnitische Islamistenmordbrenner kämpft, die eben nicht vom Iran, sondern von der islamistischen Konkurrenz aus Erdogan-Türkei, Saudiarabien und den Golfstaaten finanziert werden, macht diese nicht besser als diese anderen Islamisten.Im Manifest des Linken Counterjidas wird differenziert dargestellt, welche Positionen die Linke endlich mal zum Islam und zum Islamismus einnehmen könnte und die Religionskritik nicht nur auf den Islam beschränkt,, zumal auch die gesammten Nationalisten und Extremisten anderer Coleur kritisiert werden. Also erst mal lesen, bevor man rumblökt.

    Der Counterjihad wurde bisher vor allem von der rechten Seite propagiert und großteils monopolisiert, was Ausdruck dessen war, dass es auf der Linken kaum Personen oder politische Gruppen gibt, die sich ernsthaft mit dem Islam und dem Islamismus auseinandergesetzt haben und diesen als Feind der Linken benannten, ja einige Linke sehen oder sahen solche Islamisten aufgrund ihres Antiamerikanismuses auch noch als Verbündete im antiimperialistischen Kampf. Der Großteil der Linken gibt sich als Kulturrelativisten, Islamversteher, betrachtet den Islamismus als alleiniges Produkt des westlichen Imperialismus (was er zum Teil auch ist-zum einen als Reaktion auf den westlichen Kolonialismus, wie dann auch während des Kalten Kriegs als von der US-CIA unterstützte religiöse Bewegung gegen den Kommunismus und Panarabismus, seien es nun die Muslimbrüder oder Gotteskrieger in Afghanistan) und ist mehr durch einem westlichen Schuldkult, der defensiv Asche über sein Haupt streut und “Mea culpa!” krächzt, paralysiert. Der Islamismus wurde lange Zeit nur als Reaktion oder gar als CIA-Schöpfung im Kampf gegen den Kommunismus im Kalten Krieg verstanden, als als eigenständige politische Grösse, die eigenen Gesetzen folgt.

    Lange wurde der Islamismus als reines “Feindbild”des Westens dargestellt, als eine Erfindung westlicher Geheimdienste, die nur dazu diene imperialitische Angriffskriege zu ermöglichen, den staatlichen und militärischen Sicherheitsapperat auszubauen, gerade so als handele es sich nicht um eine reale und faktische Gefahr auch für die Arbeiterbewegung, Frauen und die Linke, sondern um eine Fatamorgana und ein Trugbild westlicher Propaganda. Wegen der berechtigten Sorge, dass die Rechte einen “Kampf der Kulturen”, einen “Clash of Civilazations” anzetteln möchte, verhielt man sich defensiv oder gar paraylysiert oder gar ablehnend gegen einen linken Kampf gegen den Islamismus, kurz: Man verzichtete einen eigenen linken Counterjihad als Alternative zum rechten Counterjihad zu propagieren.Wichtige Forderungen im Kampf gegen des Islamismus werden nur unter der Perspektive abgelehnt, ob sie Rechten helfen könnten oder aus der Rechten kommen, anstatt sich über die Geeignetheit dieser Forderungen und der inhaltlichen Richtig- oder Falschheit dieser Forderungen Gedanken zu machen. Daher ist es notwendig den Islamismus auch von links zu bekämpfen und den linken Counterjihad programmatisch zu begründen.

    Die Linke hat sich bisher mainstreammäßig islamophil gebärdet, Genderfrauen forden für Frauen das Recht aufs Kopftuch mit der Parole „Mein Kopf gehört mir“, verteidigen den islamistischen Burkini mittels Aktionen wie „Bikini und Burkini-Unite“in aberwitziger Legitimierung dieser frauenfeindlich-puritanischen Islamismussymbole im Namen des Selbstbestimmungsrechts der Frauen, verharmlosen die reaktionären Religionsinhalte des Korans und Islams, der eben so zielstrebig zum Islamofaschismus führt, wie die nationalkonservative und konservative Ideologie zum Faschismus und Nationalsozialismus.Da die Linke keine Religions- und Islamkritik mehr übt oder nur sehr selektiv, solange es um westliche Religionen geht, nutzt die Rechte dieses ureigenste Territorium der Linken nun um einen rechten Counterjihad und Kulturkampf zu führen, dem die Linke mit ihrer kritiklosen Islamophile nichts entgegenstellen kann. Daher bedarf es einer klaren Positionierung der Linken zum Islam und Islamismus und der Begründung eines linken Counterjihad.

    Gefällt mir

  26. genova68 schreibt:

    Jakobiner,
    du solltest in eine Partei eintreten, da kannst du praktisch aktiv werden. Deine Meinung hier in diesem Blog lesen allzuwenig, fürchte ich. Im übrigen ging es in dem Artikel oben nicht um Islam etc.

    Ansonsten stimme ich dir in vielem zu, aber es ist mir zu allgemein. Der Burkini ist nicht einfach islamistisch und Frauen, die sich dafür einsetzen, haben vielfältige Gründe. Du bügelst alles über einen Kamm, oder wie man da sagt, das ist mir zu simpel. Über Burkini und Kopftuch sollen die Betroffenen entscheiden, das geht dich nichts an.

    Klappe halten: Der Nahostkonflikt ist sehr kompliziert, da finde ich das Klappe halten für eine sehr angemessene Reaktion. Und wenn du mit „Schuldkult“ kommst und mit angeblicher Zensur hier, dann ist das – das muss ich dir leider sagen – ein Vorgehen und ein Vokabular, das typisch rechts ist. Geh noch mal drüber.

    Abgesehen davon zeigst du mal wieder die Tendenz der Hysterie, in meine hier deine Bemerkungen zur Frankfurter Schule. Bitte nicht wieder durchdrehen.

    Gefällt mir

  27. Jakobiner schreibt:

    Ich wäre schon längst in einer Partei und im Parlament, wenn mich familiäre und gesundheitliche Gründe nicht hindern würden.Da bleibt mir nur die Funktion eines Ideenlieferers und ich habe gerad edie Bewerbungsrede für einen Europa kandiaten der Grünen geschrieben..Die Islam/Philosemitismusdebatte habe ich losgebrochen, da du sehr autoritär eine Zensur einführen wolltest, die Israel- und Judendiskussionen unterbinden willst („Klappe halten“), wie auch aufgrund der hanebüchenden islamophilen Ausführungen von Neumondschein, der eben eine Hisbollah meint verteidigen zu müssen, die er ja für den Islam hält. Die LInke muss den Islam und auch den Islamismus kristisieren–das ist ihr ureigenstes Gebiet. Vielleicht nicht als Schwerpunkt, -es gibt wichtigere Themen- aber eben vom Grundsatz her. Und deine Ausführungen zu Burkini und den angeblichen ägrerlichen weißen Männern zeigt mir da deinen Schuldkomplöex und antideutschen Rassismus, der ja in der Linken sehr verbreitet ist. In Berlin wahrscheinlich mehr als in Bayern!

