Unterhaltungsindustrielle für Herrn Naidoo

Gesehen auf Facebook:

naidooWobei: Diese Art von Soul ist nützlich, wenn man Diät macht. Mehr Süßigkeit geht nicht rein.

Die Ruhrbarone haben schön zusammengefasst, warum man Naidoo Antisemitismus, Homophobie und Affinität zu Rechtsradikalen vorwerfen kann.

Nun gibt es laut einer FAZ-Anzeige 121 Leute, die ganz offiziell „für“ Naidoo sind – wie auch immer sie das meinen. Für die Deutschland GmbH? Für ein armes Opfer der Gutmenschenöffentlichkeit? Sitzt der Xavier im Gefängnis? Braucht er Unterstützung? Wobei lustig ist, dass die Unterzeichner behaupten, sie seien einfach nur „Menschen“. Menschen für Xavier Naidoo. 80 Millionen Menschen in Deutschland und nur 121 sind für den armen Geknechten. Eigentlich ein eindeutiges Votum.

Von anderen Menschen wiederum werden die 121 als Künstler bezeichnet. Unter anderem sind Yvonne Knatterfeld und die Avantgardeband Pur aus dem Schwäbischen dabei. Es gibt den Begriff „Unterhaltungskünstler“, eine tolle Wortschöpfung. Ein Künstler, der unterhält? Oder sich beim künsteln mit jemandem unterhält? „Unterhaltungsindustriekünstler“ würde es vielleicht besser treffen. Oder einfach nur „Unterhaltungsindustrielle“. Oder sind das alles Menschenkünstler? Künstlermenschen? Künstliche Menschen? Es ist nicht einfach.

Andreas Gabalier ist auch mit von der Partie und, Achtung, der What´s-another-year-Johnny Logan. Wo bleibt eigentlich der ultimative Künstlermensch Helene Fischer? Initiiert wurde das Ganze von dem Konzertveranstalter Marek Lieberberg – vielleicht müssen die Künstlomaten mitmachen, sonst kriegen sie keine Hallen mehr.

Annette Humpe steht auf der Liste, meine Güte. Und Tim Mälzer, ein Suppenkünstler, auch für Naidoo. Oder ein Unterhaltungskochindustrieller?

Dicke auf Diät für Xavier Naidoo: Das hätte ich verstanden.

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30 Antworten zu Unterhaltungsindustrielle für Herrn Naidoo

  1. dame.von.welt schreibt:

    Wobei lustig ist, dass die Unterzeichner behaupten, sie seien einfach nur “Menschen”.

    Womöglich aus Ken Jebsens Zielgruppe Mensch…;-)…

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  2. besucher schreibt:

    Gottseidank hat Stefan Remmler wohl nicht unterzeichnet. Sonst wär mein Weltbild kollabiert.

    Andererseits behaupte ich mal dass wenn Naidoo ein Weißer wäre er mit seinen Äußerungen als evangelikaler Fundichrist und Reaktionär von unserer „Unterhaltungs“industrie zur Persona non Grata erklärt worden wäre. Man erinnere sich an Eva Herman. Das war immerhin noch eine Frau, dummerweise blond.

    Ich bin schon der Meinung dass in der „unterhaltungs“industrie ein ziemlicher Rassismus vorherrscht, nur halt anders herum.

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  3. genova68 schreibt:

    Eine steile These und wohl eher komplett daneben, lieber Besucher. Mit Naidoo wird viel Geld verdient, deshalb lässt man ihn nicht fallen. Wie auch mit einem Gabalier. Man müsste nun 121 Unterstützer fallenlassen.

    Herman war Nachrichtensprecherin, nix Unterhaltung, die sich vermutlich absichtlich mit mehrdeutigen Aussagen in die rechtsradikale Ecke gestellt hat. Ihr heutiges Engagement lässt das vermuten. Und die wurde geschasst, weil sie blond ist? Meine Fresse…

    Wobei der Naidoo beim ESC ruhig singen könnte, meines Erachtens. Das sollte man aushalten. Man hält ja auch diesen Schwachmatenwettbewerb aus.

