Die deutsche Ideologie – Überwachen und Strafen

Man will sich nur fünf Minuten über Neuigkeiten in der Griechenland-Krise informieren und findet sowas: Interview mit Varoufakis, nun auf deutsch im Neuen Deutschland. Es geht um die „Eurogruppe“ und mir fällt auf, dass sich diese „Gruppe“ unauffällig in die öffentliche Diskussion geschlichen hat. Schon der Name ist merkwürdig. Wer ist das?

Varoufakis klärt auf:

Was ist generell das größte Problem in der Funktionsweise der Eurogruppe?

Es gab einen Moment, an dem der Präsident der Eurogruppe sich dazu entschied, sich gegen uns zu positionieren, uns effektiv ausschloss und in der Öffentlichkeit erklärte, dass Griechenland sich im Grunde auf dem Weg raus aus der Eurozone befindet. Es gibt die Tradition, dass die Erklärungen der Eurogruppe einstimmig sein müssen und ihr Präsident kann nicht einfach ein Treffen einberufen und einen Mitgliedsstaat rausschmeißen. Und er sagte: »Oh, ich bin mir sicher, dass ich das tun kann.« Also fragte ich nach einer juristischen Einschätzung. Das hat ein bisschen für Durcheinander gesorgt. Für fünf oder zehn Minuten wurde das Treffen unterbrochen, Mitarbeiter, Offizielle redeten miteinander, telefonierten. Schließlich richtete ein Offizieller, ein juristischer Experte das Wort an mich und sagte die folgenden Worte: »Nun, die Eurogruppe gibt es juristisch gesehen gar nicht, es gibt keinen Vertrag, der die Einberufung dieser Gruppe regelt.«

Was wir also haben, ist eine nicht-existente Gruppe, die die größte Macht besitzt, die Leben der Europäer vorzubestimmen. Sie ist niemandem verpflichtet, da sie juristisch nicht existiert; keine Protokolle aufbewahrt und vertraulich agiert. Also wird kein Bürger jemals erfahren, was darin diskutiert wurde. … Das sind fast Entscheidungen über Leben und Tod und kein Mitglied muss sich vor irgendjemand rechtfertigen…

(Fettung von genova)

—————————————-

Sie agiert umfassend und existiert juristisch nicht. Hört sich nach einem Science-Fiction an. Die kapitalistische Realität ist schon so weit oder weiter. Wobei es konsequent ist: Für die Folgen kapitalistischer Verwertungslogik musste sich noch nie jemand verantworten. Zu spüren kriegen das die Ökologie und die Deklassierten, beide sind ohne Belang. Man sollte in nächster Zeit ein Auge darauf haben, was deutsche Konzerne in Griechenland so alles abgreifen wollen.

Bemerkenswert für den Zustand der Öffentlichkeit, dass auch sowas nicht interessiert. Schäuble ist – dank jahrelanger journalistischer Indoktrination zugunsten neoliberaler Machtergreifungen – der beliebteste Politiker Deutschlands. Der spielt jetzt ein wenig bad guy, damit Merkel die Königin bleibt.

Gerade versucht die FAZ, die Syriza-Regierungsmitglieder als abgehobene Upper-Class-Leute darzustellen. Es ist jedes Mittel recht und beim deutschen Durchschnittsuntertanen funktional anwendbar.

Staat als Beute:

Es ist der von Anfang an gewollte Prozess der Troika-Politik. Alles andere ist Geplänkel.

Robert Misik zum Thema (von dem ich auch die Überschrift dieses Artikels geklaut habe):

Deutschland hat sich in den vergangenen Monaten in einen populistischen und nationalistischen Wahn hineingeschraubt, der seinesgleichen sucht.

 

(Foto: genova 2015)

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29 Antworten zu Die deutsche Ideologie – Überwachen und Strafen

  1. Dr. Henrik Jungaberle schreibt:

    Treffend. Das ist nicht die einzige schlecht, nicht- oder kaum legitimitierte Gruppe innerhalb der EU. Ein anderes Beispiel ist die unselige Pompidou-Gruppe (inzwischen mit Webpräsenz: https://wcd.coe.int/ViewDoc.jsp?id=1710407).
    Auch das ein Forum für Hinterzimmerpolitik und nicht überprüftbare Absprachen.
    Diese Strukturen zeigen: es braucht innerhalb des europäischen transnationalen (Staats)gebildes drängende demokratische Reformen.

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  2. h.z. schreibt:

    Es geht noch um eine Umdrehung skurriler. Die „Frankfurter Runde“ als Spitzengremium der Euro-Gruppe besteht aus:
    – deutsche Bundeskanzlerin
    – französischer Staatspräsident
    – Vorsitzender der Euro-Gruppe
    – IWF-Präsidentin
    – EU-Ratspräsident
    – EU-Kommissionspräsident
    – EZB-Präsident
    Selbstverständlich informell, wie sich’s zeitgeistig schickt.

