Neue Zeitschriften und die totale Abkehr der Vernunft

Wer liest das?

Neben der bekannten Yellow Press findet man neuerdings Titel wie Tagebuch der Achtsamkeit, Raum für Gedanken, Glaub an dich, Denk anders, Finding paradise und so weiter: Es scheint geradezu eine Flut neuer esoterischer Publikationen zu geben. Die hängen, so meine Vermutung, unmittelbar mit Verschwörungstheorien und Bewegungen wie den Querdenkern zusammen. Die Querdenker haben, neben der Kinder schlachtenden und ihr Blut trinkenden Elite eine neue Verschwörung namens The great reset . Demnach plant die schlachtende und trinkende Elite den globalen Neuanfang und hat deshalb Corona lanciert. Also nichts Neues.


Der rechte sogenannte Medienwissenschaftler Norbert Bolz erwähnte The great reset kürzlich in einem Streitgespräch im Freitag. Man sieht daran, wie Rechte und Verschwörungsideologen immer mehr Hand in Hand gehen. Wissenschaftlichkeit war noch nie eine Domäne rechter Apologeten, insofern ist diese Koalition mit den generell denkfeindlichen Verschwörern eine natürliche.


Bolz gibt in demselben Streitgespräch andererseits Ratschläge, was gegen den Klimawandel helfe:

Sicher nicht Askese und apokalyptische Beschwörungen, sondern einzig und allein technische Innovationen, die technische Beherrschung der Welt. Ich plädiere, wenn Sie so wollen, für uralte Thesen, die Sie in der Aufklärung finden: Der Mensch soll die Natur beherrschen und sich in dieser Natur behaupten. Wir unterschätzen die Möglichkeiten der Technik, mit Problemen umzugehen. Insofern bin ich ein Technokrat.

Bolz hat über Adorno promoviert. Den hat er offenbar über den Haufen geworfen. So eine Art persönliches Empowerment.

Was ich meine: Die Irrationalität ist die Grundlage für den Erfolg der Rechten. Dazu gehören die folgenden Punkte:

  • Rechts und links existieren nicht mehr, wir sind alle Menschen. Damit kann ich jeden ins Boot holen, den der Schuh drückt. Diese Querfront blendet schnell die Unpolitischen, die Ahnungslosen. Und bindet sie.
  • Esoterik und Irrationalität sind notwendige Bedingungen dieser Bewegung. Ohne die vielen Internetkanäle, die täglich neue Verschwörungen behaupten, gäbe es keine neue Rechte. Die AfD hat bei den wichtigen Verschwörern angedockt. Da braucht es nicht mehr explizit die These, wonach die Juden an allem Schuld sind. Es kann jetzt auch „Brüssel“ sein oder ganz allgemein geheime Mächte. Die Bereitschaft, noch so unlogischen und absurden Behauptungen zu folgen, ist unabdingbar. Dazu wiederum braucht es einen ausgeprägten autoritären Charakter.
  • Jemand wie Norbert Bolz kann sich auf völlige Rationalität berufen, auf das unbedingte Vertrauen in Technik und die Beherrschung der Natur durch den Menschen. Diese These ist an Verschwörungstheorien nur scheinbar nicht anschlussfähig, weil Bolz nur scheinbar rational argumentiert. Die Dialektik der Aufklärung zeigte uns, dass Rationalität ohne Selbstreflexivität irrational wird.
  • Diese neuen rechten Bewegungen diskutieren in Teilen das angebliche Ende des Kapitalismus. Ist das kritisch? Es ist egal. Sie diskutieren auch die Existenz von Aliens im Erdinneren. Beides hat bei diesen Leuten die gleiche Relevanz. Diese Leute sind extrem dumm, das ist das eigentlich Erschreckende. Der klassische Antisemitismus hatte noch ein gewisses Niveau. Querdenker sind ein paar Stufen drunter.
  • Irrationalität kann also offen irrational sein (Verschwörungstheorien) oder vordergründig rational (Bolz). Es darf jedenfalls keinen Selbstzweifel geben. In gewisser Weise sind diese Bewegungen so erfolgreich, weil sie jeden Selbstwiderspruch zulassen. Man einigt sich einfach darauf, dass, wie erwähnt, „wir alle“ Menschen sind.


Insofern hat eine reflexive Linke derzeit nichts zu lachen. Gott ist tot und das Virus ist gemein: Der rettende Hafen scheint einerseits die totale Beherrschung der Natur und andererseits die totale Abkehr möglicher Vernunft. Beides zusammenbringen zu können hat etwas Faszinierendes. Die Basis hierfür ist wiederum die totale Irrationalität.

Bedingt durch die Irrationalität sind vermeintlich kapitalismuskritische Diskurse der Idioten leider doch schädlich. Es gibt mehr Zeitgenossen als vermutet, die Rechtsradikale dann plötzlich als „links“ verorten. Vor allem der Mainstream behauptete, die Querdenker speisten sich von rechts und von links. Belege blieb man naturgemäß schuldig.

Schuld ist natürlich der Neoliberalismus und somit die Logik des Kapitals. Er ordnet die totale Konkurrenz an, der man nicht widersprechen kann, weil sie der natürlichen Ordnung der Welt entspricht. Der homo sapiens hat offenbar die Neigung, sich solchen Zumutungen durch Regression zu entziehen bzw. es zu versuchen. Neoliberalismus macht dumm, könnte man sagen.


Insofern bleibt einer aufgeklärten Linken nichts anderes übrig, als dicke Bretter zu bohren. Bessere Zeiten kommen irgendwann immer.

(Fotos: genova 2020)

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124 Antworten zu Neue Zeitschriften und die totale Abkehr der Vernunft

  1. neumondschein schreibt:

    Behauptung, Esoterik hätte in letzter Zeit stark an Bedeutung gewonnen, weise ich mit Entschiedenheit zurück. Wer hat denn die Grünen gegründet? Das waren doch dieselben Leute wie die Querdenker von heute. Die und ihre dummen Zeitschriften hat es immer gegeben.

    Außerdem: Der Autoritarismus geht nicht von Querdenkern, Ken Jebsen und im Prinzip nur zum Teil von Norbert Bolz aus. Der Neue Autoritarismus wird durch die offiziellen Massenmedien ins Leben gerufen. Solche Leute wie Joe Biden und Emanuel Macron wären weitaus passendere Exemplare für autoritäre Führungspersönlichkeiten. Leute von derem Schlage sind für Hartz4, Masseneinkerkerungen in den Vereinigten Staaten, Totalüberwachung, Ausbau und Militarisierung der Polizei und Zensur verantwortlich. Und Linke auch, falls sie Trump und Putin für größere Übel halten als die Politiker in den westlichen Staaten.

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  2. neumondschein schreibt:

    The Great Reset – eine Klarstellung, von sozialdemokratischen Verschwörungsmystikern erzählt:

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  3. hANNES wURST schreibt:

    Besteht dieser Artikel nicht selber aus weit ausholenden Verschwörungstheorien? „Der klassische Antisemitismus hatte noch ein gewisses Niveau. Querdenker sind ein paar Stufen drunter.“ Was ist hier gemeint – vielleicht dass die Querdenker – und nehmen wir der Einfachheit halber einmal an dass ausschließlich saudumme Menschen mit einer stramm-nationalen Einstellung deren Veranstaltungen organisieren und besuchen – komplett irrational denken und handeln, während einem Antisemit vor 1946 noch ein gewisse Vernunft attestiert werden konnte? Die Antwort, die der Artikel gibt ist selber verschwörerisch.

    Norbert Bolz ist ein „rechter sogenannter Medienwissenschaftler“. Gut, dass ist eine sogenannte Charakterisierung. Aber was bedeutet „rechts“ hier, ist das auch so ein saudummer strammer Nazi wie die Querdenker oder ist er liberal und konservativ? Oder – sehr viel wahrscheinlicher – ist er politisch unkorrekt und deswegen „rechts“? Im Artikel wird die Auflösung von rechter und linker Verortung hin zu einer Querfront beklagt, gleichzeitig aber der Begriff „rechts“ im Grund unbrauchbar gemacht, letztendlich wird alles wieder auf den Schienen Neoliberalismus und „Logik des Kapitals“ auf die Halde gefahren.

    Das mit den Zeitschriften find ich eine schöne Idee (mir ist aufgefallen, wir prominent der Begriff „VERTRAUEN“ auf den Titeln zu sehen ist, was mich an „OBEY“ in Carpenters „They live“ erinnert – ja, das ist mein kleiner Verschwörungsbeitrag). Allerdings fällt mir schon seit mindestens zwanzig Jahren auf, wie viele esoterische, kitschige, bastel- und kochlastige, sehr konservativ wirkende Zeitschriften es gibt. In den Achtzigern – so kam es mir vor aber das ist sicherlich auch meinen damaligen Interessen geschuldet – waren auch Kinder nicht so wichtig, sondern mehr das Kinder machen (z.B. die Zeitschrift „Harmonie“).

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  4. genova68 schreibt:

    neumondschein,
    ich würde dich bitten, das Video in ein paar Sätzen zusammenzufassen. Es ist ein Unsitte, die um sich greift: Man haut ein stundenlanges Video in den Kommentarbereich und will offenbar, dass die anderen sich das stundenlang anschauen. No way.

    Wir leben auf verschiedenen Planeten, aber deshalb bin ich dir dankbar, dass du dich hier zu Wort meldest.

    Grüne: Ich nehme die ungern in Schutz, aber mit den Querdenkern haben die nichts zu tun. Es gab die völlig unseriöse Studie von Norbert Nachtwey, Uni Basel, der eine hohe Affinität der Querdenker zu den Grünen behauptete. Er behauptete gleichzeitig, seine Zahlen seien nicht repräsentativ. Nachtey ist ein Trottel, ich hoffe wirklich, dass einem für so ein Auftrten die Professur entzogen wird.

    Eine kürzlich veröffentlichte repräsenative Umfrage ergab, dass die Grünen-Waähler mit Abstand am wenigsten mit Querdenken zu tun haben (4 Prozent). Die anderen Parteien liegen bei runden zehn Prozent, die rechtsradikalen Verschwörungsideologien einen gewissen Glauben schenken. Bei der AfD ist es die große Mehrheit.

    Als, neumondschein, bitte orientiere dich an Fakten, nicht an dem Faker Nachtwey.

    Putin, Trump, Biden, Macron: Das sind alles Ärsche, die eine Revolution möglichst bald hinwegfegen müsste. Merkel natürlich auch.

    Was von den Querdenkern ausgeht, weiß ich nicht, da diese Leute eben so dumm sind, dass ich keine Ahnung habe, worum es geht. Es ist die Saat, die nach zehn Jahren youtube-Kanälen aufgeht. Es ist ein intellektuelles Gesockse mit Narzissten wie Jebsen an der Spitze.

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  5. genova68 schreibt:

    Hannes,
    Bolz ist rechts, ganz einfach. Kein Nazi, das hast du erfunden, ich hab´s nicht geschrieben.. Bolz tritt auf AfD-Veranstaltungen auf, ohne jede Kritik, als kann man ihn als rechts oder rechtsradikal bezeichnen. Er beklagt gerne eine poliitische Korrektheit, die ihm den Mund verbietet, was objektiv dummes Zeug ist, da er sich ständig zu Wort meldet und melden kann.

    Seine Technokratiehymmne ist auch dämlich, weil diese Naturbeherrschungsthese nun schon so oft problematisiert wurde, dass ich nicht glaube, Bolz meint das Ernst. Er will provozieren, auffallen.

    Bolz vertritt allgemein rechte Thesen, AfD eben.

    Wer Querdenken besucht, weiß man: Rechtsradikale und Vollidioten. Und sonst niemand. Die Organisatoren sind vermutlich zum Teil Leute, die versuchen, damit Geld zu verdienen. Und Narzissten. Aber das ist seit dem ersten August bekannt und wer es nicht kapiert, will es eben nicht kapieren.

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  6. neumondschein schreibt:

    Nachtwey heißt Oliver. Nicht Norbert. Bolz heißt Norbert. Nachtwey heißt Oliver.

    Abgesehen davon bedeutet „4% der Grünenwähler sympathisieren mit den Querdenkern“ etwas anderes als „40% der Sympathisanten der Querdenker wählen grün“.

    https://dudelsack.blogger.de/stories/2779503/

    Abgesehen davon solltest Du die Quelle zur repräsentativen Umfrage angeben, damit ich weiß, was genau sie behauptet.

    Wenn man sich die Querdenker so anhört, dann überwiegen libertäre und grün-alternative Standpunkte. Letztere sind genau die, die sich mit Astrologie und Homeopathie genauestens auskennen und die eingangs erwähnten dummen Zeitschriften konsumieren. Nähe zu Grünen und FDP wäre demnach plausibler als die zur NPD. Im übrigen sind nicht alle von denen dumm. Viele Menschen werden durch die Maßnahmen wirtschaftlich ruiniert. Da mußte mit Protesten wie die von den Querdenkern gerechnet werden. Daran ist nichts rechts.

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  7. genova68 schreibt:

    Bei den Querdenkern gibt es keine libertären Standpunkte, sondern nur Dummheit. Wer den Qanon-Krempel verbreitet, ist dumm, vermutlich auch krank, sonst nichts. Es gibt auch keinen einzigen grün-alternativen Standtpunkt, wenn das noch irgendwas mit der Partei zu tun haben sollte.

    Ich habe mich mit den Querdenkern sehr ausführlich und fundiert beschäftigt, ich bin einer der besten Kenner der Szene. Lass dir gesagt sein: Dort laufen nur Vollidioten, Nazis Holocaustleugner und ähnliches Gesockse mit. Man kann sich aussuchen, in welche Kategorie man am besten passt. Aber außerhalb dieser vier Kategorien gibt es nichts. Außer vielleicht geisteskrank. Jemand, der wirschaftlich ruiniert ist, ist nicht automatisch diesen Kategorien zuzuordnen. Insofern spielt sein Ruin keine Rolle.

    Zur Studie: Die wurde kürzlich in der FAZ zitiert, ich finde den Artikel jetzt nicht, ich bin auf Reisen. Aber soweit ich mich erinnere, war das eine ganz banale Umfrage, Telefon, Wahlverhalten nächsten Sonntag, welcher Badezusatz, Meinung zu Querdenken; diese Kombiumfragen mit mannigfaltigen Auftraggebern, so wird es billiger.

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  8. dame.von.welt schreibt:

    Den Hang zu Verschwörungsmythen halte ich nicht unbedingt für Dummheit, sondern eher für was-nicht-ins-Hirn-passt-wird-passend-gemacht – das Gehirn ist dabei zu erstaunlichen Verdrängungsleistungen imstande. So läßt sich u.a. erklären, daß „Querdenker“ niemals Nazis auf ihren Aufmärschen sehen – auch, wenn die Reichskriegsflaggen direkt neben ihnen wehen. Das ist, wie so vieles, eine Frage der Wahrnehmung. Wahrnehmung nebst deren Verarbeitung ist anstrengend, nicht zuletzt mit und durch das Betriebssystem Zweifel. Zweifel entfallen auch bei z.B. Sektenanhängern und nicht anders ordne ich die „Querdenker“ ein.

    Irrationalität scheint zur menschlichen DNA zu gehören. Andernfalls gäbe es keine einzige Religion. Oder den eigenwilligen Glauben, Bäume hätten in Städten nichts zu suchen…;-)…

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  9. neumondschein schreibt:

    Ich habe mich mit den Querdenkern sehr ausführlich und fundiert beschäftigt, ich bin einer der besten Kenner der Szene. Lass dir gesagt sein: Dort laufen nur Vollidioten, Nazis Holocaustleugner und ähnliches Gesockse mit. Man kann sich aussuchen, in welche Kategorie man am besten passt. Aber außerhalb dieser vier Kategorien gibt es nichts.

    Du schaust zuviel öffentlich-rechtliches Fernsehen. Leute, die ausschließlich öffentlich-rechtliches Fernsehen schauen, halten sich für kompetent ohne es wirklich zu sein.

    Zumindestens in Leipzig waren auf dem zentralen Veranstaltungsplatz (Augustusplatz vor dem Gewandhaus) keine Reichskriegsflaggen zu sehen. Die waren nur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu sehen, und dort massenhaft. QAnon hängen sich überall hinein genau wie Helga Zepp-LaRouche und Eugen Drewermann. Das sind Trittbrettfahrer, die keine Gelegenheit auslassen, um Aktivitäten zu entwickeln, die „Rote Fahne“ verteilen, das Paneurasische Seidenstraßen-Projekt der Chinesen begrüßen u. dergl. mehr. Das hat mit Corona-Maßnahmen eher wenig zu tun. Und was Corona-Maßnahmen-Verweigerer tatsächlich für richtig halten, kann man auf Rubikon oder bei Ken Jebsen nachlesen oder bei grün-alternativen und sozialdemokratischen Vereinen, zu denen im Prinzip auch Ken Jebsen gehört, oder auf der liberal-konservativen Seite oder von FDP-Funktionären wie Thomas Kemmrich. Den Holocaust leugnet niemand von ihnen. Und ausgesprochene Nazis sind das alle nicht.

    Das bedeutet jetzt nicht, daß man KenJebsen oder Rubikon oder Frau Keßler oder Sucharit Bhakdi gut finden sollte. Das sind aber diejenigen, die bei den Querdenkern den Ton angeben. Und dann gibt es nicht nur in Deutschland Proteste gegen die Corona-Maßnahmen sondern an vielen Stellen in der Welt: In London, Seoul, Tel Aviv, Zürich. Von den dort Demonstrierenden hat noch nie jemand von einem gewissen Attila Hildmann gehört. Einfach, weil sie nicht deutsches öffentlich-rechtliches Fernsehen schauen.

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  10. Jakoniner schreibt:

    Dass sich Querdenker Chef Michael Ballweg offiziell.mit Reichsbürgerkönig Ivo Sasel getroffen hat,ist wahrscheinlich auch nur FakeNews der Öffentlich-Rechtlichen und der Lügenpresse.

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  11. hANNES wURST schreibt:

    Jetzt ist diese Debatte bald nicht mehr nötig, denn der Herr hat uns zu Weihnachten den iNRI-Impfstoff geschenkt, den Jens Spahn – wie immer als Christkind-Handpuppe verkleidet – auf allen Wegen zu den Heimen bringt wo wir Menschen sind.

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  12. Jakobiner schreibt:

    Zu Neumondschein.Dass der Querdenker Chef Michael Ballweg sich letztens offiziell.mit dem Reichsbürgerkönig Ivo Sassek getroffen hat,ist wahrscheinlich auch nur Fake News der Mainstreammedien und der Lügenpresse.Und die beiden Vorfälle um den Bundestag sind auch schon wieder vergessen.

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  13. Hugo schreibt:

    „Jemand wie Norbert Bolz kann sich auf völlige Rationalität berufen, auf das unbedingte Vertrauen in Technik und die Beherrschung der Natur durch den Menschen. Diese These ist an Verschwörungstheorien nur scheinbar nicht anschlussfähig, weil Bolz nur scheinbar rational argumentiert. Die Dialektik der Aufklärung zeigte uns, dass Rationalität ohne Selbstreflexivität irrational wird.“
    Der Herr Prof. i.R. hat seine Tiraden wohl seit der Gründung der Grünen ned geändert; nur was vor 40 Jahren noch als wasweißich „wirtschaftsliberalkonservativ“ durchging, ist heute reaktionär.
    Der (eigentlich DIE, da „die Zurücksetzung“) https://de.wikipedia.org/wiki/Great_Reset , https://www.handelszeitung.ch/panorama/the-great-reset-was-steht-da-wirklich-drin ist sowas wie ein update der https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Weltordnung was halt Herr Häring in dem von Neumondschein verlinktem Interview (damits wenigstens einen Sinn hat, mir die 36 min gestern mal anzuhören nebenbei *lol*) ähnlich bewertet wie der schweizer Handelszeitungsartikel. Allerdings, ab ca. min 21:30 in dem Interview spricht der das BGE an und da wurde ich, seit „mein“ ehermaliger Landesdieter ( https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Althaus#Solidarisches_B%C3%BCrgergeld ) das mal ansprach, hellhörig. Da gäbe es dann wieder mal kein „richtiges Leben“ im falschen Wirtschaftssystem und die Befürworter*innen sind da arg blauäugig (war ich auch…).