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  4. genova68 schreibt:

    Ja, ein interessanter Gedanke. Dieses bewusste Verharmlosen ist eigentlich das nervigste. Die Leute stehen nicht zu dem, wie sie drauf sind. Ähnelt diesen ganzen neurechten Spießern auf Marktplätzen in Plauen und sonstwo. Naidoo, Jebsen, Plauen et al.: Geistig überforderte Selbstdarsteller in großer Lächerlichkeit.

    Aber es kommt an.

    P.S.: Aus einem Bericht von Spon über Frauke Petry:

    „Das beleidigte Auflachen, der immer erstaunt-spöttische Blick, die Zornesfalte bei angeblichen Verunglimpfungen: Petry verkörpert die Opfermythologie der AfD mit jeder Faser. Bloß weil wir, die besorgten Bürger, uns die ungeregelte Zuwanderung nicht bieten lassen wollen, werden wir mit der Nazikeule niedergestreckt, diffamiert, ausgegrenzt, unterdrückt, bedroht.“

    http://www.spiegel.de/kultur/tv/hart-aber-fair-mit-frank-plasberg-ach-ja-diese-besorgten-buerger-a-1065367.html

    Das ist gut beobachtet. Ähnlich funktionieren die genannten. Demagogisch bis ins Mark, gleichzeitig permanent Nazi-Bezüge selbst herstellen und sich dann als Opfer präsentieren. Es ist eine geschickte Strategie, weil die Fans solcher Leute sich auch gerne als Opfer wähnen, Opfer der Linken, der PC, der Ausländer, der Schwulen etc. Und Opfer brauchen einen Führer.

    Christoph Twickel, der Autor bei Spon, hat das in dem Artikel schön beschrieben.

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  5. besucher schreibt:

    Mit Rechtsrock-Bands kann man auch ne Menge Geld verdienen. Und was ist zum Beispiel mit einem Bushido? So einer bekam den „Integrationsbambi“ .
    So abwegig ist meine These nicht. Personen mit Mihigru dürfen sich reaktionär äußern und teilweise auch Hate-Speech loslassen, es wird ihnen eher nachgesehen. Hat etwas von umgekehrtem Rassismus, wie ich erwähnte. Man schaut bewusst weg,

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  6. dame.von.welt schreibt:

    (Lichtjahre vom Thema hier entfernt, aber es könnte Sie vielleicht interessieren: Bestürzende Neubauten)

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  7. genova68 schreibt:

    dame von welt: Danke! Obwohl ich den Artikel schon gelesen habe :-)

    besucher,
    die Entscheidung für Bushido wurde damals masssiv kritisiert, Sie erinnern sich sicher. Rosenstolz hat auf der Bühne involviert, es gab massenhaft kritische Medienartikel. Würde der heute für den ESC nominiert, würde das auch massiv kritisiert. Naidoo und Bushido sind gut im Geschäft, die werden exakt deshalb nicht fallengelassen. Und alle machen mit. Beide wurden und werden massiv kritisiert, aber es gibt auch Fürsprecher. Der erwähnte Galabier hat sich auch schon ziemlich strange geäußert, er macht weiter, weil er gut im Geschäft ist. Sorry, aber daraus kann ich nichts in Ihrem Sinn ableiten.

    Es darf sich so ziemlich jeder reaktionär äußern. Und Ihre Bemerkung zum Deutschrock spricht ja gegen Ihr Ausgangsargument.

    Aber dass man Ausländern in Deutschland eher reaktionär äußern dürfen, ist zum Teil wohl wahr. es ist nur kein umgekehrter Rassismus, die Deutschen sind dabei nicht Opfer. Wenn Roberto Blanco sagt, er finde die Neger-Äußerung von dem bayrischen Innenminister nicht so tragisch, dann äußert er sich als Betroffner, dann fällt die Kritik von Weißen notwendigerweise milder aus. Ich halte jegliche Argumentation in die Richtung, dass der arme Deutsche ein Opfer sei, von Europa, von den Amis, von wem auch immer, für absurd.

    Ansonsten bringen Sie bitte konkrete Beispiele für Ihre These. Und jetzt nicht vom antisemitischen Araber aus dem Imbiss berichten.

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  8. besucher schreibt:

    Ich meinte den Begriff „umgekehrter rassismus“ eher darauf bezogen dass man diese Leute das sagen lässt weil man sie nicht ernst nimmt, so dahingehend dass man sie eher als Hätschelkinder abtut: Die dürfen das sagen weil schwere Kindheit, der alltägliche Rassismus, ist sicherlich bedenkenswert aber kein Freibrief für Hate Speech.

