Norwegen und Henryk Broder: Der geistige Brandstifter zündelte erfolgreich

Auch Kolumnist Henryk Broder findet Erwähnung in dem Manifest des norwegischen Attentäters. Anders Breivik zitiert ein Interview, das Broder einer niederländischen Zeitung gab, und in dem der Autor Europäer aufforderte auszuwandern, sollten sie ihre Freiheit weiter behalten wollen. Broder ist überzeugt, dass die Europäer sich der Islamisierung nicht widersetzen werden“, so B. (Quelle: redblog)

Mit „B.“ ist der Attentäter Breivik gemeint. Broder forderte in dem Interview in der Tat zum Auswandern auf.

Broder ist einer der zahlreichen geistigen Brandstifter. Er ist einer derjenigen, ohne die auch Breivik nicht zur Waffe gegriffen hätte. Jemand, der 1.500 Seiten zur Begründung seines Tuns verfasst, ist geradezu süchtig nach Legitimation, nach einem theoretischen Fundament, wie verschroben es auch wirken mag. Breivik brauchte Leute wie Broder, um die Schwelle zur Tat zu überwinden.

Broder im Tagesspiegel auf die Frage, ob er sich Sorgen machen, weil er nun „weltweit in so einem Zusammenhang exponiert werde“:

„Das einzige, worüber ich mir Sorgen mache, ist, woher ich Ersatzteile für meinen Morris Traveller aus dem Jahre 1971 bekomme. Sogar in England werden die Teile knapp.“

Klingt ähnlich realitätsverlustigt wie die Begründungen Breiviks.

Broder ist in dem Zusammenhang deshalb interessant, weil er ein Scharnier herstellt zwischen den offen Rechtsradikalen von NPD, PRO, der Bloggerwelt einerseits und dem anständigen, offiziellen Diskurs im TV, in Zeitungen etc andererseits. Wer laufend bei Anne Will und Maibritt Illner sitzt, wer führender Kolumnist bei der Welt ist, wessen Bücher ausführlich rezensiert und sehr gut verkauft werden, der wird schon irgendwie recht haben. Der Kommentarbereich der Welt ist übrigens manchmal von dem einer NPD-Zeitung nicht zu unterscheiden. Die Fans wissen genau, was sie an ihrem Broder haben.

Broder und Co. fördern die braune Verseuchung der Gesellschaft, die dadurch – und begünstigt vom neoliberalen Denken allgemein – wächst. Die Fraktion Broder streut und bedient dabei das Ressentiment und lebt gut von ihm, gerne humorvoll, gerne gut geschrieben, vor allem „querdenkend“, was heute so viel heißt wie: der „schweigenden Mehrheit“ entsprechend. Die Fraktion „Dr. Sarrazin“ gibt den vermeintlich versierten Statistiker, der, dem neoliberalen Bildungskonzept entsprechend, einfach recht hat, weil er ganz, ganz viele Zahlen präsentiert und weil ein „Dr.“ vor dem Namen steht. Er weiß viel, wie man sagt. Gemeinsam sind sie effektiv. Ob sie das glauben, was sie schreiben oder goebbelsmäßig ihre Anhängerschaft (zu der auch Breivik gehörte) verachten, weiß ich nicht. Das ist aber auch egal.

P.S.: Pro Deutschland tritt die Flucht nach vor an: Sie wollen sich heute Vormittag vor der norwegischen Botschaft in Berlin „mit den Opfern solidarisieren“.

(abfotografiert von genova, 2011)

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29 Antworten zu Norwegen und Henryk Broder: Der geistige Brandstifter zündelte erfolgreich

  1. Pingback: Henryk M. Broder – Vom Pornoschriftsteller zum Förderer des Oslo-Bombers « IRANOPOLY

  2. Bayer schreibt:

    Breivik spricht bestimmt perfekt Deutsch und liest regelmäßig Broders geistige Ergüsse.

    Eklig, wie Deutschlands Linke dieses Verbrechen nun instrumentalisieren, um auf unliebsame Personen einschlagen zu können. Das gilt auch für Dich, Genova68.

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  3. aron2201sperber schreibt:

    nach Genova 68s Ansicht hätte man Broder wohl auch „entnazifizieren“ müssen

    sowohl die 33er Generation als auch die 68er Generation haben es nicht geschafft aus Broder einen „guten Juden“ zu machen.

    einen der „tot“ oder zumindest „mund- und hirntot“ ist…

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  4. harrygambler2009 schreibt:
  5. genova68 schreibt:

    aaron,
    der Broder-Fanclub scheint wirklich in Nöten zu sein, wenn jetzt schon seine Religion instrumentalisiert wird, um seine Kritiker als Antisemiten abzustempeln. Was du da machst, nennt man Positivdiskriminierung. Du bist so ein typischer Fall, bei dem klar wird, dass es nicht um rationale Argumente geht, sondern ums Ressentiment.

