An alle Leserinnen und Leser, die Sorgen haben:

(Foto: genova 2019)

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15 Antworten zu An alle Leserinnen und Leser, die Sorgen haben:

  1. besucher schreibt:

    Thema Thüringen: Was verstehst Du unter linksradikaler Politik?

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  2. genova68 schreibt:

    Besucher, das ist eine umfassende Frage. Es würde zumindest dazugehören, die großen Vermögen abzusahnen und in Teilen die Eigenumsfrage zu stellen, derzeit allen voran beim Wohnen. Es bräuchte auch eine umfassende Demokratiebewegung, denn eine global agierende Wirtschaft samt einer entfesselten Bürokratie untergraben alle einmal demokratisch geplanten Entscheidungsprozesse.

    Ich würde aber generell den Begriff des Linksradikalismus vermeiden, denn wir sehen ja momentan, wohin das im Diskurs führt. Die üblichen Pappenheimer plappern von der „demokratischen Mitte“ und meinen sich selbst und alles andere ist radikal und deshalb bäh. Es müsste um konkrete Inhalte, um Vorhaben gehen. Die Etikettierung „linksradikal“ führt nur dazu, dass politische Vorhaben von vornherein diskreditiert werden, ohne Ansehen der Sache. Der Mietendeckel in Berlin zeigt das. Nichts daran ist linksradikal, das wäre früher eine solide sozialdemokratische Position gewesen. Alles eine Frage der Perspektive.

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  3. hANNES wURST schreibt:

    Eine radikale Diät ist die Null-Diät, denn hier wird die Wurzel des Übels – des Übergewichts – mit Stumpf und Stiel beseitigt. Mit den bekannten gesundheitlichen Folgen – jedenfalls wenn man diese Diät einen Monat lang fortführt. Radikalität kann immer nur eine punktuelle Alternative sein, nie eine dauerhafte Lösung. Eine Revolution ist radikal. Revolution als Dauerzustand (angedeutet z.B. durch die Iranische „Revolutionsgarde“ oder das kubanische „Viva la Revolución!“) gibt es nur als propagandistisches Mittel.

    Ich rate daher ebenfalls dazu, den Begriff nicht zu verwenden, jedenfalls wenn man keine klare Vorstellung davon hat, was er bedeutet. Kaum ein Politiker wird sich freiwillig links- oder rechtsextrem nennen lassen, und links- oder rechtsradikal toppt diese Begriffe noch.

    Vor Jahren habe ich mich schon über die Einengung der Verortung politischer Ansichten auf „links“ und „rechts“ beschwert. Hier muss endlich auf wenigstens einige wichtige Koordinaten erweitert werden, wie z.B. sozial/elitär, liberal/autoritär, progressiv/konservativ. Es dann auch schwerer, ein „extrem“ oder „radikal“ daran zu hängen.

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  4. genova68 schreibt:

    Eine Nulldiät ist wohl radikal, aber es gibt auch andere Formen des Radikalismus. Ein Wurzel an der Übel angehen, wäre eine Definition. Nichts essen führt naturgemäß zum Tod, radikale Demokratie oder radikal soziale Politik führt nicht zwangsläufig dahin. Wenn du das Adjektiv radikal in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendest, kann sich dessen Bedeutung radikal ändern. Extrem ist noch etwas anderes, das wird, zumindest in Deutschland, politisch so verwendett, dass man darunter den gewaltsamen Umsturz der Verhältnisse versteht. Das bleibt in der Regel NSU und RAF vorbehalten.

    Dauerrevolution ist Unsinn, das denke ich auch. Allerdings könnte man den Begriff so definieren, dass es um eine permanente Bewegung geht, um eine dauerhafte Dialektik, die sich immer wieder neu begründen muss, um Fortschritt zu ermöglichen. Kein Stillstand

    Das vierseitige Modell, das du im letzten Absatz ansprichst, finde ich auch viel besser, aber jedes Modell ist Komplexitätsreduktion. So wie jeder Satz, den wir sagen, Komplexitätsreduktion bedeutet.