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  9. besucher schreibt:

    Man kann zwar reden wie ein Rechtsradikaler aber man ist deswegen noch lange keiner wenn man die „Unterhaltungsindustrie“ hinter sich hat:
    http://www.stern.de/lifestyle/leute/das-sommermaerchen-ist-vorbei-6367390.html

    Auch der NPD aus Mannheim gefällt es:
    http://tapferimnirgendwo.com/2015/12/04/hallo-ihr-menschen-fuer-xavier-naidoo/

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  10. neumondschein schreibt:

    Was wollt ihr? Was verlangt ihr? Da bauen zahllose Migranten das Bild von testesterongepeinigten Halbstarken in den Medien auf. Da ulkt ein Kay One über Alice Schwarzers Kritik an seinen zur Schau getragenen Porno-Phantasien. Bushido gibt sich redlich Mühe, der Welt einen bösen Buben vorzuspielen. Dann hauen die sich gegenseitig in die Fresse. Das nennt man wohl „dissen“. Und da nimmt ein Kool Xavas einen Track auf zusammen mit ebenjenem Xavier Naidoo, und die Welt zerreißt sich das Maul über seine Homophobie, und ausschließlich nur um die seine, die vielleicht nicht mal einmal wirklich die seine Homophobie ist, sondern die der Textdichter, Kool Xavas‘ oder eines Kontextes, das das so von ihm erwartet.

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  11. neumondschein schreibt:

    Daß mit Xavier viel Geld verdient wird, und Marek deshalb die Anzeige schaltet, und sich die Creme der Unterhaltungsindustrie seinen Namen dafür hergibt, ist auch ungefähr so blöd wie die Behauptung, die FED sei dazu geschaffen worden, unentwegt Kriege anzuzetteln, um an ihnen verdienen zu können. …also eine unbelegte, unwahrscheinliche Behauptung.

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  12. neumondschein schreibt:

    Und: Hitler hätte wohl mehr Spaß an Gabalier gehabt als an Xavier, Bushido, Kool Savas, Kay One, Lady Bitch Ray und und und. Wer unbedingt meint, Schwule heilen und die Familie retten zu müssen, oder meint, die Nation müßte aus tiefster Finsternis heraus zur Sonne der Freiheit gebracht werden, der wird sich wohl an diesen feschen Buben halten und nicht an die bösen Buben und Töchter, die wohl die „Verbündeten des Satans“ symbolisieren.

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  13. besucher schreibt:

    Möchte Gabalier denn Deutschland zur Sonne zur Freiheit bringen? Da hätte ich gern mal ein paar Belege.

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  14. besucher schreibt:

    Danke für die Bestätigung meiner Kritik: Man kann das natürlich alles relativieren. Wahrscheinlich ist Bushido auch gar nicht homophob und frauenverachtend, er sagt das nur so weil seine Fans das von ihm erwarten. Wahrscheinlich war Hitler auch kein Antisemit, er machte diese Äußerungen nur weil sie in der NSDAP und in der Öffentlichkeit gut ankamen.

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  15. dame.von.welt schreibt:

    Ein bildschöner Rant von Dirk Gieselmann: Das Uh und Ah der Nation

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  16. genova68 schreibt:

    Es wurde doch all das, was du, neumondschein anführst, auch schon kritisiert. Es wird nicht nur Naidoo kritisiert. Was meinst du, wäre passiert, wenn Bushido oder dieser Kay One zum ESC hätten fahren sollen?

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  17. genova68 schreibt:

    Lustig, dass sich Lieberberg nun von Naidoo distanziert, wegen seines neuen Antikriegsliedes, in dem er von Judensternen für Moslems faselt. Der Lieberberg ist offenbar nicht der fitteste in der Birne, wenn er den Antisemitismus von Naidoo vorher nicht gecheckt hat. Abhaken.

