„Massenmedien sind Klassenmedien“

Ein netter Ausschnitt aus der DDR-TV-Sendung „Staatsbürgerkunde für die Schule“, vermutlich in den 1970er Jahren entstanden (im Video unten ab 54:21):

Ihr selber, liebe Mädel und Jungen, fragt manchmal: Wie kann sich der Kapitalismus so lange über Wasser halten? Warum schaffen die Millionen die Herrschaft der Millionäre nicht überall ab? Wie kommt es, dass dort so viele ihre Welt ganz anders sehen, als sie wirklich ist? Sind die Leute blind? Oder gelähmt?

Gewiss, viele wehren sich und es werden immer mehr. Doch warum geht es nicht schneller?

Darauf gibt es viele Antworten. Eine liegt in der Wirkung der Massenmedien, denn die sind Waffen der Bourgeoisie zur Verteidigung des Ausbeutersystems. Ein Medium wie das Fernsehen, der Rundfunk, die Zeitung ist ein Vermittler, aber kein neutraler. Ein Mittler von jemandem für jemanden. Das Medium ist Werkzeug. Man muss fragen: In wessen Hand?

Massenmedien sind Klassenmedien. Die Zeitungen und Sender des Imperialismus sind Sprachrohre des Monopolkapitals.

 

Unangenehm ist der Begriff des „Mädels“, vermutlich Faschistensprache.

Ansonsten eine äußerst erfrischende Aufklärung.

Wir, im Westen sozialisierte Mehrheitler, sind fast durch die Bank der Überzeugung, im richtigen Staat zu leben. Spätestens 1990 zeigte sich ja angeblich, wer Recht hatte. Solch eine Überzeugung ist gefährlich und vielleicht eine wesentliche Grundlage für die üble Entwicklung, die in den frühen 1990er Jahren einsetzte, mit der völligen Entpolitisierung, der plötzlichen Verwendung des Begriffs „Deutschland“ und seiner katastrophalen Vermenschlichung („Hallo, Deutschland!“), des trendigen Nationalismus ab 2006 und des Aufkommens der Faschisten seitdem.

Neoliberalismus übrigens bedient sich gerne des Nationalismus.

Die Worte des unbekannten DDR-Journalisten mit der bemerkenswerten Frisur sind heute, nachdem die DDR Gottseidank obsolet wurde, gerade für uns wichtig. Der Journalist hatte schlichtweg Recht, und zwar mit jedem Wort. Natürlich sind Massenmedien im Kapitalismus Klassenmedien, die der Präparierung immer raffinierterer Ausbeutungsmethoden dienen, natürlich sind sie Sprachrohre des Imperialismus und natürlich ist die Frage gestattet, ob die Masse nicht blind ist, wenn sie die Herrschaft der Millionäre nicht abschüttelt.

Die DDR ging unter, Deutschland müsste untergehen.

Das hohe Reflexionsniveau dieses Staatsbürgerkundebeitrags ist erst durch die Zäsur der „Wende“ entstanden. Zuvor war es Propaganda, um von den massiven Unzulänglichkeiten der DDR abzulenken. Das ist nun seit 30 Jahren nicht mehr nötig.

Jetzt sind wir dran.

Ein DDR-Bürger, vermutlich Pegida-Sympathisant, sagt in derselben Sendung, kurz nach dem Staatsbürgerkundebeitrag:

Früher hatten wir in der DDR die Theorie zum Kapitalismus, jetzt haben wir das Praktikum. Und leider stimmt eben viel von der Theorie mit dem Praktikum überein.

So ist es. Vielleicht sind DDR-Bürger wegen ihrer Erfahrung wirklich schlauer. Da die DDR auf humanem Grund fußte, kann man so ein Lob aussprechen.

Konkret und für jeden Drangsalierten ein Scheißstaat hat die DDR doch viel Wahres über den Klassenfeind gesagt. Praktisch funktionierte die DDR nicht, theoretisch hatte sie die besten Lehrer. Und wir Westdeutschen spürten es schon damals: Die perfide bundesrepublikanische Pseudomoral, die scheinheilige Empörung über 17.-Juni- und Mauertote war eine einzige Heuchelei, vorzugsweise von Christdemokraten imitiert. DDR oder CDU: Was ist einem spontan sympathischer? Seien wir ehrlich: Es gibt da nur eine richtige Antwort.

Lernen wir also von der DDR, von Marx, Engels und Lenin. Ich fordere die Wiederholung sämtlicher Folgen der „Staatsbürgerkunde für die Schule“ allabendlich um 20:15 Uhr in der ARD. Nicht nur für Schüler, sondern für uns alle. Wir bekämen einen heißen Herbst.

Wir bekommen keinen heißen Herbst. Die Ausstrahlung wird nicht passieren. Die Massenmedien funktionieren.

Man müsste, nur als ein Beispiel, einmal untersuchen, wie die journalistischen Verlautbarungen zum Thema Renten seinerzeit aussahen; sagen wir, zwischen 1995 und 2005. Nur mal als Test, welchen Interessen diese Leute dienen. Der Mainstream diente damals eindeutig den Interessen des Kapitals. Gekauft? Kann man wohl nicht beweisen. Es ist komplizierter. Die SPD, die dem System gerne als arbeitnehmerfreundlichem Ausgleich gilt (Demokratie!!!) war damals übrigens an der Macht. Der Mainstream forderte „Reformen“. Die „asoziale Drückerkolonne“ (O. Welke) leistete gute Arbeit.

Massenmedien sind  Klassenmedien. O. Welke ändert daran nichts. Die grenzenlose Toleranz ist Teil des Systems. Das Medium ist Werkzeug. Gut möglich aber auch, dass die Journalisten schlicht zu blöd waren. Blödheit ist Teil des Systems.