    Mich hat besonders beeindruckt, dass für 12. Juli in Brüssel ein EU-Ratstreffen geplant war, das im Anschluss an das Treffen der Staats- und Regierungschefs der Euro-Gruppe stattfinden sollte. Wurde kurzerhand abgesagt – von Protesten habe ich nichts gelesen. Mit „Kapitalismus“ ist das nicht mehr zu erklären. Mittlerweile muss danach gefragt werden, wie weit das Erpressungspotenzial Deutschlands bereits reicht.

    Als Hollande kürzlich angeregt hatte, über ein Euro-Parlament nachzudenken, hielt ich das zunächst für eine Schnapsidee. Nun aber sehe ich darin die einzige vernünftige Möglichkeit, Deutschland rasch einem geordneten wirtschaftspolitischen Reglement zu unterwerfen. Innerhalb von zwei Jahren wird das nicht zu machen sein, fürchte ich. Dann wird der FN Frankreichs Präsidentin stellen und das Ende des Euro besiegeln.

    Und weil Italien mit Frankreich sogleich mitziehen wird (ja geradezu muss), ist eine Kettenreaktion unausweichlich. Verbleiben wird vorderhand ein „Kern-Euro“, bestehend aus den Überschussländern. Dann kann Merkel mit den übrigen Teilnehmern der „Frankfurter Runde“ Skat spielen. Mehr nicht.

    Das Desaster, welches aus der Auflösung der Euro-Verflechtungen resultiert (Target 2 System), hat die Welt noch nicht gesehen. Dagegen wird auch eine anglo-amerikanische Achse nichts ausrichten können. Ich wage gar nicht daran zu denken, welche geopolitischen Spannungen das nach sich ziehen wird. In diesem Zusammenhang erscheinen die von mir aktuell genau beobachteten linksradikalen Spinnereien geradezu lächerlich.

    Die „deutsche Intelligenz“ eignet sich bestenfalls für einen strammen Nationalismus. Im europäischen Kontext ist sie schlicht unbrauchbar und sogar gefährlich. Dafür wird Europa und darüber hinaus die Welt bitter bezahlen.

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  3. hANNES wURST schreibt:

    Dann muss auch der Pariser Club und der Londoner Club dazu gezählt werden, außerdem die Bilderberger-Konferenzen und alle möglichen anderern informellen Gremien und Zusammenkünfte. Eigentlich auch die Familien der politisch Verantwortlichen, die – rein informell – die Staatspräsidenten belatschern. Nur der Bohemian Grove bleibt sauber, denn bekanntlich: „weaving spiders come not here“.

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  4. hardy schreibt:

    lieber genova

    einfach mal über die grenze richtung frankreich gucken, von mir aus auch nach england … dort kannst du dir ja gerne mal angucken, wie weit ein staat in sachen überwachung gehen kann.

    ich weiss, es ist im moment kein spaß, deutscher zu sein. keiner hat einen mehr lieb. da ist es schon „mainstreamiger“ von verwertungsketten des kapitalismus zu schreiben und alle anderen möglihst zu toppen, wenn man auf der „rechten“ seite, also „links“ noch irgendwie vorne mitspielen zu können.

    zu blöd: ich möchte mich von yanis varoufakis nicht „aufklären“ lassen, da verteilt ihmo ein dubioser älterer herr gerade lutscher auf dem kinderspielplatz. oder er streichelt die seelen im herzen immer jung und radikal gebliebener älterer menschen, die langsam mal erwachsen werden könnten.

    18:1. ist das nun „demokratie“ oder ist es nur dann demokratie, wenn sich der eine durchsetzt. innerhalb der 18 stand es 15:3. immer noch sehr „undemokratisch“ oder? die argumentative rettung: lieber mal ne neue VT in die welt setzen … manchmal bestürzt mich der mangel meiner mitbürger, sich einfach mal den fakten zu stellen, schon.

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  5. genova68 schreibt:

    hardy,
    mal ehrlich:

    „da ist es schon “mainstreamiger” von verwertungsketten des kapitalismus zu schreiben und alle anderen möglihst zu toppen, wenn man auf der “rechten” seite, also “links” noch irgendwie vorne mitspielen zu können.“

    Muss ich das verstehen? Ich verstehe nur Bahnhof.

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  6. hardy schreibt:

    musst du nicht, aber ich probier’s mal: wenn ich die bloggosphäre so betrachte, komme ich mir immer ein bißchen so vor, als lebte ich in einem anderen land, manchmal sogar in einer anderen welt, in der alle teilnehmer am spiel sich zu übertreffen suchen, wer denn nun „linker“, „sozialistischer“, „kommunistischer“ sei.

    die „rechte“ seite ist hier als die „richtige“ gemeint und die ist nun mal „links“ und in diesem sinne schlagen sich alle in dieser irrealen blase eben auf die „rechte“ seite. also nach „links“ ;-)

    hoffe das hilft.

    allgemein: ich denke, die dinge sind leider eher so, daß die menschen in ihrer mehrheit in diesem land dazu tendieren, jemanden wie die regentin zu wählen. finde ich nicht toll, ist aber so. dem mit „noch linkeren“ vorstellungen auf einer abstraktionsebene wie besagter „verwertungskette“ zu begegnen ist sinnlos. wenn wir es nicht schaffen, wieder verständlicher zu werden, haben wir eh verloren.

