Von Sprachpanschern und den oberen Zehntausend

Ein interessanter Beitrag in der taz zum Thema Gentrification. Exportabel-Leser wissen das meiste zwar schon, aber als Zusammenfassung gut zu lesen. Autor ist der Politologe Udo Knapp, geboren 1945, früher beim SDS aktiv.

Knapp beschreibt den Unwillen der Grünen und der SPD, das Problem überteuerter Wohnungen und Mieten und Böden zu lösen. Diese angeblich linken Parteien haben – warum auch immer – kein ernsthaftes Interesse daran. Sie machen somit Politik für die oberen Zehntausend. Es ist offenbar die notwendige inhaltliche Korruption im Kapitalismus. Früher oder später kriegt er alle.

Knapp schreibt:

Die tagtägliche Wohnungspolitik wird auch bei den Grünen nur pflichtgemäß als soziales Gedöns im großen politischen Theater mitbehandelt. Ordnungspolitische Einzelmaßnahmen vom Wohngeld über die Beschränkung der Maklerhonorare bis zum Mietendeckel, dessen Inkrafttreten in Berlin sich gerade jährt, zeigen zwar entlastende Wirkungen in der Wohnungsfrage, die Grundsatzfrage „Wem gehört die Stadt“ mit allen ihren ästhetischen, sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Folgen wird allerdings politisch nicht angesprochen. Solange es auf diese Frage keine verrechtlichte Antwort im Interesse aller Bürger und ihrer Stadt gibt, bestimmen die Eigentümer von Grund und Boden, Hauseigentümer, Kapitalgesellschaften, Finanzinvestoren und ihre Lobbyvereine weiter allein darüber, wer wo und wie in den Städten lebt – und wie es mit der Stadt weitergehen wird.

Exakt das macht seit Jahren stutzig, zumindest wenn man, wie ich, naiv ist. Das Thema Wohnen und Boden müsste im Bundestag ganz grundsätzlich verhandelt werden. Real passiert: nichts. Die Sozialdemokraten sitzen seit 2013 mit in der Regierung.

Während die Politik weiter herumdoktert, beginnt sich in der Öffentlichkeit der Ärger zu organisieren. Der Versuch, in Berlin einen Volksentscheid herbeizuführen zur Vergesellschaftung der Deutschen Wohnen und allen privaten Wohnungsgesellschaften mit mehrals 3.000 Wohnungen, wird seit kurzem von der ÖTV und der IG Metall offen unterstützt. Ein Bündnis aus dem Gesamtverband der Paritätischen Wohlfahrtsverbände, dem DGB und dem Deutschen Mieterbund startet gerade eine Kampagne für einen sofortigen sechsjährigen Mietenstopp. Alle politischen Parteien reagieren achselzuckend gar nicht.

Der letzte Satz ist der entscheidende. Selbst ÖTV und IG Metall machen mit, die Berliner SPD unter Giffey rudert wieder nach rechts. Man möge sich in diesem Zusammenhang an Klaus Wowereit erinnern. Der Kamerad privatisierte als Regierender Bürgermeister auf SPD-Ticket hunderttausende Wohnungen und lobte öffentlich die steigenden Mieten. Ein faktisch rechter und menschenverachtender Politiker. Kein Problem für deutsche Sozialdemokraten.

Dabei liegen, und das bemerkenswerterweise aus der SPD, schon seit langer Zeit ausformulierte Vorschläge zu einer anderen Boden-, Wohnungs- und Baupolitik vor. Der im letzten Jahr verstorbene Hans-Jochen Vogel hat schon in den 70er-Jahren als Oberbürgermeister in München in einem Gesetzentwurf vorgeschlagen, ein grundsätzliches Verbot eines freien Grundstücksmarktes in den Kommunen einzuführen, ein Vorkaufsrecht für alle Grundstücke für die Kommunen festzuschreiben und die Verpflichtung der Kommunen festzulegen, diese Grundstücke selbst städtebaulich zu entwickeln und dann in Erbbaupacht an Genossenschaften, private Zusammenschlüsse und kommunale Wohnungsbaugesellschaften weiterzugeben. Vogel wollte auch den kommunalen Einfluss auf das Baugeschehen in den Städten durch eine Rücknahme der Entwicklung der zukünftigen städtischen Wohngebiete in kommunale Zuständigkeit wiederherstellen. Die mittlerweile freilaufenden, sich wie private Immobilienkonzerne gebärdenden GEWOBAG und Co. sollten auf die streng kontrollierte Bewirtschaftung ihrer Bestände zurechtgestutzt werden … Zu der politischen Blockadehaltung passt, dass Grüne und SPD gemeinsam zwei Jahre lang versucht haben, das Enteignungs-Volksbegehren zu torpedieren. Österreichs Hauptstadt Wien gehören übrigens fast zwei Drittel aller Mietwohnungen, sie hat deshalb die stabilsten Mieten – und nach wie vor eine sehr starke SPÖ.

Wien zeigt seit 100 Jahren, wie es geht. Dieser Hinweis reicht eigentlich, zum zu wissen, dass die herrschende Clique Deutschlands ihre vornehmste Aufgabe in der Anhäufung des Reichtums ganz oben sieht.

Was die korrumpierte deutsche Sozialdemokratie nicht schafft, schafft offenbar Basel. Dort werden

öffentliche Grundstücke grundsätzlich nicht mehr verkauft, wird kontinuierlich potentielles Bauland zugekauft und nach öffentlich unter breiter Beteiligung erarbeiteten Entwicklungsvorgaben in Erbbaupacht an Genossenschaften, Baugruppen, Wohnungsbaugesellschaften und auch Private zum Mietwohnungsbau vergeben. Unter dieser Voraussetzung entstehen mit verbindlichen öffentlichen Vorgaben im Bestand und im Neubau sozial und von der Nutzung her vielfältige Quartiere.

Am Ende beschreibt Knapp einen Weg zur Besserung der Verhältnisse:

Das Wohnen in der Stadt kann wie das Wasser zu einem öffentlichen Gut in der Infrastruktur der Stadt gemacht und im Interesse aller Bürger dauerhaft gesichert werden. Zu einem solchen Schritt gehören Enteignungen nutzerfeindlicher, zu großer und öffentlichen Interessen entgegenstehender Wohnungsbestände überall in der Bundesrepublik, vor allem aber eine gesetzlich neu geregelte Bodenvorrangs- und Boden-Vorrats-Politik der öffentlichen Hand. Das meint, dass die Kommunen Grundstücke kaufen und im eigenen Besitz auf Vorrat halten, damit sie die Stadt nach eigenen Plänen entwickeln können und sie der Spekulation entzogen werden.

Wohnen als öffentliches Gut. Die Besitzenden müssen dann billige Wohnungen zur Verfügung stellen, so wie niemand Altöl in die Spree kippen darf. Wobei die Idee, dass Kommunen nun Grundstücke kaufen, zu spät kommt. In Berlin wurde von den Herrschenden das meiste schon verscherbelt. Ein vernünftiger Rückkauf ginge nur über die Möglichkeit der nahezu entschädigungslosen Enteignung. Man müsste die Bodenpreise auf einen Stichtag vor rund zehn oder 20 Jahren setzen. Ansonsten haben wir das Dilemma, dass die rückkaufwillige Kommune für einen Quadratmeter selbst in einem Randbezirk wie Lichtenberg 5.000 Euro zahlen müsste. 2010 waren es noch 500 Euro.

Juristisch ist so ziemlich alles machbar, wenn man will. Das Grundgesetz steht dem nicht im Weg.

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Grüne und SPD haben linke, soziale Politik längst ad acta gelegt. Dafür gibt es Ersatzfelder. Hilfreich ist in Teilen die Klimapolitik und vollends die genderbezogene Sprachpolitik. Ersteres ist in vielen Fällen zwar nur Aktionismus, kommt beim Völkchen derzeit aber gut an. Symbolpolitik fürs Gewissen. Radfahren in der Innenstadt ist sicher keine schlechte Idee. Aufs globale Klima, wie gerne behauptet, hat das allerdings keinerlei Auswirkung. Radwege bauen, um das Klima zu retten: Solche Ideen zeigen den Infantilisierungsgrad, den die Deutschen mittlerweile erreicht haben. Man kann nicht einfach in der Stadt radfahren. Nein, man muss gleich das Klima retten. Drunter macht es der gemeine Deutsche nicht. Wobei dann der aktualisierte gemeine Deutsche der deutsche Linke wäre. Mein Gott.

Die sprachbezogene Identitätspolitik ist eine ähnliche Ablenkung. Exakte Anweisungen, wer wie anzusprechen und zu bezeichnen ist, zeugen von einer weitgehenden Entpolitisierung. Wichtigtuer und Wichtigtuerinnen tauchen in allen Medien auf und betreiben Wordingkorrektur. Schwarz ist keine Farbe, lernte ich kürzlich von einer streng dreinschauenden schwarzen Frau, sondern eine politische Haltung. Aha. Außerdem brauche man mehr BIPOC-Journalist (kurze Pause) innen. Das I in BIPOC steht für Indigene. Wobei ich mich frage, wer das in Deutschland ist. Aus den USA zugewanderte Indianer? Oder Deutsche mit einem Ariernachweis bis in die zehnte Generation?

Wo man früher ganz klassenbezogen mehr Journalisten aus dem Arbeitermilieu, aus dem nichtakademischen Sektor, aus dem Prekariat gefordert hätte, wird das heute ignoriert und auf Schwarze und andere nicht biodeutsch Aussehende begrenzt. Die schwarzen Deutschen, die heute in den Medien vorkommen, sind übrigens zu 100 Prozent akademisch („irgendwas mit Medien“) sozialisiert.

Man sagt auch nicht mehr „Sinti und Roma“, denn das ist nicht gegendert. „Sint:izzi und Rom:nja“ ist derzeit state of the art. „Anti-Ziganismus“ ist triggernd, man sagt „Anti-Sinti-und-Romaismus“.

Kaum ein Tag vergeht, an dem im TV nicht betroffen dreinschauende linke Aktivisten in merkwürdig verformter Sprache Forderungen an die Sprache, die wir sprechen, vortragen. Interessant dabei auch die Transformation des Traumabegriffs: Früher war das eine seriöse Krankheit. Heute ist eine Frau traumatisiert, wenn sie nicht korrekt gegendert angesprochen wird.

Sprachgepansche als vermeintlich emanzipatorischer Akt. Das Ökonomische – und damit die Basis für alle gesellschaftlichen Entwicklungen – wird ignoriert. Es ist meines Erachtens ein Ersatz: Weil wir die Sprache panschen, kümmern wir uns nicht mehr um das Wesentliche.

Es ist die Frucht der neoliberalen Ideologie, die derzeit allerorten regiert. Es ist die totale Verblödung. Die Grünen sind die wesentliche Partei, die diese Haltung vertritt. Es ist eine Art Entlastung des eigenen Gewissens. Dass bei den Grünen überproportional viele Esoteriker mitmischen, gehört dazu.

Dennoch sehen Teile der deutschen Reaktion selbst diese Grünen noch als Gefahr. Das zeigte kürzlich die Aufregung um Einfamilienhäuser. Prompt warf die CDU den Grünen „ein gestörtes Verhältnis zum Eigentum“ vor. Haha. Schön, wenn es so wäre.

Es ist die Talibanisierung der Linken: So wie Fundamentalmuslime nur zu einer Eins-zu-Eins-Übersetzung des Koran in der Lage sind, so ist die identitätspolitische Linke nur noch zu einem Politikansatz fähig, bei dem der Satz „Berlin hat 3,7 Millionen Einwohner“ bedeuten soll, dass in Berlin also 7,4 Millionen Menschen wohnen. Plus die Diversen. Sprache soll die Realität eins zu eins abbilden. Was unmöglich ist.  Sprache ist Sprache und Welt ist Welt. Diese Leute wollen dumm sein. Vermutlich, weil das entlastet. Vielleicht gehört auch die Sprachverpanschung zur notwendigen inhaltlichen Korruption im Kapitalismus. Da man den realen Verhältnissen ohnmächtig gegenübersteht, weicht man aufs Absurde aus – mit der penetranten Behauptung, man mache ja weiterhin linke politische Arbeit.

Währenddessen läuft bundesweit in den Metropolen seit zehn Jahren mit der Gentrifizierung die größte Enteignungsmaschine seit dem Zweiten Weltkrieg.

Seien wir ehrlich, auch wenn es schwerfällt. Wir brauchen offenbar Leute wie Udo Knapp, einen 75-jährigen alten weißen Mann, der sich noch Sozialist nennt. Und der in dem taz-Artikel einen Mieterstreik fordert und weiß, dass dort auch Frauen streiken sollen. Und Diverse. Und Sint:izzi. Und BIPOC. Und Traumatisierte. Die, die unter den Verhältnissen leiden.

Also alle.

(Foto: genova 2019)

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60 Antworten zu Von Sprachpanschern und den oberen Zehntausend

  1. Jakobiner schreibt:

    Der Fehler ist den Grünen und der SPD noch einen guten Willen zu unterstellen.Das setzt guten Willen bei dem Untersteller vorraus und ist durchaus naiv.Die jetzigen Linken wollen Gendrifizierung und nicht gegen Gentrifizierung kämpfen.

    Todenhoefer hat jetzt eine eigene Partei Team Todenhoefer gegründet für die Bundestagswahlen.Wahlprogramm googeln .Wohnungsbaukapitel voellig marginal.und auch nur Förderung von Eigenheimen.

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  2. genova68 schreibt:

    Diese Parteigründer sind nicht wirklich ernstzunehmen, oder? Es gibt ja schon aus den Querdenkerreihen mindestens vier oder fünf neue Parteien. Man weiß, dass die keine Chance haben. Insofern handelt es sich eher um narzistische Projekte der Gründer. Todenhöfer ist ja auch ein ziemlicher Selbstdarsteller.

