Don Alphonso, die FAZ und die extremistischen Zirkel

Andrej Holm soll Staatssekretär für Wohnen in Berlin werden. Das hat die Linke vorgeschlagen. Holm ist ein profunder Kenner der Berliner Wohnungsszene, seit über zwei Jahrzehnten in der diesbezüglichen linken Szene aktiv und hat einige Ideen im Köcher, um dem Spekulantentum das Leben schwerer und allen anderen selbiges einfacher zu machen. Den Kritikern Holms, die sich jetzt zu Wort melden, sollte man ganz klar entgegnen, dass angesichts der realen Gentrifizierungspolitik ein radikal linkes Gegensteuern absolut sinnvoll und nötig ist. Was sich von Holms Ideen umsetzen lässt, steht in den Sternen. Vorsorglich hat er die Berlinerinnen und Berliner schon mal aufgefordert, weiterhin für preiswerte Mieten auf die Straße zu gehen, also Druck von unten auf ihn zu machen. Ein passables politisches Konzept.

Gut möglich, dass Holm scheitert, als Tropfen auf dem heißen Stein endet. Leider sitzt mit Holm, wird er ernannt, nur ein sogenannter Linksextremist in der Regierung und das ist zu wenig. Wie auch immer: Man kann anerkennen, dass die Besetzung ein Schritt in die richtige Richtung ist.

Bemerkenswert – oder auch nicht – ist, was der FAZ-Blogger „Don Alphonso“ dazu schreibt:

Holm gilt als entschiedener Gentrifizierungsgegner, befürwortet das Einfrieren von Mietpreisen, massive staatliche Bauprogramme und die Bekämpfung von Spekulanten. Es erscheint mir als eine Mischung aus Rezepten der autonomen Szene und dem, was man früher vielleicht als “Errungenschaft des Sozialismus” bezeichnet hätte. Wie man heutzutage Wohnungen, deren Kosten bei 3000 Euro pro Quadratmeter liegt, bei gleichzeitig stagnierenden Mieten finanzieren soll, ist eine realpolitische Frage, mit der sich Holm bislang nicht herumschlagen musste. Statt dessen schrieb er freundlich über Forderungen, Ferienwohnungen zu beschlagnahmen. In meinen Augen ist dieser Kampf gegen die Gentrifizierung ein verkleideter Sozialismus, mit einem klaren Feindbild, dem Vermieter und Spekulanten, dem der Staat das Handwerk legen sollte…

Es gibt ein gewisses Klientel, das tatsächlich glaubt, geringes Einkommen und wenig Leistung berechtige zum Dasein in 90m²-Wohnungen in Mitte, aus denen man DDR-Familien nach Lichtenberg verdrängte, wo sie heute AfD wählen. Das ist aber innerhalb der BRD nur eine vergleichsweise kleine Blase. Bei uns auf dem Land wäre das ein Vulgärsozialismus auf Kosten der Allgemeinheit, die für die Versorgung mit billigem Wohnraum entweder durch Steuern oder mit langfristiger Verschuldung zu zahlen hat – und das für einen Personenkreis, der später oft genug als Fehlbeleger günstigen Wohnraum blockiert. Bei uns ist, unabhängig von der politischen Ausrichtung, die Erkenntnis weit verbreitet, dass man Kosten erst einmal erwirtschaften muss.

Holm will etwas gegen die Mietenexplosionen unternehmen und ist laut Alfons einer derer mit

„extremistischen Einstellungen und Verhaltenweisen, die von Gruppierungen wie der Linken jetzt in Amt und Würden gebracht werden.“

Ich habe keine Lust, den Alfonschen Blödsinn auseinanderzunehmen, es ist zu offensichtlich und in diesem Blog ist zum Thema Gentrifzierung auch schon viel geschrieben worden. Was soll man jemandem entgegnen, der Regen für Sonne hält? Es hat etwas Verschwörungstheoretisches. Das Wort „postfaktisch“ trifft hier wohl zu. Alfons hat keine Ahnung vom Berliner Baugeschehen, keine Ahnung von Mietpreisentwicklungen, von der strukturellen Gewalt der Gentrizierung, von Verwertung inklusive Ausbeutung, von Arbeit und von Ökonomie überhaupt, aber Hass auf alles, was in seiner hinterbayrischen Provinzlerwelt nicht vorstellbar ist. Kritik an Wohnungsspekulantentum in Berlin gehört offenbar dazu. Vielleicht ist es das schlechte Gewissen, das ihn treibt.

