„Sofort rausschmeißen“ – Neue deutsche Medienmacher:innen und die Meinungsfreiheit

Seit einigen Jahren gibt es die „Neuen deutschen Medienmacher:innen“. Das ist ein Zusammenschluss

von Journalist:innen mit und ohne internationale Geschichte. Wir setzen uns für gute Berichterstattung und für vielfältiges Medienpersonal ein.

So weit, so gut. Dort, auf der Website, sind Profis am Werk, die Sprache, das Wording sind in der Tat journalistisch im positiven Sinn. Leute, die ihr Handwerk gelernt haben.

Die Aktivitäten des Netzwerks sind vielfältig. Beispielsweise verleiht die Gruppe jedes Jahr die „Goldene Kartoffel“, das ist „ein Negativpreis für besonders diskriminierende Berichterstattung“. 2019 ging die Auszeichnung an die vier großen Talkshows in den öffentlich-rechtlichen Sendern, also „hart aber fair“, „Anne Will“, „maischberger“ und „maybritt illner“. Begründung:

Die Ankündigungen sind oft reißerisch, die Inhalte fördern oft Klischees, die Gästeauswahl ist häufig diskriminierend, der Diversitätsmangel in vielen Sendungen bestechend.

Gut möglich, das bedürfte eine näheren Analyse. Die Beispiele, die die Medienmacher selbst geben, halte ich nicht durch die Bank für überzeugend, aber ein ganz wichtiger Kritikpunkt – „Den politischen Talkshows gelingt es nicht, tiefergehend zu informieren“ – ist offensichtlich.

Bedenklich wird es bei den Medienmachern im Detail. In der laudatio der Goldenen Kartoffel 2019 wird eine Ausgabe von Maybritt Illner angeführt, in der Alexander Gauland zu Gast war:

Hier durfte AfD-Chef Gauland immer wieder die harmlose Bürgerlichkeit seiner AfD betonen. So sagte er im Mai bei Illner, dass Bernd Höcke „kein Rechtsextremist, sondern ein Nationalromantiker sei“. Hätte es in den 30er Jahren schon Talkshows gegeben, hätte Hitler das Gleiche auch über Goebbels sagen können. „Nationalromantiker“!?! Wenn Gauland so etwas über einen bundesweit bekannten Rechtsextremen sagt, wieso schmeißt Illner ihn nicht sofort raus? Sie ist doch die Gastgeberin! Security herbeipfeifen und Gauland freundlich, aber energisch hinausführen lassen. Und dann Hausverbot aussprechen. Das wäre mal ein klares Zeichen, dass die Verharmlosung von Rechtsextremen nicht geduldet wird.

Diese Leute fordern also, dass ein Gast, der etwas ihnen nicht Genehmes sagt, in der laufenden Live-Sendung von Sicherheitspersonal abgeführt wird. Wenn er nicht freiwillig geht, muss man ihn wohl fesseln. Es geht nicht etwa um strafrechtlich Relevantes, es geht schlicht um eine Meinungsäußerung. Dass andere geladene Gäste Gauland widersprechen könnten, ist nicht wichtig. Die Aussage, wonach Höcke kein Faschist ist, ist nicht tolerierbar. Einzig die Aussage, Höcke sei Faschist, darf demnach geäußert werden.

Man kann sich so ungefähr das gesellschaftspolitische Klima vorstellen, das diesen Leuten vorschwebt. Wer in eine Talkshow geht, überlegt sich nun bei jedem Satz, ob er den Medienmacher:innen und Gesinnungskameraden passt oder nicht. Wenn nicht: Pech gehabt, die Security wartet schon. Diese Leute zeigen damit, dass sie Rechtsradikalen näher sind, als sie glauben. Da sie es unterm Signum der moralisch Drüberstehenden weil angeblichUnterprivilegierten machen, ist das ok.

Bei den Medienmachern engagieren sich so renommierte Journalistinnen wie Hatice Akyün, Mo Asumang, Ferdos Forudastan und Margarete Stokowski. Kaum zu glauben.

