Zum Begriff der Intelligenz

Was ist Intelligenz? Vermutlich ein westliches Konstrukt zur Machtlegitimation. Jegliche Intelligenzmessung beruht auf dem Verfahren, mittels bestimmter Fragen aus der Mathematik, der Logik und der Sprache eine Wertigkeit von Menschen abzuleiten. Schon die Vorgehensweise basiert auf westlicher Perspektive und ist somit in der Dialektik der Aufklärung gefangen.

Intelligenztests wurden von imperialistischen, kolonialistischen und generell aggressiven Gesellschaften entwickelt. Die haben für sich gute Bildungssysteme entwickelt, ihre Tests darauf abgestimmt und bessere Ergebnisse erzielt als die Menschen, die von ihnen beherrscht, ausgebeutet und unterdrückt wurden, um dann sagen zu können: Seht her, wir sind intelligenter als ihr. Dieses Auswahlsystem diente nicht nur in Bezug auf euphemistisch „Kolonien“ genannte Gebiete der Einteilung in wertes und unwertes Leben, sondern man konnte und kann damit auch innergesellschaftlich Machtansprüche legitimieren.

Der Gipfel dieser Konstruktion ist die angebliche Vererbbarkeit von Intelligenz, also die Weiterreichung von Generation zu Generation, wenn man nur die Richtigen heiratet. Sarrazin lässt grüßen. Günther Jauch moderierte erst Der große IQ-Test und danach „6! Setzen – Das Wissensduell Groß gegen Klein“. Im IQ-Test wird ausgesiebt und wer nichts weiß, wird bestraft. Ein sehr deutscher Moderator.

Die westliche sogenannte Wissenschaft behauptet gerne, Intelligenz sei zu 50 Prozent oder mehr vererbbar. Wenn diese Ergebnisse der sogenannten Wissenschaft nur halb so schlüssig wären wie sie gerne wären, müsste man Intelligenztests an Neugeborenen durchführen und zu genau diesen Ergebnissen kommen.

Bezeichnend auch, dass Intelligenz in der gesellschaftlichen Diskussion einen hohen Stellenwert bekam, als Neoliberalismus und Sozialdarwinismus wieder auftraten. In den 1970ern lag das Augenmerk der Gesellschaft auf Sozialisation, also auf der Möglichkeit der Entwicklung von geborenen Menschen. Im Neoliberalismus geriet die Sozialisation in die Defensive, denn der Mensch gilt dieser Ideologie als etwas, was durch Geburt, durch Gene bestimmt ist, ähnlich der feudalen Gesellschaftsordnung. Gesellschaft gibt es nicht. Dementsprechend konnte Sarrazin reüssieren und im Volk gilt immer noch derjenige anerkannt, weil er schlau ist, was daran liegt, dass er aus einer schlauen Familie kommt.

Das Gerede von Intelligenz ist eine Einteilung in lebenswertes und lebensunwertes Leben, mithin faschistisch. Wer auf das Konstrukt Intelligenz mehr gibt als einen Pfifferling, steht in dieser Tradition.

In dem Zusammenhang könnte man auch den Begriff des Talents unter die Lupe nehmen.

(Foto: genova 2019)

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9 Antworten zu Zum Begriff der Intelligenz

  1. Jakobiner schreibt:

    Intelligenter Artikel?!Naja,die Fähigkeit logische Aufgaben zu lösen,kann man schon messen und da gibt es Unterschiede die Frage ist aber,ob das unveraenderbar und eine ewige Konstante ist oder mit Nachhilfe und anderen Umwelteinflüssen und Massnahmen nicht verbesserbar und änderbar. Schachspieler und Mathegenies gelten allgemein auch als intelligent.Aber Intelligenz ist ja nur eine Fähigkeit Soziale Empathie und anderes sind auch wichtig,sonst hat man nur intelligente Psychopathen,Narzissten und intelligente Schreibtischmörder.Desweiteren gibt es auch den Begriff der emotionalen Intelligenz.

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  2. Jakobiner schreibt:

    Zi Gedankenfehler. Ungleichheit in Fähigkeiten bedeutet nicht automatisch Unwertigkeit des Lebens. Man kann auch Unterschiede einfach feststellen und muss da nicht ausselektieren. Selbst bei Marx hieß es: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeden nach seinen Bedürfnissen.

