Eine Frage zu Corona:

Warum hamstern die Menschen Salz:

Schmand:

und Brot:

aber kein Bier?

fragt irritiert genova.

Aber vor allem hamstern die Deutschen Toilettenpapier. Mehr noch als Salz und Bier und Brot hamstern die Deutschen Toilettenpapier. Das ist objektiv sinnlos, denn man braucht erst einmal genug zu essen, um danach Toilettenpapier gebrauchen zu können. Bei einer Verschärfung der Coronakrise sehe ich die Deutschen schon vor leeren Kühl- und überquellenden Toilettenpapierschränken sitzen. Eine einzige Absurdität.

Warum hamstern die Deutschen Toilettenpapier?

Das Toilettenpapierhamstern ist Experten zufolge darauf zurückzuführen, dass die Deutschen als Gesamtgesellschaft noch nicht über die anale Phase hinausgekommen sind. Die Angst vorm Kot und das gleichzeitige Fasziniertsein davon sind zwei Seiten derselben Medaille. Die Deutschen können nicht anders, als sich zwanghaft mit Kot zu beschäftigen, den sie gleichzeitig hassen. Beschäftigen wir uns mit Kot, hassen wir ihn. Hassen wir Kot, beschäftigen wir uns mit ihm. Kot ist täglich da und wir hassen ihn. Wäre er nicht täglich da, würden wir ihn auch hassen, aber dann, weil er nicht täglich da wäre. Wir können mit Kot nicht leben und wir können ohne Kot nicht leben. Der Kot muss da sein und gleichzeitig darf der Kot nicht da sein. Deshalb kaufen wir tonnenweise Toilettenpapier. Wir tun das, weil wir uns zwanghaft damit beschäftigen müssen. Wir beschäftigen uns zwanghaft mit etwas Natürlichem, das wir hassen.

Es ist eine Art anale Wolllust, und insgeheim freuen sich die Deutschen darüber, dass sie nun tonnenweise Toilettenpapier kaufen können, ohne komisch angeguckt zu werden. Man kann bei der Frage nach dem Grund des Toilettenpapierkaufs immer „Corona“ sagen.

Dank Corona können wir unsere Kotaffinität ungehemmt und unerkannt ausleben. Die Coronakatastrophe ist vor allem eine deutsche Kotkatastrophe.

Täte ich hamstern, täte ich das mit Alkohol. Dann kommt das ganze Viertel vorbei und man bleibt gesellig.

Selbst beim Hamstern merkt man also: Die Deutschen sind ein kotiges Völkchen.

(Fotos: genova 2020)

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14 Antworten zu Eine Frage zu Corona:

  1. docvogel schreibt:

    nee, das mit dem Klopapier ist nichts spezifisch deutsches, es passiert in israel ebenso wie in angelsächsischen Ländern, wie die Witzvideos allerorten zeigen.

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  2. genova68 schreibt:

    Da wären weitere Infos interessant: In welchen Ländern wird Toilettenpapier gehamstert und in welchen nicht? Leider finde ich dazu via google keine brauchbaren Ergebnisse. Aber verstehen tue ich es trotzdem nicht. Wieso ausgerechnet Klopapier? Es ist ja auch unhandlich: Wenn man zehn Packungen kauft, kann man es kaum noch transportieren.

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  3. hANNES wURST schreibt:

    Sehr gut beobachtet, vielen Dank. Dabei ist Klopapier wirklich nicht so wichtig. Man kann sich ohne Weiteres auf den Badewannenrand setzen, mit der Dusche lauwarmes Wasser über den verlängerten Rücken laufen lassen und mit der Hand die dicken Brocken abkratzen. Anschließend nicht vergessen, mit einem harten Duschstrahl den Kot durch den Abfluss zu befördern. Voila. Seit meiner Indonesienreise mache ich das immer so, jedenfalls falls ich gerade keine Möglichkeit habe, in ein Loch im Wald zu koten oder wenn ich zu Besuch bin.

