Gewohnheitstier Mensch

Der Architekturkritiker Friedrich Achleitner über das Gewohnheitstier Mensch:

„Es kommt nicht selten vor, dass Leute am Anfang, wenn neue Projekte gebaut werden, Bürgerinitiativen dagegen gründen, und nach dreißig Jahren dieselben Leute gegen den drohenden Abbruch dieser Gebäude protestieren.“

Haben diese Leute nun hinzugelernt oder wollen sie nur prinzipiell keine Veränderung?

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6 Antworten zu Gewohnheitstier Mensch

  1. diespringerin schreibt:

    Wohl beides …. je nach Person … :o)

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  2. hANNES wURST schreibt:

    Um Achleitners kluges Zitat zu hinterfragen, müsste man sehr viel mehr darüber wissen. Wurde wegen Lage, Funktion, Kosten, Aussehen der Gebäude protestiert? Welchem Wandel unterlagen diese Faktoren in 30 Jahren? Gab es entscheidende Veränderungen bei den Gebäude oder in der öffentlichen Wahrnehmung? Es kommt vor, dass eine Bürgerbefragung gegen ein Projekt ins Leben gerufen wird, und bis die Abstimmung dann stattfinden kann, wurden neue Bedingungen verhandelt, so dass die Initiatoren inzwischen selbst das Projekt befürworten. Da braucht es keine 30 Jahre.

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  3. Garfield schreibt:

    ich schließe mich Hanneswurst an. V.A. diese Stelle:
    und nach dreißig Jahren dieselben Leute gegen den drohenden Abbruch dieser Gebäude protestieren

    ich weiß, ist pedantisch mit dem selben & gleichen … aber ein entscheidender Unterschied.
    Meint er _die_selben Menschen, oder nur den gleichen Typ…? 30 Jahre, schon vom Alter her…
    Sind es z.B. die selben oder (-falls überhaupt-) gleichen Leute, die früher gg Atomkraft gekämpft haben & jetzt gg Windräder…?

    Phänomenologie kommt MMN allgemein viel zu kurz

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  4. genova68 schreibt:

    Achleitner sagte den zitierten Satz im Zusammenhang mit einer großen Wohnsiedlung im Süden von Wien (ich bringe dazu morgen oder so einen Beitrag), gegen die er erst selbst opponierte und er später dann sein Urteil revidierte. Er meint sich also selbst damit, und er selbst hat dabei sicher dazugelernt, gehört also zur ersten Gruppe.

    Bei der Kritik ging es um die Größe des Komplexes, die Massenhaftigkeit und Maschinenartigkeit des Wohnens.

    Achleitner meint, wenn ich den Kontext des Interviews anschaue, Widerstand gegen das Neue im Allgemeinen. Man fühlt sich mit etwas unwohl, weil es nicht dem entspricht, was man kennt. Er meint wohl dieselben Leute, das ist auch an der erwähnten Wohnsiedlung im Süden Wiens zu sehen.

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  5. hANNES wURST schreibt:

    Ganz hier in der Nähe wurde 2004 eine Drogenkonsumraum eröffnet, ungeachtet der Proteste der Anwohner. Nur ein Jahr später sollte der Drogenkonsumraum wieder geschlossen werden – die selben Anwohner protestierten jetzt gegen die Schließung.

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  6. Garfield schreibt:

    Ganz hier in der Nähe wurde 2004 eine Drogenkonsumraum eröffnet, ungeachtet der Proteste der Anwohner. Nur ein Jahr später sollte der Drogenkonsumraum wieder geschlossen werden – die selben Anwohner protestierten jetzt gegen die Schließung.

    vllt haben die Anwohner sich in den 10 Jahren dahingehend geändert, daß sie in der ein oder anderen Art von dem Konsmraum „profitieren“ ;)

    mal ernsthaft: ich kann das nachvollziehn. Einrichtungen für Süchtige (xy-Räume, Subsitut-Ausgaben etc…) sind in der Nachbarschaft generell unbeliebt.
    Ein mir bekannter Fall: ein Arzt hat seine Abgabestelle in einer „besseren“ Straße, relativ wohlhabende Anwohner – die hatten vorher zusammengelegt & eine 5-stellige Summe geboten ( wimre, ca 20 Tsd), damit er sich woanders umsieht.*
    Die Leute in deiner Nähe befürchteten or 10 Jahren wohl, daß ihr Viertel zum Szenetreffpunkt wird … ich nehm mal an, mehr o. weniger ist es das inzw auch (?) – dann doch besser der Druckraum um die Ecke, als gebrauchte Nadeln auf Spielplätzen & in Gebüschen.

    *) … die paar Tsd € waren wohl eh nix gg den möglichen Ertrag der „Suchtambulanz“; hier OT, aber auch das „zugelassene“ Geschäft mit der Sucht ist auch so ne Sache)

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