FDP – wir können nicht anders

Die FDP tut mir fast leid, denn sie demontiert sich gerade selbst, weil sie nicht anders kann. Psychologen würden von zwanghaftem Verhalten reden.

Die Fakten: Knapp 50 Prozent der FDP-Wähler sind seit September abgesprungen, Rösler beharrt weiterhin auf der Kopfpauschale, obwohl selbst Schäuble vorrechnet, dass dann zur Gegenfinanzierung die Einkommenssteuer auf über 70 Prozent steigen müsse, Westerwelle sieht „Sozialismus“ im Zusammenhang mit der Karlsruher Hartz-IV-Entscheidung und sagt:

„Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.“

Die FDP kann nicht anders, weil sie ja kein anderes Ziel hat, als ihrer Klientel und dem Kapital Vorteile zu verschaffen. Das klappt nicht mehr so richtig, deshalb wird sie aggressiv. Wenn das Volk nicht will wie Westerwelle, dann lebt es halt in spätrömischer Dekadenz, und danach kommen bekanntlich Völkerwanderung und finsteres Mittelalter. Kein Zufall, dass der offensichtlich zwanghafte Westerwelle seit einer halben Ewigkeit Vorsitzender der FDP ist. Zehn Jahre lang war er zwanghaft um Contenance bemüht, was nur klappte, indem er sich all seine menschlichen Regungen abtrainierte. Kaum ist er an der Macht, verliert er sie, die Contenance.

Es hat etwas von den letzten Tagen im Führerbunker. Die jahrelang zurechtgebastelten Fiktionen kommen in Kollision mit der Realität. Die große Masse der Bevölkerung hat keinen Bock auf die neoliberalen FDP-Vorstellungen. Das kann Westerwelle nicht begreifen, wo er doch so gerne von den Leistungsträgern und dem Mittelstand redet, die auf die FDP vertrauen sollen. Ihm, der über Jahre in unzähligen Talkshows viel Applaus bekam für seine Forderungen von wegen weniger Steuern, glaubt man nicht mehr. Das verletzt ihn wirklich. Also behauptet er einfach: Das Volk will den Neoliberalismus viel schneller, die FDP muss also Gas geben.

Und das ist das Wundersamste: Jetzt stellt sich heraus, dass Westerwelle den ganzen Quatsch, den er seit Jahren erzählt, wirklich selbst glaubt! Kaum zu glauben. Ich bin bislang davon ausgegangen, dass Westerwelle genau weiß, was für einen Blödsinn er daherredet, so wie ein guter Lobbyist das eben macht. Weit gefehlt. Er hat seine neoliberalen Mantren zehn lange Jahre heruntergebetet, Tag für Tag, da bliebt ihm gar nichts anderes mehr übrig, als es selbst zu glauben. Und wie ein kleines Kind wird er nun bockig, weil das Volk, das ihn ja angeblich gewählt hat, nicht mitspielt. So ein undankbares Volk.

Lustig ist eine weitere Reaktion Westerwelles auf das Dahinscheiden seiner halben Wählerschaft:

„Ich habe eine Engelsgeduld. Aber die FDP kann auch anders“

droht er via Spiegel der CDU. Wie kann sie denn anders, die FDP? Noch zwanghafter? Westerwelle sitzt in seinem lecken Ruderboot  und droht dem CDU-Tanker, dass er auch anders könne. Wie süß. Und das, wo man Merkel geradezu ansehen kann, dass sie sich in die große Koalition zurückwünscht.

Westerwelle will den neoliberalen Kurs verschärfen, denn „die Bürger“ wollen das angeblich so. Er muss das so sagen, denn wenn es anders wäre, wäre die die FDP nicht mehr die fiktionale Mittelstandspartei, sondern auch in der Fiktion die Bonzenpartei, die sie real ohnehin ist. Das zuzugeben, würde ihren Untergang bedeuten.

Schade nur, dass die immer gleichen Schlachten geschlagen werden müssen. Vor ein paar Wochen war die deutsche Öffentlichkeit ganz empört über die Millionenzahlung dieses Mövenpick-Freaks. Es bestehe der Verdacht, dass die FDP käuflich sei, hörte man.

Ja, natürlich ist die FDP käuflich, was denn sonst?? Die FDP ist, spätestens seit Lambsdorff korrupt und der verlängerte Arm des Kapitals im Politbetrieb. Sonst nichts. Dass das allen Ernstes knapp 50 Prozent der FDP-Wähler nicht wussten, zeigt den traurigen Zustand politischer Bildung in Deutschland. Die Übriggebliebenen wissen besser Bescheid: Sie wollen eine korrupte Klientelpartei wählen und bekennen sich dazu.

Das ist ok. So weiß man wenigstens, woran man ist.

Mal sehn, wie´s weitergeht. Einen typisch liberalen Ausweg böte die Haiderisierung der Partei, so ein bisschen Möllemann, aber nicht so gegen die Juden, mehr so gegen das Prekariat gerichtet. Das sind ja schließlich nicht die, die „die Karre ziehen“. Die rechten Stammtische erobern, wobei Westerwelle dort nicht wirklich gut ankommt, zu affektiert, außerdem schwul. Demagogie könnte Westerwelle schon, derzeit scheitert er darin im Ansatz, denn es ist zu offensichtlich, dass er wegen der schlechten Umfragewerte getrieben wird.

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47 Antworten zu FDP – wir können nicht anders

  1. martin schreibt:

    ich frag mich immer noch, WER diese Partei damals gewählt hat – aber es wird schon so sein, wie Du in Deinem Beitrag geschrieben hast :( Traurig, aber wahr.

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  2. hanneswurst schreibt:

    Dieses kleine Pamphletchen gegen die Allüren des FDP Frontmanns hinterließ mich wenig beeindruckt. Eine ähnliche Schimpftirade hätte auch Horst Seehofer ablassen können und in der Tat hörte sich die empörte Reaktion aus allen Parteien ja ganz ähnlich an. Natürlich ist Westerwelle böse böse bah bah bah, ein ganz fieser Möpp. Und – nebenbei bemerkt – auch noch schwul. Und Sloterdijk und die ganzen anderen, die nicht für die „Kleinen“ sprechen, sondern die die Interessen derer verteidigen, die sowieso schon genug oder gar zu viel haben, die sind alle total gemein, und merken wohl nicht dass der Russ angerollt kommt, wie damals im Führerbunker eben.

    Was Sloterdijk und Westerwelle außer Acht lassen: das Prinzip schaffe schaffe Häusel baue funktioniert nicht mehr. Wir leben nicht in der Welt von „Bob der Baumeister“. Wirtschaftliches Gedeihen ist nicht von „Bemühung“ sondern in erster Linie von handfesten Startvorteilen (Erbschaften), von Talenten und vor allem von Glück abhängig, denn Karrieren gleichen mehr denn je Aktienkursen – sie folgen einem Random Walk und konkurrieren um die Ressource Beschäftigung. Sinnvolle und ordentlich bezahlte Arbeit wird immer knapper und es ist vollkommen unverständlich, warum zum Beispiel ein „Top-Manager“, der eine sinnvolle Aufgabe mit hohem Prestige erfüllen darf, auch noch viel Geld dafür bekommen soll. Deswegen muss der Steuersatz für Einkommensanteile über 150.000 Euro p.a. bei 90% liegen. Das Geld wird für die höheren Sozialtransfers und Mehrausgaben für kulturelle Einrichtungen in Zeiten verknappter Beschäftigung benötigt.

    Es ist totaler Quatsch zu denken, dass dann ja keiner mehr den „anstrengenden Job“ im Bankvorstand macht. Die gleichen ehrgeizigen Leute werden mit der gleichen Verve ihren Job machen, und sich dann weniger über das Einkommen, und mehr über das Prestige (warum kein „Steuerzahlerranking“) und die Sinnfülle Ihrer Aufgabe differenzieren. Sie brauchen keine Angst vor Neid mehr zu haben, denn wenn ich ab der zweiten Million Steuern in Höhe von 900.000 Euro pro Einkommensmillion zahle, dann habe ich zwar immer noch etwas davon, kann aber guten Gewissens sagen, dass ich in erster Linie für die Allgemeinheit gearbeitet habe. Vielleicht gibt der eine oder andere die restlichen 10% dann auch noch freiwillig ab, was ist daran so unrealistisch, es gibt auch genug Leute die Ehrenämter übernehmen. Die 80er sind vorbei Leute, legt den Leopardenhut ab und verkauft Eure Porsches an die Saudis.

