Architektur und Dogma 9 (3) – Rossi und der Rationalismus

(Wir kommen nun zum dritten Teil unserer beliebten Familienserie über Aldo Rossi. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wird der letzte Teil so um das Jahr 2050 herum publiziert werden. Teil 1 gibt es hier, Teil 2 hier.)

Aldo Rossi bezog sich interessanterweise explizit auf die Dialektik der Aufklärung von Benjamin und Adorno. Er stimmte der Diagnose zu, wonach der unbedingte Vorrang der Vernunft diese ad absurdum führt, sie zur Zweckrationalität verkommen lässt und – so denkt Rossi weiter – in der Architektur einem egalisierenden Formalismus den Weg bahnt.

Das ist sicher richtig. Das Problem dabei ist, dass Adorno nicht von Architektur redet, bestenfalls von Kunst, deren – und nun folgt der entscheidende Begriff: – Autonomie kapitalistischen und anderen Verwertungsmechnanismen geopfert wird. Da Rossi sich als Künstler sah, bemerkte er das Problem nicht.

Es ist merkwürdig, dass sich Rossi kaum oder überhaupt nicht mit Kapitalismus oder generell mit Ökonomie im Bauen beschäftigte. Doch Finanzierungsmodelle und die Interessen dahinter sind essenziell für das Gebaute. Sein Verhältnis zur Gesellschaft war, sagen wir: diffus und vermischt mit seinem Anspruch ans Monumentale, an die Selbstdarstellung via Architektur, an den Willen, Bedeutendes zu schaffen. Vielleicht könnte man es Egozentrik nennen, die wohl verbreitetste Krankheit unter Architekten.

Es mutet seltsam an, wie man sagt, wenn Rossi Architektur und Kunst gleichsetzte und mit Adorno für beide Kategorien den Anspruch formulierte, der Autonomie zuzustreben. Man könnte dem zustimmen, wenn man aus dem Gefüge des Bauwirtschaftsfunktionalismus ausbrechen will, wenn man gesellschaftlichen Zwängen widerstehen will, etwa in Form der Investorenarchitektur, die ausschließlich in ökonomischen Verwertungskriterien denkt, Grundrisse entsprechend plant, Fassaden nach schneller Konsumierbarkeit entwirft, Moden willfährig folgt und so weiter – die Verwertung absolut setzt.

Aber Architektur ist eben keine Kunst, sie hat höchstens einen künstlerischen Teilanspruch, der sich dann mit den funktionalen Anforderungen der Architektur vertragen muss. Vielleicht kann man das als eine Sonderform der Kunst betrachten, beladen mit Implikationen. Architektur muss möglichst gut nutzbar sein.

Das schon erwähnte Buch von Carsten Ruhl über das Bildhafte in Rossis Architektur macht das Dilemma deutlich: Architektur ist für Rossi in erster Linie Bild, Fassade, Eindruck, und so gesehen kann man Architektur sicher ein ganzes Stück weit als Kunst betrachten. Architektur ist allerdings mehr und wesentlich etwas ganz anderes. Das, was gute Architektur auf der Höhe der Zeit ausmacht, ist ja gerade die Ablenkung der Aufmerksamkeit weg von der Fassade, hin zu inneren Werten. Oder anders ausgedrückt: Die Fassade wird vom Innern, von den funktionalen Notwendigkeiten bestimmt – was in den seltensten Fällen zu einer Lochrasterfassade führt. Es überrascht nicht, dass Rossi das nicht interessierte. Das Innere sieht kaum jemand, woher soll da der Ruhm kommen?

Verwechselt man Architektur mit Kunst, sieht man die realen ökonomischen Beziehungen nicht, quasi die Grundlagen des Gebauten. Dann braucht man sich nicht positiv auf die Dialektik der Aufklärung beziehen.

Davon ab: Rossis thematische Schwerpunkte sind Typologie und Monumentalität. Darin steckt offenbar die Geschichte, über die man Entfremdung – verwendet man im Zusammenhang der Dialektik der Aufklärung diesen Begriff – verhindern könne. Mir ist rätselhaft, wie.

Noch problematischer ist der Begriff der Autonomie in Bezug auf Architektur. Nichts kann ferner liegen, als beim Reden über Architektur überhaupt auf den Begriff der Autonomie zu kommen. Man könnte noch, wie oben schon gemacht, verständnisvoll argumentieren, dass man sich von kapitalistischen Zwängen freimachen wolle, wenn man eine autonome Architektur fordert. Doch das ähnelt dem Kind, das sich die Augen zuhält, um unsichtbar zu sein. Architektur ist nicht autonom, weder ökonomisch noch formal noch gesellschaftlich und Architektur soll das auch nicht sein. Keine Wand ohne Reglement und ohne den Bezug auf die späteren Nutzer. Selbst wenn der Architekt den Nutzer ignoriert, wird er da sein. Vielleicht ist es der Vorteil von Egozentrikern wie Rossi, dass sie immer die ersten sind. In dem Moment, in dem der Bewohner einzieht, macht sich der Architekt aus dem Staub und faselt von Autonomie.

