Mittelklasseästhetik: von Sein und Design

Die drei folgenden Bilder zeigen Neugebautes, alle drei Beispiele sind im Osten aufgenommen. Man kann bei einer Landpartie in Brandenburg oder Sachsen alle paar Meter solche Fotos knipsen. Die Gegenwart ist böse, also hüpfen wir via gekaufte Fertigteile aus dem Baumarkt zurück in die Zeit, in der es noch keine Fertigteile im Baumarkt zu kaufen gab.

Analog zu den Leuten, die die Zumutungen des Kapitalismus abschaffen wollen, indem sie zur Tauschwirtschaft zurückkehren. Wir tun jetzt einfach mal so, als blättere bei unserem Haus der Putz ab. Das ist so schön romantisch und das haben wir doch auch bei unserem letzten Italienurlaub gesehen.

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Besonderes Augenmerk gilt in diesen Kreisen dem Dach. Sattel, Ziegel, Gauben, individuelle Dachüberstände. Dazu die unvermeidliche Satteldachgarage. Auch schön ist das Dreiecksfenster im Doppelgaragendach links hinten.

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Das ästhetische Empfinden ist im Osten noch dürftiger entwickelt als im Westen. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass es in der DDR nichts gab und wenn es einmal etwas gab, dann musste man das nehmen und verwenden. Eine ungewollte Bescheidenheit. Es entwickelte sich lediglich eine Ökonomie der Mangelvermeidung, ohne jeden anderen Anspruch. Wer sein Bad renovieren wollte und nach ein paar Jahren eine Ladung Fließen einheimste, der schaute nicht kritisch auf Materialität, Farbe und Haptik.

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Die Ostdeutschen haben leider auch eine der wenigen Möglichkeiten emanzipierter ästhetischer Sozialisation verpasst, die es in der Geschichte hin und wieder gibt. Die Nachkriegszeit bis in die Achtziger brachte im Eigenheimsektor in Westdeutschland zwar unendlich viel Banales hervor, aber man stand zur Banalität, zur viereckigen Kiste, zur leeren Wand, zum biederen Sockel, der da ist, weil er schon immer da war, aber ohne weiterführenden Anspruch, also ohne hervorgehobende Ecken, Gauben, Sprossen und so weiter.

Diesen West-Neubauhäusern aus den Fünzigern und Sechzigern wurde die bewusst abgebrochene Tradition zum Vorwurf gemacht, beispielsweise von Dieter Wieland. Vielleicht zurecht, aber angesichts deutscher Traditionen ist ihre Verleugnung nicht unbedingt das Schlechteste. Man konnte seinen individuellen Wert via Ästhetik steigern. Wers übers Haus nicht schafft oder schaffen mag, stellt sich einen gebrauchten 5er BMW vor die Tür.

Die Ostdeutschen sind doppelt angeschmiert.  Sie wollten das West-Niveau, hatte das aber nicht. Das wäre nicht weiter tragisch, wenns sie ernsthaft Sozilialismus oder ähnliches wegwollt hätten, haben sie aber nicht. Stattdessen immer nur den doofen Westen. Und so kam es, wie kommen musste.

24 Jahre nach dem Ende des Mangels ging die Katastrophe 1990 erst richtig los. Die Leute konnten alles kaufen und kauften vor allem zielgerichtet regressiv. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Der Hausbauer erinnert sich ungenau der fehlenden Tradidition und hat plötzlich wieder ein Bedürfnis nach ihr. Dumm nur, dass sie weg ist, die Tradition. Also begnügt er sich mit der Fata Morgana, dem normierten Baumarktangebot, mit dem schon in sich keine Tradition wieder aufgenommen werden kann.

Fehlende Tradition: ein ergiebiges Thema. Das Verpönen von Tradition führt zur Regression. Zumindest in einem Pressure-System wie dem kapitalistischen. Dazu könnte ich viel sagen, fiele mir nur etwas ein.

