Neues von den Mesut Özils der Architektur

Es gibt nichts Nachhaltigeres als die vor 150 Jahren gebauten Gründerzeithäuser, nicht zuletzt deshalb, weil sie immer noch nicht abgerissen und der Kreislaufwirtschaft zugeführt wurden. Das Kreislaufdenken ist reines Profitinteresse der Bauwirtschaft, die gut lebt mit Abriss und Neubau und dem ganzen Rattenschwanz „grüner“ Haustechnik, der daran hängt, mit Normen und Gütesiegeln nobilitiert und vom Bund gefördert wird – und nach zwanzig Jahren schrottreif ist. Die architektonische „Kreislaufwirtschaft“ aus Abriss und Neubau widerspricht nicht nur dem Selbstverständnis des Architekten, sondern auch einer vernünftigen Vorstellung von Nachhaltigkeit.

Schrieb kürzlich der Architekt Hans Kollhoff in der Druckausgabe der FAZ. Damit hat er wohl recht, wobei mir neu ist, dass ausgerechnet Kollhoff sich für Umweltschutz interessiert. Vielleicht nervt ihn auch eher, dass in neuen Häusern – wie überall – mehr Technologie eingesetzt wird und er als alter Mann sich damit nicht anfreunden kann. Den Avantgardearchitekten und Avantgardeingenieur Werner Sobek, der pro Jahr ein Haus baut, um darin den Stand der Technik zu veranschaulichen, wird er mit seiner Litanei wohl nicht überzeugen – ohne Technologie dürfte es keinen Fortschritt geben.

Dennoch: Häuser, die seit 150 Jahren bewohnt werden, sind ökologisch immer sinnvoll. Bau und Abriss sind die größten Energieverschwender und Müllproduzenten, ganz unabhängig davon, wie gering der Energiebedarf im Betrieb ist. Der typische Berliner Altbau hat im laufenden Betrieb leider eine katastrophale Energiebilanz: Wände, die nicht dämmen, Fenster, durch die es zieht, Decken, die so hoch sind, dass man das obere Raumvolumen auf 30 Grad heizen muss, damit unten nicht die Füße abfrieren. Dass es die Altbauten noch gibt, liegt daran, dass sie günstigen Wohnraum boten, als sie von Spekulationskapital noch nicht entdeckt worden waren. Mittlerweile werden sie vom vermeintlich progressiven und rennradfahrenden Bürgertum übernommen, und zwar nicht nur die bel etage. Diese Entwicklung lässt die Unschuld des Altbaus verschwinden. 20 Euro pro Quadratmeter machen diesen Haustyp schuldig. Hier kann es kein richtiges Leben im falschen mehr geben.

Den Altbau ausgerechnet heute zu loben, hat also etwas Schales.

Interessanter ist, wer dieses Jahr den Pritzker-Preis, also den Nobelpreis für Architektur bekommt: Lacaton und Vassal. Das sind die Mesut Özils der Architektur, wie hier bei exportabel vor zwei Jahren berichtet wurde.

Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal haben zwei Maximen: Umbau statt Abriss und Partizipation, also Bewohnerbeteiligung. Sie wurden bekannt, weil sie  massive Blöcke des französischen sozialen Wohnungsbaus in Paris und Bordeaux intelligent und mitfühlend umbauten. Sie befragten die Bewohner nach ihren Wünschen, heraus kamen viele Wintergärten, preiswerte Materialien, viel Licht, einfache Ausstattung und vor allem ein Zeichen, wie man missachtete Nachkriegsmassenarchitektur so herrichten kann, dass der Wert von allen verstanden wird, gesamtgesellschaftlich sozusagen. Der einzige Verlierer ist hier das Kapital, weil es den intensiv genutzten Boden in den Städten nicht weiter verwerten durfte.

