Endlich eine Forderung, der man vollen Herzens zustimmen kann

(Foto: genova 2017)

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5 Antworten zu Endlich eine Forderung, der man vollen Herzens zustimmen kann

  1. genova68 schreibt:

    Auch zwei Stunden nach der Veröffentlichung hat diesen hervorragenden Artikel noch niemand geliked. Das zeigt die fortgeschrittene Neoliberalisierung auch meiner Leserschaft. Ich bin sehr betrübt.

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  2. Jakobiner schreibt:

    Offtopic, aber mal eine Recherchefrage an die Berliner Szene. Ein kleiner jüdischer Buchladen namens TOPICS soll wegen einer Evolalesung und „monatelangen Drohungen“ von Linksextremen geschlossen haben–dazu ist auch in der ZEIT ein kurzer Artikel „Die Angst der Juden vor den Judenfreunden“ zu finden.
    http://www.zeit.de/gesellschaft/2017-07/topics-berlin-neukoelln-juden-israelischer-buchladen-schliessung

    Der Artikel kommt mir seltsam und hetzerisch vor,DIE JuDEN und dann DIE JUDENFREUNDE, die sich als FIE LINKEN ANTISEMITEN herausstellen. ich habe auch einem Freund, der mir das zusandte folgendes dazu geschrieben:

    Keine Ahnung, was das für eine Buchhandlung ist, mir auch egal. ob jüdisch, „klein“ oder nicht–entscheidend ist, in welchen Kontext man Evola löiest und was man damit zu bezwecken meint–es gibt ja sicherlich auch andere Denker, mit denen man eine Lesung machen könnte. Der Sturm auf die jüdische Buchhandlung, die eine Evolalesung machen wollte, zeigt zwar wie kleinkariert die Linksextremisten sind, aber wird jetzt eben auf der rechten Achse des Guten genutzt, um gegen DIE Linke zu hetzen und zumal solche rechten Arschlöcher wie Sarrazin bis Pirinci als Freigeister zu loben, die einer linksfaschistischen Nazihetze ausgeliefert seien–O-Ton Achse des Guten:

    „Nun hat es wieder ein neues Opfer gegeben: eine kleine Neuköllner Buchhandlung, die nach eigenen Worten auch schlechten Kaffee servierte, muss nach Angriffen aus dem linken Spektrum geschlossen werden. Dass die Betreiber Juden und trotzdem des Faschismus verdächtig sind, darf den guten deutschen Linken nicht weiter aufhalten. Was war der Grund? Der Buchladen, der immer schon eine etwas abseitige Buchauswahl pflegte, hatte zu einem Diskussionsabend über den rechtsradikalen italienischen Philosophen Julius Evola (1898-1974) geladen. Egal wie kritisch der Diskussionsabend hätte ablaufen sollen, allein die Tatsache, dass ein Denker des Faschismus im Berlin des Jahres 2017 auf der Tagesordnung steht, führt dazu, dass ein Buchladen von den staatlich geförderten Antifas als „faschistischer Buchladen im Herzen Berlins“ angeprangert werden und die verängstigte Kundschaft verlieren kann.

    Botho Strauß, Thilo Sarrazin, Akif Pirincci, Peter Sloterdijk, Jörg Baberowski, Rolf Peter Sieferle… die Liste an Autoren, die aus der Mitte heraus als rechtsradikal, faschistisch, antisemitisch, hetzerisch (bitte mindestens eins ankreuzen) gebrandmarkt werden, könnte man noch lange weiter führen. Was wie eine linke Denunziantenklapsmühle mit der Gruppendynamik einer Hexenjagd wirkt, wird von der Mitte der Gesellschaft mit einer Mischung aus Desinteresse und Genugtuung zur Kenntnis genommen, sichert es doch jene viel gerühmte „Mitte“, die sich historisch immer schon aus Feigheit speiste. „Wehret den Anfängen“ wird dann immer erst gerufen, wenn es lange schon zu spät ist.“