    Dass jemand hirntot sein kann ohne mundtot zu sein, dafür ist Broder jedoch ein guter Beleg.

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  6. genova68 schreibt:

    Eine merkwürdige Perspektive auf Broder bietet der nette Hartmut von kritik und kunst. Nun ja:
    http://kritikundkunst.wordpress.com/2011/07/26/broder-undoder-breivik-wo-henryk-broder-recht-hat/

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  7. meryemdeutschemuslima schreibt:

    also ehrlich: ich glaub dem Broder ist völlig egal, mit wem er in Verbindung gebracht wird. Er lässt doch jegliches Argument an sich abprallen und freut sich, wenn man ihm überhaupt Aufmerksamkeit schenkt.
    Ich finde es erstaunlich, wie aus einem kritischen Israeli über die Jahrzehnte solch eine Witzfigur werden konnte.
    Wär mal interessant, ein psychiatrisches Gutachten zu erstellen.

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  8. genova68 schreibt:

    Hallo, meryem,
    ich schätze, Broder ist ein Egozentriker, der die Regeln der Aufmerksamkeitsökonomie der Medien beherrscht. Das ist sein Job. Er ist aber kein Israeli und war das auch nie, wenn ich nicht irre, sondern ein deutscher Jude.

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  9. meryemdeutschemuslima schreibt:

    Ist nicht jeder Jude automatisch eingebürgert? Er hat jedenfalls früher Sachen gesagt, die 100% anders waren. Muss wohl irgendein Trauma erlitten haben, dass ihm seine Einsichtsfähigkeit geraubt hat.

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  10. genova68 schreibt:

    Ich bin da kein Experte, aber ich schätze mal, dass sich jeder Juder automatisch einbürgern lassen kann, wenn er will. Deine Version hieße ja, dass jeder Jude, der nicht in Israel lebt, zwei Staatsbürgerschaften hätte.

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  11. radius schreibt:

    Henryk M. Broder hatte schon bevor er seinen PI Blog anlegte wenig zu sagen, trotz der vielen Worte, mit denen er um sich warf. Er weiss, dass er kein Reich-Ranicki, kein H.Markuse, E.Fromm, Joseph Roth oder Amoz Oz ist. Da er also so wenig zu sagen hat, was über Biertischniveau hinaus geht, muss er dass umso vehementer tun, mit möglichst vielen politischen Unkorrektheiten um ja nicht aus den Schlagzeilen zu verschwinden. Im jüdischen gibt es für jemanden wie Broder den perfekten passenden Begriff des „Schmock“. Es scheint, als hätte sich Henryk M. die Wikipedia-Beschreibung des Schmock als Lebensmaxime gewählt:

    „…ein aus dem Jiddischen stammendes Wort, das entweder einen Tölpel bezeichnet oder einen unangenehmen Menschen mit weiteren bestimmten Eigenschaften, meist einen Mann der gehobenen Gesellschaft. Auch eine Verwendung im Sinne von „leeres, geschwollenes Gerede“ lässt sich belegen. Spöttische Bezeichnung für einen extravertierten Menschen, der einerseits sich in der Gesellschaft gut zurecht findet, andererseits durch ein entweder rechthaberisches, belehrendes oder durch ein opportunistisches Verhalten negativ auffällt. Der Schmock ist häufig eitel oder auch arrogant, ist gleichzeitig aber weder besonders intelligent, gutaussehend noch geistreich. Sein Äußeres ist häufig übertrieben modisch, dabei allerdings unpassend. Der Schmock ist verwandt mit dem Stereotyp des Snobs oder eines Neureichen.“

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  12. genova68 schreibt:

    Ich glaube, Broder bezeichnet sich selbst als Schmock, passt schon.

