Ich stelle mein Kunstwerk vor

Absichtslose Kunst ist eigentlich keine und dennoch immer wieder die beste. Eine unbewusste Installation im öffentlichen Raum hat künstlerischen Reiz, weil sie keine gewollte Kunst ist, sondern erst durch den Betrachter geschöpft wird.

Das meiste, was an Installationen heute erstellt wird, ist reizlos. Es war gut, als es neu war, als es Interesse und Aufmerksamkeit weckte. Ein paar Felsbrocken in einem Museuml waren früher Stein des Anstoßes und sind heute nur noch Stolperfalle, und das ist dann auch schon der anregendste Aspekt dessen. Seien wir ehrlich: Ein paar Felsbrocken im Museum sind ein Anlass zum Gähnen und zum Austesten, ob man dagegentreten darf, ohne vom Personal gemaßregelt zu werden. Bewusst hingelegte Felsbrocken oder Drahtfäden oder irgendwas mit Glas sind im Jahr 2019 in Museen weitestgehend lächerlich und rein als Dokumentation von Kunstgeschichte interessant. Im Moment der Musealisierung sind solche scheinbar widerständigen Kunstaktivitäten obsolet. Kunst im Museum ist sowieso so problematisch, wie es der Begriff des Bürgertums schon längst ist.

Die Aktion der beiden Sozialdemokratinnen, die 1973 in einem Lagerraum eine alte, schmutzige Badewanne entdeckten und sie gewissenhaft säuberten, war ein ganz hervorragendes Lehrstück über Bedeutung und Funktion moderner Kunst. Die Wanne war von Joseph Beuys hergerichtet worden. Der Spiegel schrieb:

Mit Ata bewaffnet machten sie sich ans Werk und scheuerten nach guter Hausfrauenart drauf los, bis die Wanne weiß und glänzend dastand.

Innerhalb weniger Minuten zerstörten die ahnungslosen Damen ein Kunstwerk, dessen Wert Experten damals schon auf 80.000 D-Mark schätzten.

Die beiden Damen zerstörten eine Aura, die ein dümmlicher Kunstmarkt in jahrelanger PR-Propaganda errichtet hatte. Die Aktion der Säuberung der Wanne hatte den gleichen emanzipatorischen Aspekt wie ihre Verschmutzung.

Der Besitzer der Badewanne war ein Sammler, der nach der Behandlung allen Ernstes von der Museumsleitung forderte:

„Ich erwarte, dass Sie umgehend Schritte ergreifen, um eine sofortige Restaurierung der Objekte und eine Regulierung der Schäden durch die Versicherung sicherzustellen.“

Eine Restaurierung einer sauberen Badewanne in eine schmutzige. Vielleicht hätte jahrelanger simpler Gebrauch geholfen.

Natürlich kann eine schmutzige Badewanne Kunst sein, wie auch ein Pissoir. Aber es ist prima, wenn das jemand nicht erkennt und die Kunst vernichtet. Die Moral von der Geschicht ist interessant, die Wanne ist es nicht. Man könnte auch sagen, dass solche Objekte nur vorübergehend, kurzzeitig Kunst sind. Es zählt der Moment der Kunstmachung, danach wird das Objekt uninteressant.

Der Aspekt moderner Kunst, zu irritieren, neue Zusammenhänge herzustellen, neue Sichtweisen zu ermöglichen, fällt in sich zusammen, wenn er seinerseits autoritär wird. Der Anspruch moderner Objektkunst kann nur der Moment sein. Ihre Zerstörung könnte man als einen weiteren prozessualen Kunstmoment deuten und es ist gut.

Eine ganz wunderbare Aktion gelang in diesem Zusammenhang kürzlich Banksy, dem sogenannen Street-Art-Künstler: Ein Bild von ihm wurde für 1,2 Millionen Euro versteigert und direkt nach diesem kapitalistischen Akt sorgte ein von Banksy installierter Aktenschredder für sofortige Zerstörung des Bildes.

n-tv schreibt:

Später postete Banksy bei Instagram noch ein Video, in dem es heißt, dass der Schredder schon vor Jahren in den Rahmen eingebaut worden sei, für den Fall, dass das Bild einmal versteigert werde. Danach zeigt das Video die Momente, in denen das Bild zerstört wird sowie die Reaktionen der Anwesenden. Als Kommentar zu dem Eintrag zitierte Banksy den Maler Pablo Picasso: „Der Drang zu zerstören ist auch ein kreativer Drang.“

Das Auktionshaus Sotheby´s sagte – lustigerweise der Financial Times:

„Wir haben mit dem Käufer gesprochen, der überrascht über die Aktion war. Wir befinden uns in Verhandlungen über die nächsten Schritte.“