    Zur Emotionalen Intelligenz noch Wikipedia:

    Emotionale Intelligenz ist ein von John D. Mayer (University of New Hampshire) und Peter Salovey (Yale University) im Jahr 1990 eingeführter Terminus. Er beschreibt die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle (korrekt) wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen. Das Konzept der emotionalen Intelligenz beruht auf der Theorie der multiplen Intelligenzen von Howard Gardner, deren Kerngedanke bereits von Edward Lee Thorndike und David Wechsler als „soziale Intelligenz“ bezeichnet wurde. Diesen verdeutlichte Thorndike 1920 mit einem Beispiel, wonach der (fachlich) beste Mechaniker als Vorarbeiter scheitern wird, wenn es ihm an sozialer Intelligenz fehlt.[1] Das Thema „emotionale Intelligenz“ ist somit auch ein Beitrag zur Diskussion der Frage nach dem Erfolg im Leben und Beruf. Zu dessen Popularisierung hat insbesondere der US-amerikanische Psychologe und Wissenschaftsjournalist Daniel Goleman mit seinem Buch EQ. Emotionale Intelligenz (1995) beigetragen.
    Manche Autoren stellen die emotionale Intelligenz als Gegensatz zum klassischen Intelligenzbegriff dar. Tatsächlich geht es um die Erweiterung der klassischen Vorstellung von Intelligenz, in der lediglich kognitive und rein akademische Fähigkeiten als Voraussetzung für den Erfolg im Leben betrachtet werden.

    Daniel Goleman definiert den Begriff emotionale Intelligenz in Anlehnung an Salovey und Gardner durch die folgenden Fähigkeiten:[2]

    Die eigenen Emotionen kennen
    Die eigenen Emotionen erkennen und akzeptieren, während sie auftreten. Diese Fähigkeit ist entscheidend für das Verstehen des eigenen Verhaltens und der eigenen Antriebe. (Hintergrund: Viele Menschen fühlen sich gegenüber ihren Gefühlen ausgeliefert, lehnen sie ab und bekämpfen oder vermeiden sie – statt sich der Tatsache bewusst zu sein, dass man Emotionen aktiv steuern kann.)
    Emotionen beeinflussen
    Gefühle so handhaben, dass sie der Situation angemessen sind (statt zu dramatisieren oder zu verharmlosen). Dazu gehört die Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen und Gefühle der Angst, Gereiztheit, Enttäuschung oder Kränkung abzuschwächen und positive Gefühle zu verstärken. Dies hilft bei der Überwindung von Rückschlägen oder belastenden Situationen.
    Emotionen in die Tat umsetzen
    Emotionen so beeinflussen, dass sie bei der Erreichung von Zielen helfen. Dies ist der Kern der Selbstmotivation und fördert die Kreativität sowie die Häufigkeit von Erfolgserlebnissen. Dazu gehört auch, dass jemand in der Lage ist, kurzfristige (emotionale) Vorteile und Verlockungen hinauszuschieben (Belohnungsaufschub) und impulsive Reaktionen zu unterdrücken. Diese längerfristige Perspektive ist die Grundlage jeglichen Erfolges. In späteren Arbeiten ordnete Goleman diesen antriebs- und motivationsbezogenen Aspekt der oben genannten Fähigkeit Emotionen zu beeinflussen zu.
    Empathie
    Dies ist die Grundlage aller Menschenkenntnis und das Fundament zwischenmenschlicher Beziehungen. Ein Mensch, der erkennt was andere fühlen, kann viel früher die oftmals versteckten Signale im Verhalten Anderer erkennen und herausfinden, was sie brauchen oder wollen. Allerdings weist Goleman selbst in anderen Texten darauf hin, dass zugleich auch erkennbar wird, wie sie negativ beeinflussbar sind (leadership ability). Empathie ist also eine wertneutrale Fähigkeit – sie kann individuell positiv oder auch negativ empfundene Wirkung haben.
    Umgang mit Beziehungen
    Die Fähigkeit der erfolgreichen Gestaltung von Beziehungen besteht im Wesentlichen im Umgang mit den Gefühlen anderer Menschen. Sie ist Grundlage für eine reibungslose Zusammenarbeit in nahezu allen beruflichen Umfeldern. Sie ist Voraussetzung für Beliebtheit, Wertschätzung und Integration in eine Gemeinschaft, andererseits aber auch für leadership ability (Goleman); eine Fähigkeit, die positiv wirken, jedoch auch der Manipulation dienen kann.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Emotionale_Intelligenz