    ich halte es zudem für komplett kontraproduktiv hier in einen „wir deutschen sind soooo schlecht“ taumel zu verfallen. wie gesagt: guck nach frankrecih, guck nach england, dort gelten gesetze, gegen die die hier geltenden geradean harmlos erscheinen. und auch dort gibt es entwicklungen am rechten rand

    [audio src="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2015/07/14/dlf_20150714_1915_a7c59f49.mp3" /]

    die uns ebenso erschrecken sollten wie die bei uns grassierenden „perlen aus freital“.

    http://perlen-aus-freital.tumblr.com/

    statt also in einen wettkampf einzutreten, wer weiter vorne links dabei ist, sollten wir mal gerade innehalten und lernen zwischen unserer masochistischen deutsche selbstzerfleischung und der berechtigten kritik zu unterscheiden. ich bin nicht sonderlich stolz, deutscher zu sein, aber es ist mir auch nicht soooo peinlich, daß ich tageintagaus danach suchen muss, was „wir“ schon wieder alles falsch gemacht haben. das ist sooooo öde.

    im moment diskutieren wir über scheinriesen und verlieren das praktische aus den augen – wir zersplittern und werden von dem, was an renationalisierung realiter (sic!) passiert, wohl ziemlich überrollt werden.

    ich habe mich ja auch immer als „Links“ verstanden, aber im moment ist mir schon peinlicn, das auch nur auszusprechen, weil ich an diesem rattenrennen nicht teilnehmen möchte.

    weil: am ende wird irgendein drecksköter alle ratten fressen.

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  7. genova68 schreibt:

    Ich weiß nicht, was linker und kommunistischer ist. Ich versuche zu argumentieren. Die Deutschen sind auch nicht schlecht, es gibt sie nicht. Ob ich Deutscher bin oder nicht, ist mir wurst. Ich würde mich niemals dafür schämen, wie soll das gehen? Oder darauf stolz sein? Sowas ist mir genauso schleierhaft wie die Leute, die sich beleidigt fühlen, wenn man sie Arschloch nennt. Das ist doch alles total unpersönlich und deshalb weder zur Beleidigung noch zur persönlichen Wertsteigerung geeignet.

    Mir ist es schon eher peinlich, wenn attac, bei denen ich seit 15 Jahren Mitglied bin, mit der Querfront liebäugelt. Das ist dann auch meine Verantwortung.

    Beim Deutschsein kann ich mit dem kollektiven Gedächtnis argumentieren, aber diese Überlegung dient dann nur zur eigenen Reflektion.

    Leuten Sachverhalten möglichst unkompliziert beizubringen: ja. Aber das ist hier nicht mein Job. Und ohne die Verwertungslogik des Kapitals zu erwähnen, versteht man nichts.

    Die deutsche Politik hat seit Goethes Zeiten, also schon immer, eine massive aggressive Schlagseite, Fremdenfeindlichkeit ist ihr ganz natürlich eingebaut, Überheblichkeit und das Überlegenheitsgefühl auch. Das liegt vielleicht einfach an der ungünstigen Konstellation, dass man via Nation nicht für Positives wie die Menschenrechte kämpfte, sondern für etwas Belangloses wie „Einheit“ und dann gegen Napoleon und also auch gegen Menschenrechte und überhaupt gegen Fortschritt. Biedermeier und Reaktion wahren die direkten Folgen des heroischen ersten deutschen Kampfes.

    Diese Konstellationen sind nach Hitler verdeckt worden, aber weiter inhärent. Das ist zumindest meine Vermutung. Gleichzeitig ist der Deutsche Meister im Nach-Unten-Treten. Es liegt am fehlenden Fundament. Deshalb gibt es vermutlich in keinem anderen Land so verklemmte Nahrungskulturdebatten wie hier. Von vegan und B12 plappern, aber millionenfach aufs Mittagsessen und damit auf einen wesentlichen kulturellen Aspekt verzichten.

    Man kann die Liste deutscher Katastrophen naturgemäß fortsetzen.

    Aber ich finde es auch in Ordnung, wenn man meine merkwürdigen Thesen auseinandernimmt. Wir sind hier in einem Blog, nicht im Schloss Bellevue.

    Über England beispielsweise kann ich nicht viel sagen, ich kenne mich da nicht aus.

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  8. El_Mocho schreibt:

    Irgendwie ist dieser Selbsthass ja auch wieder typisch deutsch.

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  9. genova68 schreibt:

    Da es mir egal ist, ob ich Deutscher oder sonstwas bin, kann es doch eigentlich kein Selbsthass sein, oder?

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  10. hANNES wURST schreibt:

    Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit.