    Aber real finde ich im Moment spannender, wie sich die Politik in Sachen Thüringen darstellt. Da geht es nicht um Radikalität, sondern um reine Strategie, und das ist auch das interessantere Thema. Söder beispielsweise grenzt sich vorbildlich von der AfD ab, allerdings rein strategisch, weil er gleichzeitig die gleiche Distanz zur Linkspartei fordert. Motto: Wir verzichten auf die Stimmen der AfD, ihr verzichtet auf die Stimmen der Linkspartei. Schlicht, damit die Machtoptionen nicht verbaut sind. Es geht nicht um politische Inhalte, sondern rein um Taktik. Das ist die übelste Form der Förderung von Politikverdrossenheit, da brauchen wir keine AfD, die als Sündenbock dient.

    Söder und Konsorten sind radikal strategisch und radikal uninhaltlich, und da sieht man in der Tat, dass der Begriff der Radikalität nur eine Bewegung bezeichnet, aber nicht ihre Richtung.

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  5. Jakobiner schreibt:

    Die SPD mit ihrem Seeheimer Kreis zerstört die Partei noch ganz. Scholz mit ehemaligen JuSochef, der Chef von Goldmann Sachs Deutschland war als Berater und nun die Warburgbank. Auch wenn die SPD sich vom witrschaftsliberalen Seeheimer Kreis jetzt verabschiedet, ist es zu spät. Dieser hat seit Schröder die Partei im Griff und nun zerstört. Besser, wenn diese Partei verschwindet und der linke Teil in der LInkspartei aufgeht und der Seeheimer Kreis Zuflucht bei Blackrock-Merz sucht,

    https://www.zeit.de/2020/08/m-m-warburg-privatbank-cum-ex-ansprueche-staat?utm_source=pocket-newtab

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  6. hANNES wURST schreibt:

    Radikalität ist ein interessanter Begriff, habe ich gerade festgestellt: https://de.wikipedia.org/wiki/Radikalismus

    Hier der Versuch einer Einordnung:
    Linkspartei – sozial, autoritär, progressiv
    SPD – sozial, liberal, konservativ
    Grüne – sozial, liberal, progressiv
    FDP – elitär, liberal, konservativ
    Union – sozial, autoritär, konservativ
    AFD – elitär, autoritär, konservativ

    Finde die Fehler.

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  7. genova68 schreibt:

    Radikalismus strebt grundlegende Veränderungen in einer Gesellschaft an, steht bei wikipedia. Insofern könnte man Teile der Linkpartei als radikal bezeichnen, denn eine grundlegende Veränderung der Eigentumsverhältnisse am Boden und an den Produktionsmitteln ist Teil der Agenda. Dagegen hätte ich natürlich nichts, insofern ist Radikalismus an sich nichts Schlimmes. Natürlich müsste man Eigentum am Boden komplett abschaffen. Boden in Kollektivverwaltung, das ist selbstverständlich, und es ist müßig, das hier zum 100sten Mal zu diskutieren. Wer das bestreitet, ist Opfer der neoliberalen Ideologie. Das Kapital trifft man dort, wo es reale Knappheit gibt, nicht beim black Friday. So gesehen, bin ich natürlich radikal. Gott sei Dank.

    Man könnte allerdings auch Radikalismus als das radikale Festhalten an den akutellen Eigentumsverhältnissen bezeichnen, was der Mainstream natürlich nicht tut.

    Radikalismus ist also offenbar keine sinnvolle Kategorie. Wenn eine Partei wie die FDP und die CDU radikal die Eigentumsverhältnisse behalten wollen – also auch die Vermögensverteilung -, dann wird das im Mainstream nicht als radikal bezeichnet. Radikal ist nur das, was diese Verhältnisse ändern will. Es ist also die herrschende öffentliche Meinung, die sich in der Mitte wähnt und den Radikalismus immer als das Böse bezeichnet. Mit dem Radikalismusbegriff an sich läuft man in die Falle der herrschenden Ideologie.

    Radikalismus muss immer inhaltlich gefüllt werden, dann werden die Unterschiede wahrnehmbar.

    Und dann kann man sich entscheiden.

    Inwiefern die Linkspartei aber autoritär ist, erschließt sich mir nicht.

