Nicht nur die FDP ist scheiße, ihre Wähler sind es auch

Flott eine wie gewohnt außergewöhnlich lesenswerte Polit-Analyse:

Ganz interessant, was gerade in der FDP passiert: Lindner weg (schade wegen der gut sitzenden Anzüge), Rösler noch da (schade wegen der schlecht sitzenden Krawatten), dem neuen Generalsekretär Döring steht die Angst ins Gesicht geschrieben, ein echtes Kinderface in XXL, jetzt hat er auch noch einen Außenspiegel abgefahren und nicht angehalten. Morgen das Ergebnis des Mitgliederentscheids. Die Parteispitze ist in Teilen zerlegt, Politik findet nicht mehr statt.

Das Wesentliche ist: Die FDP kann offenbar nicht mehr genügend Wähler darüber hinwegtäuschen, dass ihre einzige Mission darin besteht, Klientelpolitik fürs Kapital zu organisieren. In neoliberalen Hochzeiten konnte das verbrämt werden mit „Leistungsgerechtigkeit“, „schlanker Staat“, „die Bürger wissen am besten, was sie mit ihrem Geld machen“ etc. Die FDP hat nun, wo alle von Regulierung, von Zähmung des Kapitals reden, keinen Platz mehr in einem Parteiensystem, das die Fünf-Prozent-Hürde kennt. Die, die real von FDP-Politik profitieren, sind weniger.

Wobei das für Liberale prinzipiell kein Problem ist: Funzt der marktradikale Flügel nicht mehr so richtig, macht man halt einen auf nationalliberal. Es nähme mich wunder, wenn die FDP das auf Basis ihres Mitgliederentscheids gegen Euro und EU nicht probieren würde. Die aktuellen zwei bis drei Prozent in den Meinungsumfragen sind das beste Argument, es auf der rechten Flanke zu versuchen. Es gibt einfach nicht mehr genug zu retten. Möllemann ist noch nicht lange her, von Stahl und Kappel auch nicht. Die FPÖ macht es erfolgreich vor. Henkel und andere erprobte Rechtsausleger stehen in den Startlöchern. Rechtspopulismus dürfte ziehen. Schon nach dem Krieg war die FDP die neue Heimat vieler Nazis oder auch nur des stramm nationalistischen Bürgertums. Die Baumsche FDP war schon immer so klein mit Hut.

Leute, die sich als nationalliberal bezeichnen, sind die schlimmsten Sozialdarwinisten überhaupt, aber das ist erstens noch nicht allgemein bekannt und zweitens vielen ganz recht, siehe Sarrazin.

Es würden wahrscheinlich eine Menge volltrotteliger Wähler mitziehen.

Dennoch muss in diesem Zusammenhang die Blödheit der einstigen Wähler angesprochen werden. Die FDP sitzt ja nur deshalb in der Regierung, weil sie 2009 von knapp 15 Prozent gewählt wurde. Davon haben schätzungsweise drei Viertel oder noch mehr gegen ihre objektiven Interessen gewählt. Es stellt sich die Frage, woher diese Wählerblödheit kommt, einer schon 2009 durch und durch verkommenen Partei die Stimme, wie man sagt, zu geben. Ich beantworte diese Frage jetzt nicht, möchte nur darauf aufmerksam machen, dass es billig ist, auf die ausgelaugte FDP einzutreten, ihre Wähler von 2009 aber immer nur als enttäuschte Ex-Wähler zu Wort kommen zu lassen. Nicht die FDP hat versagt, sondern die Wählerschaft. Es braucht in einer Demokratie halt gewisse Minimalanforderungen an politische Bildung, soll das ganze funktionieren. 15 Prozent nicht bekennende, aber eindeutige Polit-Volltrottel sind eine Menge.

