Carpi: Vom zwanglosen Sichentwickeln

Der Architekt Louis Kahn machte sich Gedanken über Öffentlichkeit und Architektur. Irgendwann in den 1960ern sagte er über die Bedeutung des öffentlichen Raumes:

Dorfplatz: Ein Mensch mag sich mit Geldverdienen beschäftigen, er mag Hufschmied sein oder sonst etwas, vielleicht auch Pfarrer, doch auf dem Dorfplatz wird seine Selbstdarstellung gemäßigt, sobald er dort steht und mit den Wünschen der anderen konfrontiert wrid. Er erkennt, dass er nichts erreichen kann, was nur er allein haben will. Er braucht also eine Stätte, wo das, was er will, mit dem zusammenfällt, was andere wollen – an dieser Stätte, wo Vertretung wirklich spürbar wird aufgrund der verschiedenen Strömungen … Das alles beschäftigt mich außerordentlich, denn ich glaube, dass der Dorfplatz in diesem Sinne verlorengegangen ist.

Öffentliche Plätze mäßigen und zivilisieren das Individuum, indem sie die Individuen miteinander konfrontieren. Es ist das Gegenteil der virtuellen Welt, wo die Individuen je mehr Raum einnehmen, desto selbstdarstellerischer und ohne Bewusstsein für Peinlichkeit sie agieren. Es gibt dort keine Rückmeldung, und wenn dann nur über – vielleicht gekaufte – Likes.

Über die Stoa. Sie

war wunderschön gebaut. Sie war ungefähr so: keine Unterteilungen,  nur gerade Säulen und Schutz. Dinge entwickelten sich, Läden entstanden. Menschen begegneten sich und begegnen sich. Sie bietet Schatten. – Man lieferte architektonische Qualität, keine Absicht. Nur gerade ein Zugeständnis für etwas, das man nicht definieren kann, das aber gebaut werden muss.

Man lieferte architektonische Qualität, keine Absicht. Etwas nicht definieren.

Mir fällt dazu ein Platz in der norditalienischen Kleinstadt Carpi unweit von Modena (runde 50.000 Einwohner) ein. Er sieht so aus:

Ein unerhört großer Platz, der erst einmal keiner ist. Links klar von einer sehr langen Häuserreihe, vermutlich Renaissance, mit einem durchgehenden Arkadengang abgegrenzt, aber rechts ausfransend, da hier ein klassizistisches Theater und das mittelalterliche Castello dei Pio stehen. Hinten schließt der Platz mit einer barocken Kirchenfassade ab (nur vorgesetzt, dahinter ist die Kirche älter) und das Platzende, von dem das erste Bild aufgenommen wurde, ist eine breite Straße, die den Platz in die südliche Richtung hin erschließt.

Also eigentlich kein Platz, eher eine seit mehreren hundert Jahren existierende riesige Leerfläche mit einer auf einen Seite schlechten Einfassung. Es gab vermutlich Zeiten, in denen der Platz einfach nur groß war und nicht gefüllt. Dennoch gab es keine hektischen Bemühungen, da irgendetwas zu verkleinern. Er wurde wahrscheinlich selbstverständlich angenommen, ohne städtebauliche Nervosität.

Heute ist er selten gut gefüllt, aber einmal die Woche – soweit ich weiß – findet dort ein Markt statt. Die mehrere hundert Meter Arkaden beherbergen viele kleine Läden, auch Modeshops, keine internationalen Ketten, und alles ist voll. Mir scheint, die Italiener gehen noch lieber in kleinere Geschäfte, ohne das romantisieren zu wollen. Autos gibt es keine dort, dafür viele Fahrräder, was ins Bild des autofreien Norditalien passt. Kaum noch eine Innenstadt mit Autolawinen. Die Italiener haben eben erkannt, dass der Spaß am Autofahren nur noch im gewagten Überholen auf Landstraßen existiert.

