„… ein neues Außen finden“

[Es folgt ein gedankliches Durcheinander, dennoch unglaublich lesenswert.]

Der Ex-RAF-Terrorist Karl-Heinz Dellwo in der jungen welt zum 20. Jahrestag der Auflösung der Gruppe, wie man sagt:

Die 68er-Bewegung hat die Souveränitätsfrage gegenüber der kapitalistisch verfassten Gesellschaftsordnung theoretisch aufgeworfen, aber nach einigen Scharmützeln auf der Straße fallengelassen. Die Angst vor der Vierteilung war zu groß. In der BRD hat die RAF diese in der Praxis vakante Frage angenommen und zu beantworten versucht.

Heute scheint dieses Außen im Konkreten unvorstellbar und verloren. Das System des Kapitalismus ist zwar verbrecherisch wie nie zuvor, hat sich aber in den Menschen als alternativlos festgesetzt. Kriege werden endemisch, die Totalverwertung von Mensch und Natur ist Alltag geworden. Seine Objektstellung und Zurichtung, seine Kontrolle und seine Konditionierung zum angepassten Bürger und funktionalen Konsumidioten, allzeit bereit für alle Sinnlosigkeiten einer oftmals demütigenden Warenwelt sind totaler organisiert als je zuvor, der Repressions- und Kontrollapparat gigantischer als im alten Faschismus. Statt dem Menschen einen sozialen Horizont zu eröffnen, wird sein Blick auf den Boden niedergerückt und die falsche Existenz zur »alternativlosen« erklärt. Alle Werte sind umdefiniert in den einzig wirklichen Befehl zum Selbstverkauf und zum Konsum. Das hat sich als Rahmen des ganzen Lebens etabliert, sowohl in zeitlicher wie in geografischer Hinsicht. Das System hat mit seiner Strategie aus korrumpierter Integration und Vernichtung gesiegt und siegt tagtäglich in der Ausdehnung der sozialen Entwurzelung und Verohnmächtigung des Menschen weiter.

Die Auflösung der RAF folgte der Erkenntnis, dass eine Minderheit, egal wie sie sich anstrengt, alleine ein Außen nicht herstellen kann. Aber wir werden es brauchen, wenn wir nicht untergehen wollen. Der Kapitalismus ist die größte Bedrohung für die Menschheit. Wir werden nur aus seiner Gefahr herauskommen, wenn wir ein neues Außen finden und zur Systemfrage zurückkehren.

Es ist heutzutage angenehm, einen solch kompromisslosen und wahren Text zu lesen. Die RAF hat sich tatsächlich angestrengt und sie hat das Außen nicht hergestellt. Sie hat das kapitalistische System vermutlich eher noch gefestigt mit ihrem Treiben. Es war in weiten Teilen völlig destruktives Treiben, und ein Außen, das auf Terror und Gewalt fußt, ist für kaum jemanden verlockend. Dann doch lieber drinnen bleiben. Aber im Jahr 2018 überhaupt noch vom Außen zu reden ist die Attraktion an Dellwos Einwurf.

Denn das neue Außen, die Alternative, das Andere, das Nichtidentische ist unsichtbar geworden. Es schimmert noch am ehesten hin und wieder als Negativfolie durch, beispielsweise wenn Söder einen neuen Kulturkampf initiieren will oder junge, attraktive Menschen mit glänzenden Augen von Bitcoins reden, mit deren Hilfe sie auch allen Ernstes aus dem System aussteigen wollen. Systemausstieg ist demnach nur mit noch mehr Renditelogik zu haben.

Andererseits: Das neue Außen wird eigentlich immer gesucht: durch vegane Ernährung, die Lektüre der Dr.-Dr.-Rainer-Erlinger-Kolumne, den Download eines Song der Band Kategorie  C, Fallschirmspringen, Sexspiele mit Urin. Man sucht das neue Außen im eigenen Körper, in der Moral, in der Ethik. Die Perspektive, dass das neue Außen nicht kapitalistisch strukturiert sein darf, ist in den Hintergrund getreten und nur noch als literarisches Phänomen von Interesse.