(Foto: genova 2019)

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24 Antworten zu „Sofort rausschmeißen“ – Neue deutsche Medienmacher:innen und die Meinungsfreiheit

  1. eimaeckel schreibt:

    Eine Lanze für die Meinungsfreiheit. Das lob ich mir. Aber die Rechtsradikalen wie Höcke, die Journalisten offen drohen, wie es sein wird, wenn er ein bedeutender Mann in diesem Land sein wird, dem oder auch seinem Ziehvater die linke Wange hinzuhalten, finde ich schon übermenschlich.

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  2. genova68 schreibt:

    Die linke Wange wäre mir auch zu selbstlos. Aber ich möchte mich nicht mit denen gemein machen, die jemanden, auch noch einen alten Mann, mit Gewalt vor laufenden Kameras aus dem Studio zerren lassen. Solche Phantasien im Namen des Guten lassen tief blicken.

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  3. stadtauge schreibt:

    Lieben Dank für diesen Beitrag. Du beschreibst das giftige Klima, in dem wir gerade ersticken.
    Eine offene, nicht naive, sondern in der Situation argumentativ scharfe Auseinandersetzung mit Sexismus, Rassismus, Faschismus, Rechtsextremismus und Diskriminierungen brauchen wir.
    Die von dir angesprochenen Rache- und Gewaltfantasien mancher Protagonisten erinnern an das beliebte Kinderspiel von früher: “Wenn du jetzt nicht die Klappe hältst, hole ich meinen Onkel. Denn der ist bei der Polizei und wird dich bestrafen“. Dabei war nur jeder 30. Onkel von uns Kindern bei der Polizei. Meiner war Elektriker und reparierte Fernseher. Damit sind wir wieder beim Thema…

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  4. dame.von.welt schreibt:

    „etwas ihnen nicht Genehmes“? Wie bitte?
    Im Umkehrschluß läge nahe, daß es Ihnen @genova genehm bis scheißegal ist – solange ansonsten „politisch tiefgehend“ informiert wird, was im Widerspruch zu den real existierenden Talkshows steht – wenn im öffentlich-rechtlichen Infotainment ein Nazi einen anderen Nazi ohne jede Konsequenz als Romantiker zu verharmlosen versucht.
    Ich staune auch über Ihre selektive Lesart/das ausgesuchte Zitat.
    Im größeren Teil der (m.M.n. nicht wirklich gelungenen*) Laudatio geht es um vielfältigere Besetzung von Talkshows und um die überfällige Abkehr des ÖRR von Themensetzungen, die unter Panikmache und rassistische Haßpropaganda fallen und die mitverantwortlich sind für den Aufstieg der AfD.

    Aber mit solcher Kritik am ÖRR möchten Sie sich lieber nicht „gemein machen“, weil marginalisierte Menschen sich einmal die Phantasie gönnen, daß ein alter Faschist aus dem Studio gewiesen oder besser: gar nicht erst eingeladen werden könnte.

    Die Aussage, daß Höcke kein Faschist ist, ist schlicht falsch. Meinen Sie wirklich, daß dermaßen offensichtliche Falschaussagen toleriert werden müßten? Daß NOCH mehr Zeit und Energie darauf verschwendet werden muß, die xte Nazilüge zum drölfzigsten Mal zu widerlegen?

    *Nicht gelungen finde ich die Laudatio in ihrem Versuch, zwischenzeitlich heiter-ironisch-witzisch zu erscheinen und damit Mißinterpretationen den Weg zu ebnen. Aber das mag ein Versuch der anderen Wange gewesen sein.

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  5. genova68 schreibt:

    Ob Höcke ein Faschist ist oder nicht, ist nicht objektiv klärbar. Da müssten Sie eine Wissenschaft zur Klärung heranziehen, Politologen. Da werden Sie keine einhellige Meinung finden. Oder Juristen. Das entsprechende Gericht hat festgestellt, dass das eine Meinungsäußerung ist. Aus der Freiheit, Höcke als Faschist bezeichnen zu dürfen, machen Sie eine objektive Wahrheit des Tatbestandes. Was sind den Ihre Kriterien des objektiven Tatbestandes? Sie haben keine, aber Sie fordern Meinungsverbot.

    Nach dieser Logik kann ich alles mögliche behaupten und bei Gegenrede Leute aus dem TV-Studio zerren lassen. Giffey behauptet, nur Neubau könne die Gentrifzierung mildern. Das ist objektiv falsch, sage ich, also aus der Talkshow zerren.

