Vom Autofahren

Autofahren hat keine Zukunft. Es schafft sich demnächst ab. Autofahren – zumindest in Deutschland – ist nurmehr pseudo-aktives Teilnehmen an der verwalteten Welt. Da ich mittlerweile eher selten selbst fahre, fällt es mir, wenn ich es denn mal tue, immer wieder massiv auf.

Es geht schon damit los, dass moderne Autos kaum noch so etwas wie Dynamik vermitteln. Man muss mindestens 200 auf dem Tacho haben, um das Gefühl von Geschwindigkeit zu bekommen. Moderne Autos fahren fast von selbst geradeaus, der Motor ist kaum zu hören, ein Lenkgefühl ist nicht vorhanden und die Bremsen verzögern zuverlässig. Man ist froh, wenn jemand zu knapp vor einem auf die linke Spur wechselt, dann darf man mal ordentlich in die Eisen steigen, wie man sagt, und spürt das, worum es beim Autofahren doch eigentlich geht: eben um die Dynamik. Und egal, wie unverantwortlich schnell man eine Kurve angeht: das Auto folgt der Straße. Bevor das Heck auch nur im Ansatz wegbrechen könnte, tut etwas lautlos seinen Dienst, was man Fahrassistent nennt.

Schlimmer noch: Man ist als Fahrer im Zustand eines dauergegängelten Kleinkindes. Schnallt man sich nicht an, ertönt ein Mahnsignal. Fährt man zu dicht an ein anderes Auto dran, passiert das gleiche. Fällt die Temperatur unter irgendein Grad, ebenfalls. Fährt man rückwärts, geht das Radio aus. Wird die Scheibe nass, legt der Scheibenwischer von Geisterhand los. Schaltet man nicht bei 50 in den 6. Gang, leuchtet ein grelles Licht auf. Das Auto entscheidet auch, ob die Türen verriegelt werden, nicht der Mensch. Mich wundert nur, dass kein Mahnsignal ertönt, wenn man eine Hand vom Lenkrad nimmt. Kommt bestimmt noch.

Moderne Autos sind schlimmer als Gouvernanten aus Adelsfamilien des 19. Jahrhunderts.

Diese unselige Entwicklung wird von einer anderen begleitet: Der Straßenverkehr wird immer regulierter. Alle naselang steht da 70 oder 80 oder 60 oder Überholverbot außer Traktor. Man muss ständig auf den Tacho schauen, denn gefühlsmäßig würde man viel schneller fahren. Täte man das, wäre man am Ende des Tages vermutlich den Führerschein los. Zumindest der Osten unseres Vaterlandes ist gepflastert mit Radarfallen. Ortsunkundigen bleibt nichts anderes übrig, als extrem angpasst zu fahren. Das kann man nicht ernsthaft kritisieren, aber dann ist Autofahren für den Arsch. Man ist also vollkonzentriert, aber nicht etwa wegen der Straßenführung, sondern, weil man ja immer zu schnell fährt und deshalb einzig und alleine wegen der Tempolimits und der Radarfallen. Vielleicht sollte man cooler sein und alles bezahlen und nach 15 Punkten einfach den Führerschein abgeben.

In Deutschland besonders pikant: Bleibt man unter der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, weil man sich durch die Seitenscheibe Landschaft oder Architektur anschauen möchte, gilt man gleich als Verkehrshindernis. Man fährt also permanent in einer mehr oder weniger dichten Autokolonne, alle mit derselben Geschwindigkeit, immer durch die ewig gleich gezirkelten Kurven, immer in den ewig gleichen Abbiegespuren, Verkehrsinseln, Ampelschaltungen, Ordnungssystemen.

Ein paar Dynamikaffizierte überholen auf Landstraßen gewagt – es ist das einzig richtige Verhalten, will man Dynamik spüren und dem Tod ins Auge schauen. Und machen wir uns nichts vor: Genau dafür wurde das Autofahren einmal erfunden.

In jedem Zugabteil habe ich mehr Freiheit als auf ostdeutschen Bundesstraßen.