Es ist eine ziemlich coole Geschichte von einem, der offenbar versteht, dass diese Art von Kunst im Moment ihrer Kapitalisierung obsolet wird. Künstlerisch betrachtet ist die Zerstörung der einzig sinnvolle Ausweg. Andererseits: Das System Kapitalismus ist so ideologiefrei und flexibel, dass das zerstörte Bild vielleicht einmal mehr Geld Wert sein wird als das unzerstörte. Wir haben hier auch ein schönes Bild von einem System, dessen einzige Logik die Kapitalvermehrung ist. Ob ein gemaltes Bild, ein Haufen Kot auf einem Kuchen oder ein Krieg: Es geht lediglich darum, der Öffentlichkeit klarzumachen, dass alles seinen Wert hat.

Man könnte der erstarrten modernen Objektkunst, um zum Thema zurückzukommen, in all den lächerlichen deutschen Provinzmuseen zu neuer Aktualität verhelfen, wenn man ihnen den Heiligenschein nähme. Putzfrauen und Kinder sollten sich all der Fettecken und Flecken und Lappen und Iglus und Nägel bemächtigen und damit etwas anstellen. Es wäre vielleicht sogar nötig, dieser momenthaftigen Kunst, die aus nichts als dem Moment heraus Kunst ist, ihre zeitliche Begrenztheit aufzuzeigen, das Betatschen, Verändern, Verwursteln zu erlauben. Man sollte vorher jegliche moderne Objektkunst entsichern, auf dass sich private Sammler nicht weiter entblöden können. Man könnte sich in diesem Zusammenhang noch einmal die Futuristen vornehmen. Es wäre auch ein antikapitalistischer Akt, denn im Moment der Ermächtigung des Kunstwerks könnte dieses auch schon obsolet, dem Markt enzogen worden sein. Man sollte all die lächerlichen deutschen Provinzmuseen als Dokumentationszentren für Kunstgeschichte betrachten.

Was macht eigentlich Julia Stoschek?

Im vorliegenden Fall bin also ich der Künstler, weil ich dieses Kleinod entdeckt, es dem Bauarbeiter gedanklich entrissen und zur Kunst erklärt habe. Und dann gefällt es mir deshalb so gut.

Wenn man dann noch bedenkt, dass ich dieses Kunstwerk in einer oberösterreichischen Kleinstadt mit einem FPÖ-Bürgermeister und einer FPÖ-Mehrheit im Stadtrat, also in einem Land mit aktuell 8,5 Millionen Debilen zur Kunst erklärt habe, kann ich mich mit Fug und Recht, wie man sagt, zum politischen und dissidenten Aktionskünstler erklären.

Aber nur vorübergehend.

(Foto: genova 2019)

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Von Eier sozialisierenden deutschen Hausfrauen

Ein hochinteressanter Artikel in der taz über deutsche Zeitgeschichte. Es geht um den Begriff der sozialen Marktwirtschaft und die Rolle Erhards. Erhard wollte einen freien Markt: „Ich meine, dass der Markt an sich sozial ist, nicht dass er sozial gemacht werden muss.“

Mir neu sind die beiden folgenden Ereignisse:

Erhard reagierte mit dem neoliberalen Mantra, die Preise würden sich mit der Zeit schon „einpendeln“. Das taten sie nicht. In den ersten zwanzig Tagen nach der Währungsreform stiegen die Preise von Schuhen und Grundnahrungsmitteln um 50 bis 200 Prozent, und bis zum Jahreswechsel verbesserte sich diese Situation nicht.

Schnell regte sich Unmut. Marktstände wurden geplündert, und Hausfrauen „sozialisierten“ die besonders begehrten Eier. Große „Kaufstreiks“ wurden durchgeführt, um die Händler zu Preisnachlässen zu bewegen, und in fast allen Städten kam es zu Protestdemonstrationen.

Eine Zäsur war der 28. Oktober 1948, als in Stuttgart 80.000 Menschen auf die Straße gingen – und anschließend einige Tausend Demonstranten Luxusgeschäfte zerstörten und Polizisten tätlich angegriffen. Deutsche und amerikanische Polizeibataillone setzten Tränengas, Bajonette und gepanzerte Fahrzeuge ein, um die aufgebrachte Menge unter Kontrolle zu bringen.

Am 12. November 1948 kam es schließlich zum bislang letzten Generalstreik in Deutschland: Über 9 Millionen Menschen legten die Arbeit nieder – das entsprach einer Beteiligung von knapp 80 Prozent –, obwohl nur 4 Millionen einer Gewerkschaft angehörten und es auch kein Streikgeld gab. 9 Millionen verzichteten auf ihr knappes Einkommen, damit Wirtschaftsdirektor Erhard endlich verstand, dass seine Politik des „freien Marktes“ gescheitert war.

