Ihre grössten Erfolge

Regula Lüscher war bis zum Regierungswechsel in Berlin Senatsbaudirektorin. Vor drei Wochen gab sie dem Schweizer Tagesanzeiger ein Interview und bilanzierte ihre Amtszeit. Zu ihren größten Erfolgen befragt, sagte sie:

Ich habe im grössten Stadtentwicklungsgebiet, das ich verantworte, am Hauptbahnhof, vor dem Regierungswechsel noch alle Bebauungspläne durchs Parlament gebracht, als abgeschlossenes Paket. Ich konnte zum Ende der Legislatur also alles beenden, was ich mir vorgenommen hatte.

Am Hauptbahnhof entsteht derzeit ein neues Stadtviertel mit dem so bezeichnenden wie dämlichen Namen „Europacity, wie es langweiliger und profitorientierter nicht sein könnte. Büros, Hotels und teure Wohnungen in banaler, neureicher Architektur, sonst nichts. Dass Lüscher das als einen ihrer drei „größten Erfolge“ herausstreicht, ist bezeichnend für Berlin. Warum kommt aus der architektonisch bemerkenswerten Schweiz ausgerechnet die offensichtlich schlechteste Architektin in die preußische Wüste? Steckt eine Veschwörung dahinter? Wurde die Frau outgesourct?

Die obige Verlinkung zeigt auch den Hardcore-Pfusch, den diese Frau ebenfalls zu verantworten hat. Der Verdacht des Outsourcens von Lüscher nach Deutschland erhärtet sich angesichts solcher Bilder, aufgenommen in der Europacity:

img_3265Dieses Bild macht immer wieder aufs Neue fassungslos. Ein Granitblock, der eine tragende Funktion suggerieren soll, dann aber kurz vorm Boden abbricht. Postmoderne als Bauschlamperei. Besser noch: Das darunterliegene Wassergitter verunmöglicht die Möglichkeit des Stützens. Der Granitblock bricht übrigens ab, weil er der seriellen Norm entspricht, die leichte Bodenunebenheiten nunmal nicht toleriert. Schöne neue Welt.

Diese Tante scheint auf das neue Stadtviertel allen Ernstes Stolz zu sein. Es ist eine Kampfansage an die soziale Stadt, an ästhetisches Empfinden, also an das, was man hier objektiv braucht. Sie schleicht sich nicht etwa in Sack und Asche aus Berlin, sondern betont dieses Schrottviertel auch noch als Erfolg.

Ein abgeschlossenes Paket im Städtebau ist übrigens selten Garant für gute Architektur und guten Städtebau. Work in progress ist ein gutes Mittel, Mittelmaß zu verhindern. Aber das checkt Lüscher nicht. Wie kommt so jemand zu solch einem Posten?

Im Interview sagt sie:

Einer Schweizer Architektin eilt zudem typischerweise ein gewisses Renommee voraus.

Was offenbar nicht immer gerechtfertigt ist. Als Schweizer Architektin hätte sie die Schweizer Ablehnung historisierender Architektur in Berlin einbringen können. War wohl nix. Warum gibt es in Berlin eigentlich einen Senatsbaudirektor und einen Stadtentwicklungsdirektor? Sprechen die sich ab?

Zu alldem passt vielleicht ins Bild, das der Tagesanzeiger von ihr gedruckt hat: Typ strenge Oberstudienrätin, bei der lustigerweise ihre strenge Köprerhaltung dazu führt, das sich ihr Strickjäcklein so weit öffnet, dass man sich fragt, ob sich unter der Bluse Sehenswertes verbirgt.

Wäre ja immerhin eine Qualität.

(Foto: genova 2015)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Architektur, Berlin, Deutschland, Gesellschaft, Städte abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s