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  3. genova68 schreibt:

    So langsam wirst du ja zum Sozialisten, Hannes. Das kann ich natürlich nur begrüßen. Insofern nehme ich weiterhin in Kauf, dass du meine Artikel erstmal grundsätzlich kritisiert, um dann festzustellen, dass du ihnen komplett zustimmst.

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  4. Ich denke auch, dass er langsam die Kontrolle verliert. Für eine beabsichtigte rechtspopulistische Aktion etwa ist mir das zu unkontrolliert und zu hysterisch. Nicht einmal richtige Stammtischpolitik können sie! :-P

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  5. Nihilist schreibt:

    Wer hat die gewählt?

    Meine Schwester, mein Schwager, weil die sich für „Leistungsträger“ halten, denn sie arbeiten so schwer für ihr Geld, von dem sie dann für diese faulen Erwerbslosen zu viel abgezogen bekommen. (Bildleser eben)

    Mein Sohn, weil der geglaubt hat, das Bürgergeld würde wirklich eingeführt und es dann keine Sanktionen mehr geben würde.

    Mein Sohn breut seine Wahl, meine Schwester und Schwager nicht, deren letzte Gehirnzelle ist zu klein um etwas zu verarbeiten, ausser der Blödzeitung.

    Und ich, ich bin das „rote Tuch“ für die beiden. Und mir, mir macht es Spass, sie wie ein Matador mit meiner Meinung in Wut zu bringen. Ollleeee, vielleicht bekomme ich ja irgendwann die Ohren, auf den „Schwanz“ kann ich verzichten.

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  6. genova68 schreibt:

    Nihilist,

    danke für den offenen Kommentar. Das mit deinem Sohn tut mir leid. Die phasenweise auftretende Sozialromantik der FDP verfängt also doch. So wie Westerwelles derzeitiges Eintreten für den Mittelstand, der die Karre zieht, auch bei ein paar verfangen wird.

    Die andere Nummer sind die Bildleser. Es bestätigen sich alle Vorurteile.

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  7. genova68 schreibt:

    Gerade gefunden:

    Dieser Psychologe sieht das alles komplett anders als ich: http://www.sueddeutsche.de/politik/879/503107/text/print.html

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  8. Redford schreibt:

    Zitat aus dem verlinkten Interview:

    „Kliche: […] Der FDP-Chef hat eine Sache begriffen, die psychologisch wichtig ist: Minderheiten, auch kleine Minderheiten, können gesellschaftliche Mehrheiten beeinflussen, wenn sie konsequent und hartnäckig auftreten. […]“

    Stimmt. Das sieht man an den Forderungen ethnischer Minderheiten hier in Deutschland – wird nur hartnäckig genug auf etwas gepocht und ein wenig die Rassismuskeule geschwungen, knickt die Mehrheitsgesellschaft irgedwann ein, denn wer ist schon gerne ein „Brauner“?

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  9. Redford schreibt:

    Noch etwas zu Hartz IV: Habt Ihr auch den Artikel im Revolverblatt mit den 4 Buchstaben gesehen, wo ein „Hartz IV-Mädchen“ (örgs) mit U.v.Leyen um die Wette in die Kamera lächelt? Eine solche Propaganda ist viel schlimmer, als jede Klientelstreicheleinheit, die Westerwelle ins Mikro plärrt.

    Übrigens: Die ganze Hartz IV-Problematik hat natürlich zwei Seiten. Ich verstehe schuldlos arbeitslos gewordene Menschen, die unter H4 leiden, doch ich verstehe auch die Menschen in Billigjobs, die es als Ungerechtigkeit empfinden, wenn H4’ler in manchen fast genauso viel oder sogar mehr Geld zu Verfügung haben, als sie.

    Obwohl ich mich sonst eher zur rechts-konservativen Bevölkerung zähle, denke ich, dass hier der Mindestlohn eine Lösung sein könnte.

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  10. Nihilist schreibt:

    @Redford 17:19 Uhr

    Diese demagogische Aussage von Ihnen wurde schon zur Zeit der alten Sozialhilfe immer wieder gerne genommen, ist aber immer noch FALSCH. Schon damals konnten Menschen, die zu wenig verdienten, Leistungen der Sozialhilfe beantragen, oder im Ablehnungsfall einklagen. Diese Urteile zu Gunsten der sozial Schwachen waren es, die dazu führten die Sozialhilfe abzuschaffen und dafür ein ALG2 einzuführen. Was aber nur eine gekürzte Sozialhilfe wurde.

    Erwerbslose habe auf KEINEM FALL mehr Geld wie ein Mensch der einen „Billigjob“ hat. Denn wenn jemand weniger verdient, als der Regelsatz beträgt, wird dieser Beschäftigte ein Aufstocker. Und als Aufstocker hat man nun einmal mehr Geld wie ein Erwerbsloser, der nur vom Regelsatz leben muss. Denn da werden Teile des Verdienst nicht angerechnet.

    Diese Fakten werden immer gerne verschwiegen. Und es ist logisch, wer so etwas verschweigt, ein Demagoge, der gegen die ach so faulen und gut versorgten Erwerbslosen wettert, so wie die FDPler und Verständnis für Beschäftigte äussert. Also ihre Falschaussage ist für mich eine bewusste Lüge.

    Nicht Mindestlöhne sind eine Lösung, sondern Löhne die ein selbstverantwortliches Leben ermöglichen, ohne auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein, und ein Existenzminimum das sich an der Pfändungsfreigrenze festmachen lässt.

    Noch eine Anmerkung – GG Artikel 3 – lesenswert – mit welchem Recht werden Erwerbslose benachteiligt, indem ihnen weniger Geld zugestanden wird als es z.B. das Steuerrecht oder die Pfändungsfreigrenzen als Minimum ansetzen. Denn da es keinen Arbeitsplatz für alle gibt, kann nicht jeder ohne Sozialleistungen auskommen. Deswegen wurde ja von den „Vätern des GG“ die sozialen Sicherungssysteme eingerichtet. Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherung, zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Beschäftigten zu zahlen. Ohne diese Regelung hätten die Gewerkschaften damals diese Beträge in den Lohnverhandlungen gefordert, das hätte in der jungen Demokratie zu Unruhen geführt. So regelte die Politik das gegen die Interessen der Unternehmer. Diese sind seitdem dabei, dieses System zu zerstören. Und die Politik, durch Lobbyisten gefördert, siehe Kohl, Koch, Westerwelle und Konsorten, helfen dabei mit.

    Sozialer Frieden sähe anders aus, Gerechtigkeit ebenfalls.

    Nicht die Erwerbslosen tragen die Verantwortung für zockende Bankster und Manager. Dort wird dem Staat das Geld entzogen, das für die Aufgaben notwendig ist, die in der Verantwortung des Staates oder der Länder und Komunen liegen.

    So wird ein Schuh draus.

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  11. Redford schreibt:

    Ich stimme Ihnen – trotz der unnötigen Schärfe, die Sie hier reinbringen – zum Teil zu.

    Ja, es besteht die Möglichkeit, dass Leute aus dem „Niedriglohnsektor“ (also die angesprochenen Billigjobs) ihr Einkommen aufstocken lassen – aber das kann doch nicht Sinn der Sache sein, oder? Außerdem werden diese Möglichkeit manche Arbeitnehmer gar nicht wissen oder wollen sie, etwa aus Scham, nicht in Anspruch nehmen. Damit verdienen diese dann faktisch tatsächlich genauso viel oder sogar weniger, als mancher H4-Empfänger erhält.

    Ich mache hier im übrigen (selbst wenn es Ihnen offenbar so vorkam) KEINE Stimmung gegen H4-Empfänger, ganz im Gegenteil. Ich versuche, die Problematik im Ganzen zu betrachten und dazu gehören beide Seiten, also Beschäftigte und Erwerbslose.