80.000 Demonstranten und zerstörte Luxusgeschäfte – klingt nach den aktuellen französischen Gelbwesten und schwersten 1.-Mai-Ausschreitungen und man glaubt kaum, dass sowas in Deutschland möglich war. Kurz darauf ein Generalstreik mit einer Beteiligung von knapp 80 Prozent – ein Bericht aus einer anderen Welt.

Interessant dabei auch, dass diese Ereignisse im historischen Bewusstsein der Deutschen, wie man sagt, nicht vorkommen. Die herrschende Geschichtsschreibung hat hier gute Arbeit geleistet. Wer wüsste schon, wann in Deutschland der letzte Generalstreik stattgefunden hat? Wir wissen stattdessen von dem Übermenschen Ludwig Erhard, der angeblich die „soziale Marktwirtschaft“ erfunden hat und dass Unzufriedenheit es nur in der Ostzone gab. Der 17. Juni 1953 wurde sogleich zum Feiertag erhoben.

Vorschlag: Wir schaffen den lächerlichen 3. Oktober als Feiertag ab und führen stattdessen zwei neue Feiertage ein: den 28. Oktober und den 12. November, inklusive aufklärender Begleitprogramme und wie der Wert des sich Wehrens gegen Zumutungen überhaupt aktualisiert werden könnte. Besser noch: Wir richten eine jährliche Feiertagszone vom 28. Oktober bis zum 12. November ein. Dann kommt die Aufklärung besser voran und die Bevölkerung kann sich gut organisieren.

Verlaufen diese Begleitprogramme erfolgreich, wird spätestens ab Anfang Dezember kein Paket mehr über Amazon verschickt, kein Hotelzimmer mehr geputzt, kein Brötchen mehr verkauft und keine Miete mehr gezahlt.

Es wäre eine ernstzunehmende Emanzipationsbewegung jenseits von Sozialsstaatsgeplapper und Binnen-I-Diskussionen. Gut möglich aber auch, dass das Kapital den bevorstehenden 70. Gründungstag des Grundgesetzes zur massiven Propagandaschau zur Durchsetzung ihrer Interessen nutzen wird. Da haben dann weder der 28. Oktober noch der 12. November einen Platz.

Man wird ja noch vorschlagen dürfen.

(Foto: genova 2017)

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o.T. 485

(Foto: genova 2019)

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„… ´n krass wichtiges Ding“

Wir Älteren vermuten es ja schon länger: Die CDU ist eine durch und durch verlogene und scheinheilige und also dumme Partei, deren Ziel einzig die dauerhafte Realisierung einer Politik für die Interessen der oberen Zehntausend, wie man sagt, ist. Die Christenunion als Volkspartei ist also unserer, der Älteren Vermutung nach, der politische Abdruck eines in weiten Teilen durch und durch verlogenen und korrupten und also dummen Volkes, wie man sagt.

Ein junger Mann mit Namen Rezo gibt uns jetzt Gewissheit. Er publizierte kürzlich ein Video, das politische Aufklärung im besten Sinn betreibt. Nichts, was hier gesagt wird, ist neu. Neu ist aber, dass so ein Video in vier Tagen über 3,3 Millionen Aufrufe bekommt und die Medien sich ausführlich damit beschäftigen. Es gibt offenbar Bedarf. Und der Video-Anhang mit Quellenangaben könnte zumindest vom Umfang her unter einer Promotion stehen.

Das Video sorgt laut Deutschlandfunk „bei der CDU für Nervosität“. Haha. Paul Ziemiak, CDU-Generalsekretär und auch noch jung, verbreitet, Rezo verbreite „Falschbehauptungen“. Und er behauptet, allen Ernstes, er habe „mehr Skrupel“ als Renzo.

Das ist nun wirklich ein starkes Stück.

Ein alter weißer Mann muss sich an Rezos körperliches Rumgezappel erst gewöhnen, aber so ist sie wohl, die junge Generation. Oder vielleicht ist sie nur so, wenn eine Kamera läuft.

Rezo behandelt  – außer konkreter Immobilienpolitik – fast alle politischen Bereiche: Wirtschaft, Vermögensverteilung, Klima, Bildung, Artenvielfalt, Krieg, Völkerrecht, Drogen. Egal, wohin man schaut, die Politik der CDU – und in kaum geringerem Maß die der SPD –  ist naturgemäß das Letzte, so bisher unsere Vermutung und jetzt unsere Gewissheit.