    Gefällt mir

  28. genova68 schreibt:

    Klappe halten bezog sich allgemein darauf, dass über Nahost mit Israel ständig diskutiert wird und dabei regelmäßig der Eindruck erweckt wird, Israel sei der schlimmste Staat auf der Welt. Es gibt auf der anderen Seite unzählige Konflikte die diese angeblichen deutschen Humanisten nicht interessiert, ob das die seltenen Erden im Kongo sind, Tibet und China, Marokko und die Westsahara, rechtsradikale Tendenzen in Polen oder Ungarn undundund. Die meisten Äußerungen zu Israel kommen aus der antisemitischen Ecke, die Palästinenser sind das Faustpfand. Die Situation in Nahost ist darüber hinaus viel zu komplex, als dass man da einseitig Position beziehen könnte. Klappe halten wäre insofern oftmals das richtige, aus Deutschland sowieso.

    Nahost dient den Meisten nur als Projektionsfläche. In der Regel Männer, die sich für omnipotent halten.

    Das hat also nichts mit Zensur zu tun. Wie ich diesen Vorwurf mittlerweile sowieso für absurd halte. Via Internet kann sich jeder Dödel 24/7 öffentlich äußern. Auch du schreibst hier, was du willst und biegst die Diskussionen in bestimmte Richtungen. Du hast hier schon tausendfach deine Texte hinkopiert, oft völlig themenfremd, und beschwerst dich über meine Zensur? Junge, nimm mal deine Sinne zusammen. Ich habe hier das Thema Israel auf keinen Fall intendiert. Der Zensurvorwurf kommt ja auch nur noch aus der rechten Ecke.

    Schuldkomplex? Schuldkult? Wieso sollte ich einer Frau erzählen, dass sie keinen Burkini tragen darf? Wie absurd ist das denn? Das wäre wieder so ein typisch weiß-männliches Verhalten. Und als nächstes muss sie einen Minirock tragen? Die Welt ist komplizierter als du glaubst.

    Gefällt mir

  29. Jakobiner schreibt:

    Du solltest realisieren, dass die Kritik gegen Burkini und Kopftuch, von Burka, Tschador, Niqab,etc. nicht vor allem von weißen Männern geäußert wird, sondern von vielen säkularen Frauen muslimischen Migrationshintergurnds oder ohne MIgrationshintergrund, wie etwa auch von Terres des femmes oder EMMA/Alice Schwarzer, die eben klar begriffen haben, dass es sich um Symbolkleidung des Islamismus handelt. Die Welt ist allerdings komplizierter als du glaubst.

    Gefällt 1 Person

  30. genova68 schreibt:

    Mir geht es beim Burkini wie bei den Juden: Ich bins nicht und halte mich raus. Ich höre lieber den Betroffenen zu.

    Was sollen wir beide schwabbeligen alten Säcke denn die Kleidungen junger attraktiver Muslima kritisieren? Wen interessiert das? Die Betroffenen sicher nicht.

    Davon abgesehen ist ein bisschen mehr Verhüllung gar nicht so schlecht. Man kennt das ja: Man sitzt in einer Diskussion mit einer attraktiven Frau, die das Bein nackt trägt und kann sich nicht mehr auf ihre Argumente konzentrieren. Auch im TV ist das oft unmöglich. Ich fordere einen züchtigen Kleidungsstil für Frauen in intellektuellen Angelegenheiten. Von mir aus Burka.

    dass es sich um Symbolkleidung des Islamismus handelt. Die Welt ist allerdings komplizierter als du glaubst

    Was denn jetzt? Eindeutige Zuweisung oder Komplexität?

    Hier noch ein interessantes Interview eines jüdischen Israeli in Berlin:

    https://www.freitag.de/autoren/elsa-koester/bist-du-jude

    Das ist, was ich meine. Lass die Betroffenen reden.

    Gefällt mir

  31. Jakobiner schreibt:

    Zum Begriff der Betroffenheit gehört auch, dass nicht-verschlelerte Frauen von ihrer islamischen Community, den verschelierten Frauen und ihren Familien gedrängt werden, sich zu verschleiern, sowie andere unverschleierte Frauen als „Schlampen“zu diskriminieren und gesellschaftlich zu ächten. Diesen gesellschaftlichen Druck negierst du.Mir völlig unbegreiflich, wie man das igbnorieren kann, aber wie gesagt, bei der islamophilen Linken ist dies kein Wunder und dann wundern sie sich, wenn säkulare Frauen sich von ihnen abwenden.Der Burkini wie auch das Kopftuch und andere Verschleierungen sind klarer Ausdruck des Islamismus und erzreaktionär. Und dass du Frauen wegen Minirock oder nacktem Bein empfiehlst sich zu verschlieren, ist ja bodenlose Affirmation, die möglicherweise auch auf Prüderie und überkommenenen Moralvorstellkungen zurückzuführen ist.Bei aller Kritik an der sogenannten sexuellen Revolution, die auch zu einer Pronographisierung und Sexualobjektisierung der Frau führte, gehst du da eindeutig zu weit.

    Gefällt mir

  32. genova68 schreibt:

    Ich bin nicht islamophil, aber ich sehe es nicht als meinen Auftrag an, mich zu allem möglichen zu äußern. Du bist einfach zu politisch, um manche Sachen zu verstehen. Kopftuch ist für dich nur Ausdruck von Islamismus, meine Güte. Überleg dir doch mal so einen Satz.

    Konzentration und nacktes Bein: Eigentlich einfach nachzuvollziehen, oder? Stattdessen: Prüderievorwurf.

    Unterhalte dich mit den betroffenen Kopftuchfrauen, wenn dich das so interessiert, höre ihnen zu und solange: Klappe halten. Das täte dir gut, weil du so vielleicht etwas mehr versehen würdest an unterschiedlichen Lebensentwürfen, Erfahrungen, Auffassungen. Warum heißt du eigentlich Jakobiner?

    Ich sehe hier in Kreuzberg und Neukölln ganz unterschiedliche Entwürfe. Beispielsweise zwei Frauen, die eine mit Minirock, die andere mit Kopftuch, sie laufen untergehakt und verstehen sich offenbar prima. Wieso sollte ich nun dümmliche Forderungen verfassen und von nichts eine Ahnung haben? Ich analysiere lieber das, wovon ich ein bisschen Ahnung habe. Und ansonsten gilt, wenn mich etwas interessiere: Miteinander reden. Das ist genauso wie bei Israel. Du und Millionen andere Männer müssen von dem Trip runterkommen, alles beurteilen zu müssen. Alice Schwarzer ist eigentlich ein Mann. Wobei die mit allen redet, muss man zugeben.

    Und natürlich übertreibe ich, das nennt man Ironie.

    Gefällt mir

  33. Jakobiner schreibt:

    Dass Tschador, Niqab und Burka klare Zeichen von Frauenunterdrückung sind, wird nicht einmal in moderat islamischen Staaten angezweifelt. Anders verhält es sich beim Kopftuch. Zwar wird auch dieses in den zuvor meist säkularen islamischen Staaten infrage gestellt, doch Multikultimenschen im Westen tolerieren dies zumeist ohne kritische Nachfragen an ihre Trägerinnen.Hier werden argumentative Akrobatenkünste vollbracht, dass dieses auf der Freiwlligkeit der Frau, als Begrenzung männlichen Sexismus, als Kopftuch, das auch schon katholische Landfrauen in Europa getragen haben, also zur einfachen Nebensächlichkeit der Welt und zum Modeaccessoires verklärt, das man unwidersprochen zu tolerieren habe.

