China, der Sozialismus und der Deutschlandfunk

Die Radiojournalistin Ann-Kathrin Büüsker interviewt im Deutschlandfunk Jürgen Trittin. Der meint, man müsse mit China enger kooperieren, wegen Klimaschutz und Handelsinteressen und so. Dann bemerkt Frau Büüsker bemerkenswert:

„Wir reden über ein sozialistisches Regime, das die Rechte seiner Bevölkerung massiv einschränkt. Können wir mit solchen Leuten kooperieren?“

Seit wann ist China ein sozialistisches Regime? Frau Büüsker scheint im Kalten Krieg, irgendwann in den 60ern oder 70ern stehengeblieben zu sein. Dabei war sie damals vermutlich noch gar nicht geboren.

Vermutlich hat sie es gut gemeint. Die Menschenrechtslage in China ist sicher miserabel. Und die Frage, ob man mit solchen Leuten kooperieren kann, könnte sich stellen. Allerdings hat das noch nie interessiert, insofern ist die Frage naiv. Und vom Sozialismus hat die, ähm, Journalistin offenbar überhaupt keine Ahnung.

Wie unwissend ist jemand, wenn er das aktuelle China ernsthaft als sozialistisch bezeichnet? Was sagt das über den Bildungsstand, über das Weltbild dieser Person aus? Hatte sie ein stramm rechtskonservatives Elternhaus, Fraktion „Geh doch nach drüben“?

Ich bohre besser nicht weiter.

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11 Antworten zu China, der Sozialismus und der Deutschlandfunk

  1. hANNES wURST schreibt:

    Sie hat ja nicht von einem „real existierendem sozialistischen Regime“ gesprochen, in der Sache also durchaus richtig.

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  2. genova68 schreibt:

    Was soll den an China sozialistisch sein? Real sozialistisch würde wohl noch eher passen.

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  3. Jakobiner schreibt:

    Naja,für US-Republikaner ist die VR China immer noch ein sozialistisches Land, da es die Finanzmärkte reguliert, sehr viele Staatskredite für staatseigene Betriebe hat, der Yuan nicht frei konvertibel ist. den Index of Economic Freedom nicht an führender Stelle besetzt, sondern im unteren Mittelfeld, Staatsfons unterhält, die solche riesigen internationalen New-Deal- Strateghieprojekte wie die One Belt-One-Road- Initiative/Neue Seidenstrassen samt staatlicher Asian Infrastructure Investment Bank aufstellt. Zumal auch Trumps Handelsminister erklärt hat, dass China weltweit die orotektionischste Großwirtschaftsmacht und ein Gegner des Freihandels sei, weswegen die USA China öffnen müssten für US-Kapital in Sektoren wie Finanzen, Energien, Telekommunikation und anderem. Hinzu die staatliche Preisdumpingpolitik bei Stahl und anderen Industriesektoren samt staatlicher Subventionen inklusive Währungsmanipulation (bisher wurde nur letzterer Vorwurf zurückgestellt). Aus dieser Sicht: Höchst sozialistisch.

    Wie China dem begegnet? Z. B. mit Pandadiplomatie:

    Pandadiplomatie und der tierische Knuddelfaktor in imperialistischen Beziehungen

    Dass man mit Tieren und Babys als Politiker punkten kann, dürfte Allgemeingut sein. Kein Politiker ohne Babykissingphotos, der Bestätigung jedes Politikers, dass das manchmal auch häßliche Baby der stolzen Wählermutter das schönste sei und selbst ein Söder, der Pate für einen Seelöwen ist. Potentaten und VIPs, die umgekehrt mittels Großtierjagd auffallen wie etwa der spanische König oder etwa den Löwen Cecil wie jener gutsituierte und gelangweilte US-Zahnarzt auf Safari in Afrika, zumal im Nationalpark vor einigen Jahren abschoss, geraten da sehr schnell in den Fokus öffentlicher Entrüstung und Morddrohungen- nicht nur des Tierschutzes und militanter Animal Liberation-Aktivisten, sondern auch des Otto-Normalwutbürgers. Da macht es sich besser sich wie Merkel und Gabriel damals mit Knut, dem Eisbären multimedial zu präsentieren oder seinem Berliner Nachfolger, dem Eisbären Fritz und diese zumal als Symbol des Klimawandels herauszustellen für deren Rettung die deutsche Regierung als welterste vor allen anderen eintritt, damit diese nicht wegen Polschmelzens von ihrer (Eis-)Scholle vertrieben werden und als Klimaflüchtlinge in deutschen Zoos unterkommen müssen. Tierliebe zielt zumal auf höchste politische Symbolkraft.

