Jebsen verplappert sich mal wieder

Ganz nett zu sehen, wie der Egozentriker Ken Jebsen einmal mehr nicht an sich halten kann. Direkt nach Bekanntgabe der US-Wahlergebnisse („Das, was ich zu sagen habe, das muss wirklich raus, das kann nicht warten!“) ist er übereuphorisch, dass Trump es geschafft hat. Nach einer, nun ja, Analyse der Berichterstattung der deutschen Medien über die Wahl rät er den deutschen Politikern, die Koffer zu packen und „abzuhauen“. Auch den deutschen Journalisten, die über Trump kritisch berichtet haben, sollte es jetzt an den Kragen gehen:

„Ihr habt euch jetzt gegen den mächtigsten Mann der Welt positioniert, dass, wenn der jetzt ins Amt kommt, der schickt doch jetzt erstmal, wenn er ein neues Land besucht, seine Kollegen vom Secret Service rein und fragt: ´Checkt doch mal, wer im Vorfeld über mich berichtet hat und wie die berichtet haben`, und dann seht Ihr alle echt scheiße aus … Das gilt ja nicht nur für die Presse, das gilt ja auch für die Bundespressekonferenz. […] Wenn ich der amerikanische Präsident wäre … ich würde meine Jungs anweisen, ich würde mir mal die Namen kommen lassen, wer war das, und dann würde ich das einfach mal abarbeiten […]

Eine nette und eigentlich unverhohlene Äußerung, wie Politik nach Meinung von Jebsen funktionieren sollte: Ausschaltung kritischer Journalisten. Vielleicht mittels Drohnen? Erdogan und Putin als Vorbild. Vielleicht auch Nordkorea. Jedenfalls eine lupenreine Dikatur.

Die komplette Irrationalität von Demagogen vom Schlage eines Jebsen zeigt sich im Video unmittelbar danach: Jebsen, der die deutsche Regierung gerne des Vasallentums gegenüber den Amis bezichtigt, wirft Merkel nun vor, dass sie Bedingungen zur Zusammenarbeit mit Trump nannte. Eigentlich müsste er Merkel nun loben, stattdessen passiert das Gegenteil. Es ist ja der große Führer Trump, das neue Idol, über das Merkel sich kritisch äußert. Trump sei nun der Vertreter „der ältesten Demokratie“, er ist in einer „dynamischen Demokratie“ als „Befreiungsschlag“ gewählt worden. Dieser Befreiungsschlag gelinge uns jetzt auch. Was nichts anderes als eine Wahlempfehlung für die AfD ist.

Hätte Clinton gewonnen, wären die USA vermutlich weiterhin das Böse schlechthin.

Lustig auch, dass Donald Trump laut Jebsen „uns den Auftrag erteilt“ hat, „gegen das Establishment zu wählen“. Folgerichtig ruft Jebsen dazu auf, Dieter Bohlen zu wählen. Vor einer Weile meinte er noch, er wähle gar nicht. Gar nicht oder Dieter Bohlen. Auch Blödheit kann über sich hinauswachsen.

Nebenbei erfahren wir noch, dass das Internet geschaffen wurde, „um uns zu überwachen“. Aha.

Man könnte den Eindruck bekommen, dass Jebsens Auftritt in diesem Video repräsentativ für Rechtsradikale und Demagogen und rechtsradikale Demagogen in der nahen Zukunft ist. Leute, die sich nun im Aufwind fühlen, weil einer nach oben gekommen ist, den sie als ihren Führer akzeptieren. Man ahnt leise, wie es ist, wenn der Pöbel wieder das Sagen hat. Alleine das Detail, dass Trump sich eindeutig für die Legalisierung von staatlicher Folter ausgesprochen hat, könnte dem Friedensfreund Jebsen zu denken geben. Wenn er mit Frieden irgendetwas am Hut hätte.

Man könnte auch zu dem Schluss kommen, dass eine Bevölkerung für eine Demokratie nicht reif ist, wenn sie Trump oder AfD wählt oder Leute wie Jebsen als ernstzunehmende Journalisten begreift. Vielleicht wäre eine qualifizierte Elite dann das beste. Dumm nur, dass man sich nicht auf deren Zusammensetzung einigen könnte.