Kritiker sagen, das Video schüre Politikerverdrossenheit. Ich sage: Jedes aufklärende Video über diese Politiker schürt Politikerverdrossenheit. Jedes Interesse für reale Politik schürt Politikerverdrossenheit. Je mehr und umfangreicher und nachhaltiger und also intensiver Politikerverdrossenheit, desto besser für aufgeklärte Politik.

Lustig ist die Doppelbedeutung des Videotitels, wobei leider nur die eine Bedeutung tatsächlich ist:

Die Zerstörung der CDU

Ich fordere nun die vielen Milllionen junger Rezipienten meines Blogs zur aufmerksamen Rezeption dieses krass wichtigen Dings auf. Bitte sehr:

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o.T. 484

(Foto: genova 2019)

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Zum ästhetischen Totalitarismus der Stalinallee und eine zwanghafte Überleitung zu HC, wie man sagt, Strache

Ein paar wirre Gedanken, vor deren Lektüre ich ausdrücklich warne:

Der wunderbare Architekturtheoretiker und Architekturhistoriker und Architektur-soziologe Werner Durth – man lese beispielsweise seine Übersicht über die biographischen Verflechtungen von Architekten vor und nach 1945 – meinte kürzlich in einem Vortrag in Berlin, die Stalinallee in Ostberlin sei ein Beispiel einer „Bildsprache totalitärer Herrschaft“.

Sicher waren die DDR und Stalin totalitär, aber die Stalinallee ist nur sehr bedingt ein Beispiel für eine totalitäre Ästhetik. Es war ein Großprojekt auf verwüstetem Grund, aber mit unzähligen kleinen formalen Abweichungen, die eben keinerlei Totalität vermitteln, sondern individuellen Zugang suggerieren. Ich zitiere mich selbst:

Warum finden wir diese Gebäude heute schön? Knappe Antwort: Weil sie abwechslungsreich gestaltet sind, und zwar nicht zu absichtlich, nicht krampfhaft, nicht permanent augenzwinkernd, Bildungsüberlegenheit ausspielend. Sondern auf den ersten Blick sogar symmetrisch und monoton. Auf den zweiten Blick bemerkt man unzählige Abweichungen an allen Baukörpern. Keiner gleicht dem andern. Die Abweichungen sind nicht postmodern kindisch, sondern zurückhaltend, und genau deshalb wohltuend. Vielleicht ist es die konventionelle Ernsthaftigkeit, das Einsetzen althergebrachter stilistischer Mittel wie Pilaster.

Es wohnten dort tatsächlich Arbeiter und der real existierende Sozialismus wollte seine Überlegenheit zeigen. Die Stalinallee war natürlich grundverlogen, weil sie Arbeitern keine emanzpierte Architektur erlaubte, aber es war eben der Ausdruck dessen, was in den 1920er Jahren schon als regressive Phase in der Kulturpolitik der Sowjetunion eingesetzt hatte.

Stalin war totalitär, die Stalinallee war es nicht. Man sollte hier zwischen totalitärer Architektur von Hitler, von Gigantomanie und Maßstabslosigkeit, von seelenlosem Neoklassizismus mit alleine der Einschüchterung dienenden Fassaden einerseits und der Stalinallee andererseits unterscheiden.

Insofern scheint mir ein anderer Ansatz aus Durths kürzlichem Vortrag in Berlin vielversprechender: Schon 1977 schrieb Durth, so Durth heute, in seinem Buch Die Inszenierung der Alltagswelt, dass die Zuversicht in eine offene, neue Zukunft momentan von einer Glorifizierung der Vergangenheit abgelöst werde und diese Entwicklung bis heute andauere und sich beschleunigt habe: Frauenkirche, Altstadtrekonstruktionen und mehr. Für 1977 eine bemerkenswerte Erkenntnis, die auch heute noch aktuell ist.

Durth sprach in diesem Zusammenhang auch von „Existenzangst“, und es ist offensichtlich, dass die Errichtung von Stadtschlössern im 21. Jahrhundert, der Wiederaufbau ganzer historischer, wie man das nennt, Stadtviertel, und gar die Rekonstruktion solch historisch belasteteter Gebäude wie der Potsdamer Garnisonskirche nicht ohne das Erstarken von rechtsradikalen Gruppierungen in Deutschland und anderswo gesehen werden kann. Existenzangst erzeugt Unterstützung für AfD und ähnliches und der sogenannte neobürgerliche Hang zu städtebaulichen Rekonstruktionen zeigt nichts anderes als eine Art große Koalition der ästhetischen und somit gesellschaftlichen Regression – von der SPD bis zur NPD.

