„…was sind denn da für Leute am Ruder???“

Der Redakteur Markus Decker kommentiert in der Frankfurter Rundschau die aktuelle Machtverteilung in der Linkspartei und attestiert Sahra Wagenknecht, ihren innerparteilichen Einfluss auszubauen. Ihre Gegner seien „praktisch wehrlos“. Deckert argumentiert nachvollziehbar.

Bei Facebook gibt es eine Sahra-Wagenknecht-Fangruppe. Sieht man sich die politische Ausrichtung und das intellektuelle Niveau dieser Leute an, kommt einem der Begriff „Querfront“ unweigerlich in den Sinn. Die Gruppe, ähm, diskutiert den FR-Kommentar wie in den folgenden Auszügen wiedergegeben:

Frankfurter Rundschlag, Schmiergel, Wild am Sonntag, Schweinischer Merkur, Locus… alles derselbe widerliche und niveaulose Einheitsbrei wie die BLÖD-Zeitung.

Typisch für die Schreiberlinge, die sich heutzutage Journalisten nennen. Von Sahras Intellekt können sie nicht mal träumen. Wer nur neoliberale Denkmuster drauf hat, verarmt eben im Geiste.

Markus Decker, mit Deinem Beitrag zeigst Du, dass Du weder in der Lage bist, die reale Situation und die aktuellen Gefahren für Europa zu erkennen, noch Dich aus Deiner politisch indoktrinierten Verkrustung zu lösen und Verantwortungsbewusstsein für die Menschen in Deutschland und Europa zu entwickeln.

Frankfurter Rundschau, typisch guter Mix aus Halbwahrheiten und Lügen …

Dieser selbst ernannte Politik Schreiber ist einfach ein willfähriger Erfüllungsgehilfe des aktuellen Machtapparates und er „verdreht“ die Fakten unter zu Hilfe Nahme von Halbwahrheiten und unter Ausblendung diverser Fakten und Tatsachen, um eine Stimmung gegen Sarah Wagenknecht zu schüren und gleich mehrere „Fliegen“ mit einer Klappe zu schlagen.

Es ist nur traurig, dass „freie Journalisten“ für Geld alles schreiben.

Markus Decker, Du verstehst die Welt nicht, das bringst Du in Deinem Artikel gut zum Ausdruck.
Alles, was Du gegen Sahra Wagenknecht zum Ausdruck bringst, ist Neid und Unverständnis.
Wir haben Dich verstanden.

Frau Wagenknecht ist die Spitzenkandidatin schlechthin, eine Frau mit Rückgrat! In den Parlamenten quillt ohnehin schon zu viel Schleim.

Wenn S. Wagenknecht Kanzlerein wäre, würde das das Ansehen Deutschlands enorm steigern, denn die ist keine Witzfigur, sondern eine sehr kompetente Frau.

…und ich dachte die Frankfurter Rundschau wäre objektiv.

….insbesondere geht die journalistische Angst um vor starken Frauen. Wenn sie dann auch noch was für das Volk wollen und neoliberale Politik als Absurdum stellen, dann ist Schluss mit lustig.

Habt ihr denn den Artikel mal ganz gelesen? Da wird wieder nur gegen sie gehetzt. Der Titel ist nur Aufmachung. Scheiß Regierungspresse.

Schon heftig, mit welchen Mitteln Personen des öffentlichen Lebens in diesem Land fertig gemacht werden, wenn sie nicht konform genug sind.

Da fragt man sich von wem wird dieser Markus Decker geschmiert.

Das Argument der „Querfront“ ist ein beliebtes Todschlagargument.

Assad und die Russen führen dort einen gerechten Krieg, ob man es wahr haben will oder nicht. All das und vieles, vieles mehr wird von Sahra W. richtig analysiert und zwar marxistisch. Da halte ich es mit Jan-Peter Apel, der Sahra Wagenknecht einfach nur klaren Durchblick bestätigt. Gut, dass es Sahra gibt.

Soll Sarah die LINKEN verlassen denn es hat keinen Sinn mehr mit diesen naiven Vollpfosten über eine gescheiterte „Migrationspolitik“ zu reden…..alles naive Spinner. Wenn sie das BOOT verlässt geht die LINKE komplett unter,denn was sind denn da für Leute am Ruder???