Nicht definieren, sondern sich entwickeln lassen. Der Platz in Carpi steht beispielhaft dafür. Man könnte auch den Zusammenhang zu der Kahnschen Bemerkung machen, dass so ein Platz zivilisiert, die Selbstdarstellung in zivile Bahnen lenkt. Es ist kein vorhererschend wirtschaftlich geprägter Platz, die ökonomischen Tätigkeiten finden in den Arkadengängen statt.

Gerade Säulen und Schutz. Und die Dinge entwickeln sich.

(Fotos: genova 2018)

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14 Antworten zu Carpi: Vom zwanglosen Sichentwickeln

  1. neumondschein schreibt:

    Öffentliche Plätze mäßigen und zivilisieren das Individuum, indem sie die Individuen miteinander konfrontieren. Es ist das Gegenteil der virtuellen Welt, wo die Individuen je mehr Raum einnehmen, desto selbstdarstellerischer und ohne Bewusstsein für Peinlichkeit sie agieren. Es gibt dort keine Rückmeldung, und wenn dann nur über – vielleicht gekaufte – Likes.

    Mir gefällt es in der virtuellen Welt besser. Auf öffentlichen Plätzen kann es mir nämlich passieren, daß ich in die Fresse kriege oder von Hunden gebissen, von betrunkenen Pennern belästigt werde. Und komm mir nicht mit Geschichten wegen angeblicher Verschwörungstheorien! Ein Volk, das die Werke von Erich von Däniken zu Bestsellern macht, glaubt auch an Chemtrails.

    Leider hält es Hillary Clinton für ausgeschlossen, daß ihre Wahlniederlage ihren Grund in ihrer seit 30 Jahren geleisteten Arbeit liegen könnte. Deshalb endet die neue Freiheit demnächst. Hillary Clinton ist die rechtmäßige Präsidentin der Vereinigten Staaten. Denn das ist Demokratie! Alle anderen Kandidaten von Trump bis Jill Stein und Gary Johnson sind undemokratisch, und sind nämlich von den Russen gelinkt. Deren Anhänger existieren überhaupt nicht, oder nur als Automat.

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  2. neumondschein schreibt:

    Dorfplätze sind Plätze, wo jeder jeden kennt. Carpi ist aber kein Dorf. Dort kennt niemand seinen Nachbarn. Städte sind atomisierte Gesellschaften, deren Einwohnern ihre sozialen Realitäten ein Geheimnis bleibt. Das sind genau die Plätze, wo exportabel und „Dame von Welt“ sich wohlfühlen. Die Menschen, denen man dort begegnet, sind nur zufällig anwesend. Mit ihnen führt man keine Kommunikation. An derartigen Plätzen handeln die Menschen anonym und beziehungslos. Menschen, die gern paternalistisch Macht ausüben, lieben derartige Plätze. Dort wird nämlich ihr eingebildetes Wissen über die Menschen, die ihnen begegnen, nicht in Frage gestellt, weil alle ihre Fresse halten. In diesem eingebildeten Wissen besteht die unausgesprochene gemeinsame Einsicht der links-, grün und Hillary wählenden urbanen Volksschichten. Diese Einsicht stellt sich grundsätzlich optimistisch dar. Es kann vorkommen, daß sie Obdachlosen ein paar Groschen dalassen. Was Obdachlosen und Flüchtlinge guttut, und was sie zu leiden haben, wissen paternalistisch eingestellte Menschen so genau, daß keiner unter ihnen sich für sie interessiert, sie ausreden läßt oder geneigt ist, ihnen gesellschaftliche Mitbestimmungsrechte einzuräumen. Vielmehr erwarten sie Danke und daß sie ansonsten die Fresse halten. Urbane atomisierte Gesellschaft sind nämlich unsolidarisch, weil ihre Mitglieder keine Bezugspersonen kennen, für dessen Schicksal sie sich verantwortlich fühlen.

    Nun gibt es aber etwas, was diese heile Welt bedroht: die virtuelle Welt! In ihr hält niemand die Fresse. Und das schöne ist: Man kann ihnen zuhören, ohne daß sie die Anwesenheit bemerken! Und da Hillary weiß, daß sie von den urbanen Volksteilen gewählt wird, und die vom Kapitalismus zugerichteten Existenzen aus dem Internet die Einsicht ihrer Wähler verstören, verlangt sie, daß Syrer, Türken und Russen nicht durchdringen, denn das, was denen gut tut, das wissen paternalistisch eingestellte Machtausüber schließlich am besten.