Es ist eigentlich ganz praktisch: Der neoliberale FDP-Flügel sorgt politisch erst dafür, dass Reiche reicher und Arme zahlreicher werden, sorgt für soziale und psychologische Spannungen, für ein indifferentes Gefühl der Unzufriedenheit in weiten Teilen der Gesellschaft. Schuld sind Fremde, Chinesen, Slowaken etc. Traditionell driften manche der so Getretenen nach rechts ab, was derzeit simpel ist, da man alles Unangenehme „Europa“ und der „EU“ anlasten kann. Dann kommt der nationalliberale Flügel derselben Partei zum Zug und verspricht konsequentes Engagement gegen „die in Brüssel“ und für „deutsche Interessen“.

Inwieweit die oben erwähnten 15 Prozent Polit-Volltrottel identisch sind mit einer möglichen Wählerschaft einer nationalliberalen FDP, weiß ich nicht. Die Antwort auf diese Frage wäre interessant.

Es müsste mit dem Teufel zugehen, würde die FDP ihre Chance nicht nutzen.

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37 Antworten zu Nicht nur die FDP ist scheiße, ihre Wähler sind es auch

  1. Stefan Wehmeier schreibt:

    Weil vorgebliche „Liberale“ vergessen haben, was wirtschaftliche Freiheit bedeutet (die Ordoliberalen der 1950er Jahre wussten das noch), nämlich das Recht zur Beteiligung am Wettbewerb, und auch die Ordoliberalen nie begriffen hatten, wie diese zentrale Freiheit, um die sich alle anderen Freiheiten anordnen, zu verwirklichen ist, nämlich durch eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform (echte Soziale Marktwirtschaft = Marktwirtschaft ohne Kapitalismus), wird der „moderne Liberale“ die Ursache der „Finanzkrise“, die bisher jede Volkswirtschaft in der Geschichte der halbwegs zivilisierten Menschheit zerstörte,…

    http://www.deweles.de/files/untergang.pdf

    …bis zum Jüngsten Tag nicht mehr begreifen.

    Vorgebliche „Christdemokraten“ glauben an „Apfelbäumchen“,…

    http://www.deweles.de/files/apfelbaeumchen.pdf

    …und können daher nicht wissen, dass wir mit der Verwirklichung der echten Sozialen Marktwirtschaft nicht erst seit einem Jahrhundert im Rückstand sind,…

    http://www.deweles.de/files/soziale_marktwirtschaft.pdf

    …sondern schon seit zwei Jahrtausenden:

    http://www.deweles.de/files/himmel_auf_erden.pdf

    Zur “parlamentarischen Opposition” gibt es nicht viel zu sagen,…

    “Aus dem offenkundigen Versagen des historischen Liberalismus erwuchs die sozialistische Bewegung mit dem Ziel, die missbrauchten Freiheitsrechte einzuschränken zugunsten der Gesamtheit und besonders zugunsten der wirtschaftlich Schwachen. Diese Zielsetzung beruht jedoch auf einem Denkfehler; denn der historische Liberalismus versagte nicht, weil er zuviel, sondern weil er zuwenig Freiheit verwirklichte.”

    Ernst Winkler (Theorie der Natürlichen Wirtschaftsordnung)

    …denn wie schon Jesus von Nazareth bemerkte,…

    (Matthäus 5,38-41) Ihr habt gehört, dass gesagt ist: “Auge um Auge, Zahn um Zahn.” Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei.

    …lassen sich leistungslose Kapitaleinkommen nicht durch eine weitere Einschränkung des Wettbewerbs mit staatlicher Bevormundung beseitigen, sondern nur durch eine Entfesselung des Wettbewerbs eigendynamisch auf Null regeln:

    “Man sagt es harmlos, wie man Selbstverständlichkeiten auszusprechen pflegt, dass der Besitz der Produktionsmittel dem Kapitalisten bei den Lohnverhandlungen den Arbeitern gegenüber unter allen Umständen ein Übergewicht verschaffen muss, dessen Ausdruck eben der Mehrwert oder Kapitalzins ist und immer sein wird. Man kann es sich einfach nicht vorstellen, dass das heute auf Seiten des Besitzes liegende Übergewicht einfach dadurch auf die Besitzlosen (Arbeiter) übergehen kann, dass man den Besitzenden neben jedes Haus, jede Fabrik noch ein Haus, noch eine Fabrik baut.”