Interessanterweise sind es gerade Randphänomene wie deutscher Gangsterrap, der sich der kapitalistischen Logik komplett unterworfen hat – wobei er meint, ihn nur zu nutzen. Die dickste Karre, die effektivste Knarre, die coolsten Markenklamotten und die teuersten Frauen. Das machen ein paar reiche Macker vor, die anderen gucken zu und finden es cool. Es ist die totale Systemaffirmation eines Publikums, das von diesem System real nicht viel zu erwarten hat. Eine Meisterleistung des Kapitals. Respekt!

In einer interessanten WDR-Doku zu vermutetem Antisemitismus bei diesen skurrilen Leuten meinte ein jugendlicher Fan aus Offenbach: Wenn er jemanden als Juden bezeichne, dann bedeute das, dass der reich sei, und das sei doch etwas Positives.

Der totale Anspruch des Kapitalismus erzeugt Unwohlsein, das war schon 1968 so und ist es heute auch. Damals suchte man noch den Ausweg jenseits des Systems, in einem neuen Außen. Dieses Außen ist heute ein systemimmanentes oder, besser gesagt, die Rolle des Kapitals spielt in den aktuell bedeutsamen Außen-Überlegungen keine Rolle mehr, weil es Alles ist, eine Art Gott. Das fette Auto ist ein Symbol des Widerstands gegen das Establishment, gegen dessen Regeln, genauso wie Antisemitismus, Frauen-, Schwulen- und Sonstwasverachtung und schräge Klamotten. Kritik an der kapitalistischen Logik ist nicht sexy, denn mit dessen Hilfe kann ich mir die ersehnten Symbole aneignen, die mich wertiger machen. Es ist eine komplett antiemanzipatorische Perspektive für die Millionen Fans und eine sehr emanzipatorische für Kameraden wie Fler oder Kollegah. Die Sozialisation als Underdog führt nicht mehr zur Kritik am System, das Underdog-Positionen verursacht, sondern zu umso stringenterer Imitation ebendieses Systems und seiner Logik der Ausgrenzung, Missachtung, Menschenverachtung. Demnach ist nicht der Kapitalismus die größte Bedrohung für die Menschheit, sondern es sind beispielsweise die regulativen Mechanismen, die mir den 700-PS-Mercedes aufgrund von rambohaftem Verhalten stilllegen; eben der Mercedes, den ich gar nicht besitze, sondern nur ersehne.

Die Objektstellung und Zurichtung des Menschen, seine Kontrolle und seine Konditionierung zum angepassten Bürger und funktionalen Konsumidioten, allzeit bereit für alle Sinnlosigkeiten einer oftmals demütigenden Warenwelt sind totaler organisiert als je zuvor.

Interessant in dem Zusammenhang sind noch die Titelseiten der jungen welt und der taz vom vergangenen Samstag, dem Marx-Geburtstag. Die taz verortet Marx irgendwo zwischen Mecki und Pippi Langstrumpf:

Das mit dem Genussmenschen würde mich allerdings interessieren.

Die junge welt zitiert Marx im Sinne Herrn Dellwos:

Respekt, dass die Journalisten der jungen welt das Thema Gewalt nicht einfach unterschlagen. Eine grundsätzliche Ablehnung von Gewalt ist natürlich sinnlos und das Nichtdiskutieren dieser Frage führt zu Verhältnissen wie in Kreuzberg am 1. Mai: besaufen und Flaschen auf Polizisten werfen. Nicht nur angesichts der realen Gentrifzierung in Berlin kann man die Anwendung von Gewalt natürlich diskutieren und wäre interessant, genau hinzuschauen, was Marx mit dem Sturz der materiellen Gewalt durch materielle Gewalt genau meinte. Am besten nachhaltig und transparent.

Zum Verhältnis von Kapitalismus und Demokratie muss man nur das hier lesen:

Enge Kontakte zwischen Bundesregierung und Immobilienlobby

Das Problem ist vielleicht schlichtweg die Gewaltlosigkeit der Unterdrückten. Und das Problem ist aus meiner Sicht derzeit vor allem das der Nichtverständigung, und zwar nicht zwischen Linken und Pegida – das ist egal -, sondern innerlinks. Man hört nur sich, Diskussionskultur mit ernsthafter inhaltlicher Auseinandersetzung ist offenbar kaum noch möglich, das Internet zerstört die Möglichkeit realer Face-to-Face-Kommunikation.