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  12. hanneswurst schreibt:

    @Redford:
    Ihre Argumentation enthält zwei offensichtliche Fehler. 1) Sie setzen Meinungsminderheiten und ethnische Minderheiten gleich. Bitte überdenken Sie diese Position. Ethnische Minderheiten können den Grund Ihres Minderheitendaseins nicht umgehen. 2) Sie sprechen von „zwei Seiten“, Erwerbslosen und Beschäftigten. Es handelt sich jedoch um Zustände, die ineinander konvertierbar sind. Oft sprunghaft, Aggregatszuständen vergleichbar. Hier Fronten zu bilden ist sinnlos. Sinnvoller ist die Abwägung der Betroffenen, wie viel sie im jeweils anderen Aggregatszustand bereit wären zu geben bzw. wie viel sie benötigen würden.

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  13. Redford schreibt:

    „Sie sprechen von “zwei Seiten”, Erwerbslosen und Beschäftigten. Es handelt sich jedoch um Zustände, die ineinander konvertierbar sind. Oft sprunghaft, Aggregatszuständen vergleichbar. Hier Fronten zu bilden ist sinnlos. Sinnvoller ist die Abwägung der Betroffenen, wie viel sie im jeweils anderen Aggregatszustand bereit wären zu geben bzw. wie viel sie benötigen würden.“

    Das ist nun ein beinahe philosophischer Ansatz. Es gibt ja immer „solche und solche“ Menschen, d.h., ein H4-Empfänger, der morgen Arbeit findet, könnte sich trotzdem durchaus über die hohen Sozialabgaben für die anderen, „faulen“ H4-Empfänger aufregen, die keine Arbeit aufnehmen. Das mag zunächst paradox klingen, ist aber (leider) menschlich.

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  14. genova68 schreibt:

    Redford,

    ich finde es in der Tat interessant, Einblicke in deine Denkweise zu bekommen. H4-Empfänger haben also sogar ein bisschen deine Solidarität (es könnte dich ja selbst treffen), wahrscheinlich aber nur, solange es keine Ausländer sind. Denn die nehmen sich eh zu viel raus in unserem schönen Land.

    Ansonsten prognostiziere ich, dass die FDP von der derzeitigen Debatte profitieren wird. Die Medien sind zwar größtenteil gegen Westerwelle eingestellt, aber was sagt das schon. Aufmerksamkeitstechnisch ist das ok, und Teile der Bevölkerung (so aus der Ecke von Redford) lechzen ja gerade nach einen Politschurken, der es dem etablierten Betrieb mal zeigt. Haider hat es vorgemacht. Deutschland ist wohl nicht so naziaffin wie Österreich, aber mit ein wenig rhetorischem Geschick klappt das schon.

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  15. Nihilist schreibt:

    Nun, ich bin selber betroffen, also Erwerbslos, 59 Jahre alt, der Regelsatz reicht hinten und vorne nicht, das BVerfG. fällt Urteile, die nicht dem GG gerecht werden.

    Zu der Zeit, als es noch die Sozialhilfe gab, habe ich Betroffenen geholfen. Schon damals habe ich mich gegen die Unterstellungen geäussert. Schon damals haben meine Schwester und Schwager gegen Sozialhilfeempfänger ihr Blödzeitungargumente zum Besten gegeben.

    Und schon damals wurde unterstellt, die Deutschen würden benachteiligt usw. und wenn ich dann erklärte, wer zu feige ist, sich gegen Unrecht zu wehren hat selber Schuld. Weil, die „Ausländer“, (auch die Aussiedler aus der SU wurden da einbezogen in der Kritik) die alles bekommen würden, kennen dann wohl ihre Rechte und setzen sich dafür ein.

    Ich setze mich jetzt ja auch für MEINE RECHTE ein, und da muss ich mich nicht schämen. Scham ist ein Fehler, die da oben schämen sich auch kein bisschen für ihre Abzockerei, für ihre geplatzten Spekulationen, die staatlichen Gelder mit denen das Spielkasino aufrecht erhalten wird.

    So wie Sie ihren Beitrag formuliert haben, fällt der bei mir unter Hetze gegen Erwerbslose, so durfte Ihre Aussage nicht unwidersprochen bleiben. Denn nicht jeder Leser kennt sich damit so gut aus, um die Wahrheit zu erkennen. Vor allem, weil solche Falschaussagen Konjunktur haben. Nicht nur von Politikern, auch durch gewisse Presseorgane und Stammtischkrakelern.

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  16. genova68 schreibt:

    Nihilist, danke für Ihre Beiträge, Sie haben vollkommen recht. Es wird gerne von rechts gehetzt, man hat sich daran gewöhnt. Ob gegen Ausländer oder Arbeitslose oder arbeitslose Ausländer oderoder.

    Dabei wäre es einfach: Alle, die für weniger als zehn Euro die Stunde arbeiten, sollten in einen unbefristeten Generalstreik treten, bis der Mindestlohn von zehn Euro eingeführt wird. Ich glaube, der käme schneller, als wir uns das vorstellen.

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  17. genova68 schreibt:

    Fast schon gespenstisch ist Westerwelles Interview in der Frankfurter Rundschau von heute:
    http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2314802_Interview-mit-Guido-Westerwelle-Wer-den-Sozialstaat-ueberfordert-zerstoert-ihn.html

    Westerwelle antwortet wie eine Maschine, wahrscheinlich ist er auch nur eine Software, die seit zwanzig Jahren nur Spam produziert. Aber im Gegensatz zur WordPress-Filtertechnik sortiert den Guido-Sprachmüll niemand aus.

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  18. Redford schreibt:

    @genova68

    Schade, dass Sie persönlich werden müssen.

    Zu Ihrem Beitrag: Dieser Staat benötigt eine grundlegenden Sozialreform, die a) Geringverdiener nicht weiter belasten darf, b) das sogennante Lohnabstandsgebot einhält und c) tatsächlich Bedürftige trotzdem ordentlich unterstützt (heißt: Missbrauch eindämmen, dann ist auch mehr Geld für wirkliche Problemfälle da).

    Übrigens: Ich „lechze“ nicht nach einem „Politschurken“. Meine Meinung über Westerwelle ist der Ihren gar nicht so unähnlich. Das Sie in Bezug auf die Einwanderungsproblematik die Rassismuskeule schwingen müssen, ist sehr bedauerlich, denn damit verhindern Sie jede seriöse und notwendige(!) Diskussion. Die Realität auf deutschen Straßen lässt sich nicht länger leugnen und wer jetzt weiterhin den „Deckel draufhält“, darf sich nicht wundern, wenn wir in naher Zukunft bürgerkriegsähnliche Zustände haben werden. Ich empfehle hierzu das Buch „Vorsicht Bürgerkrieg“, gibt’s z.B. bei Amazon.

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  19. Redford schreibt:

    Ach ja, noch etwas: Ich halte den Mindestlohn (inzwischen) auch für eine mögliche Lösung des Problem. Allerdings sind 10 Euro eher unrealistisch. Ich denke, 8 oder 9 Euro wären möglich.

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  20. genova68 schreibt:

    Persönlich? Ich habe dich ja nur frei zitiert, von wegen ethnischer Minderheiten, die sich hier rausnehmen können, was sie wollen, weil die deutsche Mehrheitsgesellschaft einknickt. Übrigens ein klassisches rechtsradikale Topos. Tut mir leid, dafür kann ich nichts. Oder war das jetzt schon wieder persönlich?

    Sorry, Bücher von Ulfkotte lese ich nicht, davon solltest du auch besser die Finger lassen. Jetzt weiß ich wenigstens, wo du deine Infos her hast. Der Mann ist irgendwann abgedriftet und sieht nur noch den islamischen Gottesstaat Deutschland heraufziehen.

    Wo sind denn die bevorteilten ethnischen Minderheiten? Wo sind die Vorteile, die sie rausgeschlagen haben?