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  11. hardy schreibt:

    [..] Ob ich Deutscher bin oder nicht, ist mir wurst.

    es ist ja das eine, wenn wir uns als weltbürger verstehen (und etwa gleich lang beide mitglied bei attac sind) und das andere, „deutsch“ zu sein. ich fand „die“ deutschen schon immer eklig und hab mich gerne drauf raus geredet, 56 geboren worden zu sein, als das saarland noch frankreich war. was praktisch ist, wenn man damit konfrontiert ist, was das bedeutet, wenn die leute in dem land, wo du lebst, 6 millionen juden auf dem gewissen haben und es dir nur wenig hilft, wenn du sagen kannst „meinen großvater haben die nazis ins kz gesteckt, weil er zu den 7% gehörte, die 33 gegen hitler stimmten“. wirklich, ich hab‘ ne fantastillion gründe, mich nicht sondelich deutsch zu fühlen … zu dumm, ich bin es und die geschichte hat es – nicht minder dumm – so eingerichtet, daß ich damit umgehen musste, deutsch zu sein.

    heute bin ich das ganz gerne. okay, im grunde bin ich eher „weltbürger“, durfte letzte woche noch mal den franzosen raushängen lassen und war im letzten urlaub damit beschäftigt, jedem franzosen, der nicht bei drei auf dem baum war, zu erklären, daß deGaulle und adenauer die blöde merkel überleben werden. wenn schon deutsch, dann der „gute“ …

    aber leider deutsch. geboren auf leichenbergen, großgezogen in einem land, das ich bis heute noch nicht für entnazifiziert halte, auf einer „gedankenautobahn“ unterwegs, die der adolf gebaut hat. stolz war ich noch nie drauf, aber ich muss halt mit der verantwortung leben.

    [..] ohne die Verwertungslogik des Kapitals
    [..] zu erwähnen, versteht man nichts.

    ach ja, man kann auch ohne sich einen kopp zu machen über „das kapital“ eine ganze menge verstehen, wenn man statt westlicher, christlich geprägter ideen, sich einfach östlichen hingibt. ich bin da irgendwo zwischen zen und dào und meine weltverstehmodelle basieren eher auf individueller verantwortung als auf schuldzuweisungen an einen abstraktum wie „den kapitalismus“. das ist ganz nett, wenn man sich als schüler eher maoistisch verortet hat, um seinen platz in der peergroup zu definieren und lustigerwese 40 jahre später jungen chinesen die maobibel von damals unter die nase halten kann ;-)

    nein, ich finde, man kann eine ganze menge verstehen, wenn man keine ersatzreligion hat sondern etwas „g*ttloses“ und doch „spirituelles“ hat. das einem so etwas wie ein „verständnis“ erlaubt ohne mechanistisches erklärwerkzeug zu bemühen.

    [..] seit Goethes Zeiten

    da gab es das noch nicht, dieses deutschland. du hast ja selbst auf die 48er angespielt, und wenn du in das 19. jahrhundert guckst, weisst du ja gar nicht, wer sich aggressiver gebärdete. napoleon? das british empire? das zarenreich?

    die vorstellung, daß es ein deutsches gen gäbe, das besonders kriegerisch sei, ist irgendwie nett als grundlage für ein buch, aber, hey, weder du noch ich wollten je ein anderes land überfallen und mir gefällt sogar die vorstellung, napoleon hätte sich durchgesetzt und uns die drei folgenden kriege erspart. die wir zu 2/3 verloren haben, was auch gut so ist, an dieser art von wesen kann nix genesen.

    [..] verklemmte Nahrungskulturdebatten

    ich bin carnivorer buddhist. muss man als deutscher schon sein, um sich vom nicht minder verklemmten vegetarier abzusetzen, von dem mehr geblieben ist, als uns lieb sein kann … und das man in diesen debatten immer gerne aufblitzen sehen kann.

    [..] Über England beispielsweise kann ich nicht viel sagen

    england und frankreich haben gesetze zur überachung und ausschlatung bürgerlicher rechte, da bekäme man als deutscher eine herzattacke. da müssen wir nicht auf uns gucken und uns „mea culpa“ vor die bust schlagen. da herrscht hier eine hysterie des sich schlecht fühlen wollens, die erbärmlich ist. ich glaube, wir mögen das, wir deutschen, daß wir schlecht, gemein und herzlos sein wollen und wenn schon denn schon. so richtig. aber so was von, die besten im schlecht, gemein, herzlos sein.

    deshalb ist dieses sich gegenseitig in theorien überholen wollen, auch soooo was von deutsch. und irgendwie nicht mein ding. (hihi, ich habe immer einen passenden pod parat …)

    mir wäre halt daran gelegen, daß man versucht, dinge zu verstehen, die man nur verstehen kann, wenn man über den tag hinaus zu denken in der lage ist. und da, das war das thema, bin ich als niemalsCDUwähler mit der rolle, die deutschland vor ner woche in brüssel spielte, so unglücklich nicht und weigere mich, in diesen chor des „wir haben europa kaputtgemacht und das schon zum dritten mal“ einzustimmen. die sache, das spiel, ist komplexer als das.

    lange rede, sorry, born this way.