    Der erste Gedanke, der mir kommt: Wie würden eigentlich westliche Menschen reagieren, wenn sich westliche Frauen mit Kopftüchern eindecken? Würde man da sagen: Wie kommt eine Frau dazu sich in eine Nonnentracht einzuhüllen und uns etwas von der Befreiung der Frau zu erzählen, wenn man nicht gerade an Helga von Binnen und Grace Kelly denkt. Also zwischen religiöser Zwangstracht oder eben lockerem Bekleidungsutensil, das die Haarpracht durch den Fahrtwind des Sportwagens nicht in Unordnung bringt.Aber wenn nun westliche Frauen massenweise Kopftücher tragen würde, würde man sich eben schon fragen: Warum schmeissen sie sich in eine Nonnentracht, die doch gerade für die Unterdrückung der Frau welthistorisch steht.Was würden wir sagen, wenn sie sagten, dass sie ihre christliche Identität symbolsieren wollten und das Chrsitentium für die Befreiung der Frau stehe und sie uns dann ihre ganz eigene Interpretation und ganz individuelle Sichtweise und Version vom Christentum erzählen wollten? Jeder westliche, säkulare Mensch und vor allem jede westliche säkulare Frau würde wohl ihren Verstand anzweifeln und widersprechen. Nicht so bei muslimischen Kopftuchträgerinnen.

    Gefällt mir

  34. Jakobiner schreibt:

    Nun würde ich keiner Frau verbieten, ihr Kopftuch anzuziehen. Es gibt neben den Kopftuchdummchen auch intelligente Kopftuchträgerinnen. Doch keiner fragt, ob es sich bei diesen durchaus selbstbewusst und offensiv auftretenden Kopftuchfrauen nicht um Islamstinnen handelt, die den Wirkbereich ihres reaktionären Glaubens in die Gesellschaft tragen und ausweiten wollen. Meist kommt dann der Verweis, dass diese Frauen ja keine Dschihaddistinnen wären, sondern ganz friedliche Gestalten. Dabei wird vergessen, dass Islamismus neben der militant-terroristischen Variante auch die evolutionäre Variante etwa der Muslimbruderschaft oder der türkischen AKP kennt oder ala Gülen die Gesellschaft mittels Elitemultiplikatoren islamitisch transformieren will. Eine Muslima mit Kopftuch, die auch vor Gericht auf ihr Recht besteht und Präzendenzfälle generieren will, sollte man daher äußerst skeptisch nach ihrer Motivation hinterfragen. Die Nationalsozialisten setzten sich kleidungstechnisch auch von den körperfeindlichen christlichen Frauenbünden ab, waren mehr körperbetont, modern und sportlich. Diese für damalige Verhältnisse freiere Kleidungswahl jedoch mit Fortschrittlichkeit aufgrund des Äußeren festzumachen, hieße die zutiefst menschenfeindliche und reaktionäre Ideologie des Nationalsozialismus anhand von modischen Ausdrucksmitteln zu ignorieren. Selbiges Muster ist bei der Argumentation bezüglich des Kopftuches anzutreffen, wobei ein Kopftuch nochmals eine Regression und Rückschritt zur Moderne darstellt.

    Daher sollte man die Kopftuchträgerinnen immer auf die genannten Widersprüche hinweisen und das Kopftuch nicht so einfach und unwidersprochen tolerieren.Aber alle reden von der Burka, keiner spricht mehr vom Kopftuch. Zeit, dass man einmal vermehrt die Millionen „Muslima“zu Wort kommen lässt, die kein Kopftuch tragen oder tragen wollen, es ablehnen und ihnen in der öffentlichen Diskussion mehr Raum gibt als jenen propagandistisch geschulten kopftuchtragenden Islamistinnen. Zudem haben Kopftücher in öffentlichen Institutionen, die der weltanschaulichen Neutralität verpflichtet sind, nichts verloren. Ansonsten spreche ich mich zwar nicht für ein allgemeines Kopftuchverbot aus, aber für das Recht diesen reaktionären Quatsch noch kritisieren zu dürfen und es nicht nur zum reinen Modeaccessoires zu verklären.

    Gefällt mir

  35. neumondschein schreibt:

    Der erste Gedanke, der mir kommt: Wie würden eigentlich westliche Menschen reagieren, wenn sich westliche Frauen mit Kopftüchern eindecken? Würde man da sagen: Wie kommt eine Frau dazu sich in eine Nonnentracht einzuhüllen und uns etwas von der Befreiung der Frau zu erzählen, wenn man nicht gerade an Helga von Binnen und Grace Kelly denkt.

    Mehr als die Hälfte der Weiber mit Kopftuch? Kein Problem! Finden russische Patrioten:

    Aber wenn nun westliche Frauen massenweise Kopftücher tragen würde, würde man sich eben schon fragen: Warum schmeissen sie sich in eine Nonnentracht, die doch gerade für die Unterdrückung der Frau welthistorisch steht.Was würden wir sagen, wenn sie sagten, dass sie ihre christliche Identität symbolsieren wollten und das Chrsitentium für die Befreiung der Frau stehe und sie uns dann ihre ganz eigene Interpretation und ganz individuelle Sichtweise und Version vom Christentum erzählen wollten? Jeder westliche, säkulare Mensch und vor allem jede westliche säkulare Frau würde wohl ihren Verstand anzweifeln und widersprechen.

    Glücklicherweise lesen Antje Schrupp und Simone de Beauvoir das nicht! Die würden widersprechen. Wenn nämlich früher Frau keine Lust auf patriarchalischen Scheiß hatte, also Ehe & Familie, dann ging die ins Kloster Karriere machen. So war das! Da konnte man Äbtissin sein, so lesbisch leben, wie Feministen sich das denken, oder Wissenschaft betreiben.

    Gefällt mir

  36. neumondschein schreibt:

    Auch an anderen Stellen der Welt ärgern Frauen die Zionisten mit Kopftüchern: Auch hier mehr als die Hälfte der Weiber trägt Kopftuch (und die Männer Hut; aber der ist nicht freiheitsfeindlich):

    Gefällt mir

  37. Jakobiner schreibt:

    Wohlgemerkt, hierbei geht es um Trachten und nicht Alltagskleidung.Ebenso sind Kopftücher vor allem Ausdruck reaktionärer islamischer Gesinnung.

