Notre Dame: Das Dach und die Katastrophe

Der Brand der Kirche Notre Dame in Paris zeigt, wie schnell bürgerliche Medien intellektuell kapitulieren. Sie wittern gewissermaßen die Möglichkeit, einen Ausnahmezustand zu schaffen, der der Selbstinzenierung dient. Emotion, Pathos, Klebrigkeit.

Die Presseschau des Deutschlandfunks vom Mittwochmorgen zeigt das Ausmaß der Katastrophe:

„Das Geld verbeugt sich vor der Kultur“, schreibt die Osnabrücker Zeitung, weil irgendeine „Milliardärsfamilie“ angekündigt hat, 100 Millionen Euro zu spenden. Wie diese Familie zu ihren Milliarden gekommen ist, spielt naturgemäß keine Rolle. Und dass diese flotte Spendenankündigung noch vor dem Erlischen des Feuers eine prima PR-Aktion ist, auch nicht. Die Meldung ging in den deutschen Medien ebenfalls rauf und runter, immer mit Namensnennung des Milliardärs.

Die Zeitung verbeugt sich vorm Kapital, wäre die passendere Zeile gewesen.

Die Restaurierung der Kirche wird vermutlich das weltweit finanziell sorgenfreiste Projekt. Die UN wird Geld geben, Friedrich Merz will es tun und auch ein König in der Elfenbeinküste hat eine Spende angekündigt. Die Spender stehen Schlange und in ein paar Tagen wird man nicht mehr wissen, wohin mit dem Geld.

Diese Osnabrücker Zeitung scheint in der Tat nicht die hellste Leuchte zu sein. Sie kommentiert weiter:

„Im gemeinsamen Entsetzen haben viele Menschen ihr verbindendes Grundverständnis von ideellem Wert, Zusammenhalt, ja Schönheit neu entdeckt. Jetzt setzt die Brandkatastrophe von Paris ungeahnte Energien frei. Mit einem Mal dominieren ideelle Werte sogar den scheinbar alles beherrschenden Markt.“

Vielleicht betrachtet der Kommentator diese Sätze als Kapitalismuskritik, wer weiß. Und noch besser:

Wichtiger als alles Geld ist die Tatsache, dass Europa mit dem Wiederaufbau eine gemeinsame Aufgabe gefunden hat. Das eint aufs Neue.

Europa hat nun die Aufgabe, ein neues Dach zu bauen. Ich hoffe, Martin Sonneborn hat sich in die Redaktionsräume geschmuggelt. Falls nicht, fordere ich ein sofortiges Zeitungssterben.

Die Stuttgarter Zeitung bewegt sich auf vergleichbarem Niveau:

Macrons Worte weisen über Finanzielles und Bautechnisches hinaus. Aus ihnen spricht die Hoffnung, dass dieser Schock ein heilsamer sein möge, dass die Nation wieder mehr zusammenrückt.

Abgesehen vom falschen Konjunktiv: Eine angekokelte Kirche soll dazu führen, dass die Nation, wer auch immer das sein möge, zusammenrückt.

Auch die Reutlinger Zeitung hat Visionen:

Vielleicht hat der fürchterliche Brand manchem bewusst gemacht, dass es doch so etwas gibt wie ein europäisches Bewusstsein und Zusammengehörigkeitsgefühl jenseits nationaler Egoismen.

Man glaubt es kaum.

Die Westfälischen Nachrichten wünschen, dass

der gemeinsam erlebte Schmerz in ein französisches und ein europäisches Wir-Gefühl mündet.

Es beschleicht einen das Gefühl, dass man die deutschen Regionalzeitungen allesamt in die Tonne kloppen kann.

Die FAZ immerhin ist ein wenig schneller wieder bei der Tagesordnung. Sie bekrittelt heute, dass die Grünen „den Kern unserer Marktwirtschaft beschädigen.“ Man ist geradezu beruhigt, Vertrautes zu lesen.

