Falsch sozialisiert

Wer schwenkt eigentlich die Fahnen? Eine Beobachtung vor ein paar Tagen in München: In der gesamten Innenstadt, die bekanntlich ziemlich hochpreisig ist, sah ich fast keine Deutschland-Accessoires, dafür um so mehr Luxusautos. Man könnte das sicher evaluatorisch belegen: Je höher die Porsche-, desto geringer die Fahnendichte. Diese Leute haben es nicht nötig. Das Schwarzrotgoldgeschwenke ist die Lieblingsbeschäftigung des entpolitisierten Proletariats und natürlich des unvermeidlichen Kleinbürgertums, dazu viele Neureiche, die im Autokorse ihre Wagen und Sonnenbrillen ausführen können. Einziger Lichtblick dabei sind manche Migranten, bei denen das Schwarzrotgold-Vorzeigen immerhin noch einen Sprung auf die andere Seite voraussetzt.

Ich bin wohl zu sehr mit Danzer, Wecker und ähnlichem linken Gesockse sozialisiert worden, um diesen Partynationalistenscheißdreck sympathisch finden zu können.  Was soll die Kategorie des Nationalen? Warum brauchen plötzlich alle wieder diesen Müll? Keine Ahnung, ob das harmlos ist oder nicht. Es ist so harmlos wie es dämlich ist. Es steht nichts dahinter. Zumindest nichts, was die Schwenker checken würden.

Sowieso absurd zu behaupten, Millionen fahnenschwenkender Menschen hätten nichts mit den Millionen Toten zu tun, die die Kategorie des Nationalen auf dem Gewissen hat. Alleine die Aggressivität, die einem entgegenschlägt, wenn man das thematisiert. Und keineswegs nur in Nazi-Kreisen, da reicht mittlerweile der durchschnittliche Grünen-Wähler.

Die argumentieren ja gerne, dass bei der deutschen Elf jetzt so viele Migranten mitspielen, das sei doch toll. Ja, ist ja nett, aber was ändert das an der Kategorie des Nationalen? Die Abgrenzung läuft dann halt nicht mehr übers Blut, aber nach wie vor über den Boden, das ist alles. Sozusagen eine Art Nationalismus der Globalisierung. Die USA lassen grüßen.

Hoffen wir also, dass Deutschland gegen Argentinien rausfliegt. Wobei diese Hoffnung wenig mit den Ausfällen Schweinsteigers (er ist halt Fußballer) und nichts mit den sportlichen Qualitäten der Spieler zu tun hat. Es ist nicht so, dass mir die eine Mannschaft lieber wäre als die andere. Mir sind beide fast unbekannt. Der Wunsch ist rein egoistisch: Einen eventuellen Party-Nationalismus in Buenos Aires kriege ich nicht mit.

Ein Freund meinte kürzlich, er sehe die WM als ein Turnier von Sportverbänden, mehr nicht. Das ist es ja im Grunde auch. Und aus dieser Perspektive wird das Fahnenmeer vollends absurd.

Freuen wir uns auf die Bundesliga.

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23 Antworten zu Falsch sozialisiert

  1. mondoprinte schreibt:

    Hervorragender Text!
    Deine Beobachtung bezüglich grün-alternativer Milieus, deren „Bewohner“ zumindest mit Befremden reagieren, wenn man keine Lust hat, mitzumachen, kann ich nur bestätigen… ob München oder Münster…

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  2. Pingback: Fußball und (meine eigenen) Vorurteile « MondoPrinte

  3. Nihilist schreibt:

    Teile und Herrsche. Im Großen wie im Kleinen.

    Ein Astronaut, mir fällt der Name nicht ein, hat einmal erklärt, aus dem Weltall sehe man keine Grenzen, und dort sehe man auch wie klein die Erde im All ist, wie gefährdet das Leben an sich ist, in der feindlichen Leere.