    Am effizientesten hat dieses Wissen um die Tierliebe die VR China professionalisiert mit ihrer Pandadiplomatie. Der eigentliche Symbolträger Chinas ist eigentlich der Drache, aber da dieser sehr aggressiv wirkt und zumal eben nur ein Fabelwesen ist, scheidet er schon aus beiden Gründen für eine tiersymbolische Diplomatie aus, die die internationalistische Völkerfreundschaft untermauern könnte. In chinesischen Karikaturen der Parteizeitung People´s Daily und der regierungsnahen Global Times wird der Drache immer benutzt, wenn er die Kampfstärke Chinas in internationalen Konflikten oder als kommende Weltmacht symbolisieren soll. Wenn China sich hingegen als Vertreter einer neuen friedlichen und defensiven multipolaren und gerechten Weltordnung im Sinne eines friedlichen Aufstiegs symbolisieren will, wird zumeist der drollig-putzig aussehende, dem Kindchenschema folgende knudelige und völlig harmlose Panda genutzt, um die absolute Friedfertigkeit Chinas bildlich darstellen. So auch in außenpolitischen Beziehungen.

    Viele Länder haben in ihrem Wappen oder in ihrer Symbolik ein Nationaltier, sei es der US-amerikanische Weißhauptadler, das australische Känguruh, der neuseeländische Kiwi , der deutsche Bundesadler, von dem keiner weiß, ob er ein Steinadler oder ein überfettetes Wienerwaldhendl ist, der afrikanische Löwe oder der russische Bär–China halt den Panda.

    Aber außer China gibt es noch keine US-amerikanische oder deutsche Adler-, neuseeländische Kiwi-, australische Känguruh- oder russische Bärendiplomatie. Zumal ein russischer Bär als Geschenk Putins an Merkel da eher agressiv wirken würde, es sei denn es handele sich um ein Bärenjunges, das so lieblich wie die ausgewachsenen Pandas wirken könnte. Das hängt vielleicht an dem mangelnden Knuddelfaktor dieser Tiere ab, vielleicht aber auch daran, dass keiner dieser Staaten je auf diese Idee kam– die chinesische Pandadiplomatie ist da schon herausstehend, wie auch ihr Nationaltier.Wahrscheinlich aber ersteres. Zumal diese Tiere nicht derart selten wie Chinas Panda sind, der als Nationalsymbol und rare Tierart in China gilt und für den Empfänger der Pandadiplomatie Ausweis sehr enger freundschaftlicher Beziehungen zwischen China und dem jeweiligen Staat und eine Ehrenauszeichnung ist. Zum einen müssen intensive Wirtschaftskontakte, eine herausragende politische und wirtschaftliche Größe des Landes und enge diplomatische Beziehungen herrschen, zum anderen ist solch ein Panda kein Geschenk, sondern eine Leihgabe für den der Gaststaat 900 000 Euro pro Tier jährlich zahlen muss und eventueller Nachwuchs im fremden Land bleibt auch Eigentum der VR China.

    So ist es tierisch anrührend, wenn Merkel und Xi Jinping im Berliner Zoo Baobao und Jiaoqing besuchen, die vor versammelten Medien ungestört und friedlich vor beiden Politikern ihre Bambusstäbe knabbern. Deutsch-chineische Freundschaft, Tierschutz, Tierliebe, Menschenliebe, China und Deutschland zumal als gemeinsame Vorkämpfer in Sachen Freihandel und Klimaschutz gegenüber dem fiesen Trump. Wobei schon auffällig ist, dass China so auf Tierliebe setzt, hat es doch ansonsten ein Imageproblem mit anderen Tieren, die es für seine Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) töten lässt und importiert, sei es Nashornhörner oder Elefantenzahnmehl für Potenzprobleme chinesischer Männer oder Haifischflossen oder Löwenhoden für die angebliche Kurierung anderer Krankheiten. Zumal gelten die Chinesen als Dog Eater und machen ihrem Ruf auch dieses Jahr als Hundefresser alle Ehre:

    So wird im zeitlichen Umfeld des G-20-gipfels und der Pandapropagandashow in einer chinesischen Provinz in der Stadt Yulin das „Fest des Hundefleisches“ gefeiert. Dabei werden von den Einheimischen und zugereisten Hundefleischliebhabern aus anderen Teilen des Landes und Asiens unter Polizeischutz und den Augen der Weltmedien und unzähligen, verzweifelten Tierfreunden welche die Caniden vor ihrem Schicksal retten wollen, lebende Hunde in winzigen Käfigen auf Märkten verkauft, traditionell mit Eisenstangen tot geprügelt und im Kreise der Lieben verspeist. Die Hunde werden Teils dazu gezüchtet, ein guter Teil sind aber auch einfach Straßenköter und gestohlene Haushunde, „die besten Freunde des Menschen“ eben, aus allen Ecken des Landes.

    Bei diesem „Fest“ werden in Yulin bis zu 4.000 Hunde „weggeputzt“. In ganz China soll es einen illegalen Markt für Hundefleisch geben, dessen Größe mit einem jährlichen Verbrauch von 10-20 Millionen Hunden geschätzt wird, obwohl eine offizielle Umfrage ergab, daß zwei Drittel der Chinesen den Verzehr von Hundefleisch ablehnen. In ganz Asien sollen 30 Millionen Hunde gefressen werden, denn beide Teile Koreas haben ebenfalls Hunde “zum Fressen gerne“!

    Während westliche Menschen sich über den Verzehr seitens einiger Chinesen von Hundefleisch tierisch aufregen, vergessen sie ein wenig, dass der nichtvegane und nichtvegetarische westliche Allesfresser

    Schafbabies und ihre Eltern,
    Kuhbabies und ihre Eltern,
    Schweinebabies und ihre Eltern,
    Kaninchen,
    Hasen,
    Hühner und ihre Ungeborenen,
    Enten,
    Gänse,
    Pferde,
    Frösche,
    Schnecken und
    alle Arten von Fisch und Meeresgetier

    frisst und daher eigentlich nicht berechtigt ist, sich über die Chinesen zu erhöhen, die, wie wir schließlich ganz genau wissen, alles fressen, was kein Tisch und Stuhl ist und vier Beine hat.Was aber auch mit der Geschichte Chinas mit den damaligen häufigen Hungersnöten zusammenhängt, die die Chinesen zwangen alles zu essen, was es irgendwie noch gab, wenngleich Kannibalismusfälle da die Ausnahme blieben. Zumal extravagant exotisch-tierquälerische Luxusessen eher ein dekadentes Oberklassenphänomen waren, wie der Affe, dessen Schädel man mit einem Hammer einschlägt, um dessen Hirn lebendig zu essen. Doch auch dies sind zumeist mehr überlieferte Schauergeschichten und Gerüchte seitens damaliger imperialistischer Apologeten, die die „asiatische Grausamkeit“propagieren wollten–mehr Ausnahmefälle und mehr Dr. Fu Manchu-Roman als Realität.

    Zumindestens vergessen die Vierbeiner die Herkunft und Sprache ihrer Peiniger nicht, wenn sie es überleben. In meinem damaligen Chinesischkurs hatte ich eine Kommilitonin namens Babsi, die ihren Hund Floh vor einem chinesischen Suppentopf in Taiwan gerettet hatte und noch eine deutliche Narbe an der Halsschlagader vorwies, Interessant war aber, dass Floh mit uns deutschen Schülern immer gut auskam, aber sobald chinesische Mitstudenten oder unser Chinesischlehrer ihre tonale Sprache inthonierte ausflippte, bellte und agrressiv wurde, dass man ihn zurückhalten musste. Scheinbar erkannte Floh die Tonart und Sprache seiner Peiniger, die ihn in den Suppentopf als Suppenhund befördern hatten lassen wollen.Watch the Dog, Chinese!

    Doch sollte man sehen, dass nur noch 1/3 der Chinesen den Verzehr von Hundefleisch befürwortet, zumal es in China auch Millionen von Hundebesitzern gibt, die diese nicht aus Speisegründen, sondern aus Tier- und/oder Prestigeliebe halten und eine zunehmende Tierschutzlobby bilden, die einen langsamen Wertewandel herbeiführt, da den Chinesen unter Mao und auch die Zeit danach das Halten von Haustieren verboten war und sie sich nun der neuen Mitlebewesen erfreuen, insofern sie sie nicht als Sporttiere wie Tauben halten, um glücksspielartige Wettbewerbe abzuhalten und daher am guten und optimalen Zustand ihres Tiereigentums interessiert sind. Zumal sich westlichen Leute über Chinesen nur insofern aufregen sollten, insofern sie die nichtartgerechte Massentierhaltung, untierischen Tiertransporten, Kükenschreddern und anderen Auswüchse der europäischen und westlichen Nahrungsmittelproduktion und kommerziellen Tiernutzung kritisieren und abstellen wollen.

