Architektur und Alltag 8

Das schöne an Architektur ist, dass jede Stadt ein großes Freilichtmuseum darstellt. Man muss nur die Augen öffnen und nicht nach unten, sondern zur Seite und nach oben schauen. Dann sieht man solch interessante Konstellationen wie diese hier in der Bismarckstraße in Berlin:


Drei Gebäude, links Historismus, in der Mitte einen 1960er-Jahre-Bau, rechts einen aus den 1950er Jahren. Man kann hier die Totalität gesellschaftlicher Entwicklungen ablesen.

Symbolhaft vor demokratisch aufgeladen links, heute mit diesen fade Bürgerlichkeit suggerierenden Beigeton; bescheiden nachkriegserfahren rechts, wobei die vielen Balkone vom Sinn für Funktionalität für wenig Geld zeugen, und die Fensterformate wurden direkt vom Neuen Bauen aus den 1920ern herübergerettet; mit Mut zu Innovation und neuen Baustoffen in der Mitte, wo das modern-kühle Blau auffällt und der extreme Gegensatz zwischen den Fensterbändern im Haupttrakt und den winzigen Öffnungen im Treppenhaus. Alles hat seine Berechtigung.

Privatime Geschmacksurteile verbieten sich bzw. interessieren nicht. Zumindest nicht mich.

(Foto: genova 2019)

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