Selbst und gerade als kritischer Architekt muss ich die Verhältnisse sehen, um mit ihnen umzugehen.

Nun gibt es den Einwand, dass der Architekt beim Entwurf autonom sein müsse, um ökonomischen Zumutungen zu widerstehen. Doch das würde ihn in die Rolle Gottes, des Allwissenden setzen.

Autonomie von Kunst im Sinne, „den Dienst zu quittieren“, wie Adorno schrieb, als den Dienst an den positivistischen Erwartungen der Gesellschaft, ist das eine. Autonomie für den Architekten zu fordern, führt in die gegensätzliche Richtung und das erst Recht vor dem damaligen zeitgenössischen Hintergrund: Im Zuge von ´68 hatte sich der Begriff des partizipatorischen Bauens etabliert, das den Architekten als Gott relativierte, ihn zwang, zuzuhören, ihm zumutete, mit Halbwissenden zu reden. Strukturalistische Architektur war die Folge. Rossi stellte sich dem mit seinem Autonomiegeplapper entgegen. Folgerichtig schrieb Rossi in dem Katalog zur Mailänder Triennale 1973,

„… dass die Architektur als autonomes Faktum der Technik und der Kultur nur durch ein großes Werk der Neugründung den augenblicklichen Zustand der Krise beenden kann.“

Man könnte das einerseits für den O-Ton von Mussolini halten, andererseits zum wiederholten Mal einfach für Gequake. „Architektur als autonomes Faktum der Kultur“, was in aller Welt soll das sein? Solche Sätze sagen banale Leute, die sich zu Hohem berufen fühlen. Partizipation jedenfalls musste einem Rossi als Teufelswerk erscheinen, wo ER doch alleinig Bescheid wusste. Architektur als Autonomie, als absolute Manifestation der absoluten Form, erkannt, historisch legitimiert und realisiert von einem superman.

Man könnte die Forderung nach autonomer Architektur in dem Sinne positiv betrachten, dass dadurch „Großes“ entstehen kann, jenseits demokratischer Mittelmäßigkeit. Das Schöne an der Diktatur. Das wäre einen eigenen Beitrag wert.

Im nächsten Teil schauen wir uns Rossis Wohnkomplex in Mailand-Gallaratese an. Soviel vorweg: Der Begriff von autonomer Architektur wird dort unheilvoll anschaulich.

(Foto: genova 2013)

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Historismus: Tiefststand zwischen 1870 und 1900

Der Kunsthistoriker Heinrich Lützeler im Jahr 1969 über den Historismus in der Architektur:

„Menschliche Schäbigkeit aber wagt es schließlich, selbst noch die Fassade von Mietskasernen mit dem billigen Zauber vergangener Ornamente zu verhängen; man will sich der furchtbaren Wirklichkeit nicht stellen und tut so, als ob man noch in einer Epoche der humanen Bildung und sicheren Gesittung lebe.

Uns den Mitlebenden, drängen sich solche widrigen Züge der Architektur täglich in die Augen, und wir neigen dazu, nach ihnen die Bauleistung des ganzen 19. Jahrhunderts zu beurteilen … Gleichwohl ist nicht das gesamte Bauschaffen des 19. Jahrhunderts historisch ohnmächtig und verlogen. Die Entartung dauert nur einige Jahrzehnte, mit dem qualitativen Tiefstand des Bauens etwa zwischen 1870 und 1900.“ (in: Europäische Baukunst im Überblick. Architektur und Gesellschaft, Freiburg 1969)

Ein Text aus einer fernen Zeit. Lützeler stellte noch einen direkten Zusammenhang zwischen Schein und Sein her. Er versucht sogar, die Architektur des 19. Jahrhunderts zu retten, indem er zwischen Klassiszismus und Historismus unterscheidet und sagt: Nur der Hardcore-Historismus war übel. Erfrischend zu lesen.

Das, was heute den Tauschwert einer jeden Mietskaserne schwindelerregend, wie man sagt, nach oben treibt, nämlich das Ornament an der Fassade, war für Lützeler nur billiger Zauber und verlogen: ein qualitativer Tiefstand der Architektur. (Interessanterweise sprach Lützeler, von den Nazis mit einem Berufs- und Schreibverbot belegt, noch von Entartung.)

