Die FPÖ und das Vorbild Wien

Mitten in Wien: ein Parteibüro der rechten FPÖ in filigraner Ausführung. Glas bis zum Boden und eine Glastür. Die Plakate hängen demonstrativ direkt dahinter. Alles ist unversehrt.

In Berlin würden die Scheiben keine Woche überleben.

 

Zumindest diese Beobachtung spricht für die politische Kultur in Wien (wobei ich nicht weiß, ob das repräsentativ ist). In Deutschland gilt es in Teilen der Linken als progressiv, solche Scheiben zu entglasen. Es sei ein antifaschistischer Akt. Das Verhalten dieser Teile erinnert strukturell an die RAF: Aus einer verhärteten, weil NS-affinen Sozialisation zum Terroristen werden in der vermutlich selbst nur mit Zwang geglaubten Annahme, man verbessere damit die Welt. Man versucht vielmehr, meist unbewusst, mit Gewalt und Hass die eigene miese Sozialisation zu überwinden und ist damit dem AfD-Anhang ähnlich.

Gab es eigentlich in Österreich einen RAF-Ableger?

(Foto: genova 2015)

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11 Antworten zu Die FPÖ und das Vorbild Wien

  1. Beat Company schreibt:

    Ich bin Mitglied der Red Artists Fraction. Und: Vielleicht sollte man in Wien die Plakate an die Außenseite kleben … das wäre kritikfähiger.

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  2. genova68 schreibt:

    :-)
    Dass da nirgendwo Nazis raus steht, ist auch befremdlich.

    Ich wünsche dir bei deinen künstlerischen Handlungen viel Erfolg!

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  3. diespringerin schreibt:

    Oh solche Sprüche findest du auch. Auch härtere Sachen, Forderungen, was man mit Nazis machen sollte. Wobei ich mich frage, wo bei solchen Forderungen – den härteren – die Vernunft oder die einigermaßen „Richtigkeit“ sein soll. Da hetzen sich zwei harte Gegner aufeinander auf. Und die Mitte? Naja. So oder so: sehr beunruhigende Entwicklungen.
    Das Arge an der Sache ist, dass viele Menschen mit Migrationshintergrund Strache und seine Partei wählen. Die Motive sind so offensichtlich wie die Angst der Menschen. Und natürlich der Egoismus. Und die Verantwortungslosigkeit. Die Leute suchen wieder einen, der „aufräumt“. Die Ordnung, die es im Grunde niemals gab und nie geben kann, „wieder herstellt“. Der die Probleme löst … ja, ja. Nein, ich spreche nicht von Geschichte, ich spreche von heute.

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  4. Chinook schreibt:

    „In Berlin würden die Scheiben keine Woche überleben.“

    Was ja jetzt nicht unbedingt einen Ausdruck von Dialogbereitschaft darstellt.

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  5. Chinook schreibt:

    „Das Arge an der Sache ist, dass viele Menschen mit Migrationshintergrund Strache und seine Partei wählen.“

    Und die sind wahrscheinlich alle irre, vollkommen verblödet und verstehen diese ganze Problematik falsch.
    Vielleicht gibt es aber mittlerweile selbst in der Provinzoase Wien im Brunnenviertel Entwicklungen, die sich nicht mehr verleugnen lassen.

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  6. bersorgter-bürger schreibt:

    Jetzt ist Ruhe die erste Bürgerpflicht. Küsst die Faschisten!

    http://www.textlog.de/tucholsky-rosen-weg.html

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  7. genova68 schreibt:

    Zwischen Ruhe als erster Bürgerpflicht und Scheiben zerdeppern gibt es Unterschiede. Büros der Linkspartei werden hier übrigens genauso angegriffen, inklusive Personal.

    Chinook,
    wer eine rechtsradikale Partei wählt, hat immer einen Dachschaden. Man kann dann „Dachschaden“ definieren, aber irgendetwas stimmt dann nicht.