    Silvio Gesell (Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld)

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  2. georgi schreibt:

    Du siehst, lieber genova, die Zinskritiker sind überall. Tut mir leid. Ich muß mein selbstgebasteltes Geschütz einsetzen: Hier:

    http://neumondschein.blogspot.com/2011/04/die-angst-vor-dem-zinseszins.html

    http://neumondschein.blogspot.com/2011/04/wie-die-pfeffersacke-die-menschheit-zu_20.html

    Die gesammelten Kommentare unter diesen Artikeln muß mal zu einem neuen Blogbeitrag kondensieren – wenn ich mal wieder Zeit habe.

    Besonders übel ist das Motto „Marktwirtschaft statt Kapitalismus“. Das ist radikale Kapitalismus-Apologetik, der behauptet, kapitalismus-kritisch zu sein. Auf diese unverschämte Art gelingt es einer marktradikalen Partei wie der „Partei der Vernunft“ sich in die Occupy-Bewegung einzuschleichen. „Kapitalismus“ ist der pejorative Gegenbegriff zu „Marktwirtschaft“. Unter „Marktwirtschaft“ verstehen die Sinnverdreher Kapitalismus ohne Staat oder ohne Sozialstaat oder ohne Zinsen oder Kredite. Ein und dasselbe Ding wird in einen positiv besetzten und in einen negativ besetzten Begriff aufgespaltet. Dem negativen Begriff wird alles angehängt, was einem nicht paßt, der Staat, der Sozialstaat, die Zinsen. Fertig ist die Systemkritik. Damit kann man bei den Occupanten mitmachen. Daß es Marktwirtschaft ohne Staat, Sozialstaat und Zinsen nicht geben kann, darauf kommen diese Sinnverdreher überhaupt nicht.

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  3. genova68 schreibt:

    Moin,
    bist du der böse georgi, der manchmal mit momorulez et al. zusammenrasselt? :-)

    Und Wehmeier ist Spam? Seine Internetseite ist jedenfalls … ähm … merkwürdig.

    Marktwirtschaft ohne Staat und Zinsen willst du? Hm. Und von wem stammt das Motto „Marktwirtschaft statt Kapitalismus?

    Edit:
    Sorry, ich habe jetzt erst den Zusammenhang mit Janich und seiner Partei gelesen. Ja, der sagt sowas wohl, aber der sagt ja viel, wenn der Tag lang ist. Über den und Elsässer will ich schon seit einer Weile einen Blogbeitrag machen, weil die etwas Faszinierendes haben. Vor allem Janich, der Egozentriker. Aber so jemanden politisch ernst zu nehmen, ist sinnlos. Die existieren auch nur, weil es Internet gibt. So wie dieser Blog.

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  4. Pingback: Die Woche im Rückspiegel – KW 50-2011 | kadekmedien's Blog

  5. georgi schreibt:

    Moin,
    bist du der böse georgi, der manchmal mit momorulez et al. zusammenrasselt?

    Genau der bin ich.

    Die Zinskritiker waren schon eine ätzende Sekte, lange bevor es das Internet gab. Das Internet gibt uns nun aber die Möglichkeit zur Aufklärung. Janich, Elsässer und noch schlimmere halte ich wohl für relevanter, wenn erst die Krise richtig Fahrt aufnimmt, und Bürger sich plötzlich für Politik & Wirtschaft interessieren, was sie bis dahin nie taten.

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  6. InitiativGruppe schreibt:

    Genova,
    dein Text ist – Majestätsbeleidigung.