Alfons ist einer der typischen Regressiven im Land, die sich bislang noch via Stilkunde und ellenlangem selbstzufriedendem Geblubber einen irgendwie liberalen Touch geben konnten, der allerdings schon immer blass war und nur der Distinktion diente. Jetzt, wo die Möglichkeiten der Machtübernahme scheinbar realer werden, lassen sie die Sau raus. AfD finden sie ja doch noch irgendwie blöd, zumindest offiziell, darauf will man sich nicht so richtig einlassen. Doch ahnt man beim Lesen dieser Ergüsse, wie der Speichel läuft.

Dass Alfons seinen Blogartikel über Holm, der 1970 in der DDR geboren wurde, an dessen Tätigkeit für die Stasi aufhängt: geschenkt, da als schlichte Diskriminierung angelegt. Vermutlich traut er seiner ökonomischen Analyse selbst nicht und setzt deshalb das Stasi-Vehikel in Bewegung.

Gleichzeitig präsentiert sich Alfons als Opfer der bösen Linksfaschisten, der arme.

Bemerkenswert ist eigentlich nur, dass die FAZ, die doch eine gewisse Reputation hat, so einen Hampelmann schreiben lässt. Wo auch immer man politisch steht, ein gewisses Niveau sollte denen in Frankfurt am Herzen liegen. Vielleicht schauen sie bei den Blogs nicht so genau hin. Dabei würde selbst die Lektüre der FAZ jenseits seines Blogs den Alfons zum Verstummen bringen. Junge Freiheit oder eigentümlich frei wäre eine passendere Blogheimat für ihn. Die Heimat der Sozialdarwinisten.

An einer Stelle lässt er dann doch deutlich aufblitzen, wes Geistes Kind der ist. Zur AfD meint er:

Das ist kein Rechtsruck. Es ist Abwehr einer ganz bestimmten Entwicklung linker Parteien, die heute durchsetzen, was vor 10 Jahren noch als absurde Forderung extremistischer Zirkel galt.

Auch „Hass auf Heimat und Tradition“ bedrohe den rechtschaffenen Bürger. Das würde ein Höcke ebenfalls unterschreiben. Klar: Linksextremisten sind gerade dabei, die Macht an sich zu reißen, was auch sonst. Vor allem in Berlin. Die sind gegen Gentrifizierung! Da müssen wir dagegenhalten. Sonst ist Holm bald überall.

Von wem kommen eigentlich absurde Forderungen und wer sind die extremistischen Zirkel? Alles eine Frage der Perspektive. Man könnte auch fragen, wie es um die Geisteskultur eines Landes bestellt ist, in dem ein Don Alfons als Alpha-Blogger gilt.

Jedenfalls, wenn wir schon dabei sind: 1933 haben die Kameraden ähnlich argumentiert. Man wird sich doch noch wehren dürfen.

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14 Antworten zu Don Alphonso, die FAZ und die extremistischen Zirkel

  1. dame.von.welt schreibt:

    Eigentlich ist es geradezu niedlich, daß und wie sich die „Konservativen“ an Holm abarbeiten – denen muß der Arsch ja sowas von auf Grundeis gehe, daß sie übersehen, was ein (1) Staatssekretär so verändern kann. Nämlich wenig, der kann vielleicht ein paar Impulse setzen, wird aber die Gentrifizierung weder rückgängig machen noch aufhalten können.

    Mich freut die Nominierung von Andrej Holm im Hinblick auf die Berliner Linke – denen scheint inzwischen gedämmert zu sein, was für Katastrophenfehler sie im rot-roten Senat gemacht haben.

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  2. tikerscherk schreibt:

    Wenn jemand auf einen Posten in der Wohnungepolitik gehört, dann Holm.
    Die Bahauptung er sei Linksextremist ist lächrelich und unredlich. Sie haben ihn lange beobachtet und konnten ihm doch nichts anhängen.
    Man muss sich nur anschauen wer da krakeelt, dann weiß man auch warum.