    Man kann bei Grünen und SPD-lern differenzieren. Es gibt da schon noch Leute, die ernsthaft etwas reißen wollen, zumindest in den Berliner Landesverbänden. Bei den Funktionären auf Bundesebene sieht es anders aus. Es sind wohl aber auch Machtkonstellationen. Den beiden SPD-Bundesvorsitzenden würde ich schon etwas zutrauen, aber die Machtverhältnisse sind andere, und da muss man wohl Scholz den Vortritt lassen. Es stellte sich nach der Wahl zum Vorsitzenden schnell heraus, dass von den Medien keinerlei Unterstützung kommen wird. In diesem Fall bräuchte man klare Ideen und die Bereitschaft, die in Kampagnen zu kommunizieren. Da fehlt es halt völlig.

    Bei jung und naiv wurde kürzlich Fabio di Masi interviewt, sehr sehenswert. Ein unprätentiöser Linker, der sich im Wirecard-Untersuchungsausschuss Meriten verdient. Leider will de Masio nicht weitermachen, als aus dem Bundestag ausscheiden. Er verortet sich selbst bei der SL, der Sozialistischen Linken. Die wird vom Verfassungsschutz als „offen linksextremistisch“ eingestuft, und zwar mit dieser Begründung (2018):

    Der extremistische Zusammenschluss „Sozialistische Linke“ (SL) in der Partei DIE LINKE knüpft an „linkssozialistische und reform-kommunistische Traditionen“ an und vertritt neomarxistische Positionen. Ziel ist die Überwindung des Kapitalismus. Die DDR war für die SL „ein legitimer Versuch, auf deutschem Boden eine Alternative zum Kapitalismus aufzubauen“.Aktionsfelder der SL sind gewerkschaftliche Themen, Umwelt und politische Bildungsarbeit. Des Weiteren richtet sie jährlich die „Sommerakademie“ aus – eine öffentliche Veranstaltung, bei der die „Grundlagen linker Politik im und gegen den Kapitalismus“ besprochen werden.Mitglieder der SL streben Funktionen in der Partei DIE LINKE an und versuchen, den ideologischen Kurs der Partei zu beeinflussen

    Nichts davon ist offen linksextremistisch. Der Verfassungsschutz ist auf linker Seite schlicht ein Instrument, um jedwede Kritik am Kapitalismus zu kriminalisieren. Mir ist schleierhaft, dass sowas durchgehen kann. Selbst der lammfromme Bernd Riexinger ist Mitglieder der SL und somit offen linksextremistisch. Früher nannte man das sozialdemokratisch mit gewerkschaftlichem Hintergrund.

    IM VS werden übrigens Immobilieninvestoren nicht erwähnt, obwohl die bei der Abschaffung des GG auf inhaltlicher Ebene vorne dabei sind. Man sollte den VS einmal komplett vom Kopf auf die Füße stellen. Aber vermutlich sind diese Überlegungen auch schon offen linksextremistisch.

    Ich möchte damit allerdings nicht die linksextremen Gruppen verteidigen, die alle naselang Polizeistationen oder AfD-Politiker oder die Berliner S-Bahn angreifen. Da geht es weniger um Politik als schlicht um Gewalt.

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  3. neumondschein schreibt:

    Fabio di Masi ist ein Grund, Linke zu wählen. Leider wird er im Bundestag ab September 2021 nicht mehr im Bundestag vertreten sein. Ulla Jelpke auch nicht. Und viele gute andere Leute auch nicht mehr. Dafür aber womöglich Totalausfälle wie Julia Schramm und die Dame, die sich weigerte, den Wahlsieg Kemmrichs in Thüringen anzuerkennen.

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  4. dame.von.welt schreibt:

    „… haben linke, soziale Politik längst ad acta gelegt. Dafür gibt es Ersatzfelder. Hilfreich ist in Teilen die Klimapolitik und vollends die genderbezogene Sprachpolitik. … Symbolpolitik fürs Gewissen. … Die sprachbezogene Identitätspolitik ist eine ähnliche Ablenkung. Exakte Anweisungen, wer wie anzusprechen und zu bezeichnen ist, zeugen von einer weitgehenden Entpolitisierung. … Sprachgepansche als vermeintlich emanzipatorischer Akt. … Es ist meines Erachtens ein Ersatz: Weil wir die Sprache panschen, kümmern wir uns nicht mehr um das Wesentliche.
    Es ist die Frucht der neoliberalen Ideologie, die derzeit allerorten regiert. Es ist die totale Verblödung.“

    Ojemine.
    Ihr Bestimmertum, wer/was links ist und wer/was nicht, zeugt vor allem von einem: Sie gehören keiner marginalisierten Gruppe an. Was Sie seit geraumer Weile zu Gender, Identität, Sprache schreiben, ist für ganz weit rechtsaußen anschlussfähig.

    Wirkt auf mich wie die soundsovielte Wiedererwärmung des berühmten Nebenwiderspruchs: nicht nur Frauen, auch Nichtweiße und LGBTIQ* sollen gefälligst die Fresse halten und an der Weltrevolution mitwirken, Nach deren erfolgreicher Absolvierung sehen die genovas dieser Erde dann mal weiter. Ob sie besagten Gruppen auch ein paar Menschenrechte spendieren.

    Dabei gibt’s einen schönen und einfachen Grundsatz: das eine tun, das andere nicht lassen.

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  5. neumondschein schreibt:

    Dame wäre dann wohl mit den Frauen Henne-Wollsau und Schramm bestens bedient. Staatliche Repression (= „Anarchismus“), um angeblich marginalisierte Minderheiten zu schützen. Also insbesondere alte weiße Weiber. Migranten gehören hierzu nur ausnahmsweise dazu, wenn sie sehr gut integriert sind. Ansonsten vertreten sie ganz bestimmt nicht das Gros der Migranten russischer, syrischer, türkischer der vietnamesischer Provenienz. Vollkommen sinnlos das alles.

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  6. genova68 schreibt:

    damevonwelt,
    ich schreibe ausschließlich über Sprache. Insofern bin ich für Rechtsaußen anschlussfähig, wenn die die Sprache nicht gendern. Ok, damit kann ich leben.

    Über Gender- und Identitätspolitik schreibe ich nichts oder fast nichts. Insofern finde ich es unfair, mir vorzuwerfen, ich vertrete die Meinung, alle außer weißen Männern sollen die Fresse halten.

    Aber ich versuch´s mal kurz: Bei Genderpolitik wüsste ich nicht, was ich daran kritisieren sollte. Ich kenne mich da auch nicht gut aus. Bei Identitätspolitik fielen mir tatsächlich Vorbehalte ein, vor allem, was die Frage der Repräsentanz angeht. Wen vertritt eine schwarze Frau mit merkwürdiger Sprache im TV? Alle Schwarzen in Deutschland? Und die Migranten, die neumondschein anspricht, sind auch ein interessanter Aspekt: Polen und Russen stellen 17 Prozent aller Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Von letzteren weiß man, dass sie überdurchschnittlich häufig die AfD wählen.

    Es gibt also keine Migrantenvertretung. Es hängt derzeit nur davon ab, wie gut der Draht von Migranten zu Medien ist, in denen sie dann vorkommen. Diese Repräsentanzfrage wird nicht gestellt.

    Identitätspolitik würde ich also in der Tat kritisch sehen, weil hier haufenweise Grüppchen gebildet werden, die vermutlich soziale Kämpfe in Gesellschaften defragmentieren. Das ahnen die wohl auch, deshalb konzentrieren sie sich so auf sprachliche Veränderungen. Und der Staat hat nichts gegen Identitätspolitik, denn die Wünsche der Gruppen lassen sich vergleichsweise preiswert erfüllen. Hier ein Pöstchen, dort eine Änderung im Wording. Man könnte Identitätspolitik sogar als rechte, weil eher unpolitische Bewegung begreifen. Nicht zufällig gibt es ja auch die rechte Identitäre Bewegung.

    Aber das ist schwierig und unübersichtlich. Ich äußere mich hier über Gruppen, denen ich nicht angehöre. Mich nervt vor allem die Sprache und in Teilen eine moralisch-pathetische Aufgeladenheit einiger dieser Protagonisten. Diese Kritik muss möglich sein, da diese Leute sich mittlerweile ständig zu Wort melden. Mein Kritikpunkt an der Sprache könnte man auch so ausdrücken: Die politische Kommunikation dieser Gruppen richtet sich zwangsläufig an die Gesamtgesellschaft, an alle. Die Sprache ist in Teilen kaum noch decodierbar und erreicht nur exklusive Kreise. Insofern ist sie die Feindin des (angeblichen) Anliegens.

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  7. neumondschein schreibt:

    Polen und Russen stellen 17 Prozent aller Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Von letzteren weiß man, dass sie überdurchschnittlich häufig die AfD wählen.

    ob die wirklich vorwiegend AfD wählen, weiß ich nicht einmal so genau. Ich glaube eher, sie reißen vor Henne-Wollsau aus. Früher hatte die Linke noch engagierte Rußlanddeutsche und Personal aus Osteuropa wie Alexander Neu, Andre Hunko und Alexej Dankwardt. Die fliegen wohl demnächst aus der Partei. Die Türken haben früher SPD gewählt. Das tun sie auch immer seltener. Die meisten Rußlanddeutschen waren Kohls eiserne Reserve. Merkel wollen sie aber nicht mehr wählen. Und die Syrer sind auch eher konservativ eingestellt. Migranten dürften also für Linke in Zukunft wohl ein schwieriges Thema werden.

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  8. dame.von.welt schreibt:

    Noch einer @genova zu Ihrer Kritik im Thierse-Style an „Identitätspolitik“: Klick.

    @neumondschein, Sie wissen schon, daß die Frau Hennig-Wellsow heißt, nein?
    Aber misogyne Beleidigungen können bei Ihnen ebensowenig überraschen wie Ihre Sympathien für Corona-Schwurbler wie Andrej Hunko.

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  9. genova68 schreibt:

    dame von welt,
    das Problem bei dem Thierse-Artikel ist, dass man ihn nicht lesen kann, Bezahlschranke bei der FAZ. Insofern kann ich zum Thierse-Style nichts sagen. Haben Sie ihn gelesen?

    Die Replik der Frau in Ihrer Verlinkung vom DLF:

    Ich gehe chronologisch darauf ein:

    1. Ja, es gibt keine Cancelculture, schon gar nicht in Bezug auf Nuhr und Eckhart. Es gab vor einer Weile eine Art Petition von zwei rechten Journalisten bzw. Bloggern, einer heißt Gunnar Kaiser. Der ist klar im rechten Milieu verortet, insofern sollte man sich da abgrenzen, weil Kaiser nur den Diskurs insgesamt nach rechts verschieben will. Man kann sagen, was man will und alte weiße Männer haben nach wie vor genügend Deutungshoheit, um sich durchzusetzen. Es ist eine Täter-Opfer-Umkehr. Dass Nuhr (und Martenstein) das anders sieht, zeigt nur, was für ein Egozentriker er ist. Analog zu anderen Meinungsführern, die canceln mit Widerspruch verwechseln.

    2. Was die Interviewte zu Sprachräumen sagt: Es wird nie klar, wen die Einzelnen vertreten. Ein Schwarzer vertritt nicht automatisch alle Schwarzen. Bei der öffentlichen Diskussion fällt auf, dass es eine Handvoll sehr fitter Schwarzer gibt, die gut vernetzt sind, wie gesagt. Bei denen kommen dann auch teilweise merkwürdige Rassismusbeispiele, beispielsweise einen Schwarzen danach fragen, ob der Sonnenbrand bekommen könne, sei rassistisch, oder im Prenzlauer Berg zu wohnen und keine schwarzen Freunde zu haben. Das klingt mir arg konstruiert und da nehm ich mir den Widerspruch heraus. Bei der Debatte vergangenes Jahr ging es meines Erachtens fast nur um solche Leute und Beispiele. Mich hätten Schwarze jenseits des Prenzlauer Berges interessiert. Kneipenbesuch in der ostdeutschen Provinz, beispielsweise. Die haben aber keinen Medienzugang und werden von den PB-Schwarzen nicht vertreten. Die haben untereinander vermutlich auch keinen Kontakt. Mich erinnert das ein wenig an akademische Türken, die vor Erdogan nach Deutschland abhauen und hier ihren Streifen machen, zu den gemeinen Gastarbeitern aber keinen Kontakt haben und haben wollen. Die trennt Welten, der einzig einigende Teint ist völlig uninteressant.

    3. Die Interviewte sagt auch, dass es schwarze Wissenschaftler schwerer hätten als weiße. Das ist ein Skandal, wenn es so ist. Ich weiß von anderen Ebenen, dass es das gibt. Das ist dann Rassismus, bei dem man konkret und sofort widersprechen sollte. Das ist das einzige, was hilft. Kein Wordinggehampel.

    4. Die Interviewte redet bei 12:45 von Diskriminierungen und Privilegierungen. Ja, aber ich halte die wesentlichen Kategorien hier die vom Klassizismus ausgehenden. Rassismus wird hier überbetont, so mein Eindruck. Rassismus ist ein riesen Thema, die Geburt in ein desolates Elternhaus ist ein absolutes Randthema. Auch hier wieder, weil die Kontakte in die Medien fehlen. Das Ökonomische formt hier das gesellschaftliche Bewusstsein, wird hier massiv unterbelichtet.

    5. Blackfacing: Das meint die Lächerlichmachung Schwarzer, was im 19. Jahrhundert gemacht wurde. Das macht heute niemand mehr. Wenn Weiße sich heute in einer Theaterrolle schwarz anmalen, ist das was völlig anderes. Diese Diskussion halte ich in der Tat für lächerlich und es zeigt die intellektuelle Begrenzheit macher Identitätsprotagonisten zugunsten pseudomoralischer Aufladung. Es ist eine ähnliche Banalität wie die Gendersprache. Es ist Fundamentalismus. Diese Leute kapieren nicht, dass es die Realität gibt und Ausdrucksformen dafür. Das erste ist nie deckungsgleich mit dem zweiten. Abstraktion ist eine intellektuelle Möglichkeit. Bzw. sie könnte eine sein.