Interessant auch das neue Buch des FAZ-Redakteurs Niklas Maak (Wohnkomplex. Warum wir andere Häuser brauchen):

Das Einfamilienhaus, das schon der Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich ausgiebig als „aufwändige Form der Asozialität“ beschimpfte, wird endgültig zum Tempel der Immersion: Hier geht es trotz riesenhafter Küchentische, die wie Monumente einer unerfüllten Sehnsucht den Raum versperren, nicht mehr darum, Gäste einzuladen und gemeinsam zu feiern, sondern um ungestörten, quastenumbaumelten Schlaf. Gibt es eine einzige Einrichtungszeitschrift, in der man fünfzehn Menschen an einem verwüsteten Tisch, auf Sofas und in Küchen feiern sieht? Eben. Die Einrichtungsgegenstände und Dekorationsideen erzählen von der Überforderung des Bewohners: Das Haus ist eine Wellnesslandschaft für den burnoutgeplagten, weil überarbeiteten Immobilienbesitzer, eine Comfort Zone, in der alles auf Erholung, Abschottung und Trost ausgerichtet ist – und vergessen lässt, dass das Haus, der Stress und die Kosten, die es produziert, selbst ja einer der Erschöpfungsgründe ist.

Sehr richtig. Vielleicht schockt mich die aktuelle Entwicklung deshalb, weil ich selbst in einem Neubaueinfamilienhaus aufgewachsen bin und sozialisiert wurde. Ohne das zu verklären: Die ästhetischen Standards waren in den 1970ern noch an der Avantgarde, also am aktuellen Stand des Bewusstseins orientiert. Man operierte ohne Sprossenfenster, ohne pseudoklassizistischen Kunststoffleisten, ohne Zierspitzen auf Geländern, ohne Gewände, ohne Faschen, ohne Gauben, ohne nicht funktionierenden Brunnen mit Gewinde im Garten, ohne diesen ganzen ideologischen und materiellen Sondermüll. Der Architekt schlug ein Taut-Detail vor, das vom Bauherrn vielleicht nicht übernommen wurde, aber er forderte auch keinen Biedermeierschrott. Heute gibt einem der ideelle Gesamtarchitekt des Musterbaukonzerns den Biedermeierschrott vor.

Das Sein bestimmt das Design.

Und weil es gerade so schön passt: Der Vordenker der AfD, lese ich in der aktuellen Zeit, heißt Marc Jongen. Ein promovierter Philosoph, der ein Buch zum Thema Spiritualität geschrieben hat. Er ist Assistent von Deutschlands angesehenstem zeitgenössischen Philosophen, dem Sozialdarwinisten Sloterdijk.

Vorwärts, Kameraden.

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41 Antworten zu Mittelklasseästhetik: von Sein und Design

  1. Opperfield schreibt:

    Interessanter, vielschichtiger Artikel.
    Dazu ein bewusst eindimensionaler Kommentar:

    Die AfD hat offenbar fähige Leute (einen promovierten Philosophen – hört, hört) in den eigenen Reihen. Ich werde dort eventuell sogar mal mein Kreuzchen machen. Schlimmer als Merkel kann das auch nicht werden.

    Und mal ehrlich, was wäre die Alternative? Bei den Roten finde ich den Gregor ja total nett, doch leider ist die Wagenknecht untragbar.

    Und sonst? Die weniger Roten haben kein Profil, die ehemals Schwarzen auch nicht mehr. Von den Gelben reden wir besser erst gar nicht. Und die Braunen will ich auch nicht. Dann eben vielleicht doch mal Blau riskieren.

