Symbolfoto für Thema: „Verramschung der SPD“, preiswert abzugeben

(Foto: genova 2018)

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o.T. 442

Die beiden Fotos zeigen schöne Hell-Dunkel-Kontraste, wobei das Dunkel oben steht und drückend aufs Unten wirkt. Interessant, dass sowohl die Hell- als auch die Dunkeltöne in beiden Bildern völlig unterschiedlich sind. In beiden Bildern muss sich das untere Hell gegen das obere Dunkel behaupten.

Es fällt die Gemeinsamkeit zu unserer, wie man sagt, Flagge auf:

Das Schwarz drückt auf die hellen Farben Rot und Gelb, die auch unsympathisch wirken, bedrohlich trotz ihrer eigentlichen Freundlichkeit. Rot und Gelb im deutschen Kontext büßen ihre Freundlich- und Harmlosigkeit naturgemäß ein.

Bemerkenswert immerhin: Manipuliert man die Flagge ein wenig, macht man also, wie im vorliegenden Fall, den schwarzen Teil etwas größer, wird sie interessanter. Vielleicht sollten wir diese Flagge so lange manipulieren, bis sie erträglich ist. Wunder gibt es immer wieder.

(Fotos: genova 2018)

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o.T. 441

(Fotos: genova 2018)

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Auf Wiedersehen :-)

(Foto: genova 2018)

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o.T. 440

(Foto: genova 2018)

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o.T. 439


(Fotos: genova 2018)

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Wodurch ist Provokation noch möglich?

Durch Kopftücher, durch Schwarze, die Einlass in die EU fordern, durch Burkas, durch verlorene Spiele der DFB-Auswahl, Hassrap und durch in den Himmel ragenden Busse in Dresden.

Das sind die Themen, die die Menschen, wie man sagt, interessieren. Nazis mitten in Berlin provozieren auch noch, ein bisschen.

Alles andere, was Provokation sein möchte, ist nur Spektakel. Und Spektakel ist heute ein anderes Wort für den Versuch der Renditebildung und somit der Kapitalakkumulation.

Eine Ausnahme gibt es noch: Für einen Berliner ist auch sowas hier – naturgemäß nicht in Berlin aufgenommen – so eine Art Provokation, zumindest kommt einem der Gedanke:

Eine weiße Wand, ohne Tags. Respekt und keine Angst vor einer weißen Wand. In Berlin unvorstellbar.

Die Provokation führt in der Nach-68er Zeit fast notwendig in die Renditebildung. Nichts, wodurch sich nicht noch mehr Geld verdienen ließe. Von Kunst brauchen wir nicht mehr zu reden.

Der Nachwuchs der linken 68-er Eltern in Kreuzberg hat es schon länger kapiert. Die sind ziemlich angepasst.

In der Architektur gilt das Gleiche. Dekonstruktivismus als vermeintliche Provokation ist die affirmativste Art der Formbildung überhaupt. Es macht etwas her, ist vermeintlich nicht angepasst und immer und zu allem zu gebrauchen. Man müsste sich einmal über die Anfänge dekonstruktivistischer Architektur Gedanken machen. Derrida lieferte die Theorie und Koolhaas, Hadid, Libeskind, Coop Himmelblau und Gehry bauten. Die Namen stehen heute für die totale Affirmation des Bestehenden, vielleicht mit Ausnahme des Erst- und mit einem Dreh ins Neolibertär-Sozialdarwinistische beim Zweitgenannten. Unter Umständen könnte die Form wieder provozieren, wäre sie mit einem widerständigen Inhalt verbunden.

Nur geträumt.

(Foto: genova 2018)

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Vom Figürlichen zur Abstraktion

Cornelius Völker, Schwimmer, 1996, Öl auf Leinwand, 150 x 221

Im Detail:

Dieses Bild hing kürzlich im sehr angenehmen Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen, der sympathischen Rheinmetropole im Südwesten unseres Vaterlandes. Wie überhaupt eine Stadt wie Ludwigshafen ein ganz hervorragendes Reiseziel für jeden an Städten interessierten Menschen – also naturgemäß nur für ein paar Prozent der Bevölkerung – darstellt. Es geht dort den Bach runter, aber daraus entstehen nette Initivativen und Neues, authentisch, wie man sagt, und es gibt viel interessante Nachkriegsarchitektur, die nicht dem Druck der Weiterverwertung unterliegt. Eine Fußgängerzone mit vielen leerstehenden Geschäften ist einerseits in der Tat eine Fußgängerzone mit vielen leerstehenden Geschäften, andererseits in kapitalistischer Umgebung auch ein Refugium, ein Hort für den Menschen an sich. Die Zeit bleibt ein wenig stehen. Aus Trendzonen Berlins kommend wirkt sowas sehr positiv. Dazu fließt durch Ludwigshafen der Rhein, ohne Zweifel der sympathischste Fluss Mitteleuropas.

Cornelius Völker, den ich vor meinen Ludwigshafenbesuch nicht kannte, scheint einer von denen zu sein, die sich nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen darüber, ob man nun figurativ oder abstrakt zu malen habe, für beides entschieden haben. Der Schwimmer paddelt in einer giftig-grünen Brühe, vielleicht der Rhein in BASF-Nähe.