    Zur Gendersprache habe ich alles gesagt.

    Generell vielleicht: critical whiteness ist da gut, wo gefordert wird, dass man Betroffenen zuhört, Definitionsmacht abgibt. Es ist da schlecht, wo man den unvermeidlicherweise sich dann angezogen fühlenden Wichtigtuern nicht mehr widersprechen dürfen soll.

    Aber generell sind diese Debatten gut, weil reden immer gut ist. Dass beispielsweise Kants Rassismus vergangenen Sommer diskutiert wurde, ist von unschätzbarem Wert.

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  10. dame.von.welt schreibt:

    Den Thierse-FAZ-Artikel habe ich als Screenshot bei Twitter gelesen, finde aber leider den Tweet nicht mehr wieder, tut mir leid. Hier aber ein weiterer Widerspruch, der noch besser in unsere Auseinandersetzung passt (u.a. zu Ihrer Meinung zu „Blackfacing)-> https://www.deutschlandfunk.de/erwiderung-auf-wolfgang-thierse-privilegien-und.720.de.html?dram:article_id=493179

    1. Gunnar Kaiser hat ewige Zeiten beim Freitag gebloggt, der ist ungefähr so „klar im rechten Milieu verortet“ wie Sie oder ich. Daß auch der den Diskurs nach rechts verschiebt, ist offensichtlich, denn auch seine Positionen zu diesem und jenem sind weit rechtsaußen anschlußfähig.

    2. Wenn irgendwer zu irgendwas spricht, dann immer für sich selbst. Das gilt auch für die, die andere mit einem „wir“ eingemeinden. Daß inzwischen auch PoC, LGBTIQ* und Frauen medial vertreten sind, halte ich für überfällig und erfreulich und nicht für eine Art Verschwörung wie offenbar Sie. Mir ist auch mühelos nachvollziehbar, daß viele Schwarze es hassen, wenn sie zum xten Mal nach ihrem Sonnenbrandpotential gefragt werden oder ihnen mal wieder ungebeten in die Haare gefasst wird. Die meisten Frauen kennen und hassen etwas ähnliches, wenn sie zum xten Mal auf ihr Äußeres reduziert werden oder wenn mal wieder einer nicht weiß, wo er aufhört und sie anfängt. Intellektuelle Türken und „Gastarbeiter“ teilen Erfahrungen, u.a. die der Diskriminierung wegen ihrer nichtblütenweißen Hautfarbe.

    3. Wer sollte denn Ihrer Ansicht nach Rassismus widersprechen, die Opfer? Die sollen ihre oft schambesetzten Erfahrungen öffentlich machen, um anschließend ruckzuck des Aktivismus bezichtigt und zu laut gefunden zu werden und nebenbei ihre wissenschaftliche Karriere entgültig den Bach runter gehen zu sehen? Nicht Ihr Ernst, hoffe ich.

    4. Mag ja möglich sein, daß Sie Klassismus für die wesentliche Kategorie halten.
    Sie übersehen dabei aber ganz offenbar, daß Rassismus meßbare Auswirkungen auf „Klasse“ aka Wohlstand und gesellschaftliche Reputation/Repräsentanz hat. Damit übersehen Sie auch, daß Nicht-Weiße und Nicht-Hetero-Männliche sehr oft mehrfach diskriminiert werden – rassistisch, klassistisch, sexistisch.

    Mag auch möglich sein, daß u.a. Sie keine Lust haben, Menschen respektvoll anzusprechen und zu behandeln. Das liegt dann aber nicht an deren „Fundamentalismus“, sondern an Ihrer fehlenden Lust. Oder, anders formuliert, an Ihrem Mangel an – Vorsicht, altmodische linke Tugenden – Respekt und Solidarität (ja, zur Not auch Solidarität selbst von „Wichtigtuern“).

    Darf ich „Zur Gendersprache habe ich alles gesagt“ als Versprechen interpretieren?
    Es ist längst alles dazu gesagt, von allen, mehrfach.

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  11. eimaeckel schreibt:

    Dein Text ist zeitlos. Aber die ÖTV, Kollegin, ist schon seit über 20 Jahren in einer Organisation namens ver.di aufgegangen. Deine Sprachkritik ist herrlich und deine Wartehausserie wird von mir mit Freude verfolgt.

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  12. Hugo schreibt:

    Genova: „Zur Gendersprache habe ich alles gesagt.“

    Weil ich einmal dabei bin; Du schmeißt des hier in jedem Artikel über Deine Kritik an der „etablierten Linken“ in die Runde, manchmal garniert mit der Deiner Ansicht nach übertriebenen pc bzgl. „Minderheiten“, also hast Du eben ned „alles gesagt“ ;) .
    Im realen Leben hak ich ein, wenn Marginalisierung der „erhobenen Stimme“ von der biodeutschen Mehrheit Marginalisierter betrieben wird; das ist schon lustig, wenn dann z.B. der „Coburger Mohr“ und diverse Mohrenstraßen in D.verbal mit Zähnen und Klauen verteidigt werden (in CO ist das die Karikatur des Stadtheiligen Mauritius, welcher Ägypter und somit Araber war; im Spätmittelalter gabs halt hier keine Schwarzen) und die, die sich am meisten aufregen, eine/n „Quotenschwarze/n“ kennen, die „wichtigere Probleme“ haben und es denen scheißegal ist, also isses allen Schwarzen scheißegal und außerdem isses eine aus den USA eingeschleppte Diskussion, die mit D. nix zu tun hat. Dito „Zigeunersauce“ usw. usf. .

    Ebenso bei Gendersternchen/doppelpunkt/sprechpause. Da bricht sich weder die*der Nachrichtensprecher*in oder Briefe tippende*r Landratsamtangestellte*r einen ab noch geht das Abendland unter und morgen kommt die Diktatur der Amazonen, welche uns Männern die Männlichkeit nimmt und für einen Gendereinheitsbrei sorgt und somit nur noch sozial verkrüppelte Jungs produziert und langfristig dank der Forschung das Y aus den menschlichen Chromosomen killt.
    Auch und gerade Frauen dystopieren da gerne mal engagiert, warum auch immer.
    Ich denke, es wird in Zukunft draufhinauslaufen, daß es unabhängig vom „sex“ eine noch weitaus vielfältigere Genderdefinition geben wird, ohne daß auf Grund von sekundären und primären Geschlechtsmerkmalen gesellschaftlich ne vorgefertigte Mütze für jede*n vorgestrickt ist.
    Machts für zukünftige Kinder einfacher, bis zur Pubertät als „kleiner Mensch“ begriffen zu werden und in der „Erwachsenenwerdung“ ihren eigenen Weg zu ihrem Selbstverständnis gehen zu können.

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  13. genova68 schreibt:

    dame von welt,
    eigentlich will ich mit Ihnen gar nicht streiten, und zu einem Konsens kommen wir eh nicht und müssen das auch nicht. Solche Diskussionen ufern aus und schriftliche Kommunikation hat so viele Defizite, gerade in Blogs, das ist bekannt.

    Nur kurz:
    Gunnar Kaiser kenne ich nur von seinem youtube-Kanal, da verortet der sich bei Querdenkern und im AfD-Umfeld und ist Jebsen-Fan. Also weder bei Ihnen noch bei mir. Dass der beim Freitag bloggte, ist interessant. Er ist mittlerweile selbst bei der Naumannstiftung wegen „Menschenverachtung“ rausgeflogen.

    Menschen respektvoll ansprechen. Meinen Sie „Sint:izzi“ und „Romn:jia“? Es gibt im Deutschen halbwegs klare Übereinkünfte der Ansprache, Französinnen, Apulianierinnen, Kanarinnen. „Izzi“ und „jia“ sind keine Endungen, die im deutschen Sprachraum noch irgendwie nachvollziehbar unter die Masse zu bringen wären. Wer sich nun Sintizzi ausdenkt, hat entweder den Schuss nicht gehört oder es geht nicht um Emanzipation, sondern um Wichtigtuerei. Schlicht deshalb, weil sich sowas nie durchsetzen wird, man der Gruppe also keinerlei Gefallen tut. Es dient psychologisch wohl nur dazu, den zu erwartenden Widerspruch als rassistisch und sexistisch zu deklarieren und das eigene Feindbild zu nähren. Und es ist ein weiteres Beispiel für den intellektuell sehr begrenzten Sprachfundamentalismus von Wichtigtuern. Und Wichtigtuerinnen. Mir scheint manchmal, ich bin der einzige, der diese Akrobatik inhaltlich ernst nimmt und dann widerspricht.

    Ich kann Respekt und Solidarität für unterprivilegierte Gruppen haben und solche Auswüchse trotzdem kritisieren. Alles laufen zu lassen, zeugt nicht von Respekt, sondern ist Ausdruck von Nichternstnehmen.

    eimaeckel,
    die ÖTV existiert aber immer noch, innerhalb von verdi, zumindest fordern sie dies und jenes.

    hugo,
    von „wichtigeren Problemen“ rede ich nie, das wäre ein Totschlagargument, wonach man nur noch über ein Thema, nämlich das wichtigste, reden darf. Es würde mir auch verbieten, über Architektur zur schreiben.

    Das Mohrenthema ist wieder ein anderes. Der Widerstand gegen die Namensänderung zeigt sicher einen festsitzenden Rassismus oder zumindest eine massive Ignoranz. Wobei ich persönlich es ok fände, mit solchen Spannungen umzugehen, also nicht umzubenennen. Aber da könnte man wirklich einmal Betroffene fragen und deren Entscheidung annehmen. Dito Zigeunersauce. Aber das läuft sowieso. Wer noch Zigeuner sagt, ist in weiten Teilen raus aus dem Diskurs. Von mir aus. Man kann es hinnehmen, wenn die Betroffenen das so wollen. Wobei ich mir auch da nicht sicher bin, wie die Mehrheitsverhältnisse sind. Diese Leute äußern sich so selten, was auch wieder ein Problem des Journalismus ist.

    Wie schon tausendmal geschrieben: Sprache ist bedeutungsändernd, permanent, und Zigeuner wäre ein Begriff, der durch reale Verhältnisse positiv besetzt werden müsste. Zumal der Ersatz Sinti und Roma sperrig ist, man muss immer zwei Gruppen nennen und kennt die Unterschiede nicht. Und wer rassistisch unterwegs ist, der passt sich locker an und konnotiert Sintia und Roma negativ. Es reicht den entsprechenden Leuten auch, „Afrikaner“ zu sagen und ausschließlich negative Konnotationen hervorzurufen. Sprache funktoniert eben nicht so, wie diese Pfuscher sich das vorstellen.

    Es gibt jetzt auch eine „klimagerechte Sprache“. Der Gerechtigkeitsbegriff wird da auch von Moralisten eingebracht, die sich damit als die automatisch Guten präsentieren. Man soll beispielsweise „Klimaerhitzung“ statt „Klimaerwärmung“ sagen.

    Vielleicht hat das damit zu tun, dass das Wording im neoliberalen Diskurs der vergangenen 30 Jahre sehr wichtig geworden ist. Texte werden so lange geglättet, bis sich der perfekte Flow eingestellt und jedes Störgefühl ausgeschaltet wurde. Um Inhalt geht es nicht. Es sind PR-Texte. Diese Wichtigkeit hat sich offenbar gesamtgesellschaftlich übertragen und trivialisiert. Das Ergebnis ist der permanente Versuch der 1:1-Übersetzung von Leben in Sprache.

    Ich sah gestern zufällig einen Spiegeltitel aus den 80ern, glaube ich: Die gelbe Gefahr. Titelgeschichte über das aufstrebene Asien, das dem Westen Konkurrenz macht. Das wird heute vermutlich rassistisch gelesen, obwohl es eine prägnante Zuspitzung auf einem Titelblatt ist.

    Es ist diese Unfähigkeit, zwischen verschiedenen Bedeutungsebenen zu unterscheiden und Spannungen, Dissonanzen zuzulassen. Man müsste etwas schreiben über das Phänomen, dass sich diese Identitätsleute aus der Postmoderne entwickelt haben, also aus der Ansicht, dass es nicht mehr das eine Narrativ gibt, sondern viele. Daraus ist nun entwickelt worden, dass jeder für sich behauptet, es gebe nur ein Narrativ, nämlich das eigene. Somit sind wir in eine ganz üble Moderne zurückgekehrt.

    Übrigens ist es kein Zufall, dass sich Rechtsradikale über Spiegel-Titel beschweren, wenn sie Sachsen bildhaft so darstellen, dass sich dort braunes Gedankengut ausbreitet:

    https://www.google.de/search?q=sachsen+braun+spiegel+titel&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=2ahUKEwivk9LRwozvAhUCy4UKHUMID70Q_AUoAXoECAEQAw&biw=1083&bih=925#imgrc=APieuexbxsC12M

    Pseudolinke und Rechtsradikale in der Kritik vereint. Konkret: Dissonantes nicht mehr zu Abbildung und zur Sprache bringen zu dürfen. Prost.

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  14. Jakobiner schreibt:

    Ach,was waren das noch für Zeiten,als es im ZDF zur besten Sendezeit „Apart,der Zigeuner“gab.Da war der Zigeuner positiv und als Held besetzt und kämpfte Apart gegen den K-und K-Obrigkeitsstaat.Hat vielen Rechten nicht gefallen,die sich unter Zigeuner den Antihelden und Untermenschen vorstellten.Da waere keiner auf die Idee bekommen,den Begriff zu andern-stattdessen änderte man das Image und den Inhalt.Heute gibt es gar keinen Zigeunerhelden im Fernsehen mehr, dafür aber den Streit um die Begriffe. Aber Apart würde heute auch als bildungsfern und schlecht integriert gelten.