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  12. hardy schreibt:

    ach ja, wird dir vielleicht gefallen wir können auch anders! ;-)

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  13. genova68 schreibt:

    Kein deutsches Gen, sondern einfach die Geschichte eines Kollektivs, eines, das als solches sich definierte, als Nation, kollektives Gedächtnis.

    Das deutsche Nationalbewusstsein entstand während Goethe, und da eben massiv als gegen Napoleon gerichtet. Napoleon war natürlich ein aggressiver Kriegstreiber, aber dummerweise ermöglichte er in deutschen Landen realen Fortschritt, z.B. bürgerliches Gesetzbuch, Säkularisierung, Entmachtung absolutistischer Fürsten. Die Verdrängung Napoleons bedingte den Wiener Kongress mit allen Folgen.

    Teile der europäischen Bevölkerung sind wohl schon längst postnational, wenn ich mir Berlin und die jungen Leute von überall her hier anschaue. Wobei man auch dann die Frage nach dem politischen Bewusstsein stellen und sich fragen muss, ob das Denken in nationalen Kategorien nicht einfach durch ein solches in neoliberalen Kategorien abgelöst wurde. Das macht es nicht besser. Da wird eine imperiale Strategie durch eine modernere ersetzt.

    Vielleicht könnte man noch auf die protestantische Ethik verweisen, als einen grundlegenden Unterschied zwischen Nord- und Südeuropa (um auf das Thema des Artikels zurückzukommen).

    Es gibt da die lustige Geschichte eines griechischen Fischers,der mittags in der Sonne döste und von einem deutschen Tourist gefragt wurde, warum er nicht zum fischen rausfährt. Der Fischer meinte, er sei schon draußen gewesen. Der Tourist entgegnete, wenn er nun nochmal rausfahre könne er mehr verdienen und dann als Rentner das Leben genießen. Der Fischer meinte, das könne er doch schon jetzt.

    Für den Touristen kaum begreifbar.

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  14. El_Mocho schreibt:

    genova, egal ob dir das nun gleichgültig ist, deine Denkweise ist typisch deutsch, sprich. es handelt sich um eine geanz besondere Form der Selbstwahrnehmung, die es so bei anderen nationen nicht gibt.

    Mal als Beispiel die Kolumbianer, mit denen ich mich etwas auskenne: Die sind sich der Schwächen ihres Landes durchaus bewusst. Mir hat ein Bekannter dort gesagt: Wenn die Korruption nicht wäre, wären wir das reichste Land der Welt, und da ist was dran. Das ökonomische Potential des Landes ist enorm, jede Menge Bodenschätze, tropisches Klima mit bis zu drei Ernten pro Jahr, eine relativ junge und relativ gebildete Bevölkerung; das einzige was sie behindert, ist ihr Bürgerkrieg, der nun schon mehr als 50 Jahre dauert und die wirtschaftliche und soziale Entwicklung erheblich behindert. Und natürlich ihre Mentalität, der Mangel an Gemeinsinn, die Bewunderung für den Schlauen, der andere austrickst, der machismo.

    Gleichzeitig sind die aber ausgesprochen stolz auf ihr Land und seine Kultur, die schöne Natur, der beste Kaffee der Welt, die hübschen Frauen, den Künstler Botero, ihre Musiker Shakira, Juanes usw. Kolumbianer im Ausland reagieren ausgesprochen gereizt, wenn bei Erwähnung ihres Landes immer als erstes die Assoziation: Kokain kommt. Dabei stimmt es natürlich, Kolumbien ist der Hauptproduzent von Kokain, wenn es auch inzwischen die Mexikaner verkaufen. Es geht also durchaus, die Schwächen des eigenen Landes kritisch sehen und gleichzeitig stolz auf das Land sein.

    Nur Deutsche können das nicht, bzw. werden schärfstens dafür kritisiert, wer stolz darauf ist, Deutscher zu sein, ist ein Nazi. Gutes Beispiel dafür ist die Art und Weise, wie der unsägliche Idiot aus Hamburg sich über die Siegesfeier der deutschen mannschaft nach der WM 2014 ausließ: https://metalust.wordpress.com/2014/07/15/in-deutschland-verhohnt-man-halt-die-deklassierten/

    Wie üblich ohne jede Sachkenntnis. Ein einziger Journalist in Argentinien hat die Deutschen kritisiert, und ist dafür seinerseits von seinen argentinischen landsleuten heftigst auseinandergenommen worden. Die Argentinier sind nämlich nicht solche von Selbsthass zerfressenen Idioten wie momo.

    Und schau mal hier: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/deutschland-laut-gfk-umfrage-das-beliebteste-land-13262024.html

    Deutschland ist das beliebteset Land der Welt. Schon seltsam, wo die Deutschen doch zu 90% Nazis und Rassisten und homophobe Schläger sind.