Vielleicht ist das Bild nicht sonderlich originell, vielleicht ist es eine Weiterentwicklung der Expressionisten, ich weiß es nicht. Es gefällt in Verbindung des Unsicheren, Kranken, Giftigen, Wabernden, Bedrohenden mit dieser flüchtigen Maltechnik, die all das unterstreicht, fördert.

Faszinierend bei solchen Bildern zwischen Figurativ und Abstrakt ist das Phänomen der Auflösung, wenn man näher kommt. Der Schwimmer zerlegt sich zuerst in seine Einzelteile und ist beim noch näher drangehen gar nicht mehr vorhanden. Das einzige, was bleibt, ist seine Bademütze.

Ein Bild über das Phänomen der Auflösung hängt in einer Stadt der Auflösung: Beides kann man als Neuordnung interpretieren und so ist alles gut.

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(Darf man so ein Bild aus dem Museum eigentlich fotografieren und in einen Blog stellen? Die verwaltete Welt hat auch darauf sicher eine Antwort. Vermutlich eine regressive.)

(abfotografiert von genova 2017)

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Die 1990er: Vom schlimmsten Jahrzehnt und seinen Helden

Katja Kipping in ihrer Rede auf dem Leipziger Parteitag der Linken:

Das sind jene, die nach 89 sich nicht damit abfinden wollten, dass der  Kapitalismus das Ende der Geschichte ist. Unsere Partei verdankt euch so viel. Dass es uns überhaupt noch gibt, ist zuallererst das Verdienst jener lebenserfahrenen Genossinnen und Genossen, die damals nicht dem Zeitgeist nachgegeben haben.

Da hat sie mal recht. Wenn ich zurückdenke an die Neunziger: Man führte ausschließlich reaktionäre, rechte und vor allem völlig sinnlose Diskussionen. Ossi gegen Wessi, mit souveräner Missachtung aller soziologischer Erkenntnisse. Die Wessis waren damals die Ossis und die Ossis waren die Flüchtlinge von heute. Wahrscheinlich sind die Ostdeutschen heute deshalb so drauf.

Dann kamen die Börsengurus, im Zuge der allgemeinen neoliberalen Ausrichtung von Politik und Gesellschaft, die ja immer auch eine Verblödung, eine ökonomische Analphabetisierung bedeutet. An der Börse werden alle reich und die Börse versorgt uns mit einer guten Altersrente. Daran glauben wohl immer noch viele. Politiker hängten sich sofort dran und führten die unausgesprochenen Befehle des Kapitals durch: Rentenprivatisierung, wie man das nannte, und Privatisierung von Lebensvorsorge und Daseinsvorsorge allgemein. Der Privatisierungsbegriff wurde damals vielleicht erst erfunden, ein genialer Schachzug. Solide Verhältnisse zu ausbeutbaren machen, Strukturen der Renditelogik unterwerfen, nennt man „privatisieren“. Privat klingt so heimelig. Die Medien, vor allem die seriösen und die staatlich finanzierten, führten die Massen in die Geheimnisse der Börse ein. In dieser Zeit entstand auch die vierfache Gleichung: Geht es der Börse gut, geht es der Wirtschaft gut, geht es dem Land gut, geht es den Menschen gut.

Zwischendrin irgendwo: Die Verkündung des Endes der Geschichte. Das ist auf dem intellektuellen Level, der Erde zu attestieren, sie sei flach, nicht rund. Aber damals nahm man das ernst.

Man schaut heute geradezu ungläubig auf diese verrückte Zeit zurück.

Und in dieser Zeit gab es tatsächlich Menschen, die nach wie vor auf die Gültigkeit von Marx hinwiesen, auf die perfide und alleszerstörende Macht kapitalistischer Logik, die, für damalige Verhältnisse revolutionär, darauf hinwiesen, dass Geld nur Gültigkeit haben kann, wenn dafür Arbeit geleistet wird. Man hörte sie nicht, sie bekamen keine Sendeplätze, sie machten dennoch ihren Streifen. Robert Kurz fällt mir spontan ein, aber es sind unzählige, die ihr Wissen und ihren Elan aus den Siebzigern und Achtzigern (und vielleicht noch aus früheren Zeiten) herübergerettet haben und die es schlicht besser wussten.

Gibt es überhaupt schon historische Forschung zu diesem Jahrzehnt? Dem schlimmsten vermutlich direkt nach der Hitlerzeit, wie man sagt. Modetechnisch allerdings gab es Fortschritte, das soll nicht verschwiegen werden.

Wir bauen den unbekannten Sozialisten und den lebenserfahrenen Genossinnen der 1990er Jahre ein Denkmal, einen Platz, der Besinnungsbereiten zur Andacht und zur Weiterentwicklung des Sozialismus, des Kommunismus und anderer humaner Projekte dienen könnte.

Vielleicht das hier umnutzen, ergänzt um ein Café mit Diskussionsanspruch:

(Foto: genova 2018)

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o.T. 438

(Foto: genova 2018)

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