    Positiv gewendet: Männermut vor Fürstenthronen.

    In monarchischen Zeiten kriegst du dafür Bastille. Jetzt, zum Glück für dich, ist der Bürger Souverän … und der Fürstenthron ist zu klein, als dass das Volk in seiner Vielärschigkeit drauf Platz hätte.

    So kommst du mit deiner Majestätsbeleidigung ungeschoren davon.

    Die Fähigkeit und Bereitschaft, den Souverän zu kritisieren, war und ist Zeichen dafür, dass jemand das demokratische Spiel von checks and balances den Regeln entsprechend spielt.

    Allerdings wird die Spielanlage dadurch verwirrt, dass der Bürger vielleicht nur der Möchtegern-Souverän, der virtuelle Souverän, der eingebildete Souverän ist.

    Das gab es zu Zeiten der Monarchie auch schon: So mancher Monarch ist einer, der sich einbildet, letztlich zu entscheiden, aber eigentlich ist er eine Marionette in den Händen seiner „Berater“, Wesire, Kanzler, Minister, Finanziers …

    Wie wenden wir das jetzt auf die 15 minus 1 Prozent der Deppen an, die 2009 Effdepeh gewählt haben?

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  7. genova68 schreibt:

    Naja, FDP-Bashing ist ja extrem in, da kann mittlerweile jeder schadlos draufkloppen, auch neoliberale Urgesteine. Das demokratische Spiel von checks and balances wird heute nur noch am Rand im Politikteil der Zeitung ausgelebt. Der ganze neoliberale Komplex, für den die FDP inhaltlich steht, lebt ja weiter, auch ohne die FDP. Das Kapital hat schon längst die anderen Parteien geentert und ist systemisch so gefestigt, dass dagegen keine ernsthafte Initiative mehr möglich ist, da eignet sich das Elend der FDP sogar dazu, zu zeigen: Seht her, der Neoliberalismus ist am Ende! Das habt ihr doch gewollt!

    Das läuft nur nicht mehr so öffentlich ab. Nur ein Beispiel: Es ist heute normal, dass selbst Grundschulen in einer Stadt in gegenseitiger Konkurrenz stehen und stehen sollen und sich gegenseitig Schüler abjagen. Die Konsequenz ist eine Rangfolge der Schulen mit den Schülern als Verlierer.

    Checks and balances funktioniert im kapitalistischen System nie ernsthaft, so wie der ganze Demokratiequatsch in Teilen einfach vorgespiegelt ist. Aber das ist ja bekannt.

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  8. InitiativGruppe schreibt:

    Da müssten wir jetzt ein wenig über das Verb „funktionieren“ nachdenken.
    ICH würd ja schon sagen, dass checks and balances bei uns ziemlich (!) funktioniert haben und immer noch ziemlich (!) funktionieren.

    Nur halt nicht ganz: nicht hinreichend, um dem Ideal des Sozialkunde-Unterrichts zu entsprechen, und nicht hinreichend, um die allmähliche Re-Feudalisierung unserer Welt zu verhindern.

    Wenn ich zum Beispiel in die Türkei schaue, dann seh ich bei uns die checks and balances mit freundlicheren Augen als du. In der Türkei säßen wir beide wegen unserer Frechheiten im Knast. Ich spüre diesen Unterschied existenziell, wenn ich mich in meinen türkischen Gefängnisaufenhalt hineindenke.

    Wir leben JETZT gerade in der GUTEN ALTEN ZEIT, in einer Belle Epoque. In einer Zeit, auf die man mal nostalgisch zurückschauen wird; deren materiellem Wohlstand samt sozialer Abfederung, deren politischer Freiheit, deren kulturellem Glanz man wehmütig nachtrauern wird.

    „Ach, die wussten damals gar nicht, wie gut sie es hatten!“
    Doch, Leute, EINER wusste es.
    Und er schrieb es im Blog „exportabel“.