    Die Checkerin Andrea Nahles fordert in Reaktion auf Oslo übrigens mal wieder ein NPD-Verbot. Angesichts der Parteizugehörigkeit von Sarrazin könnte die Forderung ein Eigentor werden ;-)

    http://www.sueddeutsche.de/politik/debatte-nach-norwegen-attentat-neue-bedrohung-alte-rezepte-1.1124662

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  13. radius schreibt:

    Wenn Broder etwas Grips hätte würde er ja irgendwann einsehen, dass sein ewiges Islam-Bashing und seine Sarazzin-geschulte Hysterie vom Untergang des Abendlandes (oder zumindestens Deutschlands) dem Kampf gegen Anti-Semitismus oder Israel-Feindlichkeit einen Bärendienst erweist. Zum Glück ist unter israelischen Intellektuellen solch ein abfällige Haltung gegenüber anderen Religionen oder Kulturen absolut verpönt. Dort weiss man, dass die Ursache der Spannungen in erster Linie politischer und ökonomischer Art sind. Vielleicht sollte man HM Broder mal ein paar historische Nachhilfestunden geben: Juden und Moslems haben im Allgemeinen viel friedlicher und toleranter zusammen gelebt (in Persien, Andalusien, Byzanz, Osmanisches Reich) als Juden in christlich geprägten Gesellschaften. Antisemitismus war eine christliche Erfindung, spätestens seit den Kreuzzügen. Das System von Ghettos und Progrome wurde auch im „christlichen Abendland“ entwickelt, ist dagegen in islamischen Ländern völlig unbekannt. Will Broder das nicht wissen, oder ist er wirklich so ungebildet ? Statt dessen hat er diesen Scheubleschen und Walserschen Euphemismus „unserer christlichen-jüdischen-abendländischen Kultur“ aufgeschnappt und kaut ihn blöd wieder. Wenn er wirklich etwas A…sch in der Hose hätte, würde er doch mal dieses Lügengebäude entmanteln und die gradlinige Geschichte der Fremdenfeindlichkeit vom mittelalterlich-christlichen Antisemitismus bis zur heutigen Islam-Beschimpfung thematisieren.

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  14. dingosaar schreibt:

    Sehr gut der Artikel eines österreichischen Sozialdemokraten auf http://www.misik.at/sonstige/hatten-es-die-jusos-verdient-abgeknallt-zu-werden.php ; die TAZ hat ebenfalls eine Kolumne veröffentlicht: http://www.taz.de/Kolumne-Wortklauberei/!75221/ „Wo die Sonne nicht scheint“ von Josef Winkler. Zitat:

    Herr Broder, ein Vorschlag zur Güte: Tun Sie sich Ihren Morris Traveller aus dem Jahre 1971 doch hinten rein, bis nur noch die Stoßstange rausschaut und dann lassen Sie sich auf den Mond schießen; dann werden die Teile hier unten noch knapper, und keiner wird sich darüber Sorgen machen außer einer zynischen Kanaille, die nicht mehr weiß, was sie noch für einen „provokanten“ Mist verzapfen soll, um sich interessant zu machen auf dem, ganz recht: Mond.

    Wenn Broder wirklich unbegabt wäre, könnte er uns allen egal sein. Leider ist er ein wirklich guter Schreiber, der seine Polemik überhaupt nicht nötig hätte; und als Jude traut keiner, ihn als das zu nennen, was er ist: ein brandstiftender Rechtspopulist. (Ich LIEBE Ha’aretz English und amerikanische Juden wie MJ Rosenberg – da wird wirklich erfrischend berichtet!)

    Leider finde ich gerade den Link nicht :-( – im Gegensatz zu einer Meinung heute im DLF, „Politically Incorrect“ gebe nur Lippenbekenntnisse zu Israelsolidarität ab und wenn man lange genug suche, finde man schon Antisemitismus, wurden europäische Rechte schon in die Knesset eingeladen; und die israelische und europäische Rechte sind auf einmal in einem Zweckbündnis, das den meisten Israelis nicht besonders gefällt.

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  15. genova68 schreibt:

    Was Misik in dem link berichtet, ist bezeichnend. Auf der Broderschen Achse der Guten setzt man sich mit dem Attentat in der Form auseinander, dass die Jugendlichen wie folgt beschrieben werden:

    „Einen Tag vor dem Massaker auf der Insel Utøya bei Oslo wurde in dem sozialistischen Jugendlager im Beisein von Norwegens Außenminister Jonas Gahr Støre eine Anerkennung des „Staates Palästina“ und ein Boykott Israels thematisiert. Wie die israelische Zeitung Jedijot Achronot und norwegische Zeitungen berichten, hielten Teilnehmer des Jugendcamps ein Spruchband mit der Aufschrift „Boikott Israel“ hoch, als der Außenminister auf der Insel ankam. Støre beteiligte sich an einer Podiumsdiskussion mit einer norwegischen Journalistin und der Leiterin eines christlichen Hilfsfonds. Beide seien bekannt für ihre anti-israelischen Positionen. Støre stimmte zu, dass den Palästinensern ein Staat zustehe, wollte sich aber nicht zu einem Boykott Israels äußern.“

    Aha. Subtext: Die haben es auch ein bisschen verdient, erschossen zu werden. Wer gegen Israel ist…

    Die Vermutung, dass er nicht kritisiert wird, weil er Jude ist, halte ich nicht für stichhaltig. Broder kriegt es jetzt ja ordentlich eingeschenkt. Rechtspopulismus ist seit Jahren en vogue.Es stimmt aber, dass Broder in der Vergangenheit sein Judensein und die deutsche Geschichte nach Belieben instrumentalisiert hat. Wenn er in einer Diskussion ins Hintertreffen gerät, kommt über kurz oder eine Bemerkung zu „sechs Millionen“.