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18 Antworten zu Jebsen verplappert sich mal wieder

  1. genova68 schreibt:

    Na, das ist ja nett, dass der Kamerad mal eins auf den Deckel bekommt. In dem Urteil ging es wohl darum, was ursächlich für den Rauswurf von Jebsen verantwortlich war. Nun gehen die antisemitischen Äußerungen Jebsen dem Rauswurf einfach zeitlich voraus. Es ging konkret bei seinem Rauswurf wohl um Verschwörungstheorien oder einfach um untragbaren Blödsinn.

    Es ist, ganz generell, immer wieder interessant, dass Antisemiten und Rechte nicht einfach zu ihrem Antisemitismus und zu ihrem Rechtssein stehen können. Es zeigt einmal mehr das Waschlappenverhalten der Rechten: Immer sind sie am heulen, wie ungerecht sie behandelt werden, dass sie gerade ausgelöscht und umgevolkt werden. Das ständige Anrufen von Gerichten wegen Meinungsäußerungen ist Teil des Waschlappenverhaltens. Man spürt formlich Jebsens Hass, wenn er seine Anwälte losschickt. Du hast bei dir, liebe dame, ja kürzlich ein Statement von Jebsen veröffentlicht (Interview irgendwo?), wo er mit seinem juristischen Aufwand prahlt.

    Mir tun seine Kinder leid, genauso wie mir übrigens der zehnjährige Sohn von Trump leid tut, der, in einen Anzug mit Krawatte gezwängt (!), sich von seinem Vater umarmen lassen muss, obwohl er erkennbar keinen Bock darauf hat (Foto in der Süddeutschen). Der Sohn wird sich mächtig anstrengen müssen, um nicht so widerlich zu werden wie sein Vater. Hat er überhaupt eine Chance? Müsste nicht das Jugendamt eingreifen?

    https://www.google.de/search?q=trump+sohn&biw=1041&bih=659&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjM74SZhKPQAhVBaxQKHc7EBMMQ_AUIBigB#tbm=isch&q=trump+sohn+barron

    Als Nachtrag zum Artikel: Trump meinte ja auch sinngemäß, dass Atomwaffen dazu seien, eingesetzt zu werden. Auch das ist kein Problem für den Friedensfreund Jebsen. Man muss sein das einmal vorstellen: Die kümmerlichen Reste der Friedensbewegung überlegen sich immer wieder allen Ernstes, diesen Typen als Gallionsfigur vor den Karren zu spannen.

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  2. Pingback: Den Finger am Abzug, die Todesliste aufgesetzt -die feuchten Träume des Ken Jebsen | Erinnerung! – Gegen politische Verwahrlosung

  3. dame.von.welt schreibt:

    In dem Urteil ging es wohl darum, was ursächlich für den Rauswurf von Jebsen verantwortlich war.

    Nein, in dem Urteil ging es darum, was über Jebsen geschrieben werden darf. Gerichte sprechen Urteile, nicht Wahrheiten.

    Nun gehen die antisemitischen Äußerungen Jebsen dem Rauswurf einfach zeitlich voraus.

    Aus meiner Sicht nochmal nein. Antisemitische Äußerungen kann ich der von Broder skandalisierten Hörer-Email nicht wirklich entnehmen (sondern mißverständlich-schlampige Formulierungen und heftige Legasthenie) und andere Antisemitismen wären mir aus Jebsens rbb-Zeiten nicht bekannt – die KenFM-Volksrede über den ‚Zionistischen Rassismus‘ fand etwa ein halbes Jahr nach Jebsens Rauswurf aus dem rbb statt. Ich hoffe, ich bin vom Verdacht der Jebsen-Sympathien frei – aus meiner Sicht war sein Rauswurf aus dem rbb unfair und die Argumentation der taz vor Gericht stand faktenwise auf ziemlich wackligen Beinen.

    Es ist, ganz generell, immer wieder interessant, dass Antisemiten und Rechte nicht einfach zu ihrem Antisemitismus und zu ihrem Rechtssein stehen können.