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  21. Redford schreibt:

    Frei zitiert? Oh ja, sehr frei. Ich schrieb: „Stimmt. Das sieht man an den Forderungen ethnischer Minderheiten hier in Deutschland – wird nur hartnäckig genug auf etwas gepocht und ein wenig die Rassismuskeule geschwungen, knickt die Mehrheitsgesellschaft irgedwann ein“

    Ich denke bei obigem vor allem an Moscheebauten (gegen den Willen der Anwohner) oder exklusive Schwimmzeiten für Moslems . Es gibt noch mehr Beispiele, aber das würde zu weit führen. Außerdem geht es mir nicht primär darum, Moslems zu kritisieren, sondern die Tatsache, dass in Deutschland zu wenig auf die Interessen der „Mitte“ eingegangen wird. Jeder hat ’ne Lobby: Ausländer, Homosexuelle, ja, sogar der Kanichenzüchterverein aus dem 500-Seelen Dorf. Nur eben nicht der „normale deutsche Bürger“.

    Zu Ulfkotte: Ich kenne nur dieses eine Buch von ihm und auch wenn es auch etwas reißerrisch ist, hat er mit vielem doch Recht und liefert auch Quellennachweise. Solche Dinge aus seinem persönlichen Weltbild mit den Worten „Sorry, Bücher von Ulfkotte lese ich nicht“ ist natürlich bequem.

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  22. Redford schreibt:

    Oh und noch etwas (warum gibt es hier keine Edit-Funktion?): Ich habe NICHTS gegen Ausländer oder Homosexuelle. Sollte ich wohl dazu schreiben, da dies sonst wohlmöglich wieder impliziert wird, sobald man Kritik an Minderheiten oder Randgruppen übt. Ich denke da gerade an Sarrazin, wie er medial fast gesteinigt wurde, als er sich über die tatsächlichen(!) Zustände in Berlin aufgeregt hat.

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  23. genova68 schreibt:

    Es gibt leider keine Edit-Funktion (außer für mich), das müsste WordPress ändern. (Oder kann ich das auch?).

    Zu Sarrazin lies einfach das hier, dazu schreibe ich jetzt nichts mehr:
    https://exportabel.wordpress.com/?s=sarrazin

    Zu deinen anderen Sachen schreibe ich gerne die Tage noch was, jetzt nicht.

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  24. T. Albert schreibt:

    @Redford
    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1214/feuilleton/0002/index.html

    Mein Gott, womit die armen Menschen so konfrontiert sind: mit exklusiven Schwimmzeiten für Moslems.
    Hier in Zürich scheints das nicht zu geben, auch als ich noch in Berlin war, lang her, war ich beunruhigt von all diesen jungen Männern in Badehosen und schönen dunklen Mädchen, die sich zu ganz normalen Zeiten überall rumtrieben, nur nicht zu exklusiven Moslemzeiten, die sie weniger störend erscheinen liessen. Schliesslich wollen wir sie doch nicht so oft und heftig sehen, oder?

    Nach dem Minarett-Ding hier kam gleich am nächsten unser Christliche-Volkspartei-Chef Darbelley mit dem Vorschlag, Friedhöfe nicht nur für Moslems sondern auch für Juden, die wir ja jetzt so liebhaben, dass trotzdem antisemitische Parteien gewählt werden wie lange nicht mehr, auszuschliessen.
    Nach Perteizugehörigkeit nennt der Mann sich einen Christen.
    http://www.blick.ch/news/schweiz/bern/darbellay-krebst-zurueck-134976

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  25. genova68 schreibt:

    Der Artikel aus der Berliner Zeitung ist das richtige für Redford, bitte lesen.

    T.Albert,
    kürzlich habe ich irgendwo einen Bericht über die Deutschfeindlichkeit in der Schweiz gesehen, es ging um Zürich und um eine deutsche Radiomoderatorin etc. Ist doch ein interessantes Thema, dass zuerst die Minarettabstimmung stattfand, die auf massive Zustimmung in Deutschland stieß, und keine vier Wochen später ist plötzlich der Deutsche der böse. Das wurde nicht weiter diskutiert, aber es ist eine bizarre Situation: Der Durchschnittsdeutsche, der die Schweizer erst hochgelobt hat wegen des Minarettverbots, ist plötzlich selbst der Diskriminierte. Sind die Minarettgegner und Deutschengegner ein und diesselbe Gruppe?

    Das Friedhofsverbot für Juden ist Hardcore, sowas habe ich noch nie gelesen. Wo sollen die sich dann beerdigen lassen?

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  26. Nihilist schreibt:

    Kann sein, das meine „Kindheit“ zu viele Vergleichsmöglichkeiten eröffnet.

    Der Wolf und die Sieben Geisslein – da muss der Wolf Kreide fressen, damit ihm Einlass gewährt wird.

    Redford, in ihren Aussagen nach dem ersten Artikel erkenne ich nur „Kreidefressen“. Denn so Dumm können Sie nach ihren Beiträgen nicht sein, nicht von Anfang an erkannt zu haben, was sie mit den entsprechenden Aussagen bewirken.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Die_drei_kleinen_Schweinchen

    Ich habe ein „moralisches Haus aus Stein“, da kommt mir kein Wolf rein.

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  27. Redford schreibt:

    @T. Albert,

    der verlinkte Artikel zeigt, dass Integration auch funktionieren kann. Wie schön. Ich kenne jede Menge Artikel, die das Gegenteil besagen – und nun?

    Fakt ist, dass es nicht hilft, linksgerichtete Medien zu lesen, sich mit einem Glas Rotwein zurück zu lehnen und zu freuen, dass da draußen auf den Straßen alles wunderbar „Multikulti“ ist. Die die zahlreichen Opfer von Migrantengewalt in Bussen, S- und U-Bahnen der letzten Wochen, werden Ihre Ansichten wohl nicht teilen. Ach, Moment, so „rechte“ Nachrichten lesen Sie bestimmt erst gar nicht…

    @genova68,

    Ich denke, man muss hier unterscheiden: Die Anti-Minarettinitiatve in der Schweiz ist ein Zeichen der Wehrhaftigkeit der Schweizer gegen eine kulturfremde „Überfremdung“. Ich nehme an, man hat dort ähnliche Schwierigkeiten mit moslemischen Einwanderern, wie hierzulande (Gewaltkriminalität, Ghettos, überdurchschnittlich viele Transferleistungen).

    Die „Deutschfeindlichkeit“ liegt meiner Ansicht nach darin, dass viele gut ausgebildete Deutsche in der Schweiz ihr Glück versuchen. In den Unis soll laut Zeitungsberichten inzwischen ein „deutscher Filz“ herschen, es sollen also Einheimische ausgebootet werden. Falls dies so zutrifft, verstehe ich den Ärger mancher Schweizer und die Forderungen, dies zu ändern. Eine pauschale „Deutschfeindlichkeit“ kann ich in der Schweiz jedoch nicht erkennen.

    @Nihilist,

    Ja, ich gestehe, ich bin in Wahrheit ein glatzköpfiger NPD’ler mit krasser Bomberjacke, der viel Kreide frisst. Am Wochenende ziehe ich mit ’nem Baseballschläger durch Halle und „klatsche“ Türken und zündel an Synagogen. Sch**sse, wie haben Sie mich bloß enttarnen können?
    *rolleyes*

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  28. T. Albert schreibt:

    Redford

    Sie haben einfach keine Ahnung. Es werden auch keine Einheimischen ausgebootet, sondern es werden international Stellen besetzt, wie das im akademischen Bereich auf der ganzen Welt üblixh ist, in Deutschland auch. Es gibt auch Zeitungen, die diese SVP-Rede vom deutschen Filz, daher kommt sie nämlich und ist keine Erfindung der Zeitungen sondern der SVP, was Sie wüssten, wenn Sie hier lebten, wie ich, die diese Rede auf ihren Gehalt untersuchen. Auch da gibt es Zahlenmaterial, wie im meinerseits verlinkten Artikel.
    Eine Deutschenfeindlichkeit gab es hier in den rechten Kreisen auch vor der Minarett-Initiative und die ist dialektisch sehr mühsam zu durchdringen, weil sie auch situativ und funktional eingesetzt wird. Sie richtet sich auch nicht einfach gegen alle Deutsche, sondern gegen die, die hier sichtbar arbeiten. Für deutschen Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus hat man dabei im Alltag wiederum sehr viel Verständnis. Wie für die Deutschen, die das deutsche Steueramt betrügen. Wenn die das hier täten, würden die SVP-Kreise Ausschaffung des kriminellen Ausländers fordern, woran sie gerade arbeiten. Wenn man angebliche Ängste ins Feld führt, dann kann man bedenken, dass hier 21 % Ausländer leben, von den 5 Mio. Schweizerbürgern sind wiederum viele naturalisierte und Secondos. Also, hier befinden sich ungleich viel mehr Ausländer als die paar Leute in Deutschland. Und das relativiert selbst die SVP-Rede, die derjenigen der NPD entspricht, aber lange nicht so konsequent und in gewisser Weise dann sogar zum Glück antideutsch ist, als da auch immer alte Ängste vor Deutschland angesprochen werden. So sind die Nationalen eben, immer gegeneinander.
    Dumm nur, dass es eben rassistisch ist und nicht einfach politisch.
    Was Sie nicht erkennen können, das ist aber hier auch für Deutsche durchaus Realität, auch wenn Sie sich als Deutscher das vielleicht nicht vorstellen können. Deutsche werden hier als Migranten angesprochen und wahrgenommen wie jeder Bosnier auch. Sie werden nur als hochqualifiziert und am besten ausgebildet dann eben doch gerne eingesetzt, kriegen aber auch gerne weniger Geld als Schweizer, sogar als Lehrer. Sie sind ein ausgesprochener Spassvogel, der gerne Rotwein trinkt, sonst würden Sie nicht dieses projizierte Multikulti-Zeug ablassen und von selbstverständlicher Mmigrantengewalt faseln. Sorry. Ich weiss, wie es sich anfühlt, wenn man Migrant ist, ich weiss auch wie sich das in Deutschland anfühlt. Ich weiss auch noch, wie es war als Kind nach Deutschland zu kommen, von Ihrem Multikulti war da nicht viel zu spüren, sondern von Exklusion, auch wenn ich selber darunter nie zu leiden hatte. Aber ich konnte das im weiteren familiären Umfeld gut beobachten, und wenn jemand aus einem vorderasiatischen Land kommt, oder die Eltern, dann ist die Exklusion evtl. situativ, aber immer einkommensunabhängig, religionsunabhängig, integrationsunabhängig, personenunabhängig, unabhängig von der vielbeschworenen mangelnden oder guten Ausbildung oder den Sprachkenntnissen. Man ist mal das Kopftuchmädchen oder die typisch reiche Iranerin. Exklusion ist auch unabhängig davon, warum man da ist, unabhängig von politischen Gründen.
    „Migrantengewalt“, aha. Dann habe ich 92/93 wohl eine Welle der Deutschengewalt miterlebt, als meine Frau, ganz ohne Kopftuch und Burka, sondern gut und „westlich“ gekleidet und bestes Hochdeutsch sprechend, bespuckt, beschimpft, beworfen wurde.

    So, ciao.

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  29. T. Albert schreibt:

    Nochwas zu den Deutschn, die hier „ihr Glück versuchen“: nein, die kommen, weil sie in Deutschland keine Arbeit finden. Hier arbeiten sie, auch im berühmten medizinischen Bereich, weil jahrelang nicht ausgebildet wurde; es ist billiger, wenn man die Ausbildungskosten nicht zu tragen hatte. Damit es noch billiger wird, versucht man jetzt wieder, diejenigen, die arbeitlos werden, wieder rauszukriegen, schliesslich haben wir Krise.

    Deutsche Studenten sollen als Strafe für den Bruch eidgenössischen Rechts durch die BRD exklusiv höhere Studiengebühren zahlen, sagt die SVP.

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  30. genova68 schreibt:

    T.Albert,
    jetzt haben wir heute schon zwei extrem skurrile Forderungen der SVP kennengelernt: Keine Friedhöfe für Juden und Muslime, und Extra-Studiengebühren für deutsche Studenten in der Schweiz, weil Schäuble die CD kaufen will. Da geht´s ja rund bei euch. Die Frage ist dann immer, wie hoch der Prozentsatz an Deppen in einer Gesellschaft ist, die solchen Gruppen auf den Leim gehen.

    Redford,
    ich habe schon das Gefühl, dass du hier mit Floskeln arbeitest: Rotwein(gürtel), Migrantengewalt, Busse mit randalierenden Türken, Minderheiten nehmen sich zuviel raus etc. Das ist, sorry, alles Blödsinn, angelesen. Zu den eingeknickten Deutschen fallen dir auch nur die Moscheen ein. Als wenn die ernsthaft jemand stören würde. Wenn es nicht soviel Schreibarbeit wäre, würde ich dir das alles erklären. Der Artikel in der Berliner Zeitung erklärt aber schon recht viel. „Migrantengewalt“ ist doch schon ein dämlicher Begriff. Ob mir ein Türke oder ein Deutscher aufs Maul haut, ist mir doch egal. Interessant sind dann die Gründe, die Hintergründe etc. Und die Nationalität wäre erst dann interessant, wenn der Türke mich schlägt, WEIL ich Deutscher bin. Und ich glaube, da sind die Deutschen, die Ausländer kloppen, WEIL sie Ausländer sind, das entschieden größere Problem, oder? Man denke nur an weite Teile der Ex-DDR, wo ich als Dunkelhäutiger nicht hingehen würde. Daran haben wir uns gewöhnt.

    Andererseits ein kleines Beispiel: Eine Freundin war schwanger. Ihre nette Obsthändlerin, Türkin vermutlich, fragte, was „es“ wird. Auf die Antwort, dass es ein Mädchen werde, antwortete sie, einfühlsam: „Naja, Hauptsache, es ist gesund.“

    Hier kommt vielleicht ein dynamischer kultureller Unterschied zum Vorschein (Kulturen sind immer dynamisch, ändern sich permanent), der schon empören kann. Aber auch hier darf man nicht vergessen, dass in den allermeisten Kulturen weltweit Jungs in der Geschichte wertvoller waren als Mädchen, wegen Stammhalterschaft. Bei uns genauso. Dass es jetzt nicht mehr so ist, hat weitesgehend ökonomische Gründe. Der Mann als muskelbeladener Ernährer der Familie hat ausgedient.

    Das historische Gedächtnis der Menschen ist kurz.

    Generell wiederhole ich zu dem Thema aber das, was ich immer sage: Fremdenfeindlichkeit ist in erster Linie die Bereitschaft zur Feindbildproduktion. Davor ist keiner gefeit.

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  31. T. Albert schreibt:

    genova,

    nein, die friedhofslösung kam ja nicht von der svp, sondern der cvp, also der cdu-schwester, also, von einigen dort. andere partei-christen waren da ziemlich sauer drüber.
    aber es lässt tief blicken, dahin, wo es eigentlich sitzt, in der „mitte“. mit „extrem mittig“ maccht hier gerade einer wahlkampf für sich.

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  32. genova68 schreibt:

    Aha. Mir fällt gerade auf, dass der einzige schweizer Politiker, den ich kenne, Blocher ist. Und der einzige Medienschaffende Roger Köppel. Eigentlich eine Katastrophe.

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  33. Redford schreibt:

    @T. Albert,

    ich kenne die Zustände in der Schweiz zu wenig bzw. nicht aus eigener Erfahrung, daher kann ich zu Ihren Ausführungen nicht viel dafür oder dagegen sagen. Wenn es wirklich die beschriebene Deutschenfeindlichkeit gibt, ist dies natürlich sehr bedauerlich, aber aus Sicht mancher Schweizer vielleicht verständlich. Die Schweiz ist nunmal „deren“ Land und wenn Deutsche und andere Ausländer nicht willkommen sein sollten, wäre dies zu respektieren.

    @genova68,

    Es tut mir leid, wenn meine Aussagen nicht in Dein – offenbar fix und fertiges – Weltbild passen, aber sie sind nicht „angelesen“, sondern größtenteils selbst erlebt.