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  3. genova68 schreibt:

    Holm könnte zumindest Diskussionen anstoßen. Wobei er erstmal erklären müsste, was er eigentlich will. „Berlin braucht hohe Steuern auf Spekulation mit Grundstücken“ lese ich gerade aktuell auf seinem Gentrification-Blog. Immerhin.

    Interessant ist, dass nach dem Alfons-Artikel in der FAZ, dass Tagesspiegel und Morgenpost die Stasi-Vorwürfe aufgreifen. „Berlin hat ein Stasi-Problem“ titelt der Tagesspiegel. Gut möglich, dass dem Kapital so jemand ein Dorn im Auge ist. Und sei es, weil die Aussicht auf Renditeschmälerung besteht.

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  4. genova68 schreibt:

    Thomas Fricke beschreibt im Spiegel die Entwicklung ganz gut: Die reale ökonomische Entwicklung der vergangenen 20 Jahre lässt sich nicht ernsthaft bestreiten. Dennoch kommt eine Reaktion dagegen von rechts, die die entgleisten Verhältnisse verschärfen will. Ob Trump, AfD oder die unzähligen Alfonse der Welt: Die Gewinner der neoliberalen Politik fordern die Verschärfung des Tempos. Der Hinweis an dieser Stelle auf Goebbels totalen Krieg funktioniert natürlich nicht als Gleichsetzung, aber als einer auf ähnliche Strukturen.

    Fricke:
    ———————
    Wenn wir heute in einer Welt leben, in der

    – eine historische Finanz- und Schuldenkrise der nächsten folgt,
    – Regierende wie Hampelmänner wirken, die sich von Finanzmärkten treiben lassen, und Banken mit Milliarden retten müssen, nachdem sie kurz zuvor noch penibel bei sozialen Ausgaben gekürzt haben,
    – es eine enorme Kluft zwischen Ultrareichen und denen gibt, die seit Jahrzehnten an Kaufkraft verlieren und sich von Job zu Job hangeln müssen,
    – Notenbanken wie irre Geld rausschießen müssen, um den realwirtschaftlichen Kollaps zu verhindern, weil sich Banken und andere Jongleure verzockt haben,
    – es zum guten ökonomischen Ton gehört, die Verlierer von globalisierungsbedingter Umstrukturierung oder Verlagerung mit „selber schuld“ zu bedenken (Motto: Ihr müsst ja nur auf Lohn verzichten),
    – wir bei uns mittlerweile einen Rekordbilliglohnsektor haben – ohne dass viele der Betroffenen offenbar selbst im Aufschwung große Chancen haben, dem zu entkommen,
    – und es den Regierungen trotz relativ hoher Steuereinnahmen an Geld zu mangeln scheint, um in die Zukunft ihrer Länder zu investieren,

    dann hat das nur vergleichsweise wenig mit Homo-Ehen, doppelten Staatsbürgerschaften und der (nervigen) Diktatur des politisch Korrekten zu tun. Dann liegt die Ursache für den Zustand der Welt eben nur sehr begrenzt im Liberal-Linksgrünen, sondern etwa dreieinhalb Jahrzehnte zurück – und eher auf der anderen Seite des Polit-Spektrums.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/cdu-csu-das-maerchen-von-linksgruen-a-1125059.html
    ————————–
    Fehlt nur die Erwähnung, dass die Links-grünen auf den ökonomischen Sektoren – und der ist nach wie vor der entscheidende – keine mehr sind oder nicht mehr das, was man einmal darunter verstand. Dieser Freispruch von Fricke ist zu kurz gedacht.

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  5. Jakobiner schreibt:

    Was will eigentlich die AfD im Wohnungsbau? So weit ich gehört habe, will sie den Wohnungsbesitz fördern, da sie behauptet, es sei am sozialsten, wenn die Leute keine Mietne zahlen müssen und man selbst eine teure Immobilie als Eigentum und Besitz hat.Eigentlich ein Programm nur für die obere Mittelschicht..Lehnt sie sozialen Wohnungsbau ab? Zumindestens scheint sie für eine Klientel zu sprechen, die sich den Kauf vom eigenen Heim zu leisten meinen kann.Das dürften aber nicht mehr als 20-30% der Bevölkerung sein und der Rest schaut in die Röhre.