    Die Motive ein Kopftuch zu tragen sind durchaus unterschiedlich. Die Argumenation, dass dies auch katholische Landfrauen bei der Feldarbeit getragen hätten, verfängt da als erstes nicht. Denn wir sind eine Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft, haben uns von der staubigen Landwirstchaft meilenweit entfernt und auch keine muslimische Kopftuchträgerin bemüht dieses Argument–nur eben Multikultiversteher. Zitiert wird da eher, dass Kopftuchfrau zu ihren Wurzeln und ihrer Identität zurückfinden wolle. Auch ein seltsames Argument, denn die meisten Kopftuchfrauen sind in Deutschland geboren, wollen sich dann also von diesem säkualren Deutschland scheinbar abgrenzen, wenn sie eine vermeintliche Identität finden wollen.Und worin soll die bestehen? In der Regression, dass man sein Haar nicht mehr offen trägt, sondern verdeckt–vor allem vor wem und vor was? Bedeutet Identität die Rückbesinnung auf alte Traditionen in der muslimischen Welt. als die Frauen noch unterdrückt waren? Oder soll man die Verschleierung zurück auf Mohammed führen, als Oberklassefrauen sich verschleierten, um sich gegen Unterklassefrauen abzuheben?Alice Schwarzer hat zudem einmal richtig bemerkt, dass diese ganze Kopftuchmode in den muslimsichen Staaten erst wieder aufkam, als Khomeini seine islamistische Diktatur im Iran errichtete. Dies war ein Zeichen für den islamistischen Aufbruch der Muslimbrüder, Erdogan/Erbakan, Taliban, Boko Haram, Al Shabab, Al Kaida, Is erst auf die Tagesordnung brachte.In vielen dieser Länder ist aufgrund der agraischen Struktur, der damit einhergehenden patriachalischen und islamischen Zwänge das Kopftuch noch verbreitet, aber es gab in diesen Ländern während der 60er und 70er Jahre eine Gegenbewegung, vor allem der städtischen Mittelstands- und Oberschichtenfrauen, die eine Liberalisierung bewirkte, die aber seit der iranischen Machtergreifung der Mullahs im Iran und der US- unterstützten Mudjahedin in Afghanistan und Muslimbrüdern rasch zurückgedreht wurde, Von daher ist das Tragen des Kopftuchs in diesen Ländern keineswegs so freiwillig und gewollt von vielen Frauen, sondern eine Regression und auf Unterdrückung und Repression zurückzuführen.Und in vielen dieser muslimischen Länderr würde jede Frau, die das Kopftuch abnehmen will, gesellschaftich, staatlich geächtet, bestraft oder eben gleich ermordet.Aber wir reden ja hier zuerst einmal von in Deutschland geborenen Muslimen und Muslimas, die plötzlich das Kopftuch als toll und ultima ratio er- und verklären, wobei mich mal interessieren würde wieviele deutschgeborene Türkinnen oder sonstige Muslima überhaupt ein Kopftuch tragen. Bezeichnenderweise gibt es dazu bisher noch keine Statistiken, denn es könnte ja auch herauskommen, dass die meisten Muslima das Kopftuch immer noch ablehnen, aber schrittweise durch ihre kopftuchtragenden Schwestern in Zugzwang gesetzt werden und noch mehr durch die im Rahmen der Flüchtlingswelle dazukommenden zahlreich kopftuchtragenden Muslimschwestern und ihren Muslimbrüdern.

    Von daher ist es schon etwas seltsam, wenn sich in Deutschland geborene Muslima auf irgendwelche ausländischen Identitäten und symbolisch auf die repressive Form von Frauenunterdückung als Selbstverwirkllichung oder Ausdruck ihrer eigenen Persönlichkeit berufen.

    Gefällt mir

  38. neumondschein schreibt:

    Gleich ein ganzer Blog, um Zionisten zu ärgern:

    https://wrapunzelblog.com

    Für Juden gibt es ebenso religieus motivierte Kleiderordnungen wie für Moslems. Richtig stramm-orthodoxe jüdische Frauen sehen kaum anders aus als die Frauen in Saudi-Arabien. Viele jüdische Frauen tragen aber religieus motivierte Kopftrachten, die ihre Trägerin vorteilhafter aussehen lassen. Speziell Jerusalem ist voll von derartigen Frauen.

    Die Kippa übrigens ist weit weniger ein religieuses Symbol aus ein politisches. So etwas tragen in Israel militante Siedler. Vorschrift ist mehr Kopfbedeckung für Männer, sobald sie das Haus verlassen. Kippa ist nur im Heimbereich zulässig. Syrische und palästinensische Flüchtlinge kann man in gewisser Weise verstehen, wenn sie Leute angehen, die Kippa tragen, sollten aber lieber auf die Keffiyah zurückgreifen, so eine mit schwarz-weißem Muster, so wie Yassir Arafat eine aufhatte. Darüber ärgern sich Zionisten viel mehr als darüber, wenn man ihnen die Kippa vom Kopf reißt.

    Gefällt mir

  39. Jakobiner schreibt:

    Es geht nicht um Kopftuchverbote, sondern, dass man eben sieht, dass diese Kopftücher und Verschleierungen zumeist Ausdruck reaktionären Denkens sind, auch bei christlichen oder jüdischen Frauen.Nichts, was man befürworten oder tolerieren sollte.Ein weiters Argument, das fürs Kopftuch aufgeführt wird, ist eine Abgrenzung zum Sexismus der Männer. Die Zurschaustellung äußerer Reize führe dazu, dass die Männer sich nur aufs Äußere, die Schönheit und nicht auf die inneren Werte konzentrierten, ja dass Männer sich beim Anblick von Frauenhaar in wilde, animalische Tiere und Lustmolche verwandeln und sie sexuell belästigen würden–eine ähnliche Denke wie die von Radikalfeministen und deren Slogan „Jeder Mann ist ein potentieller Vergewaltiger“. In den 80er Jahren gab es sogar auch noch Feministinnen, die diese Sichtweise samt Kopftuch unterstützten, selbst in autonomen Kreisen der Tripple Oppression, aber inzwischen sind auch diese davon abgekommen, da ihnen immer bewusster wurde, dass Kopftuch und „Women´s Liberation“eben nicht zusammengehen.Umgekehrt fragt man sich eben, warum diese Frauen nicht selbstbewusst genug sind, ihr inneres Wesen auch ohne die Krückenfunktion eines Kopftuches oder Vollkörperverschleierung wahrzunehmen. Fehlt es ihnen da nicht an jenen inneren Werten, um über das Äußere hinaus auch noch Strahlkraft zu entfalten?Zudem fragt sich auch, warum man sich eigentlich seiner äußeren Reize nicht bedienen und alles nur auf ein platonisches Verhältnis zurückstufen sollte. Hat denn das Wechselspiel zwischen inneren und äußeren Werte nicht gerade seinen dialektischen Reiz?Und auch anders: Warum verhüllt man sich im öffentlichen Raum, wenn man dann im privaten Raum mit dem Ehemann desto nackter und ungezügelter loslegen will? Warum sollen andere Männer nichts vom Haar sehen und nur der eigene Ehemann? Das ist ja schon eine extreme Anbindung, die sehr eifersüchtig und besitzergreifend ist.Desweiterenn ist auffällig, dass sich einige Kopftuchträgerinnen auch stark schminken oder aber recht nuttig bei den verbleibenden Kleidungsstücken anziehen, geradeso, als ob sie ihre Betonung auf innere Werte durch diese Hilfsmittel konterkarieren wollen.Nun würde ich keiner Frau verbieten, ihr Kopftuch anzuziehen. Es gibt neben den Kopftuchdummchen auch intelligente Kopftuchträgerinnen. Doch keiner fragt, ob es sich bei diesen durchaus selbstbewusst und offensiv auftretenden Kopftuchfrauen nicht um Islamstinnen handelt, die den Wirkbereich ihres reaktionären Glaubens in die Gesellschaft tragen und ausweiten wollen. Meist kommt dann der Verweis, dass diese Frauen ja keine Dschihaddistinnen wären, sondern ganz friedliche Gestalten. Dabei wird vergessen, dass Islamismus neben der militant-terroristischen Variante auch die evolutionäre Variante etwa der Muslimbruderschaft oder der türkischen AKP kennt oder ala Gülen die Gesellschaft mittels Elitemultiplikatoren islamitisch transformieren will. Eine Muslima mit Kopftuch, die auch vor Gericht auf ihr Recht besteht und Präzendenzfälle generieren will, sollte man daher äußerst skeptisch nach ihrer Motivation hinterfragen. Die Nationalsozialisten setzten sich kleidungstechnisch auch von den körperfeindlichen christlichen Frauenbünden ab, waren mehr körperbetont, modern und sportlich. Diese für damalige Verhältnisse freiere Kleidungswahl jedoch mit Fortschrittlichkeit aufgrund des Äußeren festzumachen, hieße die zutiefst menschenfeindliche und reaktionäre Ideologie des Nationalsozialismus anhand von modischen Ausdrucksmitteln zu ignorieren. Selbiges Muster ist bei der Argumentation bezüglich des Kopftuches anzutreffen, wobei ein Kopftuch nochmals eine Regression und Rückschritt zur Moderne darstellt.

