Lafontaine: Neues von den Geheimdiensten

Unter der Überschrift

Propaganda gegen DIE LINKE

schrieb Oskar Lafontaine am 25. März auf Facebook:

Die Geheimdienste steuern seit längerem eine Querfront-Kampagne. Ziel: Linke Politiker werden als AfD-nahe diffamiert. Leider fallen auf solche Kampagnen auch Politiker der LINKEN herein.

Dümmer geht´s nimmer. Tausende Belege für diese Querfront schiebt der gute Mann nun den „Geheimdiensten“ in die Schuhe. Ohne Beleg.

Man hat immer öfter den Eindruck, dass alte weiße Männer früher oder später abdrehen. Die Welt wird komplizierter, da sind Verschwörungen praktisch, um den vorgeblichen Durchblick zu behalten. So wie Albrecht Müller behauptet, gegen die Montagsmahnwachen sei eine „Kampagne“ gelaufen (da stecken die Dienste sicher auch mit drin) deshalb seien sie gescheitert, bedient nun Lafontaine rechte Verschwörungstheoretiker. Will man linkes – und zwar auch antiimperialistisch und amerikakritisches – Potenzial nachhaltig zerstören, benimmt man sich genau so.

Schaut man sich die Facebook-Accounts von Lafontaine, Müller oder auch Wagenknecht an, sieht man, dass die Saat aufgeht. Die vielen sinnvollen ökonomischen Standpunkte dieser Leute werden damit diskreditiert. Nicht inhaltlich, aber strategisch.

Wäre ich Verschwörungstheoretiker, würde ich deshalb behaupten, Lafontaine et al werden von Geheimdiensten gesteuert, um ernsthafte linke Positionen zu diskreditieren. Kann man ja offenbar einfach so machen. Ohne Beleg.

Hintergründe gibt es beim Bayrischen Rundfunk.

007(Foto: genova 2013)

 

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21 Antworten zu Lafontaine: Neues von den Geheimdiensten

  1. Garfield schreibt:

    wurde sein Konto gehackt…? „Die Geheimdienste“ Son Spruch ohne Belege, von Lafontaine…

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  2. genova68 schreibt:

    Interessant, dass du auf den Verdacht des gehackten Kontos kommst. Man kann sich eigentlich nicht vorstellen, dass Lafontaine so dumm ist. Wahrscheinlich wird er vom Mossad bezahlt, und er kauft von dem Geld der Sahra Geschmeide.

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  3. GrooveX schreibt:

    die ganze debatte ist vergurkt! auf dieser ebene kann man auch glatt sagen, wer den bayerischen rundfunk gegen lafontaine bemüht…

    soweit ich weiß hat die cia seit gründung der brd eifrig in allen bereichen des politischen und kulturellen lebens ihre finger drin gehabt, und ich wüsste jetzt nicht, wann sie damit wirklich aufgehört haben sollte.

    „Benutzt und gesteuert, Künstler im Netz der CIA, Dokumentation, Regie: Hans-Rüdiger Minow , Zweites Deutsches Fernsehen, Deutschland 2006, 52 Minuten. Erstausstrahlung Arte TV, Mittwoch, den 29. November 2006, 20.40 Uhr“

    doch, man darf diesen verdacht hegen und aussprechen, auch wenn man lafontaine heißt!

    wie der begriff querfront schon sagt, geht das ding quer über das gesamte politische spektrum. insofern muss ich mich jetzt nicht auf die linke kaprizieren. mir reicht es festzustellen,
    a) es gibt sie
    b) plötzlich ist sie da, wie aus dem nichts emporgestiegen
    c) die rechten profitieren davon
    d) die linken werden diffamiert und last but not least
    e) jeder, absolut jeder, beschäftigt sich damit!

    besser kann man doch eine kampagne nicht führen!