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  3. hANNES wURST schreibt:

    Intelligenz hat vielleicht als diagnostischer Indikator in der Psychologie einen Wert (Psychologen lieben die Intelligenz, weil sie ziemlich zuverlässig messbar ist), die außerhalb der Forschung daraus destillierten Theorien sind gesellschaftlich aber so schädlich wie wissenschaftliche Rückschlüsse aus ebenfalls leicht erhebbaren Eigenschaften wie Geschlecht, Hautfarbe, Körpergröße etc. Insofern würde ich Deine These unterschreiben, dass der Umgang mit Intelligenzwerten zumindest faschistoid ist. Es ist sicherlich möglich, Geschlecht oder Hautfarbe und Bildungserfolg oder Alkoholkonsum zu korrelieren. Als wissenschaftlich-diagnostisches Werkzeug mag das einen Sinn haben, aber im alltäglichen Miteinander sind solche Befunde störend und ebnen Vorurteilen den Weg.

    Wenn übrigens die Zwillingsforschung feststellt, dass eineiige Zwillinge, die in unterschiedlichen Umgebungen aufwachsen, einen Intelligenzkoeffizienten von 75% haben – was bedeutet das dann überhaupt? Soviel ich weiß, wird ab 60% überhaupt erst eine Kausalität angenommen (allerdings in der Ökonomie). Ich vermute, dass diese 50-80% Vererbbarkeit von Intelligenz mehr Varianz birgt, als die Studienergebnisse suggerieren.

    Den Begriff „Talente“ finde ich viel interessanter, aber im biblischen Kontext: https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichnis_von_den_anvertrauten_Talenten

    Auch wenn damals ein „Talent“ noch eine Währungseinheit war (erst im Mittelalter entstand die Übertragung auf „Begabungen“), meine ich, dass es unchristlich ist, seine Talente zu verschwenden. Verschwendung bedeutet aber auch: sich gierig die Taschen vollzustopfen. Wer aber seine Talente gewinnbringend auch für andere einsetzt, der muss nicht befürchten, da hingeschickt zu werden wo „Heulen und Zähneklappern herrschen“.

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  4. neumondschein schreibt:

    Ingenieure, die künstlich-intelligente Maschinen konstruieren, interessieren sich genauestens für menschliche Dummheit. Wer menschliche Intelligenz untersucht, untersucht dumme Menschen, deren Entscheidungen und Verhalten. Das nachzuahmen bedeutet künstliche Intelligenz.

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  5. Jakobiner schreibt:

    Es ist doch durchaus möglich, dass es genetischbeeinflusste unterschiedliche Fähigkeiten wie musikalisches Gehör, Aufnahmefähigkeit,etc. gibt. Das wäre doch noch nicht schlimm. Ungleichheit beduetet ja erst noch einmal nicht Unwertigkeit von Leben, sondern eben nur, dass eben nicht alle Mneschen gleich sind. Und nicht alle Wege führen nach Auschwitz.

    Emotionale Intelligenz ist ein von John D. Mayer (University of New Hampshire) und Peter Salovey (Yale University) im Jahr 1990 eingeführter Terminus. Er beschreibt die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle (korrekt) wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen. Das Konzept der emotionalen Intelligenz beruht auf der Theorie der multiplen Intelligenzen von Howard Gardner, deren Kerngedanke bereits von Edward Lee Thorndike und David Wechsler als „soziale Intelligenz“ bezeichnet wurde. Diesen verdeutlichte Thorndike 1920 mit einem Beispiel, wonach der (fachlich) beste Mechaniker als Vorarbeiter scheitern wird, wenn es ihm an sozialer Intelligenz fehlt.[1] Das Thema „emotionale Intelligenz“ ist somit auch ein Beitrag zur Diskussion der Frage nach dem Erfolg im Leben und Beruf. Zu dessen Popularisierung hat insbesondere der US-amerikanische Psychologe und Wissenschaftsjournalist Daniel Goleman mit seinem Buch EQ. Emotionale Intelligenz (1995) beigetragen. Manche Autoren stellen die emotionale Intelligenz als Gegensatz zum klassischen Intelligenzbegriff dar. Tatsächlich geht es um die Erweiterung der klassischen Vorstellung von Intelligenz, in der lediglich kognitive und rein akademische Fähigkeiten als Voraussetzung für den Erfolg im Leben betrachtet werden.