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  3. genova68 schreibt:

    Es ist kein Dorf-, sondern ein Stadtplatz, da muss nicht jeder jeden kennen. Aber du scheinst ein Phobie zu haben oder du hast einschlägige Erfahrungen gemacht, wenn du bei diesem Platz daran denkst, eine aufs Maul zu kriegen.

    Ansonsten ist dein Beitrag recht widersprüchlich. Du forderst mehr soziale Bindungen und Achtsamkeit und propagierst dann das Netz, wo du dich vermutlich mit bots unterhälst. Du solltest mal rausgehen, dann kämst du vielleicht auf andere Gedanken. Woher kommt nur dein Hass auf das vermeintliche Establishment, das du hier in der Person von Hillary Clinton vorträgst? Und wie kommt von von Carpi ausgerechnet auf die? Du solltest als nächsten Schritt Zionisten einführen, die sind bestimmt auch Schuld am anonymen Carpiplatz. Wer auch sonst?

    Du sehnst dich offenbar nach einer solidarischen Geselschaft und bist so frustriert, dass du selbst dem harmlosen Carpi die Apokalypse andichtest.

    Zehn Kilometer von Carpi entfert liegt übrigens Fabbrico, das wäre ein guter Ort für dich, wo du deine Untersuchungen weiterführen könntest. Dort gibt es eine eine Traktorenfabrik namens Argo Tractors. In Fabbrico wohnen viele Migranten, Inder, Bangladeshi und sonstwas. Die arbeiten vielleicht bei Argo oder in der Landwirtschaft und die betreiben viele kleine Läden, Büdchen mehr oder weniger. In Fabbrico bleiben die Italiener abends zuhause, unterwegs sind nur die Migranten, die in kleinen Grüppchen umherspazieren und vor ihren Läden sitzen. Eine skurrile Atmosphäre. Dort kennt jeder Migrant jeden, wie auf dem Dorf, nur die Italiener ziehen sich zurück und wählen Lega.

    Ich fand es nett dort, es passiert etwas neues, man muss nur offen sein und sollte keine Angst haben, das man eine aufs Maul kriegt.

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  4. neumondschein schreibt:

    Nee, die Zionisten sind eher daran schuld, dass Italiener Lega wählen und zuhause bleiben. Hillary dagegen macht den Leuten Angst vor dem Internet, weil sie keine Wahlen gewinnt. Sie dreht dem Volk science-fiction über künstliche Intelligenz, Algorithmen, Hackern und bots an, wovon sie und ihresgleichen offensichtlich keine Ahnung haben. Ohne bots funktioniert im WWW nämlich praktisch überhaupt nichts vernünftig. Keine Suchmaschinen, keine Übersetzungsprogramme, und auch die Zensurinfrastruktur und die totale big-data-Polizeistaat-Überwachungsmaschine nicht, die Hillary so gerne hätte, damit nicht andauernd die Konkurrenz die Wahlen gewinnt. Und das Faken einer Graswurzelbewegung per WWW, die ursprünglich überhaupt nicht existiert, kennen WWW-User schon lange. Das nannte sich früher Astroturfing. Dieses Geschäft betreiben George Soros, der Mossad, diverse Industrieunternehmen und SEO-Spezies seit geraumer Zeit.

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  5. Jakobiner schreibt:

    Naja, ob der Dorfplatz so die Alternative zum virtuellen Netz ist–fraglich. Eigentlich sind es ja mehr die den Dorfplatz umgebenden Cafes, die Kneipen, die Stammtische und die Bürgerversammlungen, wo die Leute miteinander konfrontiert werden.Am Dorfplatz in Iatlien ist es eher ein Sehen- und Gesehen-werden. Das habe ich mal in Italiens Perugia besichtigen dürfen. Da ist die Fußgängerzone und der zentrale Dorfplatz eher eine Örtlichkeit, die zwischen Catwalk der Mode und Nebeneinandersitzen und Schauen angesiedelt ist. So richtig kommunikativ geht es da auch nicht zu.Nicht so wie in Asterix und Obelix, wo es dann regelmäßig zur Hauerei um den stinkenden Fisch kommt oder man in geselliger Runde beim Wildschweinessen zu Ende an einem gemeinsamen Tisch sitzt, während der Störenfried Troubadix geknebbelt an den Baum aufgehängt bleibt und zum Schweigen gebracht wird. Ja keine Störungen, kein Streit, harmonische dörfliche Volksgemeinschaft.