    Europäische Rechte in der Knesset: Meinst du die Israelfahrt vor ein paar Monaten von Strache, Stadtkewitz und Konsorten? Die waren meines Wissen nur auf Einladung eines Abgeordneten in der Knesset und dort auch nur in einem kleinen Beratungszimmer. An dieser Reise konnte man übrigens die ganze Verlogenheit der Neuen Rechten dokumentieren.

    Es wäre wirklich mal an der Zeit, das Stichwort „Neoliberalismus“ in diese Debatte einzuflechten. Inwieweit führt diese Ideologie radikaler Atomisierung zu den bekannten Ersatzhandlungen? Oder, aus Sicht der Betonfraktion formuliert: Führt Kapitalismus zu Faschismus? Solange nur auf ein paar PI-ler und Egozentriker wie Broder eingedroschen wird, führt das zu nichts.

    radius,
    ich glaube nicht, dass Broder das Thema Antisemitismus oder Israel ernsthaft interessiert. Der interessiert sich für seine Einschaltquoten, das wars. Der kann ja nichts außer gut schreiben und das können heute viele (siehe diesen Blog). So gesehen ist er extrem erfolgreich. Würde er mit dem provozieren aufhören, wären die schönen Autorenverträge futsch und er müsste Hartz IV beantragen.
    Ansonsten volle Zustimmung zu dem, was du schreibst.

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  16. radius schreibt:

    Hallo Genova, tut mir leid, aber selbst diese letzte Ehrenrettung Broders aus Deiner Feder („…kann nichts ausser gut schreiben“) kann ich nicht gelten lassen. Ja natürlich, wenn man seinen ausufernden Zynismus als das Mass guten Schreibens versteht, vielleicht. Aber das ist nur eine Modesache. Gut Schreiben heisst für mich aber vor allem, tiefe Wahrheiten so darzustellen, dass es ein intellektuelles Vergnügen ist, weil man als Leser etwas neues entdeckt. Habe ich bei Broder nie gehabt, bei ihm ist das tatsächlich nur der neokonservative, revisionistische Blödsinn in einer zynisch-sarkastischer Hülle. Das findet man vielleicht über die ersten paar Sätze noch irgendwie frech und erheiternd, aber dann langweilt es sehr schnell.

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  17. dingosaar schreibt:

    @radius Wenn das nur wahr wäre. Er schreibt nicht gefällig, aber handwerklich gut – deshalb gehen ihm ja so viele Leute auf den Leim. „Achse des Guten“ ist bei vielen Zeit, Spiegel und SZ-Bloggern in der Blogroll. :-(

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  18. genova68 schreibt:

    Ja, so gesehen kann er nicht gut schreiben. Ich meinte das formal. Er baut Spannungsbögen auf, er bringt emotionalisierende Vergleiche, er hat einen klaren Satzbau. Er verwendet Provokation bewusst, er emotionalisiert, er überbrückt Nichtwissen und Schwachstellen seiner Argumentation mit schreibtechnischer Finesse. Seine Zielgruppe sind ja rechte, autoritätshörige Bildungsferne. Für die passt das. Für dich oder mich passt das nicht, dennoch würde ich ihm attestieren, dass er schreiben kann. Ein guter Journalist ist er natürlich nicht, das meinst du wohl.

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  19. dingosaar schreibt:

    @genova68: Meinte einen Artikel in Newsweek The Daily Beast: http://www.thedailybeast.com/articles/2011/07/25/norway-shooter-anders-breivik-s-zionism-in-line-with-pro-israel-european-right.html

    J.J. Goldberg hat in „Forward“ die Leserkommentare in Israel kommentiert, das geht in die selbe Richtung wie Sahm.

    Der Witz: In Ha’aretz auf Iwrit findet sich – ein Aufruf, Israel zu boykottieren, weil es nur so zum Frieden gezwungen werden kann. Ein Kommentar, ganz sicher eine Minderheitenmeinung: http://jewssansfrontieres.blogspot.com/2010/06/haaretz-only-boycott-will-persuade.html

    Auch im englischen Ha’aretz fordern jetzt aber viele Kommentatoren, die Siedlungen zu boykottieren, nachdem die Knesset ein Gesetz verabschiedet hat, das die Aufforderung dazu illegal macht.

