Architecture parlante aktualisiert

Ein Foto im Vorbeifahren geknipst. Ein Hotel in einer Ferienregion in Italien, den Ort habe ich vergessen. Es ist gewissermaßen die aktuelle Fortsetzung der architecture parlante, also der Architekturrichtung, die die Nutzung des Gebäudes plakativ darstellen sollte, um 1760 zum ersten Mal entwickelt.

Seitdem ist architecture parlante nie ausgestorben, und sie hat heute einen eigenen Reiz. Man fährt an dem Gebäude mit hohem Tempo vorbei, es bleibt bei einem Blick von zwei oder drei Sekunden, aber man erfasst in dieser kurzen Zeit eine wesentliche Aussage: Das Hotel Flamingo erinnert in seiner farblichen und räumlichen Gestaltung an einen Flamingo. So weit, so banal, aber eben auch so befriedigend, weil der Mensch sich ja nach schneller Erkenntnis sehnt.

Zwei, drei Sekunden, und man weiß scheinbar genug und kann sich der nächsten Erkenntnismöglichkeit zuwenden.

Architecture parlante könnte der ideale Stil unserer Zeit sein: Kurze Aufmerksamkeitsspannen genügen, detailreiche, intensive Recherche ist nicht nötig, innere Werte sowieso nicht. Wie in einem Musikvideo oder bei Pinterest reichen die richtigen Farben, der schnelle Effekt. Optimal auch, dass man zur Besichtigung nicht aus dem Auto aussteigen muss, nicht mal anhalten. Kurz vom Gas gehen und den Blick aufs Objekt richten reicht.

Wie auch immer, das Hotel hat seinen Reiz. Hat man beim Vorbeifahren Hunger, läuft einem das Wasser im Mund zusammen.

Wohl bekomm´s.

(Foto: genova 2017)

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