    Der Artikel kann gar nicht klar den Kontext benennen unter dem die Evolalesung stattfinden sollte, der Topicladen wird nur als alternastiv und jüdisch gelabelt–ohne dass man näheres erfähr, nur dass er eine bunte Buchmischung gehabt haben soll, aber eben nicht welche Bücher er mit welchen Inhalten er vertreibt. Dieser Artikel weicht so systematisch allen konkreten Detailst und Fragen aus, weswegen mir das verdächtig vorkommt. . Zumal ich mir auch nicht vorstellen kann, dass die israelfreundlichen Antideutschen hier die antisemitischen Störer waren, da sie dies ja Antisemitismus verabscheuen. Dann ist nch von Punks die Rede–kann denn keiner genau angeben, wer die Lesung jetzt wie genau und warum gestört hat? Dazu findet man nix. Zudem: Wegen der Störung einer Lesung muss man doch keinen Buchladen gleich ganz schliessen, es sei denn dies wpürde zum Dauerzustand,was dem Artikel aber eben nicht zu entnehmen ist. Oder sind es nicht etwa die hohen Ladenmieten infolge der Gentrifizierung Berlins. Für mich liest sich dies eher nach billiger Stimmungsmache: Linksextreme machen Nazimäßige „Kauft nicht bei Juden“-Kampagne. Ich bezweifel mal, dass das so stattgefunden hat.
    
    Selbst im Deutschunterricht der Unterstufe des Gymnasiums lernt man die Grundfragen, die W-Fragen jeglichen Journalismus: Wer, wann , wo, was, wie, warum, wieviele, wohin. Leg mal diese einfachen Kriterien an den von dir zitierten ZEIT-Artikel an und du wirst feststellen, dass kein einziges Kriterium oder keine einzige Frage irgendwie beantwortet wird,Und du willst Historiker sein? Auf der Ebene eher wie Franz mal meinte: Hobbyhistoriker oder Hobbyjournalist. Zumal Max Weber immer zwischen Gesinnungs- und anderen Typen von Berufen zu Recht unterschgied.
    WER? dazu ist zu lesen:

    „Das linksradikale Kollektiv TOP B3rlin rief auf Facebook seine Fans auf, ihre „Punkerfreunde und ihre Hunde“ zusammenzutrommeln und bei der Veranstaltung „vorbeizuschauen“. Amir und Doron, beide Enkelkinder von Holocaustüberlebenden, wurden von Linken als Nazis beschimpft und monatelang bedroht. Laut Zeitungsberichten stammen die meisten Randalierer aus der antideutschen Szene. Das sind radikale Linke, die Deutschland hassen, jede Kritik an den USA ablehnen und sich bedingungslos mit dem Staat Israel identifizieren.“

    Wer ist TOP B3rlin, „Punkervfreunde und ihre Hunde“–„vorbeischauen“, „von Linken beschimpft und monatelang bedroht“physisch, auf Facebook, wie denn, ständige Störungen von Lesungen, Stalking oder was? –und alles dann sollen dies „Antideutsche“ und „Linke“ sein–„Laut Zeitungsberichten“–BILD, Welt,welche Zeitungsberichte?Ungenauer geht es ja nicht mehr! Und: Manipulativer geht es nicht mehr.

    Weiß Genova oder die Berliner mehr zu dem „Zwischenfall“?
    

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  3. genova68 schreibt:

    Der Buchladenbetreiber selbst meinte, er schließe aus finanziellen Gründen. Diese Israelgeschichten dienen immer wieder nur Selbstdarstellern auf beiden Seiten. Dazu kommt, dass diese Haltung, irgendetwas zu verhindern, unsäglich ist. Irgendwo im Osten Berlin wird seit längerem ein Arzt körperlich drangsalisert, weil er AfD-Funktionär ist. Diese ganzen Verhinderer sind vermutlich dumme, selbstgerechte Leute. Das ist alles Weimar, sonst nichts. Wobei das eine ganz kleine Minderheit ist. Es ist vor allem in den Medien präsent und interessiert real niemanden.

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  4. Jakobiner schreibt:

    Vielleicht für einen Linksextremisten wie Gneova (laut FAZ_Alfonse) interessant:Lesenswerter Artikel in der SZ, wie der Extremismusbegriff mißbraucht wird. Was früher „radikal“genannt wurde, weil es an den Wurzeln ansetzen wollte, wird heute pauschal als „extremistisch“gelabelt:
    http://www.sueddeutsche.de/kultur/politische-rhetorik-der-begriff-extremismus-wird-als-etikett-missbraucht-1.3610390

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  5. genova68 schreibt:

    Ja, danke für den Artikel. Trifft es ganz gut.

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