    Juden in Deutschland: Meiner Erfahrung nach sind die jüdischen Seiten in Deutschland sehr große Betonköpfe, z.B. hagalil etc. Auch Zeitungen sind sehr vorsichtig, was sie schreiben. Wenn ich mir Seiten wie Jerusalem Post, Ha’aretz English oder Blogs von amerikanischen Juden ansehe, sind sehr viele davon deutlich aufgeschlossener und friedenswilliger – AIPAC und viele andere natürlich nicht. Deutsche gemäßigte, z.B. Homolka, kommen kaum zu Wort, und auch die Mahnungen Rafael Seligmanns, Juden nicht mit Samthandschuhen anzufassen, werden nicht beachtet – sonst gibt’s was von Brumlik, Friedman, Broder o.ä. auf die Mütze. :-(

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  20. dingosaar schreibt:

    @genova68: „Bildungsferne“ können mit Broder nichts anfangen, er ist schon für gebildete da. Über den Islam hat sowieso kaum jemand Ahnung, der darüber schreibt.

    Es gibt einen Watchblog über „AchGottNee“, http://brodaganda.wordpress.com/ – leider seit einiger Zeit still, aber der Autor will wieder was schreiben, Broder & Posse haben’s jetzt einfach übertrieben.

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  21. genova68 schreibt:

    „Bildungsferne“ ist der falsche Ausdruck, ja. Mehr so die focus-Leser, Nicht-Aufgeklärte.

    Zu dem, was du über Juden und Israel schreibst: Dass deutsche Zeitung „vorsichtig“ sind mit dem, was sie über Israel schreiben, halte ich für eine Selbstverständlichkeit. Und dass offenbar nur Israel zum Frieden „gezwungen“ werden muss, die verrückte Hamas aber nicht, will sich mir nicht erschließen.

    Ich halte es auch für überflüssig, die Kritik an Broder jetzt mit einer Kritik an Israel oder ähnlichem zu verbinden.

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  22. dingosaar schreibt:

    @genova68: Vielleicht war „vorsichtig“ der falsche Ausdruck – wenn man israelische oder amerikanische Zeitungen liest, dann findet man dort Aspekte, die man in deutschen Zeitungen nicht findet.

    Du hast mich falsch verstanden; „Israel“ habe ich nicht kritisiert. Es gibt in Israel eine Strömung, die sich genauso geäußert hat, wie Sahm in „AchGottNee“. Damit habe ich ihn in Beziehung gesetzt.

    Die Autoren haben sich in ihrem Artikel so geäußert; das kann ich gut finden oder nicht, aber es ist eine Äußerung von Juden in der Iwrit-Ausgabe von Ha’aretz. Daß es eine Minderheitenmeinung ist, habe ich schon betont. In jedem Fall ist die Assoziation, weil die Jugendlichen auf Utöya ein Plakat „Boikott Israel“ hochgehalten hätten, seien sie zwangsläufig Antisemiten, nicht richtig – bzw. Schadenfreude wie „Falscher Fehler“ ist auch dann geschmacklos.

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  23. Pingback: Konsequenzen « DingoSaar

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  25. dingosaar schreibt:

    @genova68 Habe in einem Artikel http://wp.me/p1zaxK-7l „Islamkritik“ (im Gegensatz zu Kritik an konkreten Ausprägungen des Islam) analysiert mit dem Ergebnis, daß es eine hysterisch-krankhafte oder populistisch-ausgrenzende Ideologie ist. Könnte Dich interessieren. („Manueller Trackback“)

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  26. genova68 schreibt:

    dingosaar,
    danke, lese ich mir bei Gelegenheit durch.

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  27. Pingback: Noch mehr zu Breivik, Islamfeindschaft und Israelsolidarität « MondoPrinte

  28. KEINZ. M schreibt:

    DIESE HASSTIRADEN UND ANSCHULDIGUNGEN DIE IN EINEM WETTBEWERB ZU STEHEN SCHEINEN, WELCHE DENN NUN AM WEITESTEN HERGEHOLT IST, RELATIVIEREN IN MIR DIE ÜBERZEUGUNG, DAS SICH GESCHICHTE NICHT WIEDERHOLEN KANN…! DAMALS WAR DIES WOHL AUCH, DAS POLITISCH KORREKTE VERHALTEN, DER SOG. GESELLSCHAFTSELITE…! ICH BEGINNE ZU VERSTEHEN…..

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