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  2. Dirk schreibt:

    „…Das ästhetische Empfinden ist im Osten noch dürftiger entwickelt als im Westen. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass es in der DDR nichts gab und wenn es einmal etwas gab, dann musste man das nehmen und
    verwenden. Eine ungewollte Bescheidenheit. Es entwickelte sich lediglich eine Ökonomie der Mangelvermeidung, ohne jeden anderen Anspruch. Wer sein Bad renovieren wollte und nach ein paar Jahren eine Ladung Fließen einheimste, der schaute nicht kritisch auf Materialität, Farbe und Haptik….“

    Darf ich fragen, was Dich zu solch generalisierenden Sätzen qualifiziert? Nur weil Du ein paar Häuser im Osten abgelichtet hast, weißt Du ganz genau bescheid? Dass es in der DDR „nichts gab“ ist doch hanebüchener Unsinn oder aber ich muss woanders aufgewachsen sein. Fliese mit „ß“ schreiben, aber die große Ahnung haben wollen, so liebe ich die Experten…

    Apropos Fliesen, ist es denn im nun sooooo wichtig, welche Farbe oder Haptik die haben? Machen mehrfarbige in 3D-Optik den Menschen glücklicher als einfarbige? Anders gefragt, sind gefühlte 3 Baumärkte pro Kleinstadt und verfaulende Bananen oder 20 Sorten Waschmittel im Supermarkt Beweise für die Überlegenheit einer Gesellschaft?
    Schönen Sonntag noch.

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  3. Nazienkel schreibt:

    Aus blau wird braun;)
    Mal im Ernst – bei all den Fragwürdigkeiten dort können Sie bei der Argumentation aber auch Hörstels Partei wählen, meinen Sie nicht. Ist aber ein schönes Beispiel für die Überschneidungen der Wählerschaft von afd und Linker.

    Genova,
    echt lustiger Artikel. Mußte ein paar Mal lachen. Von Putz und Satteldach zu Jongen, super. Warum nur muß ich jetzt an den Zoo denken?

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  4. genova68 schreibt:

    Opperfield,
    wähl, was du willst, wir leben in einem freien Land.

    Dirk,
    sorry, wenn ich dir auf den Fuß getreten bin. Ich kannte die DDR von jährlichen Verwandschaftsbesuchen und das mit der Mangelwirtschaft war zumindest südlich von Leipzig in der Pampa allgegenwärtig. Es gab eigentlich nichts, wenn man eine gewisse Qualität voraussetzte. Außer Bücher von Marx und ein paar wirklich gute Jazz-Platten von Amiga.

    Ansonsten war doch alles zweite Wahl, oder? Ich kaufte mir mal ein Lineal, das nicht gerade war, und eine Taschenlampe, die fünf Minuten nach dem Kauf kaputtging. Ich ging zurück in den Laden und wollte das Ding umtauschen, da meinte die Verkäuferin, dass das vielleicht im Westen gehe, aber nicht hier, außerdem habe die Lampe vor fünf Minuten ja noch funktioniert.

    Ich kritisiere die westliche Gesellschaft in dem Artikel doch auch, nur hatten die den Vorteil, dass sie Geschmack ausdifferenzieren konnten, wenn sie wollten. Das hat aber nichts mit persönlicher Schuld zu tun.

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  5. Chris(o) schreibt:

    Das erste Haus könnte ein Stein gewordener Nachruf auf des Erbauers Lieblingskuh sein?

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  6. Opperfield schreibt:

    @Nazienkel
    Na ja, der Christoph Hörstel ist offenbar Israelgegner und vertritt einige seltsame Positionen. Dann lieber dem blauen Bernd mal ’ne Chance geben :P

    Ich habe in meinem Leben bisher hauptsächlich wechselweise SPD und CDU gewählt, irgendwie ist das aber inzwischen alles der selbe Brei. Die Positionen sind doch völlig austauschbar. Grüne sind für mich aus verschiedenen Gründen nicht wählbar. Bleibt im demokratischen Spektrum nur noch Gysis Partei und eben die AfD. Da ich dann eher konservativ bin, werde ich der Letzteren sehr wahrscheinlich meine Stimme geben – außer es stellt sich bis dahin noch etwas raus, womit ich nun gar nicht leben kann.