    Zumal weder Antisemitismus noch Rechtssein Straftatbestände sind.
    Im Gegensatz dazu wird aber von Antisemiten und Rechten fleißig versucht, ihre öffentliche Bespiegelung als Antisemiten und Rechte zum Straftatbestand zu erklären und sie finden Gerichte, die sie darin auch noch bereitwillig unterstützen.

    Weswegen ich mich über das taz-Urteil ebenso freue wie über das für die Antilopengang und schon sehr gespannt bin auf das ausstehende des Bundesverfassungsgerichtes in Sachen Ditfurth vs Elsässer.

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  4. genova68 schreibt:

    Broder hatte Jebsen des Antisemitismus bezichtigt, daraufhin wurden vom RBB bei Jebsens Sendung Verschwörungstheorien und anderer Blödsinn gefunden, er wurde abgemahnt, durfte aber weiter machen, machte mit Blödsinn weiter, flog raus. Der Streit gegen die taz ging darum, inwieweit der behauptete Antisemitismus ursächlich für den Rauswurf war. Natürlich ist das, was die taz schrieb, grenzwertig, denn sie bringt den behaupteten Antisemitismus Jebsens in Verbindung mit dem Rauswurf, was zwar nicht falsch, aber auch nicht richtig ist.

    Ob das von Broder Veröffentlichte antisemitisch war oder nur peinlich, tja, keine Ahnung. Wie du schreibst, die Rechtschreibung ist so absurd, da kann man keinen Sinn mehr erkennen. Interessant, so nebenbei, dass jemand, der sehr gut reden kann, nicht schreiben kann. Wie geht das zusammen? Da gibt es doch sicher interessante Theorien.

    Jebsen ist eigentlich ein unpolitischer Mensch, der will nur im Scheinwerferlicht stehen, auf Bühnen. Ob comedy oder Politik oder Pfarrer, ist egal. Das Thema Frieden, das er sich ausgesucht hat, ist pr-mäßig nicht schlecht. Wer für den Frieden ist, kann nicht schlecht sein.

    Broder ist Jebsen übrigens ziemlich ähnlich: Beide sind Rechtspopulisten, Demagogen, Narzisten und vor allem unseriös. Beide spielen in der gleichen Liga, die Inhalte sind austauschbar. Broder könnte auch Antisemit sein und Jebsen Philosemit. Würden die zusammen eine Sendung machen, die bekämen hervorragende Quoten.

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  5. Nazienkel schreibt:

    Diese Nachricht von Kennie, hier nur ein Teil, sehe ich auf jeden Fall antisemitisch konnotiert. Hier der Teil über Juden und ihre ‚Führer‘.

    „was ist das grösste problem der juden ? ihre führer. also wie in der restwelt auch. henry kissinger selber jude hat für juden überhaupt nichts übrig. er hat selber gesagt als er von russischen juden gebeten wurde ihre ausreise nach israel zu ermöglichen , das für ihn zitat “ eine vergasung der russischen juden höstens ein ökonomisches problem sei “

    sie brauchen mir keine holocaus informatinen zukommen lassen. ich habe mehr als sie. ich weis wer den holocaust als PR erfunden hat. der neffe freuds. bernays. in seinem buch propaganda schrieb er wie man solche kampagnen durchführt. goebbels hat das gelesen und umgesetzt. ich weis wer die rassendatten im NS reich möglich gemacht hat. IBM mit hollerithmachinen. ich weis wer wärend des gesamten krieges deutschland mit bombersprit versorgt hat.standartoil also rockefeller.“

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  6. genova68 schreibt:

    Ist ja wirklich krass, wie der schreibt. Vielleicht ist das ein Grund für sein Verhalten: Sein Quasi-Analfabetismus, der ihm sicher schon oft auf die Füße gefallen ist. Daraus entwickelte sich sein Redefluss, mit dem ihm alles gelingen muss. Schriftlich geht es ja nicht.

    Was sind denn rassendatten? Rassendebatten? Rasendatteln? Rassistische Datteln?

    Ist der erste Absatz (Juden und Führer) auch aus der von Broder veröffentlichten Mail? Sicher ist das antisemitisch konnotiert. Alleine der Hang, ständig irgendwas von Juden zu erzählen.