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  18. Chinook schreibt:

    Naja, wer tatsächlich denkt, Naidoo sei ein Antisemit, der kann sich mit ihm nicht anders als oberflächlich auseinandergesetzt haben. Er hat seltsame Ansichten und ist irgendwo ein Idiot, keine Frage, aber ein Antisemit oder Rassist ist er nicht (mal bei unbekannten Künstlern in Mannheim nachfragen, was die von ihm halten und vor allem, warum). Thomas Schreiber ist der unfähigste „Unterhaltungschef“ aller Zeiten, das ist sicher. Naidoo hätte niemals für den ESC ausgewählt werden dürfen, klar, das war unglaublich dumm.
    Aber das du Genova, gegen Naidoo bist, das überrascht mich doch. Ob die BRD nun vom Kapital besetzt ist und deshalb unsouverän, oder von irgendeiner anderen Macht, eigentlich sind die Argumente ziemlich ähnlich.
    Die meisten Menschen machen den Fehler, dass sie rechts und links auf einer Geraden einsortieren – und auf der ist alles klar. Dabei gibt eine solche Gerade nur die öffentliche Haltung wider, die Linie, welche linke und rechte Prinzipien beschreibt, die ist ein Kreis. Wer links abrutscht kommt allzu oft rechts wieder hoch und umgekehrt, Zumindest nähern sich die prinzipiellen Argumentstrukturen verdächtig an. Aktuell kommen sie sich verdammt nahe, den Rechten ist das egal, aber die Linken merken noch nichtmal, wie bankrott sie sind. Wie jemand der mit einer Gruppen flitzen geht und auf der großen Straße dann merkt, er steht allein da und niemand ist mitgegangen.
    Mittlerweile sollte man sich fragen, ob Polarisierung und ein Alleinvertretungsanspruch der jeweils eigenen Ideologie noch positives zu irgendetwas beitragen kann.

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  19. genova68 schreibt:

    Aber das du Genova, gegen Naidoo bist, das überrascht mich doch. Ob die BRD nun vom Kapital besetzt ist und deshalb unsouverän, oder von irgendeiner anderen Macht, eigentlich sind die Argumente ziemlich ähnlich.

    :-) ein cooles Argument. Der Unterschied ist vielleicht, dass ich versuche, argumentativ systemisch vorzugehen. Und das führt mich nicht zu dem Ergebnis, dass D. besetzt ist. Weder von den Juden noch vom Kapital. Es ist übrigens interessant, dass die VTler mit Marx nichts im Sinn haben. Es spricht für ihn, dass er diesbezüglich offenbar nicht instrumentalisierbar ist.

    Naidoo ist vermutlich, wie du selbst schreibst, ein Idiot. Oder etwas differenzierter: ein Narzisst, einer, der sich selbst ganz toll findet, ein Erleuchteter, ein Banalo-Religiöser, ein Trottel. Der Artikel, den dame von welt aus der Zeit verlinkt hat, ist sehr lesenswert, da wird das Phänomen Naidoo gut erklärt.

    Das Problem sind aber generell nicht nicht Typen wie Naidoo oder Elsässer, sondern Zeiten, in denen solchen Typen in Massen hinterhergerannt wird.

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  20. besucher schreibt:
  21. Chinook schreibt:

    „Es ist übrigens interessant, dass die VTler mit Marx nichts im Sinn haben. Es spricht für ihn, dass er diesbezüglich offenbar nicht instrumentalisierbar ist.“