    Die kleinen Fettnäpfchen, in die Lucke getreten ist und die von den Medien genüsslich ausgeschlachtet wurden, stören mich nicht. Am Ende zählt die Praxis und da würde ich den Blauen einfach mal 4 Jahre lang die Chance geben, aktiv Politik zu gestalten. Wenn dann dabei nur Mist raus kommen sollte, wähle ich in Folge bestimmt mal die Linke :D Ja, bin da eher pragmatisch, nicht ideologisch.

    @Thema DDR
    Hierzu möchte ich noch anmerken, dass ich auch Verwandtschaft dort hatte und es zumindest im städtischen Raum wenig „Mangel“ gab. Außer man versteht unter diesem Begriff geringere Produktauswahl (als etwa im Westen). Eine kaputte Taschenlampe und nicht vorhander Kundenservice (Umtausch) im Beispiel von genova68 überzeugen mich jedenfalls nicht. Das die Qualität vieler „Ostprodukte“ nicht immer mit „Westprodukten“ mithalten konnte, mag schon sein. Damit hatte ich mich nie beschäftigt. Ich kenne jedoch einige Leute – keine Parteigenossen – die mit ihrem Lebensstandard nicht unzufrieden waren und in Gesprächen praktisch „nur“ die politische Führung ansich und natürlich die fehlende Reisefreiheit kritisiert hatten.

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  7. Dirk schreibt:

    „…Ansonsten war doch alles zweite Wahl, oder? Ich kaufte mir mal ein Lineal, das nicht gerade war, und eine Taschenlampe, die fünf Minuten nach dem Kauf kaputtging. Ich ging zurück in den Laden und wollte das Ding umtauschen, da meinte die Verkäuferin, dass das vielleicht im Westen gehe, aber nicht hier, außerdem habe die Lampe vor fünf Minuten ja noch funktioniert….“

    Und was bitteschön willst Du damit nun beweisen? Es gab genau wie heute im Westen auch sowohl Qualitätsware wie minderwertiges Zeug und Beispiele für schlechten Service findest Du heutzutage ebenfalls zuhauf. Das Problem mit der Qualität kann also selbst die ach so tolle Marktwirtschaft nicht lösen.
    Vor diesem Hintergrund weigere ich mich, noch im Rückblick von einer untergegangenen Gesellschaft Perfektion zu verlangen. Das ist schon allein deshalb irrational, weil sie zumindest auf deutschem Boden gerade mal 40 Jahre Zeit hatte, sich zu entwickeln. Ganz zu schweigen davon, unter welch einem Geflecht von schwierigen Bedingungen sich diese Entwicklung vollzog. Da war nämlich weder eine schützende Käseglocke vorhanden noch spielten Gegner und selbst Freunde besonders fair. Erst in diesem Kontext erklärt sich so manch ein Mangel. Wobei die Frage, was denn nun wirklicher Mangel ist, immer auch eine Frage der jeweiligen Perspektive und des eigenen Wertekanons ist.
    Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich sehne mich keinesfalls zurück nach den damaligen Verhältnissen. Ich habe allerdings den Eindruck, dass die gängige Sichtweise auf die DDR hierzulande oft nur dem Zweck dient, den Menschen schon das Denken einer Alternative zum aktuellen Gesellschaftsmodell aus den Köpfen zu radieren. Dabei hat dieses Modell in seiner mittlerweile über 500jährigen Geschichte nicht ein einziges großes Problem der Menschheit gelöst. Nach wie vor gibt es Hunger, Armut und Krieg, in vielen Teilen der Welt sogar alles gleichzeitig. Wäre es nicht an der Zeit, ernsthaft über Alternativen nachzudenken, anstatt über die Qualität von Taschenlampen in der DDR zu diskutieren?
    Schönen Montag noch.

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  8. GrooveX schreibt:

    oh shit, da dachte ich, das hier wäre hinreichend harmlos, um auch mal wieder eine meinung zu haben, doch dann…

    andermal

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  9. GS schreibt:

    genova
    Geschmack ist Distinguierung. Mal Pierre Bourdieu lesen. Was als „guter Geschmack“ bezeichnet wird, ist ein Mittel von Eliten, sich gegen den „Plebs“ abzusetzen, die mit angeblich billigen Versatzstücken arbeiten.
    Die, die wenig haben, möchten _viel zeigen – Dekoration, Schmuck, Zierelemente – und die, die viel haben,möchten es nicht zeigen – karg, geometrisch, schmucklos, selten -.
    Verzeih bitte, aber das ist Arroganz der Bildungsbürger-Mittelschicht.