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  15. Jakobiner schreibt:

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  16. dame.von.welt schreibt:

    @genova
    Mit „Menschen respektvoll ansprechen“ meine ich Übernahme der Eigenbezeichnung. Bei Sinti und Roma wäre das Sinti und Roma.
    Sint:izzi“ und Romn:jia ist das generische Femininum (Männer mitgemeint).
    Wikipedia: (Sinti) „Die Endung „-iza“ bei sintiza ist ein slawisches Suffix, das bei femininen Formen auftritt, verbindet die Eigenbezeichnung also mit dem slawischen Sprachraum in Europa“ und (Roma) „Einzahl weiblich: Romni, Mehrzahl weiblich: Romnija“
    Das generische Femininum können Sie nutzen oder es lassen und beim generischen Maskulinum (Frauen mitgemeint) bleiben. Niemand schreibt Ihnen etwas vor.

    Ich verstehe wirklich nicht, warum Sie so dermaßen viel Zeit, Energie und Platz in Ihrem Blog auf Ihre Kritik an „Wichtigtuern“ verschwenden, während Sie unzweideutig diskriminierende Sprache wie „Zigeuner“ in Kommentaren nicht mal zu bemerken scheinen.

    Im Gegensatz dazu schreiben Sie: „Alles laufen zu lassen, zeugt nicht von Respekt, sondern ist Ausdruck von Nichternstnehmen.“

    (@Jakobiner – nicht nur die Bezeichnung „Zigeuner“, auch romantische Überhöhung wie in Arpad, dem Mythos von der „rassigen Zigeunerin“ oder dem vielbesungenen „Zigeunerleben“ ist diskrimierend. Außerdem überaus zynisch, wenn man das in Relation zur Realität sehr vieler Sinti und Roma setzt)

    Ich will mich mit Ihnen eigentlich auch nicht streiten. Nachdem Sie aber hochkomplexe Themen wie Grundstückspreise, Bauspekulation, Mietwucher, Gentrifizierung, Architektur, Städtebau nicht nur erfassen und miteinander verknüpfen, sondern immer wieder aufs Neue und Vortrefflichste erklären können, kann ich mir einfach nicht vorstellen, daß ausgerechnet dieses Thema zu kompliziert für Sie wäre. Insofern bleibt mir nur der Schluß, daß Sie schlicht keine Lust haben. Und dabei ein ganz klein bißchen paranoid werden „Es dient psychologisch wohl nur dazu, den zu erwartenden Widerspruch als rassistisch und sexistisch zu deklarieren und das eigene Feindbild zu nähren. Und es ist ein weiteres Beispiel für den intellektuell sehr begrenzten Sprachfundamentalismus von Wichtigtuern. Und Wichtigtuerinnen. Mir scheint manchmal, ich bin der einzige, der diese Akrobatik inhaltlich ernst nimmt und dann widerspricht.“

    Kam Ihnen schon mal der Gedanke, daß Beharren auf überkommene Bezeichnungen, wortreicher Widerstand gegen Sprachvorschläge und -experimente oder auch die Unsichtbarmachung der Frauen im generischen Maskulinum ein „intellektuell sehr begrenzter Sprachfundamentalismus“ ist?

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  17. Jakobiner schreibt:

    Liebe Damen von Welt, das Zigeunerbild in Apard war doch so falsch nicht.Das sind ja zur damaligen Zeit keine Klischees oder insofern sie es waren,wurden sie positiv aufgeladen.Zumal die 70er eine mehr linke Zeit waren.Apard schläft mit blondem.Maedel und raubt einen Reichen aus.Das war damals eher emanzipatorische gedacht.Bauchschmerzrn habe ich eher in dieser unkritischen Stammes-und volkdideologie bei Apard,die auch teils von Rechten geteilt wird.Heute wäre aber solch eine Serie nichtmehr denkbar,da Spardbilfungsfern,kriminell,integrierbar und Macho wäre.Aber bisher gibt es nicht Mal eine medialen Apardgehenentwurf eines gendergrstreamten,akademischen Apards

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  18. genova68 schreibt:

    Liebe dame von welt,
    Eigenbezeichnung: Ok, ich verwende das Z-Wort seit vielen Jahren nicht mehr. Ich fände es auch gut, wenn das Wort hier nicht verwendet wird, aber ich lösche nicht, solange es nicht strafrechtlich relevant ist.

    Mir ging es, wie oben beschrieben, um die fehlende Eindeutschung. Es geht um Kommunikation, und der Appell, nicht mehr das Z-Wort zu benutzen, müsste zu einer vernünftigen Bezeichnung führen. Die Endungen im Original zu benutzen (izzi, nja), wird der Masse hier niemals beizubringen sein. Insofern ist das Spiegelfechterei. Es schadet dem Anliegen. Sie geben das ja indirekt zu, wenn Sie mir in einem ganzen Absatz die Besonderheiten slawischer Suffixe näherbringen müssen, nur damit ich in meiner Muttersprache jemanden ansprechen kann.

    Es ist die Überbetonung auf Sprachphänomene, die ich hier die ganze Zeit anprangere, das grundfalsche Verständnis davon, wie Sprache funktioniert. Mich erinnert das ein bisschen an die Maoisten in den 1970ern, selbst der Grüne Kretschmann machte mit, was man heute nicht mehr verstehen kann.

    Sprachfundamentalismus: Was sich durchsetzt, werden wir sehen. Unsichtbarmachung würde ich als objektiv falsch betrachten, denn bei den 3,7 Millionen Einwohnern waren schon immer alle gemeint. Es sind diese Sprachpuristen, die Frauen sprachlich „unsichtbar“ machen wollen, damit sie sich danach darüber beschweren können. Sprachvorschläge und Experimente sind ok, aber die erfordern ja geradezu eine Positionierung. Von mir kommt sie.

    Davon abgsehen ist die Zweiteilung (Einwohnerinnen und Einwohner) nicht mehr machbar: Wir haben offiziell mindestens drei Geschlechter, m, w, d. Das kann man sprachlich nur durch ein Sternchen darstellen, wenn man sich gesamtgesellschaftlich darauf einigt, dass der Stern dafür steht. Und dann die Pause beim Sprechen machen. Es ist ein kafkaeskes Unterfangen und erinnert in dieser Akribie wieder an unselige Zeiten. Englisch macht es vor, die Deutschen sind mal wieder idealistische Brötler.

    Aber dazu habe ich wirklich alles gesagt, was ich sagen wollte.

    Das generische Femininum können Sie nutzen oder es lassen und beim generischen Maskulinum (Frauen mitgemeint) bleiben. Niemand schreibt Ihnen etwas vor.

    In Teilen wird mir das vorgeschrieben, natürlich nicht hier im Blog. Außerdem gibt es ungeschriebene Gesetze. Wenn man nicht diskrimieren darf, aber das generische Maskulinum als die Frau nicht sichtbar machend gilt, dann ist das Diskriminierung, also böse.

    Sie haben wohl recht, ich sollte mich damit weniger beschäftigen.

    Meine Standpunkte sind übrigens sehr flexibel. Wenn ich hier mit Rechten diskutieren würde, würde ich im Zweifelsfall die Gegenposition einnehmen.

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  19. dame.von.welt schreibt:

    Lieber genova,
    zwischen löschen, weil strafrechtlich relevant und ignorieren, obwohl nicht gutfinden, wäre noch ein bißchen Luft. Das in Verbindung mit Ihrem Standpunkt zu Sprachvorschlägen und -experimenten hinterläßt bei mir den im ersten Kommentar überspitzt formulierten Eindruck, nun noch ergänzt um das Beklagen fehlender Eindeutschung und der verrückten Idee, es würde sich jemals gesamtgesellschaftlich auf Sprache geeinigt (falls Sie btw. die Sprechpause in ge-einigt machen konnten, würde Ihnen das wahrscheinlich auch bei z.B. Sprecher-innen gelingen). Denken Sie bloß an die letzte, kläglich gescheiterte Rechtschreibreform.

    Zur fehlenden Eindeutschung zwei Punkte: es gibt neben den Deutschen zwei Gruppen, die nicht nur kontinuierlich (schon wieder sone schwierige Sprechpause!) und wesentlich länger auf deutschem Staatsgebiet leben, als das selbst existiert. Sondern außerdem sehr oft europäisch oder gar international vernetzt sind – Juden und Sinti/Roma. Sinti und Roma darüberhinaus ohne den Hauch einer nationalistischen Attitüde, ohne jeden Wunsch nach eigenem Staatsgebiet, -volk, -gesetz, -sprache. Muß das nicht eigentlich als vorbildlich und innovativ gelten?
    Und: uns allen gehen Anglizismen von Lockdown über Homescooling bis Gentrification locker über die Lippe – ich kann mich nicht erinnern, je Ihre Klage darüber gelesen zu haben. Daraus ließe sich schließen, daß es gute und böse Sprachen gibt, die Ihre Muttersprache beeinflussen (Vorsicht, Sprechpause!) – warum ist das so?

    Ich unterhalte mich hier nicht mit „der Masse“, der wasauchimmer beizubringen wäre, sondern mit Ihnen. Daß Sie die Überbetonung von Sprachphänomen mittels Ihrer Überbetonung von Sprachphänomenen anprangern, ist aber ein bißchen lustig. Ebenso Ihre Annahme, Frauen würden sich beim generischen Maskulinum mitgemeint fühlen, weil das immer schon so war.

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  20. genova68 schreibt:

    Liebe dame von welt,
    der Zentralrat der Sinti und Roma sagt, „die meisten Angehörigen“ dieser Gruppe lehnten die Bezeichnung Z. ab. So klar ist die Position der Betroffenen offenbar nicht.

    https://zentralrat.sintiundroma.de/sinti-und-roma-zigeuner/

    Die „Sinti Allianz Deutschland“, die sich offenbar ein wenig in Konkurrenz zum Zentralrat sieht, schreibt:

    „Sinti bezeichnen sich selbst als Sinti, das ist ihre Eigenbezeichnung. Viele von ihnen bezeichnen sich gegenüber der Mehrheitsgesellschaft auch als Zigeuner. Wenn dieses Wort wertneutral eingesetzt wird, haben sie nichts dagegen. Es gibt auch Sinti, die das Wort Zigeuner ablehnen. Auch das muss man respektieren.“

    http://sintiallianzdeutschland.de/geschichte-der-sinti/

    Mit Sinti bzw. Roma ist man auf der sicheren Seite. Störend ist das „und“, es wirkt künstlich. Es ist wohl so, dass Sinti eine Untergruppe der Roma darstellt, manche Sinti das aber anders sehen, sie sehen sich eigentständiger.

    Masse: Wenn Roma und Sinti wollen, dass man sie anders anspricht (-izzi, -nja), dann wenden sie sich nicht nur an Sie oder mich, sondern an die Öffentlichkeit, also an alle. Und wir haben nun mal die sprachliche Übereinkunft (die tatsächlich alle akzeptieren, gesamtgesellschaftlich, so wie man sich auf DER Tisch und DIE Tasse geeinigt hat), dass wir Menschen nach ihren Nationen oder Regionen so nennen: Entweder -en (Türken, Franzosen), oder -er (Spanier, Marokkaner). Lustigerweise ist „Deutsche“ eine Ausnahme, Deutschländer wäre korrekt. Die weibliche Form ist mit -in bzw. -innen im Plural. Das funktioniert in allen mir bekannten Sprachen weltweit gleich. Die Portugiesen nennen uns „alemaes“. Und wir nennen die „portugueses“ Portugiesen, wenn wir auf deutsch über sie reden. Ohne respektlos zu sein.

    Es kann schlicht niemand daherkommen und ernsthaft für sich fordern, dass wir die Angehörigen einer Nation oder Gruppe nun nach den ihrigen Sprachregeln aussprechen.

    Andererseits: Es gibt keine deutschen Formen für Sinti und Roma. Was sagt der Duden dazu? Obwohl die schon so lange hier leben? Es ist merkwürdig.

    Es heißt auch Jüdinnen und Juden, also deutsche Regeln.

    Anglizismen sind eine andere Kategorie, das sind sprachliche Erweiterungen, weil sie in Mode oder praktisch sind. Die setzen sich einfach durch, da braucht es keine Apelle. Die deutsche Grammatik bleibt davon unberührt, beispielsweise bleibt das Dativ-N im Plural erhalten, (mit Computern, z.B.).

    Sinti und Roma darüberhinaus ohne den Hauch einer nationalistischen Attitüde, ohne jeden Wunsch nach eigenem Staatsgebiet, -volk, -gesetz, -sprache. Muß das nicht eigentlich als vorbildlich und innovativ gelten?

    Ja, das dachte ich mir die Tage auch. Man sollte darüber mehr wissen. Vielleicht sind das ziemlich relaxte Leute. Aber es ist komisch, das man einerseits seit 500 oder mehr Jahren hier ist, sich aber andererseits weder assimiliert noch einen eigenen Staat gegründet hat. Es ist eine interessante und andere Perspektive auf Geschichte.

    Das interessante ist vielleicht einerseits das Widerständige, andererseits der fehlende Wille zur Eroberung, zum Imperialismus, vielleicht auch der fehlende Wille zur Akribie, zur Ordnung, zur Strukturbildung. Diese Leute haben offenbar auch noch nie einen Krieg geführt. Die Romanes-Sprache existierte bis vor nicht langer Zeit nur mündlich, lese ich gerade. Und ich lese, dass eine Romanes-Sprachschule in Deutschland, in Mannheim, existiert. Unterrichtet werden aber nur Roma, die ihre Sprache nicht richtig können. Romanes soll nicht an Angehörige der „Mehrheitsgesellschaft“ weitergegeben werden, „aus Respekt vor den Hinterbliebenen des NS-Regimes zum jetzigen Zeitpunkt nicht an die Mehrheitsbevölkerung weitergegeben werden soll.“ Tja, was soll man dazu sagen.

