Antisemitismus: Symptomatisch für Luxemburg

„Antizionismus gehört heute in der luxemburgischen Linken und vielen anderen ´progressiven` Parteien wie den Sozialdemokraten selbst auf kommunaler Ebene zum guten Ton. Es ist eken Zufall, das Luxemburg – nicht zuletzt dank seines Außenministers Jean Asselborn – innerhalb der EU als äußerst israelkritisch bekannt ist.“

schreibt die Jüdische Allgemeine (28.9.17, S. 6) zur luxemburgischen Kommunalwahl, die heute stattfindet. Immer wieder erstaunlich, wie verlockend Antisemitismus – und nichts anderes ist Antizionismus heute – auf allen Ebenen, in allen Bereichen, in allen Bezügen ist. Selbst der eher lächerliche Ministaat Luxemburg, der in den letzten Jahren vor allem wegen seiner innovativen Steuerpolitik aufgefallen ist – kleine und große Konzerne zahlen nichts, wenn sie sich pro forma dort niederlassen – hat selbst bei einer Kommunalwahl das Bedürfnis, den Juden eins auszuwischen. Eigentlich sollten bei einer Kommunalwahl Themen wie die kommunale Kläranlage, der kommunale Bürgersteig und ähnlich gelagerte Themen bestimmend sein, aber Judenhass ist so schön selbstentlastend.

„Viele Mitglieder der jüdischen Gemeinde sind erstaunt darüber, dass diesmal bei den Kommunalwahlen der Nahostkonflikt eine Rolle spielt. Das sei absurd, aber letztlich wohl symptomatisch für Luxemburg.“

schreibt die Jüdische Allgemeine weiter und ich vermute, dass die Luxemburger einen kollektiven Minderwertigkeitskomplex haben, was angesichts ihres merkwürdigen „Staates“ auch kein Wunder wäre, wenn man denn den Fehler macht, sich über einen Staat zu definieren. Und dieser Komplex arbeitet sich selbst bei kommunalen Themen am bösen Juden ab.

Antisemitismus: Der Ur-Rassismus schlechthin und und nach wie vor eine Blaupause und ein Prüfstein. Ein Rassismus, anhand dessen man seine objektive Absurdität aufzeigen kann. Antisemiten sind Arschlöcher, auch in Luxemburg.

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2 Antworten zu Antisemitismus: Symptomatisch für Luxemburg

  1. Pierre Gratia schreibt:

    Antisemiten sind Arschlöcher, auch in Luxemburg. Ja, warum sollte es auch anders sein?
    Ich bin Luxemburger, dort aufgewachsen, zur Schule gegangen. Auf unsere Steuerpolitik für Grosskonzerne bin ich nicht stolz, und bin mit dieser Meinung nicht allein. Auf unseren latent antisemitischen Aussenminister ebensowenig. Trotzdem ist es angebracht, angesichts dieses Textes, ein paar Zeilen hinzuzufügen, da ich den Eindruck habe, hier wird auf ein ganzes Land eingedroschen. Bleiben sie doch einfach beim Thema — Antisemitismus ist schlimm genug, da ist es doch etwas unnötig, sich im 21. Jahrhundert über Launen der europäischen (Nationen)-Geschichte im 19. Jahrhundert zu amüsieren, um die Einwohner eines kleinen Landes zu verachten — vor allem als nicht-jüdischer (?) Deutscher ist das dann doch etwa 100 Jahre zu früh.

    That being said, a few things to wrap your head around:
    – Eine AfD würde bei uns niemals 12% erlangen.
    – Wir haben seit über 15 Jahren eine Schwarze TV-Moderatorin. Wo sind die Afro-Deutschen NachrichtensprecherInnen oder Talkshow ModeratorInnen?
    – Der Ausländeranteil in Luxemburg beträgt fast 50%.
    – Dazu kommen noch täglich zehntausende Pendler, Franzosen, Belgier, Deutsche, die übrigens auch ganz vorne in den Grosskonzernen und -Banken mitmischen.
    Ein paar Namen noch:
    -Xavier Bettel, Premierminister, Europas erster homosexueller verheirateter Regierungschef,
    -Etienne Schneider, Wirtschaftsminister, homosexuell und verheiratet,
    -Corinne Cahen, Parteipräsidentin der Regierungspartei und Familienministerin, Jüdin. Wieviele Politiker im Bundestag sind jüdisch?

    Wir sind nicht die reaktionären Rassisten, als die sie uns vielleicht gerne sehen. Ich bitte um weniger Polemik nächstes Mal.

    -Pierre

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  2. genova68 schreibt:

    Hallo Pierre,
    entschuldige erstmal bitte die späte Antwort. Deinen Pro-Luxemburg-Argumenten will ich nicht widersprechen, die kannte ich auch nicht, danke dafür. Aber die tangieren ja nicht meine Kernaussage, die du im übrigen nicht in Frage stellst. Ich hoffe, ich verachte keine Einwohner, keine Menschen, aber Staaten an sich, Nationen, spielen meines Erachtens nicht in den Kategorien Verachten oder Nicht-Verachten, egal ob sie Luxemburg oder Deutschland heißen. Sie funktionieren oder auch nicht, aber jeder Pathos führt schnell ins Unglück. Nationenbashing sollte zum guten Ton gehören.

    Die Nation als rasisstisches oder diskriminierendes Element ist so aktiv wie eh und je. Die Agenda 2010 konnte nur nationalistisch umgesetzt werden, als quasi negativer Nationalismus, indem Schröder sagte, dass die anderen alle besser sind als wir. Also müssen wir mit den Löhnen runter und brauchen Hartz IV. Nicht schön, aber es muss leider sein, weil die anderen uns sonst überrennen. Dieses Vorgehen war nur aufgrund von Nationalismus möglich. Es unterscheidet sich im Kern nicht von dem Nationalismus von 1914. Menschen und Klassen werden gegeneinander ausgespielt, im Namen der Nation.

    Ich fand es nur frappierend, dass bei einer Kommunalwahl der Nahostkonflikt eine Rolle spielt. Eigentlich unglaublich.

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