Sage bitte keiner der Schloss- und Altstadtadepten, er engagiere sich im Kampf gegen Rechts. Jeder Schlossbefürworter engagiert sich ganz aktiv im Kampf für Rechts. Und das Kapital nimmt bekanntlich, was es kriegen kann – Schloss oder Mies, es ist egal.

In Berlin wird man wohl über kurz oder lang die Altstadt zwischen Schloss und Fernsehturm rekonstruieren. Momentan traut man sich noch nicht so ganz, aber die Kameraden stehen in den Startlöchern.

Man könnte in Zusammenhang mit Totalitarismusaspekten auch nach den ästhetischen Vorlieben von Herrn Strache fragen, es wäre vielleicht ganz interessant. Bei der Uraufführung der Heldenplatz-Inszenierung von Thomas Bernhard 1988 jedenfalls war er anwesend:

Welche Architektur bevorzugen die österreichischen Rechtsradikalen? Wollen sie auch neue Altstädte? Oder doch eher Aufmarschplätze? Und was sagen die acht Millionen Debile dazu?

Wir Deutschen brauchen keinen Strache, wir haben einen Bundespräsidenten der demnächst sehr zuverlässig das Berliner Stadtschloss einweihen wird, und die ganze pervertierte Polit- und Künstlerprominenz dieses unangenehmen Landes wird Spalier stehen.

Doch bevor es hier allzu einseitig wird, sei ein letzter Aspekt aus Durths kürzlicher Rede genannt. Der Architekturtheoretiker und Architekturhistoriker und Architektursoziologe wies klugerweise darauf hin, dass der funktionale Zeilenbau, der in den 1920er Jahren seine Anfang genommen hatte, „die Angst vor Heimat- und Bindungslosigkeit verstärkt“ habe. Es folgten die Nazis.

Die instrumentelle Vernunft ist auch den Linken in die Wiege gelegt, das ist bekannt. Und so hilft es wenig, sich an Strache und dem unseligen deutschen Bundespräsidenten abzuarbeiten – einem Hardcoreneoliberalen, der sich ganz raffiniert den Mantel der Milde umgelegt hat -, sondern es gilt, vor der eigenen Tür zu kehren.

Amen.

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Neukölln: Neue Wohnungen für Lehrlinge und Lebenskünstler

Es folgt eine kleine Fallstudie, die den Erfolg der Berliner Politik – aller Parteien – zeigt, das Wohnen wieder bezahlbar, wie man sagt, zu machen.

Am Maybachufer in Berlin-Neukölln wurde gerade ein Neubau fertiggestellt, der so aussieht:

Retro-Design, das eine gute alte Zeit heraufbeschwören soll.

Gebaut hat das Teil das Berliner Büro Patzschke und Partner, die auch den regressiven Hotelkasten namens Adlon am Brandenburger Tor wieder hergestellt haben. Sie beziehen sich ganz offen aufs vordemokratische, feudale Preußen:

Die Gebäudeentwürfe unterliegen keiner kurzweiligen Mode, sondern prägen durch klassische Bezüge mit dezenter Selbstverständlichkeit das Stadtbild und heben sich bewusst ab vom willkürlichen Neuheitenzwang moderner Fassadenplanungen. Sie fordern und fördern eine Architektur, die über den reinen Nutzen hinaus zur Verschönerung des Lebensumfeldes beiträgt und als wohltuend empfunden wird.

Diese Kameraden behaupten also einen „willkürlichen Neuheitenzwang“ im Formalen, machen sich aber keine Gedanken über die kapitalistischen Zwänge der Wertvermehrung, an denen sie aktiv teilhaben. Wohltuende Empfindungen gegen Zwänge. Die argumentative Bastelei dieses Büros ist hochgradig lächerlich, aber ohne diese Lächerlichkeit wäre man raus aus dem Geschäft.

Das Haus sorgt ganz konkret für die Zerstörung gewachsener sozialer Strukturen in Neukölln. Patzschke ignoriert das und argumentiert rein formal:

„Hier war es uns wichtig, dass sich der Neubau in dieser Größenordnung innerhalb einer gewachsenen Struktur natürlich einfügt. Deswegen haben wir Motive gründerzeitlicher Bauten aus der Umgebung aufgenommen.“