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  4. genova68 schreibt:

    Du bringst keine Belege, sondern behauptest einfach, genau wie Lafontaine. In diesem Fall ist das absurd, denn Montagsmahnwachen, Dehm, Jebsen, Wagenknecht etc. sind Leute, die allesamt querfrontaffin sind. Da braucht man keine Dienste, das schaffen die alleine. Und wenn, dann, wie gesagt, wird Lafontaine von ihnen bezahlt.

    Wenn ich schon lese, dass die Linken diffamiert werden. Klar, sind alles Opfer.

    Es scheint, außer mir, kaum noch einen ernstzunehmenden Linken zu geben.

    Klar freut sich der BR über die Malaise, aber Schuld haben die Lafontaines und die Müllers, diese neurechten Linken.

    Seien wir ehrlich: Eine Linke existiert nicht mehr. Querfrontler sinds eh nicht und die Wawziniaks und Lederers sind SPD-Ost, also eigentlich Neoliberale. Eine Ditfurth ist fit, aber komplett dogmatisch. Es ist ganz interessant: Je dringender man eine Linke brauchte, desto weniger ist sie real existent. Zumindest in Deutschland. Stattdessen mit der AfD das alte Spiel: Rechtsradikale kommen wieder hoch.

    Gute Nacht.

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  5. GrooveX schreibt:

    nein, ich behaupte nicht, lasse aber seine behauptung mal stehen und denke mir, einen ball kann man aufnehmen oder abschmettern. mal ehrlich, wenn ich explizit ‚a) es gibt sie‘ schreibe, dann meine ich damit wirklich, dass es sie gibt.
    die opferdebatte ist irgendwie doof und liegt auf der gleichen linie.
    ob jutta ditfurth dogmatisch ist oder nicht, spielt doch keine rolle, wenn es darum geht, ob sie ihr anliegen klar rüberbringt. das tut sie meiner meinung nach und braucht nicht wegen ‚dogmatismus‘ abgewertet zu werden. dann finde ich natürlich auch, dass sich ernst zu nehmende linke nicht immer so ernst nehmen sollten! und zum guten schluss habe ich mit der ganzen querfronthysterie nichts am hut. ich war zu lange zu weit weg (insbesondere geografisch), um dem ganzen zirkus hier noch viel abgewinnen zu können.

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  6. Ex-CDU-Wähler schreibt:

    Ich verwehre mich dagegen, als zukünftiger AfD-Wähler als rechtsradikal abgestempelt zu werden. Lesen Sie das Programm. Die AfD ist konservativ, vielleicht auch weiter rechts als die CDU es früher war, aber nicht radikal.

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  7. Garfield schreibt:

    Wahrscheinlich wird er vom Mossad bezahlt, und er kauft von dem Geld der Sahra Geschmeide.

    naja, vllt hatte er auch einfach einen sitzen.
    Aber von Lafontaine hätte ich sowas eigtl echt nicht erwartet

    @GrooveX

    mit so ner Äußerung begibt sich ein Politiker – der immerhin auch unter Gegnern ne gewisse Reputation hat – jedenfalls unnötig auf vermintes Gebiet.
    Allein schon „DIE Geheimdienste“ – der Klassiker… ohne konkrete Belege ist so ne Behauptung schon *leicht* gewagt. was CIA etc vorher alles so getrieben haben spielt da keine Rolle

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  8. Chinook schreibt:

    „Ich verwehre mich dagegen, als zukünftiger AfD-Wähler als rechtsradikal abgestempelt zu werden.“

    Dagegen können Sie sich ja gerne verwehren, aber warum? Es stempelt Sie doch höchstwahrscheinlich niemand allein deshalb als rechtsradikal ab, nur weil sie ankündigen, irgendwann einmal AfD zu wählen.

    „Lesen Sie das Programm. Die AfD ist konservativ, vielleicht auch weiter rechts als die CDU es früher war, aber nicht radikal.“

    Hab ich getan – aaaber, ich bin doch nicht doof und kann das beurteilen, was AfD Politiker so erzählen. Und ich mein nicht allein die Petry, die noch ihre maximal sechs bis zwölf „Anstandsmonate“ in ihrer Position hat, bevor sie echte Probleme bekommen wird – vor allem mit den „Möchtegern-Nazis“ in ihrer Partei.