Symbolfoto zur DDR – nichts funktionierte, außer der Staatsbürgerkunde:

(Foto: genova 2020)

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28 Antworten zu „Massenmedien sind Klassenmedien“

  1. hANNES wURST schreibt:

    Stimmt, und die modernen Klassenmedien sind die öffentlich-rechtlichen Sender. Selbst wer sich deren Indoktrinierungsprogramm nicht ansehen möchte, muss dennoch eine Gebühr dafür bezahlen. Wie man diese Medien gekonnt für sich nutzt, steht hier:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Markus_S%C3%B6der#Umgang_mit_%C3%B6ffentlich-rechtlichen_Sendern

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  2. genova68 schreibt:

    Ich bitte um mehr Respekt für die ÖR. Ohne sie wäre unsere Demokratie schon kaputt. Ich fordere aus Präventivgründen die Erhöhung der Demokratieabgabe von 17,50 Euro auf mindestens 25 Euro. Und zwar solange, bis die AfD sich aufgelöst hat.

    mfg

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  3. Jakobiner schreibt:

    Diese sogenannten GEZ-Geizrebellen nerven.Wollen sie nur noch private Medien,womöglich mit lauter Medienmogulen wie Berlusconi oder Blocher?Das Programm der ÖR ist zwar unterirdisch,aber es gibt dadurch auch 3 Sat,ARTE,Phönix und ZDF Info.Allein schon deswegen unterstützenswert.

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  4. hANNES wURST schreibt:

    Mir geht es gar nicht um die Kosten – auch wenn diese unglaublicherweise nicht als Steuer sondern als Gebühren erhoben werden, die Klein- und Großverdiener in gleicher absoluter Höhe belasten. Mir geht es darum, dass wir durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk die Kontrolle über unser Leben verlieren. Ja, das ist der Originalspruch von so einem Corona-Demo Teilnehmer, der möglicherweise ein ultrarechter Verschwörer ist. Dass jedoch gerade die – zumindest mir – höchst unsympathischen AFD Wutbürger das Lied von der „Lügenpresse“ schmettern, sollte mich nicht davon abhalten, kritisch über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nachzudenken. Und meine Kritik ist gerade in der Corona-Krise noch einmal gestärkt worden. Man kommt bei einigermaßen neutraler Bewertung nicht umhin festzustellen, dass es sich z.B. bei ARD und ZDF um reines Regierungsfernsehen handelt. Wenn Sie sich z.B. den Wikipedia-Link über Söders Umgang mit den öffentlich-rechtlichen Sendern ansehen, müsste klar sein, dass die Entflechtung von Rundfunk und Politik nicht gelingt.

    Wenn Sie 3 Sat, ARTE, Phönix und ZDF Info mögen, wären sie sicherlich auch bereit, 10 Euro im Monat für dieses Programmpaket zu bezahlen. Freiwillig.

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  5. Jakobiner schreibt:

    Ja,das wäre eine Lösung.Nur für die Spartensender Zahlen und den ganzen Krimi-,Quiz-,Schlager-und Rosamunde Plicher und Herzschmerzserienschrott entsorgen.Hannes Wurst sollte Programmdirektor werden.

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  6. Jakobiner schreibt:

    Im Zusammenhang mit der Gesundheitspolitik,ÖR und den Krankenkassen könnte man auch formulieren:Massenmedien sind Kassenmedien.

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  7. hANNES wURST schreibt:

    Vielen Dank für Ihr Vertrauen. Als erste Amtshandlung werde ich das Telekolleg ins Hauptprogramm befördern. Sämtliche Nachrichtenprogramme werden eingestellt, die Chefredaktion der Tagesschau wegen Landfriedensbruch den Behörden übergeben.

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  8. Jakobiner schreibt:

    Am besten nur noch Teletubbies als bildungsbürgerliche Grundversorgung.Hannes Wurst würde eher ein Programmdirektor für die Privaten.

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  9. hANNES wURST schreibt:

    Hier ist übrigens die Szene mit dem Typen, der ARD und ZDF mit einem Kontrollverlust in Zusammenhang bringt:

    Daran finde ich einiges lustig und bemerkenswert. Da ist der arme Senior, der aus gutem Grund den Protest gegen das Kontaktverbot unterstützt. Dann kommt der hysterische Regierungsgegner (ein klassischer Agent Provocateur) und bringt unter anderem das von mir gelobte Zitat. Der vorher sehr emotionale Senior wird jetzt ganz sachlich: mit den Worten „Man muss auch vernünftig bleiben“ tut er den Protest des Jüngeren ab.

    Diese Szene zeigt uns die ARD allen ernstes in einem Tagesschau-Extra, als Bericht über die Corona-Demonstrationen. Nachdem der Sender von Anfang an betont hatte, dass die Demonstrationen maßgeblich von Rechten und Spinnern angeführt werden (die Stuttgarter Zeitung zum Beispiel hat da ein wesentlich differenzierteres Bild gezeichnet), wird hier eine Szene gezeigt, die genau diese Diskredition auf die Spitze treibt. Es ist kaum vorstellbar, dass der Sender diese Szene nicht zumindest zum Teil gestellt hat.

    Dem braven Zwangsgebührenzahler wird so eingehämmert, dass ein Aufbäumen gegen die Maßnahmen nur eine Sache für Leute ist, die tatsächlich die Kontrolle über ihr Leben verloren haben. Entweder, weil sie den Regierungsmaßnahmen wehrlos ausgeliefert sind und eigentlich nur aus Trauer zur Demo kommen, oder weil sie bereits den Verstand verloren haben.