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  8. hANNES wURST schreibt:

    Ganz allgemein steht der Sozialismus (Streben nach Gleichheit) konträr zum Liberalismus (streben nach individueller Entfaltung). Eine Partei beschreibt sich nicht selber als autoritär, und auch die Linke schreibt in ihrem Parteiprogramm oft von Freiheit, allerdings fast nur im Kontext von Freiheit, Brüderlichkeit und Demokratie. Individuelle Freiheit steht nicht im Vordergrund. Der Begriff „liberal“ wird bei der Linken praktisch nur negativ in Bezug auf den Neoliberalismus eingesetzt (Ausnahme: Befürwortung einer liberalere Drogenpolitik). Allein der Kampf gegen den Neoliberalismus im Wirtschafts- und Kultursektor zeugt von einem autoritären Duktus. Der Neoliberalismus ist ein spezifischer Liberalismus. Wer ihn gezielt bekämpft – und das tut die Linke sehr vehement – ist weniger liberal (was keine Wertung ist – es bleibt Aufgabe des Wählers zu bestimmen, wann Liberalität und wann autoritäres Regieren nötig ist).

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  9. genova68 schreibt:

    Ich würde beim Gegensatz Sozialismus versus Liberalismus nicht mitgehen. Beide haben einen ökonomischen Kern, sie kümmern sich also um die Besitz- und Produktionsverhältnisse. Während der Sozialismus eine Verteilung anstrebt, die die Unterschiede nicht zu groß werden lässt, ist der Liberalismus, genauer: der Wirtschaftsliberalismus der Ansicht, dass jeder seines Glückes Schmied ist und deshalb ein möglichst autarkes Wirtschaften des Einzelnen zum richtigen Ergebnis führt. Der, der hat, hat es zurecht, weil er es hat. Der Liberalismus ignoriert dabei gesellschaftliche Verhältnisse. Sie gibt es nicht und das macht dieses Denken verführerisch, weil unterkomplex.

    Individuelle Entfaltung ist also vor allem die Möglichkeit, nach viel Besitz und Vermögen zu streben. Das ist eine ziemlich eindimensionale Vorstellung vom Individuum und seinem Glücksstreben.

    Dem Sozialismus kann man historisch natürlich ankreiden, dass in seinem Namen es Millionen von Toten gab, aber wo ist diese Gefahr heute? Wo sind die europäischen oder amerikanischen Sozialisten, die Millionen von Toten wollen oder auch nur die Rechte des Individuums beschneiden, abgesehen eben von der Möglichkeit, via Ausbeutung anderer Milliarden zu scheffeln? Alle, die sich heute Sozialisten nennen, wollen weder Homosexuelle drangsalieren, noch Uniformen einführen, noch Frisuren vorschreiben oder sonstwelche indidivuellen Stile vorgeben. Diese Gefahr ist schlicht nicht mehr existent.

    Existent dagegen ist die Gefahr, die vom Liberalismus ausgeht, weil der sich im Wesentlichen nur noch ökonomisch versteht und im Neoliberalismus alles daran setzt, dem Kapital immer mehr Renditemöglichkeiten zu eröffnen, auf dass noch mehr Millliarden auf wenige privaten Konten umgeleitet werden können.

    Dazu kommt: Der Liberalismus hatte aufgrund seines Pseudoindividualismus, der eben nur eine ökonomische Grundfigur ist, ein Problem mit dem Rechtsradikalismus. Hayek und Mieses zeigten diese Totalität und vergeheimnissten nichts:

    https://exportabel.wordpress.com/2016/09/20/its-a-weasel-world/

    Wirtschaft ist alles, und wenn die alles darf, ist alles in Ordnung.

    Die FPÖ in Österreich war einmal eine liberale Partei im Sinne von humanistisch und wurde dann rechtsradikal umgebaut. Die FDP hatte früher einen rechten Flügel, die Nationalliberalen um Alexander von Stahl, und immerhin erlag sie bisher nicht der Versuchung, sich der AfD anzunähern. Die Vorgänge in Thüringen zeigen, dass es auch anders gehen kann und die Glückwünsche an Kemmerich von Kubicki, Niebel und anderen zeigen, wohin der Weg führen kann. Die FDP ist für Faschismus tendenziell anfällig, und zwar in ihrer Verbindung zum totalen Wirtschaftsliberalismus, der nichts anderes ist als das Recht des Stärkeren zum gültigen Naturrecht zu erklären. Wer wirtschaftlich schwach ist, ist unwert und wer wirtschaftlich schwach ist, ist selbst daran schuld, denn es ist, wie es ist: Wer reich ist, der ist es faktisch und deshalb hat er das Geld zurecht.