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  7. Über dieses Video von Ken Jebsen haben wir uns ebenfalls sehr gewundert. Die vermeintliche Drohung gegen Trump-kritische Journalisten scheint noch eher ironisch gemeint zu sein, da die Massenmedien ja bisher immer US-loyal waren, sich aber hinter Clinton gestellt hatten. Jetzt sind sie in der Zwickmühle, ob sie weiterhin Trump-kritisch oder US-loyal sein sollen, da beides zusammen schlecht geht.

    Der eigentliche Knackpunkt ist Jebsens Freude über Trumps Wahlsieg. Bisher hatte er sich immer gegen Rechtspopulisten wie Jürgen Elsässer, Pegida und die AfD gestellt. Wieso ist also jetzt auf einmal für Trump? Die Massenmedien, welche man ja durchaus kritisch sehen kann, hatten keineswegs Unrecht, als sie Trump als Sexisten und Rassisten bezeichneten.

    Des Weiteren sollte gerade einem kritisch denken Menschen wie Jebsen klar sein, dass ein Milliardär wie Donald Trump ebenso zum Establishment gehört, wie Hillary Clinton. Der Typ ist doch kein Volkstribun, weil sein Auftreten so unflätig ist, wie das mancher Gossenkids. Trump ist ein Hochgradfreimaurer und wird als solcher niemals der herrschenden Elite in die Suppe spucken. Er mag ein schwer zu kontrollierender Egomane sein, aber er weiß sehr wohl, wo die Grenzen seiner eigenen Macht liegen. Das beweist schon die Wahl seines zukünftigen Finanzministers, welcher aus dem Hause Goldman-Sucks stammt.

    Was Ken Jebsen da abgeliefert hat, ist wieder mal ein Schnellschuss, ohne zu recherchieren und nachzudenken. Das wird ihm hoffentlich noch leidtun, denn im Team von KenFM gibt es noch andere Journalisten, denen etwas mehr an ihrem guten Ruf liegt.

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  8. genova68 schreibt:

    Ich halte es für einen Fehlschluss, Jebsen als kritisch denkenden Menschen zu bezeichnen. Er denkt ressentimentgeladen, das ist etwas anderes. Und dass er sich gegen Elsässer stellt, widerspricht seiner jahrelangen Zusammenarbeit mit ihm. Ich würde eher sagen, dass sie ihm derzeit strategisch nicht ins Konzept passt, sonst müsste er mit Teilen dieser Friedensbewegung Schluss machen.

    Ironie: Sicher kann man das so sehen, allerdings halte ich das komplette Konzept von Jebsen für ironieunfähig. Das ist so wie bei der Bildzeitung. Ironie funktioniert da nicht. Jebsen kann ja nicht ernsthaft behaupten, dass Trump nicht zum Establishment gehöre und müsste kritische Berichterstattung über ihn eigentlich loben. Jebsens Hinweis auf Dieter Bohlen passt da rein: Hauptsache, seine Lieblingsfeinde werden zerstört, egal von wem, egal, was dann kommt. Es geht um Egobefriedigung. Jebsen hat jahrelang aufs System gesetzt, ist bei den ÖR hochgekommen. Als die ihn schassten, begann sein Rachefeldzug.

    In extremerer Form ist das bei dem Rechtsradikalen Michael Vogt zu besichtigen: Jahrelang war der Dozent an der Uni Leipzig, dann wurden seine rechtsradikalen Verstrickungen öffentlich, er flog raus. Dann begann er, in Internet-TV-Stationen Rechte und Verschwörungstheoretiker und wildeste Esoteriker zu promoten. Es geht da meines Erachtens nur darum, zu zerstören, was ihn zerstört hat. Es geht um keinerlei Alternative, was denn kommen soll. Und es geht vermutlich auch ums Geld machen.

    Vielleicht könnte man das Verhalten als vollendeten Nihilismus beschreiben.

    Wenn ich allerdings irgendwas von Freimaurern lese und mir diese zombieproductionsseite anschaue, frage ich mich auch, was da Ironie ist, oder doch eher Realsatire.

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  9. Nazienkel schreibt:

    Zombiewoodprotection: Dein Versuch, den Antisemiten Jebsen als ‚kritisch Denkens‘ zu verkaufen, ist irgendwie lächerlich. Jebsen unterstützt Rechtspopulisten, redet selbst von ‚Migrationswaffen‘ und äußert sich immer wieder menschenverachtend. Er hat auch kein Problem damit rechte Veranstaltungen wie wir sind Deutschland aufzusuchen.