Historismus: Vor 50 Jahren ein no go, ist es heute genau die Architekturepoche, die man schätzt. In den 60er kloppte man massenhaft den Stuck von den Fassaden, gab dafür eine Menge Geld aus. Es hatte seine Gründe, und es waren keine schlechten. Man kann den Mietskasernen natürlich Verlogenheit vorwerfen: vorne eine großbürgerliche Fassade mit schöner Beletage, dahinter die engen Höfe, die kleinen Eingänge, ohne Schmuck, enge Grundrisse, keine Balkons, dafür Lärm und Dreck. Kapitalistisches Bauen auf Kosten der Bewohner. (Dieser Satz stellt ein schönes Beispiel eines Pleonasmus dar.)

Dass in den Altbauvierteln in Kreuzberg eine funktionierende Mietskasernenwohnung nur noch ab 4.000 Euro den Quadratmeter zu haben ist, dürfte nicht nur Herrn Lützeler erstaunen, lebte er noch. Die gute alte Zeit: Wird sie aktiviert, sagt das vor allem etwas über die Gegenwart aus. In diesem Fall naturgemäß nichts Gutes. Dazu kommt ein handfestes soziales Argument: Altbauten können kostendeckend für drei Euro den Quadratmeter bewohnt werden. Bemächtigt sich das Kapital dieser Häuser, wird nicht nur der Fetischisierung eines Gebrauchsgegenstandes Vorschub geleistet, sondern dieser Gebrauchsgegenstand wird als solcher vernichtet. Die Geschichtsklitterung ist also nicht nur eine sentimentale, sondern eine asoziale.

Die Goutierung historistischer Architektur heute läuft analog zur FPÖ-Wahl in Österreich und ähnlichen Phänomenen. Die Gegenwart verspricht keine gute Zukunft, also zurück in die Vergangenheit.

 

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Von der Komplexität und ihren Zumutungen

Anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Carolin Emcke fragte Steffen Martus vor dem Hintergrund des wachsenden Rechtsradikalismus in der Berliner Zeitung (21.10.16) nach den Gründen der Faszination des Hasses, nach seiner Verführungskraft. Was ist das?

„Jener Genuss, für einen Augenblick nicht mehr zweifeln zu müssen? Die Lust daran, die Komplexität der Welt zu ignorieren? Sich nicht mehr im ´sowohl als auch` zu bewegen, sondern sich dem ´entweder oder` hinzugeben? Jene Zumutung einfach abzuweisen, dass wir als mündige Subjekte, die wir sein sollen, uns zugleich immer schon in unüberschaubare Verhältnisse verwickelt sehen müssen?“

Es ist der Aufluss der neoliberalen Ideologie, die Herrn Martus das schreiben lässt. Ich beglückwünsche diese „Entweder-oder-Denker“. Dafür, dass sie sich von diesem pseudokomplexen Denken emanzipieren – wenn auch in die falsche Richtung. Die sagen einfach: „Nö, wir haben keinen Bock“, und das ist erst einmal grundvernünftig.

Die neoliberale Ideologie trichtert uns seit 30 Jahren ein, dass es keine Alternativen gibt, dass man alle Zumutungen hinnehmen müsse, dass der Lauf der Dinge dem Naturrecht ähnelt, gegen das man sich vernünftigerweise nicht auflehnen könne. Wenn es regnet, dann regnet es, ob einem das passt oder nicht. Die komplette Verweigerung gegen dieses Denken ist erst einmal völlig richtig und vielleicht sogar die einzige Möglichkeit des Widerstands.

Es ist ja exakt diese neoliberale Ideologie, die für Rechtsradikalismus, für Hass verant-wortlich ist und vermutlich hat auch der Herr Martus seinen Anteil daran. Es wird uns seit 30 Jahren gelehrt, dass wir einerseits im Naturrecht leben, worunter auch sowas wie Mietsteigerungen fallen, dass wir aber andererseits ganz selbstverant-wortliche mündige Subjekte sein müssen, die sich in den unüberschaubaren Verhältnissen zurechtfinden müssen. Die Welt wird vereinfacht, indem sie dem totalen Gesetz des Marktes, wie man sagt, unterworfen wird. Im Klartext: Es herrscht das Recht des Stärkeren. Es ist die totale Entkomplex-ierung, die den Hass gebiert, den die bürger-lichen Journalisten dann beklagen. Die Komplexität existiert aber weiterhin, sie wird dem Individuum aufgedrückt. Die Propaganda nennt das euphemistisch Selbstverantwortung oder Selbstverwirk-lichung oder Chancengleichheit. Es ist in Wahrheit eher so, dass dem Subjekt erzählt wird, es sei verantwortlich für die Verwertung des Werts. Daran habe sich seine individuelle Entwicklung auszurichten. Das Subjekt habe sich gefälligst dem neoliberal definierten Naturrecht anzupassen. Tut es das nicht, wird ihm mangelndes Komplexitätsbewusstsein vorgeworfen.