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  10. genova68 schreibt:

    Das ist kein agent provocateur, sondern ein ganz normaler deutscher Verschwörungstheoretiker. Die Behauptung, dass das ein agent provcateur sei, ist nur eine weitere Verschwörungstheorie.

    Die große Mehrheit aller dieser sogenannten Hygienedemos sind Veranstaltungen von Verschwörungstheoretikern, Rechtsradikalen, Nazis etc. Es mag ein paar Ahnungslose dabei geben wie diesen Rentner.

    In Berlin sind die Proteste eindeutig rechtsradikal, bis hin zu bekannten und dort tolerierten Holocaustleugnern. Da braucht man keine agents provocateur zu bemühen.

    In Stuttgart sieht das ähnlich aus, auch der Typ von Widerstand 2020 ist ein Verwirrter, ein Rechter, der sich mit allen wichtigen rechtsradikalen Verschwörungskanälen auf youtube einlässt. Solche Leute sollte man nicht als besorgte Bürger darstellen. Das sind Leute, die die Grundrechte gerne abschaffen wollen. Reine Demagogen.

    Ich finde es völlig in Ordnung, dass ARD und ZDF das genau so berichten.

    Kritisch nachdenken, ja, aber eben nicht auf Jebsenniveau.

    Das gleiche gilt für Bill Gates. Es ist ein Versäumnis der Linken, ihn und seine Stiftung nicht massiv zu kritisieren. Der ist faktisch Diktator. Dieses Versäumnis führt dazu, dass nur noch Aluhüte ihn kritisieren.

    Die Schwäche der Linken führt zu einer Lücke, die von den üblichen Demagogen gefüllt wird. Aktuell sind die Hygienedemounterstützer beispielsweise Attila Hildmann, Schrang, Jebsen, Nuoviso, der Volkslehrer, MM-News, die Fußballhooliganszene, Elsässer, AfD, Eva Herman, Andreas Popp und viele andere, also Rechtsradikale, Verschwörer, Antisemiten und Leute, die auf Grundrechte pfeifen.

    Wer sich da nicht abgrenzt, hängt mit drin. Nix agent provocateur.

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  11. hANNES wURST schreibt:

    Die Frage ist, ob ARD und ZDF Dir auch den Neoliberalismus schmackhaft machen können, indem sie berichten, dass Rechte, Verschwörer und Antisemiten den Neoliberalismus einhellig verdammen. Damit will ich nicht sagen, dass alles von Dir eben beschrieben richtig oder falsch sein kann. Ich gebe nur zu bedenken, dass es eine Tendenz gibt, über eine Sache nicht mehr nachzudenken, sobald jemand „Holocaust“ schreit. Wolfgang Wodarg z.B. taucht bei den ARD/ZDF Berichten über die Demos nicht auf (jedenfalls habe ich davon nichts gesehen und ich sehe viel zu viel ARD) – wohl weil er zu seriös ist.

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  12. genova68 schreibt:

    Man kann natürlich gegen die Einschränkung von Grundrechten demonstrieren und gegen die Coronamaßnahmen der Bundesregierung, kein Problem. Wenn ich aber sehe, wer da gegen die Einschränkung von Grundrechten demonstriert, dann kann ich das nicht ernst nehmen.

    Wodarg wurde von den Medien auseinandergenommen, ich sehe nicht, dass der von jemand Seriösem noch verteidigt wird.

    Aber ich bin kein Fachmann, ich kann zu den Coronamaßnahmen kaum etwas sagen – und tue das auch nicht. Das wäre Stammtisch. Ich bin mir aber sicher, dass die Demonstranten das auch nicht können. Und da diese Leute angeblich alles wissen, werde ich misstrauisch.

    TV gucke ich selten, nur hin und wieder via Mediathek. Aber das ÖR-Bashing ist so massiv – und gleichzeitig die Kritik an den privaten Sendern nicht vernehmbar – dass ich mich da sofort distanziere. Die Kritik kommt zum größten Teil von Rechtsradikalen.

    Aber wir sind da wohl nicht weit auseinander: ÖR massiv verschlanken, kein Bergdoktor mehr, und mehr Meinungspluralismus. Bei sowas wie dem Presseclub wird mir schlecht: die immergleichen Journalisten, dumpfer Mainstream, keine interessanten Gedanken. Da suhlen sich die Leute im eigenen Wohlbehagen. Und der Artikel oben ist durchaus Ernst gemeint: Massenmedien sind Klassenmedien. Aber deshalb distanziere ich mich von rechtsradikaler (sogenannter) Kritik.

    Du siehst ja bei youtube, wohin die Freiheit des Wortes führen kann. Zur Meinungsfreiheit gehört auch, dass ich die Klappe halte, wenn ich meine Meinung nicht begründen kann.

    Ich habe zu alldem keine abgeschlossene Meinung, aber alleine die twitterei von Trump lässt mich vermuten, dass es manchmal besser ist, zu schweigen. Es ginge ja eher darum, Randständige zu Wort kommen zu lassen. Niedriglöhner, die in Berlin eine Wohnung suchen, zum Beispiel.

    Neoliberalismus: Höcke spricht sich bei Bedarf gegen Neoliberalismus aus, aber das ist keine emanzipierte Kritik, das sind Worthülsen. Dein Argument kannst du beliebig wenden: Hitler führte in Deutschland die ersten Naturschutzgebiete ein. Bin ich deshalb gegen Naturschutzgebiete?