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  15. hANNES wURST schreibt:

    Sie sprechen über kollektives Selbstbewusstsein, kollektives Gedächtnis usw. Wenn es das gibt, dann ist eine massive kollektive Reue in Deutschland vollkommen angebracht. Genovas Fluchtversuch – abstreiten der Bedeutung nationaler Zugehörigkeit – ist natürlich verständlich, würde aber eine Aussöhnung mit Israel unmöglich machen. Insofern gebe ich Ihnen Recht: hier macht nationales Bewusstsein Sinn und ein Deutscher soll ruhig stolz sein auf Fußballtitel, Ingenieurleistungen und diesen ganzen Quatsch und die Deutschen sollen sich vorbildlich benehmen damit andere Nationen vergessen können, zu welchen Bestialitäten die Deutschen vor nicht so langer Zeit fähig waren und sie sollen verdrängen, dass die deutsche Volksseele potentiell den Rückfall in die Barbareien des Dritten Reichs in sich trägt.

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  16. El_Mocho schreibt:

    Nein, ich meine das individuelle Bewusstsein der in einem bestimmten Land lebenden Menschen.

    Ich bin nicht stolz, ein Deutscher zu sein; ich bin hier zufällig geboren und habe mir weder den Ort noch meine Eltern ausgesucht. Aber ich meine, man muss sich auch nicht schämen, Deutscher zu sein. Deutsch sein ist nicht besser und nicht schlechter, als Franzose oder Chinese oder Nigerianer zu sein. Man muss nicht alle Fehler, die Deutsche in der Geschichte gemacht haben, ihrer angeborenen Schlechtigkeit zuschreiben.

    P.S.: Was ist denn die Volksseele?

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  17. hANNES wURST schreibt:

    Ein Volk ist eine nicht näher bestimmte aber typischerweise große Anzahl von Personen. „Seele“ ist definitorisch unausgegoren und soll hier das beschreiben, was unabhängig von der Physis den Mensch zum Menschen macht, also inbesondere abstrakte Eigenschaften wie Vorlieben, Abneigungen, das mehr oder weniger konstante subjektive Erleben einer Person. (Der Objektivist / Reduktionist findet wenig Gefallen am Begriff der Seele, wird ihn umständlich in konkretere Ausdrücke kleiden und am Ende das Gleiche meinen.) Die „Volksseele“ bezeichnet eine Menge von Teilschnittmengen der Seelen von Personen eines Volkes, einfach gesagt bezeichnet sie, was für das Gefühlsleben eines Volkes im Durchschnitt typisch ist.

    Zwar kann ein Volk ohne großen Schaden eine solche Seele für sich selber diagnostizieren („wir, die Biertrinker“, „wir, die Freunde der schnellen Autos und schnellen Straßen“, „wir, die die Idee hatten, eine Völkermordsfabrik zu bauen“) und ferner ist es kaum zu verhindern, dass solche Zuweisungen auch von außen kommen („der fremdenfeindliche, spießige, überkorrekte, bürokratische, grausame Deutsche“).

    Es ist jedoch evident, dass eine einzelne Person niemals die Volksseele repräsentiert. Der Mensch verdient immer eine Einzelbetrachtung, unabhängig von seiner Herkunft. Der einzelne Deutsche hat oft nur geringe Schnittmengen mit der konstruierten, abstrakten Volksseele (gewisse Schnittmengen sind immer da, jeder Mensch z. B. hat manchmal Hunger oder Durst).

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  18. hardy schreibt:

    [..] Kein deutsches Gen, sondern einfach die
    [..] Geschichte eines Kollektivs, eines, das als
    [..] solches sich definierte, als Nation,
    [..] kollektives Gedächtnis.

    ich würde so ein buch ja auch nicht schreiben, zumal es das ja auch schon gibt. das mit dem „kollektiven gedächtnis“ gefällt mir wiederum gut, die „nation“ wiederum ist mir ziemlich wurschd.

    [..] Teile der europäischen Bevölkerung sind wohl
    [..] schon längst postnational, wenn ich mir Berlin
    [..] und die jungen Leute von überall her hier anschaue.

    das ist ja im grunde der eigentliche aberwitz: es gibt auf der einen seite so etwas wie eine westdeutsche tradition mit ihrem 68er befreiungserbe und eine offensichtlich ostdeutsche, die diese emanzipation vom staat und der nation immer noch niht nachvollzogen hat.

    für die jungen leute, die ich kenne, gibt es keine grenze mehr. das ist für die so selbstverständlich, daß sie nicht glauben, darum noch groß kämpfen zu müssen. aber genau dieser kulturkampf zeichnet sich gerade ab – und da ist es blöde, nicht gerne ein deutscher zu sein in dem bewusstsein, in seiner demokratischsten variante leben zu dürfen. da gibt es etwas, was man verteidigen kann und sollte

    ach ja, weil heute die meldung vom tod von dieter moebius durch die medien ging, habe ich bei mir zuhause noch mal diese krautrock doku verlinkt, die die hochspannende these vertritt, daß krautrock die eigentliche entnazifizierung bedeutet. das ist _mein_ deutschland auf das ich durchaus ein klitzekleines bißchen stolz bin. can, amon düül, neu!, kraftwerk … damit haben „wir“ die welt ja tatsächlich bereichert, dafür lieben „uns“ die japaner, englände, franzosen und amerikaner … nur wir selbst haben das über jahrzehnte mißachtet.