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  6. genova68 schreibt:

    Die Frage ist doch eher, ob der virtuelle Raum die Alternative zum Dorfplatz sein kann. Und da kann man heute sagen, dass der virtuelle Raum gescheitert ist. Facebook etc sind vor allem Hasskanäle, wenn es um Politik geht. Weidel kauft likes und hetzt und kürzlich las ich in einem Interview mit einem amerikanischen Internetstar, politische Leute im Netz seien im Wesentlichen unangenehme Leute. Das würde ich bestätigen.

    Der Mensch braucht reale Räume, das Internet ist ein reiner fake, das sieht man auch an Blogs.

    Es gibt keine Alternative zum Dorfplatz. Und dass sich die Italiener schick anziehen, bevor sie auf den Dorfplatz gehen, spricht ausschließlich für sie. Wir Deutsche sollten bei dem Thema tunlichst die Klappe halten (wie bei den allermeisten Themen).

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  7. neumondschein schreibt:

    Dummerweise lebe ich gerade nicht in einem Dorf. Auf jedem Dorfplatz der Welt hätte ich gerade so Anspruch auf höfliche Behandlung. Und ob im Dorfkrug am Stammtisch, wenn die Rede auf die Politik kommt, die Menschen wirklich angenehmer sind, bezweifle ich doch.

    Und Facebook besteht nicht nur aus Haßkanälen. Und likes kaufen alle. Ist das so schlimm? Wen interessieren denn likes? Nur die Betreiber der social-media-Plattformen selber! Deren Algorithmen kommen dadurch durcheinander, daß SEO-Spezies andauernd versuchen, Algorithmen durch bewußte Manipulation zu linken. Das führt dazu, daß Facebooks Datenschatz an Wert verliert, und big-data-Totalüberwachung nicht mehr so gut funktioniert. Das soll mir ja sogar recht sein. Ein paar Datenspuren führen ein wenig in die Irre. Prima!

    Noch drei Bemerkungen Facebook betreffend:

    Erstens: Ich habe da keinen account.

    Zweitens: Gerade für George Soros stellt Facebook das bevorzugte Mittel dar. D.h. Clinton-Freunde manipulieren mit großangelegter staatlicher Unterstützung soziale Medien. Tun also genau dasselbe, was sie später, nachdem Clinton die Wahl verloren hat, Putin anlasten:
    https://phim22.com/video/36a4c4w4t5a4x3z5m4p3z4.html

    Drittens: Der hier hat das mal aufgeklärt: In Donetsk haben mal Leute in einem abgelegenen stillgelegtem Industriegebiet ein techcamp gesprengt, nachdem sie die heimlichen Verkehr mit John Teft bemerkt hatten. Leider finde ich sein Video nicht mehr. Dafür gibt es jetzt aber Dresche:

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  8. genova68 schreibt:

    „Und likes kaufen alle.“

    Das ist eine Falschbehauptung. Wie kommt man eigentlich dazu, solch umfassende Behauptungen – alle – aufzustellen?

    „Ist das so schlimm? Wen interessieren denn likes?“

    Das spricht Bände. Du lässt dich gerne veräppeln oder veräppelt selbst. Gefakte Personen, die nicht existieren. Natürlich üben likes eine massive Beeinflussung auf alle aus, die an der Kommunikation teilnehmen.

    Nun vertehe ich auch, warum du den Dorfplatz ablehnst: Da geht das faken nicht so einfach. Ich verstehe ebenso, warum dir Facebook so gut gefällt: lügen und belogen werden soll zum Handwerk der Kommunikation gehören. Elsässer und Steve Barron lassen grüßen. Und natürlich muss der Jude Soros erwähnt werden.