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  14. genova68 schreibt:

    damevonwelt,
    der Hang zu Verschwörungsmythen: Ja, da wird passend gemacht. Der Begriff der Dummheit ist kein gut definierter, ich meine damit die Ignoranz gegenüber Fakten, gegenüber Rationalität. Mir geht es vor allem darum, dass die massive Durchdringung der Querdenker durch Verschwörungsmythen geleugnet wird. Die Rechtsradikalen und Verschwörer und Antisemiten stehen zu Hunderten auf den Bühnen und erzählen ihre Narrative. Das ist alles belegbar. Dennoch behaupten Leute wie Neumondschein, dass es das nicht gebe. Das ist ungefähr so, als würde ich bei hellichtem Sonnenschein behaupten, es sei gerade Nacht. Da kann man auch nicht mehr diskutieren, weil die Fakten offensichtlich sind. Die Reichsflaggen sind angeblich real nicht vorhanden, bei den ÖR aber massenhaft. Die wurden da offenbar reinkopiert. Das ist die nächste Verschwörungsideologie.

    In Leipzig, lieber neumondschein, wurden von einer Frau auf der Bühne „Hooligans und Rocker“ aufgefordert, zur Demo zu kommen. Vermutlich auch nur von den ÖR der Frau in den Mund gelegt, nicht wahr?

    Und, neumondschein, jetzt sind es plötzlich Sozialdemokraten, die Querdenken anführen. Klar, was sonst.

    Das nenne ich Dummheit, weil hier eine massive Ingoranz gegenüber Fakten vorliegt. Es ist das offensichtliche Ausschalten des Verstandes. Das geht dann über den Umweg, dass die ÖR lügen etc. Das hat nichts mit dem Sarrazinschen Dummheitsbegriff zu tun, wonach es an IQ mangelt. Das ist hier sicher nicht der Fall.

    Etwas anderes wäre es, wenn die Querdenkenanhänger sich klar zu Verschwörungsideologien und Antisemitismus und Rechtsradikalen bekennen würden. Dann könnte man darüber diskutieren. Die Frage ist also: Sind Leute wie neumondschein Antisemiten und Rechtsradikale und verbergen ihre Ansichten? Oder kapieren sie es tatsächlich nicht. Ich weiß es nicht.

    Es ist wie bei der AfD auch: Sie agieren permanent rechtsradikal, behaupten aber, sie seien für Rechtsstaat und Meinungsfreiheit. Es ist Orwell. Das meine ich.

    Hugo,
    danke fürs Videoanschauen. Das, was Schwab da unter Great Reset sagt, ist ja nichts Neues. Ein grüner Kapitalismus. Das Problem ist, dass die mittlerweile recht starken Verschwörer aus allem eine neue Verschwörung machen.

    P.S.: Ein schönes Beispiel für eine Verschwörerrunde ist dieses Video:

    Da plappern äußerlich völlig zurechnungsfähige Leute stundenlang Quatsch. Sie regen sich beispielsweise darüber auf, dass sie mit Rechtsradikalen in Verbindung gebracht werden, obwohl das eben glasklar x-fach dokumentiert ist. Die Frau in der Runde ist vermutlich wirklich völlig desorientiert. Komplett unpolitisch, komplett ahnungslos. Statt sich ein paar Wochen intensiv zu informieren, geht sie mit ihrer Dummheit in diese TV-Sendung. Sie sagt auch, sie versuche, ihrem Kind Bildung zu vermitteln. Mein Gott.

    Dann sitzt da Anselm Lenz, ein gnadenloser Selbstdarsteller, der sich als links versteht und mit Leuten wie Elsässer gemeinsame Sache macht. Es gibt von ihm ein anderes nettes Video, das gut zeigt, wie verlogen diese Leute sind: Er wird am Rande einer Demo von der Polizei angesprochen, sich auszuweisen. Er kam mit Joggingklamotten und behauptete, er sei nur joggen. Er flüchtet urplötzlich, wird festgehalten und zu Boden gebracht. Die Verschwörer machen daraus die Geschichte der bösen Polizei, die grundlos Jogger niederringt. So geht Fake news.

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  15. neumondschein schreibt:

    Daß Ballwegs Leute und ein paar Redner irgendwo gegegelaufen sind, mag ja sein. Querdenker sind eine offene Bewegung, deren gemeinsames Anliegen das Verweigern der Corona-Maßnahmen ist. Da gibt es viele Gründe zum demonstrieren: den §28a des neuen Infektionsschutzgesetzes zum Beispiel, weshalb die Linken und die AfD das auch abgelehnt haben, der der Exekutive eine Macht zuteilt, die ihr nicht zusteht. Diejenigen, die am Tag der Abstimmung demonstrierten, standen mit Ballweg nicht alle in einen organisatorischen Zusammenhang. Oder die ruinösen Folgen für viele Bürger, zu denen der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht gehört, der kriegt ja seine Kopfsteuer, ganz egal, ob rings herum alles in Scherben fällt.

    In Leipzig haben weit mehr Menschen demonstriert als nur die Querdenker. Unter den Querdenkern waren keine Reichskriegsflaggen zu sehen. Das war alles auch friedlich. Nur hatten sie eben keine Masken auf, und viele sind einfach nicht ganz dicht.

    Und das mit den eingeschleusten Irren im Reichstag. Die Rebecca Sommer hat eher wenig mit Corona-Maßnahmen zu schaffen. Angeblich kümmert die sich ehrenamtlich um Flüchtlinge, die sie angeblich aber als Frau nicht respektierten. Angeblich.

    Sozialdemokraten und besonders Altgrüne sind unter den Querdenkern vertreten.

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  16. Hugo schreibt:

    G.: „Da plappern äußerlich völlig zurechnungsfähige Leute stundenlang Quatsch.“
    Bis 1h12min hab ichs geschafft, jetzt bin ich mit Budeaufräumen fertig und hab keine Lust mehr, da weiterzuzuhören. Und ich muß Dir widersprechen, das ist ned (zusammenhangloses) Gebrabbel sondern hochmanipulativ, von allen Protagonisten. Die HHH-Frau (Haushalt, Homescooling, Homeoffice) hatte wohl keine Zeit, sich besser „coachen“ zu lassen.

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  17. genova68 schreibt:

    Wow, Hugo, Respekt fürs hören. Ja, hochmanipulativ, das trifft es vermutlich, weil die Diskutanten ja sehr wohl wissen, was für einen Blödsinn sie erzählen.

    neumondschein,
    Querdenken ist im Kern rechtsradikal und antisemitisch, weil solche Leute zu Hunderten auf den Bühnen stehen. Alleine die erste Demo in Berlin: Dort gab es drei Redner, alle drei sind rechtsradikale Verschwörungstheoretiker: Oliver Janich, Thorsten Schulte, Heiko Schrang.

    Spätestens seitdem weiß man Bescheid. Wer Querdenken seitdem noch verteidigt, ist entweder extrem uninformiert und sollte die Klappe halten, oder er ist selbst rechtsradikal und antisemitisch.

    Such es dir aus, neumondschein.

    Es geht bei Querdenken auch nur äußerlich um Corona. Es ist das Verschwörerlager, das auf die Straße geht. Die wollen ja auch eine neue Verfassung ausarbeiten. Aber ich habe das alles hier schon oft geschrieben. Mir ist so langsam meine Zeit zu schade für solche Art von Diskussionen.

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  18. hANNES wURST schreibt:

    @neumondschein: und, was haben Sie sich ausgesucht, Trottel oder Antisemit? Egal wie, ich würde nicht dagegen anschreiben, es ist sinnlos. Corona ist eine Infektionskrankheit und die Logik der 70 Prozent scheint zu sein, dass Kontaktschuld analog zur Infektionsschuld das politische Mantra der Stunde ist. Ich hoffe auf Impfungen (natürlich nur bei den 70 Prozent) und ungefährliche Mutationen, vielleicht kann man dann in einem Jahr wieder über sinnvollere Dinge wie Verteilungsgerechtigkeit und kulturelle Leistungen diskutieren.

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  19. Hugo schreibt:

    „…dass Kontaktschuld analog zur Infektionsschuld das politische Mantra der Stunde ist.“ Das des total gaga ist, ist Dir hoffentlich klar.

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  20. hANNES wURST schreibt:

    @Hugo: gottlob, ich hatte schon Angst es wäre antisemitisch.

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  21. neumondschein schreibt:

    Oliver Janich und Heiko Schrang sind überall vertreten, wo viel Volk demonstriert und man sie machen läßt. In Leipzig waren auch ehemalige DDR-Bürgerrechtler vertreten wie dieser Pfarrer, der auch bei den Montagsdemos 1989 schon eine maßgebliche Rolle spielte. Bestreitet auch ja niemand, daß ein Haufen Scharlatane, Falsche Fuffziger, Naturanbeter, Falun Gong, Spinner und sonstwie Verstrahlte bei Querdenken mitmischen. Letztere sind die Leute von der Art, die damals die Grünen gegründet haben. Ballwegs Querdenken-Demos waren legal, friedlich und ausgesprochen sorgfältig organisiert, wobei allerdings die Auflage, Maske zu tragen, nicht eingehalten wurde. Diese Bekloppten haben also ihr Demonstrationsrecht wahrgenommen. Die sind auch bei weitem keine Gefahr für die Demokratie. Vorwerfen kann man ihnen nur, daß sie gegen diese Auflage verstoßen haben. Jedoch haben dieses Demonstrationsrecht auch Bekloppte. Das ist in einer Demokratie einfach so, daß Bekloppten dieselben bürgerlichen Rechte und Freiheiten zustehen wie allen anderen.

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  22. genova68 schreibt:

    Querdenken ist die Straßenversion der Netzverschwörer und Nazis, das hat mit Corona nur am Rande zu tun.

    neudmondschein,
    du bezeichnest die Querdenker jetzt als „Bekloppte“. Da stimme ich dir zu.

    Janich und Schrang waren auf der Bühne, weil man sie extra eingeladen hat.

    Ehemalige Bürgerrechtler gehen nicht auf Demos von Bekloppten, wenn sie nicht mittlerweile selbst bekloppt geworden sind.

    Die Bekloppten haben ihr Demonstrationsrecht wahrgenommen, ja und? Was soll diese sinnlose Bemerkung? Die NPD hat auch schon ihr Demonstrationsrecht wahrgenommen.

    Mit der Gründung der Grünen hat das nichts zu tun. Querdenker sind rechtsradikale Verschwörer, die findest du bei den Grünen kaum. Auch wenn es bei den Grünen zu Beginn merkwürdige Leute gab, man siebte sie schnell aus. Querdenken sind ausschließlich Vollidioten. Siebte man die aus, bliebe niemand übrig.

    „Eine Gefahr für die Demokratie“ ist so eine Floskel. Wenn die Zahl dieser Leute einen gewissen Prozentsatz der Bevölkerung überschreiten, ist keinerlei Verständigung mehr möglich. Es geht da ausschließlich ums Lügen, um Fakten verdrehen, ums Märchen erzählen. Es geht um Desinformation. Das ist eine Gefahr für jede Gesellschaft. Sie sind keine reale Gefahr, weil sie keinerlei produktive Ideen für eine andere Gesellschaft haben.

    Hier ist ein informativer Artikel aus der aktuellen Zeit zum Thema:

    https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-12/verfassungsschutz-querdenken-711-baden-wuerttemberg-verschwoerungstheorien-rechtsextremismus/komplettansicht

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  23. Hugo schreibt:

    Neumondschein: „Vorwerfen kann man ihnen nur, daß sie gegen diese Auflage verstoßen haben.“
    Und dann brauchen die sich ned beschweren, wenn die Staatsgewalt ne Demo auflöst, auch mal mit Wasser rumspritzt, usw. usf. . Ich komm mir ja immer komisch vor, wenn ich den Staat verteidige, aber gleiches Recht für alle und Auflagen sind Auflagen. Ich würd ja auch ned auf ne Demo für die Freigabe von (THC-potentem) Hanf gehen und mir ne fette Tüte im Beisein der Staatsgewaltbeamten anzünden und nach Ingewahrsamnahme und Gefilztwerden rumjammern, daß die mir mein „Recht auf Rausch“, was mit der (meines Erachtens sinnlosen) Prohibition seitens des Staates kollidiert, unsanft ausreden wollen. Ich kann auch ned gegen Faschodemos demonstrieren und erwarten, daß mir die Knüppelgarde (Zitat Rio/TSS) dabei hilft, Faschos zu jagen & zu verprügeln. Ich geh jetzt auch ned davon aus, wenn ich in Hamburg bei der „Welcome to Hell“-Demo im Rahmen des G20 gewesen wäre, daß die unterbezahlten Bereitschaftsbeamten mir den Rücken freigehalten hätten, während ich Porsches, Ferraris und AMGs mal kreativ umgestalte. Vermutlich meinte Genova das mit „Rationalität“ und da haben die Querdeppen in der Schule, wo der Sinn der (mehr oder weniger demokratischen) Bundesrepublik D. mal erklärt wurde, geschwänzt, ned aufgepaßt und/oder alles wieder vergessen.
    Das Schlimme ist, die maßen sich neben der aggressiven Verbreitung von schriftlichen und verbalem Müll, der Lust zur Zerstörung eines im Weltvergleich halbwegs „freiem“ und funktionierendem Staatswesens ohne auch nur irgendwie Alternativen in petto zu haben, auch noch an, in meinem Namen („Wir sind das Volk“) zu agieren. Da kommt mir (gedanklich, so nen schwachen Magen hab ich ned *lol*) jedesmal mein Morgenkaffee (fairtrade und bio) wieder hoch!

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  24. Jakobiner schreibt:

    Wie meinte Harald Lesch angesichts der Covidioten: Da hat der Ethikunterricht versagt.

    https://www.rnd.de/panorama/zdf-wissenschaftler-harald-lesch-kritisiert-corona-egoisten-ethik-unterricht-hat-versagt-ZDVEMVQHRRE4LEZXTXSVNFJRYY.html

    Scheinbar nicht nur der Etzhik-, sondern auch der Geschichts-, Sozialkunde- und Biologieunterricht. Mich würde auch mal interessieren, wieveile MINT-Gebildete unter den Covidioten sind. Aber ist es nur eine Frage falscher und unzureichender Bildung? Oder nicht auch Ausdruck einer ultrahedonistischen Anspruchshaltung?

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  25. genova68 schreibt:

    Ja, hugo, mit Rationalität meine ich unter anderem das. Bei der Demo vorm Reichstag anlässlich der Verabschiedung des Infekionschutzgesetztes wurde von einem neuen Ermächtigungsgesetz gesprochen. Das ist so hochgradig absurd, dass mit diesen Leuten wohl nicht mehr diskutieren kann. Dann wurde die Demo von der Polizei für beendet erklärt, die Teilnehmer interessierte das nicht, sie wurden mit einem sanften Wasserstrahl benieselt und die behaupten, das sei diktatorische Polizeigewalt gewesen. Wenn man so offensichtlich lügt, was soll man da noch diskutieren? Erschreckend finde ich die hohe Zahl an Menschen, die bei solchen Erzählungen mitgehen. Es ist vielleicht zum Teil auch pathologisch.

    Um den Diskurs hier zu erweitern: Es gibt den Politikwissenschaftler Erik Flügge, der eine Verbindung von den Protesten gegen Stuttgart 21 zu den Coronademos zieht. Meines Erachtens höchst unzulässig.Die Bahnhofsproteste seien „in gewisser Weise“ die Geburtshelfer für die Coronademonstrationen gewesen. Er argumentiert so: Heute sagen die Lügenpresse, damals sagten sie Lügenpack. Auch damals sei die Grundlage gewesen, dass eine Elite die Masse belügt, damals mit falschen Zahlen.

    Der Unterschied: Die Zahlen damals waren falsch, das konnte man damals schon wissen und weiß es heute: Die Baukosten liegen nicht bei 1,5 Milliarden, sondern bei mehr als zehn Milliarden. Insofern handelte es sich bei den Stuttgart-Protesten nicht um eine Verschwörungsideologie, sondern um die Realität. Die angebliche sprachliche Nähe von Lügenpack zu Lügenpresse ist also keine inhaltliche. Es liefe darauf hinaus, niemandem mehr eine Lüge vorwerfen zu können.

    Gegen Verschwörungsideologien sich zu positionieren, sollte nicht dazu führen, dass man sich nicht mehr herrschaftskritisch äußern darf. „Lügenpack“ damals war eine rustikale, aber durchaus richtige Kritik.

    Im Video ab 11.45:

    Jakobiner,
    ja, hedonistisch ist das wohl auch, ich will feiern. Wobei ich nichts gegen ernstzunehmende Kritik an den Coronamaßnahmen habe. Alleine die hohen Todes- und Infektionszahlen zeigen ja, dass da nicht alles optimal läuft. Mein Punkt ist nur der: Diese Coronademos haben nichts mit ernstzunehmender Kritik zu tun, sondern das ist eine rechte und extrem niveaulose Bewegung. Kritik aus diesen Reihen ist keine.

    MINT: Angeblich gibt es psychologische Voraussetzungen, die man braucht, um Verschwörungsideologien zu glauben. Allzu viele MINT-Leute wird es da nicht geben, schätze ich.

    Interessant ist die Tatsache, dass ausgerechnet Sachsen Covid-Hochburg ist. Es gibt da viele AfD-Wähler, Pegidaleute (Pegida ist ohne Probleme auf den Covidiotenzug aufgesprungen, das sagt vieles). Es ist ein grundsätzliches Misstrauen gegen den Staat, aber eben ohne jede inhaltliche Verbindung zu aufgeklärter linker Staatskritik.

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  26. hANNES wURST schreibt:

    „Zu beobachten ist, wie Deutschland sich unter der Corona-Krise rückwärts bewegt. Viele Millionen Menschen werden in Kurzarbeit geschickt. Durch das wegfallende Einkommen entstehen tendenziell Armutslagen und soziale Polarisierung. Durch Coronamaßnahmen werden die Bildungsungleichheiten noch zunehmen. Hinzu kommt, dass die in der Regel etwa 20 Prozent höheren Einkommen der Männer wieder deutlicher an Bedeutung gewinnen und die Re-Traditionalisierung geschlechtlicher Arbeitsteilung begünstigen. Eine Reprivatisierung sozialer Risiken wird befördert, wonach jeder seines eigenen gesundheitlichen, familiären und gesellschaftlichen Glückes Schmied sei. Dies sind eindeutige Hinweise auf einen gesellschaftlichen Rückschritt im neoliberalen Zeitalter.

    Auch deshalb ist zunächst eine gründliche und kritische Analyse des vorherrschenden Diskurses in Medien, Politik und Wissenschaft notwendig.“

    Ausschnitt aus einem aktuellen Interview (Teil 2) mit Michael Klundt (https://www.nachdenkseiten.de/?p=68271). Ein Linker, der die Lage angenehm sachlich und offen analysiert, weshalb er wahrscheinlich in der Mainstream-Berichterstattung nicht vorkommen könnte und im Corona-Maßnahmen konformen Anteil des linken Spektrums schnell das Prädikat „Querfrontler“ aufgepfropft bekommt.

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  27. Jakobiner schreibt:

    Dass die Coronahotspots auch AfD-undPegidahotspots sind,versucht der Vorsitzende der AfD Chruppalla im gestrigen NZZ-Interview zu entkräften,indem er auf CSU-regierte Hotspots in Bayern verweist, die keine AfD-Hochburgen sind.Zudem seien in den AfDhochburgen ein viel höherer Altenanteil.Hoecke sei auch kein Nazi und dieAfD sozialkonservativ.Zudem durfte er nach Moskau reisen und traf sich persönlich mit dem russischen Aussenminister Sergjev Lawrow.