Sahra ist Klug, nur sie hat falsche Leute um sich, besonders diese Unruhe Stifterin Sevim die ihre persönliche Meinung durchführen möchte

Die deutliche Mehrheit dieser Wagenknecht-Fans argumentiert auf diesem Niveau, die Zitate sind keine Ausreißer. Interessant dabei ist zum einen, dass niemand willens oder in der Lage ist, auf den argumentierenden und differenzierenden Kommentar in einer linksliberalen Zeitung einzugehen. Der Reflex, die Zeitung als Lügenpresse, kapitalgesteuert und von Neid zerfressen darzustellen, unterscheidet sich nicht wesentlich von der Pegida-Logik. Wer kritisiert, ist nicht auf Linie und deshalb Verräter.

Sahra Wagenknecht hat auffällig viele dumme Menschen als Fans, wenn man dumm nicht im Sinne von Sarrazin definiert (falsche Gene, falscher Gott), sondern als Nichtgebrauch des vorhandenen Verstandes.

Das andere ist die Frage, inwieweit Wagenknecht solche Fans heranzüchtet. Bemerkenswert ist bei ihr ja immer, was sie nicht sagt. Das Beispiel im FR-Kommentar mit Putin ist nur eines von vielen.

Wagenknecht weiß sicher auch, dass beispielsweise der rechtsradikale Michael Vogt, Betreiber des einflussreichen TV-Internetkanals querdenken mit riesigem verschwörungsideologischem Netzwerk, Politiker generell für Marionetten der Amis und anderer Hintergrundeliten hält, bei Wagenknecht aber eine Ausnahme macht. Die nennt er liebevoll „die Sahra“, die sagt die Wahrheit. Ein rechtsradikaler Verschwörungsideologe hält Wagenknecht offenbar für die einzige Politikerin, die uns erlösen kann. Das könnte zu denken geben.

Elsässer hofft auch noch auf sie als Querfrontmitglied.

Die Affinität des braunen Sektors zu Wagenknecht ist so offensichtlich, dass es einen bestenfalls noch wundern kann, dass Wagenknecht dazu schweigt. Sie kennt ihre Fans, vermute ich. Und ihre Facebook-Auftritte sind problematisch, wie in dem FR-Kommentar beschrieben.

Was ist in diese Frau gefahren? Dass Linke schon immer für Autoritarismus und Querfront anfällig waren, ist bekannt. Von Marx über Lenin bis Stalin brauchte es nicht allzu lange. Die aktuellen Putin-Fans schließen von der Richtung her an diese Tradition an. Oder hat es zu tun mit dem vulgärlinken Reflex, das „Volk“ sei immer gut? Volksfront gegen das Böse? Volkskörper? Und die anderen sind die Volksverräter?

Wagenknecht ist eine gute Rednerin, eine gute Ökonomin. Aber vermutlich auch jemand mit ausgeprägtem Machtwillen. Das denkt man sich schon bei ihrer auffälligen Disziplin und ihrer dauergeraden Haltung. Jemand, der nie lümmelt, sich immer kontrolliert, ist verdächtig. Wagenknecht ist schon von ihrer Biographie her niemand, die sich ernsthaft für die proletarische Masse interessiert. Ein Besuch bei Primark zeigt die Zielgruppe von Wagenknecht. Man kann sich nicht vorstellen, dass sie für diese Leute ehrliche Sympathien hat.

Was treibt Wagenknecht an? Auffällig bei ihr ist auch, dass sie zwar gerne die aktuellen Zustände kritisiert, aber kaum eine Vision hat, wo es hingehen soll. Für eine Kommunistin vielleicht doch allzu realpolitisch. Vogt und Konsorten lehnen die aktuellen Zustände auch radikal ab, ohne auch nur einmal eine Alternative vorzustellen. Bei den neuen Rechten läuft es zwischen den Zeilen nach der Maßgabe, dass das „Volk“ die Wahrheit kenne und es, befreit von den Fesseln von Parlamentarismus, EU und NWO, also von den Volksverrätern, automatisch das richtige machen würde. Wagenknecht schweigt.