    Im übrigen widersprichst du dir selbst: Clinton manipuliert deiner Meinung nach das Internet, Putin tut das auch. Manipulieren ist deiner Meinung nach also ok, genauso wie likes kaufen. Und das verkaufst du hier als einen probaten Ort der Kommunikation, als einen Ort, der gegenüber dem Dorfplatz offenbar den Vorteil der gekaufen likes und der Manipulation hat. Danke für den Einblick in dein Kommunikationsverständnis.

    Der Dorfplatz ist nichts anderes als eine Metapher für die face-to-face-Kommunikation. Das Internet ist theoretisch ein schöner Platz zum diskutieren. Aber er funktioniert in der Praxis nicht, weil offenbar viele Menschen im Schutz des heimischen Wohnzimmers zu Arschlöchern mutieren. Arschlöcher sind im Internet im Vorteil. Die Nichtarschlöcher ziehen sich dann zurück.

    Vielleicht wird das Internet irgendwann einmal als Ort politischer Kommunikation besser funktionieren. Vielleicht bringt das Maas-Gesetz etwas.

    Und dieser Ukrainekrempel interessiert mich, gerade vor dem Hintergrund deiner Affinität zur politischen Lüge, überhaupt nicht. Ich bringe demnächst ein Video, in dem die Erde als flach bewiesen wird. Das ist dann so.

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  9. neumondschein schreibt:

    Das ist eine Falschbehauptung. Wie kommt man eigentlich dazu, solch umfassende Behauptungen – alle – aufzustellen?

    Und bei wem kauft die gute Alice ihre likes? Ist sie die einzige Kundin da? Übrigens ist diese ominöse russische Trollfabrik, von der so oft die Rede ist, weil sie angeblich Clintons Wahlsieg verhindert hätte, auch nichts anderes als eine Firma, von der man Follower und Likes kaufen kann.

    Das spricht Bände. Du lässt dich gerne veräppeln oder veräppelt selbst. Gefakte Personen, die nicht existieren. Natürlich üben likes eine massive Beeinflussung auf alle aus, die an der Kommunikation teilnehmen.

    Nicht schön. Aber Monopolmedien sind ein dramatischeres Problem. Likes beeinflussen niemanden. Sie sorgen nur dafür, daß Alice Weidel häfiger bei youtube und twitter in den Empfehlungen steht, in einer Spalte, wo steht: „Das könnte sie auch interessieren“.

    Nun vertehe ich auch, warum du den Dorfplatz ablehnst: Da geht das faken nicht so einfach. Ich verstehe ebenso, warum dir Facebook so gut gefällt: lügen und belogen werden soll zum Handwerk der Kommunikation gehören. Elsässer und Steve Barron lassen grüßen. Und natürlich muss der Jude Soros erwähnt werden.

    Auf dem Dorfplatz tauschen immerdieselben Leute immerdieselben Argumente aus. Alle übrigen kriegen mehr oder weniger in die Fresse. Schon deshalb ist anonyme Kommunikation im Internet die wie für Außenseiter geschaffene Plattform. Steve Bannon war Redakteur bei Breitbart News. Das ist ein ausgesprochenes Hasbara-Projekt, also Ergebnis einer tatsächlichen Manipulation der öffentlichen Meinung. Den tatsächlichen Einfluß Elsässers kann ich nicht einschätzen. Und Zuckerberg, Sheryl Sandberg, Sergej Brin sind auch alle Juden. Darfst trotzdem soziale Medien Scheiße finden! Weil sie Spionage bei den Nutzern der von ihnen bereitgestellten Dienste betreiben, und wegen der Monopolstellung ihrer Dienste etc. etc. Und antidemokratische Propaganda und die Zerstörung zivilgesellschaftlicher Strukturen ist auch dann schlimm, wenn sie von jüdischen Oligarchen betrieben wird. Und: Facebook gefällt mir nicht. Ich habe da keinen account.

