Der Schäfer über seine Weide

Die Berliner Zeitung über das Brunnenviertel, das gerade gentrifiziert wird:

Die Mieten steigen, die Verdrängung beginnt. „Das hat eine gewisse Tragik, aber für das Viertel ist dieser Prozess gut und wichtig“, sagt (der Pfarrer des Kiezes) Günther Krause. Vielleicht zählt das Brunnenviertel bald schon nicht mehr zu den ärmsten Gegenden Berlins.

Man erwartet von einem Geistlichen, wie man sagt, nun nicht gerade geistig Kompetentes. Aber selbst einem Pfarrer könnte auffallen, dass er für seine Schäfchen da sein sollte und nicht für die Kapitalisierung der Weidefläche. Die Verdrängung ist also gut und wichtig, damit es „dem Viertel“ besser geht. Dass es den Leuten schlechter geht, ist zwar tragisch, aber notwendig.

Gott steh uns bei.

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2 Antworten zu Der Schäfer über seine Weide

  1. tikerscherk schreibt:

    Es bleibt mir ein ewiges Rätsel, wie überhaupt jemand etwas so Dummes von sich geben kann. Nicht zum ersten Mal lese ich, dass Gentrifizierung, also Verdrängung, gut sein soll. Für den Kiez. Wer ist denn bitte der Kiez, wenn nicht seine Einwohner. Scheiße aber gut, oder wie?

    Der Pfarrer möge in der Hölle schmoren.

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  2. genova68 schreibt:

    Ich komme gerade von meinem allsontäglichen Kirchgang und muss mich selbstredend vom letzten Satz der userin tikerscherk distanzieren. Aber ein schöner konjunktivischer Gebrauch des netten Modalverbs mögen. So geht die praktische Pflege von Kulturerbe.

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