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  21. Jakobiner schreibt:

    Die Sinti sehen sich als eigenständige und seperate Gruppe in klarer Abgrenzung von den Roma.Mal genauer den verlinkten Text lesen.Zumal auch als die eigentlich und hauptsächlich Verfolgten. Nicht als Untergruppe der Roma.Interessant,dass es 4 staatlich anerkannte nationale Minderheiten gibt:Friesen,Sorben,Dänen und Sinti und Roma.Was ist mit den Juden,Türken und anderen Ethnien.Gelten die nicht? Das bleibt mir ein bisschen rätselhaft.Zudem schätze ich,dass die Dänen und Friesen eher alsArier und Nordmenschen gesehen und nicht verfolgt wurden.

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  22. genova68 schreibt:

    Es gibt da diverse Deutungen, Sinti als eigenständige Gruppe, andere sagen, Sinti seien eine Teilgruppe der Roma. Da ist alles im Fluss, weil es keine solide Geschichtsschreibung zum Thema gibt, wenig Quellen, wenig Schriftliches. Die leben eher im Hier und Jetzt. Es hat etwas Faszinierendes, wenn sich eine Gruppe so konsequent verhält.

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  23. Jakobiner schreibt:

    Also, ich habe in meinem Leben noch keinen Zigeuner, Sinti und/oder Roma kennengelernt. Ich stütze mich da eben auf Apard, den Zigeuner in meiner Vorstellung, Zigeunerinnen mit Glaskugeln zwischen Frankenstein, Dracula und Werwölfen, K-Monarchie in Ungarn und sonst nix, außer vielleicht noch osteuropöischen Flüchtlings- und Armutswellen. . Also völlige Ignoranz. Wenn ich aber mehr wissen will, stossen da völlig unterschiedliche Erzählungen aufeinander. Z. B. die ZEIT verkündet, es gebe gar keine Romaclans, alles Ausmnahme, Erfindung und Hallunization rassitischer Menschen:

    https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-10/roma-kinder-adoption-clans-hintergrund?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.startpage.com%2F

    Umegekehtr erklärt mir die FAZ und die Welt wiederum, dass die Romaclans den strukturellen Kern der ganzen Riomas ausmacht und auch andere Wertvorstellungen hätten, die EU-Programme obsolet machten und Orban nicht nur Rassist gegenüber den Roma sei, sondern da einfach an Integrationshindernisse wegen der Romaclanstrukturen komme:

    Roma-Clans : Elend als Geschäftsmodell
    https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/roma-clans-elend-als-geschaeftsmodell-12092059.html

    Die Macht der Roma-Clans behindert ihre Integration
    https://www.welt.de/debatte/kommentare/article9347029/Die-Macht-der-Roma-Clans-behindert-ihre-Integration.html

    Dazu noch Tausende Seiten der Mainstreammedia, die Romaclans thematisieren deren Kriminalität und deren Zusammengehen mit Turko-arabischen Clans.

    Also, was soll ma jetzt glauben: Ist der deutsche Sinti und Roma ein intgrierter Akademiker oder ein Clankrimineller Import?

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  24. neumondschein schreibt:

    Die Clanstruktur ist die Versicherung des Individuums. Clanstrukturen ersetzen die gesellschaftlichen Resourcen, von denen ihnen angehörende Individuen ausgeschlossen sind. Altersvorsorge, soziale Absicherung u.ä.

    Also: Nicht selbst schuld. Sondern pure Not. So ein Obama („Warum verhungern in Afrika so viele Neger? Sie könnten sich doch etwas zu essen kaufen!“) oder Köngigin Marie-Antoinette („Können doch Kuchen kaufen, wenn sie kein Brot haben“).

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  25. Jakobiner schreibt:

    Soweit ich das verstanden habe,begreifen sich die Sinti als die eigentlich damals gut integrierten und wohlhabenderen Deutschen, während die Roma vor allem aus den osteuropäischen, ärmeren und ungebildeten Populationen kommen.Diesen Konflikt hatte man ja auch bei den gut integrierten deutschen Juden,die wohlhabend und bildungsnahe wie ein Einstein sich emanzipiert hatten,deswegen auch beneidet wurden und den armen, rückständigen osteuropäischen Juden,die auch das Feindbild der Nationalkonservativen als „galizische Juden“hervorbrachten.Aber egal,wie gut oder schlecht integriert,Zigeuner und Juden wurden für beides gehasst,so dass es wieder egal war bei solch völkischen Denken.In der Sowjetunion und in den Satelliten Staaten arbeiteten die meisten Roma und Sinti noch in Staatsbetrieben mit Sozialversicherung,wenngleich den Knochenjobs.Da der Kommunismus und der Sozialstaat nicht mehr existiert,bleibt vielen nichts übrig als durch Clanstrukturen prekär und kleinkriminell über die Runden zu kommen.Abrr das umgekehrt verhindert wieder jegliche soziale Mobilität und schafft innerhalb der Community selbst wieder korrupte und Ausbeutetische Verhältnisse mit den Clanchefs und sozusagen Zigeunerbaronen als neuen Ausbeutet.

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  26. genova68 schreibt:

    Ja, die Clanstrukturen sind eine Versicherung, das würde ich auch sagen. Das sind gängige gesellschaftliche Entwicklungen, so wie Leute aus dem Baltikum Autos klauen. Wer wenig hat, hat wenig zu verlieren. Solche Konflikte zu ethnisieren, ist immer zu kurz gedacht.

    Die Assimilierung bringt nicht zwangsläufig Anerkennung oder weniger Diskriminierung, das zeigt die Geschichte der Juden in Deutschland, stimmt auch.

    Das Problem ist vielleicht eher das bekannte: Man will im Zuge der rationalistischen Entwicklung, die man als Aufklärung bezeichnet, Homogenität, weil das mehr Effektivität und bessere Bilanzen verspricht. So wie der Euro-Container mit weltweit exakten und gleichen Maßen. Es gibt dann Gruppen, die aus diesem Schema herausfallen, entweder objektiv ökonomisch wie Roma, oder ideologisch wie Juden. Es ist immer wieder die Zweckrationalität, die instrumentelle Vernunft, die da eine Rolle spielt.

    Ich denke, dass wir, wir im Kapitalismus, aber gerade wir im Westen, Männer, alt und weiß, auch Frauen, massiv in diesen Strukturen drinhängen. Wir sind so sozialisiert und wir haben eine Leben lang erfahren, dass wir Recht haben. Alleine die Diskussionen über Intelligenz und Vererbung und IQ-Test zeigen, wie sehr wir in dieser Vernichtungsmaschine drinhängen. Wir reden nicht mehr vom lebensunwerten Leben, meinen aber genau das, wenn wir von IQ und Talent sprechen. Schlimmer noch: Wir meinen heute genau das, wenn wir von Kreativität sprechen.

    Also genau dann, wenn wir es objektiv – aufgrund des erreichten Standes der Produktivkräfte – nicht mehr nötig hätten, die Bilanz zu verbessern, verlangen wir irrational getrieben genau das. In Bezug auf Roma ist das der Hass auf diese Leute, weil sie anders sind und in diesem Andersswein wenig zum BIP beitragen. Wenig zum BIP beitragen dürfen hier nur Künstler, die das indirekt dann doch tun. Ökonomisch ist der Green New Deal gerade zeitgenössischer Ausdruck dieser Ideologie: Das Renditeverlangen unter allen Umständen weiter bedienen.

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  27. Jakobiner schreibt:

    Da sehe ich einen Widerspruch in der Argumentation.Es ist zwar richtig,dass die ökonomische Zweckrationalitaet nicht marktwirtschaftlich zurichtbare bildungsfernen und schlecht integrierbare Bevölkerungsgruppen oder Individuen als Negativposten und Lebensunwetter Leben sieht und auch behandelt,aber manche dieser Gruppen sind in dieser Richtung sei es Bildungsstand oder Geschäftstüchtigkeit ja eher Ueberprrformer,siehe Juden und Asiaten,speziell Chinesen und Koreaner. Ökonomischen betrachtet müssten die ja als Übermenschen gelten.Sie werden aber als Konkurrenz und Bedrohung wahrgenommen und nicht nur in ökonomischer Hinsicht.Die alte Frage zwischen linken Ideologiekritikern und linken Kapitalismuskritikern,die es spätestens seit dem Aufkommen der Antideutschen gibt,die eher von einer deutschen Vernichtungsideologie des voelkisch-denkenden autoritaeren Charakters ausgehen und nicht ökonomischen Ursachen.Lesrnswert dazu auch die Beiträge auf Phase 2,die du vielleicht in. Deine Linkliste aufnehmen solltest.

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  28. Jakobiner schreibt:

    Der gemeinsame Punkt ist der sozialdarwinistische Gedanken Selektion von Menschen.

    Neoliberale eher nach den Kriterien der ökonomischen Performance von Leistungsträgern und Eliten und völkische Sozialdarwinsiten eher nach biologischen oder kulturellen Kriterien. Schnittmenge wird es aber, wenn man eine gewisse Kultur oder Religion mit der ökonomuischen Perfomrance in Einklang bringt wie etwa Max Weber in seiner Religionssoziologie, die ein Hohelied auf die protestantische und calvinitsische Arbeitsethik singt, die den Kapitalismus erst hervorgebracht hat. Inzwischen gilt der ehemals als Entwicklungshemmnis angesehen Konfuzianismus dann wieder als Erfolgsrezept und werden da plötzlich wegen konfuzianischem Bildungsideal und Abrietsethik Gemeinsamkeiten ausgemacht. Und damit ist der Schritt zur Ethnisierung und Huntingtonschen Clash of Civilizations nicht weit.Zumal sich Sozialdarwinsiten oft auch widersprüchlicher und synkretischer Argumentationen und Allianzen bedienen, die erst mal den Selektionsgedanken und Leistungsgedanken hochhalten und diese Widersprüche auch einfach in Kauf nehmen, während LInke sich dann den Kopf der logischen Widersprüche der Rechten aufmachen.

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  29. genova68 schreibt:

    Diese Themen sind ja alle multikausal, insofern gibt es kein Richtig und kein Falsch. Du kannst Gruppen ablehnen, weil du sie als Ballast siehst oder weil du sie als Konkurrenz siehst.

    Max Weber, Religionssoziologie, ja, halte ich für plausibel, aber wohl immer nur als Teilerklärung. Zumal der protestantische Verzicht ja nur einseitig funktioniert, also als Wille, das Geld nicht auszugeben, sondern in Form von Kapital anzulegen. Das heißt, es braucht immer einer andere, sozusagen nichtprotestantische Gruppe, die dann konsumiert. Ich weiß nicht, wie Weber diesen Konflikt auflöste. Vielleicht sah er damals noch nicht das Problem der fehlenden Nachfrage.

    Bemerkenswert finde ich, dass diese Zwang zur schnelleren Entwicklung ungebrochen ist und das Kapital immer wieder neue Erzählungen dazu findet. Jetzt ist es der Klimaschutz, der wahnsinnigen Kapitaleinsatz erfordert oder die Digitalisierung. Kein Mensch fragt nach Sinn und Zweck, sondern dahinter steht erstmal nur der Wachstumszwang. Die 68er waren noch davon überzeugt, dass der Arbeiter jetzt alles habe und das Joch der kapitalistischen Unterdrückung alsbald abstreifen werde. Gesellschaftlich hat man diesen Irrglauben wohl so verarbeitet, dass man den Kapitalismus in seiner Logik weitestgehend nicht mehr thematisiert. Man bastelt sich eine neue Welt zusammen, Green New Deal, ohne das fundamental zu diskutieren. Es ist ja schon unglaublich, dass sich die Diskussion in Deutschland beispielsweise seit Jahren sehr konkret um Autos dreht, es dabei aber immer nur um den CO2-Ausstoß geht. Eine Diskussion über das Ziel, die Zahl der Autos zu reduzieren (was, wie jeder weiß, sinnvoll wäre), ist praktisch verboten.

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  30. Hugo schreibt:

    Genova68 schrob am 28. Februar 2021 um 12:58: „Das Ergebnis ist der permanente Versuch der 1:1-Übersetzung von Leben in Sprache.“
    Naja: https://de.wikipedia.org/wiki/Dorothea_Christiane_Erxleben „Am 12. Juni 1754 wurde sie von Professor Johann Juncker feierlich zum „Doktor der Arzeneygelahrtheit“ erklärt.“ 267 Jahre danach steht im Duden das erste mal „Ärztin, die“ und „Doktorin, die“ in einer eigenen Zeile und dickgedruckt und ned als Appendix bei Arzt und Doktor.
    Das Binnen-I hat auch ne längere Geschichte ( https://de.wikipedia.org/wiki/Binnen-I ) und da auch nichtbinäre, queere, intersexuelle und trans Menschen es geschafft haben, vom „normalen Bürger“ ned mehr wegignoriert werden zu können, werden Stellenanzeigen mit „m/w/d“ adressiert und *,/,:,_ mit -in bzw. -innen kombiniert, was auch der Duden „erlaubt“ mittlerweile. Mit 1:1 hat des wohl eher wenig zu tun, da müßte der Duden alle halbe Jahre die neue „Jugendsprache“ (die heutzutage öfter mal von berufsjugendlichen alten weißen Säcken wie Dieter Bohlen; ich sachma; „mega“-geprägt wird) auf Papier drucken.

    Ich denke halt ned, des mer bei jedem neuen Sproß auch bei der https://en.wikipedia.org/wiki/Identity_politics gleich das ganz große Empörungsfaß aufmachen muß, zumal mer hier halt immer nur die Karikatur der Karikatur davon ( „In academic usage, the term identity politics refers to a wide range of political activities and theoretical analyses rooted in experiences of injustice shared by different, often excluded social groups.“, aus dem englischen wikipedia-link) geliefert kriegt. Solange hier noch strukturell und demzufolge sprachlich Minderheiten incl. progressiven Frauen diskriminiert und ignoriert werden, isses durchaus wichtig, daß des sichtbar gemacht wird, zumal grade parallel mal wieder eine (reaktionäre) „geistig-moralische Wende“ von (alten) weißen Säcken und Säckinnen forciert wird, da wo Manderl wieder Manderl und Weiberl wieder Weiberl sind und ein selbsternannter in D auch im ÖR sehr beliebter „Volksrocknroller“ aus der Ostmark Angst hat zum Schwulen umerzogen zu werden: „Man hat’s nicht leicht auf der Welt, wenn man als Manderl noch auf ein Weiberl steht.“ (https://www.derstandard.at/story/2000013824799/manderl-und-weiberl). Bei der Hochzeit und zur Taufe der Kinder gibts dann ordentlich deutsch Billigschweinefleisch in Massen, zerlegt und verarbeitet von minderbezahlten in Drecklöchern hausenden „Zigeunern“.
    Und ich rate mal, daß Du@Genova jedsde ned so der Andi-Fan bist ;) .