    „… Und die beantwortete Bourdieu 1979 in seinem Buch „Die feinen Unterschiede“, wo er ein ebenso grandioses wie abgründiges Panorama ununterbrochener und in alle kulturellen Bereiche hineinreichender gesellschaftlicher Prestigekämpfe entwarf. Er zeigte, wie scheinbar Unpolitisches – der persönliche Geschmack eines Individuums bis zu den kleinsten Details der Wohnzimmereinrichtung – Ausdruck seiner spezifischen Klassenlage war, mehr noch: Waffe in einem immerwährenden Konflikt um gesellschaftliche Macht.“ http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2002/01/25/a0091

    „Analog zur Hauptunterteilung der Gesellschaftsklassen nimmt Bourdieu nun eine Abgrenzung der im Habitus angelegten geschmacklichen Grunddispositionen vor, die er den Klassen wie folgt zuteilt:
    -in der herrschenden Klasse fände sich der „legitime“ Geschmack,
    – in der Mittelklasse der „prätentiöse“ Geschmack,
    – in der Volksklasse der „vulgäre“ (bzw. „illegitime“) Geschmack.“
    http://blog.snafu.de/dr_who/2009/02/09/bordieus-theorie-uber-den-geschmack/

    über Habitus usw: http://de.wikipedia.org/wiki/Raum_der_Lebensstile

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  10. genova68 schreibt:

    GS,
    ich kenne Bourdieu, das ist sicher alles richtig, was der schreibt. Es hat aber wenig mit dem zu tun, was ich hier schreibe, glaube ich. Oder doch?

    In meinem Artikel geht es um eine entfremdete Ästhetik, egal in welcher Klasse. Ein Superreicher baut sich ebenfalls die dorische Pappsäule an sein Haus, nur dass das Haus (und vielleicht auch die Säule) dreimal so groß ist wie das des Mittelklässlers. Da komme ich mit Bourdieu nicht weiter. Der Oberklässler hört tendenziell dieselbe entfremdete Musik an wie der Unterklässler. Ich glaube nicht an das Bild, das uns durch Derrick u.ä. beigebracht wurde: Die Oberklasse hat das bessere ästhetische Bewusstsein. Die Oberklasse bekommt nur teilweise eine weniger regressive Ästhetik angeboten: Ein Audi A6 ist nun mal ästhetisch wertvoller als ein Hyundai oder ähnliche Unterklasseautos. Wobei auch diese Einschätzung falsch sein kann, wenn man sie die vielen teuren geschmacklosen SUV anschaut.

    Es wird für alle das ganze Repertoire an Entfremdung geboten. Die Sneaker für 30 Euro sind erstmal das gleiche wie die für 300 Euro.

    Mir geht es um Authentizität, um Bewusstsein, um Tradition, um das, was den Dingen inhärent ist an Sinn. Um eine Ästhetik, die sich gesellschaftlich entwickelt, orientiert am Stand der Gesellschaft und der Wirtschaft und der Klassenverhältnisse. Die Form entspringt aus dem Bewusstsein. In einer Gesellschaft mit dem falschen Bewusstsein sind die Formen notwendig auch falsch. Siehe Musikantenstadl. Oder die Bilder oben im Artikel.

    Sicher kann ich den Mitteklasse-Deutschen, der sich zwecks Distinktion eine Nespresso-Maschine zulegt, anders beurteilen als den, der löslichen Espresso trinkt. Anders aus der Sicht Bourdieus: Die beiden sind auf der bekannten Grafik Bourdieus an unterschiedlichen Stellen platziert.