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  28. hANNES wURST schreibt:

    Am schlimmsten hat es unabhängig vom Herkunftsort die Jahrgänge vor 1928 getroffen. Woraus ich allerdings schließe, dass sie keine Lust hatten, sich anständig die Hände zu waschen – von wegen Hygienefimmel. Tut mir leid, diese Menschen tragen selber die volle Infektionsschuld.

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  29. Hugo schreibt:

    Willst Du Dich bei Dieter Nuhr als Sidekick bewerben@h.w.?

    @Michael Klundt; Streeck war/ist gefühlt einmal die Woche bei Lanz, war auch bei Sab, äh Günt, äh Anne Will und bestimmt auch bei Frau Illner; Kekulè hab ich desöfteren auch mal im Morgenmagazin (ARD/ZDF) gesehen, in den Zeitungen/Zeitschriften waren auch mal alle, seine Fixierung auf Drosten ist also Käse.
    Die sozialen Verwerfungen grade bei den Kids gabs ned erst seit März, komischerweise ging/geht von dem Corona-Pöbel der evangelikale Teil (den es@Genova außer in BaWü auch im Erzgebirge in Clustern gibt) nur demonstrieren, wenn die denken, daß ihre Kinder erst homosexuell, dann trans* werden und deswegen in die Hölle kommen, weil in der Schule gelehrt wird, daß es ned nur Mann/Frau und des zusammen vor deren Gott verheiratet ned als einziges Lebens- und Liebespartnerschaftsmodell gibt.

    @Stuttgart 21; da war zumindest die Eso-Ecke und rechte „Umweltaktivisten“ am Start und halt Leute, die wohl jetzt bei den Querdeppen mitlatschen, weil die halt irgendwie dagegen sein wollen. Ich rate mal, daß denen allen nachprüfbare Fakten eh egal sind, S21 war halt zufälligerweise mal die richtige Adresse für des Volkes Zorn.

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  30. hANNES wURST schreibt:

    @Hugo: Drosten war auch meiner Meinung nach nicht derart prominent in den Medien wie Klundt es darstellt. Er wurde aber als Eminenz gehandelt und ich glaube das ist es auch was Klundt kritisiert – wer das Genom des Virus aufmalen kann sollte nicht automatisch als Experte in Bezug auf gesellschaftliche Folgen oder die Ausbreitung der Epidemie in Afrika etc. auftreten bzw. herangezogen werden. Da spielt natürlich der innige Wunsch des Publikums nach einem Erklärbären und Heiland in Personalunion hinein. Der muss, damit er funktionieren kann, auch gegen jede Kritik verteidigt werden.

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  31. neumondschein schreibt:

    Bin auch MINT. Von daher eher auf Seiten derjenigen, die gegen §28a Infektionsschutzgesetz Einspruch erheben würden, genau wie die Linke, FPD und die AfD das im Bundestag tat, und die Demonstranten eben auch vor dem Reichstagsgebäude. Das erinnert ein wenig an eine ähnliche Diskussion anno 1962 als die Sturmflut über Hamburg hereingebrochen ist, und der damals Verantwortliche, Schmidt-Schnauze Helmut Schmidt, Bundeswehrsoldaten zur Bewältigung dieses Katastrophenfalls heranziehen wollte, was rechtlich ziemlich heikel war, und eine sehr breite Diskussion in der Öffentlichkeit auslöste. Heute: absolut undenkbar! Daß öffentlich-rechtlicher Rundfunk ausgewogen, wahrheitsgetreu und fair diesen Fall behandeln würde. Das kann sich heute niemand mehr vorstellen. Niemand bei diesen Anstalten verfügt auf irgendeinem Gebiet ausreichend Kompetenz, um auf irgendeinem Gesichtspunkt der Realität überhaupt noch urteilen zu können. Nicht einmal der Wille ist vorhanden, Regierungshandeln anders als vom Gesichtspunkt der Regierenden zu behandeln. Das einzige, was die noch können, ist das Monopol zu verteidigen. Nicht per Argumentation, durch Einbeziehung der Standpunkte unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen und deren Interessen, sondern durch pure argumentative Gewalt. Durch Labeln mit inhaltslosen demagogischen Kampfbegriffen wie „Antisemitismus“, „Verschwörungstheorie“, sowie „Pressefreiheit“, so als ob nicht auch dieses Recht Grenzen hätte, genau wie „Meinungsfreiheit“, durch Weglassen, Zensur, Bedrohung Andersdenkender etc.

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  32. genova68 schreibt:

    neumondschein,
    man kann kritisch zu dem Infektionsschutzgesetz stehen, zu wenig Einfluss des Parlaments und mehr, sicher. Man kann aber nicht Rechtsradikale propagieren und den zu geringen Einfluss des Parlaments kritisieren. Rechtsradikale wollen Parlamente ausschalten, Querdenken vorneweg. Die AfD-Parlamentarier, die vor dem Reichstag demonstrierten, sind Rechtsradikale. Die Demonstranten waren die üblichen Idioten.

    Insofern betreibst du hier wiederholt Propaganda für Rechtsradikale, Nazis und Idioten und behauptetst im gleichen Kommentar, du machtest dir Sorgen um die Demokratie. Es ist absurd.

    Absurd ist auch die Forderung, die Querdenker inhaltlich ernst zu nehmen. Das ist aufgrund ihrer eigenen Argumentation nicht möglich.

    Das gleiche gilt für deine angebliche Sorge um die Kritikfähigkeit des ÖR. Kritik am ÖR ist wichtig, aber eben nicht aus deiner Ecke.

    Ob der ÖR sich so negativ entwickelt hat, würde ich bezweifeln, aber diesen Diskurs mit dir zu führen, ist sinnlos. Ich weiß nicht, was du willst. Ob du politisch wirklich dermaßen verwirrt bist, dass du glaubst, was du schreibst. Oder ob du weißt, was du tust.

    Ein weiteres schönes Beispiel für die braune Färbung der Querdenker ist dieses Video:

    Hier wird Markus Haintz als „Mensch des Jahres“ vorgestellt. Er ist Querdenken-Kopf und hat keine Probleme mit dem Nazi Nehrling, dem sogenannten Volkslehrer, dazu gibt es ein schönes Video von Spiegel-TV.

    Nazis für mehr Meinungsfreiheit: Diese völlige Umwertung von Werten zeigt eine gewisse Pathologie im öffentlichen Diskurs. Früher waren Nazis für den Führer, da konnte man noch argumentieren, pro oder contra Führer. Nazis für mehr Demokratie ist eben ein logischer Widerspruch in sich.

    Aber letztlich rede ich hier gegen ein Wand. Man kann hier hunderte von Belegen für den Antisemitismus und die Naziaffinität dieser Leute anführen, es interessiert nicht. Argument werden als „Gewalt“ und „sinnlose demagogische Kampfbegriffe“ denunziert. Mich würde nur noch interessieren, wie man zu einer solch kaputten Haltung kommen kann. Aber da macht es wenig Sinn, einen Betroffenen zu fragen.

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  33. hANNES wURST schreibt:

    Du meinst wahrscheinlich dieses Spiegel-Video: https://www.youtube.com/watch?v=lMC_yOgCPIo

    Nehrling ist natürlich unterste Schublade (oder fast unterste, in der untersten hockt wohl Horst Mahler). Immerhin weist Haintz ihn dann zögerlich von der Bühne. Aber auch ein paar andere braune Verbindungen weist der Spiegel nach, und gar nicht einmal so empört wie andere Medien, so darf Esoterik-Querdenker Bergmann lustigerweise erklären, dass auch Nazis sich entspannen, wenn man sie mal umarmt.

    Man kann mehr oder weniger alarmiert auf solche Durchmischung der Querdenker mit den Nazis reagieren. Ich denke nicht, dass Deine Appelle da verpuffen, sie sind eben eine Art die Lage einzuschätzen.

    Corona ist hoffentlich dank Impfung bald kein Thema mehr, dann steht uns eine wahrscheinlich eine konservative Regierung ins Haus, und dann gibt es neue Themen und Konfliktfelder (Neumondschein hat ja als historisches Beispiel die Sturmflut 1962 eingebracht). Wenn dann die Debatten ähnlich verlaufen wie in der Corona-Pandemie, sehe ich schwarz.

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  34. Jakobiner schreibt:

    Ich bin eh Mal gespannt,wie das abläuft.Wird Ende dieses Jahres zu einem gewissen Stichtag,wenn 60Prozentvgeimpft sind und Herdenimmunität erreicht ist,dann vom Bundeskanzler oder Regierungssprecher offiziell das Ende der Coronakrise verkündet?Und dreht sich dann die Debatte darum eine Art Vergangenheitsbewältigung der Merkeldiktatur vorzunehmen,Fehler-und Manöverkritik oder mehr die Frage:Was lernen wir daraus oder Sind die Chinesen haftbar zu machen oder geht man zu Business as usual über und will den ganzen Scheiss schnell vergessen?Aber wie gesagt.Es werden dann auch wieder andere Themen von Klimaschutz bis geopolitischen Konflikten oder die Finanzierung der Coronakosten kommen.Verteilingsksempfe eingeschlossen und Schuldzuweisungen.

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  35. Hugo schreibt:

    „Merkeldiktatur“ ist/war Faschosprech und bezog sich ursprünglich auf die „Wir schaffen das“-Geschichte, wo D. richtigerweise mal kurz die Grenzen aufmachte. Jetzt will der Heimatmuseumhorst mal wieder Straftäter nach Syrien abschieben, was ned nur logistisch z.Zt. der totale Quatsch ist, wer hier gegen Gesetze verstößt, wird hier dafür belangt. Wenn ich in der Schweiz nen Banküberfall machen würde, müssten die mich dort verknacken und NACH der Haft ggf. abschieben. Aber schön mal wieder (unbewußt) in des gleiche Horn reinstoßen wie Merz, der grade auch mal wieder gegen die Geflüchteten hetzt. Alte deutsche Tradition scheinbar…

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  36. Aufgewachter schreibt:

    Apropos : Überleben im Impf-Zentrum

    a) Wie überzeugt man einen Polizisten oder Bundeswehr-Soldaten das deutsche Volk zu beschützen, anstatt im Impf-Zentrum den Aufpasser der US-Besatzungsmacht BRD zu spielen?

    Sind ungefähr 250.000 Polizisten und 175.000 Bundeswehr-Soldaten, beide Dienstleister sind bewaffnet.

    Frage geht ´raus an ALLE, die gerne LESEN oder LEBEN möchten …
    http://finanzcrash.com/forum/read.php?1,187462,187462#msg-187462

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  37. genova68 schreibt:

    Der Aufgewachte ist ein repräsentatives Beispiel für den Geisteszustand der Querdenker. Nicht etwa eine Ausnahme.

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  38. Aufgewachter schreibt:

    @ genova68

    Und der genova68 ist ein repräsentatives Beispiel für den Geisteszustand der Amadeu Antonio Stiftung.Nicht etwa eine Ausnahme.

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  39. Hugo schreibt:

    https://www.derstandard.at/story/2000122865336/marlene-streeruwitz-werden-wir-politisch
    Hattenses eben in Bayern 2 drüber; ein bißchen auf allen Gliedmaßen humpelnder Nazivergleich: „Die Terminologie des Hygienestaats führt zum Verlust der Grundrechte. Vorübergehend, heißt es. Aber das war genau das, was die Nürnberger Rassengesetze erzielten: der Entzug der Bürgerrechte.“ „DiedaobenhabenkeineAhnung“ und langes Rumgeschwafel mit dem Traum einer Querfront.
    Der Kommentator beim Radio zog als Resumee, daß die beim „Standard“ offensichtlich ned gegenlesen lassen. Eine semibekannte Schriftstellerin zu sein (ich kannte die ned) reicht denen von der Zeitung wohl als Qualifikation zum Schreiben von „Anregungen für 2021“ füge ich noch hinzu.
    „Die Querrevolution bedeutete die vollkommen coole Anerkennung der anderen Personen.“
    Das ist genau dasselbe, wie: „Man muß doch auch andere/abweichende Meinungen gleichberechtigt diskutieren blablabla“. Nee, muß mer ned, wenn eine Quatsch (nach)plappert, kann mensch es ihr aus Respekt (sowohl vor sich selbst als auch vor dem Gegenüber) auch so ins Gesicht sagen.

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  40. genova68 schreibt:

    Danke für den Hinweis auf diesen Beitrag von Streeruwitz. Ich kannte die bislang auch nur vom Namen nach. Ihr Stil (im Standard) gefällt mir. Außerordentlich. Vielleicht sollte man von ihr einen Roman lesen. Es ist konzentriertes Deutsch, konzentriertes Schreiben, keine langes und langweiliges naturalistisches Erzählen. Es ist unmittelbar.

    Ich weiß nicht, was ich von dem Text halten soll. Die Massentests beschreibt sie als ein Event der Achtsamkeit, ok. Die Gleichsetzung mit Nürnberg ist absurd, in der Tat. Das disqualifiziert sie eigentlich schon. Klar, auch dieses „die Regierung gegen das Volk“ ist teildämlich, weil die Massen diese Regierung gewählt haben. Aber sie beschreibt, was sie stört: Bürokratie, mechanistische, kalte Politik, das Machtstreben etc. Das ist alles nicht falsch, auch wenn sie leider nicht kapiert, woher das kommt. Die Coronamaßnahmen als Aufhänger für autoritäre Politik zu nehmen, ist lächerlich. Die Massentests sind freiwillig und die Regierungen der westlichen Welt haben alle Hände voll zu tun, sinnvolle Maßnahmen umzusetzen, weil der neoliberale Freiheitsbegriff (jeden Tag in Massen saufen gehen) sich schon so weit verbreitet hat, siehe Querdenken.

    Es fehlt offenbar auch dieser Streeruwitz ein vernünftiges politisches, gesellschaftliches Denken. Sie müsste die objektiven Zwänge kapitalistischer Gesellschaften beschreiben, gerade in ihrer Kritik am Bildungswesen. Da kommt nichts, da ist es flach. Stattdessen fordert sie jetzt das Grundeinkommen und bessere Bildung. Hat aber nichts mit Corona zu tun.

    Es ist ein Text, in den jeder reinlesen kann, was er will. Vielleicht aber auch eine Basis zur Diskussion.

    Mir kommt es immer öfter so vor, als sei die Gesellschaft in weiten Teilen neoliberal durchseucht, und das ist ein weit schlimmeres Problem als Corona. Wir haben die ökonomische Kritik auf marxistischer Basis verlernt. Ohne die geht es aber nicht. Wir können nur noch über unser Störgefühl reden, es meinetwegen auch gut beschreiben, wie die Streeruwitz. Zur dann eigentlich notwendig erfolgenden Analyse sind wir nicht mehr fähig, da völlig verseucht. So was simples wie die Gentrifizierung zeigt das. Einfachste Lösungsmöglichkeiten begreifen wir nicht mehr, weil wir zugerichtet sind. Jeder Nichtzugerichtete ist Linksextremist.

    AfD und Querdenken sind EIN Ausdruck dieses Unwohlseins, halt ins Regressive gedreht. Und ins extrem Dumme. Das Ausmaß dieser Dummheit ist auch erschreckend.

    Wie reaktionäre weite Teile der Medien sind, merkt man gerade an der Berichterstattung über eine mögliche rot-rot-grüne Regierung im Bund ab September: Sie wird systematisch verunmöglicht, weil das Kapital schwarz-grün will. Obwohl ersteres nur bedeuten würde, das pro Jahr ein paar Milliarden auf die andere Seite geschoben werden.

    Aber das ist alles systemisch. Auch den Heerscharen dummer Journalisten kann man keine Schuld geben. Wir hängen alle mit drin.

    P.S. (11.16 Uhr): Es gibt ein interessantes aktuelles Interview mit Streeruwitz in der Zeit:

    https://www.zeit.de/2020/53/marlene-steeruwitz-schriftstellerin-corona-krise-neuanfang/komplettansicht

    Sie meint, ihr bisheriges Werk zähle wegen Corona nicht mehr. So ein Blödsinn. Sie hatte wohl massive gesundheitliche Probleme wegen des Lockdowns, Ambulanz, Notfall. Depression. Vielleicht wird durch diese massive körperliche Erfahrung ihre komische Haltung verständlich. Wobei ich das mit der Isolation nicht verstehe. Es ist doch Kontakt möglich. Ich kann jeden Tag mit Freunden spazieren gehen. Wenn ich nicht spazieren gehen kann, habe ich keine Freunde. Da liegt das Problem.

    Ich werde aber auf alle Fälle demnächst etwas von ihr lesen. Schriftsteller sind ja nur interessant, wenn sie sich aufs Stilistische konzentrieren. Und das scheint sie gemacht zu haben. Genau deshalb ist übrigens jemand wie Thomas Mann so uninteressant. Oder diese Tausend-Seiten-Russen.

    Und noch ein P.S.:
    Ein Interview mit Streeuwitz im Profil, dem Spiegel Österreichs. Sie kommentiert dort die Massentests: „Wir werden zu Vieh gemacht.“

    Das zeigt vielleicht ihr Problem. Sie ist selbst köperlich betroffen und kann dann nicht mehr klar denken. Einen freiwilligen Test so zu interpretieren, ist bullshit, da braucht man nicht weiterzudiskutieren. Sie sagt, die Menschen seien individualistisch, deshalb dürfe man den Herdengedanken nicht über sie stülpen. Das sei paternalistisch.

    Diese Streeruwitz scheint doch ein Rad abzuhaben. Man sollte politisch nicht allzusehr auf sie hören, da politisch nicht zurechnungsfähig. Literarisch offenbar schon. Mir fällt da Thomas Bernhard ein. Wobei der durch und durch eine Kunstfigur war oder auch nicht. Es war egal. Wenn er alle Österreicher als durch und durch nationalsozialistisch bezeichnete, war das eine wunderbare Provokation, das reichte schon. Und viel mehr interessierte ihn auch nicht. Die Streeruwitz macht sich politisch zu viele Gedanken, zu denen sie nicht fähig ist.

    https://www.profil.at/kultur/marlene-streeruwitz-ueber-den-corona-lockdown-wir-werden-zu-vieh-gemacht/401106576

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  41. Hugo schreibt:

    „Wir sind alle hochindividualistisch. Wir leiten Yoga-und Fotostudios, pflegen Hobbys und Spezialinteressen. Wir sind alle umtriebig, in gewisser Weise mittelschichtig, gemütlich, demokratisch. Dem wird aber nicht Rechnung getragen, indem man die Vorstellung von der Herde einfach weiter über uns stülpt. Das ist paternalistisch und bevormundend.“
    (aus dem profil.at – Interview)
    Da propagiert sie den Gaga-Individualismus, welcher „uns“ immer mehr in die Scheiße reitet.
    Wenn Frau Streeruwitz ihr „wir“ an dem Besitz und der unbeschränkten Benutzbarkeit von Wohnsitzen in NY und London festmacht, spiegelt sie (unbewußt) ihr eigenes Selbstverständnis auf einen ihrer verachteten Hohepriester, von dem die ja sogar drei bis vier hat (Kurz, Johnson, Trump/Biden).

    Die abgespeckte Version von ihrem „Wir“-Gaga-Individualismus konnte mensch überall da sehen, wo die Leute das bißchen Schnee, wo jetzt fiel, in Scharen breittrampelten.
    Damit wurden die ganzen „Individualisten“ zur Herde und Herde ist grad blöd. Warum die Politik allerdings der Herde mit ihren in eine Richtung rennenden Individuen ned ein bißchen Geleit gegeben hat (Oberhof, der Inselsberg und Steinach ist jetzt voll, ihr Massenindividuen könnt aber noch auf [die Käffer kennste eh ned@Genova *lol*] ausweichen) erschließt sich mir ned.
    Also anstatt die ganzen z.Zt. eh unterbeschäftigten Tourismusbeauftragten ein Konzept für den Winter erstellt hätten und kommuniziert, läßt mer unkoordiniert in den verschneiten Wald fahren und dann fällt dem Bodo nix besseres ein, als die seit 14.12.2020 in Sachsen geltende Idee seines Kumpels Michi rumzuposaunen und darauf folgend wird bundesweit eine Residenzpflicht für alle eingeführt.