    Das Problem ist eben, dass es tatsächlich eine zunehmende Deutschenfeindlichkeit unter bestimmten Migrantengruppen gibt. Bedeutet: Du bekommst aufs Maul, WEIL Du Deutscher bist. Der Fall mit dem Rentner in der Münchener U-Bahn ist hier doch nur die Spitze vom Eisberg, denn viele Fälle gelangen gar nicht erst in die großen Medien. Warst Du schonmal in „Problemvierteln“ deutscher Städte? Es gibt Gegenden, wo Du als deutsche Frau auf der Straße als „deutsche Hure“, „Schlampe“ usw. beschimpft wirst. Oder Kinder in der Schule, die mit „Schweinefleischfresser“ angepöbelt werden.

    Das sind alles keine Hirngespinste, sondern alarmierende Tatsachen. Ich könnte noch mehr erzählen – das Meiste sogar aus erster Hand (ok, das mit der Schule habe ich aus der Zeitung), aber Du würdest mir nicht glauben, denn Du und andere Linke können und wollen diese Probleme nicht sehen.

    Ich bestreite übrigens nicht, dass es vor allem im Osten auch „No-Go-Areas“ für z.B. Schwarze gibt. Das ist ein ähnliches Problem und gehört genauso bekämpft. Es ist nur an der Zeit zu erkennen, dass Rassismus auch von Migranten ausgeht, dies also kein einseitiges Problem ist und auch keine bloßen „Einzelfälle“ sind. Wer mir nicht glaubt, sollte mal aufmerksam die Polizeiberichte (nicht nur die Zeitungen, die verschweigen wegen des Pressekodexes gerne Details) größerer Städte lesen. Bei Gewalttaten gibt es dort eine erschreckende Tendenz.

    Zitat:
    „Fremdenfeindlichkeit ist in erster Linie die Bereitschaft zur Feindbildproduktion. Davor ist keiner gefeit.“

    Das mag stimmen, manchmal ist „Fremdenfeindlichkeit“ jedoch auch das Resultat negativer Lebenserfahrungen – wobei sich die „Feindlichkeit“ eher auf bestimmte Gruppen bezieht und nicht auf alle „Fremden“.

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  34. genova68 schreibt:

    Redford,
    du bist ein schönes Studienprojekt für einen Sozialwissenschaftler, du funktionierst genauso, wie die Theorie das erklärt. Was soll man da machen?

    Dein Problem ist keine Deutschfeindlichkeit von Migranten, die es sicher gibt. Die hat eher soziale Hintergründe. Wer Druck von oben bekommt, gibt den weiter. Türken sind in Deutschland schlecht angesehen, das ist ja fast ein Schimpfwort. Da nimmt man gerne das Unterscheidungsmerkmal „Nation“. Ist doch alles nicht so kompliziert.

    Fremdenfeindlichkeit ist eben nicht das Resultat verschiedener Lebenserfahrungen, sondern Projektion. Du bist gegenüber Türken, Arabern, Muslimen feindlich eingestellt, obwohl du mit denen höchstwahrscheinlich nichts zu tun hast. Du bist gegen Moscheen, obwohl du noch nie eine gesehen hast, du redest von Problemvierteln, obwohl du sie nicht kennst. Das ist bei dir alles Projektion, angelesen, vielleicht auf einschlägigen Internetseiten, so klingt das jedenfalls.

    Ich wohne im „Problemviertel“ Kreuzberg, früher Neukölln, und fande und finde das immer angenehm da. Probleme leugne ich nicht, aber den von dir angesprochenen Rassismus kriegt man nicht durch deine stereotypen Feindbilder weg. Du meinst allen Ernstes, „Linke“ würde diese Themen nicht kennen und nur gutbürgerlich im „Rotweingürtel“ leben? Wo lebst du denn??

    Wenn ich nach Benachteiligungen von Deutschen frage, kommst du mit Moscheen? Gehts noch? Inwiefern benachteiligen die dich? Und die Schwimmzeiten für Frauen (nicht für Muslima)? Willst du immer genau dann schwimmen gehen?

    Das ist alles Quatsch. Du hast Feindbilder im Kopf, die du bedienen musst. Wenn ich von Westerwelle schreibe, kommst du fast zwanghaft auf das Thema, dass sich böse ethnische Minderheiten zuviel rausnehmen. Obwohl das Thema ja war, dass sich das Kapital zuviel rausnimmt.

    Und dann wunderst du dich über mein Urteil?

    Positiv kann ich noch anmerken, dass ich deinen Stil hier dennoch angenehm finde und du dich nicht ins Bockshorn jagen lässt.

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  35. Nihilist schreibt:

    Ich wohne in einem sogenannten „Problemstadtteil“. Deswegen arbeite ich ehrenamtlich ohne Aufwandsentschädigung, trotz Erwerbslosigkeit.

    Eine gemischte Kindergruppe, Deutsche, Deutschrussen, Türken, hatte Interesse am Schachspiel, die haben sich alle gut verstanden, alle waren begeistert. Ich habe das dann umgesetzt. Leider ist dann die Mitarbeiterin der Einrichtung (Zeitvertrag) ausgeschieden, die dieses Projekt betreut hat und das Angebot wurde leider eingestellt.

    Es gibt einen „runden Tisch“, dort kommen Migranten, Katholiken, Evangelen, Muslime und Menschen jüdischen Glaubens zusammen. Es gab gemeinsame Aktionen, Gesprächskreise, „Besuch bei ausländischen Mitbürgern“ (durch die VHS) u.a.m..

    Die Moschee beteiligt sich jedes Jahr mit einem Tag der offenen Tür am neuen „Tag der Einheit“, Ein Stadtteilfest, an dem alle teilnehmen, die „Hauptverkehrsstraße wird dann abgesperrt, viele Stände von Vereinen unterschiedlicher „Richtungen“ machen mit, auch ein immer wieder beliebter Stand der Moschee mit dem „Essensangebot“, von den Muslimas „gekocht“, ein Bouleplatz wurde angelegt, dort treffen sich auch ohne Probleme einfach BÜRGER um gemeinsam ihrem Hobby nachzugehen. Ich könnte noch viele weitere Aktionen aufzählen. Aber ich will damit nur verdeutlichen, es kommt nie auf den Hintergrund der Menschen an, sondern nur darauf, das SIE MENSCHEN sind, die nicht nach Ideologien gegeneinander angehen, sondern einfach einander so akzeptieren, wie sie sind.

    Und meine „Lieblingsgeschichte“ ist immer noch die Ringparabel aus „Nathan der Weise“, der sie auch „nur“ übernommen hat.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Nathan_der_Weise

    SO sollten die Menschen miteinander umgehen.

    Teile und Herrsche sind die Methoden derer, die sich einen Vorteil daraus versprechen, und die „Fremdenfeindlichkeit“, eine emotionale Komponente, wird aufgehetzt. Das hilft die eigentlich gemeinsamen Interessen der „Unterdrückten“ zu zersetzen.

    Und leider sind es die wenigsten Menschen, bei denen die Vernunft und der Verstand die Zügel führt. Habgier, Egoismus, Geiz, Emotionen die immer wieder an- und aufgestachelt werden.

    Da kann ich mich nur der bekannten Aussage anschliessen – (harmlose Version) ich kann nicht so viel essen wie ich wieder ausspeien möchte.

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  36. Redford schreibt:

    @Nihilist,

    Sie schreiben von einer sozialromantischen Idealsituation, einem Paradebeispiel positiven Miteinanders, das es zweifelsohne sicher gibt, das meiner Erfahrung nach jedoch nicht die Normalität darstellt.

    Ich kenne die „Teile und Herrsche“-Theorie, glaube aber nicht an eine bewusste Stimmungsmache gegen ethnische Minderheiten. Eher im Gegenteil: Politik und Presse halten da doch immer schön den Deckel drauf. Stimmung wird gerade (mal wieder) gegen Hartz IV-Empfänger gemacht, siehe den neuen „Medienstar“ Arno Dübel. Da lohnt es sich auch – ökonomisch, meine ich.