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  9. genova68 schreibt:

    Wenn du dir die Vermögensverteilung in Deutschland ansiehst, siehst du wie gut checks and balances funktioniert. Der Blick auf die Türkei oder den Kongo hilft da nur wenig.

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  10. InitiativGruppe schreibt:

    Vielleicht ist das so, weil dir meine blühende globale und historische Phantasie fehlt.

    MIR hilft der Hinweis. Ich sehe mich als Weltbürger und bin recht froh, in einem einigermaßen zivilisierten Land zu leben, in dem es checks and balances wenigstens gibt – wenn auch nicht ausreichend.

    Ich hab’s mir abgewöhnt, die Welt an Idealen zu messen. Ich schau mich um, geographisch und historisch, was so alles möglich ist – und überleg mir, was hier und jetzt bei uns möglich ist – und daraus beziehe ich meinen kritischen Maßstab. Dann sieht man, dass es mit den checks and balances bei uns nicht so schlecht ausschaut.

    Freilich, am Schulbuchideal gemessen – und daran, wie es in der idealen Welt sein müsste – SCHAUT es schlecht aus.

    Ich hab gar nichts dagegen, wenn du DARAUF hinweist.
    Arbeitsteilung!
    Ich sorg dann schon für die altersweise Milde.

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  11. genova68 schreibt:

    Ok, Arbeitsteilung :-)

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  12. mühsamer Erich schreibt:

    „Das Kapital hat schon längst die anderen Parteien geentert und ist systemisch so gefestigt, dass dagegen keine ernsthafte Initiative mehr möglich ist“

    Verzeihung, da widerspreche ich. Du hast imho recht, wenn du das allzu ausgeprägte Einsickern von Kapitalinteressen in die demokratische Willensbildung fast aller Parteien beklagst, aber das Kräftieparallelogramm in der Gesellschaft ist längst noch kein gerader Strich, bei dem „das“ Kapital alle politischen Einflüsse ausübt, während der Rest diesem Willen einfach nur unterworfen ist.

    Manchmal allerdings kommt es mir so vor, als ob wir auf dem Weg zu einem derartigen Zustand sind. Tatsächlich ist die Lage aber anders, komplizierter. Es mag tatsächlich sehr mühselig sein, politisch etwas gegen Kapitalinteressen zu bewegen.

    Möglich ist es doch.

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  13. genova68 schreibt:

    mühsamer Erich, soso. Du bis also auch Dr. Dean. Ein flotter IP-Abgleich zeigt das. Oder willst du den richtigen mühsamen erich diskreditieren?

    Lauter Verrückte im Netz.

    Bitte erwarte nicht, dass ich mit dir hier inhaltlich irgendwas diskutiere. Tschüss.

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  14. hf99 schreibt:

    krass und krank. ich dachte immer, mir mir stimmte was nicht.

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  15. genova68 schreibt:

    lol. Ich glaube, ich werde doch Chefredakteur der Bunten.

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  16. hf99 schreibt:

    wobei die Aktion, die hier von irgend wem gefahren wird, doppelt mies ist. Erstens weil er selber faked, indem er mit sich selbst diskutiert (krass!), zweitens, weil er den wahren Dean/den wahren mühsamen Erich (ja, wen, wen?) mit reinreitet. Letzteres ist fast noch mieser. habe ich auch einmal erlebt.

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  17. genova68 schreibt:

    Der Typ postet von Magdeburg aus, mehr weiß ich nicht.

    Der mühsame Erich hier könnte vom Stil und vom Duktus aber der von momorulez sein. Das wording, dieses Ranschleimen. Egal.

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  18. hf99 schreibt:

    und eine dritte Möglichkeit ist auch noch da: der faker ist weder Dean noch der mühsame Erich, sondern der unbekannte Dritte. Hier müsste man mal die IP abgleichen mit diversen anderen Blogs…

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  19. Nörgler schreibt:

    Wenn in einem Kommentar die Wörter „heteronormative Matrix“ und „rechte Diskursmuster“ nicht vorkommen, dann stammt der Kommentar nicht vom m. Erich.