Umbau statt Abriss: Lacaton und Vassal sehen demolishing gar als act of violence:

„Transformation is the opportunity of doing more and better with what is already existing,“ said Lacaton. „The demolishing is a decision of easiness and short term. It is a waste of many things – a waste of energy, a waste of material, and a waste of history. Moreover, it has a very negative social impact. For us, it is an act of violence.“

Waste of history wäre ein Punkt, den man unter die Lupe nehmen müsste. Den Palast der Republik abzureißen, war ein waste of history, und das Monarchenschloss dorthin zu setzen, ist ein Bekenntnis zur Monarchie.

Der Pritzkerpreis für die beiden ist ein gutes Zeichen: Weg vom Spekulantentum, weg vom Schlossadeptentum, weg vom Rechtsradikalismus der sogenannten Mitte, aber auch weg von der Banalität des gehobenen Bauens heute, wo ein vermeintlicher Minimalismus in Wahrheit nur noch sauteuer ist und zur Distinktion dem Pöbel gegenüber genutzt wird. Lacaton und Vassal machen das, was nur noch selten zu finden ist: menschenwürdiges Bauen. Das bedeutet: preiswert, funktional und ästhetisch. Die Mieten der Wohnungen in Paris und Bordeaux sind niedrig, die genauen Preise finde ich gerade nicht. Poetisches Low-Budget-Bauen nannte das einmal jemand.

Und, wie sollte es anders sein: Menschenwürdiges Bauen schafft gerade eine neue Ästhetik, die sich beispielsweise in ihrem Latapie House bei Bordeaux zeigt:

(Fotos: Philippe Ruault)

Von geschlossen bis ganz offen, hinten wieder ein großer Wintergarten, den Materialien sieht man ihren geringen Preis und ihre Baumarkthaftigkeit an und es ist gut so. Emanzipation von seriellen Billigstandards bedeutete, in die Falle neoliberaler Versprechungen zu tappen. Man vertraut dem Anschein des Nicht-ganz-Perfekten, des Alltäglichen, des tausendfach im Baugewerbe Verwendeten: Stegplatten, Paneele aus gewelltem Polycarbonat, Sperrholz, aufputzgeführte Leitungen. Es ist vielleicht Brutalismus im eigentlichen Sinn. Und: Die Häuser sind von den Bewohnern jederzeit weiterbaubar, veredelbar, wenn ihnen der Sinn danach steht.

Es ist einerseits kein Bemühen spürbar, via Material besser zu sein als der Nachbar. Andererseits vermittelt diese Ästhetik auch nicht den Eindruck, gewollt loserhaft aufzutreten, als befinde man sich in einem pseudo-abgewrackten Club in Friedrichshain, der durch exakt diese Pseudoabgewracktheit den Grundstückswert und somit das Ausbeutungslevel des ganzen Kiezes nach oben treibt. Das Lacaton-Vassal-Haus hat all das nicht nötig. Dazu kommt der alte und stehengebliebene Zaun auf der Straßenseite. Es ist diese seit einigen Jahren anzutreffende Ästhetik, die aus ernsthaft preiswertem Bauen resultiert und die man vielleicht als sedimentierten Geist authentischer Bemühungen einer besseren Welt der letzten ein oder zwei Jahrzehnte bezeichnen kann. Die Bauten von Lacaton und Vassal sind zwangsläufig poetisch, weil das wahrhaft architektonische – und das ist eben auch immer ein soziales – Denken zur Poesie führt. Form and function follow social thinking.

Man bemerkt hier auch die Lächerlichkeit der meisten Neubauten in Berlin.

Gerhard Matzig schreibt in der Süddeutschen Zeitung fast schon pathetisch:

So wie es eine Theologie der Befreiung gibt (oder gab), gibt es auch eine Architektur der Befreiung. Das Büro Lacaton & Vassal ist ein Vertreter solchen Denkens, das sich weder in einem erratischen Design-Futurismus – noch in rekonstruktionsverliebter Nostalgie erschöpft. Dass Planung etwas mit Ethos zu tun hat und von sozialer und politischer Bedeutung ist: Man hatte das fast vergessen.