Ein Auftritt von ihr bei Pegida wäre interessant. Ich schätze, sie müsste ihre üblichen Reden nur minimal verändern, um dort Applaus zu bekommen. Ihr Statement zu Pegida geht so: Rote Karte für Rassismus, aber an Pegida ist Hartz IV Schuld. Das war´s dann mit der Analyse. Und schon hat sie auf ihrem Facebook-Account hundertfache Zustimmung von Pegida-Sympathisanten.

Jemand wie sie bräuchte solche, die kritikfähig sind, die sie kritisieren können, die in der Kontroverse weiterkommen. Sie hat das Gegenteil. Unter ihren Fans gedeihen autoritäre Ressentiments und Denkfaulheit.

Es geht ja nicht um Linientreue. In Bezug auf kriminelle Pseudo-Asylbewerber von Gastrecht zu reden finde ich nicht genuin rechts oder verwerflich. Das ist dann zwar auch nach rechts hin offen, aber das ist egal, da man mit dieser Diskurslogik auch Naturschutzgebiete nicht positiv bewerten dürfte, weil einem da das Lob von Hitler sicher wäre. Es sollte um die Sache gehen. Da wiederum ist bei der Linken auffällig, dass ausgerechnet die Funktionäre, die weitestgehend sozialdemokratisiert sind und vermutlich nur auf gute bezahlte Posten hoffen, sich über die Wagenknechtsche Verwendung von „Gastrecht“ mokieren. Die absurde Begründung: Das Wort kommt im Gesetz nicht vor.

Autokratenaffinität auf der einen mischt sich mit politischer Korrektheit auf der anderen Seite. Keine guten Zeiten für die Linkspartei.

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3 Antworten zu „…was sind denn da für Leute am Ruder???“

  1. dame.von.welt schreibt:

    Bei aller Zustimmung (danke für den Blog!): der Unterschied zwischen „Gastrecht“ und Asylrecht besteht darin, daß Gäste wie Fisch sind, nämlich nach 3 Tagen stinken und sich spätestens dann zu verabschieden haben. Gäste sind von der Gnade, den wechselnden Launen und den Spendierhosen ihrer Gastgeber abhängig.

    Während das Asylrecht mit einklagbaren Rechten verbunden ist.

    Es wurde mit dem „Asylkompromiss“ von 1993 schon so verstümmelt, daß jede weitere Degradierung von Asylsuchenden und anerkannten Flüchtlingen zu „Gästen“ unerträglich ist. (nein, bin weder sozialdemokratisiert noch besteht Aussicht auf einen gut bezahlte Posten, nirgends)

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  2. genova68 schreibt:

    Danke für den Kommentar, die Argumente (Gast und Fisch) kann man nicht ignorieren. Daran habe ich nicht gedacht. Andererseits sind diese Leute nicht asylberechtigt, praktisch zu 100 Prozent nicht. Also könnte man sagen, es sind Einwanderer. Wenn Einwanderer aber nur kriminell sind, sollte man sie loswerden.

    Wir hatten diese Diskussion ja schon. Ich schrieb seinerzeit ja hier im Blog: Angebote machen, Sprache etc., wer das annimmt, bleibt, egal woher kommend. Wer kriminell wird und kriminell bleibt, geht, wenn nicht verfolgt und kein Bürgerkrieg. Diese Typen sind ungebetene Gäste, insofern ist selbst das Wort Gast falsch. Ich erinnere mich an den Artikel aus der SZ damals, der Marokkaner, Imbissbesitzer etc. hier zu Wort kommen ließ, die kein Verständnis dafür hatten, dass ihre kriminellen Landsleute hier geduldet werden.

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  3. heinz schreibt:

    „Ein rechtsradikaler Verschwörungsideologe hält Wagenknecht offenbar für die einzige Politikerin, die uns erlösen kann.“
    Interessanterweise schreibt Rainer Trampert in der aktuellen konkret ähnliches über Wagenknecht:
    „Nicht Frauke Petry, Wagenknecht ist die heilige Johanna der neuen Nationalbewegung.“
    http://www.konkret-magazin.de/hefte/id-2016/heft-92016/articles/sahra-wagenknecht-und-die-voelkische-selektion.html
    “ Für eine Kommunistin vielleicht doch allzu realpolitisch.“
    Ich finde es amüsant, dass Wagenknecht immer noch als Kommunistin bezeichnet wird. Sie ist dann wohl die einzige „Kommunistin“, die sich positiv auf Ludwig Erhard bezieht.

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