Autofahren lohnt nur noch einerseits auf drittklassigen Landstraßen. Dort gibt es keine Schilder und keine Radarfallen. Man fährt auf Sicht, macht also das, was natürlich und in Drittweltländern gang und gebe ist. Ein paar Tage ohne Fahrassistenz unter solchen Umständen fahren, ist unglaublich entspannend. Man sieht den Straßenzustand und Kurven und schätzt selbst das mögliche Tempo ein. Man sieht am Wegesrand Interessantes und reduziert die Geschwindigkeit. Man bekommt Lust am Beschleunigen und beschleunigt. Man rechnet bei den anderen Autos mit allem, das macht die Sache interessant. Man interessiert sich nicht für den Tacho, sondern nur für die gefühlte Geschwindigkeit und den Straßenzustand. Konsequenterweise sitzt bei Porsche immer noch der Drehzahlmesser in der Mitte des Armaturenbretts, nicht der Tacho. Es geht um den optimalen Drehzahlanschluss, nicht um absolute Geschwindigkeit. Die ist nur relativ zur nächsten Kurve von Interesse. Allerdings sind die beschriebenen deutschen Zustände mit einem Porsche wohl noch unterträglicher.

Die drittklassige Landstraße: Man kann cruisen oder rasen – Es ist die eigene Entscheidung.

Andererseits lohnt das Autofahren noch auf unlimitierten, wenig befahrenen Autobahnabschnitten. Da wäre ein Porsche dann doch ganz praktisch.

In extremem Kontrast dazu steht die Autowerbung. Sie suggeriert ja immer noch das Erlebnis von Freiheit, der vierradgetriebene SUV, mit dem man auf Straßen fahren kann, auf denen man nicht fahren darf. Es ist traurig zu sehen, wie viele SUV und 400PS-Autos mittlerweile in Innenstädten unterwegs sind: wilde Tiere im Käfig. Als Ersatz für fehlenden Auslauf gibt es Software, die die Motorakustik der frühen Automobilzeit simuliert, beispielsweise Fehlzündungen bei Gaswegnahme. Es spotzt, wie man sagt. Die modernen Motoren spotzen schon lange nicht mehr, sie funktionieren perfekt. Man simuliert die technische Unausgereiftheit akustisch, das hat vermutlich auch etwas mit Freiheit zu tun. Dieses simulierte Spotzen ist wie eine neu gekaufte Jeans mit Löchern drin.

Die Leute kaufen perfekte Autos und zahlen ein paar tausend Euro für Software, die ihnen das Gefühl fehlender Perfektion und ein An-die-technische-Grenze-kommen vermittelt. Eine Grenze, die real kaum noch überschritten werden kann. Wie gesagt, wegen der Assistenten.

Ein wochenendlicher Ausweg ist die Rennstrecke – Nürburgring und ähnliches – wo man gegen ein geringes Entgelt mit dem eigenen Privatwagen seine Runden drehen kann. Das ist gefährlich und viele brave Familienväter schrotten dort ihre Opels und VWs. Es macht sicher Spaß.

Navis, wie man sagt, sind auch Teil dieser Entwertung. Man könnte eigentlich auf Sicht fahren und sich seinen Weg via Landkarten suchen oder Passanten fragen. Stattdessen lässt man sich völlig blind von einer Software leiten, die über die allsehenden Augen von Satelliten gesteuert wird. Es gibt keinen Raum mehr, keine Orientierung, nur eine Frauenstimme. Die Fahrt ins Blaue – Autofahren in Reinkultur: man fährt spontan dort entlang, wo es einem gefällt – ist heute eine Absurdität.

Autos sind jenseits des banalen Transports sperriger Gegenstände und des Cruisens auf drittklassigen Landstraßen nur noch etwas für Prolls, Spießer und Abschotter. Um das zu kaschieren, werden sie theoretisch immer überlegener. Man könnte schnell fahren, wenn man dürfte und Platz hätte. Die Autoindustrie züchtet immer weiter und immer verzweifelter eine Gefolgschaft heran, die ihren Mehrwert via optischer Protzerei, Wagenburgmentalität und V8-Biturbos mit 20 Litern Verbrauch bekommt. Der echteste Mann ist zugleich der lächerlichste.