Auch wenn man den Deutschlandfunk an diesem Morgen ein paar Minuten länger hört, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hier, wo man sich sonst gerne rational und intellektuell gibt, brechen die Dämme. Notre Dame wird flugs zum „Herz Europas“ erklärt – ich dachte bislang, das sei das Brandenburger Tor! – und die Bilder des Brandes rufen „Erinnerungen an das World Trade Center und den 11. September wach“.

Dann wird Margarethe von Trotta interviewt, die 1986 noch das Leben der Rosa Luxemburg verfilmte und ein paar Jahre vorher in Die bleierne Zeit sich um die RAF-Geschichte kümmerte. Sie lebt nun in Paris, was sie schon für den DLF qualifiziert, und sagt, „die ganze Stadt praktisch“ habe gestern gebetet. Was man halt so sagt, wenn man morgens um sieben angerufen wird.

Übel wird es ein paar Sekunden später.

„Ist das wieder so ein Moment, in dem Frankreich ganz bei sich ist, ganz geeint?“, fragt die Moderatorin, und von Trotta stimmt zu:

Das glaube ich schon. Ich bin jetzt natürlich sehr gespannt, ob die Gilets Jaunes jetzt immer noch so marschieren wie vorher, oder ob sie das jetzt auch begreifen, dass Frankreich doch irgendwie eine Einheit sein muss.

Irgendwie ist das Dach kaputt und irgendwie sollen die Gelbwesten deshalb nun die Klappe halten.

Spätestens hier kommt einem der Gedanke, dass Macron, den Neoliberalen und den französischen Milliardären der überschaubare Brand ganz gelegen kommt. Man kann an die Einheit der Nation, die der Kapitalismus tendenziell zerstört, apellieren und gleich noch den Gelbwesten eins mitgeben. Macron soll sogar vor Kameras geweint haben. Das kommt gut. Die Medienmaschinerie ist gut geölt und ein kaputtes Dach wird flugs zur nationalen Katastrophe und zur Erweckung gleichermaßen erklärt.

Ohne das Dach wäre Europa verloren, so viel steht fest.

Ich hatte richtig Angst, dass er nicht weiterreden kann und dass ihn die Rührung dann doch überwältigt,

sagt von Trotta zur Rede Macrons, und wenn schon die Rosa-Luxemburg-Regisseurin hier mit dem Präsidenten mitleidet, dann haben das ein paar andere Franzosen sicher auch getan.

Aber, Gott sei Dank: Die Dornenkrone Christi wurde gerettet:

„Ich glaube, das ist jetzt in dem ganzen Unglück für viele dann doch noch ein Zeichen, dass da noch eine andere Macht besteht“, plappert von Trotta weiter. 6So wird es sein.

Notre Dame ist kunsthistorisch von großem Wert, aber der Schaden ist überschaubar. In erster Linie ist das Holzdach verbrannt und in das Kircheninnere gefallen, plus der schlanke Turm. Das war´s. Fast alles ist noch da. Man könnte jetzt ja darüber diskutieren, ob man nicht ein cooles zeitgemäßes Dach draufsetzt, das ginge auch schnell, aber mit diesem Vorschlag würde man  bestimmt die Einheit der Nation und das europäische Zusammengehörigkeitsgefühl aufs Spiel setzen. Also ein no go.

Man könnte auch fragen, ob Notre Dame nicht vielmehr ein Zentrum reaktionärer und menschenfeindlicher Politik war und ist. Dann wäre der Brand gerade zu ein Anlass für ein neues Dach und einen neuen Turm.

Die Nation und ähnlicher Quatsch haben bei einem kaputten Dach Hochkonjunktur. Eine Nation im Neoliberlismus hat nur noch bei Quatsch Hochkonjunktur. Oder bei Rechtsradikalen. Der Kitt der Zwangsgemeinschaft wird durch ins Irreale aufgeblasene Dachschäden hergestellt.