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  42. Jakobiner schreibt:

    Die beiden verlinkten. Artikel zeigen,wie breit das Esoteriker zum und Querdenken bei den Grünen verbreitet ist,wie sie auch die Geschichte der Impfgegner zeigt,die schon gut 150 Jahre zurück reicht.

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  43. neumondschein schreibt:

    Einer der berüchtigtsten Antisemiten und ein wichtiger Vordenker der nationalsozialistischen Rassenlehre, Eugen Dühring, behauptete, das Impfen sei ein Aberglaube, der von jüdischen Ärzten geschürt werde, um sich zu bereichern. Heute unterstellt man dies Bill Gates.

    Bill Gates hat sowohl in BioNTech als auch in Moderna massiv investiert. Mit seinen 10% am Mittelaufkommen der WHO verfügt er wie die anderen privaten Spender über beträchtlichen Einfluß auf die Gesundheitspolitik sämtlicher Staaten der Welt. Indem er von sämtlichen Regierungen fordert, anzuerkennen, daß nur ein Impfstoff die Pandemie beenden kann, und sein Einfluß sich auch darin auswirkt, daß Arzneimittelqualitätsstandards außer Kraft gesetzt werden, so daß seine Unternehmen Kosten vermeiden, profitiert er persönlich. Das nenne ich Korruption. Und das ist etwas anderes als das, was Eugen Dühring behauptet. Ansonsten freut es mich, daß nunmehr anerkannt wird, daß diejenigen, die einstmals die Grünen gegründet hatten, im Prinzip dieselben sind, die Querdenken losgetreten haben. An sie haben sich dann noch ein paar von den Maßnahmen ruinierte Kleinbürger angeschlossen. Und die AfD rekrutiert ein paar Anhänger. Auch Helga Zepp-LaRouche hofft, endlich mehr Anhänger für ihr Schiller-Institut oder „Patrioten für Deutschland“ zu finden.

    Die russischen Epipöen Dostojewskis und „Der stille Don“ und soetwas kann man durchaus lesen. Der Stil geht sowieso beim Übersetzen ins Deutsche verloren. Man könne Dostojewski nur im russischen Original lesen, habe ich erfahren, als ich noch klein war, und in der DDR aufgewachsen bin. Letzterer ist etwas sentimental. Ersteres braucht eine Ausbildung. Am besten eine anthroposophische oder christliche.

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  44. genova68 schreibt:

    Danke für die beiden Artikel, Jakobiner, in der Tat interessant.

    Vor rechter Esoterik warnt Jutta Ditfurth schon lange, die Mahnwachen um 2013/14 waren ein Vorläufer der Querdenker. Es ist eine verwirrende Vielfalt in diesem Bereich, von harmlosen Waldorfschulen bis zu Rechtsextremisten. Jebsen hielt vor ein paar Jahren einen Vortrag in einer Waldorfschule in Baden-Württemberg, auch bezeichnend.

    Das Gefährliche an alldem ist die basale Eigenschaft, Vernunft außen vor zu lassen. Deshalb kann der Ex-Pressesprecher trommeln und rechtsextrem auftreten, deshalb wird ein Hiltmann toleriert usw. Es gibt dort offenbar kein politisches Denken, sondern nur eins in Gefühligkeiten.

    Was die Grünen betrifft: Das ist eine mittlerweile extrem heterogene Partei. In Berlin fast linksradikal und wohl ohne großen Bezug zur Esoterik, in BW vielleicht ganz anders. Keine Ahnung, was die zusammenhält. Momentan wohl vor allem der Erfolg und das Thema Umwelt. Die Grünen sind eine gute Partei für unpolitische Menschen, das garantiert den Erfolg. So wie Merkel eine gute Kanzlerin für Unpolitische ist. Scholz wurde aufgestellt, weil man von seiner Persönlichkeit die gleiche Wirkung auf die Unpolitischen erhofft.

    Ich würde die Grünen dennoch hier nicht allzusehr kritisieren, weil sie sich sehr deutlich von Querdenken distanzieren und ich keinen Ortsverband kenne, der mit denen auf die Straße gehen würde. Alleine das Thema Impfpflicht als Kontroverse reicht nicht für die Querdenkenzugehörigkeit.

    Hugo,
    ja, die Streeruwitz ist merkwürdig, aber vielleicht sind ihre Romane gut. Das würde ja schon reichen.

    Allerdings erschließt sich mir die Hysterie in Sachen Rodeln nicht. Wo ist das Problem, wenn die Städter zum Rodeln in die Berge fahren? Lifte sind zu, Restaurants auch, wo sollen die sich anstecken? Im Stau? Beim Rodeln? Man will doch nur ein bisschen in den Schnee. Mir haben sich eher diese typisch deutschen Spießerberichte eingeprägt, wo sofort von Chaos die Rede ist, nur weil Parkplätze knapp werden. Die Leute parken dann an der Bundesstraße. Das würde in einem angenehmen Land toleriert, in Deutschland kommen sofort die Ordnungswahnler, die aus einer zugeparkten Bundesstraße den Untergang ableiten.

    In Süditalien gibt es Autobahnen, da verkaufen auf dem Standstreifen die lokalen Bauern ihre Produkte an die Reisenden. Man hält einfach an, kauft, und fährt weiter. Finde ich sympathisch. Habe ich auch schon in Norditalien erlebt. In Deutschland würden lauten empörte Berichte entstehen.

    neumondschein,
    die, die einstmals die Grünen gegründet haben: Welche Relevanz hat das heute? Das ist 40 Jahre her. Wie schon gesagt, da gab es merkwürdige Leute, aber das ist bei einer Neugründung normal.

    Querdenken ist in allererster Linie der real-life-Ausdruck von Netzverschwörern. Da hängen rechte Esoteriker schon immer mit drin, heiliges Wasser und irgendwelche Schwingungen und solches Zeug. Ich bin niemand, der die Grünen generell verteidigt, aber was haben die heute mit diesen Leuten zu tun? Im Gegenteil: Die Grünen sind den Verschwörern das größte Dorn im Auge, die schlimmste Partei überhaupt.

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  45. Hugo schreibt:

    @Schneeaktivitäten; ich hab mit Leuten gesprochen , die halt gleich frühs Rodeln waren mit den Kids, da wars halt ab 11 brechend voll auf den Parkplätzen und Menschentraube über Menschentraube auf dem nächstgelegenen Hang und halt viele schon mit Alhohol am Start incl. Kioskverkauf von Alkoholika, rumliegendem Müll etc., deswegen mein Vorschlag bzgl. der Koordination. Ramelow hat da jetzt auch schon wieder zurückgerudert@ 15km-Umkreis. Übrigens ist Straßenrandparken eher suboptimal, da liegt der Schnee von den Räumfahrzeugen ;) .

    @“harmlose Waldorfschulen“: https://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/weimar/waldorfschule-weimar-gewalt-vorwuerfe-krise-100.html u.ä.
    Zusammenfassung meinerseits; wenn eine*r seine Kinder ned selber physisch und psychisch mißhandeln will, werdense auf die Waldorfschule geschickt, weil der Staat ist da ned nur auf beiden Augen blind, die haben de facto Narrenfreiheit (was jetzt eigentlich ne Beleidigung des ehemaligen Berufsstands „Narr“ ist).

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  46. Jakobiner schreibt:

    Ja,dieGruenen sind heterogen und auch nach Bundesländern und Regionen verschieden.Ich habe auch nicht behauptet,dass die Grünen die treibende Kraft bei Querdenken sind,ja sie distanzieren sich auch davon,aber ein Teil.ihrer Wählerschaft in BaWue und Bayern sind halt grob esoterisch drauf.Das könnte man letztens bei Hart,aber Fair beobachten,als Boris Palmer auf diesesProblem innerhalb der Grünen hinzuweisen nach dem Motto:Wie sag ich s meinem Kinde.
    Die Ereignisse in den USA ums Capitol. zeigen,wohin diese Querfront mit ihren Bundestagssturmtrockenübungen hin will.Hoecke hofft ja auch laut COMPACTinterview auf ein neues Wir in Deutschland.

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  47. genova68 schreibt:

    Ja, Hugo, keine Ahnung, ich war nicht im Schnee. Mir fällt nur auf, dass wir heute, auch in den Medien, schneller von Chaos sprechen als früher. Chaos wegen Schneefall, Chaos wegen Rodeln, Chaos wegen Hitze, ständiger Ausnahmezustand. Nicht nur Chaos, auch Empörung geht heute schneller. Ich las kürzlich eine Ausgabe der Arch*, einer linken Architekturzeitschrift, aus den frühen 1980er Jahren. Dort kam Leon Krier zu Wort, ein rechter, regressiver Architekt. Es wäre heute undenkbar, dass der dort noch publiziert, es wäre ein Skandal. Oder alte Schminanski-Tatorte. Jeder einzelne Tatort würde heute für einen Skandal sorgen, schon wegen des Wordings.

    Mir sind das zu viele Skandale, zu viel Heuchelei eben auch. Empört ist man vermeintlich immer auf der sicheren Seite. Unvergessen auch die Empörung, weil Fußballfans „Hurensohn Dietmar Hopp“ auf ein Plakat geschrieben haben. Zwei Tage lang Dauerempörung, dann der erste gute Kommentar in der taz.

    Noch schlimmer war die Empörung über das brennende Notre-Dame-Dach in Paris. An solchen Situationen sieht man, dass man mittlerweile schon sehr vorsichtig sein muss mit den Medien. Es sind heute zu viele Journalisten unterwegs, die Schreiben gelernt haben, aber sonst nichts. Die Politische Korrektheit tut ihr übriges.

    Zu der Kapitolstürmung: Angeblich finden 46 Prozent der Republikanerwähler die Stürmung gut. 20 Prozent der Amis insgesamt. Das ist eine Menge. Ist irgendwie lustig. Nichts gegen eine Stürmung eines kapitalistischen Parlamentes. Allerdings sollten es nicht gerade solche Knallköppe sein.

    Was sagt das? Wenn wir davon ausgehen, dass Kapitalimus und Demokratie nicht zusammengehen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es knallt, hier bei uns auch. Das Problem ist natürlich, dass nun rechte Idioten den Ton anzugeben versuchen. Aber die Zustände werden sich auch hier verschärfen und das Totalversagen der SPD, beispielsweise bei der Gentrifizierung, zeigt deutlich, dass auch hier weite Teile des „Volkes“ nicht mehr vertreten werden. Oder dass man in den USA Milliardär sein muss, um zu kandidieren. Alleine das müsste sofort behoben werden. Insofern hat eine Parlamentsstürmung immer auch einen emanzipatorischen Aspekt.

    Mir reden hier auch viel zu viele Lackaffen von „Wir Demokraten“. Sich gegen Rechte, Querdenker, Nazis zu positionieren, darf nicht heißen, sich mit der herrschenden Klasse gemein zu machen.

    P.S.: Ich habe gerade zufällig einen sechs Jahre alten Artikel aus „Der Architekt“ gelesen, es geht dort um Bodenverwertung. Demnach kam schon damals die Immobilienwirtschaft auf eine Bruttowertschöpfung von 450 Milliarden Euro jährlich, sechsmal mehr als der Fahrzeugbau. Die Zahl ist seitdem vermutlich deutlich gestiegen, nicht nur wegen steigender Preise für Immobilien, auch wegen massiv gestiegener Bodenpreise. Das fließt in die gesamtwirtschaftlichen Zahlen als Wachstum ein, Deutschland geht es also gut.

    Alleine das ist so absurd, dass es dringend Änderungsbedarf bräuchte, gerne auch eine zünftige Revolution. Und das ist nur ein Beispiel für die Absurdität des Systems. Darüber empört sich niemand. Trottel, die ein bisschen Parlamentsbesetzung spielen, sind da offenbar empörender.

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  48. Jakobiner schreibt:

    Das ist eine Frage:Was ist die Reaktion auf den Sturm aufs Kapitol?Eine mehrheitliche,multirassische antifaschistische Democracy Mattersbewegung statt einer Minderheitenidentitaeten Black Lives Mattersbewegung?Aber wie Genova sagt:Unter Wir Demokraten kann sich viel Volk mischen.Ein Bush jrlauch.

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  49. genova68 schreibt:

    Ich glaube,dieser Kapitolsturm war eher symbolisch. Man wird sich wohl überlegen, wie man das Parlament künftig besser schützen kann. Problematisch ist eher die Teilverbrüderung von Polizisten mit den Rechten. Das ist ja auch hierzulande zu beobachten und wirkt in den Alltag hinein. Polizisten sind generell anfälliger für rechte Bewegungen als der Durchschnitt.

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  50. Hugo schreibt:

    https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-01/cdu-vorsitz-friedrich-merz-linke-konservativismus-liberalismus/komplettansicht
    Als meine Zusammenfassung: Robert Pausch rät den „links“ der CDU stehenden Parteien ab, Merz als (potentiellen) CDU_kanzlerkandidaten und damit einfaches Feindbild abzufeiern und somit den nächsten Blabla-Wahlkampf machen zu wollen, wo jede*r weiß, daß da eh ned viel von dann doch in die zukünftige Gestaltung des Landes unter Mitwirkung eines Teils oder aller „linken“ Parteien einfließt. Damit geb ich ihm durchaus recht, auch damit, daß Merz als potentieller Kanzlerkandidat eine weichgespülte Version seiner selbst wäre. (Und somit eigentlich „gefährlicher“ m.M.n. .) Ich halte des (Zitat a.d. Artikel): „Und selbstverständlich ist Merz noch immer ein Vertreter der haushalterischen Disziplin und migrationspolitischen Strenge.“ für ned nur einen Zacken zu euphemistische Personenbeschreibung, der Merz ist inhuman und das sollte mensch klar so schreiben.
    Ohne den ganzen Artikel zu zerpflücken; alleine deswegen: „Wenige haben dies besser verstanden als die CSU und etwa ihr Generalsekretär Markus Blume, der unlängst einem halbwegs verdatterten Interviewer der scheinkonservativen NZZ erklärte, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau schon immer ein christdemokratisches Kernanliegen gewesen sei und man deshalb selbstredend auch eine Frauenquote unterstütze. Ganz so, als habe Franz-Josef Strauß dereinst höchstpersönlich in Latzhose den ersten Kinderladen eröffnet. Vor so viel Chuzpe darf man durchaus Respekt haben.“ *loool* hat es sich gelohnt, den Artikel zu lesen.

    Genova: „Alleine das ist so absurd, dass es dringend Änderungsbedarf bräuchte, gerne auch eine zünftige Revolution.“
    Des was der Pöbel und seine (geistigen) Brandstifter grade abzieht, wäre „revolvare“ also zurückdrehen; wahlweise zum Kaiser, zum NS, zu Adenauer, zur DDR. Auf alle Fälle „ohne Ausländer“ , antidemokratisch und autoritär.
    Richtig wäre Emanzipation (Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit; Selbstständigkeit; Gleichstellung), welche halt wie jeder gute Fortschritt bei einem*r selber beginnen muß!
    *Hugh*

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  51. Jakobiner schreibt:

    Capitol Sturm nur symbolisch?Heute warnt das FBI vor“bewaffneten Protesten“-welch ein Euphemismus-in allen Hauptstädten der Bundesstaaten und in Washington zur Amtseinführung Bidens.Da werden wahrscheinlich mehr Trump-denn Bodenanhänger anwesend sein und da ist die Polizei und Nationalgarde noch nicht eingerechnet.Alles nur Symbolik?

    Zu Merz gibt es in der online-Ausgabe desFreitag noch einen sauguten Artikel,der ein hervorragendes Portrait ist.

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  52. genova68 schreibt:

    Jakobiner,
    der Sturm aufs Kapitol war symbolisch, weil die vor allem Selfies machten. Sie produzierten Bilder, aber keine politische Veränderung. Sie versuchten nicht, konkret die Macht zu übernehmen. Was noch alles passieren kann, ist eine andere Geschichte.

    Hugo,
    ja, das, was die Rechten gerade machen, ist indiskutabel. Mich stört aber, dass ich mich nun einem Mainstream anschließen soll, der vor allem die Hufeisentheorie rausholt und von den Rändern spricht, die gerade gefährlich würden.

    Von der Meinung des Zeit-Artikels halte ich nichts, weil ich einen Lagerwahlkampf für sinnvoll hielte. Es bräuchte klare Alternativen. Bei meinem Lieblingsthema Gentrifizierung wäre das eine klare Absage an die kapitalitische Baulogik, gerne auch mit Vereinfachungen. Die Bösen sind hier alle, die private Investoren bevorzugen und aus dem Wohnen Rendite schlagen wollen. Es braucht hier eine Feindbildproduktion mit gleichzeitigem Aufzeigen von Alternativen. Das muss hart und eindeutig sein. Merz wäre somit ein guter Kanzlerkandidat, weil er sich für Feindbildproduktion eignete.

    Das Problem ist leider, dass dieses linke Lager nicht existiert, so scheint es zumindest. Insofern wird es so weiterlaufen wie bisher: Die Unterschiede zwischen den großen Parteien sind kaum auszumachen, es ist egal, wen man wählt. Das allerdings halte ich nicht für ein sinnvolles Politikverständnis.

    Die Journalisten sind in weiten Teilen derzeit auch nicht in der Lage, abseits von gefühligen Themen und Klimaschutz ernsthaft Inhalte zu transportieren. Selbst beim DLF freut man sich vor allem darüber, wenn man die Gendersternchen richtig spricht. Alles, was die kapitalistische Logik in Frage stellt, ist tabu. Nicht aus Überzeugung, sondern aus dem Gefühl heraus, sich nicht mit Grundsätzlichem beschäftigen zu wollen.

    P.S. zum Lagerwahlkampf: Die Zeit-Analyse von Pausch behauptet, selbst Merz tauge nicht als Feindbild. Das ist eine Frage der Darstellung. Merz steht am deutlichsten für die, die – wieder fallbezogen auf Gentrifizierung -, den harmlosen rot-rot-grün-Kurs von fünf Jahren Mietendeckel als Rückfall in die DDR bezeichnen. Pausch entlarvt sich dabei selbst: Der Lagerwahlkampf wird von rechts schon dann ausgerufen, wenn es nur zu einem Mietendeckel kommt. Nachdem in den letzten zehn Jahren sich die Neumieten vermutlich verdreifacht haben, die Wohnungspreise auch, wird beim zaghaften Gegensteuern vom Gegner die DDR hervorgekramt. Die leichte Schmälerung der gigantischen Gewinne im Immobiliensektor ist schon Grund genug für Lagerdenken. In Bezug auf den Mietendeckel sieht man also, wie schnell die Rechte ins Lagerdenken übergeht und diffamiert, wenn sie die eigenen Felle bedroht sieht.

    Es wäre klüger, sich selbstbewusst als linkes Lager zu bezeichnen und damit in die Offensive zu gehen. Die Anpasserei an die Mitte bringt den Linken so viel wieder CDU die Anpassung an die AfD: Stimmenverluste. Man braucht eine überzeugende Haltung, mit der man nach draußen gehen kann. Reicht es nicht, ist es auch nicht schlimm. Aber man sollte es probieren.

    Der vorletzte Satz von Peusch zeigt seine Ahnungslogikeit:

    Inmitten einer existenziellen Krise, die soziale, ökonomische und ökologische Fragen neu ins Bewusstsein schiebt, flüchtet sich die Linke in strategische Nostalgie. Die Utopie sind die Kämpfe von gestern.

    Er behauptet ernsthaft, es gebe eine existenzielle Krise, aber klar Stellung beziehen darf man nicht. Selbst der einst positiv besetzte Begriff von Utopie darf in einer existenziellen, also um alles gehenden Krise, nicht benutzt werden, er ist ein Tabu.

    Wer ist eigentlich diese Flachbrenner Pausch? 1991 geboren, Politikwissenschaftler, schreibt für Cicero und die taz. Für mich unfassbar, sich als Politikwissenschaftler zu bezeichnen und solch einen Quatsch zu schreiben, vor allem unlogischer Quatsch. Wenn ich eine existenzielle Krise habe, ist eine Utopie geradezu notwendig.