Die gründerzeitliche Architektur, die dort in der Gegend vorherrschend ist, hatte immerhin den Vorteil, dass es einerseits eine bel étage fürs Bürgertum gab, andererseits in den Hinterhöfen preisgünstige Wohnungen, ohne die damaligen Wohnverhältnisse romantisieren zu wollen. Im Patzschkeschen Neubau ist für günstiges Wohnen kein Platz mehr. Das Einfügen in eine gewachsene Struktur hat bestenfalls rein formal stattgefunden, und selbst das ist eine absurde Argumentation, denn dann müsste alles immer so bleiben, wie es ist. Es ist die Absage an jede formale Stadtentwicklung. Sozial und ökonomisch gesehen ist es eine Implantation von Luxuswohnen und kapitalistischer Geldanlage in ein Kleine-Leute-Viertel. Patzschke weiß das natürlich, aber er verschleiert es, indem er sich aufs Formale, auf eine reaktionäre Hülle bezieht. Es ist eine konsequente Folge postmoderner Ideologie. Wir haben eine sogenannte wertige Fassade, die nicht den dort wohnenden Menschen, sondern dem Kapital als Wertsteigerung dient. Man könnte dort auch eine Burg oder ein Höhle bauen, wenn das Kapital damit etwas anfangen könnte. Architektur als komplette Reduktion auf die Rolle als Erfüllungsgehilfin kapitalistischer Interessen. Es ist ein Komplettverrat an der Sache.

Patzschke selbst hat für seine neue Création auch im Weiteren das übliche PR-Geplapper parat:

„Dem Bauherren Cross Jeanswear war es überaus wichtig, an dieser Stelle, einer vormals selbstgenutzten Lager- und Verkaufsfläche, qualitativ hochwertige Gebäude mit einem breiten Wohnungsmix zu schaffen. Die zeitlose klassische Formensprache war hierbei eines der Hauptanliegen, das wir entsprechend umgesetzt haben“

Zeitlos ist allein das Begehren der Investoren nach Rendite. Dort solch ein Haus zu bauen ist unanständig, um diesen konservativen Begriff zu bemühen, und das ist gerade bei diesem Patschke-Stil obszön. Er selbst begründet sein Wirken im Weiteren so:

Dem jeweiligen Ort und der Sinnhaftigkeit entsprechend, steht das Architekturbüro Patzschke aber auch einer qualitativ hochwertigen, modernen Architektur offen gegenüber. Diese Position wird vor allem von der nachrückenden Architektengeneration in der Familie unterstützt und gefördert.

Was ist die Sinnhaftigkeit des Ortes Neukölln? Die kapitalistische Perversion dort hineinzutragen? Die Lügengebäude sogenannter konservativer Architekten kann man kaum besser darstellen. Warum fällt mir jetzt nur The Godfather ein?

Bezeichnend auch: Das Patzschke-Büro wurde ausgerechnet 1968 gegründet. Die Kritik an der Moderne führte nicht nur zu Selbstreflexivität, sondern auch zur Verschärfung der Klasseninteressen, indem das selbstreflexive Moment der Moderne ausgeschaltet wurde und man ein Zurück in vormoderne Verhältnisse betrieb. Pointiert gesagt, könnte man Leute wie Patzschke als Prämoderne bezeichnen. Es ist ein zutiefst verkommenes Verhalten.

Es ist eine instrumentelle Vernunft, gut getarnt. Man behauptet einen „willkürlichen Neuheitenzwang“, der eben jene instrumentelle Vernunft sein könnte, der aber gar nicht mehr existiert, und verfolgt sein instrumentelles Geschäft dafür mit umso mehr Nachdruck. Die „zeitlose klassische Formensprache“ ist das derzeit formal aktuelle Gentrifizierungs- und somit Ausbeutungsmodell der herrschenden Klasse. Dieses in den Rang eines zeitlosen positiven ästhetischen Empfindens zu heben, ist intellektuell wie ästhetisch zum Kotzen, aber heutzutage massenkompatibel.

Wer ein wenig nach diesen Patzschkes forscht, findet Skurriles:

Rüdiger Patzschke, begeistert von alten italienischen Ortschaften, wie insgesamt von der europäischen Stadt, trat sofort nach der Wende in die Gesellschaft zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses ein.

Alte italienische Ortschaften zeichnen sich dadurch aus, dass sie in ihrer Geschichte schon immer Neues integrierten, zulassen, und keine potemkinschen Dörfer neu bauen. Wer alte italienische Ortschaften toll findet und gleichzeitig das Berliner Schloss wiederaufbauen will, was zudem den Abriss des Palastes der Republik erforderte, zeigt nur, dass er von alten italienischen Ortschaften nichts verstanden hat. Patzschkes Vorlieben wären der Tod jeder italienischen Ortschaft.

Form follows in Neukölln also function, auch wenn man sich die Miete anschaut: Für eine 121 Quadratmeter große Drei-Zimmer-Wohnung benötigt man montalich 2480 Euro kalt, warm wird man an die 3.000 Euro herankommen. Wir sprechen hier von einem Kiez der sogenannten kleinen Leute. Solch ein Bonzenhaus in dieses Viertel zu stellen, ist offenbar der breite Mix.