Wer wegen Mietsteigerungen aufgrund von Spekulation aus der Wohnung fliegt, muss mündig darüber entscheiden, unter welcher Brücke er künftig schläft. Exakt das ist die Lehre des Neoliberalismus. Menschen treten unablässig und immer schärfer miteinander in Konkurrenz, ohne jeden objektiven Grund, abgesehen von dem der Profitmaximierung des Kapitals. Es regnet.

Kürzlich meinte ein Soziologe (Name vergessen), der progressiv daherkam und die AfD kritisierte, in einer TV-Talkshow: „Wir können das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen: Globalisierung, Migration, Unüberschaubarkeit, so ist das nun mal.“ Solche Leute sind Wasser auf die Mühlen der AfD und sie offenbaren das ganze Dilemma. Die Alternativlosigkeit wird uns von diesen Menschenverachtern beigebracht, und das ist schlichtweg eine modernisierte Form des Rechtsradikalismus. Bei den einen taugt der Mensch nur etwas, wenn er das richtige Blut in den Adern hat, bei den anderen nur dann, wenn er sich erfolgreich vermarkten lässt. Fallen diese Kriterien weg, ist er nutz- und wertlos.

Vermutlich hat dieser TV-Soziologe nicht einmal begriffen, was er plappert. Er ist neoliberal sozialisiert und kann nicht anders. Natürlich können wir Migration, Globalisierung und sonstwas infrage stellen, wenn man das will. Das ist eine Selbstverständlichkeit.

Man kann alles infrage stellen, außer dem Regen. Dass man nichts mehr infrage stellen kann, ist die wichtigste Botschaft von Neoliberalen und Rechtsradikalen: einerseits wegen der Unbedingtheit der Verwertung, die man Markt nennt, andererseits wegen der Unbedingtheit von Merkmalen wie Hautfarbe, Gene, Blut, Sexualität, Religion. Kein neoliberalisierter Kapitalismus ohne die Kehrseite.

Skurrilerweise treffen sich in der AfD die Menschenverachter beider Seiten: Naziaffine wie Höcke und Neolibertäre wie Weidel und Pretzell. Eigentlich logisch, dass die zusammen können.

Die Kritik an solchen Verhältnissen kann nicht die sein, dass man den Leuten predigt, sie sollen gefälligst unüberschaubare Verhältnisse akzeptieren. Sie kann nur eine aufgeklärte sein, die den Neoliberalen dieser Welt ihr antiaufklärerisches Wirken vorhält. Neoliberale von Pretzell bis Merkel sind Sozialdarwinisten, bei denen einem Kant das Kotzen gekommen wäre. Es kann nur darum gehen, Rechtsradikale und Neoliberale gleichermaßen zu kritisieren. Ob ein Höcke Schwarze mit Insekten gleichsetzt oder ein Jens Spahn mehr private Altersvorsorge anmahnt, ist untrennbar miteinander verbunden. Das aufzuzeigen, wäre Aufklärung heute.

Dem rechten Fußvolk zu erzählen, sie hätten die Komplexität der Welt nur nicht begriffen und müssten sich nun ihren Hass analysieren lassen, zeigt bestenfalls die Unfähigkeit der Belehrer. Die erzählen uns seit den besagten 30 Jahren, dass diese Komplexität ein Naturgesetz ist.

Es ist die Barbarei, die hinter solchem Denken steckt. Neoliberal und rechtsradikal: Es ist eine Medaille.

(Foto: genova 2015)

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Sie sehen eine weitere Folge aus der Serie…

„Alte Männer verstehen die Welt nicht mehr“:

img_3781(Foto: genova 2016)

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Jebsen legt nach

Jebsen hat so eine Art Entschuldigungsvideo zum kürzlich hier thematisierten nachgeschoben:

Zur ersten Viertelstunde (länger will man sowas nicht gucken):

Er spricht nun langsamer, leiser, will reflektiert rüberkommen, aber mit genau demselben demagogischen Talent. Aus jedem Satz spricht völlig Uninformiertheit, fehlende Bereitschaft zum Nachdenken, aber vor allem massiver Narzissmus. Damit verbunden vermutlich ein Schrei nach Liebe, nach Anerkennung, die ihm versagt bleibt. Oder vielleicht besser: Er sieht die Anerkennung nicht oder sie reicht ihm nicht.