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  13. genova68 schreibt:

    Dem braven Zwangsgebührenzahler wird so eingehämmert, dass ein Aufbäumen gegen die Maßnahmen nur eine Sache für Leute ist, die tatsächlich die Kontrolle über ihr Leben verloren haben.

    Den Eindruck habe ich nicht. Auf dem Alex in Berlin gab es eine skurrile Zusammensetzung aus allen möglichen Verrückten plus Hooligans. In Stuttgart war es wohl seriöser, aber auch da sind die Verbindungen des Schwindelarztes schwindelerregend. In Nürnberg war die rechte „Hallo-Meinung“-Gruppe federführend dabei. Ich sehe nirgendwo eine Abgrenzung von Rechten, und das wurde von den ÖR transportiert.

    Es gab bei den TTIP-Demos vor ein paar Jahren solche von dir beschriebenen Probleme: Bei einer Demo mit – ich glaube – 500.000 Teilnehmern rannten ein paar Verrückte mit, die dann interviewt wurden. Aber hier gab es eine klare, permanente Abgrenzung seitens der Demoleitung. Das reicht mir schon.

    Die gibt es bei den Coronademos nicht – und ist auch nicht möglich, weil eben die Führungen dieser Demos allesamt aus dem rechten Spektrum und der Querfront kommen. Letzteres beispielsweise am R.-Luxemburg-Platz mit Anselm Lenz, der schon für die taz schrieb und vor allem Aufmerksamkeit braucht. Wobei ich nicht weiß, ob der sich nicht schon wieder zurückgezogen hat, nachdem seine Demos von rechts gekapert wurden.

    Kurzversion: Es ist logisch unmöglich, mit Rechten gegen die Abschaffung von Grundrechten zu demonstrieren. Es ist ein Wesenskern von Rechten, Grundrechte abzuschaffen. Und wenn ich dann noch sehe, wie, zumindest in Berlin, die Distanzregelungen komplett und massenhaft ignoriert werden, halte ich das für fahrlässig. Es geht ja nicht nur um die Gesundheit DIESER Leute.

    Zur Info:

    https://taz.de/Koepfe-der-Corona-Relativierer/!5681132/

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  14. hANNES wURST schreibt:

    Wo wurde Wodarg auseinander genommen? Kritisiert wurde er, klar, aber das wurde Drosten auch.

    Ich habe nie bestritten, dass viele der Coronamaßnahmen-Kritiker seltsame Ansichten haben. Es gehört auch Mut dazu, sich öffentlich zu einer Außenseiteransicht zu bekennen, und diese Leute haben Übung darin. Das bedeutet nicht, dass ihre Ansichten falsch sind.

    Dadurch entstehen blinde Flecken, und meine Kritik ist: ARD und ZDF fördern diese blinden Flecken nach Herzenslust. Es wird nicht darüber diskutiert, was die Maßnahmen kosten, wie sinnvoll oder sinnlos sie sind, welche Art von Umverteilung damit eingeläutet wird. Es wird statt dessen berichtet, dass ein paar als bösartig identifizierte Außenseiter ungare Kritik gegen die Regierung vorbringen.

    Außerdem wird sehr gerne über die Probleme berichtet, die Regierungen haben, die anders als die deutsche Regierung handeln. Länder wie Japan werden ausgeblendet. Die angeblich geringe Sterblichkeit ind Deutschland (die ja noch gar nicht mit dem wahren Infektionsgeschehen abgeglichen werden kann) wird gelobt – ohne dass irgendwelche Zusammenhänge hergestellt werden, außer: wir Deutschland macht alles richtig.

    Das ist nichts weiter als Manipulation und Meinungsmache. Wenn die BILD das tut – bitteschön. Wenn die Regierung das verkündet – meinetwegen. Wenn aber ARD und ZDF in das ewig gleiche Horn blasen: abschaffen.

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  15. genova68 schreibt:

    Das Grundproblem bei solchen Diskussionen ist wohl, dass wir alle individuelle Medienrezeptionen haben und keinen Überblick. Ich habe beispielsweise den Eindruck, dass Wodarg ernsthaft kritisiert wurde, ich erinnere einen langen Artikel im Tagesspiegel, in dem seine Argumente geprüft wurden, und einen Beitrag irgendwo anders.

    So sieht die Nachrichtenlage aus:

    https://www.google.com/search?q=wodarg&client=firefox-b-d&source=lnms&tbm=nws&sa=X&ved=2ahUKEwip8ebctdjpAhXOqqQKHRr2AX8Q_AUoAXoECBQQAw&biw=1254&bih=933

    Wodarg, pensioniert, scheint eine extreme Meinung, eine Minderheitenmeinung zu vertreten, wobei es hier zum Wissenschaft geht und nicht um Politik. Da sind Minderheitenmeinungen richtigerweise verdächtig. Drosten ist der Experte, Wodarg ein Provinzarzt. Es gibt eine Menge Provinzärzte, die nun meinen, irgendwas sagen zu müssen.

    Drosten wird kritisiert, gerade derzeit, damit habe ich mich die letzten Tage ein wenig befasst. Ergebnis: Diese sogenannte Kritik ist im Wesentlichen eine Kampagne der Bildzeitung, das kann man nicht ernst nehmen. Sämtliche Wissenschaftler, die in der Bild zitiert wurden, distanzieren sich danach, außer Kekulé. Der ist kein Fachmann und das ist mir zuwenig.

    Drosten steht jetzt für die Bundesregierung und ist deshalb dem rechten Rand verhasst. Die Bild macht Kampagne. Es gibt keine Kritik an Drosten, die den Namen verdient.

