Die Grenzen von Sozialem und Demokratie

Wohnungen als Kapitalanlage sind nicht das einzige, aber ein typische Zeichen für das asoziale Element des Kapitalismus. Die FAZ schreibt:

Die Kundin aus Hongkong kam zum Großeinkauf. Bis zu vier Wohnungen würde sie gerne erwerben, ließ die Chinesin das Immobilienunternehmen Berlin Property Services wissen. In Frage kämen ausschließlich Neubauten, am liebsten mit einem bis zwei Zimmern, bloß nicht zu groß und in möglichst zentraler Lage.

Indes haben nicht nur private Anleger den deutschen Wohnungsmarkt entdeckt. Im Herbst 2016 hat der chinesische Staatsfonds China Investment Corporation (CIC) 16.000 Mietwohnungen in Berlin, Kiel, Rendsburg und Köln erworben und dabei die großen börsennotierten Wohnungsgesellschaften wie Vonovia und Deutsche Wohnen ausgestochen.

Chinesen kaufen Wohnungen und vermieten die erst einmal, steht in dem Artikel noch. Wenn später das Kind in Deutschland studiert („Viele Chinesen haben erst in jüngster Zeit mitbekommen, dass es in Deutschland keine ernstzunehmenden Studiengebühren gibt“.), meldet man einfach Eigenbedarf an. In Frankfurt zahlen Chinesen durchschnittlich 9.000 Euro pro Quadratmeter. Man kann sich grob ausrechnen, wie hoch dann die Miete ist, die man bezahlt, bis man wegen Eigenbedarf rausfliegt. Es ist offenbar zwingend notwendig, dass den Chinesen hierzulande Kapitalverwertungsmöglichkeiten geschaffen werden. Zuerst beuten sie Millionen oder Milliarden Landsleute aus, dann pushen sie damit anderswo die Wohnpreise.

Was sagt eigentlich der aktuelle Boss der Genossen, der sich kürzlich noch so intensiv um den „hart schuftenden Busfahrer, der nicht weiß, wie er seine Miete bezahlen soll“ gekümmert hat, dazu?

Der erreichte Produktivitätsstand in dieser Gesellschaft ermöglicht naturgemäß gutes Wohnen für fünf oder sechs Euro warm. Kapitalistische Logik treibt den Preis auf 20 Euro hoch. Ein „Markt“ existiert nicht. Alles ganz normal. Dieser Staat kann sich noch so oft sozial nennen: Geht es um die Kapitalverwertung, ist das bloßes Geschwätz. Selbst die Überlegung, dass bei niedrigeren Mieten das gesparte Geld anderswo in die Wirtschaft investiert würd, interessiert nicht. Der Fetisch der Geldvermehrung für die, die eh schon zu viel haben, ist unantastbar.

Vielleicht sollte man Artikel 1 GG entsprechend ändern. Und Artikel 20 („Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat“) um den Zusatz „- solange Kapitalverwertungsinteressen nicht tangiert werden“ ergänzen. Der Ehrlichkeit halber.

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7 Antworten zu Die Grenzen von Sozialem und Demokratie

  1. hANNES wURST schreibt:

    Der Chinese ist als Nachbar außerdem unerträglich. Seine Augen hat er stets listig zum Schlitz gekniffen, er verspeist die Vierbeiner im Viertel und richtet sich in der Wohnstube eine Feuerstelle ein. Da wünscht man sich einen Suharto als deutschen Kanzler. Gut, dass das Exportadel Blog diese Missstände aufdeckt.

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  2. Genovaa schreibt:

    Ein sehr wichtiger und ergänzender Hinweis.

    Gesendet von meinem Smartphone.

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  3. genova68 schreibt:

    Eine tolle Sache, dieses Smartphone. Mit meinen Wurstfingern leider nicht bedienbar.

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  4. hANNES wURST schreibt:

    Smartphones sind grundsätzlich von Chinesen für Chinesen konstruiert. Für den Deutschen gibt es den guten alten Nokia Knochen.

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  5. Jakobiner schreibt:

    „Da wünscht man sich einen Suharto als deutschen Kanzler.“ Als ehemaliger Sinologiestudent meine ich da: O weh, jetzt wird´s aber schon ein wenig genozidial, obwohl bis heute unklar ist, ob Suharto die Chinesen in Indonesien in den 60er Jahren millionenfach umbrachte, weil er sie für Kommunisten, judenähnliche Händler oder gottlose, unislamische Atheisten hielt.Egal, wenn heute Bonanza wieder gezeigt würde, wäre Hops Sing der Besitzer der Ponderosa und Hoß Cartright der neue Sternekoch.

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  6. Linker, der es noch sein will schreibt:

    Man tausche im obigen Text „Chinesen“ mit „Juden“.
    Dann wird Genovas kranke Obsession deutlich.

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  7. hANNES wURST schreibt:

    Noch deutlicher wird es, wenn man „Chinesen“ mit „Babykätzchen“ tauscht. Die FAZ ließt sich dann ungefähr so: „Bis zu vier Wohnungen würde es gerne erwerben, ließ ein Babykätzchen das Immobilienunternehmen Berlin Property Services wissen.“ Das muss man sich mal vorstellen, jetzt kaufen schon Babykätzchen den Berlinern den Wohnraum weg.

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