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  37. Redford schreibt:

    @genova68,

    Ich erlaube mir, Ihren Beitrag mal konkret zu „zerlegen“:

    „Dein Problem ist keine Deutschfeindlichkeit von Migranten, die es sicher gibt. Die hat eher soziale Hintergründe. Wer Druck von oben bekommt, gibt den weiter.“

    Schön, dass Sie zumindest zugeben, dass es eine Deutschfeindlichkeit gibt und Sie kein Hirngespinst vermeintlich Rechtsradikaler ist. Nun frage ich mich allerdings, woher denn dieser „Druck von oben“ auf die armen Migranten kommen soll? Wie ich schon Nihilist schrieb, halten doch Politik und Presse meistens die Hand über Minderheiten in Deutschland. Sollte ich mich täuschen, klären Sie mich auf. Ernstgemeint.

    „Fremdenfeindlichkeit ist eben nicht das Resultat verschiedener Lebenserfahrungen, sondern Projektion.“

    Beispiel: Sie werden jeden Tag von zahlreichen Obdachlosen auf Ihrem Weg zur Arbeit angeschnorrt. Ist die Feststellung „Obdachlose betteln oft“ dann bloß eine Projektion, also ein Vorurteil, oder ein persönlicher Erfahrungswert?

    „Du bist gegenüber Türken, Arabern, Muslimen feindlich eingestellt, obwohl du mit denen höchstwahrscheinlich nichts zu tun hast.“

    Ich kenne einige Türken und ein Teil von diesen – sie werden’s nicht für möglich halten – gibt mir sogar Recht, dass in Deutschland einiges schief läuft. Denen sind sogar ihre eigenen Landsleute suspekt. Das sind allerdings auch gebildete Personen, die zudem nicht religiös sind.

    „Du bist gegen Moscheen, obwohl du noch nie eine gesehen hast, du redest von Problemvierteln, obwohl du sie nicht kennst. “

    Ich betone nochmals, dass ich schon diverse Problemviertel gesehen habe (in Berlin, Köln und Düsseldorf), da ich beruflich bedingt viel herumkomme. Glauben Sie’s oder nicht.

    „Wenn ich nach Benachteiligungen von Deutschen frage, kommst du mit Moscheen? Gehts noch? Inwiefern benachteiligen die dich?“

    Entweder habe ich da etwas falsch gelesen, oder Sie ver*rschen mich gerade ;-)

    Moscheen benachteiligen mich nicht, doch eine zunehmende Islamisierung des Landes letztendlich schon. Nämlich in meinen Grundrechten.

    „Das ist alles Quatsch. Du hast Feindbilder im Kopf, die du bedienen musst.“

    Wie ich schon schrieb: Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt. Feindbilder mögen mit der Zeit entstanden sein, sie sind aber keine Projektion, sind nicht auf Basis irgendwelcher Stereotypen entstanden, sondern aufgrund von Erfahrungen und einer – möglichst objektiven – Betrachtung der Realität.

    Ich fürchte, wir kommen in diesem Punkt nicht zusammen, aber trotzdem schön, mal darüber gesprochen zu haben.

    „Positiv kann ich noch anmerken, dass ich deinen Stil hier dennoch angenehm finde und du dich nicht ins Bockshorn jagen lässt.“

    Danke, dito.

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  38. genova68 schreibt:

    Redford,

    klar gibt es Deutschfeindlichkeit, das ist dann genau so eine Projektion. Extreme Ausnahme: Wenn ein Holocausüberlender zeit seines Lebens alles Deutsche hasst, hätte ich dafür Verständnis.

    Druck von oben: Ausländer ist ein Schimpfwort, sie sind generell schlecht angesehen in Deutschland, es gibt die Ausländerproblematik, Ausländerkriminalität etc. Wo hält die Presse „den Deckel drauf“? Beispiele? Türken werden doch permanent als Problem dargestellt, Islamophobie, wo man hinschaut, merken Sie das nicht? Was meinen Sie, warum Sie so drauf sind?

    Ihre Feindbilder sind Projektion, sonst nichts. Wo konkret sollen die denn herkommen? Ich frage Sie ständig nach Beispielen, Sie kommen mit Moscheen, bei denen Sie dann doch zugeben müssen, dass Sie von denen nicht bedroht werden. Ihre Grundrechte sind bedroht durch Islamisierung, sagen Sie als nächstes. Bitte konkret: Welches Grundrecht, wann? Beim Schwimmbadbesuch??

    Ihr Obdachlosenbeispiel: Ja, die betteln bestimmt oft. Und was hat das mit den Ausländern zu tun? Was erleben Sie mit denen täglich? Woher kommt da Ihr Feindbild?

    Schön, dass Sie schon in Berlin und Köln und Düsseldorf waren. Was haben Sie dort denn Schlimmes gesehen?

    Ihre Türken, die Sie kennen, da fällt mir ein Zitat aus der taz von gestern von Hilal Sezgin ein:

    „Nichts hört ein Ausländerfeind lieber als eine echte Türkin, die ihm versichert, alle anderen Türken seien dreckig und primitiv“. Sorry, ist nicht von mir.

    Der ganze, sehr lesenswerte Artikel von ihr:
    http://www.taz.de/1/debatte/kolumnen/artikel/1/der-hass-der-anderen/

    Wenn ich Ihnen als Deutscher sage, dass Deutsche scheiße sind, kriegen Sie dann auch das Feindbild Deutsche?

    Vielleicht meinen Sie ja, dass überdurchschnittlich viele Türken ALG 2 beziehen. Ja und? Deswegen Feindbild? Das hat, um das ganz kurz zu machen, vor allem damit zu tun, dass das die Nachkommen bildungsferner (wie man das heute nennt) Gastarbeiter sind, die wir hierher gebeten haben und um deren Bildung sich 40 Jahre keiner gekümmert hat. Die sollten doch gar nicht lesen oder schreiben können.

    Oder meinen Sie, dass Türken alle Moslems sind und der Islam ja gewalttätig ist? Dann empfehle ich Ihnen folgenden Versuch: Gehen Sie eine Woche lang jeden Tag zu Fuß durchs christliche Rio de Janeiro, ohne Ansehen der Stadtviertel, und dann machen Sie das gleiche im islamischen Kairo. Und dann sagen Sie mir, wo Sie ausgeraubt wurden.

    Gute Nacht.

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  39. Redford schreibt:

    Ihr Beitrag enthält eine Menge rhetorischer Fragen, aber ich will versuchen, meinen Standpunkt ohne allzu viele Worte zu verdeutlichen:

    1. Der Begriff „Ausländerkriminalität“ wurde aufgrund der statistisch überproportional hohen Rate von „Straftaten durch nicht-deutsche Einwanderer“ geprägt. Das Wort „Ausländer“ ist für mich hingegen neutral, ich sehe hier nichts impliziertes Negatives.

    2. Sie fragen, wo die Presse „den Deckel draufhält“. Antwort: Die Presse vermeidet in den meisten Fällen die Nennung der Nationalität von Tätern bei Delikten wie Raub und Körperverletzung, oft heißt es nur „männlich, ca. 22. Jahre alt…“; manchmal auch vielsagend „Südländer“. Lesen Sie mal diverse Newsportale und anschließend(!) die Polizeiberichte der jeweiligen Stadt. Ich habe dieses „Experiment“ gemacht und gestaunt, was die diversen Medien alles an potentiell „diskriminierenden“ Informationen filtern (blöder Nebeneffekt für die Opfer der Straftaten: Die Täterfahndung wird unnötig erschwert durch das Weglassen wichtiger Hinweise zu Person).

    3. Stichwort Islamophobie. Ich sehe in den Mainstreamedien eigentlich fast nur positive Berichterstattung über das Thema Islam. Politiker und Medien jubeln doch quasi jedes neue Moscheebauprojekt hoch. Wenn es eine „Islamophobie“ gibt, dann haben wohl Teile der „Betroffenen“ selbst dafür gesorgt.

    4. Meine Feindbilder (etwas arg übertrieben) sind keine Projektion in Ihrem Sinne – aber bleiben Sie meinetwegen dabei, damit kann ich leben.