Das Kapital hat somit auch in dieser Szene vorläufig gesiegt und Herr Dellwo kann nur depressiv werden. Mein Beileid.

(Foto: genova 2011)

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12 Antworten zu „… ein neues Außen finden“

  1. hANNES wURST schreibt:

    Für ein neues Außen gehe ich zum Frisör. Oder was ist damit gemeint?

    Mit der Kapitalismuskritik stimme ich in Teilen überein, aber wovon ich Lach- und Brechreiz zugleich bekomme ist dieser ewig gleiche Duktus mit dem ausgedrückt werden soll, dass alle Menschen etwas anderes wollen würden als was sie tatsächlich wollen wenn sie bloß nicht so dumm, verführt oder korrumpiert wären.

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  2. genova68 schreibt:

    Bitte bedenke: Herr Dellwo und ich, wir wissen am besten, was gut für euch ist.

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  3. Leo Brux schreibt:

    Führen wir hANNES wURSTs Frage tiefer:

    Was ist es, das die Menschen zu dumm macht, um sich GEMEINSAM KOOPERATIV SOLIDARISCH eine menschliche, nachhaltig lebenswerte Welt zu schaffen?

    Müsste man bei der Illusion des Individualismus anfangen? (dass der Mensch zuerst ein einsames Individuum ist, das dann nachträglich und soweit nötig Gesellschaft herstellt)

    Oder noch früher bei der Illusion der hierarchischen Ordnung? (Dass es höhere und niedrigere Menschengruppen gibt, und die Niederen den Höheren zu dienen haben – und nur die Höheren wirklich zählen)

    Als die Menschen aus nomadisierenden Horden landwirtschaftende Dörfler geworden sind, könnte etwas Grundlegendes schiefgelaufen sein: Die Zeichen sind auf Hierarchie und Missbrauch der „Niedrigen“ durch die „Höheren“ gestellt worden.

    Oder wir setzen an bei Hobbes als dem „Erfinder“ des kruden krassen kranken Individualismus: Der Mensch sei ursprünglich ein einsamer umherstreifender wilder wölfischer Individualist gewesen, der sich nur aus Not mit anderen zu staatlichen Formen zusammengeschlossen hat … (Das richtet sich gegen Aristoteles, der den Menschen als soziales Wesen definiert hat.)

    Ich hielte es für angemessen, eine Geschichte der Menschheit zu schreiben, die als Leitfaden nicht das großartige innovative Fortschreiten wählt, sondern den Verlust und den Weg immer tiefer hinein in die Perversion.

    Jedenfalls sollte ein Geschichtsschreiber, wenn er schon den Fortschritt feiern möchte, auch die Schattenseiten in sein Bild aufnehmen. Denn am Ende steht die Überforderung und Selbstvernichtung der Menschheit.

    Der homo sapiens sapiens weiß nie so recht, was er tut und was er sich und den Seinen antut; er gräbt sich in dieser Unwissenheit sein Grab.
    Wie würde man auf Lateinisch sagen: „der eingebildete Mensch“? – „homo arrogans“? (Bei der Grammatik bin ich mir nicht sicher – hab nie Latein gelernt.)

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  4. Leo Brux schreibt:

    Noch etwas zu hANNES wURSTs Problem:

    Bezweifelst du,
    „dass alle Menschen etwas anderes wollen würden als was sie tatsächlich wollen wenn sie bloß nicht so dumm, verführt oder korrumpiert wären“?

    Offensichtlich IST es so. Dellwo und genova haben hier schlicht und einfach recht.

    Aber dein Einwand ist dennoch anregend. Er zwingt uns, tiefer zu gehen:
    Inwiefern ist es so?
    Warum ist es so?
    Ist es in jeder Hinsicht so?
    Ist es auch bei mir so?
    Wie stellt man fest, ob es so ist oder nicht?
    Etc.