    Liebe dame von welt, was Sie hier fordern, ist ein totalitärer Staat, vermutlich eine Diktatur, unterm Signet des Guten. Wäre es nicht abgedroschen, würde ich nun sagen, ich bin entsetzt.

    Eine selektive Lesart: Mich störte dieser eine Passus. Also weise ich darauf hin.

    Themensetzungen, die unter „Hasspropaganda“ fallen? Der ÖR betreibt Hasspropaganda? Am besten verbieten. Ich fasse es nicht.

    Stadtauge, danke für den Beitrag.

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  6. dame.von.welt schreibt:

    @genova
    Zur Beurteilung, ob Höcke Faschist ja/nein ist, empfehle ich Ihnen den Urfaschismus von Umberto Eco-> https://www.zeit.de/1995/28/Urfaschismus/komplettansicht , x Recherchen von Andreas Kemper zum identischen Sprachduktus von „Landolf Ladig“/Björn Höcke und Ockhams Messer.

    Zum Thema generell könnten Ihnen auch noch zwei Sätze von Hannah Arendt hilfreich sein:
    „Man kann sagen, dass der Faschismus der alten Kunst zu lügen gewissermaßen eine neue Variante hinzugefügt hat – die teuflischste Variante, die man sich denken kann – nämlich: das Wahrlügen.“
    und
    „Der wohl hervorstechendste und auch erschreckendste Aspekt der deutschen Realitätsflucht liegt in der Haltung, mit Tatsachen so umzugehen, als handele es sich um bloße Meinungen.“

    Ich fasse es übrigens auch nicht.

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  7. genova68 schreibt:

    Sie müssen mich nicht davon überzeugen, dass Höcke ein Faschist ist. Bislang galt aber, dass die Meinungsfreiheit ihre Grenzen im Strafrecht findet: Beleidigung, üble Nachrede etc. Nun sollen offenbarr Kemper, Arendt und Eco diesen Part übernehmen. Ihrer Meinung nach darf man zum Thema Höcke und Faschismus nur noch sagen, dass er einer ist. Dass er keiner ist, führt zum Einsatz von Security.

    Sagen Sie doch mal ganz konkret: Hätte Gauland aus dieser Livesendung von Sicherheitspersonal herausgezerrt werden sollen?

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  8. dame.von.welt schreibt:

    Natürlich nicht. Er hätte gar nicht erst eingeladen werden sollen und zwar in keine Talkshow. Von denen mußte man zwischenzeitlich den Eindruck gewinnen, Gauland hätte sozusagen Arnulf Barings im Sender platzierte Feldbett übernommen^^

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  9. Jakobiner schreibt:

    Schwierig.Die AfD. sitzt im Bundestag,ist wegen formaler Fehler oder Durchstechen des Verfassungsschutzamtes immer noch kein Beobachtungsfall,damit also noch nicht einmal.offiziell verfassungsfeindlich
    Die Öffentlichen-Rechtlichen sind dazu angehalten in Talkshow die Parteien represantative und ausgewogen darzustellen.Rein rechtlich hat man keine Handhabe.Ist auch bisher nicht vorgekommen,dass jemand aus einer Talkshow rausgeschmissen würde,nur,dass Gäste diese wegen anderer Gäste verlassen haben,so etwa Senta Berger bei Eva Hermann oder ein Wissenschaftler bei Nina-Hagen.Nichteinladen ist da doch die elegantere Variante,wenn möglich.

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  10. Hugo schreibt:

    Genova: „Ob Höcke ein Faschist ist oder nicht, ist nicht objektiv klärbar.“
    Das Verwaltungsgericht Meiningen hat objektiviert: „Proteste „gegen den Faschisten Höcke“ wollte die Stadtverwaltung Eisenach verbieten lassen. Doch die Richter gaben den Höcke-Gegnern recht: Ihr Werturteil fuße auf einer überprüfbaren Tatsachengrundlage.“ ( u.a. https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bjoern-hoecke-darf-als-faschist-bezeichnet-werden-gerichtsurteil-zu-eisenach-a-1289131.html )
    Ob des alle Politologen oder Juristen so sehen,glaub ich eher ned, aber da sind halt auch ein Haufen Reaktionäre dabei…
    Und was auch überprüfbar ist, Höcke 2009 bei der Dresden-Bombardierungs-Fascho-Jammerdemo: https://www.zdf.de/comedy/zdf-magazin-royale/zdf-magazin-royale-vom-26-maerz-2021-100.html (ab ca. min 17:50).