    Ich habe keinen Nationalstolz. Man kann doch nur auf etwas stolz sein, was man selbst erreicht hat. Für meine Geburt in einem bestimmten Bereich der Erde stolz zu empfinden? Ach nein. Es ist nur Glück, nicht in einem Slum irgendwo in Indien oder sonstwo geboren worden zu sein.

    Ich sehe mich in erster Linie als Mensch, sozusagen als Terraner. Auch darauf, dass ich ein Mann bin, kann ich nicht stolz sein, so lange noch irgendwo auf der Welt Frauen oder Kinder von Männern unterdrückt werden.

    Was für ein Selbstwertempfinden müssen Menschen haben, die nicht auf eigene Leistungen stolz sein können. Die brauchen also andere Menschen auf die sie hinabblicken können, um sich selbst zu erhöhen.

    Für solche „Typen“ empfinde ich nur Mitleid, nein, Mitleid ist ein negativer Begriff, Mitgefühl trifft es besser. Geteiltes Leid ist halbes Leid, aber ich denke das diese Menschen nicht einmal in der Lage sind zu begreifen, dass sie im Grunde genommen Mitgefühl der Menschen nötig haben, die sie wegen der „Nichtteilnahme“ am Jubel über Leistungen anderer kritisieren oder sogar verurteilen.

    Was ich kann, ich kann Menschen bewundern, die zu besonderen Leistungen fähig sind. Ich kann sogar einen Menschen bewundern, der nicht mehr unter den Lebenden weilt, wie Henry David Thoreau, Gandhi oder Martin Luther King. Wie Schiller, Mozart, Strindberg, Leonardo da Vinci oder oder oder … aber dadurch entsteht bei mir kein Nationalstolz. Ich bin auch nicht „Papst“, weil der zufällig Deutscher ist, ich bin nicht „Weltmeister“, wenn irgend ein Sportler oder eine Mannschaft so einen Titel erreicht.

    Pisa lässt grüßen – je dümmer, um so eher muss wohl der Nationalstolz herhalten, um ein Selbstwertgefühl zu erreichen.

    Die sind wirklich nur zu bedauern, diese geistig armen Menschen.

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  4. frank peso schreibt:

    geistig besonders reich scheinst du aber auch nicht zu sein, mein lieber nihilist. so wie die medialen geschäfte aufgezogen werden, kann man doch nicht auf die einschlagen, die das system nicht durchschauen.

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  5. hanneswurst schreibt:

    Eine Portion vom kulturellen Nationalstolzes, von der Liebe zur deutschen Sprache, zur deutschen Landschaft, zum deutschen Bier und zur deutschen Bockwurst, zu deutschen (oft deutschjüdischen) kulturellen Errungenschaften und zum deutschen Fußball lasse ich mir von Euch linken Kleingeistern nicht vermiesen. Ihr wollt über die Ablegung Eurer Nationalität nur vergessen, wie Eure Großeltern das Menschsein abgelegt haben.

    Den politischen Nationalismus, der für Ausgrenzung und Ausschaltung von Individualität steht, lehne ich natürlich rundum ab.

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  6. Nihilist schreibt:

    Wenn Sie das „einschlagen“ nennen, dann dürften Sie nicht erleben, wenn ich richtig verbal „zuschlage“.

    1 2 3 4 5 6 7 = 8
    7 6 5 4 3 2 1 4

    1 2 3 4 5 6 7 = 8
    1 7 6 5 4 3 2 1

    1 2 3 4 5 6 7 = 8
    2 1 7 6 5 4 3 5

    (und so weiter – von mir „entdeckt“ – falls Sie den Sinn verstehen)

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  7. Nihilist schreibt:

    @ Hanneswurst

    Nationalstolz – hat nichts mit Liebe zu tun. Es ist eine Ersatzbefriedigung, mangels Zufriedenheit mit sich selbst.

    Nationalstolz ist ein Mittel sich gegen andere Menschen abzugrenzen. Man will etwas besonderes sein, besser als alle anderen Menschen, die nicht der gleichen Nation angehören. Das hat schon oft zu Kriegen geführt, die „Emser Depesche“ ist da ein gutes Beispiel.