Ob Matzig das so meint, weiß ich nicht, aber: Befreiung muss hier ökonomisch verstanden werden. Die neoliberale Falle: Es ist vielleicht ein zentraler Begriff, den man nun entwickeln könnte. Der Neoliberalismus saugt alles auf und transformiert es in mehrwerterzeugende Verhältnisse. Einzig die reale ökonomische Entsagung bietet einen Ausweg. Das rennradfahrende Bürgertum hängt schon längst am Tropf. Lacaton und Vassal wären optimale Kandidaten zur totalen Verwertung. Hoffen wir darauf, dass sie widerstehen.

Und schließlich: Lacaton und Vassal, beide um die 65 Jahre alt, haben ungemein sympathische Gesichter und Körperhaltungen:

(Foto: Laurent Chalet)

Nun werden die beiden den Lauf der Welt nicht ändern. Ein paar Häuser in Paris und Bordeaux aus der Spekulation herauzunehmen, das lässt sich das Kapital gefallen.

Dennoch: Gratulation.

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20 Antworten zu Neues von den Mesut Özils der Architektur

  1. docvogel schreibt:

    Wunderbar, Danke!

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  2. eimaeckel schreibt:

    Danke für den Beitrag. Ich hab mich über den Ansatz des erhaltenden Erneuerns gefreut, vermute aber, dass die Plastikfassaden in ein paar Jahren ausgetauscht werden müssen, weil sie, gerade unter der Sonne Südfrankreichs, blind und spröde werden.

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  3. genova68 schreibt:

    Ja, das ist ein interessanter Gedanke. Lacaton und Vassal würde ich zutrauen, dass sie Vertrauen ins Material haben in dem Sinn, dass das Polycarbonat ruhig etwas blind und verwittert werden darf, ohne Austauschgedanken zu erregen. Früher nannte man das Patina. Zumal Polycarbonat sowieso nicht völlig klar ist, sondern die ansatzweise Blindheit in der Konstruktion des Materials liegt. Eine alte Mauer sah früher auch einmal sauber aus und ist heute versetzt mit Pflanzlichem, mit Schmodder, mit Tierkot und ähnlichem. Wir tolerieren es.

    Die Siffe, die sich im Polycarbonat gern ansiedelt, könnte man ebenso tolerieren. Oder mit dem Kärcher rausspritzen.

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  4. Jakobiner schreibt:

    Lacaton undVassall-ein gemischtes Team-auch Mal eine sichtbare Frau als Architekt.Gestern lief auf Kulturzeit noch ein Film über das neue Buch“Frauen in der Architektur“.Diese würden oft nicht wahrgenommen,die Männer seien die Stars und schmückten sich auch mit fremden,weiblichen Federn,so dass diese in der Architekturgeschivhte gar nicht auftauchen würden.So sei das schon beim Bauhausgewesen,wo Mies von derRohe den Ruhm seinerArchitektenpartnerin einstrich.Ob Frauen aber eine andere Herangehensweise an Architektur haben,wie behauptet,weiss ich nicht,da man auch mit Ausnahme von der Kurzerwärmung von 3Gebaeuden keine näheren Analyse kam

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  5. Hugo schreibt:

    Genova: „…Decken, die so hoch sind, dass man das obere Raumvolumen auf 30 Grad heizen muss, damit unten nicht die Füße abfrieren.“
    Stimmt für das Parterre, wo meist Geschäfte und Kleingewerberäume drinne waren, alle anderen Etagen profitieren von der Stauwärme der Butze drunter ;) . Behutsam zu sanieren sind aber auch diese Gebäude seit der Gründerzeit, indem halt strombetriebene Fußbodenheizungen auf die seinerzeit in den Aufenthaltsbereichen mit Teppichen und Linoleum zugedeckten Dielenböden gelegt werden und drüber halt ein PVC- oder ökologisch korrekter eben wieder Linoleumbelag oder Fliesen Ist halt die nie so gedachte (weil „bäuerliche“) schöne Dielung mit maximal lasierter Holzmaserung wieder unsichtbar. Wenn die (günstigenfalls, weil „früher“ waren die ja auch ned alle doof, die Baumeister) weitaus niedrigere Mansardwohnung noch ne Deckendämmung spendiert kiegt, ist auch incl. neuer Fenster genug und relativ kostengünstig saniert.
    Die nachträgliche Wanddämmung außen ist eh ein leider immernoch verbreitetes Relikt der Polystyrol- und Mineralwollelobby, mal so am Rande.

