Kurze Anmerkung zu „Jazz“, „Freiheit“, „Gott“:

Bitte diese drei Begriffe wegen der völlig aus dem Ruder gelaufenen Definitionsbreite künftig nicht mehr verwenden.

Danke im Voraus,

genova

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13 Antworten zu Kurze Anmerkung zu „Jazz“, „Freiheit“, „Gott“:

  1. hanneswurst schreibt:

    Als freier Jazzgott entgegne ich: vielmehr sollte der Begriff „neoliberal“ wegen Mangelbedeutung nicht mehr verwendet werden.

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  2. genova68 schreibt:

    Als freier Jazzgott hast du natürlich jedes Recht, dich über diesen Artikel aufzuregen, wirst du doch hier quasi ganzheitlich zur Null erklärt.

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  3. HF schreibt:

    Frage: was sollen wir stattdessen für Begriffe verwenden? ;-)

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  4. genova68 schreibt:

    Bei Jazz kann man ja immer präziser werden, indem man die konkreten Stile nennt oder sich die Mühe macht, zu beschreiben, was man meint. „Ich höre Jazz“ ist jedenfalls ein sinnloser Satz, weil er nichts aussagt.

    Das gleiche gilt für Freiheit. Konkret beschreiben, was man meint, und schon braucht es diesen abgelutschten Begriff nicht mehr. Man überlege nur, dass sich eine rechtsradikale Partei gegründet hat, die sich Freiheit nennt. Oder dass die FDP ja auch für Freiheit steht. Also weg damit.

    Und Gott ist ja nun völlig für den Arsch. Da kann wirklich jeder genau den Begriff einsetzen, der ihm gerade einfällt: „Der Mann auf der Wolke da oben“, „Miles Davis“, „meine innere Stimme“, „Allah“, „der Welterschaffer“, „Adolf Hitler“, „das transzendente Dingens um uns rum“, „Guido Westerwelle“, „mein Pimmel“ etc.

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  5. hanneswurst schreibt:

    „mein Pimmel“ als Synonym für „Gott“ gefällt mir. Für mich gilt dann allerdings „Gott ist tot“. Denn ich bin verheiratet. Im Übrigen, lieber Genova, scheint es mir als wenn sich bei Dir eine Skepsis gegenüber abstrakten Entitäten breitmacht. Oder dürfen wir die Begriffe „Objekt“, „Mensch“ und „Liebe“ noch benutzen? Was Dir fehlt ist ein bisschen Metaphysik um über die Wechseljahre zu kommen, ich empfehle wärmstens http://www.amazon.de/Oxford-Handbook-Metaphysics-Handbooks/dp/0199284229

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  6. genova68 schreibt:

    Ein 700 Seiten dickes englischsprachiges Buch, dessen Cover aussieht wie ein mäßiger Versuch aus den frühen 80er-Jahren, trendy zu wirken? Für 47 Euro? Ich bitte um Verständnis, wenn ich den sicher gut gemeinten Hinweis dankend nicht weiter verfolge.

    Gott ist tot, ja, jetzt wissen wir ja, woher dieser Spruch kommt. Objekt, Mensch und Liebe dürfen weiterhin benutzt werden, bis von mir Gegenteiliges verlautet.

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  7. HF schreibt:

    @genova
    „Konkret beschreiben, was man meint, und schon braucht es diesen abgelutschten Begriff nicht mehr.“ Stimmt – gilt aber fuer sehr viel mehr Begriffe.

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  8. genova68 schreibt:

    Ja, gilt für viele Begriffe, aber bei den drei genannten ist das, finde ich, frappierend. Ich meine das auch als persönliche Erfahrung: Wenn man diese Begriffe in Diskussionen benutzt, ist die Möglichkeit der Verständigung erheblich eingeschränkt. Oder man erreicht eine rein oberflächliche Verbrüderung. „Du hörst gerne Jazz? Ich auch!“

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  9. InitiativGruppe schreibt:

    Mein GOTT, hab ich jetzt nicht mehr die FREIHEIT, JAZZ JAZZ nennen zu dürfen?

    Aber das, was mich hält, ohne gesagt werden zu können, ist mir die Bedingung der Möglichkeit, schräge Tonkonstrukte zu genießen.

    Ist es dir SO lieber?

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  10. genova68 schreibt:

    Schräge Tonkonstrukte klingt gut und damit ist schonmal ein Gutteil dessen ausgeschlossen, was unter Jazz firmiert.

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  11. hanneswurst schreibt:

    Das prangere ich an, denn „Schräges Tonkonstrukt“ ist weder hinreichendes noch notwendiges Attribut des Jazz, denn es gibt sowohl „schräg“ – also disharmonisch – klingende Musik in vielen anderen Stilen (z.B. Avantgarde, Neue Musik) als auch sehr harmonischen Jazz (sofern sich Harmonie nicht auf die Kirchentonarten beschränkt). Man kann aber sagen „ich höre gerne Jazz – außer Jazz von Till Brönner“ und hat damit dem Begriff wieder ein bisschen Würde verliehen.

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  12. genova68 schreibt:

    Schräges Tonkonstrukt – also disharmonisch – ist aber eine Gemeinsamkeit all dieser Musik. Ob das Avantgarde ist oder Neue Musik oder viele Jazzarten, ist dann zweitrangig. Und das trifft es doch auch eher, oder? Damit hat man den Bigband-Swing der Bundeswehr nicht mehr mit drin, den man ja mögen kann, der aber einfach musikalisch eine völlig andere Geschichte ist. Ich plädiere für „schräge Musik“.

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  13. Besucher schreibt:

    Gott ( diesmal in der Inkarnation von Kim-Jong-Ill) ist ja gerade mal wieder verstorben. Haben Sarah und Oskar schon kondoliert?

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