    Gefällt mir

  40. neumondschein schreibt:

    Kopftuchhasser und Menschen, die unterstellen, unterprivilegierte Menschenmassen, Flüchtlinge, Migranten strebten die Weltherrschaft an, und man müßte sie zu ihrem eigenen Vorteil kurzhalten und schikanieren, sind paternalistische Feinde von Liberalität und Demokratie in einer immer autoritärer werdenden Gesellschaft, die ihre einstmals reale Hegemonie über den Planeten behalten möchte. Das sind reaktionärere Pfaffen als die Erdogantürken, die in der Türkei die Grundlage für die kapitalistische Massengesellschaft legen, also für genau denselben Fortschritt, der durch Kopftücher angeblich behindert wird.

    Die Nationalsozialisten setzten sich kleidungstechnisch auch von den körperfeindlichen christlichen Frauenbünden ab, waren mehr körperbetont, modern und sportlich. Diese für damalige Verhältnisse freiere Kleidungswahl jedoch mit Fortschrittlichkeit aufgrund des Äußeren festzumachen, hieße die zutiefst menschenfeindliche und reaktionäre Ideologie des Nationalsozialismus anhand von modischen Ausdrucksmitteln zu ignorieren. Selbiges Muster ist bei der Argumentation bezüglich des Kopftuches anzutreffen, wobei ein Kopftuch nochmals eine Regression und Rückschritt zur Moderne darstellt.

    Jede Partei hatte in den 1920ern ihre Vorfeldorganisationen, ihre Pfadfindergruppen, Sportverbände mit eigener Tracht, egal ob Sozialdemokraten, Kommunisten, Zionisten, Katholiken, … Typisch für Kopftuchhasser ist jedoch, daß sie nur einer Gruppe darunter ihre Rechte nehmen will. Kopftuchhasser wollen ja nur Kopftücher verbieten, nicht aber Kippas.

    Gefällt mir

  41. dame.von.welt schreibt:

    @Jakobiner
    Was auch zumeist Ausdruck reaktionären Denkens und reaktionärer … Gesinnung ist: erwachsene Frauen in Bekleidungsfragen maßregeln zu wollen. Gilt nicht nur für die Mullahs, auch für Sie.

    Gefällt mir

  42. Jakobiner schreibt:

    Kopftuchhasser scheint so der nächste Kampfbegriff zur Stigmatisierung von islamkritischen Linken. Und beste Dame von Welt: Das Kopftuch und die Verschleierung als Inbegriff der weiblichen Selbstbestimmung sehen zu wollen, vergisst ja gerade, dass es die Mullahs waren und sind, die die Frauen in diese Verschleierung gezwungen haben und zwingen.Im Iran und anderswo gibt es jetzt die ersten Frauen, die sich öffentlich trauen, das Kopftunch abzunehmen, wobei sie mit drakonischen Strafen rechnen müssen. Da halte ich es mehr mit einer traditionellen, Vor-Gender-Feministin wie Alice Schwarzer, die die Gefahr des Islamismus klar erkannt hat, während ihr ihn immer noch verharmlost. Ich empfehle Dieter Nurrs „Nur glauben“-Programm–eine hervorragende Replik auf die Islamophilie nicht nur der meisten Linken und Genderleute, die postkoloniale Studien anstellen.Gerade die Islamophilie der meisten Linken lässt die Islamophoben der Rechten so mächtig werden.

    Gefällt mir

  43. Jakobiner schreibt:

    Inzwischen wird ja auch Alice Schwarzer als „rechts“denunziert, wie schon Sarah Wagenknecht zuvor:

    https://www.achgut.com/artikel/sahra_alice_wagenknecht_schwarzer

    Gefällt mir

  44. genova68 schreibt:

    Jakobiner, du müsstest an die Sache soziologischer rangehen. Versuchen, zu verstehen. Tust du das nicht, bleibst du immer an der Oberfläche und mischst in deinen Analysen alles zusammen. Kopftuch bedeutet in Deutschland Abgrenzung von der Mehrheitsgesellschaft, Zugehörigkeit zu einer Minderheit. Das ist alles symbolisch. Die Frage wäre, warum man sich abgrenzen will. Das hat vermutlich viel mit fehlender Anerkennung zu tun. Moslems und Türken gelten gemeinhin als Problem, warum sollten sich diese Leute eingrenzen wollen? Es ist einfach, das Kopftuch zu kritsieren, Probleme der Körperlichkeit, autoritäre Gesellschaftsordnungen etc. Man muss sich nur die Debatte um Özil angucken, um zu sehen, dass es hier um Herabsetzungen von Anderen geht.

    In Ägypten grenzen sich die meisten von westlichen Anschauungen ab, weil sie sie nicht erreichen können. Westliche Standars sind einer kleinen Elite vorbehalten, american university und westliche Kleidung, nur mit viel Geld finanzierbar. In Deutschland gibt es keine feine Esskultur, weil den Leuten das dauerhaft vorenthalten blieb. Also wird man regressiv und frisst Kartoffeln. Nicht, weil man Besseres nicht wollte, sondern weil man es nie bekam. Was man nicht bekommt, muss man ablehnen, sonst geht man unter.

    Ich schätze, es gibt eine große Schnittmenge zwischen angeblichen Frauenrechtlern, die den Muslima ihr Kopftuch wegnehmen wollen, und Kritikern der Sexismusdebatten. Die wollen anfassen dürfen, auch ohne Zustimmung der Frau. Die sollen sich mal nicht so haben. Kopftuch bedeutet Nichtverfügbarkeit, das passt dem westlichen Mann genauso wenig wie dem muslimischen.