    Besser ist es natürlich, wenn – wie in einigen arabischen und asiatischen Ländern üblich – eine Wasserdüse in Toilettennähe verfügbar ist oder sogar ein altmodisches Bidet zur Verfügung steht. Man kann aber auch Wasser aus einem Eimer schöpfen und über den Rücken laufen lassen, das ist dann die original indonesische Methode und das funktioniert auch wenn in Großunternehmen das Toilettenpapier ausgegangen ist. Ich nehme also an, dass Eimer und Schöpfkelle das nächste Objekt der Hamsterbegierde sind.

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  4. In den 90er jahren schrieb Max Goldt in einer kolumne, daß er sich nachmittags direkt nach dem einkaufen nicht ins kino traue, weil er da ungern mit einem großgebinde klopapier unter dem arm gesehen werden will, weil die leute dann womöglich das gegenteil von »er kriegt den hals nicht voll genug« denken und ihn für einen rückwärtigen nimmersatt halten könnten. Deswegen bunkern die leute das jetzt, wo die kinos ohnehin geschlossen haben, damit sie bis ans lebensende nachmittags ohne klorollengroßgebinde ins kino können.

    Im kalten krieg wußte man noch, daß man in notzeiten schnaps und zigaretten benötigt, damit man gegebenenfalls was zum eintauschen hat. Es ist gut, daß die meisten Deutschen nicht auf die idee kommen, bier zu hamstern. Bleibt mehr für mich über. Einen moment lang habe ich drüber nachgedacht, ob jetzt nicht der richtige zeitpunkt wäre, ein kleines 50-liter-faß nebst zapfanlage unter den küchentisch zu stellen. Das fand ich dann aber doch übertrieben. Einen kleinen vorrat habe ich aber doch gehamstert – bis ans lebensende wird der nicht reichen, ich habe schließlich nicht vor, in den nächsten wochen abzutreten. Auch ist es nicht von nachteil, ein paar fläschchen wein im regal zu haben. Wenn man nicht raus soll, hat man schließlich zeit, etwas anständiges zu kochen und das eine oder andere gläschen dazu zu trinken.

    Hier waren neulich im supermarkt die teigwaren alle. Aber da war mir sofort klar, warum: die wollen alle aus solidarität mit Italien »spaghetti alla coronara« essen.

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  5. genova68 schreibt:

    spaghetti alla coronara scheint mir ein probates Mittel, unsere Solidarität mit Italien auszudrücken. Ich werde gleich in meinen Supermarkt gehen und die Sorte suchen.

    Vielleicht sollte man tatsächlich Toilettenpapier hamstern, um es später einztauschen, beispielsweise gegen spaghetti alle corona, wenn die einmal ausgehen sollten.

    Die Gedanken zum Verhältnis von Toilettenpapierhamstern und Kinobesuch halte ich ebenfalls für sehr wertvoll und teilenswert.

    Ebenfalls vielen Dank für deinen Beitrag, Hannes. Eimer und Schöpfkelle brauchen wir aber nicht, da wir ja bis auf weiteres zuhause auf die Toilette gehen müssen. Es reicht die gute alte linke Hand zur Säuberung. Vielleicht sollten wir die danach nicht waschen, denn dann infizieren wir uns nicht mit Corona, sondern nur mit Hepatitis. Wenn man mich fragt: Besser Hepatitis als Corona.

    Schlimm wäre es nur, wenn Corona auch Handys, Laptops und PCs infizieren könnte. Dann müsste ich diesen Blog einstellen. Die Folgen wären unabsehbar. Wenn ich mir überlege, dass meine Geräte schon des öfteren mit bösartigen Viren infiziert waren, dann wird mir Angst und Bange. Man kann die Computerinfektion durch Corona nicht mehr ausschließen. Die Zeitschrift CHIP ließ meine diesbezügliche Anfrage bislang unverständlicherweise unbeantwortet.

    Stehen wir also zusammen und denken wir weiterhn seriös darüber nach, was in den Stunden der Gefahr zu tun ist.

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  6. genova68 schreibt:

    Eine Asiatin, ich glaube Süd-Korea, die in Berlin wohnt, war gestern entsetzt über Deutschland und Corona. Hier dauert ein Corona-Test neun Tage und ist für kaum jemanden zu bekommen. In Asien kann das jeder durchführen, auch zuhause, und es dauert zehn Minuten.