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  31. genova68 schreibt:

    Hi Hugo,
    dass Frau Erxleben studieren durfte, ist prima. Sie kümmerte sich offensichtlich nicht um die weibliche Schreibweise, was ihre intellektuellen Fähigkeiten unterstreicht. Sie konnte Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden. Im Gegensatz zur aktuellen Duden-Redaktion. „Doktorin“ bleibt übrigens weiterhin Appendix des Mannes. Wenn es wenigstens „Doktin“ wäre.

    Kein Mensch wird durch die eine Version wegignoriert, siehe englisch.

    Stellenanzeigen mit m, w, d sind lächerlich, da sowieso klar, dass alle gemeint sind. Es wird eine Person gesucht, die Schüler unterrichtet und man betont einzig, wie es bei dieser Person zwischen den Beinen aussehen darf oder muss. Es ist eine einzige große Lächerlichkeit.

    Es ist rein formal und das ist der Unterschied zu diesem Gabalier, der natürlich ein rechter und unangenehmer Typ ist, dessen Erfolg vielleicht für den reaktionären Sektor in unseren Gesellschaften steht. Es hat aber rein gar nichts mit dem Sternchen zu tun. Ebenso wie die Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen.

    Oder glaubst du im Ernst, dass letztgenannte besser werden, wenn man das Sternchen schreibt?

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  32. Jakobiner schreibt:

    Es geht inzwischen schion weit als nur über Sprachgepansche hinaus. Inziwschen wird auch die Mathematik angegriffen und eine Art postkolonialer, postmorderner, sozialer Gerechtigkeits-MathematX gefordert.

    Eine hitzige Debatte hat in den USA begonnen, aseit ein BLM-Aktivist behauptete, die Gleichung 2 + 2 = 4 sei eine weiße suprematistische imperialistische großartige Erzählung,ein rassistisch-kolonialistischer Grand Narrativ, der dekonstruiert werden müsste, wie die deutsche Zeitung Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet:

    “Debatte in Amerika : Wieviel „weiße Vorherrschaft“ steckt in der Mathematik?

    In den Vereinigten Staaten soll Mathematik nicht mehr rein objektiv, sondern ein Zeichen „weißer Vorherrschaft“ sein. Nichtweiße Schüler würden in Mathematik benachteiligt, da sich das Fach auf westliche Werte stütze, lautet die These.

    Den Anfang machte Brittany Marshall. „Die Idee von 2 + 2 = 4 hat kulturelle Gründe. Als Folge von westlichem Imperialismus/Kolonisierung halten wir sie für das einzig Richtige“, twitterte die Studentin der Rutgers-Universität im vergangenen Sommer – und brach in den Vereinigten Staaten die Debatte über Mathematik, Hautfarbe und Herkunft los. Marshall, laut ihrem Profil Lehrerin, Kämpferin für sozialen Wandel und Anhängerin der Bewegung „Black Lives Matter“, machte öffentlich, was nur gelegentlich und verhalten in Schulverwaltungen und bei Bildungskonferenzen diskutiert wurde: die These, dass nichtweiße Schüler in Mathematik benachteiligt würden, da sich das Fach auf westliche Werte stütze.

    Wie erwartet, wurde Marshall in sozialen Medien von Verrissen eingeholt. Viele Amerikaner warfen ihr Naivität und Kurzsichtigkeit vor, andere den Versuch, Mathematikunterricht in Zeiten von Identitätspolitik zu instrumentalisieren. „Es geht hier um Mathe, nicht um Geschichte“, mahnte die konservative Journalistin Paula Bolyard. „Mathe lügt nicht. Sie ändert sich auch nicht durch politische Strömungen oder eigene Gefühle. Die iPhones, auf denen ihr eure Tweets tippt, funktionieren nach dem binären System – Einsen und Nullen, nicht Fünfen oder Viertausender.“

    Zumindest in Oregon schien die Warnung zunächst nicht angekommen zu sein. Das Kultusministerium des Pazifikstaats forderte Lehrer jetzt auf, sich in einem Kurs für „Ethnomathematik“ weiterzubilden. Der Bildungstrend, so der Rundbrief, gehe davon aus, dass der Fokus auf das korrekte Resultat im Mathematikunterricht ein Zeichen „weißer Vorherrschaft“ sei. Ein Ziel der Fortbildung solle daher sein, für jede Aufgabe mindestens zwei Ergebnisse zu erarbeiten. Auch das Vorführen von Rechenwegen durch die Schüler verträgt sich nicht länger mit den Vorstellungen des Kultusministeriums in Portland. Es sei ein Signal für die Infiltration des Klassenzimmers mit „White Supremacy Culture“.

    Warum überhaupt Algebra lernen?

    „Das Konzept, dass Mathematik rein objektiv ist, ist eindeutig falsch. An der Idee festzuhalten, dass es immer richtige und falsche Antworten gibt, schreibt diese Objektivität und die Furcht vor offenem Konflikt fort“ – mit diesen Worten warf das Department of Education den bisherigen Ansatz über den Haufen. Auch Objektivität, heißt es in dem Begleitbuch zur neuen Lehrmethode unter dem Titel „Abbau von Rassismus“, sei ein charakteristisches Zeichen für „weiße Vorherrschaft“.

    Kritiker werten den bizarren Vorstoß als Versuch, die „Leistungslücke“ zwischen afroamerikanischen sowie hispanischstämmigen Schülern und weißen Jugendlichen zu kaschieren. Eine Studie der Denkfabrik Brookings Institution zeigte im vergangenen Dezember ein weiteres Mal, dass das „Achievement Gap“ im Fach Mathematik besonders groß ist. Bei dem standardisierten Test SAT, in den Vereinigten Staaten vor knapp 100 Jahren eingeführt, um Absolventen der Highschools unabhängig von sozialem Status den Weg zu Universität und Stipendien zu ermöglichen, blieben Schwarze und Latinos zurück.”

    https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/usa-benachteiligung-in-mathematik-wegen-herkunft-17222203.html?GEPC=s3&premium=0xc4f849ac80aaf6cab82b7a0de01d3698

    Die Kritiker der weißen Vorherrschaftsmathematik haben zwei Argumente. Die ersten könnten noch eine gewisse Legitimität haben, da sie behaupten, dass die meisten Afroamerikaner schlecht in Mathematik sind und dadurch ihre schulische Gesamtleistung sowie nach Bildungs- und Jobwechseln beeinträchtigt würden, wobei auch zu berücksichtigen ist, dass die meisten von ihnen nicht in wissenschaftlichen, geschäftlichen oder akademischen Berufen arbeiten wollen, in denen Sie Mathematik benötigen. Dass nicht-weiße asiatische Amerikaner mit konfuzianischem Bildungsideal und Arbeitsethik in Mathematik sehr gut sind, ist kein Argument. Sind Afroamerikaner und Frauen zu dumm für Mathe? Das könnte auch eine rassistische Schlussfolgerung sein. Die Frage ist, ob die meisten Afroamerikaner, die keine wissenschaftliche, geschäftliche oder akademische Karriere machen wollten, keine Mathematik in Schule und Universität haben dürfen, um die Karrierechancen nicht zu mindern. Jede grundlegende Bildungsidee, das Menschen schreiben, lesen und rechnen können sollen, würde jedoch so abgeschafft. Und wenn auch noch Schreiben und Lesen nur eine andere Form der weißen Vormacht wie Mathematik war, dann vergessen wir die gesamte Bildungsidee der Aufklärung und einer modernen Gesellschaften. Man könnte dann auch einfach alle Schulen schließen und niemand kann mehr diskriminiert werden.

    Das andere Argument ist jedoch, dass die mathematische Berechnung und 2 + 2 = 4 nur eine Berechnungsform waren, die zu anderen Berechnungsergebnissen führen könnte, und dass es andere Berechnungsformen als die australischen Ureinwohner gibt. Es ist nicht nur eine Kritik am Auswahlsystem durch die Underperformance von Afroamerikanern in der Mathematik, sondern auch ein Angriff auf der Grundlage von Rationalität, Objektivität, Wissenschaft und Methodolgie. Die Auswirkungen der Ideologie der Dekonstruktion vermeintlich hegemonialer Erzählungen durch die postkolonialen Postmodernisten nehmen nun groteske Formen an. Nicht nur Trump und die Rechte untergraben die Aufklärung und Wissenschaft, sondern dies wird jetzt auch von der angeblich linken BLM-Seite getan, wie die Diskussion um Social Justice Ethno-Mathematx zeigt. Die BLM-Mathematikkritiker sind wahrscheinlich Leute, die immer gut in Ethik und immer schlecht in Mathematik waren. BLM-Mathematik ist die Fortsetzung der Pipi-Langstrumpf-Mathematik mit anderen Mitteln. Solche Menschen scheinen eine gewisse intellektuelle Basis mit linken Esoterikern und Korona-Leugnern zu teilen. Eine philosophischere Debatte wäre noch, ob Mathematik und ihre Logik binäre Logik und binären Denkweisen fördern und dialektischere Denkweisen verhindern. Aber das ist eine Debatte über Logik an sich und hat nicht viel mit angeblicher weißer Vorherrschaftsmathematik zu tun und ist nicht das Argument der BLM-Mathematikkritiker. Oder das sophistisch- philosophische Argument und die Frage, mit denen Jungen ihre Masthelehrer ärgertenm: Was bedeutet 2, wenn wir alle wissen, dass es keine 2 absolut ähnlichen Objekte auf der Erde gibt?
    Dazu auch zwei hervorragende Kommentare, u.a. aus New Discourse:

    https://newdiscourses.com/2020/08/2-plus-2-never-equals-5/

    https://mindmatters.ai/2021/02/yes-there-really-is-a-war-on-math-in-our-schools/

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  33. genova68 schreibt:

    Ein lustiges Konzept. Mir scheint das eine Verkürzung oder Umleitung des Gedankens zu sein, dass die Welt nicht rein mahtematisch zu verstehen ist. Mathematik kann als Weltenerklärung als technokratisch verstanden wissen, man will also die Ambiguität, die Differenz zulassen. Mathematik ist eindeutig. Da Schwarze offenbar in Mathe schlechter sind, setzt man hier mit Entlastungsversuchen an.

    Es scheint mittlerweile eine Menge merkwürdige Diskussionen zu geben. Man findet im Netz gerade leider keine Erklärung, die das Hanebüchene an dieser Ethonmathematik entlasten würde.

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  34. Hugo schreibt:

    Des von Jakobiner zitierte Mathe-Beispiel meinte ich übrigens mit „Ich denke halt ned, des mer bei jedem neuen Sproß auch bei der https://en.wikipedia.org/wiki/Identity_politics gleich das ganz große Empörungsfaß aufmachen muß, …“
    Algebra ist ein Ergebnis mehrerer Kulturen: https://de.wikipedia.org/wiki/Algebra, der zweite englischsprachige Link vom Jakobiner thematisiert des auch.
    Gibt auch paar Völkchen/Stämme, die nur ein Ding/Mensch und viele Dinge/Menschen kennen, die würden schon fragend gucken, wenn mer denen 2 und 2 sagt…
    Und zu den indigenen Australiern: https://www.scinexx.de/news/biowissen/ist-unser-zahlensinn-angeboren/ Die Kinder konnten allerdings kein Englisch, im Gegensatz zu dem rumjammernden Schwarzen US-Amerikaner; der wohl noch ned ma „seine“ Heldinnen kennt: https://de.wikipedia.org/wiki/Katherine_Johnson
    Ob mer in D. von BIPoC reden sollte, halte ich auch für diskutabel, soweit ich des verstanden habe, reicht „People of Color“ (auch für Schwarze, ob aus Afrika, Australien oder Nachfahren von Sklaven in Latein- und Nordamerika), die Person kann auch gerne mal gleichzeitig an verschiedenen Orten „Weiß“ und „PoC“ sein, also ein Hindu in Indien aus ner hohen Kaste ist dort ein „Weißer“ da qua Geburt priviligiert, hier in D isser ein PoC, da er latent genauso scheiße behandelt wird wie ein muslimischer Inder in diversen Bundesstaten dort und hier (und die zwei hier von mir „Kaukasier-Typ“ ned zu unterscheiden wären, wennse nebeneinanderstünden). Und mal am Rande; des mit den Kasten in Indien ist auch ned ganz so einfach wie sowohl hier als auch im postkolonialen Indien dargestellt…
    Das m/w/d bzw. *in in Stellenanzeigen (im hiesigen Amtsblatt suchense fürs LRA ne „Sachbearbeiter*in) würd ich solange beibehalten, bis es „Diverse“ in leitenden Positionen gibt; genauso wie bei Anzeigen für Stellen beim Staat (incl.Unis, KH, wasweißich), bis vor 20+ Jahren stand da noch, daß Frauen bei gleicher Eignung bevorzugt werden; heut sinds „nur“ noch Leute mit nem Schwerbehindertenausweis.
    Ums kurz zu machen, ich bin durchaus bei der Fraktion, die ne Überarbeitung der „offiziellen“ Sprache für richtig und überfällig hält; das Argument mit dem angeblichen Überdecken von „wichtigeren Problemen“ zieht da ned. Was sich da im Alltag etabliert, ist eh ned kontrollierbar, mir würds schon reichen, wenn Schwarze ned mehr als „Neger“ bezeichnet werden, dito für Sinti/Roma (meinetwegen auch Sint:izzi/Roman*ja), Südostasiaten (hier im Osten) ned mehr als „Fidschis“, wasweißich. Und endlich die Judenwitze/klischees aus der Gesellschaft verschwinden.
    Und LGBTQIA* (A seht für Asexuell, was ja eigentlich der Traum eines jeden katholischen Priesterseminarobermackers sein müßte) als genauso normale Menschen wahrgenommen werden wie die überwiegende Mehrheit wo als Manderl auf Weiberl steng und als Weiberl Weiberl sei derfn und ned „Un-Fälle der/von Natur/Gott/Allah/Manitou…“, die uns alle ins Unglück stürzen würden, wenn die ned repariert (physisch/psychisch) oder ausgemerzt werden.