    Der Kopftuchkrempel ist genauso wie der Nahostkrempel: Es gibt eine Unmenge an verfügbaren Argumenten, derer man sich beliebig bedienen kann, je nach Tagesform.

    Gefällt 1 Person

  45. Jakobiner schreibt:

    Bester Genova, du klammerst wie die meisten Islamophiolen aus, dass der Islamismus eine neue totalitäre Bewegung ist, die die muslmimischen Staaten und auch ihre Diaspora erfasst hat und dass die Verschelierung für Unterdrückung und Regression steht. Dass die meisten deutschen Kopftuchträgerinnen Islamistinnen sind, die Freiwwilliegn sogar überzeugte Islamisten, Erdoganfans, Muslimschwestern, die in ihren Paralellegesellschaften Gottesstaaten aufbauen wollen. Das Kopftuch auch noch als legitime Reakltion auf MeToo zu sehen–da frage ich mich, ob die Linke inziwschen schon nicht an Hirnerweichung leidet. Die Kritiker der Sexismusdebatten stellen also den Kern der Kopftuchhasser dar. Die ganzen Feministinnen wie Alice Schwarzer, Terres de Femmes, die ganzen sogenannten Muslima, die kein Kopftuch tragen wiollen und die Mehrheit darstellen? Geht´s nopch. Soziologisch–kann man betrachten, fragt sich aber, was da anders herauskommen soll.Und zum Begriff der „Muslime“Umdenken seit 9-11 bei der Rechten, aber kaum bei der Linken

    Erst da begann ein Umdenken, wurden aber plötzlich Menschen verschiedener Staaten wie Lybien, Irak, Syrien, Iran, Afghanistan, Pakistan, Sudan, die sich mehr national oder ethnisch verstanden alle unter eine Kategorie des “Muslim”gepresst, egal, ob sie säkular waren oder nicht. Dazu wurde Islamismus nur in der Form des Dschihaddismus und Konzentrierung auf Al Kaida definiert, aber nicht gesehen, dass es eben genauso evolutionäre Islamisten gab, die nicht auf Terrorismus setzten, sondern auf Machtergreifung mittels einer Massenbewegung und Massenpartei, vor allem die Muslimbrüder im sunnitischen Raum, die aber bei Widerstand seitens Assads sich schnell wieder zu bewaffnen wussten, um ihren Kampf für eine islamistische Diktatur aufzunehmen. Zumal in den ganzen nordafrikanischen Staaten, wie auch auf dem arabischen Kontinent die Muslimbrüder und andere Islamisten schon ganz am Anfang dabei waren bei dem sogenannten “arabischen Frühling”, während unsere liberalen Mainstreammedien uns nur etwas von der Machtgewaltheit der so hippen „Twitterrevolutionäre“ erzählten, die schon sehr schnell mangels Diszipliniertheit, Erfahrung und Massenorganisation so schnell marginalisiert wurden von den Islamisten, wie sie aufgetaucht waren. Aber in unseren westlichen Medien wurde nie über die entscheidende Massenbewegung der Islamisten, die sich dann auch schnell mittels Wahlen in Ägypten oder Waffengewalt in Syrien durchsetzen wollten, berichtet.

    Islamismus sind zwei wesentliche Strömungen: Die offen-aggressive, militaristische, putschistisch.militante Variante des Islamischen Staats, der Boko Haram, der Al Shabab, der Al Kaida, der Al Nusra, der Ahrar al Sham, der Jayes el Islam, der Jayesh el Fatah, der Junus al Sham,etc. Die mittels militärischer Machtergreifung und Guerillakrieg die Macht und Territorium erlangen wollen. Islamisten sind für uns auch genauso die evolutionären Islamisten, die sich am Anfang friedlich und evolutionär geben, ihre eigenen Geheimdienst, Milizen, Zivilgesellschaft, karikativen Sozialstaatsorganisationen aufbauen, um dann als breit verankerte Massenpartei demokratisch gewählt zu werden und demokratisch legitimert auch Referenden abhalten zu können, die die Demokratie beseitigen und eine islamistische Diktatur ganz demokratisch herbeizubringen.

    Nun sind die Islamisten und ihre Sympathisanten in der BRD zahlenmäßig nicht imstande einen islamistischen Staat zu errichten: Es gibt nicht genug Muslime. Zumal über die Hälfte der sogenannten Muslime säkular sind, kein Kopftuch tragen, in keine Moschee gehen. Sie sind so religiös wie wir, nämlich feiern ihren Ramadan als Familienfest, wie dies säkulare oder christliche Familien auch tun.

    Aber es gibt eben auch die andere islamistiische Seite der sogenannten Muslime. Es bleibt aber ein millionenstarkes Potential an Erdogantürken zumindestens als immense Pressure-Group und außenpolitische 5.Kolonne der Erdogantürkei in Deutschland, die doch erheblich für Unruhe und Destabilisierung sorgen kann. Zumal auch unklar ist, ob sich nicht auch Teile der Erdogantürken radikalisieren werden. Die Ditib betreibt neuerdings auf Erdogans Anweisung einen Märtyrerkult unter den Jugendlichen. Auch ist die Islamisierung der Erdogantürkei gerade erst in ihrer Anfangsphase und es ist noch nicht ausgemacht ist, wie radikal dieses islamistische Land in Zukunft sein wird.

    Gefällt mir

  46. genova68 schreibt:

    Dauerthema Islam…
    Ich bin islamophil? Quatsch, und das weißt du auch.
    Eigentlich ging es hier um das interessante Thema, sich durch Prognosen Omnipotenz zu verschaffen. Nach fünf Kommentaren sind wie beim Dauerbrenner Islam und Kopftuch. Super.

    Es ist dazu aber schon tausendmal alles gesagt worden, indem man über Leute redete, statt mit ihnen. Mich interessieren da nur noch konkrete Anschauungen, die einem etwas beibringen. Auf einer Metaebene kannst du diese Diskussion nicht führen bzw. nur als Rechthaberei.

    Es ist wie in einem großen Supermarkt, den du betrittst mit dem Auftrag, etwas zu essen zu besorgen. Jeder bedient sich wo er will: Deutsche Küche, Asia, Fleisch, Gemüse, scharf und fad, Süßigkeiten und Trockenobst. Jeder kommt mit völlig unterschiedlichen Nahrungsmitteln raus und jeder hat recht.

    In der taz waren gestern zwei Seiten zum Thema „20 Jahre Kopftuchstreit“. Klar ist das Tragen eines Kopftuchs bei einer jungen Frau schwer verständlich, aber gerade deshalb reizt das Verstehen. Und du kannst das nicht ändern oder verbieten, dann wären wir auf dem Niveau islamischer Staaten, nur umgekehrt. Die Kopftuchträgerin der taz meint: „Ich will zuerst meinem Herrn dienen und dann der Gesellschaft“. Klar denkt man da an Gehirnwäsche und Dummheit. Einem erfundenen Herrn aus dem 6. Jahrhundert dienen mittels Kopftuch. Das ist natürlich alles absurd, aber der Mensch ist nunmal absurd.