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  6. genova68 schreibt:

    In Berlin wollten sie im Wahlkampf die kommunalen Wohnungen komplett verkaufen, wenn ich das recht verstanden habe. Das läuft über den argumentativen Trick, dass Wohneigentum das sozialste sei, wie du richtig vermutest. Theoretisch könnte man festlegen, dass die kommunalen Wohnungen günstig verkauft werden und Weiterverkäufe unter denselben Bedingungen stattfinden müssen. Aber es wäre absurd, der AfD da irgendeine soziale Kompetenz zu unterstellen. Es läuft bei denen vermutlich eher ideologisch in Richtung eigene Scholle.

    Die AfD besetzt ja nur ideologisch für sie interessante Themen. Insofern ist Wohnungsbaupolitik nicht ernsthaft ein Thema, wie überhaupt Wirtschaftspolitik für die nur interessant ist, wenn man daraus irgendwas feindbildmäßiges zusammenbasteln kann, also gegen den Euro, gegen Brüssel etc. Ich sehe bei denen niemanden, dem man auch nur ansatzweise Kompetenz zubilligen könnte. Das Aushängeschild Meuthen scheint ein kompletter Flachbrenner zu sein. Aber das trifft ja für viele etablierte deutsche Volkswirte zu.

    —————

    Der Berliner Fraktionschef der SPD, Raed Saleh, sagt im Interview mit dem Tagesspiegel erstaunlich deutlich:

    „Die soziale Marktwirtschaft erlaubt inzwischen Wucher und Gier, viele der Profiteure zahlen nicht mal Steuern in Deutschland. Ein Beispiel: Das Mietrecht funktioniert nicht, es muss geändert werden. Wenn ein Haus abbezahlt ist und keine großen Schäden zu beheben sind, gibt es keinen Grund für eine Mieterhöhung. Wir müssen Höchstrenditen für Immobilien beschließen, damit der Gier eine Grenze gesetzt wird.“

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/berlins-spd-fraktionschef-raed-saleh-ich-will-den-aelteren-weissen-afd-waehler-zurueckholen/14961536.html

    Wenn er „soziale Marktwirtschaft“ durch „Kapitalismus“ ersetzen würde und deutlich machen, dass man mit Wohnungen nur dann Profit machen sollte, wenn die Bedingungen für preisgünstigen Wohungsbau verbessert werden, käme er der Sache noch näher. Aber dann wäre er nicht in der Partei, in der er ist. Und da er seit Ewigkeiten in der SPD aktiv ist, ist er natürlich Täter, was seine Aussagen extrem relativiert.

    Immerhin könnte man solche Kameraden bei Bedarf an das Gesagte erinnern.

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  7. Jakobiner schreibt:

    Wenn die AfD sozial schwache Bevölkerungsschichten zu Wohnungseigentümern machen wollte, ginge dies wahrscheinlich kapitalistisch nur ala USA über subprime-Kredite und würde eine deutsche Finanzkrise heraufbeschwören.Höchstrenditen für Immobilien, sozialen Wohnungsbau will sie ja anscheinend nicht. Viellicht fördern sie ja dann wieder die Schrebergartenbewegung, wenn wir schon bei Schollenideologie sind.

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  8. genova68 schreibt:

    In einem Faltblatt – das Parteiprogramm in Kürze offenbar – schreibt die AfD zum Thema exakt folgendes:

    „Wohnungspolitik: Baurecht vereinfachen, Wohnraum schaffen“

    https://www.alternativefuer.de/wp-content/uploads/sites/7/2016/06/AfD_Faltblatt_Wahlprogr_RL.pdf

    Der Vorsitzende der AfD im Kölner Rat sagt zum Thema:

    „Die Mietpreisbremse ist gut gemeint, also das Gegenteil von gut: Sie verhindert dringend nötige Investitionen in neuen Wohnraum.“

    https://afd.nrw/partei/fachpolitische-sprecher/bau-und-wohnungspolitischer-sprecher/

    Wohnraum schaffen klingt gut, höhö. Und „dringend nötige Investitionen“ ist auch ein Dauerbrenner. Da sie den Markt eher ausweiten, kann man sich vorstellen, wo das hinführt.