Strukturell würde ich mir einen aktualisierten Diktatoren genau so vorstellen: Mal laut, mal leise, scheinbar einfühlsam, beleidigend, scheinbar etwas zu sagen zu haben, schick angezogen, penetrant Mehrheitsmeinungen suchend, Instrumentalisierung von Armen, Feindbildbestimmung (mal Medien, mal Juden, mal Kapitalisten, mal Linke, mal dies, mal jenes), für die 99 Prozent sprechend, 100 Prozent engagiert, 120 Prozent involviert. Mit einem extremen Ego eine Masse formen, die man im Griff hat. Dazu haufenweise dummes, unlogisches Zeug. Inhaltlich leer, ständige Verwechslung von Ebenen. „Die linken Gazetten“ sollen endlich was machen. Aha. Die Einteilung in links und rechts ist laut Jebsen quatsch, aber laut Jebsen ist Jebsen „ultralinks“. Aha. Und so weiter.

Jebsen hat es in den vergangenen Jahren geschafft, seine Versatzstücke immer wieder aneinanderzureihen und daraus etwas zu konstruieren, was Wähler von AfD oder Trump via Rückenmark für zusammenhängend halten. Unterhält man sich heute mit Neoliberalen bzw. Rechten, bekommt man genau diese absurde Suppe aus inkohärenten Argumenten. Das interessanteste, was wir im Video erfahren: Jebsen hat zwei Jahre Schauspielunterricht genossen. Das glaubt man sofort. Schade, dass er keiner geworden ist.

Leute wie Jebsen sind ja für den Frieden. Man spürt natürlich, dass solchen Leuten der Frieden genauso egal ist wie die Armen. Friedenswille kommt gut, es macht einen scheinbar unangreifbar. Es macht den Apostel um so widerwärtiger.

Formal ist Jebsen auf der Höhe und er hat da ein bemerkenswertes Niveau erreicht, keine Frage. So wie jeder Verführer muss er die Fassade perfektionieren. Er sitzt in dem Video in einem leeren großen Saal eines 60er-Jahre-Gebäudes, teilweise in Denkerpose, er ringt mit sich, schöne Inszenierung. Der moderne König sitzt nicht auf dem Thron, sondern auf Thonet. Wo ein Höcke für weite Teile der Rezipienten zu aufgesetzt, zu kitschig, zu dröhnend wirkt, ist Jebsen formal wie auch vom wording her attraktiver. Höcke hat seinen Schauspielunterricht bestenfalls im Ohnsorg-Theater genossen.

Jebsen Spezialität ist es ja, durch schnelles Reden die Rezipienten in einen flow zu kriegen, die Bereitschaft zu erzeugen, alles zu glauben, mitzugehen, weil man in diesem flow keinerlei kritische Distanz wahren kann. Alleine der Einsatz eines solchen Stilmittels verrät den Demagogen. Jebsen spricht hier langsamer, aber eigentlich nur unwesentlich. Es sind ein paar gesetzte Pausen, das war´s. Dazu das dämmrige Licht. Keine Demagoge ohne das Augenmerk auf all die Details.

Dieses Entschuldigungsvideo ist natürlich keins, sondern er legt nach. Auch eine übliche Strategie.

Ein Jebsen ist, wie hier sicher schon einmal bemerkt, psychologisch interessant. Ausschließlich. Ein Fachurteil über den würde mich interessieren. Ich habe den Eindruck, dass er von dem, was man links nennt, unbedingt Lob haben will. Wie ein renitentes Kind benimmt er sich aber ständig daneben, wird dann kritisiert und ist beleidigt. Er braucht einen Thron – ob Thonet oder Biedermeier ist nur situationsabhängig -, sonst ist sein Ego unterbeschäftigt. Insofern ist er der natürliche Rechte. Der Arme. Vermutlich geht es im Grunde ganz banal nur um Macht.

Ein Fachurteil über seine Fans wäre auch interessant.

Wie dumm muss man sein?

(Foto: genova 2016)

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Sozialismus und Majestätsbeleidigung

Dieser Bernie Sanders scheint in der Tat ein ganz vernünftiger Mann zu sein. Alleine seine authentisch linke Biographie macht ihn heutzutage zu etwas Besonderem: Gegen den Vietnamkrieg, gegen den Irakkrieg, eine Weile im Kibbuz und vieles mehr.

Seine angekündigte Untterstützung von Trump in bestimmten Bereichen ist strategisch nicht unklug:

Zugleich ist Sanders bereit, mit Trump zusammenzuarbeiten, wenn dieser den 43 Millionen Armen in den USA oder der Mittelschicht hilft. Wenn Trump also hunderte Milliarden in den Bau von Brücken, Straßen und Flughäfen steckt oder durchsetzt, dass Frauen sechs Wochen bezahlten Mutterschutz kriegen („das ist nicht genug, aber ein Anfang“), dann wird er ebenso wie die linke Senatorin Elizabeth Warren Trump unterstützen.

