Die Sozialdemokratin Lea Rosh über die AfD

„Uns ging es noch nie so gut wie heute.“

Sagt die Sozialdemokratin Lea Rosh in der Sendung Maischberger zur AfD-Politikerin Beatrix von Storch, gleich zu Beginn. Diese erwidert auf Roshs langen Kommentar, in dem dieser Satz fiel: „Interessant“. Sie grinst dabei leicht.

Man könnte das als eine Schlüsselstelle für den Erfolg der AfD betrachten. Eine Frau, die sich Sozialdemokratin nennt, sagt einen typischen Propagandasatz der herrschenden Klasse. Und alle, die vorm Fernseher sitzen und das Gefühl haben, sich nicht so gut zu fühlen, müssen sich belehren lassen. Storch weiß in diesem Moment genau, dass die AfD durch diese SPD-Tante weitere Stimmen gewonnen hat. Sie muss nichts weiter sagen.

Fünf Minuten später sagt die Westdeutsche Rosh:

„Wir haben ja allen Grund, uns über diese Einheit zu freuen, glücklich zu sein. Die Ostdeutschen sind von einer Diktatur befreit worden, sind in Wohlstand geführt worden … Sie leben wunderbar.“

Von wem geführt worden? Von der Führerin Lea Rosh? Man kommt bei diesem Geplapper aus dem Staunen nicht mehr heraus. Man muss hier wohl in der Tat von der Abgehobenheit der politischen Klasse reden. Die kam in Dresden jetzt einmal mit dem Pegida-Pöbel in direkten Kontakt und offenbart danach ihre komplette Unfähigkeit.

Ich habe von der Sendung nur zehn Minuten gesehen, aber man kann wohl sagen: Das war ein Lehrstück für misslungene und sehr typische politische Kommunikation.

Man könnte jetzt noch darüber nachdenken, was die neoliberal verseuchte herrschende Politik, die sich gerade mit dem voranschreitenden Schlossneubau in Berlin ein neues Symbol schafft, mit diesen Geisteshaltungen zu tun hat: Ein Symbol, das konkret für Feudalismus stand und das heute für genau diese Roshsche Abgehobenheit, für neoliberale Menschenverachtung steht, die die herrschende Klasse ausübt. Daneben ein rechtsradikaler Pöbel, der mehr oder weniger offen in den Führerstaat zurückwill.

Muss man sich da für eine Seite entscheiden?

(Foto: genova 2016)

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Eine Antwort zu Die Sozialdemokratin Lea Rosh über die AfD

  1. Jakobiner schreibt:

    Die Frage ist, ob man denn nicht sagen kann, dass es den Leuten im Durchschnitt besser geht als zuvor. Das dürfte ja auch stimmen, aber eben nur für den Durchschnitt. Ähnlich verhält es sich bei der Armut weltweit. Obgleich diese abgenommen hat, glauben 92% der Deutschen, dass diese gleichgeblieben oder zugenommen hat. Inziwschen wird ja auch viel von „postfaktischer Demokratie“geredet oder wie Paderzkis von der AfD meinte: „The perception is reality“–die Wahrnehmung ist die Realität:

    “92 Prozent der Deutschen nehmen an, die Armut auf der Welt sei gleich geblieben oder angestiegen, 7 Prozent gehen von einer Abnahme um ein Viertel aus, teilte die Nichtregierungsorganisation Oxfam am Donnerstag mit. Dabei sprechen die Zahlen eine eindeutige Sprache: 1990, das ist das Referenzjahr der Vereinten Nationen, lebten 1,926 Milliarden Menschen auf der Welt in extremer Armut. Sie hatten also weniger als 1,25 Dollar am Tag zum Leben. Im Jahr 2015 waren es nur noch 836 Millionen Menschen.”

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/wo-die-armut-in-der-welt-verschwunden-ist-14449204.html

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