    Mich interessiert eher, ob diese Geschmacksunterschiede wirklich existieren. Die Mittelklasse setzt sich zwar von dem löslichen Espresso ab, hat zu dem Produkt Kaffee aber ein genauso entfremdetes Verhältnis.

    Ähnliches gilt für alle Bereiche: Die Volksbühne in Berlin mit Castorf und Pollesch dient mittlerweile einem bestimmten Publikum zur Distinktion gegenüber Didi Hallverorden am Kudamm. Es ist aber gut möglich, dass das Publikum nur noch rein äußerlich ins Theater geht, da Castorf und Pollesch mittlerweile Marken sind, rein äußerlich, da in dem Zitatewust eh keiner mehr durchblickt. Es ist eine künstlerische Haltung des anything goes: Es gibt keine Empörung und keine Aufregung mehr, es ist eh alles egal. Es ist insofern egal, ob ich zu Pollesch gehe oder zu Hallervorden.

    Es ist für eine bestimmte Klasse halt schick, in die Volksbühne zu gehen, und zwar mittlerweile auch für reaktionäre Säcke, denn auch die wollen zeigen, dass sie mit der Zeit gehen. Erfolgsmodell Neoliberalismus.

    Aber generell würde ich dem abgehängten ostdeutschen keine Schuld an irgendwas geben. Ich versuche das ja alles zu beschreiben, die Ossis sind Opfer der Verhältnisse. Die rennen jetzt wieder auf die Straße, um gegen Ausländer zu demonstrieren, wundert nicht, dass das ausgerechnet die Ossis machen.

    Zu der DDR-Diskussion hier im Kommentarstrang: Der Osten war wirtschaftlich wesentlich inkompetenter als der Westen, darauf sollten wir uns einigen können. In der DDR gab es fast nur Schrott, viel Mangelware, alleine die Trabis: Sahen ganz lustig aus, aber als Auto die letzte Scheiße. Das kann man doch einfach mal zugeben, anstatt immer diesen blöden Staat zu glorifizieren.

    Ich lese gerade „Die Architekten“ von Stefan Heym. Es wurde Ende der 50er geschrieben und handelt von der misslungenen Entstalinisierung in der DDR. Das Buch durfte natürlich nicht erscheinen und bestätigte damit nur die These :-)

    Die DDR war scheiße und nur aus der Sicht eines Ordnungshysterikers gut, und wer nun behauptet, mit diesem Urteil würde ich seine Lebensleistung als DDR-Bürger entwerten, sollte sich vielleicht grundsätzlich Gedanken machen über sein Verhältnis zu sich selbst.

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  11. Dirk schreibt:

    Der Roman „Die Architekten“ entstand übrigens erst um das Jahr 1964 herum, die Handlung spielt im Jahr 1956. Sollte so ein kompetenter Kenner der DDR wie Du eigentlich wissen. Aber was solls, war doch alles scheiße…
    Macht also folglich auch keinen Sinn mehr, hier weiter darüber zu diskutieren.
    Schönen Abend noch.

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  12. Opperfield schreibt:

    Den genova in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!

    Deshalb:
    Vowärts immer, rückwärts nimmer!

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  13. Manfred Peters schreibt:

    Schönbohm und ist ja nicht mehr so aktiv als Denunzierer der DDR, da muss eben „genova“ einspringen.
    Wir erinnern uns: „die erzwungene Proletarisierung durch das SED-Regime bis 1989“ ist mitverantwortlich für Gewalttaten im Osten“
    Aber Köln und Hannover liegen jetzt im Osten: ”Die rennen jetzt wieder auf die Straße, um gegen Ausländer zu demonstrieren, wundert nicht, dass das ausgerechnet die Ossis machen. “
    Willst Du überhaupt noch ernst genommen werden?
    Um Dein ausuferndes BILD-Wissen etwas aufzufrischen, aber es scheint ja bei Dir, nicht nur hier, immer mehr Hopfen und Malz verloren zu gehen.
    Ansonsten,
    ”Zivilgesetzbuch der Deutschen Demokratischen Republik vom 19. Juni 1975
    § 178. Garantiezeit. (1) Die Garantiezeit beträgt 6 Monate. Sie beginnt mit , der Abnahme der Leistung. Die Garantiezeit kann durch Rechtsvorschriften verlängert werden: Bei Sachen; die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch einem erhöhten Verschleiß unterliegen, ist der Erfolg der Dienstleistung für die übliche Gebrauchsdauer zu garantieren.”