    Diese Frau ist auch nur bedingt zum Denken bereit. Kritische Koranstellen? Ignorieren. Antidemokratische Staaten mit Islamvorherrschaft? Damit hat sie nichts zu tun.

    Aber es ist halt uninteressant, bei diesem Urteil stehenzubleiben. Mich interessiert da mehr das Soziologische. Vielleicht, weil ich Aussagen von Menschen sowieso nicht ernst nehme. Jeder bastelt sich seine Welt zurecht bzw. die Verhältnisse basteln ihm die Welt zurecht. So wie bei der oben erwähnten Esskultur. Diese Taz-Frau hat vermutlich schlechte Erfahrungen gemacht und sucht halt im Kopftuch, in der Religion. Man kann sich auch das Denken sparen, wenn man ständig Gebote befolgen muss. Das ist aber kein Alleinstellungsmerkmal des Islam. Aus linker Perspektive geht es um die Verbesserung der Lebensverhältnisse, materiell wie geistig. Ist aber eben schwieriger als sich zu einer Religion zu bekennen oder etwas anderes zu machen. Konsumismus ist auch eine Religion.

    Du wirst mit deinem Globalwissen nicht weiterkommen als immer wieder gegen eine Wand zu rennen. Und ich habe die leise Befürchtung, dass Leute wie du einem Tugendterror nicht ganz abgeneigt sind, weil sie davon ausgehen, die Wahrheit zu kennen. Das ist dann sozusagen auch eine Religion mit absolutem Wahrheitsanspruch. Da kann man in der Tat an die Französische Revolution denken.

    Du hast hier einmal geschriebne, dass du ohne Probleme hundertausende Menschen töten würdest, wenn es der guten Sache diente. Da kann man schon ins Grübeln kommen.

    Gefällt mir

  47. Jakobiner schreibt:

    Wo soll ich das denn geschrieben haben? Ich habe über Drohnen geschrieben und dass im Krieg eben zivile Opfer zwangsläufig sind. Wenn man den Zweck eines Krieges teilt, dann muss man die in Kauf nehmen. Es gibt keine sauberen Kriege. Wer anderes behauptet, der lügt ganz einfach.Aber man muss eben diskutieren, ob solch ein Krieg legitim ist. Dafür habe ich keineswegs einen Blankoscheck ausgestellt, noch bin ich Militarist, sondern Realist, aber eben auch keiner dieser bequemen und opportunistischen Pazifisten, die meinen man könne seine Konflikte mit einem Taliban, der SS oder einem Mao oder Pol Pot mittels einem Margot Käsmannschen Friedenstee und im gepflegten, intelektuellen Dialog der Kulturen und Religionen beilegen.
    Du scheinst ja generell etwas gegen „Globalwissen“zu haben, also Wissen, dass über den Horiziont und die Nischenexistenz eines Berliner Kiezes und einer WG hinausgeht. Das empfinde ich als sehr provinziell und biedermeierisch.

    Gefällt mir

  48. neumondschein schreibt:

    Um mal wieder auf das Thema des Blogs zurückzukommen, ohne dabei das Thema Kopftuch zu verlassen: Hier etwas von alten Bekannten:

    https://bersarin.wordpress.com/2018/07/16/schnueffeln-am-woerthersee-ueber-eine-bedenkliche-tendenz-im-umgang-mit-literatur/#comment-14323

    Uaaah! Untergang des Abendlandes! Die Untermenschen der ganzen Welt fallen ein und schänden die edlen europäischen Werte! Liebe Bürger Europas! Wenn wir nicht ab sofort so brutal und unmenschlich werden, wie wir diese Untermenschen halten – dann wehe – gehen alle menschlichen Werte den Bach hinunter. Denn diese Untermenschen vertreten keine menschlichen Werte, sondern kommen uns zu vernichten!!! Uaaah! Glücklicherweise kommen sogenannte Liberale wie Mariam Lau langsam zur Besinnung. Humitäres Handeln muß sich ihrer Meinung nach europäischer Politik unterordnen, die einzig allein von moralischen Werten getragen ist!

    Das liberale Europa ist vollkommen davon überzeugt, dass die eigenen Wertvorstellungen von Gleichheit, Humanität, Menschenrechten und Feminismus so selbstevident sind, dass sie früher oder später eigentlich jeden Menschen überzeugen müssten.

    wobei Gleichheit, Menschenrechte und Feminismus bedeutet: Kopftuch abmachen aber Kippa drauflassen. Auf so etwas verzichten Moslems gern, aber Zionisten eben nicht. Gerade wir Deutsche müßten an dieser Stelle wegen unserer Geschichte die Fresse halten! Denn Deutsche haben ja 6 Mio. Juden umgebracht und nicht Moslems! Kübra Gümüsay und Mevlüde Genc wären demnach eine größere Gefahr für sogenannte westliche Werte als die Verteidiger des Abendlandes, die Mevlüde Genc‘ Verwandte ermordeten.

    Gefällt mir

  49. genova68 schreibt:

    Bevor ich mir das alles anschaue: Neumondschein, Hand aufs Herz: Woher kommt dein Judentick?

    Gefällt mir

  50. neumondschein schreibt:

    Die anderen haben Judentick! Ich nicht! BAK Shalom einschließlich Sarah Rambatz, die Antideutschen, konkret, JungleWorld, die Evangelikalen, die Gedenkkranzabwerfer und die, die unbedingt Juden sein wollen, weil sie Juden für prinzipiell intelligenter, besser halten, haben Judenticks! Und genova natürlich auch. Aber ich nicht. Leute mit Judentick meinen, daß Israel härter kritisiert wird als alles andere. Ich habe nachgeprüft: Den absoluten Spitzenplatz in der Häufigkeit von Kritik nimmt Nazideutschland ein und nicht Israel. Nazideutschland wird weit häufiger kritisiert als das autoritär regierte Königreich Tonga!

    Gefällt mir

  51. genova68 schreibt:

    lol

    Gefällt mir

  52. Jakobiner schreibt:

    Ich schätze bei Neumondschein handelt es sich um den Typ des tertiären Antisemiten, beleidigter Ntaionalismus, den ein prominentzer Jude mal auf die Formel brachte: „Die Deutschen werden uns Auschwitz nie verzeiehen!“.Der tertiäre Antisemitismus ist der unbewusst beleidigte Deutsche, der den Juden Ausschwitz in seinem kollektiven Unterbewusstsein niemals vergeben hat, nach psychischer Entlastung des moralischen Drucks sucht,aber weiss, dass man mit herkömmlicher Judenschelte wie in Fall des primären und sekundären Antisemitismus nicht sonderlich en vogue ist, sich daher auf den Judenstaat Israel projeziert,und kapriziert den Nahostkonflikt als das Zentrum aller Konflikte im Greater Middle East, als auch wesentlichen Fokus aller weltpolitischen Betrachtungen aufbauscht und seine Resentiments in die Form von Zionismuskritik packt.Und der geradezu akribisch jede israelische Schandtat vermerkt, um dann Nazivergleiche und Alarmismus im Namen der Menschenrechte zu streuen. Da mögen zwar Zehn- und Hunderttausende in muslimischen Staaten wegen IS, Boko Haram, Al Shabab, Taliban,etc. vertrieben und ermordet werden, da mögen auch andere Grosskriege und halbe Völkermorde ala Darfur oder im Sudan toben, aber der Gaza“krieg“mit 1500 Toten bestimmt die weltpolitische Wahrnehmungsagenda dieses Antisemitentypen, der zudem von Israel als „Kindermörder“ fabuliert, weil die Hamas ihre Raketenstellungen in Kindergärten plaziert oder von Gaza als „Open-Air-KZ“ oder von angeblichen „Endlösungsplänen“der Israelis schwadroniert. Auf diese Weise entlastet man sich der sogenannten immer noch als belastend wahrgenommenen“historischen Schuld“der Deutschen, ist also auch Nationalist, auch wenn man sich selbst als aufgeklärt, multikulturell und demokratisch als geläuterter Deutscher versteht, der nun die Welt und in dieser vor allem ausschliesslich Israel nach seinen moralischenMaßstäben bemisst.Moralischer Rigorismus und unterdrückter Nationalismus bilden hier einen siamesischen Zwilling.