    Deutlicher wird das noch bei den Libertären, für die selbst die FDP eine sozialistische Partei ist. Die sind tendenziell rechtsextrem, Alice Weidel ist ein schönes Beispiel dafür. eigentümlich frei ist eine Zeitschrift (aus Düsseldorf, glaube ich), in der das gut zum Tragen kommt: Rechtsradikal, pro Weidel und pro Meuthen, als Verfechter der totalen Ökonomie.

    Freiheit KANN nur im Kontext von Brüderlichkeit und Solidarität genannt werden, sonst wird sie sozialdarwinistisch. Insofern ist die Linke (nicht die Partei, die Haltung) heute die einzig ernstzunehmde liberale Kraft im Sinne eines Humanismus. Im fortgeschrittenen Kapitalismus Liberale als Humanisten zu verklären, ist Klitterung der liberalen Geschichte wie ihres aktuellen Zustandes. Es ist ein ähnliches Wording wie das Gefasel über die politische Mitte, demokratisch natürlich, der die bösen Ränder entgegenstehen. Es ist eine herrschaftliche Geschichtsschreibung, woran einzig die herrschende Klasse ein Interesse hat.

    Dazu kommt, letzter Punkt, dass der aktuelle Liberalismus undemokratisch ist, weil er ungerechte Vermögensverhältnisse immer ungerechter werden lässt. Damit ist Demokratie nicht zu machen. Wir sehen das aktuell in Amerika, wo nur noch Milliardäre Präsidentschaftskandidaten mit Chancen werden können. Und wir sehen das generell, weil Geld nunmal Macht bedeutet.

    Dem aktuellen Liberalismus die Maske vom Gesicht reißen ist eine zentrale Aufgabe human gesinnter Menschen. Wer die Welt menschlicher machen will, braucht mehr Marx und keinen Mieses.

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  10. hANNES wURST schreibt:

    Deine Ausführungen zu Sozialismus und Liberalität führen nicht weiter bei der Findung einer einfachen Verortung politischer Tendenzen. Du nennst Extreme beider Richtungen (wobei die Theorien Hayeks – so schwer verdaulich sie sind – ein schwacher Gegengewicht z.B. im Vergleich zu den ehemals tatsächlich installierten SED Wahnwüchsen ist). Dass die sozialistischen Greuel von damals heute keine Gefahr mehr darstellen klingt nach einem beliebten Argument der AFD (dort bezogen auf den Nationalismus).

    Du hast also nicht den Mut, die Linkspartei tendenziell autoritär zu nennen? Du würdest die Linke also sozial, liberal und progressiv nennen (das habe ich den Grünen – nach einigen Bedenken – attestiert). Ich glaube immer noch, das kann nicht stimmen, solange die Linke eine sozialistische Partei ist. Zum Sozialismus gehört ein wesentliche höheres Maß an Staatsdirigismus als zum Beispiel zu Sozialdemokratie. Es ist der Wunsch der Sozialisten, Wohlstand zentral zu verwalten, was natürlich ein hartes Durchgreifen erfordert, vielleicht sogar Autarkie, vielleicht sogar eine Mauer. Mit Nietzsche gesagt: der Sozialismus ist der jüngere Bruder des Despotismus und strebt nach der Vernichtung des Individuums. Das ist sicherlich eine unpopuläre Meinung, wo doch Bodo Ramelow so ein bürgerlicher MP war (und wohl wieder sein wird). Aber dann soll er sich verdammt noch mal nicht Sozialist nennen.

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  11. genova68 schreibt:

    Du scheinst deinen Sozialismusbegriff ausschließlich aus der DDR zu konstruieren. Das dürfte etwas einseitig sein. Es stimmt zwar, dass im Namen des Sozialismus autoritäre Systeme entstanden sind und haufenweise Gräueltaten verübt wurden. Und das sollte man nicht vergessen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Diskussionen hier und anderswo, in denen die Frage gestellt wurde, inwieweit Marx für die DDR verantwortlich zu machen ist. Aber momentan sehe ich hier keinerlei Gefahr. Die geht eher von der kapitalistischen Logik aus. Und die aktuelle Linkspartei kann ich nicht als autoritär erkennen.