    Es könnte tatsächlich sein, dass da irgendwer nicht ganz sauber unterwegs ist. Der Erich taucht bei Momorulez auf und kritisierte ihn zunächst recht scharf wegen seiner Kommentare bei Che. Dann aber schwenkt er von einer Sekunde auf die nächste auf die MR-Position um, die er noch holzschnittartig zuspitzt.

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  20. genova68 schreibt:

    Der mühsame Erich hat hier den gleichen Gravatar wie bei Momorulez. Ich schätze, wordpress vergibt den nicht nur wegen der Nickgleichheit, sondern guckt auch auf darauf, dass die Mailadresse dieselbe ist, bin mir da aber nicht sicher.

    Dass irgendwer nicht ganz sauber unterwegs ist, darauf können wir uns jedenfalls einigen ;-) Es verleitet ja auch zum Rollenspiel, das Internet. Ich hab das vor exakt elf Jahren mal gemacht, in einem Dating-Chat. Zwei reale Personen, die abwechselnd drei fiktive bedienten. War sehr lustig, bis es aufflog.

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  21. mark793 schreibt:

    Der mühsame Erich ist aber nicht erst in diesem langen Thread bei Momo aufgetaucht, sondern schon Anfang Dezember, und soweit ich eben nochmal stichprobenartig nachgesehen habe, überwiegend sehr affirmativ Momo gegenüber (sag ich jetzt mal völlig wertfrei).

    Im Spambot-Verdacht habe ich eher diesen Wehmeier. Ich komm ja nicht so viel rum in politisch-wirtschaftlichen Relevanzblogs, aber wo ich dem seine immer gleichlautenden Kommentare schon überall gesehen habe. Aber dass er ernsthaft mitdiskutieren würde habe ich noch nie erlebt.

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  22. hf99 schreibt:

    wenn du mal kurz vergleichst, genova: mein gravatar ist nicht identisch. ich bins aber wirklich. identität des nicht-identischen. sog. alloholische gärung…

    ja, irgendwer ist hier tatsächlich nicht sauber unterwegs. who cares.

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  23. genova68 schreibt:

    Wehmeier hat hier kürzlich auch was gepostet, das ist wohl ein bot.

    Dean ist übrigens heute hier zum ersten Mal aufgeschlagen. Würde mich wundern, wenn das nicht der echte ist:

    https://exportabel.wordpress.com/2011/12/07/geraderucken-ii/#comment-6177

    hf,
    stimmt, aber du hast bei dir sowieso komplett andere Gravatare, also bei wordpress anders eingestellt als ich.

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  24. Bersarin schreibt:

    Im Internet ist es wie unter der Burka: es könnte Dein eigener Onkel darunterstecken, so singt es eine afghanische Frauenpunkband.

    Egal wer und wie im virtuellen Raum unterwegs ist: in ihren Leben müssen die Leute selber mit ihren Deformierungen, ihrem gefakten Schwachsinn und all dem anderen Mist auskommen, nicht ich. In Ästhetik- oder Philosophieblogs gestalten sich diese Dinge einfacher, weil ich da schnell die Spreu vom Weizen trennen kann. Die meisten sind Schwachmaten, das merkt man nach zwei Sätzen. Und die posten bei mir nicht.

    Vielfach erkennt man die Faker und die armen Säue an ihrer Sprache, an der Art des Schreibens. Das erfordert ein wenig Übung, am Ende kommt man aber dahinter. Einschleimen und ranwanzen ist bei mir sowieso zwecklos, weil ich niemanden an mich heranlasse, es sie denn ich kenne sie oder ihn lange genug.