Es wird Trump nicht zupass kommen, dass er an linke Wahlversprechen erinnert wird. Und kaum zu glauben:

„In der Debatte, die die Partei gerade führt, geht es um etwas Grundsätzliches: Auf welcher Seite steht ihr? Kann man wirklich Millionen von Wall-Street-Banken und mächtigen Lobbyisten annehmen und die Amerikaner überzeugen, für die Anliegen der Arbeiter und der Mittelschicht zu kämpfen?“, ruft Sanders. Für ihn ist klar: Die Demokraten sollen auf die Spenden aus Industrie und dem Silicon Valley verzichten – und „den Kampf gegen die Oligarchen, die Banken, die Versicherungskonzerne und corporate media“ annehmen. Dies sei der fundamentale Unterschied zwischen ihm und den Clintons, betont Sanders.

In Deutschland würde Sanders vermutlich die Linkspartei gründen, in den USA versucht er, die Demokraten umzukrempeln. Eine Menge junger Leute scheinen hinter ihm zu stehen. Er will einen „democratic socialism“. Es gibt eine USA jenseits des seit 30 Jahre gültigen Klischees.

Man kann als Linker eine gewisse Schadenfreude über das Scheitern von Frau Clinton natürlich nicht verhehlen. Es scheint eine ähnliche Entwicklung wie in der SPD und bei den meisten anderen sozialdemokratischen Parteien in Europa: Die Sozialdemokratie hat sich neoliberalisiert, sie ist korrumpiert, sie ist faktische eine rechte Gehilfin des Kapitals geworden, wie das die Bürgerlichen, die Rechten, die Konservativen niemals geschafft hätten. Schröder, Steinbrück, Clement, Steinmeier und andere stehen namentlich für diesen Betrug. Hätte diese Partei noch einen Funken Anstand oder Klassen- oder wenigstens Schichtenbewusstsein, sie hätte die genannten und viele mehr schon längst aus der Partei ausgeschlossen. Stattdessen schließen linke Kerngedanken die Genannten aus.

239Die Amis (und nun auch die Franzosen) haben uns voraus, dass sie den Präsidentschaftskandidaten kämpferisch bestimmen. In Deutschland fragen die Medien monatelang bange, ob SIE es nochmal machen wird. Dann verkündet SIE ihre Entscheidung und prompt wirft die wichtigste Talkshow des Landes ihr Grundprinzip über den Haufen und lässt SIE eine halbe Stunde lang alleine auf Boulevardniveau plappern. Keine einzige inhaltliche Bemerkung. SIE hat lange mit sich gerungen, erfahren wir.

SIE muss zwar noch von einem CDU-Parteitag gewählt werden. Das findet aber keine Erwähnung mehr, das Stimmvieh wird das schon machen. Eine Wahl mit einer einzigen Bewerberin ist die klassische Variante einer Diktatur. Stört in Deutschland nur Leute am Rande. Die SPD machte es 2013 mit Steinbrück genauso. Sie wird es für 2017 wiederholen. Hinterzimmer sind eine praktische Einrichtung.

Wir sind eine Monarchie. Wir haben eine Königin. Eine Königin, die seit ihrer Inthronisierung 2005 keine einzige kritische Frage beantworten musste, schon gar nicht von Journalisten, kein einziges Streitgespräch führen und allen Ernstes in elf Jahren keinen einzigen sinnvollen Satz gesagt hat. „Wir schaffen das“ und die vereinte Elite plappert monatelang darüber, was sie damit wohl gemeint haben könnte. Jedes Schulkind kommt auf ein rhetorisch höheres Niveau.

Ein einziges 45-minütiges Streitgespräch mit jemandem wie Lafontaine über Wirtschaftspolitik, und diese Tante wäre am Ende. Genau deshalb wird es nie stattfinden. SIE, das ist mittlerweile vergessen, war um das Jahr 2003 herum noch eine knallharte Neoliberale: Kopfsteuer, Bundeswehr in den Irak, totale Privatisierung: Gegen SIE wirkt die FDP heute fast sozialistisch. Dennoch kommt SIE damit durch: SIE verkündet ihre Kandidatur und niemand fragt, was sie eigentlich politisch vorhat. Stattdessen: Die letzte Verteidigerin westlicher Werte. So wie im Irak, vermutlich. Es ist wohl Teil des Prinzips: Wenn SIE an der Macht ist, zählt nur das Postfaktische. Bitte alles, nur keine Politik. Das mögen die Leute nicht so.

Phänomenal: Anne Will fragt nach politischen Inhalten, es kommt eine halbe Stunde lang keine einzige Antwort. Egal. Das liegt vielleicht daran, dass SIE selbst keine Ahnung hat, was man so machen könnte. Mal sehen, was die pressure groups wollen. Was treibt so eine Gestalt an? Wäre IHR sonst langweilig? Ich würde das gerne verstehen.

Lügenpresse trifft es nicht, es ist eine in weiten Teilen obrigkeitsaffine Presse, die unter allen Umständen die Königin auf dem Thron halten will.