    Sprache, ein Mittel der Komunikation – Sie sind demnach Stolz darauf, sich mit Menschen unterhalten zu können die Deutsch sprechen.

    Sie dürften dann aber keine Fremdsprache nebenbei benutzen. Das würde doch dem Stolz auf „Ihre Sprache“ widersprechen.

    Natur, oft etwas „unnatürliches“, weil von Menschenhand geschaffen.

    Stolz auf Nahrungsmittel? Entschuldigung, aber das ist doch wohl nicht Ihr ernst?

    Liebe ist ein Gefühl, Stolz eine der „Todsünden“.

    Superbia: Hochmut (Übermut, Eitelkeit, Stolz)

    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Brueghel_-_Sieben_Laster_-_Superbia.jpg&filetimestamp=20100127160119

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  8. Bersarin schreibt:

    Dieser Text von Dir ist sehr gut. Allein: das Fazit will mir nicht munden. Denn just heute habe ich beschlossen, einen photographischen Ausflug in den Menschenpark zu machen, um Fanbilder zu schießen und Jubeldeutsche zu verewigen. Da kann ich eine Niederlage der deutschen Mannschaft gerade nicht so gut brauchen.

    Ich habe jedoch diesen bösen Verdacht: Wenn ich mir etwas vornehme, mißlingt das meist; es geht mir wie dem Propheten Jonas vor der Stadt Ninive. Er hat sich auf ihren Untergang gefreut, sich auf einem Hügel mit guter Aussicht gemütlich eingerichtet, aber Gott verschont die Stadt. Sehr ärgerlich.

    Schickte man mich in den Irak, um Kriegsphotos zu machen, kämen augenblicklich alle Kriegshandlungen zum Erliegen. Bin ich auf einer Demo, so fällt dort die Haue nur mäßig aus und ich komme mit Scheißbildern zurück. Wo ich stehe, da spritzt kein Wasserwerfer. Vermummte Autonome legen ihre Steine des revolutionären Kampfes beiseite und gehen traurig nach Hause.

    Mag die Krake, das Orakel aus Oberhausen, auch den Sieg der deutschen Elf angezeigt haben, so werden, wenn ich heute auf dem Kudamm bin, vier argentinische Fans mit ihren Fahnen temperamentvoll wedeln. Na ja, dann warte ich halt die nächtlichen Ausschreitungen ab. Ich habe ja einen Blitz mit sehr starker Leitzahl sowie lichtstarke Photoapparate.

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  9. Maximilian schreibt:

    Dieser Partynationalismus ist doch ein hübsches Substitut. Weltmeisterschaft ist mir persönlich lieber als Weltherrschaft. Fern ab davon -ich schaue eigentlich kein Fußball, trinke aber gerne in Gesellschaft Bier- denke ich, dass Fußball mehr verbindet als spaltet. Und warum diese „Kleinbürger“ (eigentlich auch ein demagogischer Begriff) einerseits unpolitisch seien sollen und auf der anderen Seite sich Millionen Tote durch nationalistische Politik zurechnen lassen müssen erschließt sich mir nicht. No offense!

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  10. fk schreibt:

    @bersarin

    lieber bersarin,
    grämen sie sich nicht. das ist ja das grundlegend paradoxe an der bilderflut unserer tage. wenn denn wirklich einmal etwas passiert, ist so gut wie nie eine kamera da.
    das beschriebene geht nicht nur ihnen so.

    mbgfk

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  11. InitiativGruppe schreibt:

    Da bin ich endlich mal GANZ anderer Ansicht, lieber Genova.

    Der Mensch ist ein soziales Tier.
    Ich bin ein Mensch.
    Ergo bin ich ein soziales Tier.

    Und welchen Gemeinschaften gehöre ich an?
    Ich bin Teil einer Familie. Ich bin InitiativGruppler, Sendlinger, Münchner, Bayer, Deutscher, Europäer, Weltbürger. Ich bin Mann. Ich bin 68er. Ich bin Grüner. Ich bin Klassikfan. Etc.