    Wenn Du auf kreidefressenden Wölfe stehst – Dein Ding. Aber verschone uns mit dem Fantalk.

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  10. Jakobiner schreibt:

    Jebsen stellt sich gegen Elsässer und ist für Trump. Nun: Elsässer ist inzwischen auch für Trump und gegen „Killary“Clinton. Vielleicht finden ja beide wieder zusammen.Solche Kurswechsel sollen ja bei Querfrontlern häufiger vorkommen.

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  11. genova68 schreibt:

    Jebsen redet von Migrationswaffen? Echt? :-) Irgendwie muss ich immer grinsen, wenn ich den Typen sehe. You Tube bietet einem ja auf der Startseite Videos von Leuten an, die man mal geguckt hat. Manchmal ist auch was von Jebsen dabei. Auch das still oben im Artikel ist nett.

    Jakobiner,
    ja, denke ich auch: Jebsen und Elsässer könnten jederzeit wieder zusammenarbeiten, das ist alles nur eine Frage der Taktik.

    Interessant auch das hier:

    Daniele Ganser bei der Verbrüderungsaktion mit durchgeknallten Verschwörungstheoretikern. Der Typ rechts beispielsweise glaubt an die Existenz von Aliens im Weißen Haus, ohne jede Ironie. Hat der Ganser nicht mal etwas Interessantes zu Gladio geschrieben? Etwas, das man durchaus Ernst nehmen musste? Und bewegt sich dann ganz offiziell in solchen Kreisen? Was geht in solchen Leuten vor? Glauben die tatsächlich an die kommende braune Revolution, dass sie dann einen wichtigen Posten bekommen?

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  12. dame.von.welt schreibt:

    @zombiewoodproductions
    … gerade einem kritisch denken Menschen wie Jebsen …

    Jebsen denkt nicht kritisch, der glaubt. Und wenn die Fakten nicht zu seinem Glauben passen, dann werden sie eben passend gemacht. Ähnlich verhält es sich mit dem Bild, das er sich von sich selbst und von seiner öffentlichen Rolle gemacht hat – wer darin nicht mit ihm übereinstimmt, wird von seinen Anwälten bedroht.

    Was Ken Jebsen da abgeliefert hat, ist wieder mal ein Schnellschuss, ohne zu recherchieren und nachzudenken. Das wird ihm hoffentlich noch leidtun …

    Neinein, der Jebsen entstellt sich immer mal wieder zur Kenntlichkeit. Das wird ihm mit ziemlicher Sicherheit später wieder leid tun und deswegen wird er auch in Zukunft gegen jede/n juristisch vorgehen, der seine Drohszenarien gegen Journalisten/Blogger als solche benennt oder sonstwie Schlüsse aus seinen x Entstellungen zur Kenntlichkeit zieht.

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  13. Karsten schreibt:

    Nazienkel zitierte Ken Jebsen am 13. November 2016 um 11:17
    „(…)
    sie brauchen mir keine holocaus informatinen zukommen lassen. ich habe mehr als sie. ich weis wer den holocaust als PR erfunden hat. (…)“
    ————————————————————————————————————————-
    Die Aussage ist vor allem historisch völlliger Blödsinn.

    Für den „Holocaust“, also dem industriell organisierten Massenmord an Juden oder z.b. an „unwertem Leben“, hatten die Nazis keine „PR“ betrieben.
    Zwar war kaum eines der Tausende von Lagern geheim, und der, für den NS-Staat konstitutiv wichtige Antisemitismus ist offensiv betrieben worden.

    Nicht jedoch die Mordaktionen!

    Diese sind auch innerhalb des NS-Apparates stets diskret mit diversen Tarnbezeichnungen versehen, als Geheimangelegenheit behandelt und der Bevölkerung gegenüber geleugnet worden. (Und Alt- und Neunazis leugnen das ja bis heute)
    Das ist das genaue Gegenteil von „PR“.