Wir Postmaterialisten haben gut reden, weil wir es uns erlauben können, uns nicht übers Auto zu definieren. In den 70ern war man noch dankbar, wenn man im Käfer bei 120 auf der Spur blieb und eine Alpenüberquerung ohne kochenden Motor schaffte. Verglichen mit heutigen Standards waren Manta und Scirocco Harakiri-Formate. Da hatte der automobile Materialismus seinen effektiven Reiz. Heute ist alles Fahrassistent und Software und Hartplastik. Die nachwachsenden Materialisten müssen sich mit der verwalteten Welt und den vielen Radfahrern herumschlagen.

Eigentlich begann diese Entwicklung mit der Einführung der Kopfstützen und der Anschnallpflicht. Der wohnzimmerähnliche Innenraum mit Räkelmöglichkeit und Kommunikationsangebot in den Fond verschwand, das Statische wurde Alltag.

Oder noch konkreter: Autofahren ist in dem Moment gestorben, als man eine Straßenverkehrsordnung einführte. Autofahren ist das Gegenteil von Straßenverkehrsordnung. Tempoanordnungen, Strafen und Kontrollen sind naturgemäß der Feind des Autos. Wenn schon Auto, dann individuell. Es bräuchte dazu natürlich den aufgeklärten Menschen, der in der Lage ist, verantwortlich mit 400 PS umzugehen. In einer Konkurrenz- und Obrigkeitsgesellschaft ist das nicht zu machen. Autofahren ist wohl eher etwas für eine aufgeklärt-anarchische Gesellschaft. Also naturgemäß in Deutschland nicht zu verwirklichen.

Die Entwicklung zu mehr Sicherheit ist ja nicht ernsthaft, also jenseits der privatimen Mäkelei, zu kritisieren. Aber es ist eben eine Neudefinition von Auto. Und Auto war noch nie nur die Fahrt von A nach B. Generationen wurden angefixt.

Das autonome Fahren ist so gesehen der Ausweg aus dieser Sackgasse. Man lässt die Technik machen. Eigentlich macht die Technik eh schon alles. Vermutlich kann man nicht mal mehr mit voller Absicht und 180 km/h an einen Baum fahren. Ein Fahrassistent verhindert das. Es ertönt dann ein Mahnsignal.

Die Fähigkeit des Menschen, technische Zustände zu verbessern, zu optimieren, tötet das Anliegen. Wir brauchen Ersatz.

060(Foto: genova 2013)

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14 Antworten zu Vom Autofahren

  1. hANNES wURST schreibt:

    Ein äußerst berechtigter und exzellent recherchierter Artikel. Autofahren gleicht immer mehr dem Busfahren und das ist scheinbar auch so gewollt. Mein neuer Panamera steht entsprechend nur vor der Türe herum und wird von den (in der Stadt unnötigen) Vögeln vollgeschissen. Ich bewege ihn nur ein bis zwei Mal im Monat, denn die Parkplatzssuche bei der Rückkehr produziert unglaubliche Frusthormone. Paradoxerweise werden die Parkplätze in der Innenstadt auch immer rarer, obwohl bekannt ist, dass immer mehr Menschen auf das eigene Automobil verzichten. Genau das jedoch führt zunächst dazu, dass immer mehr Autos ungenutzt in der Innenstadt herumstehen.

    Es gibt aber auch von erfreulichen Optimierungen zu berichten. Eine Packung „Edle Tropfen in Nuss“ zum Beispiel kostet nur um die 2,69€. Ich bevorzuge die Sorte „Obstbrände“, das sind 250g schiere Völlerei zum kleinen Preis. Außerdem ist sogar noch eine Kompaktdisk (aktuell Folge 13) mit klassischen Aufnahmen von Johann Strauss (Sohn), Telemann, Mozart u.a. dabei. Diese Disk muss nicht etwas gewonnen werden, sondern ist in jeder Packung enthalten. Für den Gegenwert von nicht einmal 20 Minuten Arbeit erhält der Mindestlöhner so Material für einen schönen Abend. Ich finde, dieser Fortschritt verdient auch eine Erwähnung, warum immer nur wehklagen?