    Leute wie Pausch lassen einen an der aktuellen Qualität von Unis zweifeln. Es werden unangenehme Leute hochgespült. Aber er ist Absolvent der Henri-Nannen-Schule. Er kann schreiben und damit seinen Quatsch gut verkaufen.

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  53. Jakobiner schreibt:

    Was noch passieren kann und wird,hat heute Abend die Frontal-Sendung des ZDFs ganz gut gezeigt.Auch in Deutschland formiert sich jetzt eine Szene,die TrumpsSturm aufs Kapitol nachahmen will und ideologisch vom Chefökonom der Degussa und deren Chef sowie deren Besitzer Baron von Finck in Verbindung mit dem Ludwig Van Mise-Institut und der AfD aufgebaut wird,zumal die Degussa auch den Goldhandel der AfD zur Parteienfinanzierung interstuetzte.Näheres siehe ZDF-Mediathek. Und sie schreiben selber in dem Buch des Degussa Chefs“Die bürgerliche Revolution“, dass bei der kommenden Wirtschaftskrise dieKonterrevolution gegen den progressiven Sozialismus zu starten ist.Interessant,dass da schon Merkel als sozialistisch gilt und der NewGreen Deal der Global sustainable Developmentziele der UNO.Wie du richtig sagst:Mit Feindbildbildung haben die keine Probleme und der Faschismus braucht keineswegs den Kommunismus als realen Gegner,sondern behauptet jeden Keynesianer und Demokraten,der für Klimaschutz und Soziales eintritt schon alsKommunisten.Interessanterweise auch zunehmende Teile der chinesischen Opposition,allen voran die Falungong mit ihrem neuesten Buch Wie der Teufel die Welt kontrolliert. Da wird alles,was für Umweltschutz undSoziales ist,zum Neokommunismus erklärt.Nicht mehr nur die KP China.Privateigentum und Familie und ein Staat für Reiche ist da der Kern und es zeigt sich,wie Rechtsradikalismus und Marktradikalismus zusammengehen.Auch halte ich es für ein Gerücht,dass in Krisenzeiten sich Teile Kapitals nicht mehr für Faschismus entscheiden könnten.Das ist auch so eine Lebenslüge der Nachkriegs-BRD. Als Lektüre sei noch empfohlen:Leo Trotzki Portrait des Nationalsozialismus.

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  54. genova68 schreibt:

    Danke für den Hinweis auf diese Leute, das ist wichtig. Degussa, Markus Krall, auch Max Otte, Mises-Institut etc. Das ist eine AfD-Truppe, die intellektuell tut, vermutlich über Vermögen verfügt, und den Systemwechsel, wie man das nennt, will. Teilweise Mitglieder der CDU, aber Höcke verteidigend. Teilweise Neolibertäre, wie Weidel, Ayn-Rand-Fans. Wahlrecht nicht mehr für Transferempfänger, ist eine Forderung aus dieser Ecke, wie auch aus der Sachsen-AfD.

    Es ist interessant, wie nahe radikale Kapitalisten und Faschisten sich sind. „Eigentümlich frei“ zeigt das deutlich. Kapitalismus und Faschismus, ein Dauerthema, wobei das keine natürliche Verbindung ist, würde ich sagen. Ideologisch ist es eher die Menschenverachtung, die beide Lager verbindet. Faschismus ist radikal wertsetzend, lebenswert und unwert, wie auch der Kapitalismus sich alleine um den Wert, also den Tauschwert einer Sache kümmert.

    Die Querdenker sind der Straßentrupp dieser Leute.

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  55. Jakobiner schreibt:

    Matthias Kralls Buch „Die bürgerliche Revolution“schaffte es März 2020 sogar auf den SPIEGEL-Bestsellerliste auf Platz 2.Darin ruft er offen zur „Konterrevolution“auf.

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  56. Hugo schreibt:

    Genova: „Die Anpasserei an die Mitte bringt den Linken so viel wieder CDU die Anpassung an die AfD: Stimmenverluste. Man braucht eine überzeugende Haltung, mit der man nach draußen gehen kann.“
    Und genau des wird ned passieren; z.B. die Grünen und die LINKEn sind hier in Thüringen beim Thema Windparks im Wald einen ganz miesen Kuhhandel eingegangen. Im Gegenzug für die CDU-Zustimmung zum Haushalt quasi dem Blablabla-„Wahlversprechen“ der CDU (und AfD) daß der arme, eh durch Autobahn (A71/73), ICE-Strecke und eine gebaute und mindestens noch eine geplante Hochspannungstrasse übelst zerpflückt wurde (alles CDU-Regie) Forst (weil mehr isses hier auch ned) jetzt ned noch paar Windräder ertragen kann. Daß die SPD hier eh zugestimmt hat, braucht mensch fast garned mehr zu erwähnen.
    Zum Thema Gentrifizierung/Mieten/nichtvorhandenen sozialen Wohnungsbau musst Du nur bei Dir in Berlin gucken, da hast Du ja auch schon mehr als nur nen kleinen Stapel DIN-A4-Seiten-Äuqivalente hier in Deinem Blog vollgeschrieben.
    Also Du mußt den Pausch ned mögen, nur war der Vorschlag einer anderen Wahlkampfstrategie von RRG ned Kern seines Artikels, mal so am Rande…

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  57. genova68 schreibt:

    Ja, Hugo, im Moment sehe ich die linke Erweckung auch nicht. Man sollte aber darauf hin arbeiten. Pausch schägt vor, dass alle das gleiche fordern, nur die einen ein bisschen mehr als die anderen. Das haben wir nun seit 20 Jahren und genau das ist das Problem. Das halte ich nicht für eine erfolgversprechende Strategie.

    Ob Zweiklassenmedizin, zu viel Macht großer Konzerne, zu hohe Vermögen, Niedriglohnsektor, Artenschutz, Mobilität, Wohnen, Steuerausfälle auf EU-Ebene, Bildung, Infrastruktur und vieles mehr: Da würde ich deutliche Alternativen setzen, die einfach vermittelbar sind. Kapitalismuskritik. Das wäre die Aufgabe einer Linken. Dass die bisherige Strategie sich nicht auszahlt, sieht man an den Wahlergebnissen.

    Außerdem geht es um Themensetzung in der Öffentlichkeit. Linke Themensetzung kommt kaum vor. Die Bodenfrage beispielsweise könnte man bundesweit radikal setzen und gucken, was passiert. Kontroversen schaden einer Demokratie nicht, im Gegenteil.

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  58. genova68 schreibt:

    Ich habe eine generelle Verständnisfrage zu dem Umgang mit Corona: Die Altersstruktur der Verstorbenen ist frappierend: Die Null- bis 59-Jährigen haben einen Anteil von 0,7 Prozent an den Gesamttoten. Die 60+-Toten haben einen Anteil von 99,3 Prozent. Das bedeutet, dass Covid 19 für Schüler und bis hinein in die 50er praktisch ungefährlich ist, abgesehen von den Vorerkrankten. Wäre es nicht sinnvoller, die Alten zu separieren? Eigene Einkaufszeiten etc? Das wurde im April diskutiert, die Diskusison ebbte aber schnell wieder ab.

    Ich finde leider keine Zahlen zur altersmäßigen Zusammensetzung der Intensivbettenbelegungen. Ich vermute ein ähnliches Zahlenverhältnis.

    Kann es sein, dass der Lockdown am Ziel vorbeiläuft? Mache ich einen Denkfehler?

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  59. Hugo schreibt:

    @Genova; Du kannst des ned an der Zahl der an/mit Covid19 Verstorbenen festmachen, die Risikogruppe sind auch Schwangere, Immunsupprimierte, sonstig Vorerkrankte, Krebspatienten….
    Nächster Punkt sind die KH und die Angst, daß die doch irgendwann mal aussuchen müssen, wer behandelt wird. Da liegen auch jüngere und ned zwingend auf Intensiv und es gibt ja noch Schlaganfälle, Herzinfarkte, Unfälle etc. .
    Es leben auch ned alle 60+ im Altenheim, die meisten sind noch mehr oder weniger rüstig oder werden daheim gepflegt. Ergo isses Käse ala Boris Palmer (und AfD), die Altenheime in Internierungseinrichtungen verwandeln zu wollen, zumal das Personal ja auch mal Feierabend hat.
    Was das Einkaufen angeht; das hab ich hier garantiert hier irgendwo auch ma geschrieben; mensch aller Altersklassen müsste nur zu zugewiesenen Tagen in zugewiesene Kaufhallen rennen dürfen, also Dorf/Straßenzug A am Montag und Donnerstag in den Aldi, B Di. und Fr. C Mi. und Sa., Dorf/Straßenzug F-H in den Edeka usw. usf. .Damit vermeidet mensch ned nachvollziehbare Kontakte. Beim ÖPNV müsste es dann Priorisierung (also auch nimmer anonym) und ausreichend Platz/Belüftung/UV-Strahlung geben. Beim (noch) selbstständigen Bäcker/Fleischer/Gemüseladen dito.
    Und wenn die Leute disziplinierter wären mit dem Tragen von MNS und Abstand, ned die Schnauze halten würden, wenn die doch Kontakt zu positiv getesteten hatten, auf ihrer Arbeit auch umsichtiger wären und im Zweifelsfall sich krank melden, dann, ja dann, hat mer ne Chance die Infektionszahlen zu drücken und das Dunkelfeld der ned auffällig Infizierten einzudämmen.

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  60. genova68 schreibt:

    Genau, es gibt Risikogruppen. Das bedeutet auch, dass es Gruppen ohne oder mit minimalem Risiko gibt. Die 99,3 Prozent kann man nicht wegdiskutieren. Es ginge nicht um Straßenzüge, sondern um Risikogruppen. Ich weiß nicht, ob das realisierbar wäre, aber ich vermisse die Diskussion. Die Schüler jedenfalls, die jetzt alle nicht in die Schule gehen, wären für sich selbst keine Gefahr. Sie könnten sich massenhaft anstecken, dann gäbe es schneller Herdenimmunität. Sie dürften nur nicht in Kontakt mit den Risikogruppen kommen.

    Jetzt darf keiner mit keinem in Kontakt kommen.

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  61. Hugo schreibt:

    Um festzustellen, wer zu Risikogruppen gehört, müsste es quasi Komplettreihenuntersuchungen von 83+ Mio hier lebenden Menschen geben. Kann mensch ja bei den Lehrern mit anfangen, die Schüler pennen dann mit ihren Lehrern in der Schule, damit sie als potentielle Überträger für Mama, Papa, Oma, Opa, Onkel, Tante, die dann wieder Schwester, Bruder, Mama, Papa anstecken… ausfallen. Oh, ich vergaß, die haben in den Schulen oft ned mal gescheite Scheißhäuser, die Schulküchen sind weggespart, etc. pp. .
    „Mein“ Oberbodo hat eine mehr oder minder Komplettstilllegung (also so kurz vor der China-Variante) des Landes in den Raum geworfen. Mal für zwei Wochen oder so. Ja und dann? Wir sind hier mitten in Europa und ned Neuseeland mit zwei größeren Inseln.
    Und ja, auch mir fällt langsam die Decke aufn Kopf und ja, ich kanns nachvollziehen, daß keine öffentliche und offene Diskussion seitens der Obrigkeit geführt wird; die wären ja ihres Lebens nimmer sicher… Den Kretschmer/Sachsen hat der Pöbel ja schon daheim besucht: „Auf einem Plakat etwa stand folgender Spruch: »Wer Völkermord betreibt, hat das eigene Lebensrecht verwirkt!«“ ( https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/michael-kretschmer-in-grossschoenau-mit-rechten-reden-aber-richtig-a-b9f32716-1a2a-45bd-96b0-5bedb1b90368-amp )
    Das Plakat sind in D. zwei Straftaten; Verharmlosung des Holocaust und Aufruf zur Lynchjustiz.

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  62. genova68 schreibt:

    Die Risikogruppenfeststellung könnte man schätzen, das wäre meines Erachtens ziemlich einfach: Alte (jeder kennt sein Alter) plus Risikogruppen, und da weiß jeder selbst, ob er Asthma hat. Übertragung von Schülern an Eltern wäre ungefährlich, es gäbe wahrscheinlich keine Symptome bis maximal mittelschwere Grippe. Die Alten müssen separiert werden. Ob und wie das geht, ist die Frage.

    Vielleicht wäre zwei Wochen Totallockdown gut, aber ich finde es gewagt, Millionen von Schülern auszusperren, obwohl Corona für Schüler ungefährlich ist. Wie gesagt, bis ins Alter von 60 Jahren ist Corona ungefährlich. Das weiß man jetzt, will es aber offenbar nicht zugeben. Die Medien versagen mal wieder, weil sie nicht kritisch nachfragen. Ein Beispiel dafür ist die Altersstruktur der Intensivbettenbelegungen. Es gibt dazu keine veröffentlichten Zahlen. Diese Zahlen sind aber wichtig: Wenn es tatsächlich viel Junge auf Intensivstationen gibt, nehme ich das von mir Gesagte zurück. Ich bezweifle das aber, ich vermute, die meisten Jungen in Krankenhäusern sind auf Normalstationen.

    Beim Schutz der Alten versagt die Regierung massiv, beim Schikanieren von Jungen ist sie sehr gut. Das ist mein vorläufiges Fazit, wenn meine Argumente nicht entkräftet werden können.

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  63. Hugo schreibt:

    Beim Schutz der „Alten“ versagen die „Alten“ massiv. Ich geh maximal 2x pro Woche in die Kaufhalle und zum Bäcker. Was ich da sehe, sind Masken unter der Nase, Oma und Opa kaufen gemeinsam ein, beim Bäcker am Mittwoch war ne Ü-60-Jährige, die quatschte bestimmt schon 5 min mit der Bäckereifachverkäuferin, hatte einen Schal um den Hals, den die Trulla so halbwegs vor die Gusche nestelte als ich den Verkaufsraum betrat. Usw. usf. .

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  64. genova68 schreibt:

    Ja, diese Alten gibt es wohl. Aber letztlich ist jeder seines Glückes Schmied. Die Informationen müssen alle erreichen, aber Selbstgefährdung ist nicht verboten.

    Ich verstehe auch nicht, warum nicht längst jeder zuhause seine Selbsttests macht, Altenpfleger eben vor jeder Schicht. Geht anderswo.

    Mir wäre es schon recht, wenn die aktuelle Politik stärker unter Beschuss gerät. Die Spahn-Merkel-Euphorie ist mittlerweile typisch deutsch, es ist ein Ausfluss des deutschen Banalo-Nationalismus, der seit 2006 massiv zugenommen hat.

    Es ist in der unkritischen Berichterstattung auch völlig untergegangen, dass schon 2013 ein Pandemieplan veröffentlicht wurde, den die Bundesregierung komplett missachtete. Sie hätte sonst zig Millionen FFP-2-Masken gelagert, genau wie mehr Desinfektionsmittel. Es ist eigentlich ein Versagen, das zum Rücktritt von Politikern führen müsste, wenn man sich dagegen die Politik vieler asiatischer Länder anguckt.

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  65. Hugo schreibt:

    Die Trulla beim Bäcker hat die Bäckereifachverkäuferin und mich gefährdet ;) .
    Deswegen find ich des mit den FFP2-Masken in Bayern von der Sache her richtig; die kann mensch nämlich ned unter die Nase knören. Allerdings werd ich, falls des in Thüringen kommt, ned meinen Bart abschneiden, zur Not isser eine religiöse Notwendigkeit *lol*.

    Das mit dem Pandemieszenario wurde im Spätwinter/Frühfrühling 2020 thematisiert.
    Mein Bruder meinte die Tage, daß wohl jede Handwerksklitsche mit 10 Leuten besseres Krisenmanagement hinkriegen würde wie Berlin, die 16 BL und die 401 Kreise /Kreisfreien Städte zusammen.
    @Spahn; der aufgedunsene JU-Berufsjugendliche war die Tage für den Jens als Kanzlerkandidat; es kann also nur schlimmer als Merkel werden…

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  66. grandgoschier schreibt:

    Zu genovas Verständnisfrage von gestern: Es hilft, sich ein bischen mit Mathe zu befassen.

    Der Einfachheit halber nehme ich mal an, Risikogruppe sind einfach nur die über 60jährigen. Wie sollte man diese große Gruppe isolieren können?

    Denn wenn diese Isolierung nicht vollkommen ist, also irgendeine Durchlässigkeit zwischen den Altersgruppen bleibt, funktioniert das Verfahen nicht, sobald in der jüngeren Bevölkerung die Seuche durchläuft. Mathematisch gesprochen: Das exponentielle Ansteigen der Zahl der Infizierten in einer Gruppe wird sich immer auf die anderen Gruppen übertragen, wenn diese nicht völlig voneinander isoliert sind. Die Teilisolation bewirkt nur eine Verzögerung des Wachstums, also einen zeitlichen Versatz der Exponentialkurven. (Das ist vergröbert, ich weiß, logistische Kurve usw. Bei noch weitgehend immunologisch naiver Bevölkerung aber ganz zutreffend.)

    Praktisch gesprochen: Wenn alle außerhalb der Risikogruppe infiziert werden, wird es die Risikogruppe mit Verzögerung auch.

    Die Frage wäre dann, ob man eine für die Impfung ausreichende Verzögerung hinbekommt.

    Ich finde es daher ganz schlüssig, beides zu tun: Die Risikogruppe möglichst schützen (was ist „isolieren“ genau?), aber aufgrund des „Übersprechens“ der Gruppen auch die Gesamtinzidenz möglichst abzusenken. Im übrigen würde ich mir auch (obwohl noch außerhalb der Riskogruppe) diese Seuche gern ersparen. Klingt wirklich nicht nur nach einer kräftigen Erkältung.

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  67. genova68 schreibt:

    Danke für die Infos, Grandgoschier,

    Praktisch gesprochen: Wenn alle außerhalb der Risikogruppe infiziert werden, wird es die Risikogruppe mit Verzögerung auch.

    Das würde gelten, wenn man sich beide Gruppen als Ballons vorstellt, die aber in sich völlig durchlässig sind. Man müsste sich den Ballon der Alten aber eher so vorstellen, dass er aus lauter einzelnen, dichten Zellen besteht. Vorausgesetzt, die Alten würden zu einem Teil sich unvorsichtig verhalten, dann würden sie infiziert, zu einem zweiten Teil aber vorsichtig verhalten, die würden nicht infiziert, das wären also die vielen untereinander isolierten Zellen. Insofern wäre es kein exponentielles Wachstum.

    So denke ich mir das zumindest. Hättest du recht, wären die aktuellen Maßnahmen gerechtfertigt.

    Isolieren würde bedeuten: AHA-Regeln, FFP-2-Masken, Schnelltests aller involierten Personen. Das ist fies, aber Isolierung ist ja die Maßgabe der aktuellen Politik.

    Was gegen meine Überlegungen spricht: Die Spätfolgen, unter denen offenbar auch 20 Prozent der Jungen zu leiden haben: Herzrasen, Schlappheit und mehr.

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  68. Hugo schreibt:

    „Bei noch weitgehend immunologisch naiver Bevölkerung aber ganz zutreffend.“
    Bildungsresistent wäre ned ganz so euphemistisch, triffts aber besser; wenn die Leute ned ihr Leben mit fragwürdigen YT-Videos u.ä. verschwenden würden sondern einfach mal die Zeit bei wikipedia investieren, bräucht mer sich ned den Mund fusselig zu reden (im realen Leben).
    Gute Erklärung@grandgoschier!

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  69. genova68 schreibt:

    Vielleicht sollte man die Aufmerksamkeit auch mehr auf die Schnelltests lenken, die anderswo, in Asien, Standard sind. Denn es müssen ja eigentlich nur die Infizierten isoliert werden.

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  70. grandgoschier schreibt:

    @Hugo: „immunologisch naiv“ bezeichnet den Zustand einer Bevölkerung, die einen Erreger noch nicht kennt. Bei einem Erreger, der schon lange unterwegs ist, sind das nur die Kinder (das sind dann die typischen Kinderkrankheiten). Bei einem neuen Erreger sind das alle. Die Indianer sind „immunologisch naiv“ an Kinderkrankheiten gestorben, letztens las ich, zu 90%. Das ist ein unvorstellbares Massensterben gewesen.