    Und sowieso: das Internet ist ein Ort, wo mit der Identität gespielt wird. Dessen sollte sich jede(r) bewußt sein. Ich selber betrachte diese Dinge unter der Perspektive, als ob das Internet einzig als ästhetisches Phänomen gerechtfertigt sei. Und in diesem großangelegten Projekt haben auch die Spinner ihren Ort. Solange sie nicht mit einer Schrottflinte mir meinen gemütlichen bürgerlichen Altbau ruinieren, ist alles in Ordnung.

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  25. Bersarin schreibt:

    Nein, wenn die Internetirren es mit einer Schrottflinte machen, ist es halb so schlimm, arger geriete die Angelegenheit mit einer Schrotflinte. Würde ich meinen. Mal so. Irgendwie.

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  26. genova68 schreibt:

    Im Internet ist es wie unter der Burka: es könnte Dein eigener Onkel darunterstecken, so singt es eine afghanische Frauenpunkband.

    Klingt gut, hast du einen youtube-Link? :D

    Ansonsten: Wenn du dich mit zig verschiedenen Leuten unterhältst, die real nur einer sind (das sogenannte Redford-Phänomen), kann man schon das Interesse an dieser Form der Kommunikation verlieren.

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  27. hf99 schreibt:

    „Und sowieso: das Internet ist ein Ort, wo mit der Identität gespielt wird. Dessen sollte sich jede(r) bewußt sein. Ich selber betrachte diese Dinge unter der Perspektive, als ob das Internet einzig als ästhetisches Phänomen gerechtfertigt sei. Und in diesem großangelegten Projekt haben auch die Spinner ihren Ort. Solange sie nicht mit einer Schrottflinte mir meinen gemütlichen bürgerlichen Altbau ruinieren, ist alles in Ordnung.“

    Als Ästhet, der ich nicht nur, aber gelegentlich auch bin, habe ich so schallend wie zustimmend gelacht.

    Problem: Und es ist dasselbe problem wie damals bei Frau (Herrn???) Hegemann, Du erinnerst Dich! Auch im web wird Dinglichkeit eingefordert. Zb eben: „ich bin wirklich schwul, bin Opfer der Heten“ oder „bin wirklich Psycho, bin Opfer der Gesunden“ etcetc. Belege für das lautstark eingeforderte Opferdasein? Existieren natürlich nicht. Wie reagieren auf sowas?

    Woher weißt Du, dass ich das, was ich über meine psychische Gesundheit/Krankheit/Irgendwieheit gespostet habe, nicht einfach erfand, um Opfer-Diskurs-Mehrwert ranzuzocken? Du weißt es nicht! Kannste ja auch gar nicht. Woher denn? Wir kennen uns persönlich nicht. Ich find das alles kommunikationstheoretisch furchtbar interessant. Wer – ich finde das zunächst einmal richtig! – dem Opfer sagt „Du hast als Opfer einen Vorsprung, in jeder Hinsicht!“, der macht sich erpressbar! Nicht gegen das reale Opfer! reale Opfer stottern! Aber gegen das fake-Opfer! Was ich meine, beleuchtet eine Story, die ich heute hörte: eine linke („linke“) Punk-Band hatte keinen Proberaum. Den schoß sie sich frei, indem sie gegen andere Bands UNWAHRE Vergewaltigungsvorwürfe lancierte. Um genau dieses Problem geht es. Ich nenne es seit über 20 Jahren den neopietistischen, pseudolinken Zerknirschungsdiskurs. Wer Dir – ohne dass Du weißt, wie Dir geschiehet! – Unterwerfung abfordert, übt Macht aus. Sei es in Makrozusammenhängen (heckler & Koch). Sei es in Mikro-Zusammenhängen (linke Sitzung des damaligen Linksrucks HH-Eppendorf).

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  28. Bersarin schreibt:

    Hegemanns Buch ist literarisch mißlungen, ist schlecht. Das ist das Problem. Die Frage, wer es schrieb, stellt sich am Rande: da Helene draufstand drosch ich eben auf die fromme Helene und nicht auf Kalle.