    5. Grundrechte und Islamisierung: Falls diese weiter zunimmt, werden über viele Jahre erkämpfte wie Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung der Geschlechter gefährdet (Stichwort: Scharia). Dies käme nicht von heute auf morgen, aber werfen Sie mal einen Blick auf die hiesige Demographieentwicklung.

    6. Was ich Problemvierteln gesehen habe: Ghettos/Parallelgesellschaften, ein vermülltes Straßenbild und Ecken mit zwielichtigen Personen, die man abends als Deutscher besser meidet, wenn man keine Nahkampfausbildung genossen hat.

    7. Na ja, dass Sie ausgerechent ein Interview mit Hilal Sezgin aus der linksgerichteten TAZ zitieren, ist schon amüsant. Dazu sage ich mal nichts weiter, außer, dass die Frau da Quatsch redet.

    8. Das Türken oder generell Ausländer aus dem „orientalischen“ Kreis überdurchschnittlich am H4-Topf hängen, ist mir bekannt, war aber nicht der Grund für meine Äußerungen. Das ist noch ein ganz anderes Thema und hat – zugegeben – auch mit dem Problem der Gastarbeiter zu tun, um deren Bildung man sich nicht gekümmert hat.

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  40. Nihilist schreibt:

    @ Redford

    Kennen Sie zufällig deutsche Frauen, die einen türkischen Mann geheiratet haben und dann Muslima wurden? Ich kenne mehrere. Hier bei uns ist das kein Problem. Und es sind sogar türkische Frauen hier, die kein Kopftuch tragen, und deutsche Frauen, die tragen eines.

    Und einer meiner Söhne (ich habe drei Söhne und eine Tochter) war einige Zeit mit einer Muslima zusammen, sie haben eine gemeinsame Tochter. Nur, mein Sohn hat ein paar Fehler gemacht, als Frau hätte ich ihn auch verlassen.

    Komisch, das diese Menschen keine Probleme miteinander haben, ich vermute, Sie verkehren in den falschen Kreisen.

    Und noch eine Anmerkung – Vorurteile sind Fehlurteile, sie entstehen durch einseitige Informationen. Ich bewerte jeden Menschen individuell, nicht nach Herkunft oder Glauben, sondern an seiner Menschlichkeit. Und ich kenne mehr Deutsche, denen ich nicht mehr im geringsten Vertraue, weil sie mein Vertrauen missbraucht haben.

    In diesem Sinne, lernen Sie die einzelnen Menschen näher kennen. Dann könnten Sie ihre Pauschalvorurteile vergessen, es sei denn, Sie pflegen diese lieber.

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  41. Redford schreibt:

    @Nihilist

    Ich zitiere mich selber: „Sie schreiben von einer sozialromantischen Idealsituation, einem Paradebeispiel positiven Miteinanders, das es zweifelsohne sicher gibt, das meiner Erfahrung nach jedoch nicht die Normalität darstellt.“

    Nochmal: Ich bestreite ja nicht, dass es so etwas, was Sie da schreiben, gibt und das es funktionieren kann. Meine Erfahrungen und die der meisten Menschen, die ich kenne, sind leider andere. Ich pflege außerdem keine Vorurteile, denn Vorurteile hat man eventuell, wenn man keine Erfahrungen gemacht hat. Wie eine deutsche Frau ihre Freiheiten aufgegeben kann und konvertiert, ist mir zwar unverständlich, aber bitteschön.

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  42. Nihilist schreibt:

    Noch eines, da ich gerade ihren letzten Beitrag gelesen habe.

    1989 wurde ich geschieden, mein Fehler gewesen, ich habe mich dann einem Gesprächskreis von Geschiedenen angeschlossen, dort habe ich dann in den Gesprächen erkannt, was ich falsch gemacht habe. So kann ich Heutzutage in meiner Beziehung diese Fehler vermeiden.

    Damals, am ersten Tag, war ich erschüttert, weil eine grün und blau geschlagene Frau dort saß. Nein, Gewalt gegen eine Frau habe ich nie ausgeübt, das war nicht mein Fehler. Sie war an dem Tag von ihrem DEUTSCHEN Mann zum wiederholten mal verprügelt worden. Andere Frauen gaben ihr den Rat in das Frauenhaus zu gehen. Dort waren einige der Frauen untergetaucht, die in dem Gesprächskreis anwesend waren. Prügelnde DEUTSCHE Männer sind wohl keine Seltenheit. Komisch, das darüber nichts in der Zeitung steht. Das wollte Sie auch, aber vorher ging Sie zur Wohnung zurück, um einen Teil ihrer Sachen zu holen, in der Annahme, der Mann sei in Gewahrsam, den hatte die Polizei mitgenommen, Sie hatte eine Anzeige wegen Misshandlung gegen ihren Mann gestellt und ging davon aus, das der nun eingesperrt sei. Der kam aber zurück als Sie am packen war, als er das gesehen hat, erschlug er sie.

    Ich habe das in der folgenden Woche beim Treffen erfahren. Davon war in der Presse nichts berichtet worden. Der Mann war dann betrunken und wurde deswegen nicht wegen Mord oder Totschlag verurteilt. Verminderte Zurechnungsfähigkeit. Tolle Ausrede. Auch das stand nie in der Presse. Aber wehe es ist ein „Ausländer“, dann werden wieder Leserbriefe veröffentlich, die gegen Ausländer ihren Müll schreiben.

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  43. Redford schreibt:

    Sehr tragische Sache und ein klares Fehlurteil wie leider so viele Andere. Und nun? Natürlich gibt es prügelnde Ehemänner – auch viele Deutsche – das ist doch weiß Gott kein Geheimnis! In den Frauenhäusern werden Sie übrigens neben deutschen auch viele türkische Frauen finden – ebenfalls kein Geheimnis.

    Was ist mit den hunderten sogenannter „Intensivtäter“ allein in Berlin (weit über 90% Ausländer bzw. konrekter, Türken/Araber), die selbst nach dem 30. Mal noch Bewährung oder Sozialstunden plus „Antiagressionstraining“ erhalten? Andere Großstädte haben die gleichen Probleme.

    Erst diese Woche wurde doch wieder ein junger Mann quasi grundlos im Bus von zwei „Südländern“ ins Koma geschlagen. Viele Fälle, wo es keinen Videobeweis gibt, schaffen es nichtmal in die großen Blätter, sondern landem klein im Lokalteil einer Stadtzeitung.

    Das Ausländer hier besonders hervorgehoben werden, ist doch lächerlich. Das genaue Gegenteil ist der Fall, siehe dazu Punkt 2 meines Beitrags von 01:30 Uhr…

    Hoppla, schon spät geworden. Jetzt wird’s aber wirklich Zeit für’s Bett. Gute Nacht!

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  44. hanneswurst schreibt:

    @Redford: In Düsseldorf gibt es keine „Problemviertel“.

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  45. genova68 schreibt:

    Redford,
    aus allen Ihren Beiträgen wird eines klar: Sie haben keine Erfahrungen, Sie haben nur Projektionen. Sie bedienen Feindbilder, Ihr ganzer Duktus klingt nach den einschlägigen Internetforen wie PI. Wenn die Moslems weg wären, würden Sie was anderes rauskramen (Schwule, Linke, Preußen, Rheinländer, Österreicher, Emanzipation, egal) und solange Sie das nicht merken, wird sich daran nichts ändern.

    Nihilist, nochmal danke für Ihre Beiträge, lese ich gerne.

    Hanneswurst,
    sicher dank Erwin.

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  46. Redford schreibt:

    Schade, dass Sie meine Beiträge für reine Projektionen und „Forenwissen“ halten, obwohl ich Ihnen mehrfach dargelegt habe, dass dem nicht so ist. Wenn Sie etwas nicht sehen wollen, dann werden Sie es auch nicht sehen. Na ja, warten wir mal ab. Irgendwann werden Sie vielleicht in der grauen Realität aufschlagen.

    Ich denke, damit ist dann alles gesagt. Trotzdem Danke für’s Gespräch.

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