Architektur und Alltag 9

Ein unglaublich angenehmes Gebäude im Wedding, Berlin:

Es ist gewissermaßen ein Fremdkörper in der Umgebung. Ein differenziertes Volumen an einer Straßenecke, mit Vor- und Rücksprüngen, mit brutalistischer Anmutung, mit Waschbeton, mit trendy braunen Alupaneelen, mit einem sichtbaren Versorgungsschacht, kurzum: mit allem, was die ästhetische Empfindung angenehm macht.

Das Gebäude steht leer, typisch für eine traditionell baukulturlose Stadt in einem baukulturlosen Land, in dem das ästhetische Empfinden des noch tumbesten Spießers Maß und Mitte bestimmt. Ein Gebäude, das das Sehen lehren könnte, wenn nur jemand zum Interesseheucheln in der Lage wäre, wird wohl demnächst abgerissen.

In hundert Jahren werden wir Krododilstränen vergießen ob der Zerstörung.

(Foto: genova 2020)

Dieser Beitrag wurde unter Fotografie, o.T. veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Architektur und Alltag 9

  1. eimaeckel schreibt:

    Vielen Dank für die Sehhilfe. Man muss schon dein Auge haben, um die Schönheit zu entdecken. Aber dann…
    Wenn du gerne im Wedding fotografierst: Mit ein paar Mitstreiterinnen organisiere ich den diesjährigen Kunstwettbewerb MeinWedding 2020. Vielleicht hast du ja Lust, Bilder von dir einzureichen. Schau mal hier
    http://www.meinwedding2020.home.blog
    Es gibt auch was zu gewinnen. ,-)
    Ich würde mich freuen
    Rolf

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  2. genova68 schreibt:

    Toll, danke für das Angebot.

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