    „Woher weißt Du, dass …“ Ich will diese Dinge im Grunde auch gar nicht wissen. Von niemandem. Mich interessieren die Brüste jener einen Kassiererin bei Reichelt an der Kasse und da will ich einen Blick hin werfen und mehr nicht. Die Faktizität des Fucktischen. Und ich bin schwerstverliebt in eine Frau in der Freien und Hansestadt Hamburg. Das ist im Moment meine Frage, mein Problem. Ja, ich übe mich im reinen Ästhetizismus. Und wenn ich diesen ganzen Schmonz lese, sehe ich mich in meiner Haltung mehr als bestätigt. Und ich möchte diese Welt so untergehen sehen, wie Justine in Melancholia. Ist das denn zuviel verlangt?

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  29. Bersarin schreibt:

    @ genova
    Don’t mention the Redford.

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  30. genova68 schreibt:

    Bersarin ist jedenfalls Bersarin, kein fake, soviel steht fest. Das mit den Reicheltbrüsten ist eine sehr sympathische Stelle, so ist es. Ich sollte mich auch wieder mehr um Reicheltbrüste (in meinem Fall Edekabrüste) kümmern und weniger um die FDP. Wobei das ja eigentlich der Fall ist. So einen FDP-Schmonz schreibt man ja nur mit Druck und somit schnell.

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  31. Bersarin schreibt:

    Kommen wir uns beutemäßig in die Quere? Edeka gehört doch auch zu Reichelt, oder?

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  32. genova68 schreibt:

    Keine Ahnung, wozu Reichelt gehört. Aber die Stadt ist groß, und solange du nicht am Südstern einkaufen gehst, bleibt alles im grünen Bereich. Doch du kannst auch gerne dort schauen, an den Kassen sitzen ja nur noch 400-Euro-Kräfte, davon gibt es viele. Bei jedem Besuch sitzt eine neue da.

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  33. Bersarin schreibt:

    Mein Gott, diese Auswahl bei Reichelt, ich werde langsam zum Freund des Neoliberalismus. Allerdings: Diese Stadt ist zu groß für uns beide.

    Nee, Südstern wohne ich nicht. Ich war aber vor einer Woche dort auf den Friedhöfen an der Bergmannstraße.

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  34. genova68 schreibt:

    Pädagogisch interessant in diesem Thread: Am Ende eines fulminanten Vernichtungsversuchs der Freien Demokratischen Partei und ihrer Wählerschaft steht die Erkenntnis, dass Neoliberalismus gar nicht so schlecht ist, weil er die Brustauswahl vergrößert. So hat doch alles sein Gutes.

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  35. Nihilist schreibt:

    Mist, ich stehe mehr auf Hintern, die sieht man aber an den Kassen nicht.

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  36. philgeland schreibt:

    Nur des Updates wegen: der Lindner ist ja gar nicht weg. Nicht mehr. Wirft sich in Pose auf Wahlplakaten, hat einen „Plan“, nicht nur in den „Sozialen Medien“. Scheint sich zu lohnen, die schaffen wohl den „dritten Platz“. Hmpf.

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  37. genova68 schreibt:

    Danke für das Update. Man braucht in einem modernen Blog immer User, die mitdenken.

    Beim zweiten Lesen des Artikels – nach sechs Jahren – fällt auf, dass meine Prognose nicht zutraf. Die FDP ist nicht nationalliberal geworden, sondern vorübergehend in der Versenkung verschwunden. Dafür kann man ihr Respekt zollen, wie man sagt.

    Lindner ist sexy und trägt gutsitzende Hemden. Das spricht für ihn, immerhin.

    Man sollte, nebenbei, angesichts von Jens Spahn über den Populismusbegriff neu nachdenken. Sind nicht fast alle Politiker Populisten? Vielleicht sollte man eher in gute und schlechte Populisten einteilen.

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