Strukturalismus auf dänisch

Das Lego-Haus irgendwo in Dänemark:

Nette strukturalistische Architektur, die den individuellen Aspekt von Wohnen modellhaft betont, mit Nischen und Ecken und nicht weiter bestimmten Bereichen der Nutzung, ohne individualistisch zu sein. Große Freiflächen, ein großzügiger Eingangsbereich, bunt, abwechslungsreich und mit dem Potenzial guter Grundrisse ausgestattet.

Der Lego-Stein birgt mehrere Möglichkeiten. Man kann eine zweidimensionale massive Wand hochziehen oder eben ein dreidimensionales Gebilde wie das Lego-Haus schaffen, indem man nicht nur stapelt, sondern variiert. Sich bei jedem neuen Stein, den man in die Hand nimmt, neue Gestaltungsmöglichkeiten überlegt. Was machen eigentlich Kinder damit? Starre Wände oder dreidimensionale Gebilde?

Real wird ganz anders gebaut, von Erwachsenen, egal, wohin man schaut. Strukturalismus ist ohne Chance. Das, was bei Lego als Kinderspiel inszeniert wurde, ist in der Erwachsenenwelt, die sich im kapitalistischen Zwang zunehmend regressiver gestaltet, offenbar nicht zu machen.

Hier gibt es vom Lego-Haus mehr Bilder.

Gebaut wurde diese Skulptur von dem dänischen Büro BIG Architekten mit Bjarke Ingels als Chef. BIG hat schon eine Menge interessanter Sachen gebaut, jüngst ein Wohngebäude in Manhatten, das 750 Wohnngen beherbergt. Es ist eine Mischung aus europäischer Blockrandbebauung und Pyramide:

Vermutlich unbezahlbar.

(Foto: wikipedia)

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4 Antworten zu Strukturalismus auf dänisch

  1. Wortman schreibt:

    Sieht irgendwie schon geil aus :)

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  2. genova68 schreibt:

    Ja, das liegt wohl daran, dass man spürt, dass die Hülle halten könnte, was sie verspricht, dass also der Inhalt ebenso vielversprechend ist wie die Form.

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  3. Wortman schreibt:

    Bei dem oberen Bau wird Funktionalität vorherrschen. Da bin ich mir sicher.
    Bei bem Unterem würde mich mal interessieren, ob es von innen so gebaut wurde, dass man auch gerade Wände besitzt ;)

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  4. genova68 schreibt:

    :-) Ich vermute es. Wobei der Begriff der Funktionalität ein schillernder ist. Eine Wohnung soll ja fuktionieren, genau wie eine Zahnbürste oder eine Bohrmaschine oder ein Auto. Die einstige Idee war, dass sich aus der Funktion auch Schönheit ergibt, was nun im Bauwirtschaftsfunktionalismus ad absurdum geführt wurde. Aber man könnte auch gut begründen, dass der Bauwirtschaftsfunktionialismus eben gar nicht funktional war.

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