    ich schweife ab ;-)

    [..] Geschichte eines griechischen Fischers

    „der“ deutsche hat halt in der regel so seine probleme, zu entspannen und mal locker zu machen. ich dachte, das hätte sich mit guildor horn beim ESC ein für alle mal erledigt, aber wie wir gerade (perlen aus freital) bemerken, ist „der“ deutsche immer noch ein verkappter nazi.

    so schlimm kann schäuble nicht werden …

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  19. hardy schreibt:

    [..] Aussöhnung mit Israel

    die ist seit tokio hotel vollzogen. junge israelis und junge franzosen, die deutschkurse besuchen, um die texte zu verstehen? yihaw!

    [..] Rückfall in die Barbareien des Dritten Reichs

    an der stelle fürchte ich immer, daß „der“ deutsche viel zu sehr auf uniformen und das hysterische gekreische von irgendwelchen junkies (goebbels, goering et al) starrt und weniger auf die statuen arno brekers, die ich in meinem kopf mit so was wie „germany’s next top model“ zu einem schleichenden nazigeist (schöner, besser, größer) zusammenfüge, und es ist ja auch so, daß viele „grüne“ ideen (ich bin grünenwähler seit man das kann, nur um nicht missverstanden zu werden) eins zu eins aus der okkulten gedankenwelt der nazis in die gegenwart übernommen wurden.

    die gefahren lauern also weniger im offensichtlichen, womit sich gerade ein paar debile leuten im osten „heimisch“ machen, sondern eher direkt hinter der schönen fassade des alltäglichen ausgrenzens dessen, was „anders“ ist.

    faschismus hat mehr mit dem zu tun, was wolfgang neuss uns mal erklärte.

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  20. hardy schreibt:

    während ich gerade einen leckeren tee aufsetze: ich denke, es ist eine frage, welches „narrativ“ wir übernehmen … oder ob wir selbst unser eigenes „stricken“, wenn wir uns sehen. für mich jedenfalls ist „deutsch“ vor allem diese unterschiedlichen kulturen, die mal deutsch waren, also die distanz zwischen dem bayern und dem norddeutschen und dem saarländer und dem mecklenburger. deshalb hätte ich ja auch gerne eine „bundesrepublik europa“, die all die lokalen unterschiede pflegt.

    das landläufig gepflegte narrativ, das uns unser „deutschsein“ als einen makel zu verkaufen sucht, ist jedenfalls eher ausdruck einer krankheit, die uns mal befallen hat, als ausdruck einer „seele“. hier werden narrative aus dem 19. jahrhundert, die wiederum nur reflexe sind auf äußere umstände, bedenkenlos übernommen, die ich für mich jedenfalls nicht gelten lassen möchte. das sind mythen, die gestrickt wurden, um einer nation im werden auf die beine zu helfen und sie sind … siehe arminius/hermanns-denkmal: da wird ein verräter an allem geehrt, der dann zu allem überfluss von seinen eigenen leuten abgemurkst wird. so bizarr kann „deutschsein“ sein.

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  21. genova68 schreibt:

    El Mocho,
    „Ich bin nicht stolz, ein Deutscher zu sein; ich bin hier zufällig geboren und habe mir weder den Ort noch meine Eltern ausgesucht. Aber ich meine, man muss sich auch nicht schämen, Deutscher zu sein. Deutsch sein ist nicht besser und nicht schlechter, als Franzose oder Chinese oder Nigerianer zu sein. Man muss nicht alle Fehler, die Deutsche in der Geschichte gemacht haben, ihrer angeborenen Schlechtigkeit zuschreiben.“

    Niemand behauptet, dass man sich schämen müsse. Und von angeborener Schlechtigkeit hat auch niemand geredet. Es geht hier nicht um Biologismus.

    Ich versuche lediglich, geschichtliche Abläufe zu ordnen. Und da kommt man um den deutschen Sonderweg nicht drumrum. „Der schlechte Deutsche“ ist kein Narrativ, es geht sowieso nicht um das Individuum, sondern um das Kollektiv. Und es gibt natürlich ein kollektives Gedächtnis, das auf selbiges wirkt. So kann ich mich der Geschichte stellen, als Deutscher, was ich in Bezug auf Israel beispielsweise machen muss.

    Das, was in Deutschland in den vergangenen 15 oder 20 Jahren abgelaufen ist und immer noch abläuft, verlangt nach Klärung. Also die Haltung, sich gegen Europa behaupten zu müssen, denn das war die Erklärung für die gesamte Agendapolitik. Diese Haltung, die zu deutscher Hegemonie führte, die hierzulande immer noch eisern verteidigt wird, muss erklärt werden. Und da komme ich mit Abwehrhaltungen („deutschsein ist kein makel“) nicht weiter.