    Es ist ein vertrautes Vorgehen Rechtsradikaler, Rechtsradikalismus als organisch zum Volk gehörend und als Ausfluss der schweigenden Mehrheit zu definieren, inklusive der Forderung nach direkter Demokratie und „Wir sind das Volk“. Es ist auch eine Frage des Anstands, solche Parteien nicht zu wählen.

    Interessant ist doch eher die Frage, warum so viele Österreicher sich von diesen Deppen blenden lassen. Wer den Strache einmal im Interview gesehen hat, weiß doch, das der Typ vollkommen unseriös ist. Ähnlich wie Höcke etc. Fehlt den Wählern der Sensor oder wollen sie verarscht werden? Brauchen sie die Lüge? Ist es eine Lust, sich einem Demagogen zu unterwerfen?

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  8. bersorgter-bürger schreibt:

    Die haben doch keinen Dachschaden! Die sind auch nicht „gebelendet“! Die identifizieren sich halt mit ihrem Staat noch ein bisschen mehr als du es tust.

    Ich verstehe auch den Hinweis auf die Linksparteibüros nicht. Wofür oder wogegen spricht das denn? Und nenn doch außer „Anstand“ mal ein Argument, warum die Scheiben von völkischen Parteien nicht eingeworfen werden sollten?

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  9. genova68 schreibt:

    „Und nenn doch außer “Anstand” mal ein Argument, warum die Scheiben von völkischen Parteien nicht eingeworfen werden sollten?“

    Außer Anstand fällt mir da wirklich kein Argument ein.

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  10. Chinook schreibt:

    „Chinook,
    wer eine rechtsradikale Partei wählt, hat immer einen Dachschaden.“

    Nein, das sehe ich anders. Zunächst, die AfD ist eine Partei, die vom Verfassungsgericht her erstmal den Regularien einer verfassungsgemäßen Partei entspricht – heißt man muss sich mit deren Positionen auseinandersetzen, was gut so ist. Insofern ist es keine rechtsradikale Partei, selbst wenn sich rechtsradikale Elemente in ihr sicherlich tummeln.
    Was du jedoch machst, ist, du verhöhnst praktisch nicht die Partei, sondern ihre Wähler. Dies halte ich für einen Fehler. Die AfD zieht praktisch keine Wähler von anderen Parteien ab, sondern sie gewinnt genau die Leute, die am demokratischen System der BRD nicht mehr teilnehmen. Das ist das Problem – uns gehen die Demokraten aus. Jetzt die Wähler der AfD allein dafür verantwortlich zu machen, das greift zu kurz. Wenn man gegen die Aufnahme weiterer Flüchtlinge ist, wen soll man wählen? Klar Protestwahlen, weil etablierte Parteien eben den demokratischen Willen nicht bereit sind auszutesten – aber was ist die Alternative dazu, die man als Wähler hätte? In einer Demokratie geht es eben nicht darum, dass ein Weltbild über das andere obsiegt, sondern dass man einen gesellschaftlichen Dialog/Kompromiss hinbekommt. Diese Fähigkeit geht uns verloren und genau dies drückt sich in den Erfolgen der AfD aus. Da sollte man aber jetzt AfD-Wählern nicht pauschal einen Dachschaden vorwerfen. Sondern die Wähler versuchen inklusiv zu behandeln, während man bestimmte Mitglieder der AfD strikt exkludiert.

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  11. Chinook schreibt:

    „Es ist auch eine Frage des Anstands, solche Parteien nicht zu wählen.“

    Ebenso wäre es eine Sache des Anstands, das man die Kinderarmut in Deutschland mal angeht, dass Obdachlose vernünftige Inklusionsprogramme vorfänden, dass man ALG2-Empfänger nicht in sinnlose Maßnahmen steckte, die nur den Anbieter reich machten etc.

    Anstand ist oft Abhängig von der jeweiligen Perspektive und deshalb insbesondere davon, ob man ihn sich leisten kann/will.
    Das tragikomische ist, hätten wir nur ein Viertel so viele ehrenamtlich engagierte Menschen in den Basisorganisationen politischer Parteien, wie in der Flüchtlingskrise aktiviert wurden, ich glaube nicht, dass wir heute über so ein Furunkel wie die AfD diskutierten.

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