    Was die Auftritte von AfD-Leuten im ÖR-TV angeht; 12,9%, d.h. knapp jede achte Sendung bei ARD/ZDF-Politquatschereien, ca. jede 4. im mdr, also ganz nach gewählter Volksvertretung. Incl. ordentlicher Vorbereitung der anderen Gäste und der Moderation.

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  11. genova68 schreibt:

    Ok, überprüfbare Tatsachengrundlage. Aber wie gesagt, wir müssen uns hier nicht gegenseitig von der Richtigkeit der Aussage überzeugen. Die Frage ist, ob Gauland in der erwähnten Situation von der Security hinausgeworfen werden soll wegen seiner Meinung, die weder strafrechtlich relevant ist noch eine Beleidigung oder sonstwas darstellt.

    Das andere ist die Repräsentanz der AfD im ÖR. Selbstverständlich müssen Verteter dieser Partei irgendwo auftreten können. Die Frage ist vielmehr die nach dem Umgang. Da liegt wohl vieles im Argen, weil sowohl Moderation als auch andere Teilnehmer oft nicht adäquat vorbereitet sind. Man müsste sich nur die eine Doku des ÖR zum Thema AfD und rechts anschauen, da hatte man genügend Material, mit dem man immer wieder punkten kann. Wer die AfD in Diskussionen punkten lässt, ist ein loser.

    Generell: Diese hypermoralischen Haltungen, die hier zum Teil präsentiert werden, sind immer der erste Schritt in eine Diktatur. Eigentlich das, was Gauland und Höcke wollen.

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  12. dame.von.welt schreibt:

    Die Frage für mich @genova ist weit eher, warum Sie sich eigentlich an einer Laudatio von 2019 hochziehen, die neuen deutschen Medienmacher:innen totalitär, hypermoralisch usw. nennen und deren Arbeit vorher und seitdem komplett ignorieren. Warum machen Sie das?
    Etwa, weil die Medienmacher:innen den bösen Doppelpunkt verwenden, der Sie SO provoziert, daß Sie nicht mehr an sich halten können? Das verstünde ich natürlich, denn was ist schon Faschistenwerbung im örr Fernsehen gegen einen Vorschlag zur Sprachentwicklung, der Frauen tatsächlich mitmeint^^

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  13. genova68 schreibt:

    Mich interessierte nur das eine Moment. Ich habe mir aber für Sie gerade nochmal die Webseite angeschaut. Die machen ansonsten nichts, was ich hier als Artikel aufnehmen würde. Oder finden Sie etwas? Man nennt Ihr Vorgehen übrigens neudeutsch Whataboutism, liebe dame.

    Anscheinend kommen wir da nicht zusammen. Ich bin für Meinungsfreiheit, auch für AfD-ler. Die kann man locker argumentativ schlagen. Sie sitzen in den Parlamenten, also muss über sie berichtet werden und sie müssen zu Wort kommen. Im MDR berichten sie oft grauenhaft freundlich über AfD-ler. Da braucht es gute Journalisten.

    Es ist alarmierend, dass ich offenbar der einzige bin, der das Verhalten dieser Leute skandalös findet. Totalitär finde ich das in der Tat, denn diese Kameraden machen nicht bei der einen Äußerung von Gauland halt. Es wäre grauenhaft, wenn solche Leute Macht hätten. Da macht auch eine Ferdos Feroudastan mit, die vor Jahren ein prima Buch als Antwort auf Sarrazin geschrieben hat. Eine Wissenschaftlerin, die weiß, was sie kann und was sie tut. Steht die hinter der Security-Forderung?

    Dass die das Sternchen benutzen, macht es nicht besser, ist für die Beurteilung des konkreten Falles aber irrelevant.