    Das Internet ist theoretisch ein schöner Platz zum diskutieren. Aber er funktioniert in der Praxis nicht, weil offenbar viele Menschen im Schutz des heimischen Wohnzimmers zu Arschlöchern mutieren. Arschlöcher sind im Internet im Vorteil. Die Nichtarschlöcher ziehen sich dann zurück.

    Du hast im ersten Punkt empfohlen, nicht immer zu verallgemeinern.

    Vielleicht wird das Internet irgendwann einmal als Ort politischer Kommunikation besser funktionieren. Vielleicht bringt das Maas-Gesetz etwas.

    Das wäre ein Ort wie der Dorfplatz, wo Außenseiter Arschl&oumllcher heißen, und in die Fresse kriegen. Wo Autoritäten wie Hillary Clinton nicht in Frage gestellt werden dürfen. Wo das Pressemonopol absolut sein wird. Wo jede nicht staatlich autorisierte Stellungnahme „Lüge“ heißt.

    Nun ja, der Ukrainekrempel. Die Wirkungen von George Soros‘ Philantropie könnten den Wahlsieg Hillary Clintons Wahlsieg verhindern, wenn die Welt von diesem Krempel erfahren würde! Videos über flache Erde könnten das nicht. Man kann sie aber ukrainischen Journalisten, Bloggern und Rada-Abgeordneten zuschreiben, um ihre Glaubwürdigkeit zu untergraben.

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  10. genova68 schreibt:

    neumondschein,

    Und bei wem kauft die gute Alice ihre likes? Ist sie die einzige Kundin da?

    Du hast geschrieben „alle“. Belege?

    Likes beeinflussen niemanden.

    Natürlich tun sie das. Wenn meine Beiträge jeweils 1.000 likes hätten, ergäbe das mehr Glaubwürdigkeit. So funktioniert der Mensch.

    Aber Monopolmedien sind ein dramatischeres Problem.

    Das ist eine typische rechte Ablenkungsstrategie. Wenn du auch nur halbwegs aufmerksam Medien rezpieren würdest, fändest du eine große Bandbreite an Meinungen. Was sollen Monopolmedien im Jahr 2018 überhaupt sein? Es gibt sie nicht. Medienkritik von rechts führt zu Monopolmedien, das ist ja das, was AfD etc. wollen. In ihrer kompletten Verlogenheit kritisieren sie Medien als Herrschaftsinstrument genau wie diese Leute behaupten, sie wollten mehr Demokratie.

    Auf dem Dorfplatz tauschen immerdieselben Leute immerdieselben Argumente aus.

    Exakt das passiert im Internet. Nenn mir eine vernünftige Diskussion bei facebook. Und wo sonst soll es diese Kommunikation denn geben? In Blogs etwa? Das ist lange vorbei, nachdem sich alle die Köppe eingehauen haben.

    Ok, deiner Meinung nach sind die Juden Schuld an allem Übel der Welt, ich habe es kapiert. Du kannst diesen Wahn künftig stecken lassen, ich weiß Bescheid. Wie soll ich eigentlich jemanden ernst nehmen, der an einem Antisemitismuswahn leidet?

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  11. Jakobiner schreibt:

    Und wo sonst soll es diese Kommunikation denn geben? In Blogs etwa? Das ist lange vorbei, nachdem sich alle die Köppe eingehauen haben.

    Da ist was Wahres dran. Politische Blogs sind bestenfalls noch noch als private Tagebücher zu nutzen, die eine ganz kleine Leserschaft haben und zumeist Beschäfgtigungstherapie und Selbstgespräch darstellen..Aber warum auch nicht?Da überwiegt mehr das eigene Interesse und die Freude am Schreiben ujnd um seine Gedanken mal zu ordnen Die wirklich relevanten Blogs handeln eher über Kosmetiktips und Verbraucherschutzratschläge und auch hier gibt es wie bei den anderen sozialen Medien inziwschen die „influencer“, die von der Witrschaft zwecks Werbung gesponsert werden. Aber ich schätze mal, dass Neumondschein „influencer“auch als tolle Erfindung ansioeht.

