Schwesig, Macron, Kurz und die Aliens

Was haben Manuela Schwesig (SPD-Politikerin), Emmanuel Macron (Staatschef von Frankreich) und Sebastian Kurz (neuer Führer von Österreich) gemeinsam? Sie erinnern  an Ridley Scotts Alien 1 von 1979, und zwar an die Szene, als der Wissenschaftler und scheinbare Mensch Ash als Alien enttarnt wird – er bekommt eine reingehauen und dann ragen aus seinem Körper Drähte und Elektrokabel und sein Kopf hängt runter, nur noch von einem schlauchartigen Gebilde am Körper gehalten. Erst jetzt versteht der Rezipient, warum sich Ash schon vorher so merkwürdig verhielt. Ein oberflächlicher Blick auf das Foto zeitigt hier: Das ist ein Mensch. Wir wissen, dass dem nicht so ist.

Für die drei Genannten gilt das Gleiche. Sie sind mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch Aliens – und zwar solche der ersten Generation. Eingefrorene Mimik, tote Augen und parteisoldatisches und generell völlig unsinniges, mechanisches, eingefülltes Geplappere bis in den Untergang. Ich habe noch keine einzige reale Sekunde dieser drei Protagonisten erlebt. Es sind künstliche, am menschlichen Äußeren orientierte Roboter, mit einem Schuss künstlicher Intelligenz versehen. Sie sind Weiterentwicklungen von Schaufensterpuppen.

Ich warte nur darauf, dass in einer Talkshow der Akku von Schwesig ans Ende kommt und ihr, nach einem merkwürdigen mechanischen Geräusch, das Lächeln einfriert (das ist die Grundeinstellung). Dann verdreht sie die Augen ein wenig und ihr Kopf fällt vom Hals runter, nur noch gehalten von zwei oder drei Elektrokabeln, an denen weißer Schleim runterläuft. So baumelt er neben der Armlehne. Gleichzeitig kommen ein paar Drähte aus ihrem Oberkörper. Ich bin, jedesmal wenn ich Macron oder Kurz oder Schwesig sehe, erstaunt, dass genau das nicht passiert. Die Entwickler scheinen Profis zu sein. Vielleicht doch nicht erste Generation.

Deshalb hülfe es nichts, die Drei nachts mit versteckten Webcams zu malträtieren, auf dass sie authentisch Menschliches zeigen mögen.

Schwesig, Macron und Kurz: Die sind so. Eine reinhauen und Kopfrunterhängen würde zu kurzer gesellschaftlicher Erregung führen. Dann käme ein neues, überarbeitetes Modell.

(Foto: wikipedia)

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10 Antworten zu Schwesig, Macron, Kurz und die Aliens

  1. Leo Brux schreibt:

    Warum kommen zumindest Kurz & Macron bei relativ vielen Bürgern gut an?

    Zeigen etwa die Wähler jetzt schon eine Präferenz für einen von Google oder Amazon oder Facebook designten und algorithmus-gesteuerten Politroboter?

    Jedenfalls sind heutzutage Maschinen intelligenter, psychisch gesünder, verlässlicher und vertrauenswürdiger als Menschen. Das wollen wir doch mal festhalten!

    Deine Kritik, lieber genova, hat was Nostalgisches. Die Zeit ist an dir vorbeigerauscht, und du guckst ihr nur noch von hinten.

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  2. Axel schreibt:

    Und was ist mit Trudeau?

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  3. hANNES wURST schreibt:

    Ash wird nicht als Alien enttarnt und auch für Macron, Schwesig und Kurz gilt wohl, dass Du sie nicht als Aliens, sondern als Androiden bezeichnen wolltest. Aliens sind allgemein Außerirdische (aber auch Einwanderer) und im Film „Alien“ sind die Aliens die fiesen HR Giger Monster mit den langen Schädeln und dem Mund im Mund. Ash hingegen ist ein menschenähnlicher, menschgemachter und von Menschen mitgebrachter Android.

    Oder meintest Du tatsächlich, Schwesig, Kurz und Macron sind Aliens in dem Sinne „Einwanderer“ oder noch einfacher „Fremde“? Immerhin sind alle drei Ausländer und Schwesig stammt nicht nur aus der DDR, sondern sogar aus Frankfurt (Oder). Dann tut meine Kritik Dir unrecht und ich nehme alles zurück. Ash jedoch ist kein Alien, zumindest das bitte ich zur Kenntnis zu nehmen.

    Abgesehen davon finde ich Kurz auch ziemlich ekelig, kann aber nicht so richtig was gegen Schwesig und Macron einwenden. Aber ich will nicht in die Sachebene flüchten, das tut Dein Artikel schließlich auch nicht, sondern begnügt sich mit der Schnapsidee die drei Politiker wären Androiden – bzw. außerirdische Androiden oder einfach nur Außerirdische oder Ausländer oder einfach irgendwie fremd.

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  4. genova68 schreibt:

    Ok, Schwesig ist ein Android, kein Alien. Ich bin da nicht so firm und habe einfach, ohne nachzudenken, einen Begriff gewählt. Ich meinte nicht „Fremde“, sondern Maschinen, die wie Menschen aussehen, also jemand wie Ash.