    Aber bezeichnend ist, dass die Bilder von den chinesischen Pandas im Berliner Zoo da alle sonstigen kleingedruckten Nachrichten überragen und als Sinnbild für eine enge Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland ihre Wirkung tun. Die ansonsten als Hundefresser und Unmenschen verschrienen Chinesen als beste Tierliebhaber und Menschheitsrettungsfreunde der Deutschen in Sachen Weltenrettung, Freihandel und Klimaschutz. Man möchte Merkel und Xi Jinping gleich mit den Pandas im Berliner Zoogehege belassen, so putzig, harmonisch und friedlich wirkt all dies- trotz aller imperialistischen Differenzen und weltweiten Konflikte. Ein seelischer Ruhepol von Harmonie, der einem für einen Augenblick offeriert wird und deswegen so gut ankommt: Alles gut!

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  4. Jakobiner schreibt:

    Der wesentliche Unterschied ist: Während Trump dazwischen schwankt, dass er Schutzzölle verhängt oder andere Wirtschaften wie de EU, China, etc mittels dieser Androhung weiter fürs US-Kapital öffnet, verlegt sich China darauf seine Überproduktionskapazitäten und überschüssiges Kapital in eine sozialistisch/staatlich gelenkte Auslandsexpansionsinitiative einer neuen Seidenstrasse zu entwickeln–ein internationaler New Deal, der Infrastrukturen und Industrien überall von Zentralasien bis in den Nahen Osten, Europa und Afrika aufbauen soll kontinental– und maritim käme dann noch ein ganzes System von Container- /Häfen und Militärstützpunkten dazu. OBOR ist so das Äquivalent zur deutschen Baghdadbahn gegen das British Empire und das Resultat war der Erste Weltkrieg– heute ist China zu sozialistisch für die USA, das die Neue Seidenstrasse ein Projekt ist, dass die geopolitischen Machtverhältnisse nachhaltig verändern soll. Ob man das jetzt als sozialistisch oder beoimperialistisch sieht, ist Geschmackssache–jedenfalls werden die USA von der VR China so herausgefordert wie das Britische Empire durch die Baghdadbahn.des Deutschen Reichs.

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  5. hANNES wURST schreibt:

    beoimperialistisch – ist das das mit den Pandas?

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  6. hANNES wURST schreibt:

    Laut Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Volksrepublik_China) hat die Frau Recht, dort steht China sei ein „sozialistisches, autoritäres Einparteiensystem“. Vielleicht ist es ein Irrtum, China nicht sozialistisch zu nennen, nur weil dort neuerdings aller möglicher technischer Schnickschnack produziert wird.Ich habe eigentlich auch gedacht, China ist inzwischen eine „Marktwirtschaft“ – was immer das heißt, aber scheinbar hat das Wirtschaftssystem auch noch sozialistische Züge, wie Jakobiner schreibt. Ich entnehme dem, dass der Sozialismus auch nicht mehr ist, was er einmal war.

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  7. hANNES wURST schreibt:

    Alles wird ausgehöhlt, umgedeutet, neu definiert, mir geht es gehörig auf den Wecker. Früher gab es nur rechts und links, heute auch noch oben, unten vor und zurück. Ich kann verstehen, dass die Leute im Alter so wie ich ganz stur werden. Und hier wird über eine arme Radiojournalistin gemeckert, weil so blöd war, China sozialistisch zu nennen. Da ist doch der reinste Begriffsstalinismus.

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  8. genova68 schreibt:

    Wer so blöd ist, China sozialistisch zu nennen, sollte zur Sekretärin degradiert werden. Wenn ein Maurer keine grade Mauer hinkriegt, muss er die Bierkisten schleppen. Völlig zurecht. Alternativ könnte man der Frau politische Bildung angedeihen, wie man sagt, lassen und den Maurer seine Ausbildung wiederholen.