    Offensichtlich hat die Verkäuferin, wenn Dein Lampen-Beispiel nicht auch erlogen ist, sofort erkannt, dass sie einen Schissi-Wessi vor sich hat, der nicht in der Lage ist für seine Rechte zu streiten. Mir ist es jedenfalls immer gelungen. ;-)
    Dirk hat schon genug zu den weiteren Ausfällen einiges gesagt und ich bin auch wieder weg!

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  14. Manfred Peters schreibt:

    „Manfred Peters | 26. November 2014 um 09:30 |
    Dein Kommentar muss noch freigeschaltet werden.“

    Da ich auf zensierten Foren nicht kommentiere, bitte alles löschen!

    Gefällt 1 Person

  15. GS schreibt:

    hm genova verstehe ich nich so recht, was du dann meinst. Das Beispiel mit der Volksbühne sagt ja genau das. Nimm iphone, oder ganz banal: beobachte mal, wer Cola bestellt und wer Apfelschorle… ;-)
    Oder ein Besipiel aus meiner Straße (du weißt schon, Jungbsuch ;-) )
    http://www.gertrud-schrenk.de/weblog/2010.html (Artikel v. 28. Juli 2010, ungefähr in der Mitte)
    Ich habe Leute gefragt, wie sie das Haus finden. Die meisten – Unterschichtler – fanden es schön. Die Bildungsbürger Grünen wollten sogar einen Antrag dagegen stellen,weil sie es so schrecklich fanden!

    Du sprichst wieder von „gutem Geschmack“. Musikantenstadl ist genauso richtig wie eine Fuge von Bach. Sie bedient nur andere Teile der Seele.
    Entfremdung? Ich weiß nicht, ob Mittelschichtler – oder Oberschichtler, denen ja die Mittelschichtler nacheifern – Stahl, Glas und geometrische Formen wirklich schön finden (außer ein paar…).
    Aber sie machen echte Säulen vor ihre Villa. Nur: auch „echt“ ist wieder so eine distinguierende Kategorie…warum soll etwas „echt“ sein? was ist das überhaupt? Form follows function in der Architektur? Das ist auch nur Zeitgeist…
    Ich hab da vor 15 Jahren mal was dazu geschrieben… damals habe ich Architektur studiert und mit eben deinen Versatzstück-Häusern (Erker usw) den Hass aller Mitstudierenden auf mich gezogen! ;-)
    „Ernst Bloch monierte schon in den Fünfzigern, vor dem Aufkommen postmoderner Theorien, die negativen Auswirkungen der Reinheits-Ideologie („Seit über einer Generation stehen darum diese Stahlmöbel-, Betonkuben- Flachdach-Wesen geschichtslos da, hochmodern und langweilig, scheinbar kühn und echt trivial, voll Haß gegen die Floskel angeblich jedes Ornaments und doch mehr im Schema festgerannt als je eine Stilkopie im schlimmen 19. Jahrhundert.“).“
    http://www.gertrud-schrenk.de/webgertrud/rahmen.htm
    Das ist meine Arbeit an „Klassengerechtigkeit“ …

    In anderen Weltgegenden gelten sowieso andere Standards, bei uns als „schlechter Geschmack“ bezeichnet.
    Ist Wimperntusche unecht und damit schon entfremdend?

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  16. neumondschein schreibt:

    …mal Bordieu-Analytiker auf http://rebellmarkt.blogger.de bzw. http://stuetzendergesellschaft.wordpress.com ansetzen! Was würde der denn zu dieser massenhaften Ansammlung von Gemälden wildfremder Weiber, allmöglichem Silbergeschirr, alten nie benutzten Fahrrädern, und allen möglichen närrischen Vorurteilen sagen?