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  14. dame.von.welt schreibt:

    @genova
    Auch ich habe mir gestern extra für Sie die Website noch ein Stündchen angesehen und finde – abgesehen von der 1 Bemerkung in der 1 Laudatio von vor 2 Jahren – nullkommagarnichts Totalitäres. Ob Sie vielleicht doch noch in Betracht ziehen, daß Sie den witzischen Ton der Laudatio mißverstanden haben könnten? „Alarmierend“ finde ich, wie freigiebig Sie mit Beschuldigungen wie Totalitarismus sind und damit den gesamten Verein überziehen, „diese Kameraden“, „solche Leute“. Um mir dann tatsächlich und u.a. Whataboutismus vorzuwerfen, gute Güte.

    Vielleicht ist es Ihnen ja gerade nicht ganz bewußt, aber es gibt auch unter Journalisten AfD-Anhänger. Was genau ist Ihrer Meinung nach „guter“ Journalismus? Einer, der Ihrer und meiner Weltanschauung entspricht? Einer, der zum xten Mal über das soundsovielte AfD-Stöckchen springt, widerspricht und widerspricht und widerspricht und auch damit Gefahr läuft, den Nazis eine Extrabühne zu bieten und sich selbst dabei zu verschleißen?

    Nazis gibt es aber nicht nur in Medien und Parlamenten, sondern auch bei Polizei, Gericht, Bundeswehr, Verwaltung, Wirtschaft, überall und einige von ihnen können auch was, leider. Wenn Sie sich jetzt noch 1 kleine Sekunde vorstellen würden, Sie wären nicht-weiß, nicht-biodeutsch, wären also unmittelbar bedroht durch rassistische und xenophobe Angriffe aller Art und von überallher, kämen wir vielleicht ein Stückchen weiter, was eine nur vom Strafrecht begrenzte Fressefreiheit angeht.

    Könnte es auch sein, daß Sie Naika Foroutan mit Ferdos Feroudastan verwechseln? Erstere hat eine 70-seitige Studie https://edoc.hu-berlin.de/handle/18452/5745 als Antwort auf Sarrazin geschrieben, zweitere war zu der Zeit eventuell schon Gaucks Sprecherin. Oder meinen Sie das ‚Manifest der Vielen‘, in dem von beiden Beiträge sind? Um heraus zu finden, ob Ferdos Feroudastan hinter der 1 Bemerkung in der 1 Laudatio von vor 2 Jahren steht, schreiben Sie ihr wohl am besten eine Postkarte.

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  15. genova68 schreibt:

    Oh ja, ich habe Foroutan mit Feroudastan verwechselt. Danke für den Hinweis.

    Falls ich in der Laudatio die Ironie nicht erkannt habe, ziehe ich den ganzen Artikel zurück.

    Zu gutem Polit-Journalismus gehört zumindest, alle Beteiligten zu Wort kommen zu lassen. Ich sehe da gefühlt eine Schieflage, was Linken-Politiker angeht. Da geht es nicht um AfD-Stöckchen. Käme kein AfD-ler mehr zu Wort, wäre das schlechter Journalismus, solange die noch in Parlamenten sitzen. Man nennt das Demokratie, oder das ist zumindest eine Voraussetzung dafür.

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  16. Hugo schreibt:

    Genova: „Falls ich in der Laudatio die Ironie nicht erkannt habe, ziehe ich den ganzen Artikel zurück.“
    Goldene Kartoffel=Goldene Himbeere ( https://de.wikipedia.org/wiki/Goldene_Himbeere ) + Kartoffel ( https://de.wikipedia.org/wiki/Kartoffel_(Slang) )
    Nu aber ganz fix weg damit ;) !
    Aus der Laudatio: „Hier durfte AfD-Chef Gauland immer wieder die harmlose Bürgerlichkeit seiner AfD betonen.“
    Das Schlimme ist ja, Gauland hat mit der Bürgerlichkeit auch noch recht; hier z.B. wird wohl der nächste BT-Kandidat der CDU als Nachfolger für den ehrbaren Mark Hauptmann ( https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Hauptmann#Aserbaidschan-Lobbyismus,_Maskengesch%C3%A4fte_und_R%C3%BCcktritt_(2021) ) Hans-Georg Maaßen, Präsident des BfV i.R. ( https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/maassen-konkurrent-cdu-nominierung-bundestag-kandidat-100.html ).
    Und schlimm isses auch, wenn sowas wie der von mir am Mittwoch verlinkte Beitrag zu den Fascho-Strukturen in Sachsen im Rahmen einer als „comedy“ betitulierten kürz vor Mitternacht ausgestrahlten Sendung laufen müssen, um halbwegs wahrgenommen zu werden und ned um 20:15 anstatt der drölfundrünfzigsten ZDF-Krimiserie. Also JA! zu „Haltungsjournalismus“ von meiner Seite.

