Von der Zweidrittelliebe

Kaum zu glauben, aber wahr:

In Berlin ist das Gras schon Anfang Juni braun. Was bislang nur in guten Sommern Ende August der Fall war, können wir jetzt schon acht Wochen vorher gutgelaunt zur Kenntnis nehmen. Wenn es kultiviert läuft, wird die Sonne bis weit in den November hinein unbarmherzig, wie man sagt, scheinen und ein Drittel der sogenannten Straßenbäume wird seinen Geist aufgeben. Dann könnte Berlin einen ordentlichen Schritt hin zu dem machen, was man eine lebenswerte Stadt nennt.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

(Foto: genova 2018)

 

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7 Antworten zu Von der Zweidrittelliebe

  1. dame.von.welt schreibt:

    Das Gras sah schon im Mai aus wie Ende August und was haben Ihnen bloß die Berliner Straßenbäume getan?

    Ich könnte mich für die Einführung eines kleinen Monsun im Sommer erwärmen. Für allnächtlichen sanften Regen von, sagen wir, 2h nachts bis 6h in der Früh, mit einer Abkühlung auf deutlich unter 20°C. Obwohl es mir auch gefallen würde, wenn es tagsüber pünktliche 4 Stunden regnen würde und das öffentliche Leben käme währenddessen zum Erliegen – quasi ein feuchtes Äquivalent zur Siesta.

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  2. Annika schreibt:

    Liebe Dame, ich bin ganz bei Ihnen. Perfekter Plan.

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  3. genova68 schreibt:

    Im Mai habe ich mir das Gras nicht angeschaut, aber danke für den Hinweis. Ein Blog lebt von seinen aufmerksamen Leserinnen un Lesern.

    Das mit dem Regen ist auch ok, wenn es denn ein tropischer ist. Entweder trocken-heiß oder feucht-heiß. Dann müssen die Bäume allerdings von Hand gefällt werden. Man wird in Berlin gar nicht richtig braun, weil man ständig im Schatten ist. Wenn Sie einen Horrortrip unternehmen wollen, fahren Sie jetzt durch die Dieffenbachstraße im Gräfe-Kiez: eine Platane neben der anderen, Lichtverhältnisse wie im Dezember. Ich wette, die Bewohner dort sind überdurchschittlich oft depressiv und belegen wichtige Therapieplätze. Weniger Bäume würden also auch eine Verbesserung bei der psychotherapeutischen Betreuung bringen: Die Wartezeiten werden kürzer.

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  4. dame.von.welt schreibt:

    Immerhin haben es die Bewohner der Dieffenbachstraße (angesichts der durch Platanen verschatteten mehr als 16 Stunden Sonne/Tag) nicht so weit bis ins Urbankrankenhaus. Bestimmt ist es diese überdurchschnittlich gute Versorgung, die den Graefekiez unbezahlbar machte.

    Kennen Sie Lob des Schattens von Tanizaki Jun’ichiro?

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  5. neumondschein schreibt:

    Nachdem die heimische Vegetation in Berlin verdorrt ist und sich nicht wieder erholt, werden Palmen und Zypressen in Berlin angepflanzt. Zitronenst&rauml;cher statt Kastanien, Olivenbäme statt Eichen, Kanarienvögel statt Amseln. Darüber ärgert sich exportabel-genova bestimmt genauso wie über die verhaßten Straßenbäme.

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  6. Hugo schreibt:

    dame.von.welt: „Für allnächtlichen sanften Regen von, sagen wir, 2h nachts bis 6h in der Früh,…“
    Als Kleingärtner; NEIN! Wäre ein Fest für die ganzen Nacktschnecken und ich müßte Nachtschichten machen um dann doch noch was zu ernten.
    Mit jedem zweiten Tag so zwischen 18:00 und 20:00 könnte ich mich aber anfreunden…

    @ Genova, was hast Du nur gegen das ganze Grünzeug?
    Das mit dem Bäumefällen wäre übrigens kontraproduktiv; in Berlin könntest Du dann wohl nur noch mit Gummimauken draußen rumlatschen; Stichwort Stoffwechselendprodukte des Deutschen liebsten Freundes ;) !

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  7. genova68 schreibt:

    Es handelt sich um ein Missverständnis: Ich liebe Bäume. Ich bin nur der Meinung, dass man keine Riesenkastanien und Riesenpappeln vor Häuser pflanzen soll, weil sie verschatten. Das wäre vielleicht in Andalusien sinnvoll, hier aber nicht. Und wenn man diese Regel befolgt, muss man schätzungsweise ein Drittel aller Berliner Straßenbäume fällen. Das fände ich dringend notwnedig. Man könnte ja kleine Bäume stattdessen pflanzen, Sauerkirsche oder so.

    Noch etwas anderes: Ich war gestern seit längerem mal wieder im Depri-Osten von Berlin, Landsberger Alllee, dort, wo nur noch Plattenbauten stehen. Das interessante dabei ist, dass es extrem viel Leerraum gibt, von Haus zum gegenüberliegenden oft über 100 Meter. Dazwischen Unkraut, wuchernde Bäume. Es wirkt alles so ungepflegt, so tot. Natur als Bedrohung.

    Man hat da übrigens viel Platz für Wohnungen für ein paar hunderttausend Menschen. Man sieht da auch wieder, wie gefaked die Berliner Wohnungsnot ist. Da müsste man dann aber auch erstmal ein paar Bäume fällen.

    Wir haben in Berlin durch und durch unfähige und korrupte Politiker, das ist das Hauptproblem. Man müsste sich einmal ernsthaft fragen, warum das so ist.

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