„Wer diese Bilder gesehen hat, vergisst sie nie“, sagt von Trotta noch, laut DLF auch „Expertin für Bilder und ihre Sprache“.

Hoffentlich gilt das Gleiche nicht für diese Berichterstattung.

 

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19 Antworten zu Notre Dame: Das Dach und die Katastrophe

  1. Jakobiner schreibt:

    Greta und Notre Dame-Sehnsucht nach quasireligiösen Symbolen und Figuren als Vorbote tektonischer gesellschaftlicher Erschütterungen

    Die Karwoche begann mit zwei quasireligiösen Ereignissen. Den Brand von Notre Dame und der Audienz von Greta Thunberg beim Papst.

    Notre Dame- es war kein islamistischer Anschlag ala 9 11 und World Trade Center, es waren scheinbar auch nicht die Gelbwesten–atheistische Kirchenschänder? Vielleicht war es auch nur so profan, dass ein Bauarbeiter eine abgerauchte Zigarette wegschnipste.Der arme Kerl kann einem dann auch schon jetzt leidtun. Oder es waren mangelnde Sicherheitsstandards infolge der Sparzwänge der neoliberalen Austeritätsprogramme. Zumindestens: Es fehlt ein äußerer, organisierter Feind ala der IS oder ein bisher verborgener innerer Feind, um daraus eine lange Kampagne zu machen.Bestenfalls noch ein Einzeltäter, dem dann mittels eines vermuteten Motivs oder einer Gruppenzugehörigkeit eine ideologische Nähe zu anderen politischen Organisationen zuordnen könne. Eine mögliche Kriminalisierung würde aber Verschwörungstheorien beflügeln, ob der Brand von Notre Dame kein Insidejob Macrons wäre und auch als billige Sündenbocksuche und Instrumentalisierung aufgefasst. Ein anderer Bekannter glaubt an Brandstiftung, zumal er im Vorfeld Artikel in der FAZ gelesen hätte, in denen von gehäuften antiklerikalen Schändungen in Frankreich berichtet worden sei,aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass sich daraus kein Lubbe samt Reichstagsbrand draus konstruieren lassen wird.Auch der Glöcknerr von Notre Dame scheidet aus.

    Die Hoffnung auf einen Lubbe von Notre Dame und eine dahingehende Ursachenforschung könnte aber auch zu anderen Ergebnissen führen. Zum Beispiel, dass mangelnde Brandvorschriften infolge Personalmangels oder Lockerung der Sicherheitsvorschriften infolge von neoliberaler Deregulierung und EU-Austeritätsprogrammen verantwortlich wären. In diese Richtung argumentieren jetzt schon die Trotzkisten der 4. Internationalen und Melenchon und Le Pen könnten dieses Muster genauso übernehmen und behaupten, dass die EU und ihre Austeritätspolitik verantwortlich für die Vernichtung des französischen Nationalsymbols, der europäischen Christenheit und eines Weltkulturerbes der menschheitlichen Zivilisation wäre. Im Extremfall würde dann auch noch Merkel und Deutschland verantwortlich gemacht für den Brand von Notre Dame.Letztendlich hätte dann Merkel Notre Dame und damit Frankreich abgefackelt.Also mal abwarten, ob und wie die Gruppendynamik verschiedener politischer Kräfte den Brand eines alten Gebäudes weiter symbolisch und politisch aufladen werden.

    Eine Freundin meinte heute, sie sei zwar betroffen, aber letztendlich handele es sich nur um ein Gebäude, nicht einmal Menschen seien zu Schaden gekommen und die Hilfe wird nun weltweit angekündigt—anders als beim Jemenkrieg, wo jeden Tag ungemeldet Hunderte und Tausende sterben und sich die Welt und die Medien gar nicht zum Handeln oder irgendwelcher Solidarität oder Empathie gezwungen sieht. Scheinbar hoffen einige politische Kräfte, den Brand von Notre Dame nun symbolschwanger und identitässtiftend für nationale und europäische Einigkeit einsetzen zu wollen, um gesellschaftliche und innereuropäische Widersprüche zu überspielen oder gar zu mildern. Aber warten wir einmal ab, wielange der Notre Dame-Hype hält. Möglich, dass in 2-3 Wochen kaum mehr jemand darüber spricht.