    Aber zunächst zum Parteiprogramm. Da hat man sich schon gefreut, dass die FDP endlich ihrer gerechten Resteverwertung zugeführt wurde und jetzt greift die AfD auch noch Protestwähler en masse ab – die eine Partei wählen, die ihre Interessen gar nicht vertritt (wobei das auch wieder falsch ist, weil die unteren 20% eh nicht mehr wählen gehen/oder am demokratischen System teilnehmen, warum auch). Denn, das Parteiprogramm der AfD ist ja höchst asozial und bedeutete noch mehr als bisher geschehen, die Auflösung des Sozialstaats, damit des gesellschaftlichen Zusammenhalts (ACHTUNG, wichtige Mitteilung: Alle global wirtschaftlich erfolgreichen Gesellschaften zeichnen sich durch Vertrauen aus, der Individuen untereinander und Institutionen „gegenüber“ – starke Ungleichheiten verstärken Misstrauen und führen so zu weniger gesellschaftlicher Kooperation und in der Folge geringerer Innovationsfähigkeit) und der im GG verankerten sozialen Marktwirtschaft oder des rheinischen Kapitalismus.
    Es gibt, vereinfacht gesagt, genau zwei wirtschaftswissenschaftlich anerkannte und gangbare Wege, Wachstum zu generieren/die Produktivität zu erhöhen. Einerseits über Innovation (Sie sehen sicher worauf ich hinaus will) oder über eine Senkung der Löhne. In Deutschland wurde seit mehr als 12 Jahren praktisch keine Produktivitätssteigerung mehr über Innovation, also auch über Prozessoptimierung (z.B. durch bessere Ausbildung von Arbeitnehmern durch Unternehmen und daraus resultierende Leistungssteigerungen) realisiert. Sondern die gesamte Produktivitätssteigerung Deutschlands wurde über Lohnsenkungen generiert – was „uns“ bspw. einen massiven Wettbewerbsvorteil gegenüber Frankreich einbringt, die mehr Wert auf Sozialstaat legen. Ist zu Zeiten der Finanzkrise sehr hilfreich gewesen. Diese Lohnsenkungen jedoch resultieren in einer wachsenden Schere zwischen „arm“ und „reich“, münden also in geringerer gesellschaftlicher Kooperation (auch wegen steigender Heterogenität der Gesellschaft) und damit verminderter Innovationskraft und globaler Wettbewerbsfähigkeit. Also nach dem Parteiprogramm der AfD zumindest, bräuchte es definitiv keine Flüchtlinge, um Deutschland in ein Schwellenland wie Brasilien zu verwandeln, das schafften die schon ganz allein, mit ihrem riesigen Sachverstand.
    AfD Programm wäre z.B. ALG2 zu kürzen und denen „mehr zu geben“, die arbeiten. Wer soll denn plötzlich denen mehr zahlen, die arbeiten? Erhöhen würden sie den Mindestlohn wohl kaum. ALG2 ist doch schon der Mindestbedarf – aber ok, kürzen wir das noch runter. Dann müssten wir, wie in den USA das Mäzenatentum einführen und beten, dass jemand für Tafeln spendet. Aber irgendwer wird wohl für zahlen müssen, wenn man nicht will, dass bei der ShoppingTour in der Einkaufsstraße der Wahl die Menschen rechts und links darben und anfangen ihre Ansprüche nach Konsumgütern mit Gewalt durchzusetzen. Mindestens 4,4 Millionen erwerbsfähige Personen befinden sich in Deutschland im ALG2 Bezug, bei 42 Millionen erwerbsfähigen Personen (also 10%plus, die Arbeitslosenstatistik läßt grüßen). Das Arbeitsvolumen in Deutschland ist aber die letzten 12 Jahre real nicht gestiegen. Was die AfD also in ihrem Programm bezweckt, ist, mehr Menschen in prekäre Arbeitsverhältnisse zu zwingen – was bei einem kontinuierlichen Arbeitsvolumen bedeutet, dass mehr Leute nen Job haben, aber immer weniger davon auch leben können. Was wiederum die Innovationskraft beschädigt, damit das zukünftige Wirtschaftspotenzial negiert und die Geburtenrate nachhaltig senkt, weil die Leute sich Kinder nicht mehr leisten können und wollen (anders als bspw. in Frankreich).
    Die AfD ist also eine Partei, die mit Angst vor steigender Heterogenität der Gesellschaft und daraus erwachsenden Problemen und (berechtigten) Abstiegsängsten der Mittelschicht Wählerstimmen fängt. Deren Parteiprogramm jedoch so oder so eine wachsende gesellschaftliche non-Kooperation/Spaltung, ein niedrigeres wirtschaftliches Innovationspotenzial und einen sich verschlimmernden demographischen Faktor bewirkte. Und das ist halt einfach die Realität, die man nicht so einfach wegdiskutieren kann.