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  17. genova68 schreibt:

    Nichts gegen Haltungsjournalismus, nichts gegen Panorama. Aber auch das kann ein Interview mit den Betreffenden bedeuten. Es gibt eine Folge von Thilo Jung mit Anja Reschke, da diskutieren die darüber, ob man diesen Bhakdi in Talkshows hätte einladen müssen. Ja, hätte man, weil er mit seinem Buch letzten Sommer die Bestsellerlisten angeführt hat. Er und von mir aus Drosten: Es wäre Aufklärung im besten Sinn gewesen. Und einen Höcke könnte man spielend journalistisch fertig machen. Jung hat das auch mal in einer Pressekonferenz geschafft und es gibt da noch das Interview im ZDF, das von Höckes Mitarbeiter abgebrochen wurde. Sternstunden des Journalismus.

    Davon abgesehen schlittern wir vielleicht wirklich in unangenehme Zeiten: Söder als Kanzlerkandidat, extrem opportunistisch und machtgeil, die AfD als mögliche Mehrheitsbeschafferin, derzeit nur im Osten, Maaßen etc. Österreich mit der FPÖ und Salvini machen es vor. Aber auch da hilft nur die offene Auseinandersetzung. In Österreich kann man sehen, wohin das führen kann. Dort gibt es mittlerweile mehrere private TV-Kanäle, Fellner und ähnliches, die den Rechtsradikalismus bewusst fördern. Da ist es ganz gut, dass es noch einen Armin Wolf gibt, der in der ZIB Strache und andere auseinandernimmt. Der redet mit denen. Was ja laut Medienmacher*innen verboten gehört.

    In unserer heutigen Medienlandschaft ist Ignoranz völlig sinnlos. Die ÖR haben keine Hoheit mehr.

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  18. Margarete Stokowski „renommiert“?

    Für mich sind diese „Medienmachenden“ ein peinlicher, totalitärer, heuchlerischer Gutmenschenverein, was ja auch an deren Umgang mit Andersdenkenden deutlich wird.

    Demokratie bedeutet eben gerade, daß man mit Leuten wie Claudia Roth oder eben Alexander Gauland klarkommen muß.

    Was soll bitteschön an Gauland schlimm sein?

    Daß diese Medienmachenden ein peinlicher Verein sind, sieht man schon daran, daß sie aus Björn einen Bernd machen.

    Ich persönlich bin von meiner DNA her ein Grüner, ich kann diese Leute aber seit ca. fünf Jahren nicht mehr wählen. Das Ausmaß an Verlogenheit und Dummheit ist einfach zu groß geworden, gerade auch was die feministische Ideologie anbelangt.

    Bitte bitte googele mal nach Margarete Stokowski und Genderama oder Man Tau. Das sind beides Blogs der Männerbewegung.

    Die Klassenfeind-Rhetorik der Linken rührt genau daher, daß sie bei den Themen der politischen Korrektheit den Rechten eben wenig entgegenzusetzen haben. Claudia Roth meinte mal, daß sie in keine Talkshow gehe, wo Henryk M. Broder mit von der Partie sei.

    Die Linken haben dort eine offene Flanke und pflegen sie, anstatt zu einer Verantwortungsethik zu finden und nicht nur hohle Phrasen zu dreschen. Man kann z.B. durchaus für Gleichberechtigung von Mann und Frau sein ohne „Gleichstellung“, ohne Frauenquoten, ohne Gendersprache etc.