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  6. Jakobiner schreibt:

    Das Frauenthema in der Architektur scheint neuerdings seit MeToo aktuell empfunden zu werden.Laut Internet gab es schon 2018 eine Ausstellung Frau Architekt und hat EMMA dem Thema auch einen Artikel gewidmet.Auch interessant,dass zwar 56%der Architekturstudenten Frauen sind,aber es nach dem Studium eher mau aussieht . Bei MINT-Faechern scheint aber trotz Girls Fax immer noch zu gelten:Deutscher Maschinenbau,100 Kerle,1Frau.

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  7. genova68 schreibt:

    Ja, Hugo, so ist es. Ich wollte nur auf den Umstand aufmerksam machen, dass der Altbau vielen heilig ist, viele sagen, auf keinen Fall Neubau, nur Altbau geht. Das halte ich für regressiv und spricht vermutlich für eine problematische politische Gesamthaltung.

    Die Geschlechterfrage bei Architekten: Ich glaube nicht, dass die Unterschiede so groß sind. Architekten arbeiten für Auftraggeber, die bestimmen, was gebaut wird. Stadtplanerisch wäre es vielleicht interessanter, weniger Autos, mehr soziale Räume, vielleicht. Aber da scheinen mir andere Kategorien interessanter als das Geschlecht: Büros, die sich komplett den Verhältnissen unterwerfen und diesen ganzen reaktionären Krempel bauen, Investorenarchitektur. Das sind gesellschaftlich-ökonomische Verhältnisse, aus denen uns nicht der Bezug auf Frauen rettet. Themen wie Bodenkapitalisierung, Bürokratie, Baumüll, Ressourcenverschwendung: All das muss auf einer grundsätzlichen Ebene angegangen werden. Und da haben wir dann wieder das Problem der Kapitallogik. Die vertritt übrigens sofort und jederzeit feministische Thesen, wenn es der Mehrwerterzeugung dient.

    Dass die Branche männerdominiert ist, ist wohl eher ein Problem. Das hat vermutlich uralte Ansichten zum Grund: Bauen ist Männersache, so die Ansicht. Denise Scott-Brown und Robert Venturi sind so ein Beispiel. Die beiden waren verheiratet und als Team sehr erfolgreich, aber genannt wurde fast immer nur Venturi. Erst als der tot war, rückte Scott-Brown ins Rampenlicht, vor einem Jahr sogar mit einer großen Ausstellung in Wien. Dabei soll sie theoretisch sogar federführend gewesen sein.

    Andererseits gibt es viele Büros mittlerweile mit Frauen an der Spitze, aber die nennen sich nur mit ihren Nachnamen. Barkow Leibinger zum Beispiel, Leibinger ist Regine. Aber eigentlich finde ich die reine Nachnamennennung super, dann wird das Geschlecht egal, und das wäre der wahre Fortschritt.

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  8. neumondschein schreibt:

    Das Bewußtsein neumondscheins ist bereits höher entwickelt als die der anderen Teilnehmer hier: neumondschein kennt eine Stararchitektin, die sogar aus einem muslimischen Land kommt. Wenn er auch sonst von Architektur keine Ahnung hat, so kennt er wenigstens diesen Namen:

    Zaha Hadid

    neumondschein kennt auch die Namen Goethe, Novalis und Fontanes, ohne daß er so genau weiß wozu.

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  9. Jakobiner schreibt:

    Wäre überhaupt Mal interessant,wenn es auch ein wenig asiatische oder orientalische Einflüsse auf die deutsche Architektur gebe,wobei ich jetzt nicht solche Protzbauten wie in Dubai meine.