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  12. neumondschein schreibt:

    Aber ich schätze mal, dass Neumondschein „influencer“auch als tolle Erfindung ansioeht.

    LOL!

    Ok, deiner Meinung nach sind die Juden Schuld an allem Übel der Welt, ich habe es kapiert. Du kannst diesen Wahn künftig stecken lassen, ich weiß Bescheid. Wie soll ich eigentlich jemanden ernst nehmen, der an einem Antisemitismuswahn leidet?

    LOL!

    Hier ging es nicht um Juden. Nicht einmal um Israel. Naja doch, Sheryl Sandberg und Mark Zuckerberg sind auch Juden und George Soros auch. Das sind einzelne Exemplare. Sie stehen nicht für die gesamte Judenheit.

    Das ist eine typische rechte Ablenkungsstrategie. Wenn du auch nur halbwegs aufmerksam Medien rezpieren würdest, fändest du eine große Bandbreite an Meinungen. Was sollen Monopolmedien im Jahr 2018 überhaupt sein? Es gibt sie nicht. Medienkritik von rechts führt zu Monopolmedien, das ist ja das, was AfD etc. wollen. In ihrer kompletten Verlogenheit kritisieren sie Medien als Herrschaftsinstrument genau wie diese Leute behaupten, sie wollten mehr Demokratie.

    Es gab eine Zeit, da war die Medienlandschaft vielfältiger. Diese Zeit ist noch nicht ganz vorbei. Die „Freie Presse“, die Regionalzeitung in Chemnitz überraschte mich kürzlich durch Professionalität. Die berichtete kürzlich darüber, daß es in Chemnitz ein Naziproblem gäbe, und ließ sich durch das Geschrei der Monopolpresse davon nicht abbringen. Konsens in der Monopolpresse war, daß es Hetzjagden in Chemnitz gegeben habe. Jeder, der das bezweifelte, sei ein Nazi-Schwein. So einen kann man nicht einmal als Chef einer für allmögliche Schweinereien bekannten Behörde dulden! Nunja, die Rechten! Die haben den Diskurs bereits gewonnen, bevor sie damit überhaupt begonnen haben. Die Behauptung beruhte auf einem Video, auf dem keine Hetzjagd zu sehen war, von dem man zunächst nicht wußte, wer es aufgenommen hat und wo und was im Video zu sehen ist. Sehr unprofessionell! Diese Monopolpresse! Liefert den Rechten frei Haus unverlangt ein Strohmann-Argument! Die ganze Republik weiß jetzt, daß es in Chemnitz kein Nazi-Problem gibt, und daß die Monopolpresse lügt. Wie immer!

    Neben der Freien Presse gibt es da noch „Junge Welt“. Der Motto lautet „Drucken, wie sie lügen“. Aber „Lügenpresse“ ist natürlich voll Nazi!

    Likes interessieren mich nicht.

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  13. neumondschein schreibt:

    Kein Antisemitismus! Nicht immer sind Karikaturen, die Kraken darstellen, die die Welt umklammern, antisemitisch! Wenn sie in der Monopolpresse erscheinen, sind sie es nicht!

    https://t.co/NH5LDgCQS5

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  14. genova68 schreibt:

    Permanent das eine Hatzvideo zu zeigen, um Hetzjagden zu belegen, war unprofessionell, das stimmt. Allerdings gibt es haufenweise Zeugenaussagen dazu, dass in Chemnitz an diesem Tag in vielen Fällen Menschen gejagt wurden.

    Das hier ist ein Beispiel:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/chemnitz-sozialdemokraten-von-rechtsradikalen-gehetzt-worden-15778213.html

    Im übrigen ist alleine die Diskussion über den Begriff absurd, da er juristisch nicht fassbar ist. Wer behauptet, es habe keine Hetzjagden gegeben, will nur von dem, was passiert ist, ablenken und die Rechten einmal mehr als Opfer stilisieren.

    Die Behauptung beruhte auf einem Video, auf dem keine Hetzjagd zu sehen war

    Die Behauptung beruhte also auf einigem mehr, wie in der FAZ (und anderswo) beschrieben.

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