    Es ist doch mittlerweile eine Binse, dass man das, was in der DDR, der Sowjetunion usw. ablief, nicht als Sozialismus bezeichnen kann. Mit der gleichen Logik kann ich Nazis als sozialisten bezeichnen. Von mir aus hatte die DDR einen Staatssozialismus oder, besser, einen Realsozialismus, der nichts mit den eigentlichen Ideen der Sozialismus zu tun hatte. China ist ein durch und durch kapitalistisches Land, völlig egal, ob die Fabriken privat oder staatlich sind und wer die Fonds betreibt. Es wäre umgekehrt auch Unsinn, Kapitalismus nicht als solchen zu benennen, nur weil der Staat nicht alles privatisiert.

    Brüüsker macht den Unsinn mit, Sozalismus mit Unterdrückung von Menschen gleichzusetzen. Das ist das Niveau von US-Republikanern, mag sein. Vom DLF sollte man mehr erwarten. US-Republikaner und deutsche Rechtsradikale wie Alice Weidel nennen auch gerne die EU sozialistisch. Das dient nur der Diskreditierung der Idee, um die eigenen perversen Vorstellungen durchzudrücken.

    Es gibt auf der ganzen Welt keine sozialistische Gesellschaft, auper vielleicht irgendwo im Dschungel. Das sollte nicht dazu führen, umzudefinieren, nach dem Motto: Wir brauchen einen sozialistischen Staat, damit wir ihn runterputzen können. Es braucht vielmehr nach wie vor eine vernünftige Analyse, warum sozialistische Ideen in Stalin mündeten. Liest man derzeit die Berichte in der jungen welt über Venezuela, kommt einem da eine blasse Ahnung.

    Und der Unterschied zwischen Sozialismus und Neoimperialismus ist nun sicher keine Geschmackssache, sondern fundamental. Diesen Unterschied zu verschwischen, ist Aufgabe der Reaktion.

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  9. Jakobiner schreibt:

    Bei all diesen Begrifflichkeiten: Kann mir mal einer erklären, was der Unterschied zwischen Sozialismus und Kommunismus ist? Wird das synonym benutzt, existiert da ein grundlegender Unterschied? Warum hieß es Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU), aber Sozialistische Einheitspartei Deutschalnd (SED)? Zwischen beiden System existierte doch kein Unterschied. Beim Histomat kam der Sozialismus als historische Vorstufe des Kommunismus, der dann die ideale klassenlsoe Gesellschaft sein soll–also das Endstadium aller historischen und gesellschaftlichen Entwicklung. Gab es denn einen Unterschied wzischen sozialistischen und kommunistischen Regimen? Und Sozialisten können ja auch Sozialdemokarten wie die französischen Sozialsietn (PS Hoillandes) oder die griechische PASOK Papandreous sein. Ich glaube, da hat sich ein ziemlicher Begirffskuddelmuddel mit fehlender Trennschärfe eingestellt. Wobei Genova aber recht hat: Rechte bezeichen die EU genauso als sozialistisch (EUdSSR) wie die NSDAP., um beide als eigentliche Kommunisten darzustellen.

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  10. Jakobiner schreibt:

    Wie sagte mal FJStrauss und seine CSU: Freiheit statt Sozialismus und damit meinte er die SPD und Helmut Schmidt. Zumal man auch nicht vergessen darf, dass die SPD in ihrem Wahlprogramm immer noch einen demokratischen Sozialismus als Wahlziel hatte- auch zu neoliberalen Zeiten ala Schröder-SPD und Steinbrück. Und für die Partei der Vernunft (PdV) als Libertäre ala Ayn Rand und Oliver Janich ist schon die FDP eine sozialistische Partei. Tja, wohl immer eine Frage des Standpunkts, was Sozialismus jetzt sein sollte. Genova geht da von einem Idealsozialsimus aus im Gegensatz zu einem Realsozialismus.

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  11. genova68 schreibt:

    Na, es gibt ja die üblichen Unterscheidungen zwischen Sozialismus und Kommunismus. Aber eigentlich ist das egal. Man sollte mit beiden Begriffen jedenfalls etwas Positives verbinden und nicht Menschenrechtsverletzungen. Dieser Kniff ist billig und uralt: Ich kann Fußball nicht als Sport sehen, sondern als Knochenbrecherei, Essen nicht als Genuss, sondern als Vorstufe des Kotzens, und Geburt nicht als Beginn des Lebens, sondern als Anfang vom Ende.

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