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  10. genova68 schreibt:

    Orientalische Einflüsse gab, es, als der Orient noch mehr Einfluss hatte. Die alte Synagoge in Berlin zum Beispiel, 1938 zerstört, oder eine Zigarrenfabrik in Dresden. Es gab Orientalismus in der Architektur im Rahmen des Historismus. Aber es war kein Massenphänomen. Über die Rezeptionsgeschichte weiß ich kaum etwas. Jedenfalls gab es einen anderen Blick auf den Orient und den Islam als heute, würde ich vermuten. Eher das Exotische betonend.

    Bruno Taut floh vor den Nazis nach Japan und beschäftigte sich dort intensiv mit japanischer Architektur, schrieb auch Bücher darüber, die heute noch lesenswert sind und auch neu aufgelegt werden. Über japanische Architektur in Deutschland weiß ich nichts.

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  11. Jakobiner schreibt:

    Nun,Mal abwarten.Vielleicht sorgen ja noch Erdogans DITIB-Moscheen für mehr Orientalismus in Deutschland,wenn nicht gleich als Massenphänomen.Mal sehen,ob nach Köln da noch mehr folgt.Aber die anfängliche Begeisterung vieler Multikultiislamversteher hat sich inzwischen ja angesichts der Entwicklung in der Türkei und dem Islamischen Staat reichlich eingetruebt.

    Ein Argument,dass weibliche Architekten und Feministinnen oft geltend machen,ist,dass Frauen einen anderen Zugang und eine andere Wahrnehmung von Gebäuden hätten.Es heißt,dass sie sich eher in die dort wohnenden und lebenden Menschen und die zu gestalten Räume hineinversetzen könnten,empathische seien und teamfähiger und Architektur nicht nur am grünen Reissbrett entwerfen würden.Keine Ahnung,ob das stimmt oder so ein biologistisches Selbstvermarktung Klischee von Frau,die den Unterschied mache,ist.Klingt so ähnlich,wie der antiquierte Vorwurf früherer Architekten,dass Frauen nicht rechnen und dreidimensional denken könnten.

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  12. neumondschein schreibt:

    Für mehr Orientalismus in Deutschland von der Art, die Deutschland nicht braucht, sorgt die Bundesregierung. Dafür brauchen wir Erdogan und seine Moscheen nicht.

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  13. Jakobiner schreibt:

    Eigentlich seltsam wenn man bei Orientalismus nur noch an Moscheen denkt und nicht mehr an maurische Architektur wie die Al Hambra oder die Innenhöfe ala Granada oder die marrokanischen Häuser auf den Mackebildern oder Beduinenzelte.Zeigt sich wie bestimmend inzwischen der Islamismus ist.Schlechte Alternative:Solche Protzskyscraper wie Burj Khalifa.

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  14. neumondschein schreibt:

    genova hat bezüglich der Moschee in Köln-Ehrenfeld noch nicht Stellung bezogen. Den dort ansässigen Türken scheint sie zu gefallen. Und Moslemhasser brauchen das Ding, um Moslems hassen zu können, denn außer dieser Moschee ist da auch nichts speziell Orientalisches gebaut worden, worüber sich Moslemhasser empören könnten.

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  15. genova68 schreibt:

    Es gibt arabische Architektur, die ganz hervorragend an die klimatischen Bedingungen angepasst ist, mit baulichen Lösungen für Fallwinde in der Nacht. Leider wird so kaum noch gebaut, das internationale Modell moderner Architektur hat sich durchgesetzt. Mit dem Ergebnis, dass man überall Klimaanlagen braucht. In Kairo kann man sich das ansehen. Architektur ist dort untrennbar mit Stadtplanung verbunden, und da braucht es die verdichtete Stadt, um den notwendigen Schatten zu bekommen. Vermutlich auch, weil der Platz begrenzt war. Es ist eine Architektur, die heute sehr zeitgemäß wirkt, ohne Beton, mit Lehm, mit Lehmziegeln. Francis Kere ist ein Architekt, der Wegweisendes macht in diese Richtung. Von solchen Leuten wird es auch abhängen, ob in Afrika früher oder später ein Bauboom beginnt, der auf Beton setzt, mit extrem nachteiligen Folgen fürs Klima. Da brauchen wir über SUV nicht mehr zu reden.