    Näheres unter:
    https://www.global-review.info/2015/10/24/ware-ich-antisemit-hatte-ich-was-gegen-juden-uber-den-antisemitismusbegriff/

    Gefällt mir

  53. genova68 schreibt:

    Der Link zu Bersarin:
    neumondschein, wolltest du deinen Kommentar verlinken oder den von El Mocho? Falls du letzteren meinst: So ein Buch ist dummes Zeug. Das ist die übliche ahistorische Leier vom Untergang Europas wegen der Fremden. Ich glaube, solche Bücher und solche Ansichten gibt es, seit es Europa gibt und es gab immer Gründe, sich so zu positionierne, aber das ist eben sinnlos. Geschichte ist Veränderung. Die kann man kritisieren, aber schon von Selbstmord zu reden, ist Pegida-Niveau. Es passt, dass das von Roland Tichy propagiert wird und vom Koppverlag auch.

    Gefällt mir

  54. neumondschein schreibt:

    um elMocho Schandwerk ging es mir!

    Gefällt mir

  55. genova68 schreibt:

    My thoughts exactly: Kommentar in der taz zum Antisemitismus:

    „Wer sich so wie ich regelmäßig zu Themen wie dem Holocaust, dem Judenhass und der israelischen Gesellschaft äußert, für den ist die Erkenntnis über den Judenhass im Internet alles andere als überraschend. Denn schreibe ich über eine 105-jährige Überlebende der Schoah – heraus kommt garantiert eine Leserdebatte über die Unterdrückung der Palästinenser….

    Wie wäre es, lieber „Israelkritiker“, wenn Sie Ihr Engagement einmal einem anderen Objekt zuwenden würden, zum Beispiel den Uiguren in China oder Journalisten in Russland? Oder wenn Sie, auf gut Deutsch gesagt, einfach mal die Fresse hielten? Aber nein, Sie sind gewiss kein Antisemit. Nur ein Israelkritiker.

    http://taz.de/Kommentar-Studie-zum-Judenhass/!5518132/

    Der erste Kommentar unter dem Kommentar ist unfreiwillig komisch: Für den Antisemitismus sind demnach die Juden verantwortlich.

    Antisemitismus ist für alle Blöden dieser Welt ein Angebot, dem man nicht widerstehen kann. Eine über zweitausend Jahre perfekt ausgearbeitete Folie für Leute, die sich unwohl fühlen und zugleich denkfaul sind. Das perfekte Feindbild ist dann der Jude, der mittlerweile Zionist genannt wird. Dem kann man offenbar kaum widerstehen.

    Gefällt mir

  56. neumondschein schreibt:

    aber der Gaza“krieg“mit 1500 Toten bestimmt die weltpolitische Wahrnehmungsagenda dieses Antisemitentypen, der zudem von Israel als „Kindermörder“ fabuliert

    Nassim Nicholas Taleb, der Bestsellerautor erfand neulich eine neue Vokabel: Pädophrastie. Das ist etwas, was alle gerne tun: Erdogan, der Westen, Israel zuallererst. Zuweilen bedienen sie sich Propagandamaterial, das von der palästinensischen Propaganda stammt:

    https://t.co/HOf8FXqVXc

    Dieser Herr hat ja bekanntlich Wurzeln in die Levante, aber die Heimat seiner Vorfahren verfügt über kein Existenzrecht und deren Bewohner kein Recht auf Heimat, weshalb einige von ihnen hier in Europa als Flüchtlinge, Migranten, Staatenlose aufschlagen.

    Wie wäre es, lieber „Israelkritiker“, wenn Sie Ihr Engagement einmal einem anderen Objekt zuwenden würden, zum Beispiel den Uiguren in China oder Journalisten in Russland? Oder wenn Sie, auf gut Deutsch gesagt, einfach mal die Fresse hielten? Aber nein, Sie sind gewiss kein Antisemit. Nur ein Israelkritiker.

    Die paar Fälle, die es in Rußland gab, standen mit Ereignissen in Zusammenhang, deren Akteure ideologisch nicht weit von Hamas abstehen. Für die Uiguren gilt dasselbe. Die Hamas könnte man dagegen fast eine friedliebende Partei nennen. Israelis sind ja durch sie fast nie zu Schaden gekommen. Da ist eine Opferbilanz von 1500 Toten doch weitaus bemerkenswerter als die Toten während eines Krieges, des Tschetschenienkrieges zum Beispiel oder die Kriege gegen Syrien und Jemen, der mit vom Westen ausgebildeten und bezahlten Söldnern geführt wird, ohne daß diese beiden Staaten irgendein Land der Welt angegriffen hätte.

    Gefällt mir

  57. Jakobiner schreibt:

    „Die Hamas könnte man dagegen fast eine friedliebende Partei nennen. Israelis sind ja durch sie fast nie zu Schaden gekommen. Da ist eine Opferbilanz von 1500 Toten doch weitaus bemerkenswerter als die Toten während eines Krieges, des Tschetschenienkrieges zum Beispiel oder die Kriege gegen Syrien.“ Wohlgemerkt sind beim Tescheteschnienklrieg mehrere Hunderttausende getötet worden und wurde Grosny zweimal dem Erdboden gleichgemacht, wie in Syrien ca. 1/2 Millionen Tote zu verzeichnen sind und über 12 Millionen Flüchtlinge. Und wenn man die Opferbilanz des Gazakrieges sieht nimmt sich dies dagegen marginal aus, zumal die Opferbilanz wesentlich höher wäre, wenn die Hamas so könnte, wie sie wollte, nämlich Israel und die Juden ins Meer treiben, um diesen Euphemismus zu zitieren. Was soll also diese Verharmlosung, zumal Iran vbersucht die Hamas, die Hisbiollah mit tödlicheren Waffen auszurüsten und zumal der Iran versucht in Syrien mit seinen Revolutionsgarden eine dritte Front gegen Israel zu etablieren.. Bedebklicher finde ich jetzt das neue Nationalitätsgesetz Israels, dass auf eine Diskriminierung der arabischen Juden herausläuft und zumal den Siedlungsbau als nationale Pflicht erklärt.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.