    Das heißt aber auch, daß der Zustand der immunologisch naiven Bevölkerung irgendwann endet. Immerhin.

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  71. grandgoschier schreibt:

    @genova68: du sagst: „Man müsste sich den Ballon der Alten aber eher so vorstellen, dass er aus lauter einzelnen, dichten Zellen besteht.“

    Das stimmt natürlich. Dann würde ich gern folgendes vorschlagen: Wir stecken alle (wirklich alle, nicht nur die Alten und sonstige Riskanten) in solche Einzelzellen. Nach zwei Wochen ist dann der ganze Spuk vorbei und die Seuche weg. Ausgerottet. Warum macht das nur keiner?

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  72. Hugo schreibt:

    @grandgoschier; *oops* und danke für die Erklärung; bin nur Hobby-immunologe *lol*.
    „Warum macht das nur keiner?“ Weil dann die Menscheit immernoch zum überwiegenden Teil nix mit Covid19 persönlich zu tun hatte und irgendwo und irgendwie (wie bei Masern & Co.) immernoch das böse Virus lauert und wieder „zuschlagen“ würde?!? (Also selbst wenn die zwei Wochen, die nu eher mindestens vier wären, weil „Einzelhaft“ funktioniert logistisch ned, hypothetisch klappen könnten.)

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  73. genova68 schreibt:

    grandgoschier,
    das ist ja das, was derzeit diskutiert wird. Zwei Wochen kompletter Lockdown. Das schlägt gerade irgendeine Gruppe vor, deren Name ich mir nicht gemerkt habe.

    Aber ok, wenn es nicht anders geht, dann machen wir halt so weiter. Eine breitere Diskussion fände ich jedenfalls horizonterweiternd.

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  74. grandgoschier schreibt:

    Nee, lieber genova, das ist ja der Punkt. So eine totale Isolation aller Einzelnen ist offenbar nicht machbar (wenn man nicht sehr totaäitäre Maßnahmen möchte, die meiner Einschätzung nach hierzulande niemand fordert). Manche Leute haben Kinder. Isolier die mal voneinander. Manche Leute (in der Risikoguppe: viele) sind auf Hilfe von anderen Menschen angewiesen, also: müssen Kontakte haben. Essen müßte auch noch verkauft werden, also: Kontakte. Ich will darauf hinaus: Die Vorstellung, eine Gruppe zu isolieren, ist illusorisch. Man kann und muß sie (die Risikogruppe) bestmöglich schützen, das ist wohl bei Allen unbestritten. Daß man sie aber komplett isolieren könnte…: wie soll das gehen?

    Mir scheint es ein falsches Lagerdenken zu geben: Die, die den hardcore Lockdown wollen, gegen die, die die Risikogruppe schützen wollen. Das ist meines Erachtens eine ganz sinnlose Alternative. Man sollte über interessantere Fragen diskutieren.

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  75. Hugo schreibt:

    „Zero Covid“ https://weact.campact.de/petitions/zerocovid-fur-einen-solidarischen-europaischen-shutdown
    „Das entschlossene Handeln etlicher Länder hat gezeigt, dass es möglich ist, die Verbreitung des Virus zu beenden.“ Naja:
    https://www.sueddeutsche.de/politik/irland-coronavirus-regierung-mutation-michael-martin-1.5173387 „Im Grunde war alles zu, bis auf Schulen, Kitas und lebensnotwendige Geschäfte wie Supermärkte und Apotheken. Treffen von Angehörigen unterschiedlicher Haushalte waren verboten. Den Bürgerinnen und Bürgern war es lediglich erlaubt, sich im Umkreis von bis zu fünf Kilometern von ihrem Zuhause zu bewegen. Zum Arbeitsplatz durfte nur, wer eine spezielle Genehmigung hatte.“

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  76. genova68 schreibt:

    Ja, Zero Covid, das ist die Gruppe, die ich meinte.

    grandgoschier,
    man sollte das schon breiter diskutieren und nicht einfach abtun. Palmer macht das in Tübingen anders und die Inzidenz liegt aktuell bei knapp 100, also relativ niedrig. Es gibt dort Apelle, zu bestimmten Zeiten nur als Senior einkaufen zu gehen. Laut Palmer funktioniert das „leidlich“, es scheint rein freiwillig nicht zu klappen.

    Alternativen sollte man immer diskutieren, wenn der offizielle Weg problematisch ist. Die Zahlen sprechen derzeit für sich.

    Davon abgesehen gibt es jetzt Impfstoffe. Man könnte also parallel zum Impfen die Maßnahmen runterfahren, Schulen öffnen etc. Dazu mehr FFP2-Masken, warum gab es die nicht schon im März?

    Kontakte zu haben bedeutet nicht automatisch, sich anzustecken. Schnelltests und FFP2 sind hilfreich. Und die Zahlen in den Altersheimen zeigen doch, wo man mehr tun müsste. Trotz Lockdown stirbt man dort.

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  77. grandgoschier schreibt:

    @genova: es täte mir leid, wenn sich mein Beitrag nach „einfach abtun“ angehört haben solte. Das liegt mir fern. Ich wollte lediglich zu einem Punkt estwas beitragen: Man sollte nicht denken, daß man mit „Schutz der Alten“ mehr Lockerungen erkaufen könnte, wie das oft diskutiert wird. Das sehe ich im übrigen in Tübingen auch nicht, oder lockern die?

    Ich bin hier in Heidelberg. Von Stuktur und Größe her sieht das Tübingen nicht unähnlich. Die Inzidenz ist ohne Palmersche Maßnahmen vergleichbar mit Tübingen, die Quote der Todesfälle ist hier anscheinend niedriger. Und nu? (Trotzdem, man sollte auch nach Tübingen schauen (auch wenn Palmer es einem manchmal schwer macht). Man muß alles lernen, was man lernen kann.)

    Ich bin sehr dafür, daß man alle sinnvollen Maßnahmen zum Schutz der Risikogruppe ergreift. Um Opfer zu vermeiden und um die Intensivstationen zu entlasten. Aber ob man damit oder deshalb aus dem Lockwon kommen kann, bezweifle ich sehr. Im übrigen wäre es schön, wenn man besser verstehen würde, wo die Infektionen hauptsächlich stattfinden. Hier drängt sich der Verdacht auf, daß man mehr zielgerichtete Forschung hätte anschieben können.

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  78. genova68 schreibt:

    Ja, das ist wohl so, wie du es schreibst. Danke für die Aufklärung.

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  79. Jakobiner schreibt:

    Die meisten Infektionen dürfte es am Arbeitsplatz und in den öffentlichen Verkehrsmitteln geben,da will aber keiner Hand anlegen.Nur der Ramelow.JAber viele sagen,besser ein paarTote mehr,als dass wir uns wirtschaftlich ruinieren,ueberschulden und verarmen.Jetzt ist sogar ein Lockdown bis Ostern,also April.im Gespräch.Gleichzeit offenbart sich am Scheitern der Coronaapp,der Impfverwaltung und den Schulen wie rückständig Deutschland bei der Digitalisierung ist.Der nackte Wahnsinn ist,dass man wegen des Geschreis,dass die Impfungen schneller gehen sollen,jetzt ernsthaft diskutiert,dass man aus 1Impfflasche 6 statt 5Dosen macht.

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  80. Hugo schreibt:

    Der (ganz schlechte) Witz ist, daß die der Privatwirtschaft wegen Homeoffice ins Gewissen reden wollen, aber die, die am wenigsten HO machen (können), Staatsangestellte sind. Ob strukturell (keine Rechner für daheme, VPN (Virtuelles Privates Netzwerk) o.ä. ned möglich) und/oder der Behördenleiter traut seinen Untergebenen ned.

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  81. Jakobiner schreibt:

    Sollte die Pleitewelle kommen oder ein zu langer Lockdown auch von Teilen der sonstigen Wirtschaft,sind Massenproteste wie auch Protestwähler bei den kommenden Bundestagswahlen denkbar.Ob die sich dann mit den Querdenker und AfD und Rechtsradikalen zusammenmischen oder AfD und FDP wählen,bliebe dann abzuwarten.Diese Mutationen verändern die Pandemie Dynamik,wie sie auch Verschwörung stheorien Auftrieb geben würde,dass dahinter eine geheime Weltregierung eine weltweite Gesundheitsdiktatur und einen“Reset“des Weltsystems,eine NWO wollen,wofür das Buch von Davos-WEF-Forumschef Schwab als angeblicher Beweis und Mastermind
    dient

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  82. Hugo schreibt:

    Klicke, um auf no-covid-strategie.pdf zuzugreifen


    Kapier ich ned, was sollte da grundlegend anders sein als jetzt?
    Wie groß sollen die „grünen Zonen“ sein?
    Und wenn mensch sich mal die Karte von Australien anguckt; da ist um die Metropolregionen mal schnell 100+ km nix: https://www.australien.de/fileadmin/user_upload/_Partner/AUSTRALIEN/pics/karten/Australien_Karte_neu.jpg
    Von so kleinen Details, daß Australien dichtgemacht hat, was nat. da sehr einfach ist, mal ganz abgesehen.
    Oder bei SPON: „Laut der WHO (Wochenbericht vom 12. Januar) gab es etwa in der Mongolei in der vergangenen Woche ganze 166 neue Fälle. Das Land hat keinen einzigen Todesfall durch Covid-19 verzeichnet – nein, nicht in den vergangenen sieben Tagen, sondern während der gesamten Pandemie. Auch Kambodscha meldet nur zehn neue Corona-Fälle in den vergangenen sieben Tagen. Dies sind nur einige Beispiele, viele Staaten in Asien und Afrika haben das Virus deutlich erfolgreicher eingedämmt als die europäischen Länder.“
    ( https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/zerocovid-schnell-erklaert-was-ist-das-ziel-wie-soll-es-erreicht-werden-a-1297ead7-a0b5-4d02-bb30-b4ab194d2af5 )
    Mongolei, Kambodscha, ja, nee, is klar *lool*.

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  83. grandgoschier schreibt:

    @Hugo: Deinen Kommentar kann man benutzen, um ein Problem deutlich zu machen. Meintest du:
    – Es gibt da einen Vorschlag von einem Autoren-Team aus mehreren Disziplinen, den die Zeit dokumentiert. Einige Teile leuchten mir nicht ein. Wieso z.B. kann man das Konzept aus Australien (dünn besiedelte Insel) sinnvoll nach Europa transferieren?
    Oder:
    – Die Autoren sind offenbar total ahnungslos, denn sie haben nichteinmal gemerkt, daß Australien (Mongolei, Kambodscha) in vielerlei Hinsicht ganz anders ist als Deutschland. Das muß denen mal einer sagen!!

    Mein Punkt erklärt sich selbst, oder?

    Es liegt mir ganz fern zu sagen, daß Fachleute kleinen Quatsch erzählen könnten. Aber der Mechanismus „ich verstehe das nicht/bin anderer Meinung, also ist das Quatsch“ wird für meinen Geschmack ein wenig zu oft angewandt.

    (@Hugo: Entschudlige bitte, daß ich deinen Beitrag als Beispiel nehme, es soll nicht gegen dich gerichtet sein. Paßte nur gerade. Mir ist aber wirklich nicht klar, ob dein „Kapier ich ned“… am Anfang gilt oder das „*lool*“ am Ende. Falls eher der Anfang, der ein gewisses Interesse an Erklärungen erkennen läßt: ich fand diesen Artikel von der Zeit von heute ganz gut: https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2021-01/no-covid-strategie-coronavirus-initiative-lockdown/komplettansicht (Abgesehen von dem bescheuerten „fast wie im Rausch ein Papier zusammengeschrieben“. Hoffentlich nicht.))

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  84. Jakobiner schreibt:

    Interessant,dass die Forderung en der Linkspartei Homeofficepflicht,wo moeglich einzuführen und für den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und bei den Massenunterkünften zu sorgen bisher einfach ignoriert würde,wie beim jetzigen Beschluss des Bundes-Länder Treffens.Der BDA spricht bezüglich der Homeofficepflicht von „bürokratischen Aktionismus“.Dabei betrug der Anteil der Homeofficearbeiten den beim ersten Lockdown 27Prozent,nun beim zweiten Lockdown nur 14 Prozent.Es bestimmt immer noch der Arbeitgeber,wer Homeoffice machen darf-oft entgegen aller Möglichkeiten und Gesundheitsschutz.

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  85. Hugo schreibt:

    @Grandgoschier:
    1, Hat Bill Gates persönlich Adobe und die ZEIT aufgekauft, nur so kann ich mir des erklären, daß des von mir direkt verlinkte PDF zu „No Covid“ hinter einer ZEIT-Anmeldung verschwunden ist!!1!1!! *lol* Ohne Quatsch; gestern früh gings noch mit direkt draufklicken, in dem von Dir verlinkten ZEIT-Artikel isses aber auch zu erreichen.
    2. Ist mein Kommentar im Kontext der anderen Kommentare spätestens ab der am 15.01. vom hiesigen Diskussionsgastgeber (Genova) gestellten „generelle[n] Verständnisfrage“ zu lesen und ned bei den verlinkten Medien als Einzelkommentar platziert.
    3. Ja, ich halte es für weltfremd, Beispielländer und eigene Kontinente (A.), die mit dem dichtbesiedelten, in der Mitte Europas liegenden D. ned im Ansatz vergleichbar sind, als Argument für eine auch nur nebulös umrissene Weenn-Dann-„Strategie“ zu nehmen (=“Kapier ich ned“+“lool“, ned „Grandgoschier: „Kapier ich ned“… am Anfang gilt oder das „*lool*“ am Ende.“ ;) )
    4. Mal unter uns Betschwestern, aber psst, ned weitersagen ;) ; bis ca. Mitte Juni 2020 hab ich im „realen Leben“ pro der Chance des Ausmerzens von Covid19 argumentiert. Des Ding ist durch, verkackt habe es ned ich, weil brav und einsichtig bzgl. der Pandemie, sondern das beschissene Krisenmanagement iVm. den (Zitat Genova im der Plauderei vorangestellten Blog-Artikel) „generell denkfeindlichen Verschwörern“.
    5. „@Hugo: Entschudlige bitte, daß ich deinen Beitrag als Beispiel nehme, es soll nicht gegen dich gerichtet sein. Paßte nur gerade.“ Kein Akt, nennt sich Diskussion. Hab ja dank Dir gelernt, daß immunulogisch Naive alle Nichtinfizierten/Ungeimpften sind, ned die Beratungsresistenten ;) .

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  86. genova68 schreibt:

    Tübingen meldet gerade eine Inzidenz von unter 50. Vielleicht sollte man sich mit Palmer doch näher beschäftigen.

    Vielleicht sollten die Medien deutlicher herausstellen, dass wir 50.000 tote alte Menschen haben, in Hamburg waren alleine 60 Prozent der Toten Bewohner von Altersheimen. Das zeigt ein massives Versagen des Staates. Tägliche Schnelltests für das Pflegepersonal wäre das mindeste, aber nichts passiert. Wiesbaden führte jetzt für diese Gruppe zwei Tests pro Woche ein. Es ist lächerlich.

    Die Schnelltests, die jeder zuhause durchführen kann, sind in asiatischen Ländern seit Jahren Standard. Hier klappt sowas nicht. Stärkerer Schutz der Alten und viel mehr Schnelltests und FFP2-Masken scheinen das Gebot der Stunde zu sein, eigentlich seit letztem März. Man könnte von einem Versagen der Autoritäten sprechen, habe ich den Eindruck. Stattdessen schließt man Museen. Warum die Masken jetzt erst Pflicht werden, ist mir auch schleierhaft.

    Zu den Covidioten: Die haben im Great Reset von Schwab das neue Feindbild gefunden. Sie behaupten, Schwab wolle einen weltweiten „Sozialismus“ einführen. Wie bekloppt kann man sein? Ich bin ob dieser kollektiven Verblödung von Millionen von Menschen nach wie vor fasziniert.

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  87. Hugo schreibt:

    „Stärkerer Schutz der Alten…“ Für die in den Heimen und den dort Arbeitenden ja, die „Freilaufenden“ bräuchten wieder bißchen DDR, damit dies kapieren…
    @“Great Reset“ is halt auch nix neues; „jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung“ ist halt ein Dauerbrenner.

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  88. genova68 schreibt:

    Offensichtlich gibt es in Berlin nun auch Verschärfungen, was die Kitas angeht. Nun können Frauen (oder Männer) manchen Jobs nicht nachgehen, weil sie auf die Kinder aufpassen müssen. Ich halte diese Politik mittlerweile für verfehlt: Statt die Alten zu schützen, werden Kitas geschlossen.

    Ich weiß, das wir weiter oben anders diskutiert haben, aber effektive Schutzmaßnahmen sind völlig unzureichend: Keine Schnelltests, keine FFP-2-Masken. Solange das nicht lückenlos beim Altenschutz zum Einsatz kommt, braucht man keine Schulschließungen.

    Und man sollte auch stärker kommunizieren, was wir nun wissen: Bis zum Alter von runden 50 ist Covid19 ungefährlich, es ist hier nur eine Grippe.

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  89. grandgoschier schreibt:

    Und man sollte auch stärker kommunizieren, was wir nun wissen: Bis zum Alter von runden 50 ist Covid19 ungefährlich, es ist hier nur eine Grippe.

    Das ist mir neu. Woher weiß man das? Quelle?

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  90. grandgoschier schreibt:

    (O.K., mein Versuch, genovas Zitat mit ausgedachtem html zu kennzeichnen, ist schiefgegangen. Man erkennts aber, mein ich, auch so.)

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  91. Jakobiner schreibt:

    Die Zero-Covid-Petition wird jetzt von der Achse des Guten und Jan Fleischhauer im Focus als neue Sozialismusgefahr an die Wand geuinselt. Lusie Neubauer von FFF ist auch Unterzeichnerin:

    „Zunächst jedoch halte ich es für wichtig, für den, der die Bewegung noch nicht kennt, Zero-Covid zu erklären. Die Petition hat das Ziel einer „Null Infektion“ von Corona. Ferner streiten die Unterzeichner um „einen solidarischen, europäischen Shutdown“. Für eine ungewisse Zeit fordern die Aktivisten einen totalen Lockdown, also auch aller Unternehmen, die nicht „systemrelevant“ seien, wie auch immer dies definiert wird. Ferner soll das Gesundheitssystem ausgebaut werden, da „das Profitstreben die (…) kollektive Gesundheit“ gefährde. Finanziert werden soll dies „solidarisch“, heißt mit dem höheren Besteuern von Vermögen und „höchster“ Einkommen sowie Unternehmensgewinne und mit Hilfe einer Finanztransaktionssteuer.

    Wieder einmal wird die Büchse von Marx‘ und Engels‘ Werken geöffnet und wacker hineingegriffen. Zum Vorschein kommen Konzepte, die noch nie funktioniert haben und historisch wie empirisch längst widerlegt sind. In einem anderen Beitrag schrieb ich bereits darüber. Aber auch andere Leute kritisierten die Forderungen, wir man hier, hier oder hier sehen kann. Den ersten „Zero-Lockdown“ wandte übrigens China an. Eine Diktatur als Vorbild einer Petition, die nicht wenige selbst ernannte „Linksliberale“ unterzeichneten.“

    https://www.achgut.com/artikel/zero_covid_die_liga_der_salonsozialisten

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  92. Jakobiner schreibt:
  93. genova68 schreibt:

    grandgoschier,
    das erkennt man an der Altersstruktur der Coronatoten. Da haben die bis 50-Jährigen einen Anteil von unter einem Prozent, die mit einem höheren Alter einen Anteil von über 99 Prozent. Und bei dem einen Prozent sind noch Risikogruppen dabei. Oder: 89 Prozent waren über 70.

    Covid ist für Menschen bis 50 keine Gefahr. Das spricht natürlich nicht gegen die These, man müsse die Alten schützen, indem die Jungen sich nicht anstecken. Aber mir scheint das Vorgehen mittlerweile fraglich, wie hier schon geschrieben. 51.000 Tote sind nicht das Ergebnis einer erfolgreichen Strategie.