Patzschke – streng genommen sind es zwei, nämlich Zwillinge, ich kann sie aber nicht auseinanderhalten – ist mit seinem Gebäude ein Beispiel von unzähligen, die sich Werte auf die Fahne schreiben und die totale Verwertung des Werts anstreben.

Ein paar Häuser weiter bietet eine Immobiliengesellschaft namens David Borck Altbauwohnungen an. Über den Preis schweigen sie vornehm, man wird aber von 20 Euro aufwärts für den Quadratmeter ausgehen.

Besonders perfide dabei ist das Bild, das Borck vom Viertel entwirft:

Hier, zwischen Maybachufer und Sonnenallee, lebt der Lebenskünstler, neben dem Straßenkünstler, der Betriebswirt neben dem Schankwirt und der Lehrer neben dem Lehrling. Ein Kiez, der von seiner Vielfalt lebt, und nicht zuletzt aufgrund dieser Tatsache zu einem der gefragtesten Wohnareale Berlins gehört.

Die Darstellung wird ernsthaft mit scheinbar authentischen Bildern garniert: Eine Bäckerin freut sich hinterm Tresen über ihren Kuchen, den sie im Szenekiez gerade für den Lehrling und den Schankwirt gebacken hat und die Verkäufer im nahegelegenen türkischen Wochenmarkt müssen auch für diese kapitalistische Perversion herhalten.

Kein Lehrling, kein Schankwirt und kein Lebens- oder Straßenkünstler wird hier einziehen. Es werden vermutlich viele der Wohnungen als Kapitalanlage dienen und faktisch leerstehen.

Bei Immowelt kann man sich die Entwicklung der Kaufpreise für die Gegend anschauen. Die blaue Linie ist Gesamtberlin, die grüne die Gegend in Neukölln:

In den 1990er Jahren lag der Kaufpreis dort noch bei 300 oder 400 Euro. Der Kapitalismus nennt den Prozess, der dann einsetzte, freundlich Marktwirtshaft und macht daraus 4.000 Euro. Die in jüngster Zeit so verteufelte Enteignung findet hier tagtäglich statt, nur entgegengesetzt.

Wie gesagt, das ist das Ergebnis von mehr als zehn Jahren selbst erklärten intensiven Bemühungen der Politiker, diesen Trend zu brechen. Demokratie im Kapitalismus ist eine faktische Farce. Entweder werden völlig unfähige Politiker nach oben gespült, oder diese Leute sind korrupt. Oder die gesellschaftliche Macht des Kapitals ist so groß, dass kein Kraut dagegen gewachsen ist.

Es ist wohl eine Mischung aus allem.

Gegen den Patzschke-Bau wurde übrigens schon vor mehr als drei Jahren demonstriert:

Genutzt hat es nichts. Weit mehr als zehn Jahre nach dem Beginn der Gentrifizierungsdiskusion in Berlin und dem pausenlosen Beteuern aller Politiker, man werde sich der Sache nachhaltig annehmen, wenn man gewählt werde, sehen wir hier ein beispielhaftes Ergebnis dieser Bemühungen. Ein Proletariat ist massenhaft vorhanden, es weiß es nur nicht, und ohne Bewusstsein keine Schlagkraft.

Der Patzschke-Neubau in Neukölln wurde übrigens kurz nach Fertigstellung so garniert:

(Fotos: genova 2019)

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Trivial-Symbolfoto zum Thema „Es geht aufwärts“ o.ä. preisgünstig abzugeben


Das Sujet ist selbsterklärend, das Mindestgebot beträge 1.200 Euro in Non-Profit- und 1.350 Euro in kommerziellen Zusammenhängen, wie man sagt, jeweils für Einmalverwertung. Bei CO2-neutralem Abdruck kann man einen Antrag auf fünf Prozent Nachlass stellen. Die Bearbeitungsdauer beträgt drei bis sechs Monate.

Angebote wie immer wahlweise an die Redaktion oder den Verlag.

(Foto: genova 2019)

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Von der fidelen Latzhosen-Erbin und dem Kapitalismus

Die 25-jährige Verena Bahlsen, Tochter des Keksproduzenten Michael Bahlsen und laut Handelsbatt „charismatische junge Erbin“, sagte kürzlich auf einer „Digitalkonferenz“ ganz klar etwas so Lustiges wie Selbstverständliches:

„Um es klar zu sagen: Ich bin Kapitalist“

Verena Bahlsen ist so natürlicherweise Kapitalistin wie ich ein Mann bin und Gloria von Thurn und Taxis blaues Blut hat. Sie müsste sich geradezu anstrengen, keine Kapitalistin zu sein. Da wir im Kapitalismus leben, ist es für Verena Bahlsen völlig normal, mit ihrem qua Geburt zur Verfügung gestellten Kapital andere auszubeuten.

