Herrlich revolutionär

Der Gastrokritiker Jakob Strobel Y Serra schreibt in der FAZ (Datum ist mir leider entfallen) über das Restaurant Sosein in der Nähe von Nürnberg:

Ohne Radikalität gibt es keinen Fortschritt in der Küche. Deswegen ist es vollkommen legitim, wie Felix Schneider kocht, deswegen kann man bei ihm einen herrlich revolutionären Abend verbringen, wenn man sich ganz auf ihn einlässt.

Herrlich revolutionär, wenn man sich darauf einlässt. Ohne Radikalität gibt es keinen Fortschritt in der Küche, schreibt die FAZ, aber diesen Satz auf die Gesellschaft insgesamt, auf die gesellschaftliche Totalität bezogen, wäre für die FAZ Teufelszeug. Die Herrschaftsverhältnisse dürfen nicht angetastet werden, und mit dem in diesen gesellschaftlichen Verhältnissen verdienten Geld darf man sich der totalen Revolution hingeben, aber auf die Gourmetverhältnisse begrenzt.

Die Verlogenheit des Herrschenden kommt selbst und vor allem im Nebenseitigen vollkommen zum Ausdruck.

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