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  94. grandgoschier schreibt:

    @genova68: Ja, die Infektionssterblichkeit bei Corona ist exponentiell vom Alter abhängig (wie übrigens das allgemeine Lebensrisiko bei Erwachsenen auch. Eine Coronainfektion ist deshalb etwa so lebensgefährlich wie ein (bis zwei) Jahre Leben. Für junge Menschen also kaum). Die Altersabhängigkeit der Infektionsterblichkeit der Grippe liegt mir gerade nicht vor (und zum Recherchieren fehlt die Zeit). Weißt du da genaueres?

    Auf alle Altersgrupen betrachtet geht man von einer mindestens 10fach höheren Infektionssterblichkeit für Corona aus.

    Und ein weiterer sehr wesentlicher Unterschied ist: die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, ist bei Corona sehr viel höher (wegen der Naivität, der immunlogischen). Das heißt, im Gegensatz zur Grippe bekommen das auch ungefähr alle. Infektionssterblichkeit der Grippe: 0,1%, d.h. bei 80 Millionen Menschen 80 000 Tote. Grippe für alle ist also irgendwie auch Scheiße.

    Ich hätte aber auch nicht gedacht, daß du die Gefährlichkeit einer Krankheit nur auf ihre unmittelbare Überlebenswahrscheinlichkeit beziehst. Da wird ja einiges über mögliche Spätfolgen auch bei jüngeren geredet, Longcovid oder so ähnlich genannt.

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  95. Jakobiner schreibt:

    Intereesanter Artikel im Freitag zu den Reaktionen in rechten und linken Blöättern zu der Forderung einer Zero-Covidstrategie.Da wird der Kommunimsus wie auch die Dikatur ausgemalt:
    Hitler, Margarine und die weiße Null
    #ZeroCovid Die Kampagne hat ein erstaunliches Medienecho hervorgerufen. Eine kleine kommentierte Presseschau von ganz links bis nach ganz rechts

    https://www.freitag.de/autoren/konstantin-nowotny/hitler-margarine-und-die-weisse-null

    Auch weiter interessant, ein Artkel, dass es der Markt eben nichtz richtet:

    Der Markt regelt das nicht!
    Corona Deutschland braucht mehr Impfstoff. Die Regierung versagt, weil sie glaubt, der Markt würde das hinbekommen. Der Staat sollte dringend eingreifen – whatever it takes!
    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/corona-impfung-der-markt-regelt-das-nicht

    Wenngleich Freitagautoren dazu aufrufen, FDP zu wählen:
    Wenn das so weitergeht, wähle ich die FDP
    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/wenn-das-so-weitergeht-waehle-ich-die-fdp

    Interessant auch die Merkelrede in Davos. Neues Schlagwort; Präventive Agilität-das Gegenmodell zum schlanken Staat. Man soll im Gesundheitssy<stem,Dinanzsystem, in Staat und Verwaltung, bei internatuionalen justintime-Ketten Puffer und Reserven einbauen, um wahrscheinliche Störungen ausgleichen zu können.Slim state,, schlanker Staat und just in timesollen Vergangenheit sein.

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  96. Hugo schreibt:

    https://de.indymedia.org/node/133590
    „Wie können selbsternannte Linksradikale nur so unglaublich borniert sein und ihre eigene bürgerliche Herkunft, welche es ihnen erlaubt eine so absurde Forderung zu stellen, vergessen machen wollen?“
    „Wir rufen jede und jeden einzelnen, der oder die diese Zeilen hier liest dazu auf, die Solidarität mit #ZeroCovid und allen, welche sich mit ihnen gemein machen, aufzukündigen und sie als das zu benennen, was sie in unseren Augen sind: autoritäre politische Kräfte, welche vermeintlich in unserem Namen sprechen, unsere Worte und Sprache benutzen, aber nur eines sind: unsere Feinde.“ Lohnt sich zu lesen, also den ganzen Artikel; Link ist aus der vom Jakobiner verlinkten derFreitag-Presseschau.

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  97. genova68 schreibt:

    grandgoschier,
    bei Grippe finde ich auf die Schnelle nichts.

    Die Zahl der Infizierten ist nicht besonders wichtig, wichtig ist die Altersstruktur der Infizierten. Eine Covid-19-Infektion bei Schülern ist belanglos, es passiert nichts.

    Langzeitfolgen: Stimmt, das ist ein Punkt. Da müsste man mehr lesen über das, was man bislang weiß. Ich lese immer nur von Einzelfällen, die Medien berichten aufmerksam über sowas. Es ist immer die Frage, was einen Lockdown rechtfertigt. Konkret: Wie viele der bislang Erkrankten leiden bislang unter Langzeitfolgen? Natürlich kann ich nun argumentieren, dass die Langzeitfolgen auch nach zehn Jahren noch massenhaft auftreten können. Aber auch da stellt sich die Frage nach der Verhältniskeit.

    Viel mehr Tests und jederzeit verfügbare Schnelltests, die Privatpersonen durchführen: Das scheint mir ein vernünftiger Ansatz. Wer Alte kontaktiert, muss zu solchen Test verpflichtet werden. Das wäre eine effektive Strategie, denke ich.

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  98. Hugo schreibt:

    Ob Dir@Genova des jetzt wahnsinnig weiterhilft, weiß ich ned:
    https://www.tagesschau.de/faktenfinder/covid-folgen-101.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE (Kam heute bei den Seiten, die der Feuerfuchs immer vorschlägt.)
    Hab keinen Nerv, mich da durch die verlinkten Studien zu lesen, muß nochma Schnee schippen…
    Von eventuellen Langzeitfolgen, falls mich Covid19 symptomlos erwischen sollte, krieg ich bestimmt ned viel mit, so als rauchender Mensch, der auch schon ziemlich viel Dreck incl. Asbeststaub in seinem Leben ohne Maske geschluckt hat. Da spielt mein Körper eh irgendwann mal Enemenemu…

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  99. genova68 schreibt:

    Danke, Hugo,
    in dem Artikel steht:

    Was besonders auffällig ist: Kranke unter 70 Jahren und ethnische Minderheiten waren davon besonders stark betroffen.

    Das wäre eine Erkenntnis, die für einen drastischeren Lockdown sprechen würde. Aber auch da fehlen Zahlen.

    Interessant auch, was indymedia schreibt. Unterschiedliche linksradikale Haltungen werden da konstatiert. Wobei ich es kindisch finde, einen strengen Lockdown grundsätzlich abzulehnen, weil der vom Staat kommt. Es wäre eine Frage der zeitlichen Beschränkung. Wenn er objektiv notwendig ist, dann soll er kommen. Danach dann die Revolution, die muss dann eben drei Wochen warten.

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  100. Hugo schreibt:

    Die schreiben bei indymedia schon von nem „Totalshutdown“, also das, was ZeroCovid will. „Lockdown“ (oder sowas ähnliches) hammer jetzt, den stellt der Artikel erstmal ned grundsätzlich in Frage.
    Mit den Akteuren hätte ich aber eher Bock auf Revolution als mit den ZeroCovid-Hippie-WohlstandsverwöhnteMittelstandskinder-Salonbolschewisten ;) .

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  101. genova68 schreibt:

    Eine merkwürdige Diskussion, die jetzt um dieses Zero Covid geführt wird. Ein paar Wochen komplettes Runterfahren der Wirtschaft erzeugt Massenängste. Ob das virologisch nun sinnvoll wäre oder nicht: Wir wissen alle, dass zu viel produziert wird, dass zu viel Sinnloses und Schädliches produziert wird. Auf der individuellen Ebene ist Zero Covid beliebt: Fasten, kein Alkohol für eine bestimmte Zeit, eine Auszeit nehmen, Survival im Wald, Hüttentouren und so weiter. Es ist der Versuch eines Sich-reinigens. Man will zumindest zeitweise weg vom kapitalistischen Totalkonsum. Wenn man das auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene vorschlägt, kommt die Angst vorm Untergang, vor schlechten BIP-Zahlen. Dabei wäre es eine Möglichkeit, über den Wahnsinn nachzudenken.

    Nur vor diesem Hintergrund sind diese Zero-Initiativen zu sehen, denke ich.

    Aber, wie oben geschrieben: Ich finde immer mehr Argumente für eine Separierung der Alten, während die Anderen normal weitermachen. Also gegen Zero Covid.

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  102. Hugo schreibt:

    „Man will zumindest zeitweise weg vom kapitalistischen Totalkonsum.“
    Jo, die Avocado fürs Bio-Dinkelbrot wächst ja prächtig ganzjährig neberm Grünkohl in Niedersachsen…

    @Alte separieren; mensch sollte auch sonstige gesundheitlich Beeinträchtigte ned vergessen, nur werden die meisten Pflegebedürftigen außerhalb von Heimen betreut; da wirds kompliziert, wie hier mehrfach erwähnt. Die „Sonstigen“ fallen grade auch bei der Impfpriorisierung total runter.

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  103. grandgoschier schreibt:

    @Genova: Das scheint mir jetzt aber schon ins Unsachliche zu gehen. Also:

    Zero Covid ist nicht die Initiative, die hier gerade läuft und auf die sowohl Hugo als auch ich schon hingewiesen hatten (die heißt No-Covid [1]). Das kann man unter anderem auch daran merken, daß da Leute wie der IFO-Chef Fuest mitmachen, die vermutlich nicht das Ende des Kapitaismus im Auge haben oder eine Konsum-Fastenkur befürworten. Im Gegenteil, der Mann sagt, daß hohe Fallzahlen dem Konsum mehr schaden, als ein Lockdown a la No-Covid.

    Die Erklärung ist, daß es einen Kippunkt gibt, nämlich die Fallverfolgung der Gesundheitsämter. Wenn die das können, senkt das effektiv die Reproduktionszahl. Das heißt, wenn man in einem Inzidenzbereich ist, wo die Gesundheitsämter die Fälle verfolgen können („TTI“: test, trace, isolate), ist R dadurch deutlich niedriger, und wir können uns alls zusammen in der Kneipe treffen während die Kinder in der Schule sind, und R ist trotzdem kleiner als eins. Können die Gesundheitsämter ihre Arbeit nicht machen, weil sie nicht hinterherkommen, ist R trotz der ganzen blöden Maßnahmen bei 1, und man kommt aus diesem Zustand nicht heraus.

    Ich habe gegen diese Analyse (vor allem von Priesemann stammend) noch keinen guten Einwand gefunden.

    Das ist zunächst eine sachlich-naturwissenschaftliche Frage. Auf der Ebene müßte auch ein Gegenargument kommen. Nochmal: das ist an dieser Stelle (noch) keine politische Frage.

    Was man aber sieht, ist nicht: „Die Analyse stimmt, aber ich möchte das nicht, weil [hier guten politischen/gesellschaflichen Grund einsetzen]“, sondern „Die Analyse muß falsch sein, weil man das ja nicht machen kann oder die Bevölkerung dazu nicht in der Lage ist usw.“

    Das hat ganz starke Parallelen zur Diskussion um die Klimakrise. In beiden Fällen komme ich mir vor wie der Maschinist, der dem Kapitätn mitteilt, daß der Brennstoff alle ist, und der sagt, das kann nicht sein, fahren wir weiter. (Das Bild ist hier schief, weil Kapitän Merkel wahrscheinlich sowohl Covid als auch Klimakrise versteht. Nützt aber auch nicht viel.)

    [1] https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2021-01/no-covid-strategie-coronavirus-initiative-lockdown/komplettansicht

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  104. genova68 schreibt:

    Ja, es gibt Zero Covid und No Covid, aber die Unterschiede sind überschaubar, oder? Die einen fordern null, die anderen unter zehn, No Covid will die Fabriken weiterlaufen lassen. Was aber, wenn dadurch die zehn nicht erreicht werden? Fuest wird auch einplanen, dass der Konsum zeitlich begrenzt einbricht, wie auch Zero Covid. Ob das dann die Reichen zahlen oder nicht, spielt erstmal keine Rolle.

    Die Gesundheitsämter sind seit Monaten nicht mehr in der Lage, zu verfolgen, zumindest in Berlin. Wie ja schon gesagt, man kann das machen. Vielleicht wäre das richtig, Zero Covid, ich habe persönlich nichts dagegen, ich bin beruflich von Corona nicht betroffen, Home Office, ich spare mir derzeit Pendlerwege.

    Mir fällt nur das Verhältnis 1 zu 99 auf, das leider in der Diskussion keine Rolle spielt. Effektive Separierung der Alten (zumindest derer, die das wollen) scheint mir vernünftiger, als alle von Aktivitäten zu separieren. Keine Alten im Restaurant statt niemand im Restaurant. Dafür Schnelltests für alle, die Alte treffen, verbindlich. Einkaufszeiten für Alte und mehr. Deine Argumente, grandgoschier, die du oben gegen eine Aufhebung des Lockdowns anführtest, sind dann gut, wenn man glaubt, die Separierung nicht bewerkstelligen zu können. Dann muss man eben alle von Aktivitäten separieren.

    Man könnte auf meiner Seite anführen, dass der aktuelle Lockdown 54.000 Tote, davon 53.000 in der Risikogruppe 60+, hervorgebracht hat. Verhältnismäßig mehr als in den USA.

    Vielleicht ist deine Analyse nicht falsch, dann sollte man das der Bevölkerung erklären. Vieilleicht ist die Altersstruktur aber auch zu berücksichtigen. Und sehen, dass nicht die infizierten Jüngeren das Problem sind, sondern lediglich der Kontakt der Infizierten mit den Älteren. Und dass der mit Tests offengelegt und verhindert werden kann.

    Man sollte auch mehr auf Taiwan etc gucken und Druck auf diese skandalöse Bundesregierung machen. Keine Schnelltests, viel zu wenige PCR-Tests, eine katastrophale Corona-App, FFP2-Masken erst jetzt und nicht schon im März, es ist extrem viel schiefgelaufen. Man könnte den Rücktritt fordern, völlig unfähige Leute. Tut leider niemand. Entweder ist man regierungstreu oder man ist AfD-Anhänger. Dazu kommen die Datenschutzdeppen, denen nicht klarzumachen ist, dass eine zeitlich begrenzte Überwachung von Quarantäne-Insassen ok ist. Wäre das nicht so, müsste man jeden Radarkasten vor Schulen abhängen.

    In Taiwan bekommt man drei FFP2-Masken oder Operationsmasken für jeweils 20 Cent in der Apotheke, pro Woche. Scheint vernünftig. Hier ist das nicht der Fall. Deren Produktion wurde in Taiwan schon im Februar massiv angekurbelt. Hier nicht. Quarantäne wird per Handy überwacht. Hier nicht. Stattdessen gewinnen Rechtsradikale an Einfluss, die sich angeblich für bürgerliche Freiheiten einsetzen. Es ist ein Scherz.

    Es gibt überdies seit 2013 diese Regierungsstudie: Wie verhält man sich in einer Pandemie. Es wurden komplett alle Empfehlungen ignoriert. Genau diese Leute, diese objektiven Stümper mit Merkel und Spahn an der Spitze sollen sich jetzt um Besserung der Lage bemühen. Die Medien erledigen auch hier nicht ihre Aufgabe, sondern verzetteln sich im Klein-Klein und ignorieren 1:99.

    Wir sind übrigens beide nicht die Maschinisten, die die absolute Wahrheit kennen, grandgoschier.

    hugo,
    sonstige gesundheitlich Beeinträchtigte muss man eben auch separieren, aber auch da würde mich interessieren, wie groß dieser Anteil bei den Jüngeren ist. Und wo da dann wieder die Verhältsnismäßigkeit beginnt.

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  105. Jakobiner schreibt:

    Seltsame Argumentation:Der aktuelle Lockdown hätte 54 000 Tote hervorgebracht.Es ist doch eher so,dass ohne Lockdown wir jetzt schon bei 150000-200 000 Toten wären ,wenn es denn reichen würde.
    Auch taucht in die der Milchmädchenrechnung nicht auf,dass es auch jede Menge von Spätfolgen von Corona,auch bei Jüngeren gibt.Man darf nicht nur die Totenzahlen sehen.Richtig ist aber,dass hier völlig undifferenziert mit Zahlen rumgeschmissen wird.Und ein Pfusch nach dem anderen.Nun auch bei der EU. Gerade Taiwan zeigt,dass es auch anders als in China geht.Ich hatte vom Chaos Computer Club früher eine Menge gehalten,aber die von ihm.mitkonzipierte Coronaapp zeigt,dass die aus dem Datenschutz einen Fetisch machen,der zur Dysfunktionalitaet führt.Vielleicht stammen ja etliche Coronaleugner auch noch aus der Volkszählung sboykottbewegung der 80er Jahre.

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  106. genova68 schreibt:

    Jakobiner,
    200.000 ist eine Mutmaßung, aber möglich. Der Lockdown ist sinnvoll, auf alle Fälle, weil er die Zahl drückt. Der Knackpunkt ist aber die Infizierung von Alten, und da wären viel bessere Zahlen möglich, wenn man die Mittel anwendete, die ich ansprach.

    Spätfolgen sind auch ein Argument, aber da sehe ich zuwenig, um einen Lockdown zu rechtfertigen.

    Man mache sich bitte klar, was derzeit passiert, nicht nur für eine Woche, sondern seit November. 1 zu 99 und dann monatelange massive Beschränkungen für alle.

    Taiwan hatte übrigens bis heute keinen Lockdown, dafür aber sehr effektive Mittel im frühen Stadium.

    Datenschutz: Es wäre sinnvoll, Alfabet und andere zu zerschlagen, zu vergesellschaften, denn es gibt keine Datenkontrolle mehr. Digital kann man weitergeben, was man will. Das halte ich schon für gefährlich. Aber in dieser Situation gibt es eben auch den Vorteil des Trackings etc in besonderen Situationen. Solche zeitlich begrenzten Maßnahmen zu torpedieren, halte ich für absurd.

    Das hat vermutlich auch mit einem völlig überzogenen, ja dysfunktionalen Datenschutz im öffentlichen Dienst und bei Behörden generell zu tun. Da ist schon die Weitergabe einer Mailadresse problematisch.

    Taiwan sollte man sich wirklich mal genauer anschauen: Während der Quarantäne wird das Smartphone geortet und die Person so überwacht. Finde ich völlig in Ordnung. Hier kommen lächerliche Bedenkenträger, die nur als schildahafter Auswuchs der Bürokratie sich darstellen.

    Taiwan hat Covid früh Ernst genommen: Quarantäne und Ortung, Masken und AHA, das war es. Ergebnis: Bisher acht Tote.

    So gesehen bräuchte es vielleicht Zero Covid. Aber die politische Aufarbeitung, inklusive des Rücktritts von Spahn, wäre überfällig. Vielleicht hat das etwas mit einem umfassenden antiasiatischen Rassismus zu tun, ich weiß es nicht.

    Ein Problem sind natürlich auch die Faschisten. In Österreich soll es heute große Demos von Querdenkern/Nazis geben. Dieses Potenzial ist ausschließlich dazu da, zu destabilisieren. Das macht vernünftige Politik nicht einfacher. Siehe Deutschland.