Genauso klar könnte ein DHL-Paketauslieferer sagen:

„Um es klar zu sagen: Ich bin Ausgebeuteter.“

Verena Bahlsen, laut Handelsblatt eine „fidele Frau mit roten, lockigen Haaren und Jeans-Latzhose“ zeigt, dass die Überwindung des Feudalismus durch den Kapitalismus nicht vollständig gelungen ist. Der Kapitalismus ist eine scheinbare Möglichkeit, via Ausbeutung von einem kleinen Vermögen zu einem großen Vermögen zu kommen. Er ist aber im allgemeinen vielmehr das reale Ausbeutungsverhältnis, aus viel Kapital mehr Kapital zu machen. Ob Verena Bahlsen, laut Handelsblatt „eine Weltverbesserin“, nun blaues oder rotes Blut hat, ist egal. Die Möglichkeit der Ausbeutung wurde ihr ganz feudalistisch in die Wiege gelegt.

Verena Bahlsen, die ohne Abschluss „Kommunikation(!) und Managment“ studiert hat, sagte also den selbstverständlichsten Satz in einem kapitalistischen System überhaupt. Sie hätte auch sagen können:

„Ich gehe abends schlafen und wache morgens reicher auf.“

Ganz real sagte sie auf der „Digitalkonferenz“ auch noch:

„Ich will Geld verdienen und mir Segeljachten kaufen von meiner Dividende und sowas“

Der Satz zeigt schön, wie diese Leute den Begriff des Verdienens auslegen. Sie schafft es, in einem einzigen Satz zu behaupten, sie verdiene Geld mit Dividenden, also de facto mit etwas, für das sie keinen Finger rührt. Das „und sowas“ lässt vermuten, das Verena Bahlsen selbst nicht so genau weiß, wo das viele Geld eigentlich herkommt. Aber das ist auch nicht so wichtig: Es ist ja da.

Laut Duden bedeutet „verdienen“:

Entschädigung für geleistete Arbeit in Form von Lohn, Gehalt, Honorar o. Ä. erwerben

Entschädigung für geleistete Arbeit? Das kann Verena Bahlsen nicht gemeint haben.

Aber Gott sei Dank hat der Duden eine weitere Bedeutung von „verdienen“ parat:

ein Geschäft machen, … Gewinn erzielen

Als ein Beispiel für letztere Bedeutung führt der Duden ganz systemkonform an:

Sie hat bei, mit ihren Spekulationen ein Vermögen verdient

Ob die Duden-Redaktion bei „sie“ an Verena Bahlsen dachte, ist nicht überliefert. Wobei Verena Bahlsen, die laut Handelsblatt „mit ihrer lebhaften und offenen Art Gesprächspartner schnell für sich einnimmt“, nicht einmal spekulieren muss. Sie lässt ihr Geld familiengerecht für sich arbeiten, wie man sagt, und verdient dabei.

Es ist ganz interessant, dass der Begriff des Verdienens zwei grundverschiedene Bedeutungen hat. Einmal Geld für Arbeit bekommen und einmal Geld dafür bekommen, dass andere arbeiten. Es wäre interessant, dies ethymologisch zu untersuchen. Inwieweit hat der Kapitalismus für diese Doppelbedeutung gesorgt, die eigentlich begrifflich so streng unterschieden werden müsste wie „geben“ und „nehmen“?

Apropos Entschädigung: Dass Verena Bahlsen, laut Handelsblatt auf Twitter und Facebook jetzt „eine Art Monster des Ausbeuter-Kapitalismus“, auch gesagt hat, Bahlsen habe sich bei seiner Beschäftigung von Zwangsarbeiten bis 1945 „nichts zuschulden kommen lassen“, hängt sicher nur mit ihrem ihrem jugendlichen Alter zusammen.

Sagen wir so: Ihre Altvorderen, wie man sagt, haben mit der Beschäftigung von Zwangsarbeitern zumindest dafür gesorgt, dass Verena Bahlsen, laut Handelsblatt nun „auf Twitter und Facebook Freiwild“, auch im Jahr 2019 etwas verdient.

Nett auch, dass Verena Bahlsen früher „unbedingt rebellieren“ und – nun kommt etwas wirklich kaum zu Übertreffendes – „kreative Schriftstellerin“ werden wollte. Vermutlich hat ihr der Vater die Flausen ausgetrieben.

Zum Abschluss noch ein bisschen Verena-Bahlsen-Geblubber, damit der geneigte Leser sich selbst ein Bild von der fidelen Latzhosen-Erbin machen kann:

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o.T. 483

(Foto: genova 2010)

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