    Auch wäre es schwierig Europa mittels solch eines Wiederaufbauprojekts medial über eine mindestens 5-jährige Dauerberichterstattung zu einen und diese aufrechtzuerhalten. Also eher unwahrscheinlich. Man wird schon sehen, wenn Macron nächste Woche sein Reformprogramm vorstellt, wie groß die nationale Einheit da ist. Schon beginnend mit einfachen Fragen, warum weltweit und national Milliardäre und Regierungen aller Länder ein altes Gebäude wiederherstellen wollen, sich mittels großzügioger Spenden fast selbst enteignen, aber nicht genug Wohnungen angesichts der Wohnungsnot in Frankreich, Deutschland, Europa und andernorts bauen wollen oder können und sich mit sonstigen Gebäuden nur bereichern und rumpsekulieren.

    Volltext:

    https://www.global-review.info/2019/04/17/greta-und-notre-dame-sehnsucht-nach-quasireligioesen-sybolen-und-figuren-als-vorbote-tektonischer-gesellschaftlicher-erschuetterungen/

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  2. genova68 schreibt:

    Nachtrag:
    Ein weiterer Höhepunkt in der so pathetischen wie verdummenden Berichterstattung ist Georg Blume vom Spiegel:

    Kein Kirchenbrand der Geschichte hat je eine solche weltweite Aufmerksamkeit erhalten – doch aus Berlin kommen nur dürre Verlautbarungen. Dabei könnte Notre-Dame zum Symbol eines europäischen Neustarts werden…

    Eine dürre Verlautbarung aus dem Kanzleramt an die „französischen Freunde“. Lässt man so ein echtes Verhältnis zu Notre-Dame erkennen, wo Helmut Kohl Tränen um François Mitterrand weinte?

    https://www.spiegel.de/politik/ausland/notre-dame-in-paris-europas-chance-kommentar-a-1263342.html

    Man spürt, wie sehr es diese Journalisten juckt, große Bögen herzustellen und zu beschreiben. Der nichtigste Anlass reicht aus, um mit dem Basteln zu beginnen, es muss nur die Anlage zur pr-mäßigen Überhöhung vorhanden sein. Gruselig.

    Der einzige ernstzunehmende Kommentar kommt von der taz:

    Etwas Antiquierteres als Religion und Kirche gibt es ja wohl nicht, weniger Innovationsgeist findet sich nur in den Wahlprogrammen der großen Parteien für die anstehende Europawahl.

    Der Brand der Notre-Dame hat insofern Symbolcharakter – als junger Mensch darf man das ruhig ein bisschen zukunftsweisend finden.

    Allerdings kann sich die taz nicht verkneifen zu sagen, der Klimawandel sei wichtiger als das Dach. Sicher richtig, aber es ist die falsche Herangehensweise an das Problem der Dachhysterie. Es ist das übliche Totschlagargument: Irgendwas ist immer wichtiger, über alles andere darf man dann nicht mehr reden.

    http://taz.de/Kommentar-Brand-in-Paris/!5586731/

    Man könnte, positiv betrachtet, höchtstens frohlocken: Wenn das Establishment schon ein kaputtes Dach zur Grunderneuerung nutzt, zu Durchhalteparolen wie 1944, dann ist sein Ende vielleicht doch nicht mehr weit.

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  3. Täufer343 schreibt:

    Alle Kirchen müssen abgerissen werden. Kirchliche Gemeindezentren genügen. Das kirchliche Christentum muss reformiert oder durch das Rosenkreuzertum ersetzt werden. Mehr dazu auf meiner Internetseite (bitte auf meinen Nick-Namen klicken).