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  2. Toller Artikel! Bin froh, dass ich nicht mehr Auto fahren muss! Das mit der Akustik aus dem Lautsprecher ist ja der Lacher – ich hatte mal daran gedacht, dass es sowas für die kommenden E-Motorräder geben müsste, aber nicht gewusst, dass es bei Autos schon da ist.

    Persönlich war ich eine Fahrerin, die mit dem Auto nur von A nach B wollte. Wenn man sich dann mal ein „selbst fahrendes“ on Demand ordern kann, steig ich auch mal wieder ein. Das letzte hab ich abgeschafft, als die Parkplatzsuche mehr Zeit kostete als die Erledigung, die ich per Auto machen wollte. Da fahr ich lieber gelegentlich Taxi, wenns mal unbedingt sein muss und Fahrrad nicht geht.

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  3. genova68 schreibt:

    Danke.
    Stimmt, E-Motorräder wird den Durchschnittsbiker nicht zufriedenstellen. Es würde wohl auch gefährlich werden, weil man das Motorrad nicht mehr kommen hört, wie man sagt.

    Das Thema Lärm oder Geräusch ist überhaupt ein interessantes. Man dreht die Musik lauter, wenn einem der Titel gefällt, Kinder schreien sowieso gerne und empfinden dabei Lust, ein Motorradfahrer macht sein Motorrad lauter, die Spotz-Software: Lautstärke ist eine Qualität. Die Deutschen sind ja eher ruhig oder ruhebedürftig. Selbst in Italien lärmen die Campingplätze im Sommer jeden Tag locker bis Mitternacht. Laut sein macht Spaß.

    Ein Architekt erzählte kürzlich, man solle statt teurer Akustikdämmungen einfach seine Nachbarn besser kennenlernen. Geräusche bekannter Personen stören nicht, nur die unbekannter. Ich denke, er hat recht.

    Ein vermutlich zu wenig behandeltes Thema.

    Hannes,
    du has das Paradoxon sehr gut erkannt: je weniger Menschen fahren, desto weniger Parkplätze gibt es. Vermutlich findet man dann am besten einen Parkplatz, wenn die Staumeldungen im Radio am längsten sind.

    Aber du hast völlig Recht: Man darf auch das Positive nicht aus den Augen verlieren. 250 g Obstbrände für 2,69 scheint mir ein gelungenes Angebot. Ich bevorzuge Moser Roth Edelvollmilch: 125 g für 1,19 Euro. Das ist noch preiswerter, allerdings ohne Obst.

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  4. altautonomer schreibt:

    Autos gibt es erst seit 1886. Davor hat es anscheinend keine techn. Entwicklung gegeben? Was wäre denn, wenn es ab morgen keine Autos mehr gäbe, nur noch den öffentl. Pers.-Nahverkehr etc. Allein der Flächenverbrauch für öffentl. Verkehrsflächen ist immens.

    Oder anderer Vorschlag: Im Wechsel dürfen sonntags einmal die Privat-Pkw mit ungerader Nummer in Kennzechen, und die mit gerader Nummer fahren. Autofreie Sonntage oder ganze Wochenenden wäre eine reine Wohltat.