    Mal ganz abgesehen davon, das Höcke und Konsorten natürlich nicht nationalkonservativ oder sonstwas sind, sondern das, was man umgangssprachlich Nazi nennt. Klar, nicht jeder AfD Wähler ist rechtsradikal, aber jede Stimme für die AfD stärkt die Rechtsradikalen in der AfD. Ok, es gibt die gemäßigten AfD Leute, aber die werden sich im Konflikt niemals gegen Diejenigen durchsetzen, die bereit sind die Sache „handfest“ anzugehen. Insofern kann jeder AfD Wähler wissen was (und wen) er letztlich wählt, selbst wenn er das Wahlprogramm nicht versteht.

    LASST EUCH HALT NICHT BLENDEN IHR DEPPEN!!!!!!! (und ich bin nun wirklich kein Vertreter der extremen Linken)

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  9. Chinook schreibt:

    @GrooveX

    Dehydration ist scheiße, gib deinem Vogel Wasser!

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  10. Garfield schreibt:

    @Ex-CDU-Vermieter

    was ist denn die Definition von Radikal…?

    mittlerweile muß ich sagen: ich find diese ganz „normalen“ Bürger – die drauf bestehn, Schwarze Neger zu nennen weil das ja „ein ganz normales Wort ist“, und jeden Ausländer per se als „Kulturbereicherer“ bezeichnen – viel schlimmer als den Durchschnitts-Nazi. Wenigstens ist der oft nur Mitläufer… diese „anständigen Bürger“ malen vllt keine Hakenrkeuze, sind innen drin aber durch & durch braun

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  11. Gutmensch schreibt:

    Klar ist nun:
    Genova ist triebgesteuert.
    Er mag Linke nicht.
    Er mag nichts unbequemes.
    Lafo und Sahra sind die einzigen Systemoppositionellen von Rang.
    Genova soll ruhig Systemparteien wählen.
    Ich wähle Andere.

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  12. genova68 schreibt:

    naja, vllt hatte er auch einfach einen sitzen. :heiterkeit:

    groovex,
    man kann den Ball nicht aufnehmen. Es ist eine heftige Behauptung ohne Beleg. Sie soll vermutlich dazu dienen, sich im rechten Lager anzudienen. Die Verschwörer sind vermutlich nicht so wenige, die lässt man als Taktiker nicht gerne liegen.

    Ditfurth dogmatisch: Es geht doch beim Politikmachen immer um das, was hinten rauskommt, um die Praxis. Und da ist Ditfurth halt nur sehr begrenzt wirkungsmächtig mit ihren 0,8 Prozent ökolinxx. Die freut sich vermutlich, wenn sie sauber bleibt. Aber das ist zuwenig. Kürzlich kritisierte sie die Linke in Frankfurt, weil die an einer Podiumsdiskussion teilgenommen hatten, an der auch ein AfD-ler beteiligt war. Ergebnis: Alle diskutieren, außer Jutta. So wird das nix. Das ist dogmatisch.

    garfield,

    mittlerweile muß ich sagen: ich find diese ganz “normalen” Bürger – die drauf bestehn, Schwarze Neger zu nennen weil das ja “ein ganz normales Wort ist”, und jeden Ausländer per se als “Kulturbereicherer” bezeichnen – viel schlimmer als den Durchschnitts-Nazi. Wenigstens ist der oft nur Mitläufer… diese “anständigen Bürger” malen vllt keine Hakenrkeuze, sind innen drin aber durch & durch braun

    Schön gesagt.

