Mutter, hol den Wagen und lass mich ziehen

Man kifft aus dem gleichen Grund, aus dem man einen Youngtimer, wie man sagt, fährt:

Man will zurück in den Bauch der Mutter.

Im Youngtimer saß man einst auf der Rückbank oder man träumte als Unterschichtler davon, auf der Rücksitzbank zu sitzen; der Joint vermittelt einem die ansonsten nicht mehr herstellbare Unmittelbarkeit dieses Augenblicks.

Ich empfehle also uns Endvierzigern den Joint auf der Rücksitzbank eines W 123 oder W 124 oder BMW 5er oder eines kulturell ähnlich gelagerten Modells. Wenn es sein muss, tut es auch ein Strich Achter. Wir fühlen uns nach wenigen Minuten in unsere Kindheit zurückversetzt und haben nun eine sinnvolle Unterstützung jedweder Analyse und Therapie. Sozusagen ihr Praxisteil. Vielleicht könnte man auch die Rücksitzbank aus dem Youngtimer ausbauen und sie in die Wohnung stellen. Das wäre gut für alle Stadtbewohner ohne Garage, wobei die Authentizität doch leiden könnte. Geruch, Lichtverhältnisse, Raumgefühl wären anders.

Wie auch immer: wohl bekomm´s.

(Foto: genova 2014 )

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Alltagskultur abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.