    Alles auf die eine oder andere Art Kollektive, denen ich mich zugehörig fühle.
    Warum sollte ich mich nicht auch als Deutscher fühlen? Und diese unterhaltsame, wirklich mitreißende Gemeinsamkeit des Fußballs genießen?

    Mir gefällt der Partynationalismus. Ich finde ihn harmlos – vom übermäßigen Alkoholgenuss mal abgesehen.

    Ja, da flippen einige aus. Ich, in solchen Momenten unterkühlt, beobachte es mit einem Lächeln. Der Mensch ist halt ein Mensch und macht eine Menge Scheiß, wenn der Tag 24 Stunden hat. Na und?

    Also, raus mit der deutschen Flagge – sie gefällt mir ohnehin farblich ausgezeichnet! Und hat immer für das zivile und demokratische Deutschland gestanden. Wenn ich meine Landleute jubeln sehe, macht mir das das Herz warm.

    Genova (deine Anhänger eingeschlossen), du machst einen Fehler, wenn du das Soziale im Menschen unterschätzt. Das Gemeinschaftsgefühl. Das Bedürfnis danach. Mich freut es, wenn ich es wirken sehe, dieses Gemeinschaftsgefühl, auch wenn ich natürlich lieber sähe, es würde sich auch und mehr als Solidarität mit den Schwachen zeigen.

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  12. Pingback: Falsch sozialisiert? – Nein. Es lebe der Partynationalismus! « BlogIG – Migrationsblog der InitiativGruppe

  13. genova68 schreibt:

    Hallo und danke für die Kommentare,

    ich könnte eigentlich jedem zustimmen, obwohl sie unterschiedliche Haltungen zeigen. Ich bin mir bei diesem Artikel nicht sicher, das ist alles angreifbar, keine Frage. Wenn ich das jetzt lese, merke ich, dass es schon recht hart rüberkommen kann. Wobei ich hoffe, dass es sich von selbst verseht, dass ich die WM-Partyfeierer nicht für Millionen von Toten verantwortlich mache.

    Es ist jedenfalls ein spannendes Thema, ich werde nachdenken.

    Vorab, IG: Dass die deutsche Fahne für das „zivilile und demokratische Deutschland gestanden hat“, zeigt schon in der Formulierung im Perfekt, dass du dieser Einschätzung selbst nicht traust.

    Einen schönen Tag!

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  14. InitiativGruppe schreibt:

    … äh, ja, man sieht, ich bin doch vorsichtig.

    Aber ich habe im Moment nicht den Eindruck, dass PI und Company die Fahnenschwenker für Özil, Khedira und Boateng sind …

    Und ich habe auch nicht den Eindruck, dass das viele Schwarz-Rot-Gold allzu verbissen „Deutschland Deutschland über alles“ meint.

    Wenn jemand JETZT denkt, dass Deutschland das beste und am schönsten spielende Team auf dieser WM hat, hat er bzw. sie einfach recht, und ich verweise auf die aktuellen Kommentare etwa des Guardian oder der New York Times.

    Es hat natürlich was Bedenkliches, wenn das Gemeinschaftsgefühl so expressiv wird, wie etwa im Falle „Lena“ und „WM“. Interessant wäre die Frage, wie diese Fälle von Kollektivbegeisterung zusammenhängen mit den Fällen von Kollektivverachtung gegen die „faulen“ und „verschwenderischen“ Griechen oder gegen die „Hartzer in der Hängematte“.

    Ja, gibt’s da einen Zusammenhang? – Vielleicht die Selbstgerechtigkeit der Leistungsstarken?

    Das macht mir Sorgen – schließlich bin ich jemand, der das Lob der Faulheit singt und immer – auch beim Fußball – ein Herz für die Verlierer hat – und immer die glücklichen Umstände im Auge hat, die vor jeder guten Leistung kommen und die erst zur guten Leistung verhelfen.

