Sozialdarwinismus heißt Solidarität: Schäubles Chefökonom plappert

Sowohl die EU als auch die Währungsunion sind Wertegemeinschaften für Stabilität, Solidarität und ein Miteinander auf Augenhöhe…

Deshalb kann Griechenland nur mit entschlossener Reformpolitik zu wirtschaftlichem Erfolg zurückkehren und damit wieder auf Augenhöhe zu seinen Partnern kommen. Europa und Deutschland werden dafür weiterhin alle Hände reichen. Aber dieser Weg verlangt auch starke Reformen…

Den vermeintlich einfachen Lösungen und den falschen Propheten zu widerstehen, sollte Europas Ehrgeiz bleiben. Erfolg in Europa – im Sinne von Stabilität, Solidarität und einem Miteinander auf Augenhöhe – erfordert, Kurs zu halten.

Wer gibt solch sinnfreies Geplapper von sich? Es ist Ludger Schuknecht, der Chefökonom im Bundesfinanzministerium und Leiter der Abteilung für finanzpolitische und volkswirtschaftliche Grundsatzfragen, in der Süddeutschen Zeitung. Überschrift: „Warum Piketty und Co. falsch liegen“. In diesem Ministerium schafft es bekanntlich auch ein Kapital-Lobbyist wie Clemens Fuest in eine leitende Position.

Der Vorteil solch neoliberaler Schwülstigkeiten: Man kann ihnen argumentativ kaum mehr begegnen, es ist wie eine andere Sprache. Mir fällt jetzt nicht von ungefähr Victor Klemperer ein. Es ist eine Mischung aus Orwell und Zeugen Jehovas.

Auf diesem Niveau ist man im Bundesfinanziministerium unterwegs, nicht etwa in einem durchgeknallten libertären Blog. Und die Süddeutsche als vermeintliches Qualitätsblatt druckt das.

Es ist kein Wunder, dass es zwischen Neoliberalen und vernünftigen Ökononmen keine Kommunikation gibt. Was soll man zu obigem sagen? Man müsste seine Zeit darauf verwenden, erst einmal jedem einzelnen Begriff zu seinem Recht zu verhelfen – dann wäre die Sendezeit vorbei.

Stabilität, Solidarität, Augenhöhe, entschlossene Reformpolitik, wirtschaftlicher Erfolg, Partner, starke Reformen, Hände reichen, Kurs halten: Jeder der vom Ökonomen Schuknecht gebrachten nicht-ökonomischen Begriffe ist geklaut, seiner eigentlichen Bedeutung beraubt. Der Typ propopagiert, zusammen mit seinen Kameraden, seit Jahren und Jahrzehnten die exakten Gegenteile derer. Die verschärfte kapitalistische Verwertungslogik läuft nur gegen Reformen, gegen Solidarität, gegen Partner, gegen Hände reichen, gegen Stabilität, gegen Augenhöhe. Dennoch wird Schukechts rechte Propaganda auch medial in seinem Treiben – das ist das der objektiven Lüge, der Umdeutung von Begriffen und somit Werten – unterstützt.

Hin und wieder erschrecke selbst ich, was in diesem Land möglich ist.

(Foto: genova 2014)

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Eine Antwort zu Sozialdarwinismus heißt Solidarität: Schäubles Chefökonom plappert

  1. Klaus Jarchow schreibt:

    Tschaja – Narrative ohne Inhalt. Was kommt als Nächstes? Trüffeln ohne Geschmack? Autos ohne Motor? Politiker ohne Hirn?

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