Das Schloss brennt!

Endlich mal eine gute Nachricht in diesen bösen Coronazeiten:

Das Berliner Stadtschloss brennt! Gestern stieg schwarzer Rauch auf:

Vermutlich haben klassenbewusste Arbeiter das verhasste Symbol der Reaktion während ihrer Arbeitszeit angezündet. Es gibt sie also noch, die revolutionäre Arbeiterklasse.

Leider hat die Feuerwehr diesen mutigen Akt zivilgesellschaftlichen Handelns umgehend zunichte gemacht. Kleinbürgerliche Feuerwehrleute löschten den Brand diensteifrig innerhalb von 30 Minuten. Ein Trauerspiel.

Das Bild oben vom qualmenden Schloss weckt angenehme Assoziationen an versuchte Aufstände. Früher haben sich Arbeiter in Lebensgefahr begeben, um Schlösser anzuzünden und so etwas für ihre Zukunft und die ihrer Kinder getan. Heutzutage wird die Gelegenheit nicht genutzt. Heutzutage kommen die Deppen von der Feuerwehr, also Klassenbrüder, und helfen dem Klassenfeind.

Man stelle sich vor: Die Feuerwehr wäre vorgefahren, hätte den Schlossplatz weiträumig abgesperrt und dem Brand einfach zugesehen. Dann wäre von diesem reaktionären Projekt nur ein Haufen Asche übrig. Es wäre ein schönes Zeichen gewesen, ein nettes Symbol.

So bleibt das Symbol einer neoliberalen Gesellschaftsordnung stehen – Chance vertan.

Mit dank an Axel Ulrich

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5 Antworten zu Das Schloss brennt!

  1. hANNES wURST schreibt:

    Offiziell wird alles abgestritten, angeblich war es ein brennender Teerkessel. Das Bild verdichtet sich: die sogenannte „Corona-Krise“ ist nur ein politisches Instrument um den Deutschen Frühling zu verhindern. http://www.wodarg.com!

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  2. Hugo schreibt:

    @hanneswurst; Bitumenkocker, Teer ist böse, weil eigentlich Dreck und drinne zuviele PAK (Polyzyklischle Aromatische Kohlenwasserstoffe).

    @ Genova; soll die Seitenwand noch verkleidet werden oder bleibt die so?
    Und gibts da eigentlich schon gravierende Baumängel oder kommen die noch?

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  3. genova68 schreibt:

    Hugo,
    die eine Seitenwand bleibt so, sie wurde modern konzipiert. Von Baumängeln weiß ich nichts, es gab bislang nur die üblichen und eine Kostensteigerung von 50 Millionen, glaube ich, auf dann 650 Millionen Euro.

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  4. philgeland schreibt:

    Jetzt, wo ich mir die Seitenwand so ansehe … erinnert an das Gebäude der US-Botschaft, oder?

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  5. genova68 schreibt:

    US-Botschaft in Berlin? Ehrlich gesagt sehe ich da keine Verwandschaft:

    Die Botschaft ist ein Bau mit kleinen Wandöffnungen, Fenstern, er wirkt hermetisch, und das ja nicht ohne Grund. Außerdem gibt es getrennte Volumina, die zu einer vor- und zurückspringenden Fassade führen. Die Ostseite des Schlosses von Franco Stella ist purer Rationalismus, an Aldo Rossi orientiert, mit einem Wand-Öffnungs-Verhältnis, das deutlich zugunsten der Öffnung tendiert, dennoch mit massiven Pfeilern.

    Das Schloss ist bis auf diese Ostseite eine komplette Rekonstruktion. Stella gewann den Wettbwerb, obwohl er die Wettbewerbsbedingungen nicht erfüllte, zu kleines Büro. Man wollte wohl einen Nonamearchitekten, der kuscht.

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