    Ich habe mir ein paar Podcasts angehört und wüsste nicht, was man da kritisieren solll. Er sagt ganz klar, dass er als Wissenschaftler redet, als Privatmensch hätte er vielleicht eine andere Meinung. Es ist Aufgabe der Politik, dann Entscheidungen zu treffen.

    ARD und ZDF: Auch da glaube ich, dass wir alle unterschiedliche Perspektiven haben. Ich gucke kaum TV, wie gesagt, und ich habe eine Aversion gegen heute journal und Tagesthemen. Das ist billige Beeinflussung, unangenehme Moderatoren, die permanent mit erotischen Augenaufschlägen versuchen, Meinung zu machen. Das ist aber bei den Privaten viel schlimmer. SAT1 Nachrichten, beispielsweise. Danach kehrst du reumütig zur ARD zurück.

    Anchorman, Nachrichtenshow, das ist alles eine katastrophale Entwicklung, aber die Leute gucken es wohl gerne.

    Es wird nicht darüber diskutiert, was die Maßnahmen kosten, wie sinnvoll oder sinnlos sie sind, welche Art von Umverteilung damit eingeläutet wird.

    Wird tatsächlich nicht diskutiert, was die Maßnahmen kosten? glaube ich nicht. Wir alle sind doch informiert, die Zahlen, die Billionen, flirren umher. Ich wette ohne das zu prüfen, dass gestern in der Tagesschau von den 500 Milliarden die Rede war, die die EU-Kommission verteilen will. Es wird alles mögliche diskutiert, in Podcasts, in Politsendungen, in Talkshows. Das Angebot ist doch viel breiter als vor 30 Jahren.

    Japan wird ausgeblendet? Vorgestern war ein großer Artikel über Japan in der Süddeutschen, ich bin jetzt gut informiert.

    Aber andererseits stimme ich dir zu, das sagt ja schon oben der Artikel, Klassenmedien. Wirtschaftsthemen sind bei ARD und ZDF seit 25 Jahren neoliberal dominiert, gerade die Talkshows, das sind Sendungen der herrschenden Klasse und haben wohl auch deshalb so einen schlechten Ruf.

    Die Informationen aber bekommen wir alle, aus allen möglichen Kanälen. Du kannst dich informieren über die Besitzverhältnisse in Deutschland, über die Renten, über die extreme Spreizung des Vermögens, über die finanzielle Lage von Bill Gates etc. Jeder weiß, dass Gates 80 Milliarden Dollar Vermögen hat. Das Problem ist, dass ihm niemand die Bude stürmt und ihm das Geld abnimmt.

    Brave new World: Wir haben eine Überdosis an Informationen, deshalb reagieren wir nicht mehr darauf. Und jeder einzelne von uns, ich eingeschlossen, hat immer wieder diese Erlebnisse, dass er etwas besonderes rezipiert und meint, das müsse nun gesamtgesellschaftliche Folgen haben. Hat es aber nicht.

    Reden wir mehr über die Verhältnisse, weniger über die ÖR.

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  16. hANNES wURST schreibt:

    Dein Google-News Link ist mir zu breit gestreut, hast Du nicht einen Link unter dem ich eine sachliches „Auseinandernehmen“ von Wodarg finde? Ich hatte eher den Eindruck, die „seriösen“ Medien vermeiden es einfach, sich seinen Thesen (deren Wahrheitsgehalt ich hier gar nicht bewerten will) zu stellen. Dabei ist er auf Youtube die Nr. 2 der „Experten“: https://www.spiegel.de/gesundheit/corona-virus-christian-drosten-ist-nummer-eins-bei-medienpraesenz-von-virologen-a-e3d97148-06db-4b9d-bb5d-511543f7cf43

    Es wird meiner Meinung nach nicht realistisch über die Kosten diskutiert. Die Einkommensausfälle der Gastwirte und Veranstalter z.B. müssen sicherlich, notfalls per Gerichtsentschluss, vergemeinschaftet werden. Der Entzug der Betriebszulassung diente der Gesundheit der Allgemeinheit, also müssen alle zahlen. Und wer glaubt, die Regierung würde dazu eine „Reichensteuer“ oder so etwas instrumentieren? Eher wird die Mehrwertsteuer auf 25% erhöht und das Rentenalter steigt auf 70, damit man in ein paar Jahren wieder einer schwarze Null feiern kann. Statt dessen, Du schreibst es richtig, flirren Billionen umher. Hätte die Regierung gesagt: wir machen die Gastronomie dicht, zahlen müsst ihr alle, dann würden nicht bis heute die Schranzen „Hurra Corona“, „Kontaktsperre, toll“ und „meine Maske ist voll originell“ rufen.

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  17. genova68 schreibt:

    Nein, ich habe keinen anderen Link. In einem aktuellen Video bezeichnet Wodarg die Coronamaßnahmen als „Völkermord“, kein Scherz. Mir reicht es auch schon, wenn er sich stundenlang von Leuten wie Eva Herman interviewen lässt, wo die große Verschwörung suggeriert wird. Der nächste Interviewgast, wieder eine Stunde lang, war Xavier Naidoo. Wodarg ist entweder rechtsradikal oder komplett ahnungslos.Natürlich kannst du jetzt sagen, dass sein Interviewverhalten nichts mit seinem Fachwissen zu tun hat. Aber wer sich in solche Gefilde begibt, den nehme ich generell intellektuell nicht mehr Ernst.

    Sicher bräuchte man konstruktive Kritik am Regierungsvorgehen, so wie immer. Aber ich sehe bei den Demos praktisch niemanden, den ich Ernst nehmen könnte. Ich begegne fast ausschließlich Spinnern. Du gehst ja auch mit gutem Grund nicht dahin, nehme ich an.

