o.T. 335

Vielleicht passt dazu dieser FAZ-Artikel über das rechtsradikale Österreich:

Aufstand der beleidigten Massen

Der Teaser:

Die Rhetorik der Rechten überzieht Österreich derzeit mit einer beispiellosen Welle verbaler Barbarei. Woher kommt bloß dieser Hass auf die Emporkömmlinge?

Da müssen wir demnächst wohl die Grenze dichtmachen, damit diese Kameraden nicht rüberschwappen :-)

Die Bundespräsidentenwahl ist laut FAZ wohl gekippt, Nazis organisieren Tumulte in Theatern und Universitäten und vor allem: Diese Identitären sind hipp. Die fallen auf den ersten Blick nicht als Faschisten auf.

Mich würde eine Untersuchung interessieren, die folgende Phänomene zusammenbringt: zeitgenössiche landläufige Alpenarchitektur, Dirndlschwachsinn, fehlende Vergangenheitsbetrachtung, Österreich als Opfer der Deutschen, Zillertaler Schürzenjäger, Andy Borg, Alpentaldebilität, Neureichtum der Ex-Bergbauern.

Diese Volksmusikanten sind die Grundierung der Nazi-Logik, ein ideelles Refugium wie Argentinien und Paraguay als real-physisches.

Überhaupt sollte man sich einmal über Topographie und Befindlichkeit Gedanken machen. Das Tal als Entität, die das Denken bestimmt. Mache ich demnächst.

Der FAZ-Artikel (Gastbeitrag des Schriftstellers David Schalko) ist ein interessanter, es ist vom „Verrat der Sozialdemokratie am Arbeitermilieu“ die Rede.

Dabei geht es gar nicht so sehr um Arbeitslosigkeit als um Perspektivenlosigkeit. Denn selbst die Arbeitenden identifizieren sich kaum noch mit ihrer Beschäftigung. Es werden keine Milieus mehr geschaffen: Das Gefühl, dass ein Arbeiter in der Straßenbahn fährt, die er selbst mitgebaut hat, ist verlorengegangen. Ein Milieu ist nur noch etwas, das man überwinden muss. Aus der Arbeiterschicht wurde die Unterschicht, deren Ästhetik von Shopping Malls geprägt ist.

Und das hier:

Wenn „die Leute“ aber für alle sozialen Fragen immer automatisch den Ausländern die Schuld geben, erhärtet sich der Verdacht, dass die Leute ihre eigenen Sorgen noch viel weniger verstehen. Sonst bräuchte man keine Projektionsfläche, die für alles dient, was im Leben so schiefläuft.

Das ist ein Kernpunkt: Diese „Leute“ sind nicht erreichbar, weil ihnen jede Analysefähigkeit fehlt. Es ist ihnen schlicht unmöglich, sich mit sich selbst zu befassen, das wäre zu schmerzlich. Es muss übers Feindbild laufen. Es muss sich entladen.

Vermutlich ist Österreich die Avantgarde. Die AfD liegt in Mecklenburg-Vorpommern bei 19 Prozent, lese ich neben dem Österreich-Artikel. Auch Deutschland, wie man sagt, kommt in Fahrt.

(Foto: genova 2016)

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