    Naja, wenn die Linken von der aktuellen Situation profitierten, könnten sie Marx sehr schnell instrumentalisieren. Vielleicht sind die sozialistischen Verhältnisse eben noch näher, als das Dritte Reich.
    Ich habe Leute kennengelernt, die mit Naidoo zu tun hatten. Bei einigen ist das zwar sehr lange her, aber die einhellige Essenz ist, dass er jemand ist, der sich sehr einsetzt und dies eben nicht medienwirksam verwertet. In Mannheim hat er definitiv vielen Menschen Perspektiven eröffnet, nichtmal unbedingt durch direkte Unterstützung, sondern dadurch, dass Perspektive in ganze Freundeskreise eingbracht wurde, im Umfeld dieser Musikgeschichten etc. Und auch als er groß erfolgreich wurde, hat das nicht aufgehört. Wenn Naidoo sich in seiner zwangsweise öffentlichen Funktion so äußert, wie er dies getan hat – dann glaube ich, sollte er heftigen Gegenwind erfahren. Aber gegen seine Argumente (die nicht sonderlich schwer zu widerlegen sind) und nicht in der Art und Weise einer medialen Hexenjagd. Nicht von Verächtlichmachen seiner Person sollte Widerspruch geprägt sein, sondern von einer Entwertung seiner Argumente und damit seines geäußerten politischen Ansatzes.
    Du beschreibst das gesellschaftliche Problem welches ich sehe im Grunde selbst:
    „Das Problem sind aber generell nicht nicht Typen wie Naidoo oder Elsässer, sondern Zeiten, in denen solchen Typen in Massen hinterhergerannt wird.“
    Das Problem ist, dass der Demokratie die Demokraten ausgehen, weil die Politik die Menschen nichtmehr erreicht – egal ob Links oder Rechts oder Mitte – und Politiker individuell dies auch nicht mehr zu wollen/zu können scheinen. Denn bisher galt, jeder der nicht zur Wahl geht ist halt irrelevant, aber vielleicht entscheiden sich immer mehr Leute ihre Stimme abzugeben und sehr relevant zu machen.
    Tocqueville hats ja schon lange vorhger erwähnt, Demokratie führt zu einem zu großen Einfluß der Eliten, einer politischen, freiwilligen Entmündigung der Bevölkerung und damit zu einer Tyrannei der Massen. Nur – das hat der in den USA betrachtet, wir sind in Europa.
    Diese vergiftete Stimmung und nichtmehr bestehende Diskussionskutlur (und deshalb verunmöglichte Ausgleichskutlur) kann man aber nicht dadurch bekämpfen, dass man sich den zu irgendeiner Zeit auffälligsten Pfau herausgreift und ihn persönlich diffamiert, damit man sich mit Argumenten einer ganzen gruppe nicht tiefer auseinandersetzen muss. Das politische Credo jedweder aktueller politischer Couleur ist, exponierte Individuen zu entwerten und darauf zu hoffen, dass die gesamtgesellschaftlich gelegten Pfaueneier keine Pfauen werden, weil sie Angst haben als Pfau diffamiert und verächtlich gemacht zu werden. Das wird nicht funktionieren und stellt sowohl eine Entpolitisierung als auch mittelfristig eine Entdemokratisierung dar.
    Gerade weil so viele Menschen zunehmend bescheuerte Ansichten pflegen – für welche Leute wie Naidoo nicht ursächlich sind, die fungieren eher als Sonar und plötzlich fällt dann halt auf wieviele Leute ähnlicher Meinung es eben gibt – sollte man demokratisch, liberal fair mit ihnen umgehen und ihre Ansichten in sachlichem Dialog klar widerlegen. Denn nur dann nimmt man die Leute um die es eigentlich geht ernst, auch wenn man ihre Ansicht „nicht ernst nimmt“.
    Man beschäftigt sich doch eigentlich nicht argumentativ mit irgendeinem Barden aus Mannheim, sondern mit den Menschen, welche man in seinem Windschatten sieht, vor denen man Angst hat und die viele wahrscheinlich verachten. Man sollte sich mit den Argumenten dieser Menschen beschäftigen (und diese sich auch nicht hinter irgendwelchen Kristallisationspunkten verstecken lassen) und nicht damit, ob Naidoo ein Narzist, Rassist oder wasauchimmer ist – das ist vollkommen irrelevant. Das ist ein Sänger, am Ende des Tages interessiert der niemanden.
    Es kann nicht sein, dass politische Diskussion mittlerweile bedeutet Personen verächtlich zu machen und wenn das nicht klappt auf Plan B umzuschwenken und Meinungen binär in Schubladen zu stecken – wohingegen man sich im ganzen Prozess nie mit einem sachlichen Austausch von Argumenten befasst. Es kann auch nicht sein, dass ich mittlerweile die NZZ oder Zeit lesen muss (oder auf den Hörfunk zurückgreifen muss), wenn ich über die Flüchtlingskrise halbwegs objektiv informiert werden will. ich verstehe die deutsche Angst vor rechten Strömungen, die ist auch sehr berechtigt, aber genau deshalb muss man sich mit den Menschen auseinandersetzen, die solche Meinungen haben. Das sind Bürger, die rennen nicht einfach irgendwem hinterher, die sind für ihre Meinung verantwortlich und deshalb auch als vollwertige Opponenten wahrzunehmen und nicht als dummes Stimmvieh – solange es im verfassungsrechtlich vertretbaren Rahmen abläuft.
    Aber Diskussionen oberflächlich abzuwürgen (und letztlich nicht einzugehen), weil dies den Opponenten aufwertete und rechten Strömungen Vorschub leiste, das ist eine seltsame Strategie die aktuelle gesellschaftliche Polarisierung anzugehen.
    Ich meine damit gar nicht dezidiert dich, aber erkenne es als großes Problem, mittlerweile im gesamten Europa. Demokratie braucht Demokraten, die nach demokratischen Prinzipien handeln und rechtsstaatliche, ausgleichende, gesellschaftliche Penetrationskraft daraus generieren, dass sie sich eben mit allen verfassungsrechtlich konformen Individuen der Gesellschaft offen auseinandersetzen, da dürfen auch die fetzen fliegen – aber genau davor haben vor allem die Deutschen Angst.