    Und genau hier fängt das Problem an. Welcher Parteilinke kann sich das vorstellen? Welcher Parteilinke wäre dazu in der Lage, die formalistischen, spekulativen Konstruktionen von angeblichen Frauenbenachteiligungen zu hinterfragen? Das geht eben nicht, weil man sich dann in der eigenen Partei unmöglich macht und zum Klassenfeind wird. :)

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  19. Im Umkehrschluß läge nahe, daß es Ihnen @genova genehm bis scheißegal ist – solange ansonsten „politisch tiefgehend“ informiert wird, was im Widerspruch zu den real existierenden Talkshows steht – wenn im öffentlich-rechtlichen Infotainment ein Nazi einen anderen Nazi ohne jede Konsequenz als Romantiker zu verharmlosen versucht.

    Liebe Dame von Welt,

    könnten Sie mal genauer ausführen, warum Alexander Gauland angeblich ein „Nazi“ ist? Aus meiner Sicht stellt das eine Verharmlosung der historischen Nazis dar. Gauland will weder Synagogen anzünden noch Juden vergasen noch Polen überfallen.

    Ich verstehe schon, daß so mancher Linker eingebildete Nazis braucht, um sich vor unangenehmen Wahrheiten und eigene Verleugnungszustände zu schützen.

    Aber einfach so jemanden als Nazi zu bezeichnen ist einfach schlechter Stil und offenbart letztlich ein Defizit an Argumenten. Oder gar eine demokratiefeindliche Gesinnung. Eine totalitäre Geisteshaltung.

    Davon abgesehen würde ich gerne wissen, warum Björn Höcke ein Faschist sei. Was genau macht ihn zum Faschisten?

    Kluge Linke begreifen, daß solch eine plumpe und infantile Dämonisierung der AfD dieser nützt. Aber würde man sich sachlich mit den politischen Positionen der AfD auseinandersetzen, müßte man zwangsläufig die eigenen Positionen zumindest potentiell hinterfragen.

    Linke agieren heute ähnlich verstockt wie Konservative zur Adenauerzeit, als man Linke schnell zu vaterlandslosen Gesellen, Kommunisten etc. erklärte, weil man sich selbst nicht hinterfragen wollte.

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  20. genova68 schreibt:

    Ich persönlich bin von meiner DNA her ein Grüner, ich kann diese Leute aber seit ca. fünf Jahren nicht mehr wählen.

    :heiterkeit:

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  21. Schön, daß du mich als Diskussionspartner so ernst nimmst. Mit dieser Haltung erringt man bestimmt die Sympathien der Wähler.

    Deine Geisteshaltung ist leider das Problem der meisten heutigen Linken, die nur in schwarz-weiß denken können und an folkloristische „Wahrheiten“ wie z.B. die „strukturelle Misogynie“ glauben – wie ein gewisser Hugo, der hier kommentiert.

    PS: Guck dich mal auf den genannten Blogs um. Stokowski ist nichts weiter als eine dümmliche, infantile Männerhasserin.

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  22. genova68 schreibt:

    Mit dieser Haltung erringt man bestimmt die Sympathien der Wähler.

    Welche Wähler? Meinst du die Exportabelpartei? Gute Idee, ich denke darüber nach.

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  23. dame.von.welt schreibt:

    @Gendernusw
    „Gauland will weder Synagogen anzünden noch Juden vergasen noch Polen überfallen.“
    Bisher nicht. Bisher will er eine SPD-Politikerin nach „Anatolien entsorgen“ und hält mehrere Genozide und einen Weltkrieg für einen „Vogelschiß in der Geschichte“.
    Warum Höcke Faschist ist, kann ich Ihnen nicht beantworten. Mutmaßlich, weil er einer sein will. Daß er einer ist, ist so offensichtlich wie gerichtsfest.
    Und Sie wollen mir vorwerfen, ich verharmloste die historischen Nazis? Das ist fast so lustig wie Ihre „grüne DNA“.
    Stil ist nicht das längere Ende eines Besens und ich weder Ihre Bildungsassistenz noch an weiterer Auseinandersetzung mit Ihnen interessiert, frei nach Wiglaf Droste https://www.neues-deutschland.de/artikel/439417.mit-nazis-reden.html

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  24. Hugo schreibt:

    Irgendwie ist der Typ witzig; ne Aussage zu Misogynie kontert er mit Misogynie und Gleichberechtigung ist ohne Gleichstellung vorstellbar *lol*; auf den INCEL-Plattformen isses wohl auf Dauer zu langweilig, so ohne Frauen…

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