    Die Kolumbianer, die stolz sind auf ihre schönen Frauen: Ein doch recht unterirdisches Niveau, nicht wahr. Ich denke, man kann Nationalismus so direkt nicht miteinander vergleichen. Kolumbianer haben keinen Weltkrieg und keinen Holocaust angerichtet und dann wird der Nationalstolz offenbar gerne unpolitisch rausgekehrt. Inwieweit das reine Oberfläche ist, könnte man untersuchen. Ich habe das ein paar mal in Ägypten mitbekommen, da hieß es auch, wir Ägypter sind eins. Dann kam der arabische Frühling, seitdem sieht man, was real dahintersteckt: Das Volk geht in Teilen mit extremer Gewalt aufeinander los. Nix mit „wir sind eins“. Ähnliches gilt für die Türkei oder für die gerne behauptete muslimische Solidarität. Das ist alles oberflächlicher, folkloristischer Nonsense, der bei der erstbesten Gelegenheit in sich zusammenfällt.

    Gemeinsamkeit kann, jenseits der bloßen Behauptung, nur als kritische funktionieren.

    Insofern bin ich vorblildlicher Deutscher.

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  22. El_Mocho schreibt:

    Weist du, woher der „deutsche Sonderweg“ kommt? Vom 30jährigen Krieg, der das entstehen einer einheitlichen, starken deutschen Nation mit einem König an der Spitze wie in Frankreich oder England verhindert hat. Und wenn man will, noch tiefer von der Reformation, die im Anfang ein deutsches Phänomen war (genau wie der erste Versuch einer sozialen Revolution in Europa, der Bauernkrieg). Franzosen und Engländer haben dieses Pech nicht gehabt. Die darauf folgenden Entwicklungen, bis hin zum Nationalsozialismus, dürften damit zu tun haben. Man sollte da nicht mystifizieren.

    Wie erklärst du dir denn die Beliebtheit der Deutschen in der Welt?

    Und welches Probelm hast du mit schönen Frauen?

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  23. hardy schreibt:

    [..] Franzosen und Engländer haben dieses Pech nicht gehabt.

    naja, die haben es halt anders „geregelt“, bartholomäusnacht ick hör dir trappsen.

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  24. El_Mocho schreibt:

    Beide Länder sind jedenfalls nicht in einen disparaten Haufen von Kleinstaaten zerfallen.

    Die französische Revolution wäre in Deutschland nicht möglich gewesen, weil ein Umsturz in Hessen-Kassel die Verhältnisse in Hessen-Darmstadt unberührt gelassen hätte.

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  25. genova68 schreibt:

    El Mocho,
    ja, vielleicht spielt in den deutschen Sonderweg auch die Reformation und der 30jährige Krieg mit hinein. Da haben wir keinen Dissenz. Ich mystifiziere auch nicht.

    Die Beliebtheit der Deutschen in der Welt, höhö. Du mit deiner lustigen Umfrage überzeugst mich nicht. Beliebtheit von Nationen ist schon eine dumme Kategorie, damit kannst du vielleicht in einer Samstagabendfamilienshow reüssieren. Wenn ich mir vorstelle, dass ich sage: „Ich mag die Argentinier (oder sonstwer) am liebsten.“ Was ist das denn für eine lächerliche Scheißaussage. Und wie viele Deutsche kennt eigentlich ein Durchschnittskolumbianer? Und wie viele von denen waren schon in Deutschland?

    Übrigens würde diese Umfrage derzeit in Europa anders aussehen. Und generell: Devote Menschen befüworten ihren Zuchtmeister.

    Schöne Frauen: Ich fände über die Maßen bekloppt, wenn ich auf die bayrischen, sächsischen, niederrrheinischen, Duisburger, Bielefelder und Köthener Frauen aufgrund ihrer „Schönheit“ ernsthaft stolz wäre. Ich würde für meine Einweisung plädieren.

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  26. besucher schreibt:

    Deutscher Sonderweg in der traditionell strategisch prekären Mittellage Europas. Das Interesse Deutschlands muss es sein gut mit seinen Nachbarn auszukommen. Das ist die deutsche Verantwortung in Europa. Hegemoniale Absichten stehen dem entgegen.

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  27. besucher schreibt:

    Immerhin haben die Ösi-Mädels im Schnitt in Europa die größte Oberweite. Das sind immerhin Bio-Deutsche. Da kann man doch stolz druff sinn!

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  28. El_Mocho schreibt:

    Ich gebe da nur meine Erfahrungen wieder. Überall in Südamerika wirst du als Ausländer gefragt, wie dir die Frauen gefallen. Sicher schrecklich heteronormativ, aber die Welt ist eben kein Ponyhof. Und Südamerikaner in Deutschland äußern sich auch über die Frauen: Selten so viele heiße Blondinen gesehen.

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  29. genova68 schreibt:

    Mocho,
    du kannst auch aufs Oktoberfest gehen und dich über Frauen unterhalten. Mit solchen Klischees kommen wir nicht weiter.

    Außerdem hast du einen komischen Diskurs. Ich soll also etwas gut finden, nur weil es von Nichtdeutschen gemacht wird, von Ausländern. Eine lustige Dialektik.

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