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  4. Hugo schreibt:

    In meiner realen Filterblase habe ich einen am 1. Mai in Rente gehenden Steinbildhauer dazu geraten, mal nen Monat oder so dort anzuheuern. Kriegter ohne einen Hammer anzufassen bestimmt soviel dafür wie hier für ein halbes Jahr schwere Arbeit…

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  5. altautonomer schreibt:

    Ginge es nach den Deutschen, als sie noch Faschisten und keine Demokraten waren, gäbe es Notre Dame heute gar nicht mehr. Es wäre 1944 auf Befehl des Führers des „Tausendjährigen Reichs“ gesprengt worden. General Dietrich von Choltitz führte diesen Befehl lediglich nicht aus.

    https://www.welt.de/kultur/kino/article124720532/Der-General-der-sich-Hitlers-Befehlen-widersetzte.html

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  6. Jakobiner schreibt:

    Täufer: Das kirchliche Christentum muss reformiert oder durch das Rosenkreuzertum ersetzt werden.

    Die einzigen Rosenkreuzer, die ich kenne waren die ungarischen Rosenkreuzer, die eine klerikalfaschistische Bewegung waren und zuerst mit Diktator Horthy und dann den Nationalsozialisten , u.a. auch bei der Jufenausrottung zusammenarbeiteten. Genova sollte solche Statements nicht so kommentarlos dastehen lassen oder aber eben löschen. Diese Nazischeiße braucht niemand!!!!!!!!

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  7. Jakobiner schreibt:

    Ein wenig erinnert Greta und das Anwanzen europäischer Politiker, zuletzt Manfred Webers von der konservativen EVP und CSU an Peter Greenaways Film „Das Wunder von Macon“.in dem ein Kind als heilig angesehen wird und jeder davon etwas haben will, zuerst imagefördernd oder geistig von der Anwesenheit und der Aura, bis die gierige Meute dann das vermeintlich heilige Kind physisch in seine Einzelteile zerreißt, zerfleischt und noch ein Stück Reliquie erhofft zu bekommen.

    Ein Kind und ein altes Gebäude als Hoffungsträger Europas–scheinbar scheint sonstiges Personal verbraucht oder nicht existent noch mehr charismatisch oder auf irgendwelche rationalen Argumente für ein säkulaes Europa setzend.Der ehemalige Hoffnungsträger Macron ist so verbraucht wie inzwischen Papst Franziskus nach der Mißbrauchskonferenz des Vatikans,Weltenretterin Merkel tritt ab, deswegen scheint man sich nun die Aura von quasireligiösen Figuren wie Greta und Symbolen wie Notre Dame in der Hoffnung auf eine spirituelle Erweckung und Stärkung zu Nutze machen zu wollen. Was wiederum ein Bankrotterklärung für die vielgepriesenen Werte und Überzeugungskraft rationaler Argumente der Aufklärung und der westlichen Demokratie ist.

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  8. GrooveX schreibt:

    es ist schon komiscch, beim schwedengretel rufen alle fast panisch ‚ball flach halten‘ und beim pariser kirchenbrand will jede/r an der großartigkeit dieses ereignisses teilhaben.

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  9. hANNES wURST schreibt:

    Schöner Artikel über die Notre-Dame Posse! Dieses Theater um ein „Gotteshaus“ geht mir gewaltig auf den Senkel. Keine Sau geht mehr zum Gottesdienst aber der Stolz der westlichen Welt scheint getroffen, wenn ein kirchlicher Dachstuhl abbrennt. Spendenzusagen von bereits 850 Millionen Euro? Eher geht ein Kammel durch ein Nadelöhr, als dass einer der Großspender ins Himmelreich kommt. Diese Menschen haben ihren Lohn auf Erden schon gehabt. Es erinnert mich eher an die Geldwechsler, die Jesus aus dem Tempel vertreibt. Diese Glorifizierung von irdischer Pracht hat nichts mit Jesus zu tun.