    Das Thema hat für die AfD keine Relevanz.

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  9. genova68 schreibt:

    Ein ganz guter Kommentar zum Thema Holm im neuen deutschland:

    „Hauptsache, es gibt einen Hebel, mit dem man ein bisschen an Rot-Rot-Grün in Berlin herumkippeln kann. Denn darum geht es eigentlich: um eine politische Konstellation, in der sich womöglich etwas zum Sozialeren wenden könnte und in der die abgewirtschaftete Hauptstadt-CDU nichts mehr zu sagen hat.

    Leuten wie jenem »FAZ«-Blogger, in dessen Augen der »Kampf gegen die Gentrifizierung ein verkleideter Sozialismus« ist, müssen da natürlich alle Haare zu Berge stehen. Für den »Welt«-Kommentator droht wegen Rot-Rot-Grün sogar »die dritte Zerstörung der Stadt« – was immer seiner Meinung auch die beiden Vorläufer waren.

    Jetzt fehlt eigentlich nur noch das uralte CDU-Plakat mit der schrillen Warnung »Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau«. Es würde das Niveau der gegenwärtigen Auseinandersetzung immerhin spürbar anheben.“

    https://www.neues-deutschland.de/artikel/1035098.lebenslaenglich-linksradikaler.html

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  10. besucher schreibt:

    Die Schnappatmung des sonst so ultracoolen, abgefeimten Poschardt in seinem WELT-„Kommentar“ hat mir ein fettes Grinsen ins gesicht gezaubert.

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  11. genova68 schreibt:

    Die Falschangabe besteht offenbar darin, dass er sich selbst nicht als Hauptamtlicher der Stasi sah, sondern als Azubi. Ich habe eher den Eindruck, der Reaktion in diesem Land kommt der Fall sehr recht, man kann der Versuchung nicht widerstehen, daraus politisches Kapital zu schlagen. Ich sehe einen Menschen, der mit 14 im Beisein seiner Eltern eine Stasi-Erklärung unterschrieben hat. Das hat schon das Format von Kindersoldaten. Auch die kriegen eine zweite Chance.

    Und zur Verteidigung von Holm kann man sagen: Er hat sich seit 1990 hervorragend entwickelt: Stramm links, belesen und interessante Konzepte für den Wohnungssektor ausgearbeitet. In einem progressiven Staat würde dem Mann eine Medaille verliehen.

    Zurückversetzt in historische Auseinandersetzungen, Bauernkriege und ähnliches, wo es ein wenig rustikaler zuging als heute, könnte man sagen: Schade, dass der Holm aus seinem Wachregiment keine Waffen mitgenommen hat. Dann könnte er jetzt die Investoren über den Haufen schießen.

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  12. philgeland schreibt:

    Dass Holm als „Tropfen auf dem heißen Stein“ verdampfte, wissen wir ja nun. Und was der heiße Stein ist, dürfte auch jedem klar sein. Der von Ihnen in einem anderen Post erwähnte SPD´ler ist es natürlich nicht, er ist nur ein Symptom. „Handlanger“ wäre auch ein passendes Wort, aber lassen wir das …

    Was „Don Alphonso“ angeht: ein Schwafler ist ein Schwafler, mag er auch noch so talentiert und in freskenhafter Sprache daherkommen.

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  13. genova68 schreibt:

    Ein egozentrischer Schwafler, ja, so kann man das sicher sagen.

    Politiker als Handlanger: Sicher, alles ist systemisch. Aber es gibt auch Eigenverantwortung. Das gleiche gilt für diese sogenannten Investoren. Die erzählen ganz offen, wie sie die Stadt zerstören, können sich aber nach wie vor frei in ihre bewegen, ohne Gefährdung ihrer Person. Man könnte das auch als miserablen Zustand der Zivilgesellschaft deuten.

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