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  13. Ex-CDU-Wähler schreibt:

    @Chinook

    Es ging um den Vorwurf, die AfD sei rechtsradikal oder gar „Nazi“. Das ist sie in meinen Augen absolut nicht. Solche Dikreditiertierungen stärken die Partei offensichtlich eher noch, glaubt man den jüngsten Umfragen. Die Masse spürt, dass hier eine neue Partei fertig gemacht werden soll, um die eigenen Pfründe zu verteidigen. Aus Solidarität oder meinetwegen auch bloß aus Trotz werden umso mehr Leute eben AfD wählen.

    Ich heiße nicht alle Aspekte des AfD-Programms gut und Sie mögen mit Ihrer Kritik in einigen Punkten recht haben. Das Problem ist jedoch, was wäre die (andere) Alternative? Wen kann man denn noch bedenkenlos wählen?

    Und zum Personal: Die AfD besteht glücklicherweise ja nicht nur aus Leuten wie Höcke. Ich habe neulich ein Interview mit Jörg Meuthen gesehen. Ein ruhiger, symphatisch und authentisch wirkender Herr. Der Mann hat mich deutlich mehr überzeugt als die ganzen Hohlphrasen-Drescher von CDU, SPD & Co, die sich jede Woche die Türklinke in den Talkshow-Studios in die Hand geben.

    Es gibt in jeder Partei unliebsame Personen und Skandale. Die AfD ist noch sehr jung, ich hoffe, man wird sich von den allzu schrillen Typen trennen.

    @Garfield

    Was hat denn die AfD mit den von Ihnen skizierten „anständigen Bürgern“ zu tun? AfD-Wähler sind laut Erhebungen hauptsächlich ehemalige Unions- und (man höre und staune) Linke-Wähler!

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  14. Garfield schreibt:

    Was hat denn die AfD mit den von Ihnen skizierten “anständigen Bürgern” zu tun? AfD-Wähler sind laut Erhebungen hauptsächlich ehemalige Unions- und (man höre und staune) Linke-Wähler!

    schließt sich das aus?
    Leute erkennt man nicht daran welche Fahnen sie schwingen, sondern was sie tun.

    Ansonsten @Genova:
    diese ganze Debatte um „Linke“ ist doch eh müßig.

    Einmal ist „links“ schon grundsätzlich ein viel zu vereinfachendes Attribut, das war schon von Anfang an ein widersprüchlicher Haufen…
    mit Sozen & Kommunisten ging’s schon los; Punks gehör(t)en ja auch *irgendwie* ins linke Lager (eigtl zwar unpolitisch, und allein deren eigene Ideale könnten schon nicht widersprüchlicher sein) … und heute:
    im Netz schwadronieren „echte™ Linke“ v.A. über Kapitalismus, warten drauf daß der von selbst zusammenfällt und gehn deshalb auch nicht wählen – weil dadurch hätten sie ja dieses System „legitimiert“ … auf der andern Seite: selbst bei ausgerechnet Amazon bestellen geht dann aber doch i.O., weil „ne gute Alternative gibt es im Falschen ja sowieso nicht“ ;)

    sich selbst als „links“ bezeichnende Leute – persönliche Schätzung: zu 50% narzisstische Intellektuelle, die sich über pure Anti-Haltung definieren … und ausgerechnet diese Leute sind die [potentiellen] Basis-Wähler, denen es die Partei dann noch i-wie recht machen muß, wenn sie überleben will

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  15. genova68 schreibt:

    garfield,
    diese ganze Debatte um “Linke” ist doch eh müßig.