    Daniel Goleman definiert den Begriff emotionale Intelligenz in Anlehnung an Salovey und Gardner durch die folgenden Fähigkeiten:[2]

    Die eigenen Emotionen kennen
    Die eigenen Emotionen erkennen und akzeptieren, während sie auftreten. Diese Fähigkeit ist entscheidend für das Verstehen des eigenen Verhaltens und der eigenen Antriebe. (Hintergrund: Viele Menschen fühlen sich gegenüber ihren Gefühlen ausgeliefert, lehnen sie ab und bekämpfen oder vermeiden sie – statt sich der Tatsache bewusst zu sein, dass man Emotionen aktiv steuern kann.)
    Emotionen beeinflussen
    Gefühle so handhaben, dass sie der Situation angemessen sind (statt zu dramatisieren oder zu verharmlosen). Dazu gehört die Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen und Gefühle der Angst, Gereiztheit, Enttäuschung oder Kränkung abzuschwächen und positive Gefühle zu verstärken. Dies hilft bei der Überwindung von Rückschlägen oder belastenden Situationen.
    Emotionen in die Tat umsetzen
    Emotionen so beeinflussen, dass sie bei der Erreichung von Zielen helfen. Dies ist der Kern der Selbstmotivation und fördert die Kreativität sowie die Häufigkeit von Erfolgserlebnissen. Dazu gehört auch, dass jemand in der Lage ist, kurzfristige (emotionale) Vorteile und Verlockungen hinauszuschieben (Belohnungsaufschub) und impulsive Reaktionen zu unterdrücken. Diese längerfristige Perspektive ist die Grundlage jeglichen Erfolges. In späteren Arbeiten ordnete Goleman diesen antriebs- und motivationsbezogenen Aspekt der oben genannten Fähigkeit Emotionen zu beeinflussen zu.
    Empathie
    Dies ist die Grundlage aller Menschenkenntnis und das Fundament zwischenmenschlicher Beziehungen. Ein Mensch, der erkennt was andere fühlen, kann viel früher die oftmals versteckten Signale im Verhalten Anderer erkennen und herausfinden, was sie brauchen oder wollen. Allerdings weist Goleman selbst in anderen Texten darauf hin, dass zugleich auch erkennbar wird, wie sie negativ beeinflussbar sind (leadership ability). Empathie ist also eine wertneutrale Fähigkeit – sie kann individuell positiv oder auch negativ empfundene Wirkung haben.
    Umgang mit Beziehungen
    Die Fähigkeit der erfolgreichen Gestaltung von Beziehungen besteht im Wesentlichen im Umgang mit den Gefühlen anderer Menschen. Sie ist Grundlage für eine reibungslose Zusammenarbeit in nahezu allen beruflichen Umfeldern. Sie ist Voraussetzung für Beliebtheit, Wertschätzung und Integration in eine Gemeinschaft, andererseits aber auch für leadership ability (Goleman); eine Fähigkeit, die positiv wirken, jedoch auch der Manipulation dienen kann.

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  6. genova68 schreibt:

    Jakobiner,
    sicher gibt es Unterschiede, die Frage ist aber, woher die kommen. Ein Säugling kann nichts und ohne Förderung, Lernen, Anregung, Schule wird er niemals etwas können. Man könnte demnach behaupten, dass die Sozialisation zu runden 99 Prozent der späteren Fähigkeiten verantwortlich ist. Das Starren auf den IQ ist dennoch hierzulande in Mode. Und es gibt die weit verbreitete (heute nur noch hinter vorgehaltener Hand verlautbarte) Ansicht, dass Schwarze dümmer sind als Weiße. Das mag nach der Logik der IQ-Tests sein, führt aber eben zu gefährlichen Rückschlüssen.

    Emotionale Intelligenz hört sich interessanter an, dazu kann ich aber nichts sagen.

    Hannes,
    bedeutet der Intelligenzkoeffizient von 75 Prozent bei Zwillingen, dass deren IQ um 25 Prozent differiert? Da würde mich der Testaufbau interessieren. Man bräuchte da ja Fälle, in denen der eine Zwilling extrem vernachlässigt und der andere Zwilling extrem gefördert wird, um allgemeingültige Rückschlüsse ziehen zu können.