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  10. genova68 schreibt:

    Lasset uns heute ob Jesu Abgang die Streitaxt begraben und bitterlich weinen.

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  11. genova68 schreibt:

    Auch nicht schlecht:

    Laut „stern“ zeigt das Video „schwere Schäden im Innern von Notre Dame“ und „Die Aufnahmen aus den Inneren von Notre Dame sind ein Schock.“

    https://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/notre-dame–aufnahmen-aus-dem-inneren-der-kathedrale-zeigen-die-schaeden-8670956.html?utm_source=social&utm_medium=share&utm_campaign=artikel-video

    Die Aufnahmen zeigen das genaue Gegenteil. Innen ist alles heile. Selbst Kerzenständer inklusive Kerzen und unzählige Holzbänke stehen unberührt da. In einem kleinen Teil der Kirche ist das verkohlte Holzdach runtergekommen.

    Diese Redakteure sind selbst zum Fingieren zu blöd.

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  12. Hugo schreibt:

    Wenn die früher ned ganz so blöde waren, hält die Zwischendecke sowas auch aus. So wie es auf Bildern aussieht, ist mehr oder weniger eh nur der Dachstuhl runtergefackelt und richtig gelöscht haben die auch ned…

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  13. Täufer343 schreibt:

    @ Jakobiner
    Hahaha …….
    Die echten Rosenkreuzer sind Gegner der Nazis. Informieren Sie sich mal auf meinem Blog.

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  14. neumondschein schreibt:

    Notre Dame- es war kein islamistischer Anschlag ala 9 11 und World Trade Center, es waren scheinbar auch nicht die Gelbwesten–atheistische Kirchenschänder? Vielleicht war es auch nur so profan, dass ein Bauarbeiter eine abgerauchte Zigarette wegschnipste.Der arme Kerl kann einem dann auch schon jetzt leidtun. Oder es waren mangelnde Sicherheitsstandards infolge der Sparzwänge der neoliberalen Austeritätsprogramme. Zumindestens: Es fehlt ein äußerer, organisierter Feind ala der IS oder ein bisher verborgener innerer Feind, um daraus eine lange Kampagne zu machen.Bestenfalls noch ein Einzeltäter, dem dann mittels eines vermuteten Motivs oder einer Gruppenzugehörigkeit eine ideologische Nähe zu anderen politischen Organisationen zuordnen könne. Eine mögliche Kriminalisierung würde aber Verschwörungstheorien beflügeln, ob der Brand von Notre Dame kein Insidejob Macrons wäre und auch als billige Sündenbocksuche und Instrumentalisierung aufgefasst. Ein anderer Bekannter glaubt an Brandstiftung, zumal er im Vorfeld Artikel in der FAZ gelesen hätte, in denen von gehäuften antiklerikalen Schändungen in Frankreich berichtet worden sei,aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass sich daraus kein Lubbe samt Reichstagsbrand draus konstruieren lassen wird.Auch der Glöcknerr von Notre Dame scheidet aus.

    Wie Palästinenserpräsident Abbas mitteilte, waren Kinder, die herumkokelten, am Brand der alAqsa-Moschee in Jerusalem schuld, der sich zur gleichen Zeit wie der Brand in NotreDame ereignete. Das Feuer wurde schnell unter Kontrolle gebracht, so daß der Menschheit wieder einmal eines der heiligsten Stätten erhalten blieb. So wurden aufkommenden Verschwörungstheorien rechtzeitig der Boden entzogen, und kaum ein Medium berichtete über den Zwischenfall. Und all diese Philanthropen verzichteten auf ihr Geschwätz.
    Melenchon und die anderen Linkspopulisten haben natürlich auch in diesem Falle recht. Wenn kokelnde Kinder genügen, eine Moschee herunterzubrennen, dann müssen Brandschutzbestimmungen überprüft werden.