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  22. genova68 schreibt:

    Wie Naidoo „wirklich“ ist, interessiert nicht. Er ist prominent und deshalb interessiert, was er öffentlich von sich gibt. Da sind die Zitate eindeutig.

    Naidoo wurde schon hundertfach widerlegt, so wie alle Verschwörungstheoretiker und rechten Hampelmänner. Das interessiert die VTler aber nicht.

    Welche Diskussion mit Naidoo soll den abgewürgt worden sein? Und wie will man mit jemandem, der Mannheim für die auserwählte Stadt hält, diskutieren? Welches soll das Gegenargument sein?

    Und was hat das mit Flüchtlingen zu tun?

    Hexenjagd, auch so ein lustiger Begriff, der momentan nur vom rechten Spektrum benutzt wird. Das arme Opfer Naidoo wird fertiggemacht. Genau so ein Begriff verhindert argumentative Auseinandersetzung.

    Man müsste deinen Stil, chinook, einmal analysieren. Du bist glatt wie eine Seife.

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  23. Gutmensch schreibt:

    Die Ruhrbarone sind für Linke nicht ernstzunehmen: Herausgeber ist ein Stefan Laurin, Soldschreiber für die rechtsoffene „Welt“ und Leugner des Klimawandels.
    Von solchen Aluhüten sollte man sich tunlichst fernhalten.
    Im übrigen sollte man zur Kenntnis nehmen, dass u.a. auch Herbert Grönemeyer Naidoo den Rücken gestärkt hat.

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  24. besucher schreibt:

    Und so ein Grölemeyer steht als moralische Instanz mindest auf der Stufe vom Fränzchen im Vatikan. Das sollte man mit berücksichtigen.
    Was ist den eigentlich ein „Leugner des Klimawandels“ ? Steht der auf einer Stufe mit den Leuten die bezweifeln dass sich die Erde um die Sonne dreht?

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  25. chinook@gmx,net schreibt:

    „Man müsste deinen Stil, chinook, einmal analysieren. Du bist glatt wie eine Seife.“

    Dann mach das doch.

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  26. chinook@gmx,net schreibt:

    ‚Man müsste deinen Stil, chinook, einmal analysieren. Du bist glatt wie eine Seife.‘

    Vielleicht solltest du dem Stil weniger Aufmerksamkeit widmen, als der vernunftbegabten Argumentation. Nur eine Anregung!

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  27. chinook@gmx,net schreibt:

    Wie Naidoo “wirklich” ist, interessiert nicht. Er ist prominent und deshalb interessiert, was er öffentlich von sich gibt. Da sind die Zitate eindeutig.
    Naidoo wurde schon hundertfach widerlegt, so wie alle Verschwörungstheoretiker und rechten Hampelmänner. Das interessiert die VTler aber nicht.

    Nee, was die allgemeine Linke zu Palavern hat, interessiert schon lange keinen mehr, Nichtmal wert, dass man sich mit ihr irgendwie auseinandersetzt.
    Viel Glück!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!.

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  28. genova68 schreibt:

    Oh, da ist aber einer sauer.

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  29. besucher schreibt:

    Wer ist denn die allgemeine Linke?

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  30. Chinook schreibt:

    Ein bisschen, aber nicht zu sehr ;-)

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