    Die Diskussion hatten wir hier ja schon. Dieses Schema hier ist eine Überlegung wert, hatten wir auch schon: https://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_Spektrum#/media/File:Political_chart_DE.svg

    In einer Zeit, in der Linksparteiwähler massenhaft zur AfD überlaufen, sollte man diese Schemata nicht einfach entsorgen. Es ist das Geschäft der Querfront.

    Anti-Haltung ist ja erstmal nichts negatives. Ob jemand politisch aktiv wird, entscheidet er selbst bzw. entscheiden die Verhältnisse. Es muss ja immer sichtbare Alternativen geben, an denen man sich orientiert. Derzeit organisiert sich die Rechte halt besser, die Zeichen stehen in diese Richtung. Ich habe gerade gelesen, dass die AfD im Osten bei 19 Prozent steht, vor der SPD. Das erinnert schon an Weimar.

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  16. Ex-CDU-Wähler schreibt:

    AfD im Osten bei 19%? Wow. Dann wird wohl den Befürchtungen mancher Linker nach bald das 4. Reich ausgerufen :P

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  17. Garfield schreibt:

    naja, ich meinte das eher allgemeiner…

    sich „links“ zu nennen (was auch immer man darunter versteht, damit fängst’s ja schon an: Anti-Deutsch, Anti-Imp, Anarchismus, Kommunismus … wobei schon letzte beiden das exakte Gegenteil sind, denn Sozialismus => Vorstufe des Kommunismus – ohne starken Staat … die andern Strömungen sind auch nicht grad „homogen“) – nichts einfacher als das, solang man i.d. Zuschauerrolle ist: einfach die „Bibel“ der jew. Ideologie studieren, strikt ans Dogma halten & über jeden den Stab brechen, der dagegen verstößt… außerhalb ist das natürlich nicht mehr so einfach
    (nebenbei gehn auch politische Einstellung und ganz persönliches Sozial-Verhalten nicht selten _weit_ auseinander … ironischerweise würde ein Schuß ‚Humanismus‘ (nach dem einfachen Motto „wir sind alle nur Menschen“) grad so manchem, sorry, „Gutmenschen“ vllt ganz gut tun…)

    meine Meinug: das Adjektiv „links“ bei der Beurteilung von Menschen besser komplett weglassen, stattdessen konkret werden.
    (Genauso wie man umgekehrt von sogar J. Dittfurth noch ‚geliked‘ sein kann & nicht „offiziell“ rechts – aber trotzdem 120%iger Rassist).

    Anti-Haltung ist ja erstmal nichts negatives

    erstmal – solang man sich nicht anfängt, sich darüber zu identifizieren.
    Ohne Feind auch kein Anti-; und wenn man den verliert muß man sich einen Neues suchen, als reines Mittel zum Zweck.

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  18. Chinook schreibt:

    „Das Problem ist jedoch, was wäre die (andere) Alternative? Wen kann man denn noch bedenkenlos wählen?“

    Niemanden, so traurig es ist. Ich sehe aber wirklich nicht, warum man gerade die AfD bedenkenlos wählen können sollte, wenn dies auf die anderen Parteien auch nicht zutrifft. Das ist Selbstmord aus Angst vorm Tod. Die AfD ist Produkt der derzeitigen defizitären Lage im wirtschaftlichen, sozialen und politischen Feld – aber deshalb sicher noch lange nicht Teil der Lösung.

    Bedenken sollte man eines, wenn man nur einen Hammer hat, beginnt alles andere wie ein Nagel auszusehen.

