Bonzen in Aktion. Beispiel Afrikakonferenz

In Berlin findet heute eine „Afrikakonferenz“ statt. Da Angela Merkel dazu einlädt, kann man davon ausgehen, dass außer banalem Lächeln nichts passiert. Vermutlich werden dort einfach bestehende Herrschaftsverhältnisse zementiert und deutschen Konzernen der Weg zu weiterer Ausbeutung geebnet. Es wird also das gemacht, Merkel und was herrschende Politik immer machen. Dank ihres Lächelns fällt ihre Ausbeuterei nicht so auf, deshalb macht sie das schon seit 14 Jahren.

Bemerkenswert ist die Konferenz wegen dieser eigentlich lapidaren Mitteilung der Polizei:

Aufgrund der damit verbundenen Absperrungen für die anreisenden Konferenzteilnehmer kommt es von 6 bis 16 Uhr in Mitte zu Verkehrseinschränkungen.

Im Klartext: Die Konferenzteilnehmer treffen sich in Mitte und deshalb ist die zentrale Ost-West-Achse der Stadt inklusive vieler Straßen drumherum heute gesperrt. In Mitte und Kreuzberg stehen die Autos still.

Man spürt in solchen Momenten, wie sehr sich die herrschende Klasse, die Bonzen, i. e. Politiker, von dem, was man Volk nennt, entfernt hat. Weil ein paar Leute sich treffen, wird ohne Bedenken die halbe Stadt lahmgelegt. Die Teilnehmer könnten mit der BVG anreisen, es wäre kein Problem. Oder aber, wenn sie unbedingt mit ihren fetten Autos kommen müssen: Der Stadtrand wäre der ideale Ort.

Stattdessen: Hundert Leute treffen sich mitten in der Stadt, die Stadt wird abgeriegelt. So stelle ich mir die DDR vor: Greise Bonzen, denen komplett die Tuchführung fehlte. Ich stelle mir auch vor, wie Merkel und ihr Geschwader vor der leeren Straße stehen und sich fotografieren lassen. Mit dabei auf dem Foto sicher auch Olaf Scholz, ein rechter, neoliberaler Politiker, der seine Wähler, die in der halben Stadt im Stau stehen, schon vor 20 Jahren verraten hat, damals noch als Generalsekretär der SPD. So gesehen ist der Stau nur noch das i-Tüpfelchen.

Man sollte auch die Bürokratie erwähnen. Es gibt Sicherheitsinteressen, wie man sagt, und es gibt Vorschriften. Und eine Bürokratie bleibt konsequent bis in den Untergang.

Jeder Unternehmensberater hätte von diesen Sperrungen abgeraten: Es sieht einfach nicht gut aus, und es produziert Wut unter denen, denen ins Tageswerk gepfuscht wird. Dass kein Berater gefragt wurde, zeigt das Moment des Dümmlichen, das Bonzen wohl immer innewohnt.

Wenn der Stau zur Ausschaltung der herrschenden Klasse führen würde, hätte sich das Warten gelohnt.

(Foto: genova 2017)

 

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2 Antworten zu Bonzen in Aktion. Beispiel Afrikakonferenz

  1. neumondschein schreibt:

    Oder aber, wenn sie unbedingt mit ihren fetten Autos kommen müssen: Der Stadtrand wäre der ideale Ort.

    Nein, der ideale Tagungsort wäre die Greifswalder Oie, Honeckers Gästeinsel in der Ostsee. Landschaftlich reizvoll, und steht unter Naturschutz. Genau das richtige für Bonzen. Mit dem Auto oder der BVG kann man dahin aber nicht fahren. Da braucht man schon einen Hubschrauber oder eine Yacht. Das dürfte für die Beteiligten aber wohl kein Problem darstellen. Für arme Bonzen, die sich das nicht leisten können, kann man auch einen Shuttle-Service einrichten. Das wäre billiger als die Auseinandersetzung mit Mißvergnügten in einer Großstadt.

    Apropos: Werden randalierende Linksradikale erwartet? Da ist doch alles drin, was echte Linke stören könnte: Krieg, Ausbeutung, Neokolonialismus, Imperialismus… Wenn da niemand erscheint, dann gibt es in Deutschland nur noch Scheinlinke. Dann nämlich wäre offensichtlich, daß die Gestalten, die gewöhnlich während jedes G20-Gipfel den Austragungsort einäschern, etwas gegen eine gerechte Weltordnung hätten, denn der G20-Gipfel wurde ja notwendig, um internationale Konflikte auf dem Verhandlungswege im Interesse aller Beteiligten zu lösen.

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  2. Jakobiner schreibt:

    Witr haben neuerdings eine Städtepartnerschaft mit Ghana. Antreiber sind eine Cafehausbesitzerin, die ihre Kaffee- und Kakaobohnen jetzt von dort bezieht, imWirtschaftsfrderverein sitzt und den Bügermeister zu dieser Iddee überreden konnte, da sie eine Ortsgröße und Kleinsatdtpromi ist. Alles Fair Trade und sie hat auch zwei Afrikaflüchtlinge in ihrer Backstube, die dort Hilfsarbeiten verrichten, wobei der eine aber abgeschoben werden soll und sie nun eine Aktion für seinen Verbleib als wertvolle Arbeitzskraft initiert hat.. Inzwischen hat sich ein gegenseitiger Delegationstourismus der Bürgermeister und Entourage ergeben.Eine bayerische SChwarze wurde dann auch zur Lokalkönigin gekrönt und mit Immobilen versehen, in die investiert werden soll. Als der afrikanische Lokalkönig zum Gegenbesuch kam, wurde er mit der Kutsche ins Bierzelt des Volksfest gefahren, von dem er fälschlicherweise dachte, es sei zu seinen Ehren errichtet worden. Aber auf Kleinstadteben werden da keine Strassen gesperrt, sondern geht da noch sehr volkstümlich ab.In Bayern feiert man zumal zusammen im Bierzelt mit der Bevölkerung, die er aber wohl für Jubeldeutsche hielt. Ob das auch alles Fairtrade ist und die Afrkaflüchtlinge Mindestohn bekommen, weiss ich nicht.

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