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  5. hANNES wURST schreibt:

    Es gibt andauernd Situationen, in denen ich denke, dass ich etwas anderes wollen würde, als das, was ich tatsächlich will. Ich habe Übergewicht und würde gerne nicht essen wollen. Ich habe ein Drogenproblem und hätte gerne, dass ich nicht die Drogen konsumieren wollte, die ich konsumieren will. Und so weiter.

    Die Dellwos dieser Welt stellen dann auch gerne den Kapitalisten als Drogendealer dar, der den Willen des kleinen Mannes mit der Droge bricht und ihm einen neuen Willen aufzwingt: den des Konsumenten im kapitalistischen System. Ich glaube nicht an diese Geschichte und meine eher, dass die RAF – mit ganz handfesten Mitteln – versucht hat, den Willen der Bevölkerung zu unterdrücken und dabei auch Todesopfer in Kauf genommen hat, wie bei der Geiselnahme in der deutschen Botschaft in Stockholm, bei der Dellwo beteiligt war.

    Die Realität sieht anders aus, als Dellwo sie darstellt. Wie auch der Drogenkonsument konsumiert der Konsument nicht, weil sein Wille gebrochen wird, sondern weil er die Droge konsumieren will. Selbst die schlimmste körperliche Abhängigkeit hindert einen Menschen, der den Willen, hat der Droge zu entsagen, nicht daran, dies zu tun. Vielmehr wägt der Süchtige Vor- und Nachteile auf und kommt zu dem Schluss, dass der Konsum es sogar wert wäre, daran zu sterben.

    Das ist schwer zu akzeptieren, aber wer sich selber daran erinnert, wie er eine Angewohnheit, die er vielleicht jahrzehntelang gepflegt hat, von einer Sekunde auf die andere ganz und gar willentlich abgelegt hat, der wird vielleicht zustimmen: ein sogenannter Willensakt entsteht als Ergebnis eines Kalküls. Die Konsumgesellschaft ist voller Menschen die tatsächlich konsumieren wollen. Sie sind keine Sklaven eines falschen Heilsversprechens, sie werden nicht von einem System unterdrückt, und sie sind auch nicht zu dämlich um zu merken, was mit ihnen passiert. Sie sehen die Auswirkungen auf Mensch und Natur und möchten dennoch konsumieren, sich Vorteile beschaffen und Eigentum erwerben. Es ist ihr Wille. Sie finden das vertretbar.

    An all dem kann man vielfältig Kritik üben und versuchen, die Gesellschaft umzugestalten. Aber solche Prediger wie Dellwo, deren hochgestochenes Geschwafel klingt wie von jemandem, der gerade eine eigene Sekte gründen möchte, werden dabei keine Hilfe sein. Mit einer apokalyptischen Rede über die Rettung von konditionierten Idioten erreicht man höchstens konditionierte Idioten.

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  6. genova68 schreibt:

    ich glaube, man muss zwischen persönlichen Befindlichkeiten und der Gesellschaft unterscheiden. Der Konsument konsumiert eine Kartoffel, will aber nicht unbedingt die damit in Deutschland einhergehende Monokultur, die für Artensterben und Nitrat im Trinkwasser sorgt. Mehr Hecken auf Äckern würde Abhilfe schaffen, dagegen sind die großen Bauernlobbies, nicht unbedingt der Konsume,die der kriegt das nicht mit bzw. ist er mit der Lösung eines solchen Problems naturgemäß überfordert. Mit dem Willen der Bevölkerung ist das also so eine Sache. Und die kapitalistische Logik sorgt dafür, dass es das Außen nicht mehr gibt, man hat zunehmend weniger die Möglichkeit der Entscheidung.

    Das Außen kannst du ganz profan sehen, die Möglichkeit des Rentenbezugs jenseits der Privatrente, die Fahrt mit einer nichtrenditeorientierten Bahn, der Verzehr eines Brötchens ohne Ausbeutung dessen, der hinterm Tressen steht. Tiefgreifender meint Dellwo mit Außen vermutlich das, was Adorno als Nichtidentisches bezeichnete und Marx als ein nicht entfremdetes Leben. Es gibt immer noch etwas Anderes. Allerdings ist es tatsächlich problematisch, das Außen konkret bestimmen zu wollen, und auch Leute wie Adorno haben da bedenklich mit bedenklichen Begriffen hantiert, beispielsweise mit dem objektiv Wahren. Wir sind da heute vorsichtiger.