    Stimmt, es gab in Aliens drei Typen: Menschen, die fiesen Aliens und Androide.

    Man sieht hier wieder: Ein Blog lebt vom Engagement seiner Leser. Deshab bedanke ich mich im Namen meiner kompletten Rezipientenschaft:

    DANKEHANNESWURST

    Trudeau? Ist er auch so komisch? Ich kenne ihn nicht.

    Ja, Leo, die Zeit rauscht an mir vorbei, es ist hoffnungslos. Aber so ist das im Alter. Man mancht nicht mehr jeden Schnickschnack mit, deshalb sind mir Aliens fremd.

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  5. Jakobiner schreibt:

    Linke Kritik at its lowest Level. Nur noch Comedianhaft mit der Botschasft: Sind doch eh alles nur Parteiroboter und verwaltete Technokratenorganisationen ohne eigenes Leben. Platter geht´s nimmer. Mehr Phänomenologie und Abarbeiten von Äußerlichkeiten, ohne was zu deren inhaltlichen politischen Standpunkten sagen zu wollen. Und warum taucht da nicht auch noch die Merkel auf? Wenn man will, könnte man so die meisten Politiker und auch Menschen beschreiben wollen, ohne etwas über sie und ihre politischen Standpunkte aussagen zu wollen.

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  6. Leo Brux schreibt:

    Apropos Alter, genova, was soll ein Senior wie ICH da sagen?!
    Ich schaff ned amal die Essemmess- und die Äpp-Nutzung mi’m Händi.

    Aber Spaß beiseite: Was hältst du von dem Projekt des Silicon Valley, so nach und nach den chaotischen Menschen abzuschaffen und durch was Rationaleres, nämlich technisch Intelligentes zu ersetzen? Durch einen dem kruden Naturprodukt Mensch haushoch überlegenen Datenverarbeiter, gesteckt in eine ressourcensparende, leicht zu reinigende und zu reparierende Hardware?

    Après nous le deluge?

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  7. genova68 schreibt:

    Davon halte ich viel, Leo. Wie gerade im Nachbarthread geschrieben: Die totale Kontrolle ist effektiv und günstig. Wer den Neoliberalismus weiterführen will, kann wählen zwischen der aktuellen Scheinfreiheit und dem chinesischen Weg der totalen Kontrolle. Letzterer ist zumindest ehrlicher.

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  8. Jakobiner schreibt:

    Nordkorea ist analoger Totalitarismus, China wird der kommende digitale Totalitarismus. Was ist dann der Westen? Relativer digitaler Autoritarismus?Wobei zu fragen ist inwieweit die Scheinfreiheit des Westens nicht doch noch Freiheit kennt. Sowohl von den politischen Rechten bis hin zur ökonomischen Freiheit, Berufswahl,etc. Wobei man umgekehrt auch fragen könnte, ob die KP China nicht freier in ihren ökonomischen Entscheidungen, da der Staat da NOCh eine regulierende Rolle spielt, wenngleich sehr assozial.

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  9. Leo Brux schreibt:

    Ich wiederhole mich und werde mich noch oft wiederholen:

    Nach mir die Sintflut.

    Aber das mit der „aktuellen Scheinfreiheit“ kauf ich dir nicht ab, genova. Ich glaub nicht, dass ich „scheinfrei“ bin. Die momentane Struktur schafft – so möchte ich behaupten – tatsächlich sowas wie substanzielle Freiräume. Und ich sitze – vom Glück begünstigt – in so einem freien Eck, marginal, melancholisch, aber auch genießend.

    Ich könnte mir vorstellen, dass auch du dich nicht für „scheinfrei“ hältst. Sondern für „echt frei“. Im realistischen Rahmen natürlich, also auf die unvermeidliche Weise abhängig von anderen Menschen und von den Verhältnissen, in denen wir uns kollektiv unser Leben reproduzieren. (Es macht mich nicht unfrei, dass ich allerlei MUSS: atmen, schlafen, essen, arbeiten, Geld verdienen, Steuern zahlen, Verkehrsregeln beachten, kooperativ und menschenfreundlich sein … Die Regeln der Grammatik machen mein Reden und Schreiben nicht unfrei.)

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  10. Jakobiner schreibt:

    Noch einige neue Ideen zu Europa:

    Wie man Europa ruiniert und wie man es retten könnte

    „Anstatt die EU nun bei Eurozone, Schengenraum und Mitgliedschaft hektisch weiter expandieren zu lassen, Transferunionen und militärische Unionen nebst der NATO zu forcieren, sollte die EU eher sich konsolidieren, eine Neue Ostpolitik samt Abrüstungsinitiative sowie vereinigende konkrete Europaprojekte anstossen und zugleich die neue soziale Frage, die sich dazu mit der Digitalisierung ergibt beantworten und sich zugleich demokratisieren–in zweierlei Hinsicht: Zum einen von den Institutionen, zum anderen gegenüber autoritären Staaten und Bewegungen wie Orban-Ungarn, Kawzynski-Polen, Zeman-Tschechien.“

    Volltext unter:

    https://www.global-review.info/2018/02/15/wie-man-europa-ruiniert-und-wie-man-es-retten-koennte/

    Gefällt 1 Person

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