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  14. Jakobiner schreibt:

    „Hat der Ganser nicht mal etwas Interessantes zu Gladio geschrieben? Etwas, das man durchaus Ernst nehmen musste? Und bewegt sich dann ganz offiziell in solchen Kreisen?“

    Hat er, aber er wurde wahrscheinlich von vielen Verlagen und Medien geschnitten, so dass er bei den alternativen Medien und ihren verschwörungstheoretischen Adepten ein Ventil sucht, das zudem gute Auflage und Verkaufszahlen verspricht.Ganser hat mit Elsässer zusammen auch Wehrsportgruppen-Hoffmann interviewt. Das könnte man ihm noch als Recherche durchgehen lassen, ich habe mich aber damals auch schon gefragt, warum er den Elsässer zu solch einem Interview beötigt–es wäre ja auch ohne ihn gegangen.

    Im übrigen scheinen jene Leute, die glauben, dass Obama und viele Politiker außerirdische Reptilioiden sind, inzwischen recht häufig. Wir haben auch zwei dieser Vertreter in unserem Stammcafe.

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  15. koenigadolf schreibt:

    Verachtung ist das Gebot ! Ich sehe hierin waltet bereits eine wunderbare Mühe.

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  16. elhongo schreibt:

    @Jakobiner: Interessant ja, Ernst nehmen musste naja, von vielen Verlagen und Medien geschnitten LOL nichts könnte weniger zutreffen. Eine der bestverkauften deutschsprachigen Dissertationen aller Zeiten. 2008-2014 dreizehn Auflagen. Sarrazin hat in 2 Jahren 8 gehabt, das ist nur doppelt so gut. Ich weiß auch nicht, ob Sarrazin sich auch im Ausland verkauft; Ganser hab ich auf Englisch.

    http://ofv.ch/sachbuch/detail/natogeheimarmeen-in-europa/3193/
    „Daniele Ganser ist in seiner mehrjährigen Forschungsarbeit auf brisante Dokumente gestoßen“ würde ich nach oberflächlichem Drüberschauen bezweifeln. Viel Spekulation und Geraune, aber wenig was es nicht schon anderswo gegeben hat, und die „brisanten Dokumente“ sind vermutlich im Sortiment jeder Mittelstadtbibliothek vorhanden.

    Wenig Konkretes gerade bei so Schlüsseldingen wie Oktoberfest, wo er zwar paar Seiten lang Lembke auseinandernimmt, OK das ist gut, aber es ist auch seit den 1980ern Mindeststandard. Die Geschichte mit der körperlosen Hand fehlt hingegen, soweit ich sehe, allzu tief kann er also nicht recherchiert haben: sobald du beim Oktoberfestanschlag ein wenig gräbst, taucht diese Hand auf. Generell sind ohnehin ungefähr alle ungefähr immer willenlose Marionetten der CIA, was besonders im Fall Susurluk jede Möglichkeit einer tiefgehenden Analyse versaut. Die US-Dienste stehen in ideologischer Kontinuität des Nationalsozialismus, aber deutsche Neonazis sind Fakes. Wehrsportgruppe Hoffmann ist nicht so wichtig, die wahren Nazis sitzen jenseits des Atlantik.

    Das Mitrochin-Archiv ist vielleicht so der Goldstandard auf dem Gebiet, und beweist gleichzeitig, daß auch der größenwahnsinnigste Geheimdienst (man kann dem KGB vieles vorwerfen, aber nicht, klein gedacht zu haben) immer noch mit Wasser kocht, und tendenziell eben nicht die „best and brightest“ anwirbt, sondern in erster Linie eifrige, leicht zu beindruckende und nicht übermäßig intelligente Linientreue.

    Hätte Ganser die operative Psychologie hinter Gladio stärker herausgearbeitet, so wie Chris Andrew das für Mitrochin gemacht hat, wäre das Buch eventuell ein großer Wurf geworden. Aber ich glaube nicht, daß Ganser dazu in der Lage wäre – „Kapitalismus“ taucht im Schnitt einmal alle 100 Seiten in einem Nebensatz auf. So wird das nix mit der Kritik westlicher Geheimdienste, Daniele, wenn du dich das System das sie verteidigen noch nicht mal beim Namen zu nennen traust…

    Ich würd der Dissertation ne 2- geben, Ganser ist beflissen aber wenig innovativ und wenig eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten, und was es hat ist zu oft auf keinem besonders hohen Niveau. Halbwegs brauchbare Zusammenfassung der Literatur, wobei auffällig viele westliche Massenmedien zitiert werden (sind die nicht Teil eines abgefeimten Lügenapparats? Hm, Quellenkritik anyone?), aber sehr wenig substanzielle Weiterbearbeitung des Themas.