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  15. InitiativGruppe schreibt:

    Anmerkung: Vielleicht entzaubern „UNS“ ja die Spanier demnächst … und Özil verschießt einen Elfer und Boateng macht ein Eigentor und Khedira fliegt nach einem gemeinen Faul vom Platz …

    Aber selbst dann hat Multikulti die Fußballzukunft für sich – dagegen kommen die Ressentiments und Reinheitsphantasien der Rechtspopulisten nicht an.

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  16. chriwi schreibt:

    „Die argumentieren ja gerne, dass bei der deutschen Elf jetzt so viele Migranten mitspielen, das sei doch toll.“

    In den USA haben auch in Zeiten der Apartheid Schwarze in Krieg kämpfen oder Medallien gewinnen dürfen.

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  17. Nihilist schreibt:

    @ chriwi

    und als es zwei wagten, bei der Siegerehrung ihre Faust in den Himmel zu strecken …

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  18. Bo schreibt:

    @ Nihilist:

    1 2 3 4 5 6 7 = 8
    3 2 1 7 6 5 4 2

    ???

    Sry, würd die antwort dafür gern wissen…

    Ich muss leider auch sagen, dass ich den Text von Genova etwas sehr hart finde und fühle mich an diesen Text erinnert den Ich eben grade gelesen habe:
    http://www.neon.de/kat/sehen/gesellschaft/313635.html

    Sport verbindet. So ist es immer gewesen und so wird es hoffentlich immer sein. Ich bin mir sicher, dass Deutschland das einzige Land ist, wo es diese großen Komplexe mit der eigenen Fahne gibt… Ich bin 88er Jahrgang und mit der deutschen Geschichte sehr gut vertraut, aber das einige Menschen nicht davon lassen können die alten Geschichten auszugraben kotzt doch langsam an! (Ich bitte darum, dass niemand das jetzt persönlich nimmt.)
    Vllt sollte man mal eine Initiative gründen um die Farben der Fahne umzuändern. Am besten die ganze Fahne Rosa machen, dann kann man jeden, der dagegen redet als jemanden abstempeln der das Weibliche unterdrückt und das will ja schließlich keiner sein! Und wer denk bei einer Rosa Fahne schon an Nationalsozialismus?
    Wie einfach man doch solche Probleme lösen kann….

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  19. genova68 schreibt:

    Ich komme beim Nachdenken leider nicht weiter. Ich habe nichts gegen Gemeinschaft, aber sehr wohl etwas gegen künstliche Kollektive, und die Versammlung unter der deutschen Flagge ist so eins. Natürlich ist es völlig ok, die Deutschlandfahne zu schwenken, wenn man die Mannschaft unterstützen will. Womit sollte man sonst schwenken? Aber die Fahne steht eben nie nur für die Fußballmannschaft, sondern für mehr. Und wofür, das ist mir ziemlich unklar. Den Hinweis auf 1848 halte ich weit hergeholt, da frage man bitte mal die Schwenker selbst. Und Instrumentalisierung von Nationalismus ist nun wirklich nichts neues. Die ganzen politischen Debatten derzeit laufen ja auch über den Appell an die Nation: „Wir“ müssen den Gürtel jetzt enger schnallen.

    Und ich halte es für einen ziemlichen Kindergarten zu glauben, durch Ösil und Cacau würde sich irgendwas am Thema Integration lösen lassen. Wenn die Welt so einfach wäre. Es sind im Wesentlichen ökonomisch-ideologische Kategorien, die da wichtig sind, keine Fahnen, hinter denen nichts und alles steht.

    Sagen wir so: Mir ist es egal, aber ich käme nie auf die Idee, mit so einer Fahne rumzulaufen. Falsch sozialisiert eben.

    An einer Fahne von Schalke oder der Eintracht hängt eben nichts dran außer dem Ideal des Fanseins.

    Dass die gegen Argentinien gut gespielt haben, ist allerdings nicht zu bestreiten. Insofern habe selbst ich gemerkt, dass mich der Sieg gefreut hat.