    Staatsdirigismus: Vermögenssteuer, gerechte Steuerkonzepte für große Konzerne, die aktuell kaum Steuern zahlen, Milliardäre, die sich aufgrund ihres Geldes massiv in die Politik einmischen, die Wohnungsfrage, das Problem einer ständig wachsenden Wirtschaft mit gleichzeitiger Umweltzerstörung, der systemische Zwang zu immer mehr Konsum und so weiter und so fort: All das sind nicht die Probleme eines Sozialismus, sondern des herrschenden Systems.

    Wenn ich Veranstaltungen der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin besuche, dann sehe ich das keine Vernichtung des Individuums, sondern viele junge Leute, die sich ernsthafte Gedanken machen. Die sind es wert, weitergedacht zu werden. Unsere Gesellschaft ist so indivdiualistisch, dass die Vernichtung des Individuums nicht ernsthaft ein Problem darstellt. Man könnte da nun einen ganzen Roman schreiben: Ist die Vernichtung des Individuums nicht eher dort zu finden, wo Moden, Konsumtrends und die Banalisierung des Individuums, das sich vor allem für die richtige Smartphonemarke entscheiden soll, nicht eher eine Infantilisierung oder gar Vernichtung des Individuums darstellen?

    Die Wohnungsfrage, die Bodenfrage sind in Deutschland meines Erachtens aktuelle Probleme, die im kapitalistischen System nicht gelöst werden können. Sozialismus als Begriff ist schillernd, mir ist er nicht so wichtig, aber die Diskussion darüber halte ich für wichtig. Es ist nichts anderes da.

    So gesehen halte ich Liberalismus völlig kompatibel mit Sozialismus, solange der Liberalismus nicht rein ökonomisch gedacht wird. Die FDP als Vertreterin des Liberalismus zu sehen, ist doch arg ideologisch.

    AfD und Nationalismus: Es gibt meines Erachtens keinen positiven Nationalismus, was soll das sein. Es gibt aber sehr wohl einen positiven Sozialismusbegriff.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Marktwirtschaft ist eine tolle Sache, solange der Markt funktioniert. Da können wir gerne auf den Sozialismusbegriff verzichten. Der Kapitalismus ist aber permanent damit beschäftigt, Märkte außer Kraft zu setzen und Monopole zu definieren. Das Monpol der Bodenbeherrschung ist das aktuell augenscheinlichste Beispiel. Da wirst du vom Kapitalismus keinerlei Linderung erwarten können, und also auch nicht vom Liberalismus aktueller FDP-Prägung.

    P.S.: Ramelow bezeichnet sich so wenig als Sozialist wie sich SPD-Politiker Sozialisten nennen, obwohl auch die als Ziel den demokratischen Sozialismus im Programm stehen haben.

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  12. hANNES wURST schreibt:

    Wenn das so ist, wünsche ich mir einen Sozialismus, der jedem Bürger die persönlich Freiheit lässt, so viele Steuern zu zahlen, wie er persönlich für richtig und gerecht hält.

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  13. hANNES wURST schreibt:

    Ich habe durch diese Diskussion übrigens verstanden, weshalb es völlig sinnlos ist zu versuchen, über die grobe, ursprünglich räumliche rechts – links Ausrichtung hinaus zu differenzieren: eine weitergehende Differenzierung würde von Partei und Wählern nicht akzeptiert. Autoritär z.B. möchte niemand sein, höchstens radikal oder revolutionär, aber bitte auf Samtpfötchen.

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  14. genova68 schreibt:

    Sozialismus ist, wenn jeder so viel Steuern zahlt, wie ich das für richtig und gerecht halte.

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  15. genova68 schreibt:

    Aber im Ernst: Es gibt in der Bundestagsfraktion der Linkspartei ein paar Nasen, die eine gewisse Affinität zu Stalin und Antisemitismus innehaben. Andrej Hunko, zum Beispiel. Er ist per du mit rechtsradikalen Bloggern und ist dummerweise gerade zum Vize der Bundestagsfraktion der Linkspartei gewählt worden. Eine kleine Katastrophe. Deshalb ist es wichtig, dass sich Leute wie du, Hannes, immer wieder zu Wort melden.

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