    Jakobiner,
    nach allem, was man aus der Forschung weiß, sind die grundsätzlichen Unterschiede zwischen Frauen und Männern doch eher begrenzt. Mehr Testosteron dürfte das wesentliche sein, und daher kommt es vielleicht, dass die Welt so ist, wie sie ist, also patriarchalisch. Die herrschenden Machtstrukturen sorgen eher dafür, dass männerdominante Menschen die Machtpositionen besetzen, unabhängig vom Geschlecht.

    Die Moschee in Ehrenfeld ist architektonisch herausragend, was aber den reaktionären Betreiber nicht verbesserte. Man hat wohl daraus gelernt, dass man der DITIB künftig Steine in den Weg legen wird. Der DITIB ist die Architektur aber ein Dorn im Auge, und die sabotieren, wo sie nur können. Einiges an Böhm-Ideen wurde gar nicht verwirklicht, wenn ich mich recht erinnere.

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  16. Jakobiner schreibt:

    Ja,diese Lehmbauten und andere traditionelle orientalische Gebäude sind natürliche Klimaanlagen.Genial einfach.Waere interessant zu wissen,ob das nur Einflüsse der muslimischen Araber in Nordafrika war oder ob es bei den Ägyptern,vormuslimischen Nordafrikanern,wie auch bei den sonstigen nichtmuslimischen Afrikanern ähnliches gab.Und wie bauten eigentlich die antiken Römer und Griechen-ich glaube doch mehr mit Stein.

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  17. neumondschein schreibt:

    Berber sind die Ureinwohner des Maghrebs. Sie kennt man in Europa als Mauren („Mohren“, aber das ist rassistisch). Die haben sich architektonisch in besonderer Weise hervorgetan. Neben den Ureinwohnern lebten aber auch mehrere Generationen von Eroberern im Maghreb wie Römer, Byzantiner, Araber, Vandalen, Phoenizier (Karthago), Franzosen, Briten und Italiener dort. Die haben auch gebaut, aber längst nicht so schön.

    Im Mashrek wurde auch schön gebaut. Das war aber auch nicht allein auf den Kunstsinn der Araber und Kolonialmächte zurückzuführen sondern auf den Kunstsinn aller Völker, die seit Jahrtausenden dort Generation auf Generation folgend Kunsthandwerk betrieben haben: Perser, Inder, Byzantiner, und viele andere. Den Arabern steht aber das Verdienst zu, die Talente der unten ihnen lebenden Völker wertgeschätzt und gefördert zu haben.

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  18. Jakobiner schreibt:

    Die Mauren Berber-wusste ich noch gar nicht.Und die Afrikaner selbst?Man stellt sich ja da eher Strohhütten im Buschkral als Massai ,Pygmäen oder Buschmänner als Die Weiße Massai mit Nina Hoss vor,denn kunsthandwerkliche Architektur.Sind die in der Subsaharazone jemals so weit fortgeschritten wie in Nordafrika und den Wüstengebieten des Sahels?Tbutko war ja auch solch eine Stadt mit Lehmgebaeuden und der damals größten Bibliothek Afrikas,bevor die Islamisten sie teilweise zerstörten.Aber Griechen,Römer,Ägypter und Nachfolger bauten doch mit Stein,oder?

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  19. gunst01 schreibt:

    Freiluftgehege für Menschenmast mit den Charme einer Kaserne. 1A Propagandaarchitektur einer Neuen Armut.

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  20. genova68 schreibt:

    Das kann man wohl so sagen, wenn man nicht zwischen den Zeilen liest.

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