    Dazu schreibt Katrin Hartmann:
    „18 Prozent der deutschen Treibhausgase kommen aus dem Verkehr – 95 Prozent davon aus dem Straßenverkehr. Niemand in Europa hat so viele Autos wie die Deutschen: auf 1000 Einwohner kommen 530 PKW, jeder fünfte neu angemeldete Wagen ist ein SUV. Die von der Politik gehätschelten Autokonzerne haben in den letzten Jahren immer größere Spritschlucker und CO2-Schleudern gebaut, weil sich damit am meisten Profit machen lässt. Unterstützt wurden sie dabei stets von „Klimakanzlerin“ Angela Merkel, die wegen „nationaler Industrieinteressen“ stets verhindert hat, dass der Autoindustrie von der EU strengere Abgasobergrenzen auferlegt wurden. Zwar könnte der CO2-Ausstoß des Autoverkehrs um drei Prozent gesenkt werden, wenn auf Autobahnen ein Tempolimit von 120 km/h eingeführt würde. Aber dagegen wehren sich Autofahrer, Autoindustrie und Sigmar Gabriel mit Händen und Füßen, als wäre Raserei ein Menschenrecht“.

    quelle: http://www.ende-der-maerchenstunde.de/klimakiller-deutschland/#more-482

    Harald Welzere, Soziologe, schreibt in einem SPON-Aufsatz unter anderem:
    „Weil sie alle diese Kampfwagen gegen das Weltklima fahren wollen. Nicht nur die umweltmäßig eher unmusikalischen Chinesen, sondern vor allem die Deutschen, die schon letztes Jahr 20 Prozent mehr SUVs kauften als 2009, um damit durch die deutschen Innenstädte zu pflügen und Kindern und Radfahrern Angst zu machen. Damit leisteten die Konsumbürger dieses Typs einen wesentlichen Beitrag dazu, dass das Jahr 2010 einen weitgehend unbeachteten Rekord zu verzeichnen hatte: Nie zuvor in der Menschheitsgeschichte wurde nämlich mehr Energie verbraucht. Um 5,6 Prozent stieg der globale Energiekonsum an; die damit einhergehenden klimarelevanten Emissionen sogar um 5,8 Prozent.“

    Je mehr heute an Technik für Unterhaltung, Kommunikation und Fahrassistenz in den Autos verbaut wird, umso mehr kann auch kaputt gehen. Der Motorraum ist so voll mit Aggregaten, dass es für Kfz.-Monteure ein Horror ist. Früher, so in den 80er Jahren hatte z. B. der Motorraum eines 1802er BMW so viel Freiraum, dass sich der Mechaniker hineinstellen konnte.

    Dazu kommen -Vorsicht, geplante Obsoleszenz – turbogeladene Schrumpfmotoren mit 125 PS und mehr aus 900 ccm gegenüber früheren Modellen mit 60 PS bei 1200 ccm (oder Opel Astra G: 85 PS bei 1600 ccm). Da viele Autofahrer einen großen Teil ihres Lebens im Stau verplempern, ist es heute wichtig, ihnen das Warten mit reichlich Unterhaltungs-Equipment so angenehm wie möglich zu machen.

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  5. genova68 schreibt:

    Was das Kaputtgehen von Autos angeht, würde ich für die neueren eine Lanze brechen. In den 60ern oder 70ern hatten die Autos zwar weniger Elektronik, aber eine insgesamt deutlich schlechtere Qualität. 100.000 Kilometer mit einem Motor zu schaffen, war schon eine Leistung. Rost war ein Riesenthema, heute nicht mehr. Früher wurde auch weniger gefahren. Nach heutigen Maßstäben wäre auch ein Käfer kein Vorbild mehr. Man erwartet heute einfach, dass man sich ins Auto setzt und 1000 Kilometer am Stück Vollgas fahren kann, egal bei welcher Temperatur. Liegenbleiben ist ein Fremdwort geworden. Der ADAC wird gerufen, weil man sich ausgesperrt hat.

    Ansonsten verstehe ich die Stoßrichtung deines Artikels nicht so ganz. Soll nun wegen des angeblich hohen Flächenverbrauchs des ÖPNV mehr privat gefahren werden??

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  6. neumondschein schreibt:

    An alle, die in Berlin wohnen!

    Schenkt doch dem armen genova bitte einen Tempomat! Da kann er in Ruhe aus dem Fenster schauen anstatt andauernd auf den Tacho zu starren.

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  7. genova68 schreibt:

    Danke für den Aufruf, neumondschein! Ich hatte heute morgen schon drei Tempomaten im Briefkasten.