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  35. genova68 schreibt:

    Danke für die Arbeit, die du dir hier machst, Hugo. Man kann etwas lernen.

    Das gute an Diskussionen wie die über die Mathematik ist wohl, dass man auf neue Ideen kommt. Dass man meinetwegen die Hauptidee für obskur hält, dennoch etwas Neues, Bedenkenswertes hängenbleibt. So wie das deine links zeigen. Die Angst dahinter ist wohl auch die, dass man ohne Mathematik in unserer Definition ökonomisch ins Hintertreffen geraten würde.

    Schlimm ist die mit diesen Diskussionen über Algebra verbundene Gefahr, dass man das Leben einteilt. So wie auch dieser ganze IQ-Bereich – Durchschnitt, super intelligent etc. – gefährlich ist.

    Sprachlich gibt es wohl derzeit nichts Neues in unseren Standpunkten und das ist auch ok. Wobei ich nie behauptet habe, dass man sich nicht mit Gendersprache beschäftigen solle, weil es wichtigere Probleme gebe. Das ist ein Totschlagargument, bei dem immer nur das angeblich wichtigste Thema übrigbleibt. Diskussionen über Architektur wären dann auch tabu.

    Bei LGBTQIA und ähnlichem habe ich kein Interesse, weil ich Sprache als Mittel der Verständigung ansehe. Solche Abkürzungen sind da immer ein Hindernis.

    Zur Sprache verweise ich auf ein Zitat dieses Mannes, der im Kanal von jung und naiv Kino- und Politikrezensionen vorträgt, immer tadellos angezogen, der Name ist mir leider entfallen. Er sitzt immer vor einem Bücherregal mit einem Literaturlexikon und der MEW-Gesamtausgabe. Er sagte kürzlich zur Sprache, dass die Masse Sprache benutzt wie einen Kleinwagen: Man setzt sich rein, um von A nach B zu fahren.

    Das ist der eigentliche Nutzen von Sprache und auch das von A nach B fahren ist oft schwierig genug. Das sollte man respektieren.

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  36. Jakobiner schreibt:

    Das halte ich für etwas zu weitgehend.Zwar kann man diskutieren,ob Mathematik binaeres statt dialektischen Denken fördert,vielleicht auch,ob man den Lehrplan etwas entschlackt,aber Lesen,Schreiben und Grundrechenarten sollten fester Bestandteil jedesCurriculms sein.Sonst gibt man den Gedanken der Elementarbildung auf.Zudem auch die Frage ist,ob man Afroamerikaner ewig ausMINT-Faechern heraushalten will.Im uebrigen scheinen die BLM-Aktivisten auch nicht die klassischen Mathewerke derchinesischen Han-Dynastie zu kennen,die nicht-weisn Ursprungs sind,aber genauso rechnen.Aber vielleicht erklärt sich der Aufstieg China und die überdurchschnittliche Performance von asiatischen Mathestrebern in den MINT-Faechern daher. Zumal,was soll das im Umkehrschluss heissen:Dass Schwarze und Frauen zu doof für Mathe sind?Dann vergiss jeden Girls Das.

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  37. neumondschein schreibt:

    Zudem auch die Frage ist,ob man Afroamerikaner ewig ausMINT-Faechern heraushalten will.Im uebrigen scheinen die BLM-Aktivisten auch nicht die klassischen Mathewerke derchinesischen Han-Dynastie zu kennen,die nicht-weisn Ursprungs sind,aber genauso rechnen.

    BLM-Aktivisten und Gender-Bekloppte sind halt Rassisten und Frauenfeinde. Was hat es denn sonst zu bedeuten, die Inferiorität des Intellekts von Frauen und Schwarzen als Prämisse zu setzen.

    Unsere eingewanderten syrischen Freunde hätten wohl bis vor ungefähr 1000 Jahren nach dieser Logik auch das Recht gehabt, ihre mitteleuropäischen Gastgeber für intellektuell minderbegabt zu halten, so viel an der Levante in Sache Kultur, Mathematik, Astronomie und sonstige praktische Wissenschaft erschaffen wurde, und so primitiv und unwissend die Menschen in Mitteleuropa noch lebten.

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  38. genova68 schreibt:

    Nele Pollatschek über die Diskriminierung des Genderns. Sie spricht mir aus dem Herzen (ab 12:45):

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  39. Jakobiner schreibt:

    Interessant, diese Luise Pusch und die feministischen Diskussionen der 70er. Auch das Beispiel Fräulein und Frau. Auch das Verhältnis zwischen materiellen Verhältnissen und symbolischer Representanz.Der Streit geht ja nur um das generische Maskulinum und die Sichtbarkeit. Aber das Ganze soll ja ein erster Schritt sein,fragt sich nur was dann der zweite ist.Pollatschek scheint aber mehr die Materialistin unter den Feministin zu sein. Auch betont sie das Recht zur Unsichtbarkeit.

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  40. Jakobiner schreibt:

    Naja, für die Genderer sind dann auch alle anderen abnormal und Sternchenmenschen die Neue Normalität.Das ist dann genauso Cancelkultur und anderem Vor-bzw.Sternzeichen.Aber Thierse sollte sich wirklich nicht als das Maß aller Dinge begreifen.Und von der Abnormalitaet ist es nicht weit Leute asozial zu erklären.

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  41. Hugo schreibt:

    „Darüber hinaus aber muss es die immer neue Verständigung darüber geben, was uns als Verschiedene miteinander verbindet und verbindlich ist in den Vorstellungen von Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Menschenwürde, Toleranz, also in den unsere liberale, offene Gesellschaft tragenden Werten und ebenso auch in den geschichtlich geprägten kulturellen Normen, Erinnerungen, Traditionen. Solcherart definierte kulturelle Identität ist das Gegenteil von dem, worauf Identitätspolitik von rechts oder gelegentlich auch von links zielt.“
    https://www.thierse.de/startseite-meldungen/22-februar-2021/
    Mit der Verwendung von „Toleranz“ anstatt „Akzeptanz“ entlarvt sich der Germanist und Kulturwissenschaftler. Der alte weiße Mann will die letzten paar Jahre seines Lebens weiterhin in seiner alten weißen Männerwelt leben und kriegt dafür Beifall von „normalen Leuten“, mit denen der im kulturellen Staatsbetrieb der DDR, danach im Politzirkus der BRD wirkende und jetzt mit einer sehr guten Ruhestandsalimentierung lebende Thierse ungefähr soviel Gemeinsamkeiten hatte und hat wie eine Teepflückerin in Indien mit nem teetrinken Lord im UK. Die Personen mit der Schnittmenge Tee hatten in der Schule die gleiche Sprache und waren mal irgendwie ein Land zusammen…
    Tolorieren ist „ertragen, erdulden“, akzeptieren ist „gutheißen, annehmen, billigen“. Thierse betreibt somit mit Vorsatz (er hat ja die deutsche Sprache studiert) Ausgrenzung des ihm fremden „Modernen“, „Andersseienden“. Wer jedsde nu der größere „Panscher“ ist, die, wo gendern und Sint:izzi verwenden wollen oder der alte weiße Mann mit Bart und ohne Kamm/Haarbürste, möge jeder Mensch selber entscheiden; die Person mit der größeren gesellschaftlichen Spreng- und Spaltungskraft in seinen auf den ersten Blick harmlosen Geschreibsel ist Wolfgang T., wohnhaft in B. an S. und H. .

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  42. Jakobiner schreibt:

    Stark übertrieben.Als waeren nicht jedes Jahr Hunderttausende lautstark und offen auf dem CSD,als müssten sich Schwule und Lesben in diesem Land verstecken und gebe es keinen Spahn,Wowereit oder Westerwelle,keine Anne Will,Hella von Sinnen oder Biolek oder Maren Kroymann,etc.Als gebe es keine Ehe für alle plus Adoptionsrecht.Als hätten Dragqueens keine Präsenz auf allen Kanaelen.Die Genderleute schildern diese Gesellschaft,als würde diese noch zwischen 3.Reich und Adenauerzeit angesiedelt sein. Noch ist einiges zu tun,da würde ich nicht Mal widersprechen,aber die Wahrnehmung der Genderleute ist hochgradig paranoid .

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  43. neumondschein schreibt:

    Die Gesellschaft fährt mit Vollgas gegen die Wand. Die Politik ruiniert vorsätzlich große Teile des Volkes mit Dauer-Knochenbrecher-Lockdown, Hartz4, absichtlich herbeigeführter Altersarmut. Und was tut die SPD dagegen? Sie führt kreuzdämliche Diskussionen, die niemanden interessieren. Ist ihr ja auch egal. Die Volkszertreter, die sinnlos Rundfunkgebühren Verbrauchenden und alle sonstigen privilegiert im Privatkommunismus Lebenden kennen ja sonst keine Probleme.

    Zum Volk zählen auch Migranten. Die sind auch Kleingewerbetreibende. Knochenbrecher-Lockdown, Hartz4 betrifft sie noch härter als die anderen. Speziell gegen deren Existenzen wurden Gesetze erlassen, z.B. von der SPD, die zu den objektiven Schwierigkeiten, die Immigranten sowieso schon haben, noch welche hinzufügen.

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  44. Jakobiner schreibt:

    Diskussionen über(strukturellen)Rassismus und Sexismus und Imperialismus,die ja auch wieder mit Kapitalismus zusammenhängen,sind keineswegs nebensächlich.Aber wie tief man die Schwelle für solche Vorwürfe macht,und sie vor allem nur an der Zustimmung oder Ablehnung/Kritik an einer Dörte neuen Sprachreform aufmacht ist die Frage.Und in der Sicht der LGBTIQ-Leute sind 90%drr Deutschen Rassisten,Homophobie,Sexistrn und AfDaffoder eben verkappte Faschisten.Wie kann das sein,wenn der jährliche CSD kontinuierlich die größte politische Demonstration ist,die in allen Grossstädten mit Hunderttausenden offen abgehalten wird und irgendwelche Protestdemos gegen Hartz,Wohnungspolitik,u.a.souiale Gerechtigkeitsfragen nicht Mal 10 000 auf die Beine bringen?Da stimmen doch viele dieser propagierten Navigationskriterien nicht mehr.

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  45. Jakobiner schreibt:

    Wenn sich LGBTIQ-Leute politisch besser organisieren und massenhaften auftreten als die traditionelle soziale Gerechtigkeitslinke,die selbst nix an Fussvolk auf die Beine bringt,dann sollte man nicht die Genderleute kritisieren,sondern sie sich in Organisations-und Kulturkampffragen als Gramsci als Vorbild nehmen.Die normalen Leute wählen DPD und Linkspartei wegen ihrer de facto neoliberalen Politik nicht mehr und nicht wegen dem Genderismus,der zwar nervig,aber letztendlich nicht die Erklärung ist

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  46. genova68 schreibt:

    Dem Zaunfink würde ich in vielem zustimmen. Bezeichnend ist allerdings der Bohei um das Wörtchen „normal“. Thierse benutzte das und zeigt damit, dass er in der Diskussion nicht sonderlich tief drinsteckt, sonst hätte er es weggelassen. Erstaunlich auch, dass er niemanden vor der Veröffentlichung drüberlesen lässt. Nach der Kritik ersetzt er es durch „gewöhnlich“ im Sinne von alltäglich. Damit könnte es ein Bewenden haben, denn es ist unmissverständlich klar, was er meint. Jenseits von Blasen in Kreuzberger Verhältnissen redet niemand mit Sternchen.

    Leider reicht dem fink auch das nicht.

    Es ist ein schönes Beispiel für das Problem in diesen Diskussionen. Diese Minderheitengruppen machen den Mund auf, was gut ist. Und es drängen sich, so der Eindruck, haufenweise Wichtigtuer nach oben, denen man prinzipiell dann nicht mehr widersprechen kann, weil sie nun mal die Minderheitenvertreter sind und ich der cis hetereonormative Weiße. Es ist eine Logik, die auf Dauer nicht gutgehen kann.

    Die vermutete Inhaltslosigkeit dessen, was da oft vorgebracht wird, vermute ich wegen der obessiven Bezogenheit auf Sprachregeln. Das verrät meist Inhaltsleere und Formvollendetheit. Auf künstlerischer Ebene kann das fruchtbar sein. In einer seriösen Diskussion weniger.

    „Generation Beleidigt“ las ich kürzlich irgendwo. Das könnte es treffen.

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  47. Hugo schreibt:

    @Genova; W. Thierse & Co haben wenigstens Schiß, Du argumentierst so in die Richtung „Laßt die Kinder mal machen, das verwächst sich wieder, die haben nur Flausen im Kopf.“ Weiß leider ned, von wem sich die „Nichtottonostinos“ mehr beleidigt fühlen; von denen, die die als Bedrohung sehen oder von jenen, die deren Anliegen und ihre Lebensgestaltung/definition ins Lächerliche ziehen!

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  48. genova68 schreibt:

    Ich ziehe keine Lebensgestaltung ins Lächerliche. Es ging hier konkret um „gewöhnlich“.