    Neun Tage gegen zehn Minuten. Die Asiaten haben nach SARS ein vernünftiges Gegenkonzept entwickelt. In Deutschland dachte man offenbar, dass Europäer gegen Viren immun sind.

    Wir haben wirklich Scheißpolitiker, aber das ist nichts Neues.

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  7. hANNES wURST schreibt:

    Einen Corona-Test kann jeder in weniger als drei Minuten zu Hause durchführen. Einfach etwas Blut abnehmen und einen glühenden Draht hineingeben. Wenn es nur kurz zischt, ist man nicht infiziert. Wenn das Blut jedoch nicht nur zischt sondern kreischt und versucht den Draht zu meiden, dann ist man infiziert, denn das Virus im Blut versucht sich zu schützen. So wird das in Süd-Korea auch gemacht. Man kann die Infektion durch ein Jungfrauenopfer jedoch leicht heilen.

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  8. genova68 schreibt:

    Danke für den Service. Ich habe es probiert, ich glaube, mein Blut kreischte. Bin mir aber nicht ganz sicher, es war eine Mischung aus zischen, kreischen und quietschen. Was tun?

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  9. hANNES wURST schreibt:

    Zischen ist normal, aber Kreischen UND Quietschen ist sehr bedenklich, wahrscheinlich Covid-19 und Schweinegrippe. Ich rate zu einem sofortigen Jungfrauenopfer. Der Hochsicherheitstrakt einer JVA ist vor Viren sicher und die medizinische Versorgung exzellent. Das alles dauert keine drei Minuten.

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  10. genova68 schreibt:

    Der Deutschlandfunk meldete heute Morgen, dass in Frankreich das Hamstern dazu geführt hat, dass Rotwein und Kondome aus seien. Bei uns ist es Klopapier. Mehr muss man über die Deutschen nicht sagen.

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  11. hANNES wURST schreibt:

    Die armen Franzosen, jetzt sind Ihnen auch noch die Rotweingläser ausgegangen.

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  12. genova68 schreibt:

    Die Amis hamstern Waffen, der Verkauf steigt „sprunghaft“ an, schreibt der Tagesspiegel. Eine Auflistung der Hamsterei nach Ländern wäre interessant.

    Bis jetzt wissen wir:
    Deutsche – Klopapier
    Franzosen – Rotwein und Kondome
    Amerikaner – Waffen
    Holländer – Cannabisprodukte

    Hier übrigens ein Bild von heute Mittag aus einem Supermarkt in Paris. Es zeigt die Regale für Kondome von XXS (ganz unten) bis XXL (ganz oben). Alles komplett leergekauft. Nur Gleitmittel und andere Zusatzprodukte (oberstes Regal) sind noch zu haben.

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  13. genova68 schreibt:

    Neues von der Klopapierfront:
    Die FAZ berichtet heute, dass „in den letzten vier Wochen“ die Nachfrage nach Toilettenpapier in Deutschland um 700 Prozent gestiegen ist. Siebenmal so viel. Wenn nur jeder Zweite hortete, dann kaufte der 14 mal so viel Klopapier wie sonst. Wenn jeder Vierte hortete, kaufte er 28 mal so viel wie gewöhnlich. Statt einer Packung 28…

    Dieses Volk ist durch und durch krank….

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  14. genova68 schreibt:

    Der Tagesspiegel berichtet:
    Auch auf dem Wohnungsmarkt macht sich die Corona-Krise bemerkbar. Mieter und Immobilienkäufer könnten davon langfristig sogar profitieren.

    Das sagt sehr viel. Nicht etwa menschliches Vermögen stoppt die kapitalistische Perversion. Nein, dafür braucht der Mensch ein Virus, das erstmal Hundertausende tötet. Nur durch die Befassung mit einem Virus könnte es als Nebenprodukt fallende Immobilienpreise geben.

    Hier zeigt sich auch, was die westliche Wertegesellschaft noch mit Kant zu tun hat: Nichts. Wir sind faktisch auf dem intellektuellen Niveau von Einzellern. Kapitalismus sei dank. Schlau geplappert wird im Feuilleton, und auch das nur mäßig. Die Wirklichkeit wird von Sozialdarwinismus bestimmt.

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