    An Ganser finde ich interessanter, daß er so ein typischer gutvernetzter stromlinienförmiger Karrierist ist. Der gesamte Habitus, Schweizer Jungelite. An die eidgenössische Militärhochschule lassen sie halt nicht jeden ungekämmten Proleten. Daß er nach rechts erratisch geht, sobald er erratisch geht, ist typisch. Noll & Bachmann beschreiben das spezifisch Schweizer Elitenmillieu in „Der kleine Machiavelli“ ganz unterhaltsam. Ganser war strenggenommen exakt das, was Rechte als „Systemling“ bezeichnen. Ein mittelmäßig begabter Apparatschik und Emporkömmling, der an einer „Elitehochschule“ über „Sicherheit“ forscht.

    Wie es dazu kam, daß er mit den Reichsflugscheiben herumhängt, weiß ich nicht genau. Es gab vor einiger Zeit etwas Stunk weil ihn die „Universität“ Witten-Herdecke richtig gern als Referenten wollte. Ansonsten ist er akademisch weitgehend bedeutungslos; irgendwelche Verbindungen laden den evtl ein, oder spezialisierte Privatissime-Seminare oder Graduiertenkollege, aber sein wissenschaftlicher Output ist zu dünn als daß sich der Streß lohnen würde. Wenn du als Wissenschaftler eingeladen werden willst, mußt du schon publizieren, deinen Arsch auf Fachkonferenzen begeben etc., Ganser hat seine Diss verkauft und ruht sich auf dem Geld aus, für die Geschichtsforschung ist der Mann Geschichte.

    Witten-Herdecke ist auch so ein interessantes Netzwerk. Ein Vorzeigeprojekt von Rüttgers/Pinkwart/Steinbrück im Zuge der schwarz-rot-gelben Durchneoliberalisierung der höheren Bildung. Jahrelang mit Steuergeldern am Leben gehaltene Pleite-„Hochschule“ wo du Homöopathen und Kreationisten als Lehrpersonal hast. Mittlerweile so was wie die akademische Kaderschmiede der deutschen Anthroposophie, Goetheaneum 2.0 aber architektonisch wesentlich uninspirierter. Irgendeine Anthropo-Connection hat Ganser dann wohl auch; bei einem Schweizer stellt sich die Frage, ob er die vor Witten hatte oder erst durch Witten bekam. In der (Deutsch)Schweiz ist die Anthroposophie noch am ehesten an ihrer ursprünglichen Form vertreten, also als eine rassistische, esoterische, initiatorische (Geheim)Sekte, Freimaurer sind ein Dackelzüchterverein dagegen. Auch wieder so eine Sache, warum hängt Ganser mit solchen Kreisen rum? Wäre der Mann authentisch, würde er sich von davon fernhalten.

    Insgesamt vermute ich bei ihm stark, daß es sich um so eine mediokre Kreatur völliger Beliebigkeit handelt, wie sie speziell der neoliberale Kapitalismus zu Millionen herandressiert. Marx hätte vielleicht gesagt: klassenvergessen. Daß er sich mit Reichsflugscheiben einläßt, wäre ihm dann egal; Kundschaft ist Kundschaft.

    Jebsen ist jedenfalls genau so einer: der Trash-Talker aus dem Unterhaltungsradio. Leichte Muse. Insofern paßt es. Ganser ist nicht ganz so egogestört wie Jebsen – aber es ist auch nicht einfach, da an diesen Vollgecken heranzukommen.

    Nebenbei, Jebsen ist ein gutes Beispiel für vollständige Integration. Der Münchner Amokläufer war auch schon fast so weit. Selbst so was spezifisches wie Judenhaß ist bei Ken ganz bieder, nazi und Jägerzaun, da ist nichts mehr mit Ayatollah Style Großer Satan Kleiner Satan.

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