    Über die Kosten wird doch ständig diskutiert, so mein Eindruck. Ich habe auch das Gefühl, dass die Regierung sich nichts mehr traut. So wie sie jetzt massiv lockern, werden sie auch keien 25 Prozent mwst einführen. Davor haben die mittlerweile Angst, und das ist gut so. Leider nicht wegen der Linken, sondern wegen der Rechten.

    Hier, exemplarisch für die vermeintlich vernünftigen Coronagegner: Eine Mutter erzählt minutenlang, dass sie alles als Folter empfindet, was sie momentan durchmacht. Zum Beispiel den Ministerpräsidenten sehen. Diese Frau ist krank und muss zum Arzt, so wie die meisten sogenannten Kritiker.

    Wir erleben die Auswüchse eines anonymisierten, vollständig durchbürokratisierten Alltags ohne Gott. Massenhaft Verrückte, in den alternativen Medien seit Jahren aufgewiegelt. In den USA sind sie schon weiter.

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  18. hANNES wURST schreibt:

    Ich habe hier einen Link, in dem Wodarg „enttarnt“ wird, im ARD Magazin Monitor:

    Ich habe mir Dein Video von der Mutter nicht ganz angeguckt, das ist wirklich zu langweilig, aber schlimmer als die ARD Regierungspropaganda in diesem Monitor Beitrag kann es nicht sein. Es wird erst über Wodarg (immer hinterlegt mit unheilsvoller Musik) dann über Heiko Schrang und das Compact Magazin berichtet – klar, ist ja alles eine Chose. Einen O-Ton von Wodarg hat man wohl nicht versucht einzuholen. Sozusagen als Disclaimer wird in Minute 7:10 kurz hinterhergeschickt, dass natürlich nicht jeder Kritiker der Regierung ein Verschwörungstheoretiker ist – das sind echt Scherzkekse, deren Gehalt wir bezahlen müssen.

    Wodarg lässt sich von jedem interviewen, nicht nur von Eva Herman. Warum auch nicht? An dem was er sagt, ist nichts politisch tendenziös. Qualitativ sehe ich jetzt keinen Unterscheid mehr zwischen einer Monitor Sendung und dem Eva Herman Journal.

    Kann natürlich sein, dass Wodargs Ansichten in Wahrheit gefährlich sind, dass er sich nur wichtig tun will oder dass er tatsächlich ein verdammter Nazi ist. Belegt wurde das nicht, er wurde nur in die entsprechende Schublade gesteckt. Im Zweifel für den Angeklagten.

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  19. genova68 schreibt:

    Ok, dann schaue ich mir jetzt den Monitorbeitrag an.

    Den ersten O-Ton von Wodarg höre ich bei 0:48. Du meinst wohl, die Journalisten hätten sich um einen O-Ton bemühen sollen? Wieso? Wodarg hat mehrere Stunden Material auf youtube, das sollte reichen.

    Von 0:48 bis 1:35 kommt Wodargs Position zu Wort, ausgewogen und breit. Danach kommt ein Kritiker, der Wodarg in fast allem zustimmt, nur in seiner Schlussfolgerung nicht, nämlich der, dass wir ohne die Medien nichts von dem Virus mitkriegen würden.

    Die unheilvolle Musik taucht ein paarmal auf und hört man nur, wenn man die Lautstärke voll aufdreht.

    Dann kommt der Bericht in der Tat auf Jebsen, Schrang und andere zu sprechen. Wieso nicht? Es geht um Verschwörungshteorien. Wodarg gibt diesen Deppen Interviews.

    Wodarg wird im dem Bericht dennoch klar abgegrenzt und es wird nur gesagt, dass Wodarg ein Stichwortgeber für Rechtsradikale wie Schrang, Herman und Elsässer ist. Das ist objektiv richtig.

    Was also soll deine Kritik? Ich verstehe sie nicht.

    Monitor war schon immer ein linkes Meinungsmagazin. Man weiß schon in der Überschrift, wo die Reise hingeht. Es geht um die richtige Recherche. Im vorliegenden Fall war die Recherche völlig in Ordnung.

    Belegen: Hannes,wie soll das Magazin Monitor denn hier irgendwas belegen??? Das sind Diskussionen unter Wissenschaftlern, da gibt es täglich neue Erkenntnisse. Erwartest du tatsächlich, dass Monitor nun als Quasi-Gott eine Entscheidung fällt? Wodarg hat recht oder Unrecht? Monitor stellt ausgewogen Wodargs Position dar und eine freundliche Gegenmeinung.

    Qualitativ sehe ich jetzt keinen Unterscheid mehr zwischen einer Monitor Sendung und dem Eva Herman Journal.

    Ich glaube, wir beide müssen uns mal unter vier Augen unterhalten. Am besten in Domburg. Komm mit, Alter!

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  20. genova68 schreibt:

    Und das Wichtigste: Du sympathisierst ja mit der Meinung, das Virusproblem sei aufgebauscht worden, man hätte den Shutdown nicht gebraucht. Das sagt auch Wodarg in dem Beitrag deutlich, und dem widerspricht auch niemand. Gut möglich, wir werden sehen, ob das so ist. Die Politik hat aufgrund von Expertenmeinungen zu entscheiden, und da hat man sich nicht für die paar Wodargs entschieden, sondern für die Masse an Fachleuten, die das nicht so locker sahen. Wer Recht hat, weiß ich nicht. Monitor lässt das jedenfalls einfach so stehen und du kannst dir eine Meinung bilden.

    Aber, wie gesagt, wenn du meinst, dass Eva Herman guten Journalismus macht, dann brauchen wir uns über Medienkritik nicht weiter unterhalten. Dann bist du schon über dem Jordan.