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  15. Jakobiner schreibt:

    Täufer: Entschuldigung, da habe ich etwas verwechselt. Ich meinte die Pfeilkreuzler:

    Die Pfeilkreuzler oder Hungaristen waren die Anhänger einer unter verschiedenen Bezeichnungen von 1935 bis 1945 bestehenden faschistischen und antisemitischen Partei in Ungarn. Ihr Parteiführer war Ferenc Szálasi. Mit Unterstützung des Dritten Reiches errichteten die Pfeilkreuzler vom 16. Oktober 1944 bis zum 28. März 1945 in den noch nicht von der Roten Armee besetzten Teilen Ungarns eine faschistische Kollaborationsregierung, unter der mehrere zehntausend Menschen ermordet wurden.

    Sorry, war da in meinem antifaschistischen Temperament etwas voreilig.

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  16. neumondschein schreibt:

    Brand in NotreDame löst Begeisterung bei Architekten aus. Was man alles mit den von Philanthropen gespendeten Milliarden anstellen kann:

    Notre-Dame competition an extraordinary opportunity, says Norman Foster. https://t.co/uQxmDZgHbz pic.twitter.com/FPpQgUmckF— Royal Fine Art (@RoyalFineArt) 20. April 2019

    https://platform.twitter.com/widgets.js

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  17. Jakobiner schreibt:

    Vielleicht taucht ja jetzt auch der Christo wieder auf und verpackt unsere Dame.Es kam auch schon der Vorschlag etwas Modernes daraus zu machen wie den Reichstag mit Glaskuppel.Die nationale Einigkeit hielt nicht lange–die Gelbwesten demonstrieren weiter, angespornt nun dadurch, dass die Spenden für Notre Dame steuerlich absetzbar für die Milliardäre sind.

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  18. Hugo schreibt:

    Obdachlose in Paris haben auch auf sich aufmerksam gemacht, so wegen Dach über dem Kopf.
    Alles legitim, schlimm sind die Leute, die den Spendern entrüstet vorwerfen ihr Geld nicht früher für [bitte selbst einsetzen] gegeben haben. Auch Superreiche dürfen (im Rahmen der Gesetze) selbst entscheiden, für was die ihr Vermögen rausbleuen. Die 100 Mio bei 25 Mrd. Gesamtvermögen der Familie Pinault sind 0,4% . MamaPapaZweiKinderHäuschenZweiAutos haben mal grob ne halbe Mio Vermögen (das Haus und der ganze Krempel), da wären 0,4 % 2000€ . Aufregen kann da sich nur, wer (mindestens) die 2000 jährlich für [bitte selbst einsetzen] spendet.

    Und ja, es ist erstmal irrelevant, wie die Pinaults & Co. zu dem eigentlich unvorstellbar großen Haufen Schotter gekommen sind!

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  19. hANNES wURST schreibt:

    @Hugo: Von Gesetz her ist es irrelevant. Aber man kann sich schon Gedanken darüber machen, ob Gesetze nicht so umgestaltet werden sollten, dass solche Vermögen gar nicht erst zustande kommen oder zumindest nicht über Generationen in Familienbesitz bleiben. So hat der Brand auch etwas Gutes: Superreiche outen ihre Fähigkeit, mal eben – und nicht einmal steuerlich absetzbar – ohne Not auf ein paar 100 Millionen Euro zu verzichten. Die Ausrede „auf dem Papier bin ich 70 Milliarden schwer aber ich kann mir nur einen Golf leisten, denn das ist alles voll investiert für gesamtwirtschaftlich gute Zwecke“ zieht also nicht. Ein solch offenes Vermögensbekenntnis kenne ich sonst nur aus den USA. Ich glaube kaum, dass irgendwelche deutschen Privatleute sich mit Riesenspenden hervortun würden, wenn die Türme des Kölner Doms abbrechen. Der Deutsche schweigt und genießt seinen Reichtum. Wäre gut, wenn sich das ändern würde. Insofern fehlen uns die Pinaults und Arnaults (warum heißen die auch noch ähnlich?).

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