    Was ein Talent sein soll, hat sich mir noch nicht erschlossen. Das absolute Gehör scheint nicht angeboren, sondern erlernt zu sein, wenn ich ein wenig in wikipedia lese. Das Talent für eine Sportart scheint vor allem darin zu bestehen, dass es eine optimale Zusammensetzung aus Muskeln, Sehnen, Größe etc gibt. Das könnte man noch biologisch erklären. Dass das aber zur Geltung kommt, bedarf einer extremen Fokussierung. So wie Steffi Graf seit Kindesbeinen täglich Tennis spielte und auch in der Pubertät nichts anderes machte. Ist das nun Talent oder ein unbändiger Wille oder der extreme Einfluss ihres Vaters?

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  7. hANNES wURST schreibt:

    Ein Korrelationskoeffizient von 1 (100%) würde bedeuten, dass eineiige Zwillinge stets genau gleich intelligent sind. Ein Koeffizient von -1, dass ein Zwilling eines sehr intelligenten Zwillings stets sehr dumm ist. Koeffizient 0 bedeutet, es gibt keine erkennbare statistische Korrelation. Was 0,75 hier genau bedeutet, weiß ich nicht. Es kann ja sein, dass die IQ Messungen gequantelt wurden zum Beispiel Gruppe A bis 80, B 81-100, C 101-120, D ab 121. Jetzt ist die Frage: wenn ein Zwilling in Gruppe D ist, wie groß ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass der andere Zwilling auch in Gruppe D ist? Die Antwort könnte sein: 0,75. Ich weiß es aber nicht, weil ich auf die Schnelle keine Beschreibung des Korrelationskoeffizienten bei diesen Untersuchungen finden kann. Ich stelle mir die Methode kompliziert (oder willkürlich) vor, denn es kommt sehr auf die Quantelung an. Und dann ist es ja so, dass ein Durchschnitts-IQ von ca. 100 sowieso wahrscheinlicher ist als ein IQ von 80 oder 120.

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  8. hANNES wURST schreibt:

    @Jakobiner: Gegen Intelligenzforschung an sich habe ich nichts einzuwenden, aber die praktische Anwendung stinkt mir. Es kommt mir schon so vor, als wenn der IQ seit den 70er Jahren als ein elitäres Mittel der Intelligenzappartheit eingesetzt wird. In dem Stil: „früher konnten wir nur behaupten, dass wir etwas besseres sind, heute können wir es beweisen“. Ich habe ernsthaft schon die Behauptung von Menschen aus dem Raum Stuttgart gehört, dass es dort eine besondere Erdstrahlung gäbe, weshalb der Schwabe so überdurchschnittlich intelligent sei. Mütter spielen ihren Babys Bach-Kantaten vor, damit sie intelligenter werden usw. Solchen Quatsch gibt es in allen Bereichen, heute ist das Vollkornbrot gesund, morgen gilt es als gefährliche Glutenbombe. Das Problem ist nur, dass der IQ angeblich kaum änderbar und deshalb Schicksal ist. Der Mensch sitzt also da mit seinem IQ Label, und um ihn herum phantasieren Wissenschaft, Medien und Arbeitgeber, wozu dieser Mensch deshalb geeignet wäre. Man sollte zusätzlich zum IQ noch etliche weitere Quotienten erfinden, damit es so unübersichtlich wird, dass das Interesse an der Messung der geistigen Leistungsfähigkeit erlischt.

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  9. Jakobiner schreibt:

    Naja,derIQ wird ja nicht bei gerade Geborenen und Kindern gemessen,sondern erst später.Damit ist er wohl auch akkumilierte positive oder negative Sozialisation und nicht nur genetisch.Die Frage wäre inwieweit er sich dann auch danach wegen (mangelnder)Förderung noch verändern kann,insofern das mögliche Förderpotential noch nicht ausgeschöpft ist .Aber daneben misst der IQ ja nur die kognitiven und akademischen Fähigkeiten.Soziale oder Emotionale Intelligenz wurden bisher noch nicht Mainstream.Bei US-und asiatischen Eliteumis ist es Usus den IQ zu messen und in den Lebenslauf zu schreiben.Inwieweit das dann der Karriere wirklich förderlich ist,ist unbekannt.Aber schon richtig.Mozart wäre ohne Musikervater wohl nie das Wunderkind geworden.

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