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  107. Hugo schreibt:

    @Grandgoschier; ne Analyse von Melbourne/Australien als Vergleich und Vorbild zu/für D. ist ungefähr so, wie wemmer die Gefahr von Malariaerkrankungen in der Grenzregion Syrien/Türkei mit der in Tansania vergleicht und für Tansania südosttürkische Strategien vorschlägt ;).
    Und Szenarien/Modelle müssen auch realistisch umsetzbar sein, das es dadran mehr als nur hapert, hat Genova dargelegt. Ich ergänze noch, daß ich bis vor ca, 2 Wochen dachte, daß der Flugverkehr bis auf wenige Ausnahmen runtergefahren wurde und wenn geflogen werden muss, Quarantäne, Tests, etc. pp. . Scheint wohl ned so zu sein, der Bundesheimathorst fordert (die fordern alle wie gackernde Hühner, wemmer ne Handvoll Körner verteilt, mal so am Rande) ein Flugverbot. Frau AKK wurde die Woche im ZDF-Morgenmagazin fernaudiovisuell interviewed und wies draufhin, daß sie allen nochma Bescheid sagen will, daß die zusätzlich zu den jetzt schon eingesetzten von der BW zur Verfügung gestellten Helfer für Testungen, die Gesundheitsämter etc. den Landkreisen und Kommunen keine Kosten verursachen, da scheint wohl unter den Landräten und Bürgermeistern rumzugehen, daß deren Verwaltungseinheiten die Chose bezahlen sollen.
    Und wenn die Politik son Quatsch wie die Adressenzettelwirtschaft in Lokalen in die Runde schmeißt und gleichzeitig die Bullen die je nach Wirt individuellen Listen kontrollieren, ob da irgendein Hehler oder Kiffer sich mit seinen Geschäftspartnern auf nen Kaffee getroffen haben könnte, schafft des keine Vertrauen, auch ich hätte da wasweißich, Janis Joplin, Wohnort Mercedes Benz links oben im Sternbild Porsche hingeschrieben, wenn ich ne Lokalität aufgesucht hätte. Begehrlichkeiten seitens der Corona-App gabs auch schon, bevor da auch nur die erste Zeile Code geschrieben wurde.
    Theoretisch bin ich eher bei Dir als bei Genova, praktisch verkacken des die mit Vorsatz, Absicht, aus Dummheit, Unfähigkeit, Narzissmus, wasweißich.., die dafür gewählt werden, den Laden am Laufen zu halten. Grade und besonders in einer Ausnahmesituation und grade und besonders damit, da Professionalität zu zeigen!

    @Geova; die meisten Leute incl. Kinder mit diversen Vorerkrankungen werden zuhause gepflegt. Aufm BR, Sendung quer vom Donnerstag war da ein Beitrag zu: https://www.youtube.com/watch?v=T4pfDexk_2o ab min 6:40 (Geht bloß ca. 6min, deswegen keine Zusammenfassung ;) .)

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  108. grandgoschier schreibt:

    @genova, ich komme da langsam nicht mehr mit.
    Hoffentlich habe ich nicht den Eindruck erweckt, zu denken, die absolute Wahrheit zu kennen. Es geht um etwas ganz anderes: Die Naturwissenschaft versucht, den untersuchten Sachverhalt möglichst zu objektivieren. Auf diese Weise gelangt man zu Erkenntnissen (mit Fehlerbalken, die man dann zu verkleinern versucht). Die sachliche Diskussion befaßt sich mit der Methodik und den Details der Auswertung der Messungen. Das Resultat ist das Objektivste, was man zu der Sache zu dem Zeitpunkt hat. Und nun geht jemand (der Maschinist) mit diesem Resultat zur Politik und teilt es mit. Was man dann oft sieht, hast du auch gerade vorgeführt: Der Überbringer der Nachricht wird angegriffen („du kennst die absolute Wahrheit auch nicht“). Das ist sinnlos und schlimmstenfalls verantwortungslos (letzteres natürlich nicht bei dir, aber in der Politik.) Alternativ wird das wissenschaftliche Resultat direkt angegriffen, a la „das kann man auch anders sehen“. Nee, kann man nicht, wenn man ernst genommen werden möchte. Man kann und soll sich aber über die Konsequenzen und Schlußfolgerungen streiten.

    Ich sehe wirklich niemanden hier, der oder die etwas dagegen hat, die Risikogruppen zu schützen. Das man das verbessern muß, wenn man kann, ist doch auch klar. So gut wie möglich. Und natürlich sieht es sehr so aus, als ob da noch Luft nach oben ist. Das muß verbessert werden.

    Du sagst aber eigentlich nicht nur „schützen“, sondern „isolieren“. Dann mußt du aber auch sagen, wie du das machen willst. Oder ein Beispiel geben, wo das funktioniert hätte. (Tübingen ist kein Beispiel: Das Verhältnis von Inzidenz zu Sterberate ist dort nicht besser als anderswo.) Ich habe Argumente geliefert, warum das eigentlich nur bei perfekter Isolation der Risikogruppe funktionieren kann. Dazu habe ich keine Entkräftung gesehen. Wie willst du die über 60jährigen isolieren? Oder auch nur die Rentner? Wo gibt es das? Wieso infiziert sich eigentlich das Krankenhauspersonal in so hoher Rate, wo die doch professionell wissen, wie man die Schutzausrüstung benutzt?

    Versuchen sollte man es, die Risikogruppe zu schützen/isolieren, und wenn man es können sollte, kann man ja darüber nachdenken, was man beim Rest der Bevölkerung riskieren möchte. Aber doch in dieser Reihenfolge. (Und dann hat man noch einen Berg anderer Fragen vor sich: Die Mutationsrate ist proportional zur Menge des Virus im Umlauf, die Sterberate bei Jüngeren ist auch hoch, wenn sehr viele infiziert sind, Spätfolgen usw…)

    (Was würdest du eigentlich zu dieser (extra überspitzten) Vorhaltung sagen: „genova will einem Viertel der Bevölkerung extrem starke Beeinträchtigungen ihrer Grundrechte auferlegen, damit die anderen feiern gehen können“?)

    Im übrigen würde ich gerne mal wissen, woher die Erkenntnis kommt, daß der Datenschutz Schuld am Mißerfolg der Corona-App ist. Das scheint mir von technischen Laien wie Nida-Rümelin aus der Luft gegriffen. (Ganz am Rande: Er will, daß die Gesundheitsämter die Daten für die Fallverfolgung bekommen. Dazu kommen sie bei der hohen Inzidenz schon bei den paar Daten, die sie jetzt haben, nicht. Das hat alles nur bei niedriger Inzidenz Sinn.)

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  109. grandgoschier schreibt:

    Nachtrag: ich habe mal nach genovas Zahl von 99.4% gesucht. Aktuell findet man [1, S.9], daß 96,6% der an Corona gestorbenen 60 und älter waren und 89,1% 70 und älter.

    Und noch ein Punkt: wir haben in den letzten Wochen ganz grob 1000 Tote pro Tag und 20.000 Neuinfektionen pro Tag gehabt. Es wird aber von einer Infektionssterblichkeit um 1% ausgegangen. Folgende Möglichkeiten können diese Diskrepanz erklären:
    * Es gab in Wirklichkeit 100.000 Neuinfektionen pro Tag.
    * Die Sterblichkeit ist viel höher als 1%, z.B. weil die Inzidenz bei den Älteren höher ist.
    Für beide Möglichkeiten spricht viel.

    [1] https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Jan_2021/2021-01-26-de.pdf?__blob=publicationFile

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  110. grandgoschier schreibt:

    (Der Blog-Inhaber möge mir verzeihen, daß ich jetzt den 3. Beitrag hintereinander bringe. Ich versuche, das künftig zu vermeiden.)

    @Hugo: Mir ist Dein Problem der Übertragbarkeit von Null-Covid auf Deutschland/Europa noch nicht klar. Es ist doch so:

    Wenn die Reproduktionszahl unter 1 ist, sinkt die Inzidenz. Und zwar undgefähr so:
    * R = 0,9: Halbierung pro Monat;
    * R = 0,7: Halbierung pro Woche.
    Wir haben jetzt ca. R = 0,9, die 7-Tages-Inzidenz ist 90 pro 100.000 (für Deutschland). Was sollte verhindern, daß die Inzidenz solange sinkt, wie man das R beibehält? Wenn wir R=0,7 hätten, wären wir in etwas über 3 Wochen bei einer 7-Tages-Inzidenz von 10 pro 100.000 (mancherorts schon nach 2 Wochen).

    Soweit einverstanden?

    Dann bliebe die Frage, ob man das machen kann. Bei R = 0,9 ist das ein sehr langwieriges Unterfangen. Fraglich, ob „die Leute“ solange mitmachen würden. So lange kein Präsenzunterreicht in den Schulen wäre auch katastrophal. Daher die Empfehlung, R weiter zu senken um dann schnell ans Ziel zu kommen.

    Ein niedriges R ist aber auch nötig, damit das ganze toleriert wird. Monatelang Einschränkungen der Grundrechte bei Inzidenzen unter 50 durchzuhalten, ist kaum vermittelbar und auch rechtlich sehr fragwürdig. Eine Woche klingt dagegen eher so, als ob man kurz nach Anfang der Diskussion schon durch ist.

    Im Ergebnis wäre ein Zustand, in dem kaum allgemeine Einschränkungen nötig sind, wo die Inzidenz niedrig ist. Wo sich Fälle zeigen, handelt man. Dann ist eben mal eine Schule zu, oder aus einem Landkreis darf man nicht einfach raus. Aber das sind dann Einzelfälle, die Masse ist nicht betroffen. Mit gründlichem Testen lassen sich diese Einschränkungen kurz halten (niemand sollte mehr ohne weiteres in 14tägige Quarantaine müssen).

    Seht ihr hier Denkfehler? Ich möchte wirklich niemanden überreden. Mir geht es hier überhaupt nicht ums rechthaben. Vielmehr hoffe ich auf gute Einwände.

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  111. genova68 schreibt:

    Es gibt ein interessantes Interview von Tilo Jung mit der Virologin der TU Braunschweig, Melanie Brinkmann, relativ bekannt mittlerweile durch Auftritte bei Anne Will und der Bundespressekonferenz. Sie vertritt auch NoCovid.

    Zu NoCovid sagt sie zwischen den Zeilen, dass sie ökonomisch keine Ahnung hat und deshalb ZeroCovid nicht unterstützt. Wie auch immer, sie fordert Schnelltests für alle, privat praktizierbar. Wenn man Halsschmerzen hat, soll man sich testen. OP-Masken sind ok, wenn der Gegenüber sie auch trägt.

    Südkorea und Taiwan hatten schon letztes Frühjahr Schnelltests zur Verfügung:

    https://www.fr.de/wirtschaft/suedkoreas-exportschlager-13647827.html

    Mir ist schleierhaft, warum das in der Diskussion nicht vorkommt.

    Zu dem weiteren später, Grandgoschier.

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  112. Hugo schreibt:

    Das ist mir schon alles klar; wie halt z.B. am 19.01. dargelegt, ist um die Metropolregion Melbourne erstmal lange (sind wohl eher 300+ km) nix. Hier in ganz D, besiedelungstechnisch, ist mensch so ziemlich nie weiter als 5 km Luftlinie von der nächsten Ortschaft weg. Ich wohn unter 10 km Luftlinie (LL) von zwei Nachbarkreisen weg und einer davon ist ein anderer Freistaat. Das von mir im letzten Jahrtausend besuchte Gymnasium hat einen Einzugsbereich von >15 km LL. Leute hier ausm Dorf<160 EW incl. mir pendeln bis ca. 30 km LL Radius usw. usf. . In dem Kuddelmuddel eine Situation wie "machen wirs wie Melbourne; mal von kurz auf knapp alles abriegeln und alles was reinwill wird kontrolliert/Quarantäne" ist schlicht und einfach Wolkenkuckucksheim! Selbst so semi des Land=D. dichtmachen ist hier ne Illusion, wir sind die Mitte von Mitteleuropa. Bei mir im Landkreis heißt Inzidenz 10 pro Woche weniger als SIEBEN Leute, da darf sich noch ned mal einer pro Tag irgendwo aktenkundig anstecken!
    Reicht m.E. für heut, daß "Diedaoben" ein scheiß Krisenmanagement haben; wenn ich morgen um halb 6 mein "Nuttenfrühstück" (Kaffee+Kippe) beginne und dabei das Morgenmagazin im TV läuft, krieg ich gleich des erste update *freu, zerknirscht*; wird sich ned ändern…

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  113. Hugo schreibt:

    (War@Grandgoschier, Genova hat sich vorgedrängelt, verdammt haha)

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  114. genova68 schreibt:

    Grandgoschier,
    du schriebst, dass du dir wie der Maschinist vorkämst, der also das Objektive vertritt. Also der Einzige. Das kam für mich missverständlich rüber. Ich hoffe, ich habe dich nicht angegriffen.

    Ja, es gibt einen Stand der Wissenschaft. Inwieweit der gerade objektiv ist, ist unklar. Die Wissenschaftler streiten sich nämlich, da gibt es mehr als eine Meinung. Gerade beim Thema Corona ist das mit der Objektivität im Moment ein eher sinnloses Argument. Man wertet tausend Studien gleichzeitig aus, da ist alles im Fluss. Das weitere ist die Analyse der Fakten, die ständig ausgespuckt werden. Mit dem Begriff der Objektivität kommen wir derzeit nicht wirklich weiter.

    Schützen bedeutet: Vor Infizierten isolieren. Also mehr Tests und Schnelltests. Es braucht keinen hundertprozentigen Schutz, aber einen möglichst guten. Taiwan hat acht Tote, die hatten offenbar auch keinen perfekten.

    Mutation und Spätfolgen sind zwei Punkte, die für Lockdown sprechen. Ich wiederhole mich: Mir fehlen da bislang die klaren wissenschaftlichen Erkenntnisse. Brinkmann sagt bei Jung, es deute manches darauf hin, dass es deutliche Spätfolgen gebe, außerdem gehe momentan das Durchschnittsalter der Toten zurück, das könne mit den Mutationen zu tun haben. All das spricht für einen weiteren oder stärkeren Lockdown. Aber das ist alles nicht gesichert.

    1 zu 99 habe ich gelesen, vor vier Wochen. Vielleicht sind wir jetzt bei 3 zu 97, möglich. Ändert aber wenig an der Ausrichtung.

    Datenschutz: Die Diskussion letzten Sommer schien mir so zu sein, dass man die App wesentlich leistungsfähiger machen könnte, Tracking wie in Taiwan, das aber hier wegen Datenschutz nicht gehe. Soweit meine Erinnerung.

    Die Infektionssterblichkeit hängt wesentlich vom Alter ab. Da interessiert der Durchschnittswert (ein Prozent) nicht, würde ich sagen, oder? Wenn sich nur Junge anstecken und die Alten isoliert sind, dann wird die Sterblichkeit massiv sinken.

    Ich habe mich nochmal nach der Studie von 2013 umgeschaut: Sie ist von 2012 und interessant ist, was das das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das diese Studie erarbeitet hatte, im März 2020 dazu sagte:

    Ob und welche Maßnahmen in den Ländern auf Grundlage dieser Risikoanalyse getroffen wurden, entzieht sich der Kenntnis des BBK.

    https://www.zm-online.de/news/politik/behoerde-warnte-2012-vor-pandemie-mit-mutiertem-sars-erreger/

    Das Ärzteblatt schreibt dazu ergänzend im April 2020:

    Mit diesem Drehbuch einer Pandemieentwicklung sollte man eigentlich vorbereitet sein. Dass gerade Schutzausrüstung in ausreichendem Maß vorhanden sein muss, wird mehrfach betont. Die aktuelle Situation sieht aus, als hätte niemand die Drucksache genau gelesen … Auf einen wandelbaren Virus kann man nur bedingt vorbereitet sein. Darauf, ausreichend Schutzausrüstung vorzuhalten, schon. Da reicht die Lektüre einer schnöden Drucksache.

    Ausreichend Schutzausrüstung wäre zumindest: die richtigen Masken. Es wäre die Aufgabe des Bundestages gewesen, etwas daraus zu machen, wenn ich das richtig verstehe. Zu dieser Zeit war der werte Daniel Bahr von der FDP Gesundheitsminister. Im Dezember 2013 kam Hermann Gröhe.

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  115. grandgoschier schreibt:

    @genova: natürlich ist der Stand der (Natur-)Wissenschaft nie final objektiv. Daher schrieb ich ja: „Die Naturwissenschaft versucht, den untersuchten Sachverhalt möglichst zu objektivieren.“ Das läuft immer so, auch jetzt bei Corona, nur läuft es hier mit mehr öffentlicher Aufmerksamkeit und schnell, weil so viele mitmischen. Und es gibt die „sachliche Diskussion“, also eine fachliche zur Sache. Das ist das beste, was man gerade bekommt. (Auch da gibt es je Leute, z.B. Gerd Antes, die meinen, das müßte viel systematischer und geplanter vor sich gehen. Bedenkenswert.)

    Das ist aber etwas anderes als nur Meinungen.

    Ansonsten stimme ich dir bei allem zu. Das Brinkmann-Interview werde ich mir anzusehen versuchen. Die Frage der genauen Prozente ist tatsächlich nicht sehr wichtig, ich wollte nur mehr Transparenz herstellen. (Die Gewohnheit, solche Angaben wenn möglich selbst nachzuvollziehen, hat sich bewährt und auch schon viele Mißverständnisse aufklären helfen.) Und warum nicht mal eine Quellenangabe?

    Danke für die Diskussion & Gute Nacht für heute.

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  116. Jakobiner schreibt:

    interessant wie die Diskussion weitergrhtSoeder und Habeck für die Impfdtoffnotwirtschaft.Kein Patentrecht mehr für eine Kleinklitsche,sondern Aufhebung des Eigentumsrecht für Massenproduktion von Biotechserum.Altmeirr widerspricht erst Mal,stimmt dann aber zu.Nur IfoFuest sieht Eingriffe in die freie Und soziale Marktwirtschaft.

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  117. grandgoschier schreibt:

    Hätte ich gewußt, was Frau Brinkmann heute bei Tilo Jung sagt [1], hätte ich mir hier aber viele Worte sparen können. Und das Interview ist für Tilos Verhältnisse geradezu kurz. Danke genova für den Hinweis, und allgemeine Empfehlung für das Interview.
    [1] https://www.youtube.com/watch?v=aMp35eBaTIA

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  118. Jakobiner schreibt:

    Nachdem.man selbstverschuldet zu wenig Serumnachschub hat,wollen Merkel und Söder jetzt auch den Einsatz von russischem Sputnik V und chinesischen Sinovac erwägen.Solange keine wissenschaftlichen Daten unabhängiger Stellen vorliegen,grenzt das an kriminelles Verhalten.Eine ungenannten Fachzeitschrift behauptet laut n-tv jetzt eineWirksamkeit von 91Prozent.Putin hat sich selbst damit nicht impfen lassen,nur seine Tochter und den Verteidigungsminister.Zudem kamen aus Russland trotz Massenimpfungen nicht einmal zu erwartende falsche Erfolgsmeldungen.

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  119. RuePoe schreibt:

    @Jakobiner: der russische Impfstoff ist schon getestet und die Testdaten liegen auch vor. Siehe:
    1.) The Lancet tinyurl.com/4fsuvsdu
    2.) ein kurzer Bericht von CNBC tinyurl.com/18lo2vhd

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  120. sonnenspirit schreibt:

    Was steht denn nun in diesen esoterischen Publikationen?? Es gibt buddhistische Zeitschriften, wo der Achtsamkeitsausdruck herrührt. Es gibt auch Happinez oder andere, die interessante Reportagen bieten. Ich weiss nicht, was Sie unter esoterisch verstehen, es hat mehr mit Religion zu tun als mit Verschwörung, es sei denn, Sie setzen das gleich. Das ist nicht korrekt. Dem Unwissenden mag das alles wie ein Sauce erscheinen, ich vermute, dass Sie sich noch nie mit echter Esoterik befasst haben und der neuen Modeerscheinung selbst auf den Leim gehen, indem Sie so polemisieren.

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  121. genova68 schreibt:

    Sonnenspirit,
    ich habe keine Ahnung, was in diesen Zeitschriften steht. Die Titel reichen mir. Aber, wenn ich mir deinen Blog anschaue: Du kannst eventuellen Interessenten sicher erklären, worum es geht.

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  122. neumondschein schreibt:

    Putin hat sich selbst damit nicht impfen lassen

    Seine Ärzte haben es ihm verboten. Kontraindikation. Er darf nicht.

    Die 95% von BioNTec sind auch nur vorläufig. Die Datengrundlage ist für alle Impfstoffe recht schütter. Erfahrungen gibt es eher wenig mit diesen neuen Impfstoffen. Man weiß nicht, wie diese Impfstoffe wirken, ob sie zu steriler Immunität führt, wie lange die Wirkung anhält. etc. etc.

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