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  20. Jakobiner schreibt:

    Zu Groove X:

    Es ist zwar richtig, dass die CIA in der Nachkriegszeit viele politische Bewegungen wie Solidarnosc in Polen oder Otpor in Serbien gegen Milosevic , ja selbst Künstlerkreise unterstützte, aber dazu gehören immer zwei Seriten, eben auch eine mit gesellschaftlichen Verhältnisse unzufriedene Seite, die sich eben unterstützen lässt und eben die Geheimdienste, die sie unterstützen. Aber dabei bleiben die gesellschatlichen Verhältnisse ausgeblendet, die diese politischen Bewegungen auch ohne Geheimdienstunterstützung alleine und ganz autonom hervorbringen.Dazu muss man sehen, dass Geheimdienste Instrumente von Regierungen sind und von diesen die Befehle erhalten. Immer so zu tun, als würden Geheimdienste als eigenständige Macht agieren, dämonisiert sie etwas und verniedlicht, ja ignoriert die Rolle, die die jeweiligen Regierungen einnehmen. Wenn es z.B. heißt die CIA wollte Castro ermorden, so müsste es richtigerweise heißen, die CIA im Auftrag von Eisenhower, Kennedy oder Johnson wollte Castro ermorden. Wie Genova richtig schreibt, fehlen bei Lafontaine sämtliche Belege, ja auch Indizien. Genauso hätte er auch schreiben können, dass die Querfront von Putins Geheimdiensten gelenkt wird, wenn man sich solche Figuren wie den Elsässer ansieht.Auch dass Lafontaine von „die Geheimdienste“, also im Plural schreibt und keine konkret benennen kann, zeigt schon, dass er da etwas vermutet ohne es belegen zu können. Außer dem Cui Boni kommt da nicht mal ansatzweise an sonstigen Indizien..Man muss auch einmal sehen, dass diese Geheimdienstanklagen auch bewusst instrumentalisiert werden. In der Sowjetunion und in Mao- China mussten die angeklagten Oppositionellen in ihren erzwungenen Geständnissen immmer die Verwicklung von mindestens einem, wenn nicht gar mehreren Geheimdiensten zugeben und sich als Agenten des Imperialismus outen.Viele Trotzkisten wurde eine Agententätigkeit für gleich mehrere imperialsitische Geheimdienste angedichtet. Neueste Variante nun zum aktuellen Erdogan-Putintreffen:

    „“Meanwhile, Moscow is presenting itself to Turkey as a good “friend” who condemned the coup attempt from the beginning and offered Erdogan its full support. Russian lawmaker have claimed that the “U.S. will never extradite Gulen because the CIA was behind him and his coup attempt,” and bombastic politician Vladimir Zhirinovsky went so far as to say that “Gulen and the U.S. are Turkey’s enemies.”

    Despite Erdogan’s initial defense of the downing of the Russian jet, since the coup attempt Turkey has tried to blame the incident on pilots who are alleged to have been Gulen sympathizers. Even more, just on the eve of the Erdogan-Putin meeting, rumor-based “reports” are making waves in Turkish media that the Gulen movement was trying to provoke a “Russian-Turkish war” and that this alleged “CIA-MI6-Mossad plan” was hatched to distance NATO-member Turkey from establishing close relations with Russia. A French newspaper report is frequently quoted as a “reliable Western source,” claiming that on the night of the coup attempt “U.S.-supported jet fighters tried to bomb Erdogan’s hotel, where he was on vacation, while Putin ordered his Russian jet fighters to defend Erdogan.”

    http://www.rferl.org/content/turkey-notebook-coup-attempt-russia-west/27902350.html

    CIA-MI6-Mossadkomplott–solche Geschichten machen sich immer gut.Aber hier werden noch konkrete Akteure genannt, während Lafontaine im nebulös-spekulativen „die Geheimdienste“bleibt.

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  21. genova68 schreibt:

    Und es ging bei dem Lafontaine-Vorwurf ja nicht um weltpolitische Verschwörungen. Sicher kann man dem CIA, dem BND und sonstwem jede Schlechtigkeit zutrauen, aber die Vorwuerfe gegen Wagenknecht sind durch ihre Aussagen belegbar, da braucht man keinen Geheimdienst. Lafontaine wird alt, ein typischer alter weisser Mann, aehnlich wie Albrecht Mueller. Oeffentliche Selbstdemontage.

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