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  8. Jakobiner schreibt:

    Vielleicht besteht auch die Zukunft des Autos im selbstfahrenden Campervan. Da braucht man keine Wohnung mehr, das Wohnungsproblem wäre gelöst, zumal das fahrende Büro und die Patry-/Orgienhöhle.Tempo wäre dann eher abträglich–man verweilt gerne im Stau.

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  9. Jakobiner schreibt:

    Zur Zukunft des Autos: Heute ein ganzseitiger Bericht im Münchner Merkur, über ein junges Münchner Startup-Unternehmen, dass ein Solarauto in Massenproduktion für 12000 Euro herausbringen will.Im Interview dann lauter Leute, die im Solarauto die Zukunft sehen, aber bei der Frage, ob sie sich selbst eines kaufen würden, selbiges verneinen.

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  10. genova68 schreibt:

    Die Solarautos brauchen unbedingt eine Software, die Motorlärm und Spotzen imitiert. Da werden dann ganz neue Käuferschichten angesprochen.

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  11. Jakobiner schreibt:

    Interessant ist auch die folgende Entwicklung: In den 70er und 80er Jahren war Trampen noch dick in Mode. Die meisten Jugendlichen hatten kein Auto und man ist auch längere Strecken getrampt, einige auch den Hiipietrail von Europa über die Türkei nach Iran, Pakistan, Indien, Nepal, insofern kein VW-Hippiebus zur Verfügung stand. In den 80er Jahren kamen die Mitfahrzentralen auf und spätestens seit den 90er Jahren ist Trampen völlig out.Bestenfalls gibt es noch Roadmovies, bei denen aber jeder sein eigenes Auto hat und nicht trampt und selbst in Tschik haben die Jugendlichen ihr eigenes Auto, wenngleich einen nostalgisch-alternativen Trabi.Ist ein Revival des Trampens im Zeitalter des autonomen Fahrens überhaupt denkbar? Oder würden die Tramper dann mittels Identitätssoftware auf Zahlungsfähigkeit, Polizeizeugnis,etc. gescannt, bevor man sie mitnimmt, zumal dann auch noch über eine Tramperapp, die ankündigt, wo man sie aufpicken kann.Aber wahrscheinlichjer ist es, dass in Zeiten, wo jeder sein Auto hat, es MItfahrzentralen und Uber gibt, es nie wieder zu einem Revival des Trampens kommen wird.

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  12. Jakobiner schreibt:

    Ach noch vergessen: In den 80er Jahren gab es das paneuropäische Interrailticket, das Hunderttausende Jugendliche als Ersatz für Trampen auf die Schiene brachte und die Generation entdecken liess. Interessant nun, dass die EU vorschlägt, jedem Jugendlichen zum 18. Lebensjahr ein Interrailticket zu spednieren, um der Euroskepsis entegegnzuwirken und Europas Jugend wieder für Euiropa kennen zulernen mittels neuer Mobilität und grenzübershcreitendem Reisen.

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  13. genova68 schreibt:

    Das kostenlose Interrailticket: eine skurrile Idee. Wie wäre es mit einer solidarischen Politik statt solchen Bestechungsangeboten?

    Dass man heute nicht mehr auf die Idee kommt, mit dem Auto bis Indien zu fahren oder auch durch die Sahara, zeigt indes, wie kaputtgemanagt diese Regionen wurden. Eigentlich ein Trauerspiel.

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  14. Jakobiner schreibt:

    Ja, traurig, da gibt´s höchstens noch die Rally Paris-Dakar, aber da muss man auch durch die Gebiete, die von der Al Kaida im Magreb kontroliiert werden.Ein Freund von mir in Berlin hatte ein Resieunternehmen, dass Motorradtouren durch den Nahen Osten und Nordafrika anbot. Inzwischen hat er sich nur noch auf Europa verlegt, da das zu gefährlich ist.

    Die Kosten für das kostenlose Interrailticket sollen ca. 1 Mrd. Euro jährlich betragen.Die Idee wird parteiübergrefend von CSU bis Grünen unterstützt.

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