Bemerkenswert, dass diese Presse Herrn Steinmeier gerade zum neuen Helden hochschreibt. Einer von uns wird Bundespräsident, hurra. Vor fünf Jahren waren diese Kameraden von Gauck begeistert. Eine Pappfigur, gegen dessen intellektuelles Niveau SIE geradezu Denkerin genannt werden könnte. Gewählt von einer Gruppe, die sich Bundesversammlung nennt und wo nur der wählen darf, der von den Herrschenden vorher als zuverlässig eingestuft wird. Es hat etwas vom ZK der DDR. Und es ist natürlich ein weiteres Tor für die AfD, die die Direktwahl des Bundespräsidenten fordert.

Man hat wirklich das Gefühl, dass das Establishment der vergangenen 20 Jahre eine verlogene, kapitalhörige Truppe ist, egal, welche Partei. Sie hat, biblisch gesprochen, so viel Schuld auf sich geladen, dass man sich da keine Hoffnung mehr zu machen braucht. Hoffen wir, dass niemand eine Arche Noah aufsetzt. Der Slogan, wonach Merkel weg müsse, ist ja ein vernünftiger, zu unterstützender. Dumm nur, dass er von Nazis gebrüllt wird.

Sanders, um auf ihn zurückzukommen: Er spricht Selbstverständliches aus, und man merkt, wie selten das geworden ist. Dass Parteien keine Spenden annehmen dürfen, weil sie dann zwangsläufig korrupt sind: ja, natürlich, was denn sonst?

Wichtig wäre, dass Sanders oder überhaupt die Linke sich klar gegen Rassismus, Sexismus und diesen ganzen Trutherblödsinn abgrenzt. Wenn es offenbar so ist, dass eine Menge jetziger Trump-Wähler auch Sanders gewählt hätten, dann muss sich auch Sanders Fehler ankreiden lassen. Es sollte rote Linien geben. Gerade für Rote.

 

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Daniel Libeskind und das „radikale Umdenken“ in Berlin

Der Architekt Daniel Libeskind fordert im Spiegel ein „radikales Umdenken“ im Wohnungsbau. Seine Sorge: Das Wohnen wird – auch in Berlin – unbezalbar. Im Interview ist er deutlich:

Libeskind: Ich bin gegen den Markt! Der Markt hat die Städte ruiniert. Er vertreibt willkürlich die Menschen aus der Stadt, die in der Stadt arbeiten, der Stadt dienen, sich die Stadt aber nicht mehr leisten können. Der Markt entrechtet die Bürger, die eigentlich in der Mitte der städtischen Gesellschaft stehen, die arbeitende Bevölkerung. Soziale Gerechtigkeit und Gleichheit sind nicht nur intellektuelle Ideen, sie müssen sich in der Art und Weise niederschlagen, wie Städte Bautätigkeit planen.

SPIEGEL ONLINE: Gibt es Städte, die in den vergangenen Jahrzehnten ihren Charakter verändert haben?

Libeskind: Schauen Sie sich London an. Sie werden dort keine einzige Person mehr finden, die in der Innenstadt arbeitet und auch in der Innenstadt wohnt. Dort gibt es fast nur noch Oligarchen. New York wird immer mehr so. Die Menschen ziehen nach Brooklyn, Queens, New Jersey, um bezahlbaren Wohnraum zu finden. Wer kann sich Paris noch leisten? Niemand. Es ist eine Museumsstadt geworden.

Das ist alles sehr richtig analysiert. Der Haken bei der Sache: Libeskind macht bei der Gentrifzierung in Berlin aktiv mit und verdient vermutlich ziemlich gut daran. Sein jüngstes Projekt heißt Sapphire, ein dekonstruktivistischer Luxuswohnungsbau (Quadratmeterpreis bis 15.000 Euro) direkt gegenüber der neuen, milliardenteuren Zentrale des BND in Berlin-Mitte. Libeskind sorgt mit dem Bau für eine massive Gentrifizierung des kompletten Viertels – alleine schon wegen seines guten Namens.

Zu seinem Sapphire-Projekt sagt Libeskind:

„Es zählt seine Ganzheitlichkeit: das Licht des Saphirs und seine Weichheit zugleich. Aber ein Saphir ist auch rau, er ist hart, er ist beständig, er ist schroff, er ist in seiner Materialität widerstandsfähig. All das sind auch die Charakteristika der Berliner und von Berlin selbst“

Die Berliner sind zu schätzungsweise 95 Prozent finanziell nicht in der Lage, den Sapphir, der so gut zu ihnen passt, zu beziehen. Dazu kommt, dass Libeskind sein Gebäude von dem neoliberalen Stadtzerstörer Nikolaus Ziegert und seiner „Immobilienconsulting“ vermarkten lässt. Über Ziegerts Wirken wurde in diesem Blog schon hier , hier und hier berichtet. Libeskind redet von sozialer Gerechtigkeit und Gleichheit und kooperiert allen Ernstes mit Ziegert. So etwas nennt man wohl Heuchelei.