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  21. hANNES wURST schreibt:

    Sagen wir es so: Du würdest nach eigenem Bekunden Christian Drosten nicht von der Bettkante stoßen, und ich Eva Herman nicht. Ich würde mich anschließend jedoch nicht von ihr vollsülzen lassen, genauso wenig wie von der Monitor Redaktion. Wenn Du den Monitor Beitrag Wodarg gegenüber nicht als stark polarisierend empfunden hast, dann weiß ich auch nicht weiter.

    Du kennst glaube ich meine Meinung. Ich möchte im März 2020 nicht Ministerpräsident oder Regierungsmitglied gewesen sein. Schwere Entscheidungen, wenig Grundlagen. Die Tendenz zur Sicherheit: völlig verständlich. Nur Ärsche wie Söder, der das Ganze als populistischen Moment nutzt, oder Lauterbach, der einen moralischen Feldzug daraus macht, können mir gestohlen bleiben.

    Dass die Medien, inbesondere die öffentlich-rechtlichen, eine unipolare Angst- und Hetzshow daraus machen: unverzeihlich.

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  22. hANNES wURST schreibt:

    Ach und noch etwas: natürlich hoffe ich, Wodarg behält Recht. Dann gibt es keine „2. Welle“, bei zukünftigen Epidemien sind die Untergangspropheten weniger laut und hoffentlich dient dann auch kein unvalidierter Test als Begründung für teure, einschneidende Maßnahmen.

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  23. genova68 schreibt:

    Ich habe mich in einer Monitormedienkritik versucht. Magazine wie Monitor, Panorama, früher ZDF-Magazin etc. sind meinungsstark, die machen von Anfang an klar, wo sie stehen.

    Thema des Monitorbeitrags ist: Verschwörungstheorien, Beispiele sind Schrang, Compact und mehr, allesamt rechtsradikal, allesamt gegen Grundrechte, für einen „Systemwechsel“, gegen Parlamentarismus, gegen Demokratie, ausländerfeindlich, den Umsturz offensiv herbeisehnend. Alle diese Leute sind euphorische Wodarganhänger.

    Man hätte in der Tat Wodarg nach seiner Meinung zu diesen Leuten fragen können, die sich nun permanent auf ihn berufen. Andererseits hat Wodarg jede Möglichkeit, sich von diesen Leuten zu distanzieren. Tut er das nicht, ist er vermutlich selbst rechtsradikal. Er tut es nicht, sondern gibt diesen Rechtsradikalen Interviews im Stile einer Verbrüderung.

    Fachlich wird Wodarg über alle Maßen gehört. Schon am 10. März konnte er seine Thesen bei Frontal, ZDF, nach außen tragen. Danach bekam er massiv Kritik. Seinen Namen kennt mittlerweile jeder in Deutschland.

    Wodarg bekam massenhaft Widerspruch, was an der Steile seiner Thesen liegt. Vielleicht liegt er richtig,dann wird sich das herausstellen.

    Mir scheint, du forderst eine Art göttliche Instanz, die dir einfach die Wahrheit mitteilt. Das sollen gefälligst ARD und ZDF sein.

    Meine Meinung habe ich mir gebildet: Wodarg bekam, ohne wirklich Experte zu sein, viel Aufmerksamkeit. Die Masse der Experten lehnt seine Thesen ab. Merkwürdig finde ich auch als Laie, dass er dieses Virus, für das es keine Impfung gibt, als normales Grippevirus bezeichnet, für das es aber Impfungen gibt. Dazu ist er mit Rechtsradikalen per du. So eine Art zweiter Sarrazin. That´s it.

    Falls er Recht behält, ändere ich meine Meinung. Dann ist er ein verschwörungstheoretischer Spinner, der fachlich recht behalten hat.

    P.S.: Zeig mir auch nur einen Redebeitrag irgendeiner Hygiendemo, dem du zustimmen kannst. Ich finde nichts. AfDler, Spinner, hysterische Mütter, das war´s. Die kritische Öffentlichkeit, die du suchst, scheint es derzeit zumindest organisiert nicht zu geben. Vielleicht fälschlicherweise. Dann bist du gerade die Avantgarde. Die hat es immer schwer. Mach was draus!

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  24. hANNES wURST schreibt:

    Ich fordere natürlch keine „Art göttlicher Instanz“, das würde die Möglichkeit einer freien Meinungsbildung verhindern, sondern eine möglichst unabhängige Berichterstattung die journalistischen Standards entspricht, was eine Meinungsbildung erst ermöglicht.

    Selbstcharakterisierung: „MONITOR will Hintergrund liefern, Diskussionen anstoßen, Themen setzen. Unsere Handschrift: seriöse Information, gepaart mit einer sorgfältigen Analyse. Kritischer, investigativer Journalismus…“ Wie geht das mit einem so reißerischen Beitrag über eine von der Regierungslinie abweichenden Meinung konform?

    Die wie auch immer geartete „Nähe“ Wodargs zu Verschwörungstheoretikern und Rechtspopulisten wird nur dadurch begründet, dass er nur in deren Gefilden wahrgenommen wird. So wie in dem Monitor Beitrag oder eben bei Eva Herman – Anne Will lädt ihn nicht ein. Das mag manchen zu einer Veruteilung reichen, mir nicht.