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  20. Nihilist schreibt:

    @ bo

    Also es ging um meine angeblichen „geistigen Mängel“ die Frank Peso bei mir entdeckt haben wollte.

    Also es handelt sich um die Methode zum erstellen eines Spielplanes, die ich für einen Bekannten entwickelt habe.

    Die Bitte war, ob ich ihm für ein Badmintonturnier mit beliebiger Teilnehmerzahl ein Programm erstellen könne, das die Parungen automatisch berechnet.

    Nach ein paar Tests und Überlegungen habe ich einen Algorithmus ent“deckt“. Keine Ahnung ob der schon einmal von anderen Menschen „entdeckt“ wurde.

    Wenn eine ungrade Teilnehmerzahl vorhanden ist, schreibt man die Zahlen 1 2 3 4 5 6 7 und dann umgekehrt 7 6 5 4 3 2 1 untereinander. Paarung 1-7, 2-6, 3-5 und 4 ist spielfrei. Wenn es eine gerade Teilnehmerzahl ist, wird dann Nr. 8 – 4 als Paarung angesetzt.

    Nun verschiebt man die untere Reihe um eins – also oben 1 2 3 4 5 6 7 unten 1 7 6 5 4 3 2 – Paarungen 1 Spielfrei oder 1 – 8, 2 – 7, 3 – 6 und 4 – 5.

    Und so weiter bis alle Paarungen erstellt sind.

    Dafür habe ich ein Programm erstellt und so dann für mich auch einmal diese Lösuhng benutz, um bei einem Schachturnier die Paarungen so zu errechnen. Ist jedenfalls leichter als das mit der „Hand“ zu erstellen.

    Keine Ahnung ob die beim DFB auch so eine Lösung benutzen oder einfach irgendwann einmal einen Spielplan entwickelt haben und dort nur die Namen der Mannschaften austauschen.

    War eine „Fingerübung“ für mich und ich muss gestehen, zuerst hatte ich nur die Lösung für eine ungerade Teilnehmerzahl. Ich kam anfangs nicht auf die Idee den „Spielfreien“ einfach die nächste gerade Nummer zuzuordnen. Die Lösung kam mir dann im Schlaf – im Traum – ich erwachte – hab aber nicht Heureka gerufen sondern das Programm sofort geschrieben und ausgetestet.

    Mein Bekannter war Happy.

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  21. bersarin schreibt:

    @ Bo

    Besser noch: ein rosa Winkel. Ihre Sätze zeigen leider, daß Sie nicht so gut mit der deutschen Geschichte vertraut sind.

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  22. Nihilist schreibt:

    @ genova68

    Natürlich kann man sich an einem schönen Spiel erfreuen und geniessen. Nur, es ist der Erfolg der Spieler, nicht der Nation. Die Spieler, die dürfen durchaus Stolz empfinden, und denen gönne ich auch ihren Erfolg.

    Aber daraus nun die Überlegenheit einer Nation zu basteln, das ist Irrsinn.

    Das ganze drumherum – Nationalhymne und so, das sollte abgeschafft werden. So bin ich auch gegen die Medailenspiegel bei den Olympiaden. Es sind die Sportler, wenn sie denn wirklich nicht gedopt sind, die einen Sieg durch ihre Leistung errungen haben, nicht die Nation.

    Und wenn dann noch Staaten gute Sportler ohne Problem als Staatsbürger aufnehmen, nur um die Leistung dieser Spieler für die eigene Nationalmannschaft zu nutzen …

    … normale „Einwanderer“ aber an den aussereuropäischen Grenzen abschieben …

    dann ist das nur noch Kommerz für Brot und Spiel mit denen die Bürger ruhig gestellt werden.

    Wie schon gesagt, Stolz kann man nur auf etwas sein, was man selbst geleistet hat. Dabei ist aber Stolz nur ein „Hilfsmittel“ sein eigenes Selbstwertgefühl zu pushen. Und wer so etwas nötig hat, der ist zu bedauern.

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