Vielleicht könnte man ganz altmodisch sagen, dass es der Anstand verbietet, mit einem Kameraden wie Ziegert zusammenzuarbeiten. Anstand als gesellschaftlicher Standard: Das tut man nicht, Punkt. Man haut nicht seinem U-Bahnsitznachbar aufs Maul und man kooperiert nicht mit Ziegert. Eigentlich Selbstverständlichkeiten. Aber mit dem gesellschaftlichen Anstand ist es in einer kapitalistischen Gesellschaft naturgemäß so eine Sache.

Ich werden morgen den ökologischen Verkehrsumbau fordern und dann mit dem Panzer zum einkaufen fahren.

An anderer Stelle redet Libeskind von dem tollen Licht, das in sein Gebäude fällt. Dumm nur, dass der Sapphire vermutlich in Teilen den größten Teil des Jahres leer stehen wird; es ist typische Investorenarchitektur, die gebaut wird, damit das Kapital dieser Welt etwas zum rentieren hat. Nicht, damit da jemand ernsthaft wohnt. Nicht einmal die von Libeskind erwähnten Oligarchen.

Auf seine Luxusinvestorenaffinität angesprochen, zieht sich Libeskind ziemlich dümmlich aus der Affäre:

Libeskind: Sehen Sie, ich bin Architekt. Ich habe nichts damit zu tun, was die Bauherren für das Gebäude verlangen. Ich erfülle lediglich ihre Kriterien von Architektur…

So ähnlich argumentiert jeder willfährige Gehilfe. Man muss Libeskind sein Verhalten als Architekt nicht unbedingt vorwerfen. Er macht rein architektonisch gute Sachen. Und er hat beim Jüdischen Museum und bei seinen Äußerungen zum Potsdamer Platz aus den 1990er Jahren Maßgebliches gebaut und gesagt. Aber er ist eben auch Teil des Problems, dessen Lösung er nun fordert. Er ist jemand, der vom Markt, der angeblich die Städte ruiniert, bestens profitiert.

Es ist darüber hinaus zwiespältig, wenn Libeskind betont, dass er in nicht-demokratischen Ländern keine Aufträge annimmt – Hoch lebe die Moral! -, aber via Sapphire maßgeblich zur sozialen Zerstörung eines Stadtviertels beiträgt. Ob die Stadtzerstörung diktatorisch oder neoliberal-kapitalistisch daherkommt: Pech und Schwefel, Pest und Colera, Merkel und Steinmeier.

Skurril schließlich, wenn Libeskind zwei Spiegel-Fragen später meint:

Gute Architektur muss nicht teuer sein. Das ist ein Mythos.

Man möchte ihm zurufen: Ja, dann mach doch mal, Alter! Ob man dekonstrukivistisch preiswerte Gebäude bauen kann, müsste wohl noch bewiesen werden. Die vielen Schrägen und Auskragungen sind statisch nun mal aufwändiger. Er würde jedenfalls bei jeder kommunalen Wohnungsbaugesellschaft und bei jeder Genossenschaft mit Kusshand genommen. Mit Honoraren wie beim Sapphire wäre es dann allerdings vorbei.

Libeskinds Meinung zum Berliner Stadtschloss ist – wie auch generell seine Architektur als solche -nicht zu bekritteln:

„Einen preußischen Prunkbau wiederzuerrichten und Disney-mäßige Möbel reinzustellen – eine Farce ist das.“

Stimmt. Was ist es aber, in ein altes Arbeiterviertel einen 15.000-Euro-pro-Quadratmeter-Kasten reinzustellen, der, schon aufgrund des Namens des Architekten, die Gegend komplett gentrifiziert? Und mit zusammen mit einem professionellen Stadt- und also Menschenzerstörer dafür PR zu machen?

Eine Farce ist dagegen harmlos.

P.S.: Es wäre ein eigenes Thema, sich die Architektur des Sapphires genauer anzuschauen. Die Loggien zumindest machen den Eindruck, als gehe es hier rein um die Fassade, die irgendeinem Konzept entsprechen musste:

Jeder Sozialwohnungsbau der Nachkriegszeit hat besser nutzbare Loggien oder Balkons. Es ist ein Phänomen, das man bei Berliner Investorenarchitektur oft beobachten kann: Der Gebrauchswert ist lächerlich, der Tauschwert um so höher. Man könnte einmal gesondert untersuchen, ob sich diese Beziehung bedingt.

(Fotos: genova 2016)

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