    Ich wünsche mir schon das Außen, wenn eine Computerstimmme bei einer Hotline sich freut, dass ich angerufen habe. Und die Tatsache, dass wir sowas mitmachen, zeigt das Ausmaß der Katastrophe bzw. wie weit wir in der Totalität des Innern fortgeschritten sind.

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  7. hANNES wURST schreibt:

    Mit der nichtrenditeorientierten Bahn der Totalität des Inneren entfliehen, das ist in der Tat ein Ziel, für das es sich lohnt, Begriffe auf nichtidentische Sachen anzuwenden. Ich wünsche Hans-Joachim Dellwo gute Fahrt.

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  8. genova68 schreibt:

    Bitte habe Respekt vor dem Alltag.

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  9. Leo Brux schreibt:

    „Die Konsumgesellschaft ist voller Menschen die tatsächlich konsumieren wollen. Sie sind keine Sklaven eines falschen Heilsversprechens, sie werden nicht von einem System unterdrückt, und sie sind auch nicht zu dämlich um zu merken, was mit ihnen passiert. Sie sehen die Auswirkungen auf Mensch und Natur und möchten dennoch konsumieren, sich Vorteile beschaffen und Eigentum erwerben. Es ist ihr Wille. Sie finden das vertretbar.“

    Schreibt hANNES wURST.

    Wer bestreitet das?

    Die Frage ist: WARUM wollen sie es? WER manipuliert sie WIE, dass sie so viel Destruktives, Kontraproduktives, Schädliches wollen?

    Auch der Wille des Menschen ist ein Produkt der Gesellschaft. Ist es nicht interessant, diese gesellschaftliche Willensproduktion zu untersuchen?

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  10. genova68 schreibt:

    Hannes hat das Problem, dass er einerseits den Menschen streng determiniert sieht, andererseits ihm offenbar einen völlig freien Willen unterstellt, durch keine noch so raffinierte Werbung der Welt irritierbar.

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  11. Leo Brux schreibt:

    Da treffen sich die Extreme hinter seinem Rücken. Totale Determiniertheit und total freier Wille – das läuft wohl (hinter unserem Rücken!) auf dasselbe hinaus.

    Man könnte es ja mal mit einer „mittleren“ Version versuchen: Henne und Ei miteinander versöhnen; genetische Prägung und erfahrendes Lernen miteinander verknüpfen; den Spielraum des Willens vor dem Hintergrund der Determiniertheit ausloten.

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  12. hANNES wURST schreibt:

    Wir werden an dieser Stelle nicht klären, ob das Universum determiniert ist oder nicht und ob auf dieser Grundlage ein freier Wille möglich ist oder nicht. Zu Genovas Kommentar ist nur zu sagen, dass der Determinismus durchaus die Grundlage für einen freien Willen sein könnte (das wäre eine Form des Kompatibilismus). Das Intelligibilitätsargument besagt, dass ein freier Wille in einem Universum, das keinen klaren Regeln unterliegt, nicht denkbar ist. Das bedeutet aber nicht, dass dieser Wille „nicht irritierbar“ wäre – dann wäre es ja kein freier Wille (sondern eher ein stumpfer Drang, ein Wille in Schopenhauers Sinne).

    Natürlich ist der freie Wille manipulierbar. Jeder Austausch von Argumenten ist auch Manipulation. Eine Simulation wie die „Matrix“ im gleichnamigen Science Fiction würde den Menschen von seinen eigentlichen Wünschen entfremden. Jean Baudrillard hat dazu interessante Theorien aufgestellt, sein Buch „Simulacra and Simulation“ ist im Film „Matrix“ sogar zu sehen. Baudrillard hielt den Menschen auf jede nur erdenkliche Art für manipuliert, ganze Kriege für Erfindungen im Sinne des kapitalistischen Verwertungsapparats.

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