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  49. Jakobiner schreibt:

    Der Mitgliedereinbruch und Wählerverlust der SPD ist primär durch Schröders Hartz4-Gesetzgebung und die neoliberale Privatisierungs-und Deregulierungspolitik zu sehen.Das würde als Verrät gesehen.Anders als Sarrazin darf Schröder aber trotz lupenreiner Selbstbereichering bei Gazprom und Rosneft weiterhin Mitglied der SPD sein.Zumal sein Engagement auch als Neue Ostpolitik gegenüber Russland mittels Nord Stream 2 gesehen wird.Aber die SPD weiß nicht,ob sie nun weiter nach Mitte oder nach links rücken soll.Kuehnert und Esken wollen sie verbal nach links,Scholz steht für den alten Seeheimer Kreis und würde Kanzlerkandidat.Da hat Thierse und Schwan bisher noch nichts dazu gesagt.Aber beide befürchten,dass man durch den Genderismus und die Identitätspolitik die letzten verbliebenen,eher konservativen Wähler verprellen könnte.Dennoch sind die Genderleute umgekehrt sehr radikal und fundamentalistisch,zumal wie du richtig schreibst viele Wichtigtuer dabei,die scheinbar sonstige soziale Fragen gar nicht mehr zu interessieren scheinen oder wenn dann nur für Minderheiten.Und ob man nun von normalen,gewöhnlichen,alltäglichen,Mainstreammenschen spricht-das schon in die Richtung Deutsch-faschistischer Ausgrenzung und Vernichtungswillen zu interpretieren,,ist auch etwas paranoid.Wie gesagt:Die heutige BRD ist nicht mehr zwischen 3.Reich und Adenauerzeit angesiedelt-mit Ausnahme der AfD.Das Gendern ist aber nicht nur in Kreuzberger Blasen,sondern auch in der Frankfurter Rundschau,Der Freitag,taz und dem SZ-Jugendmagazin JETZT en Vogue.In allen anderen Medien noch nicht.

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  50. genova68 schreibt:

    Neues von Audi:

    Um alle Geschlechter bewusst sichtbar zu machen, wird den Audi-Mitarbeitern empfohlen, den sogenannten Gender-Gap zu nutzen – und etwa „Audianer_innen“ zu schreiben. „Der Gender Gap schafft Raum für alle nicht-binären Geschlechtsidentitäten“, begründete Antonia Wadé aus der Projektgruppe die Empfehlung.

    Es wird „empfohlen“, was nichts anderes als ein Befehl ist, wenn er aus der Chefetage kommt. Man wird also gezwungen, in diesem Neusprech zu kommunizieren. So langsam sollte man sich wehren gegen diese neurotische Geschlechtsfixiertheit.

    Raum schaffen für alle nicht-binären Geschlechtsidentitäten – alleine dieses Gequarke ist grauenhaft. Mir scheint, dass da eine sorgsam ausgebildete Welle an Uniabsolventen anrollt. Kein Intellekt, dafür um so mehr moralische Aufgeladenheit. Sprache als reine Form, als Ergebnis langer Sitzungen von PR-Firmen.

    Ich hoffe, dass wir in 20 Jahren über diesen Quatsch so denken, wie wir heute über Maoisten und Stalinisten und dogmatischen K-Gruppen aus den 1970ern denken: Eine verrückte Welt, die schnell ad acta gelegt wurde.

    https://www.welt.de/wirtschaft/article227426213/Audianer-innen-Audi-Mitarbeiter-sollen-kuenftig-gendern.html

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  51. Jakobiner schreibt:

    Das ist schon eine Stufe weiter.Da werden Nicht verwender dieses Neusprechs nicht nur verbal alsRassisten,Sexisten und Protofaschisten denunziert,sondern können im Betrieb eine Abmahnung,Vermerk.in der Betriebsakte,Gespräch mit der Gründerbeauftragten des Konzerns oder gar Kündigung erfahren.Bin Mal gespannt,welche Betriebe da nachziehen und ob das dann auch in der Bilanz,Firmenwerbung und Autoprospekten auftaucht.Diese Welle neuer Studenten rollt eigentlich schon seit den 90er Jahren,als Judith Butlers Genderfeminidmus,Postmoderne und Postkoloniale Studien da ein Dreiklang wurden.

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  52. genova68 schreibt:

    Solche Formulierungen, es sei eine

    „Frage des Respekts und Ausdruck einer Haltung gegen Diskriminierung und für Vielfalt“.

    , wenn man so redet, zeigen, wohin die Reise geht. Wer nicht so komisch redet, ist respektlos und will diskriminieren und ist gegen Vielfalt. Es ist von diesen Hypermoralisten geschickt eingefädelt.

    Man hätte es ahnen können. Diese Leute geben sich naturgemäß nicht damit zufrieden, dass sie selbst so komisch reden. Die Gesellschaft ist hier so liberal, dass man solche Sprachungetüme zulässt. Wenn man denen den kleinen Finger gibt, nehmen sie die ganze Hand. Das liegt in ihrem Uranliegen begründet, Sprache gewaltsam totalitär umzubauen. So deutlich muss man das wohl mittlerweile sagen. Und zwar genau mit diesen inhaltsleeren und hypermoralischen Floskeln, die sie seit Jahren erfinden und unter die Leute streuen.

    Wir leben wohl wirklich in einer Zeit, in der substanzlose Wichtigtuer reüssieren. Man müsste da einmal eine historische Einteilung vornehmen: Wann gab es sowas vorher, was passierte dann? Vermutlich könnte man Parallelen zu religiösen Eiferern ziehen, irgendwelche Gruppen, die das totale Heil verkünden. Die Bibel als das Wort Gottes zu totalisieren ist genauso absurd wie den Gendersprech zu verabsolutieren, ohne den man die Welt nicht respektvoll sprachlich darstellen könne.

    Dass die hysterischen Deutschen bei dieser Entwicklung vorneweg laufen, wundert nicht. Strukturell würde mich ein Vergleich mit 33 interessieren. Deutsche Idiotie schreitet zuverlässig voran, skurrilerweise mittlerweile nachhaltig von Migranten unterstützt, die deutscher sein wollen als die Deutschen selbst.

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  53. Jakobiner schreibt:

    Auch dass man 1Jahr zu einem 13seitigen Papier zu dieser Newspeak aufgewendet hat,zeigt einen gewissen Fanatismus.Wahrscheinlich hat man sich dann ewig lang über kleinliche Formulierungen gestritten und sei es ob man Unterstrich statt *verwenden soll.

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  54. Hugo schreibt:

    Genova68 15. März 2021 um 18:00:
    „Jenseits von Blasen in Kreuzberger Verhältnissen redet niemand mit Sternchen.“
    Nuja, ich find hier garantiert noch einige Pamphlete von AntiFa-Gruppen oder ähnlichen „üblichen Verdächtigen“, die außerhalb einer nach nem Hügel benannten Siedlung verfasst und gedruckt wurden und 20+ Jahre alt sind und mit _ Innen agitieren. (Ich heb sowas auf, warum auch immer*lol*.) Demzufolge scheinen die ja erfolgreich zu sein, wenn des mittlerweile bei AUDI angekommen ist. Evtl. mögest Du mal u.a. Zaunfinkens Blogartikel ohne Schaum vor der Gusche lesen, da wird weitaus weniger Porzellan zerkloppt und unaufgeregter argumentiert als Du es mit Deinen Weltverschwörungsphantasien gegen die angebliche Zerstörung des angeblich in Stein gemeißelten Kulturguts „Deutsche Sprache“ in bedenkliche Nähe zu „reaktionären Kräften“ tust. Und wenns Dir um Neutralität der Sprache geht; mich stört es jedesmal, wenn ich nen Brief mit der Ansprache „Sehr geehrter Herr Hugo“ und MfG am Ende kriege. Die könnten alle ehrlicherweise nur „Guten Tag “ und am Ende „Mit Bitte um Antwort/Beachtung/Überweisung, Sachbearbeiter*in Thomas Müller“ schreiben. Denn ehren tun die mich ned und ihre „freundlichen Grüße“ können die sich sonstwohin tun, wenn die Geld oder irgendeinen Nachweis für irgendeinen Bürokratenscheiß wollen und mich interessiert deren Geschlecht ned…

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  55. genova68 schreibt:

    Hugo,
    ja, die Vertreter der sogenannten gendersensiblen Sprache sind sehr erfolgreich, siehe Audi, nur als Beispiel. Deswegen beschäftige ich mich damit. Weltverschwörungsphantasien habe ich keine, ich argumentiere permanent am Objekt. Ich will mich auch nicht wiederholen. Interessant aber ist, dass von diesen Gendersternchenleuten niemand auf die gegensätzliche Entwicklung in allen englischsprachigen Ländern eingeht. Dort hat man die weibliche Form komplett abgeschafft, was ich mir auch für Deutschland wünschen würde. Die kapieren, dass Sprache und Sprechen eine pragmatische Aktivität ist, die keine Eins-zu-Eins-Abbildung der Welt ist. Damit kommen die deutschen Idealisten nicht klar. Es ist eine klassische Ersatzhandlung, die auf größere dahinterstehende Probleme verweist.

    Mir geht es auch nicht um das Kulturgut Deutsche Sprache. Die verändert sich ständig, das ist völlig normal. (Hoppla, „normal“ ist vermutlich auch nicht mehr up to date.)

    „Sehr geehrte“ bedeutet lediglich, dass es hier um eine offizielle Anrede geht, jenseits des Freundeskreises. Die Anreden „Herr“ und „Frau“ folgen dem uralten Muster, das biologische Geschlecht bei der Anrede zu berücksichtigen. Das könnte man in der Tat weglassen. Es ist aber auch wurscht, wenn man es nicht weglässt, eben weil man es nicht wörtlich nimmt, wenn man vernünftig ist. Wenn sich das Weglassen durchsetzt, wäre es eine gesellschaftliche Entwicklung, die sich dann auch in der Sprache ausdrückt.

    „Freundliche Grüße“ ist ebenso nichts mehr als eine Formel, etwas Formales. Aber das Formale sollte man nicht unterschätzen, es ist eine Frage der zivilisatorischen Entwicklung. Ich sage auch „Entschuldigung“, wenn jemand Fremden nach dem Weg frage, ohne dass ich das Wörtlich meine. Da haben wir schon wieder das Eins-zu-Eins-Problem. Es ist Talibanlogik. Der Mensch ist gemeinhin zur Abstraktion fähig. Die Gendersternchenleute sind es nicht, weil sie es gar nicht mehr sein wollen. Feindbilder aufzubauen via banalem Sprachverständnis ist leider in Mode. Das müssen sich diese Leute (leider auch du) schon anhören. Aber ich hoffe, wir bleiben im Gespräch.
    ———————

    Was sich auch anbahnt, ist eine Art völlig unkritischer Berichterstattung in Sachen Minderheiten. Es gibt das Format „Studio m“ von der Monitor-Redaktion: eine Stunde Berichterstattung zu nur einem Thema, nur im Internet. An sich eine gute Sache. Wrestle steht für guten kritischen Journalismus. Aber dort gibt es eine Sendung zu Sinti und Roma: Eine Stunde völlig unkritische PR für diese Gruppe. Nach dieser Stunde hat man tausend Fragen, die nicht beantwortet werden, weil es dem Opferstatus dieser Gruppe zuwiederliefe. Keinerlei Aufklärung. Es ist eine Kapitulation kritischen Journalismus. Es ist eine gefährliche Entwicklung. Es ist auch ein Nichternstnehmen der Gruppen. Eigentlich die massivste Form der Diskriminierung.

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  56. Jakobiner schreibt:

    Ja,das ist zu befürchten:Alibisendungen für Minderheiten,die völlig unkritisch sind aus Angst vor Rassismusvorwürfen und mehr Fragen unbeantwortet lassen,als sie beantworten.Und vor allem.nur als Opfermodus.Minderheiten werden dann nicht für Menschen im.positiven oder negativen Sinne gehalten,sondern für nur noch die Guten.Dawird dann gar nicht differenziert.Rechte sehen Minderheiten als kollektiv schlecht und wollen sie kollektiv verfolgen,Multikultimenschen sehen Minderheiten als kollektiv gut und wollen sie kollektiv schützen.Hell-und Dunkeldeutschland eben.Philosemitismus ist ähnlich abzulehnen wie Antisemitismus.Der Antisemit sieht in Juden kollektiv den Untermenschen,der Philosemit im Juden kollektiv den Übermenschen.Letzte Woche war noch eine interessante Diskussion im WDR.WDR-Vhefredakteur Jörg Schönbohm ,eine Sintizisma,eine deutsche Philosophin ,ein Soziologe mit Migrationshintergrund und eine Frau mit Migrationshintergrund.Wichtig fand ich,dass die Sinti Frau Mal auf den Holocaust an den Roma und. Sinti aufmerksam machte,da man wirklich den falschen Eindruck gewinnt,das hätte nur Juden betroffen.Die Diskussion ging aber um Representanz und Diversität.Schoenbohm.meinte,dass bei Voluntaeren bereits schon auf Diversität geachtet würde.Ein Problem sei,wenn man 10Leute habe,dass man eben nur begrenzt repressentieren könnte,da sich dann wieder eine andere Minderheit nicht vertreten und ausgegrenzt fühle.Die Sintifrau meinte,dass man dann mit uebersektionalen Minderheiten Vertretern arbeiten solle,z.B ostdeutsche,schwarze,lesbische Sinti-Frau ,etc.Da habe man dann alles im Gesamtpaket.Nachfragen,ob das dann nicht multischizophren sei,würden da erst gar nicht gestellt.Die deutsche Philosophin kritisierte noch die Diversitätsdebatte,da diese nun an den Punkt gelangt sei,wo gefordert würde,dass etwa schwarzen Literatinnen nur noch von schwarzen Übersetzerinnen übersetzt werden dürften und sah dann einen Rassismus unter anderem Vorzeichen.Interessante Sendung,aber wie gesagt,es lieben sehr viele Fragen offen.

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