    Mir scheint, die Eingangsthese Deines Beitrags nimmst Du nur ernst, wenn sich damit Dein gesellschaftliches Wunschbild stützen lässt:

    „Massenmedien sind Klassenmedien. Die Zeitungen und Sender des Imperialismus sind Sprachrohre des Monopolkapitals.“

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  25. genova68 schreibt:

    Ich betrachte Corona nicht als eine Klassenfrage. Das ist ein Tappen im Dunkeln und man kann gerne darüber berichten, ob durch Corona Amazon stärker wird oder eine Diktatur errichtet wird. Da braucht es dann aber Indizien. Für die Amazonthese gibt es sie und darüber werden wir informiert. Für den ganzen Verschwörungsscheiß gibt es kein Indiz, also braucht man darüber auch nicht berichten.

    Der Artikel oben bezog sich nicht auf Corona. Klassenfragen sind beispielsweise die Rentendiskussion, die Debatten über die Rolle des Staates, der deutsche Nationallismus der Mitte, Bildung in Abhängigkeit von Konzernen, Niedriglohnsektor, Ausbeutung via Immobilien, deutsche Kriegsführung im Ausland undundund. Aber nicht der Hampelmann Wodark.

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  26. hANNES wURST schreibt:

    Deine Aufteilung gesellschaftlich relevanter Fragen in Klassenfragen und andere Fragen halte ich zwar für ziemlich willkürlich, aber bitteschön, dann sind ein Großteil der vorangegangenen 25 Textbeiträge am ursprünglichen Thema vorbei.

    Zu „Hampelmann Wodark“ (sic) fällt mir noch ein, dass Deine Position eine urdeutsche ist, zum Bespiel wegen der fehlenden Differenzierung von These und Person. Ich wette, es hat keine 15 Minuten gedauert, bis Du durch Deine Internetrecherche zu folgenden, seitdem nicht revidierten Schlussfolgerungen kamst:

    1) „Die Leute, die mit Wodarg sympathisieren, sind mir unsympathisch. Also ist mir Wodarg unsympathisch.“

    2) „Da mir Wodarg unsympathisch ist, halte ich seine Thesen für falsch.“

    3) „Da Wodargs Thesen falsch sind, ist Wodarg ein Hampelmann, denn nur ein Hampelmann verbreitet falsche Thesen.“

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  27. Hugo schreibt:

    „Ich fordere die Wiederholung sämtlicher Folgen der „Staatsbürgerkunde für die Schule“ allabendlich um 20:15 Uhr in der ARD.“
    Heutzutage macht das der Staat gleich konsequent selber auf einer bekannten profitorientierten Plattform:
    https://www.youtube.com/results?search_query=abdelkratie

    Und mal am Rande; die überall so genannten Verschwörungstheorien sind bestenfalls Hypothesen, wenn hier schon mit wissenschaftlichen Begriffen gearbeitet wird.
    Mit „Theorie“ wertet mensch dieses ganze Querfrontpack auf und gibt denen weitaus mehr Aufmerksamkeit als die nach den Mindestgeboten der Humanität verdienen.
    Leute wie Wodarg die gleiche Zeit zu geben in den ÖR wie z.B. Dr. Drosten, wäre, wie wenn nach jeder „Prof. Dr. Harald Lesch erklärt die Welt“ die gleiche Zeit einem Vatikan-Vertreter zugestanden wird, der z.B. das mit der Rehabilitation von Galilei und seiner ausreichend abgesicherten Theorie, wer sich nun um wen bewegt, ned so richtig mitgekriegt hat. So wegen der Meinungsvielfalt…

    Gefällt 1 Person

  28. genova68 schreibt:

    Es fällt mir schwer, Wodarg ernst zu nehmen, wenn er bei rechtsradikalen Verschwörungstheoretikern zuhause ist. Fachliche Urteile kann ich mir bei Viren eh nicht erlauben.

    Im übrigen habe ich gerade noch einmal nach einem halbwegs vernünftigen Beitrag bei einer Hygienedemo gesucht. Ergebnis: null. Stattdessen auch bei der Stuttgartdemo, die noch als die am wenigsten durchgeknallte galt: Rüdiger Dahlke und Thorsten Schulte, zwei bekannte Verschwörer, teilweise rechtsradikal und vor allem demagogisch.

    Es gibt offenbar tatsächlich keinen einzigen dieser Leute, den man für voll nehmen kann. Ich wundere mich selbst.

    Aktuell gibt es eine Studie, die von mehreren Millionen weniger Toten durch den Shutdown spricht:

    https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.kontaktsperre-schulschliessung-und-co-corona-massnahmen-verhinderten-viele-tote.a6e276c4-7c81-4391-bee5-6b2cbd2cd7bc.html

    Und das hier zu Jena:

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-studie-zu-maskenpflicht-in-jena-legt-schutzwirkung-nahe-a-5e89e1b9-ec6e-4259-991f-5dc962431884

    Neuseeland ist coronafrei, die hatten sehr strenge Shutdownregeln:

    https://www.tagesspiegel.de/politik/neuseeland-erklaert-sich-als-erstes-land-fuer-covid-19-frei-apremierministerin-jacinda-ardern-loest-den-lockdown-das-hat-seinen-preis/25896872.html

    Auch dort gibt es Kritiker, die aber vernünftiger scheinen:

    https://www.tagesspiegel.de/politik/neuseeland-nach-der-gewonnenen-coronavirus-schlacht-wachsen-zweifel/25827046.html

    Es geht bei alldem nur um Einschätzungen, die wir, die Bürger, vornehmen können. Aber ich habe hier die Wahl zwischen mehreren seriösen Studien und ein paar durchgeknallten Verschwörern und diesem Wodarg mit Hang zu rechtsradikalen Verschwörern. Wodarg redet mittlereile in Bezug auf die Maßnahmen von „Völkermord“.

    Gut möglich, dass sich die Einschätzungen im Lauf der Zeit ändern. Wir werden sehen.

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