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  17. neumondschein schreibt:

    Bordieu ist sowieso Quatsch. Kapital ist eine ökonomische Kategorie und hat mit persönlichen Vorlieben, klavierspielenden Kindern und allmöglichen anderem Kram nichts zu tun.

    Früher waren die heutigen europäischen Republiken ständisch organisiert. Diese Ordnung steht im Zusammenhang mit diesem blöden Distinguierungszwang. Der hat sich im Prinzip überlebt. In Ländern, die nie ständisch organisiert waren, wie Amerika, China, Türkei etc. existiert dieses Bedürfnis im geringerem Ausmaß, was Leute vom Schlage Don Alphonsos diesen auch vorwerfen, wenn sie die europäische Kultur über die Unkultur der Amerikaner stellen.

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  18. Garfield schreibt:

    Servus Manfred

    Da ich auf zensierten Foren nicht kommentiere, bitte alles löschen!

    alles >2 links fällt hier automatisch in die Warteschleife

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  19. Manfred Peters schreibt:

    Hallo Garfield,
    wie Du inzwischen oben siehst, habe ich nur einen Link gesetzt. Er war wohl zu lang. ;-)
    Jetzt noch einmal eine andere unverdächtige Quelle, die beweist, dass „genova“ im Moment nicht nur hier, aus welchen Gründen auch immer, Amok läuft.
    „Bei aller Kritik an der DDR, oder dem realexistierenden Sozialismus generell, gab es in der
    73 Produktion kein Interesse daran Produkte kurzlebig zu gestalten. Glühbirnen hielten 2500
    74 Stunden und viele DDR-Produkte erfreuen sich auch heute noch großer Beliebtheit, weil sie
    75 „unkaputtbar“ sind und leicht repariert werden können.“

    http://www.spd-net-sh.de/dith/jusos/images/user_pages/Kapitalismus_kaputtkaufen.pdf
    Übrigens, wenn ich heute meine Garantie- und Gewährleistungsrechte durchsetzen will, brauche ich mehr Energie und Zeit – manchmal auch den Rechtsweg – als in der DDR. Da ich aber damals schon ordentlich geübt habe, ist das heute erst recht kein Problem für mich. Für Weicheier gab/gibt es sicher damals wie heute damit Probleme.
    Eigentlich wollte ich mich ja hier nicht mehr äußern. :-(

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  20. genova68 schreibt:

    Tja, die Behandlung des Themas DDR hat jetzt etwas unglückliche Züge angenommen. Sagen wir so: Es war in der DDR bestimmt nicht alles scheiße, aber gemessen am eigenen Anspruch, wenn man von wirkungsmächtigen Sozialismusdefinitionen von vor 1949 oder besser noch aus dem 19. Jahrhundert ausgeht, dann ist die DDR klar und ziemlich schnell gescheitert.

    Peters,
    der Schissi-Wessi war seinerzeit 13 und es ist bezeichnend für dein Verständnis von gerechter Gesellschaft, dass in der DDR offenbar nur der Stärkste sein Reklamationsrecht durchsetzen konnte. Wenn ein Kind von der Verkäuferin diesbezüglich angebafft wird, kommt Hähme. Sozialdarwinismus á la DDR. Danke für die Lektion. Davon abgesehen hätte ein Umtausch dieser Taschenlampe vermutlich nichts gebracht, es war ein Schrott-Produkt mit zu großen Toleranzen an den Kontakten.

    GS,
    es geht mir um Authentizität, um Materialgerechtigkeit, um den spezfifischen Umgang mit etwas, das immer auch Symbol ist. Antikisierende Säulen aus Pappe sind im Kataloghaus äußerlich, sie gehen keine Synthese mit dem eigentlich gewollten Eindruck des Bürgerlichen ein, sondern geraten kleinbürgerlich, also lediglich mit falschen Mitteln nach etwas strebend, was sie erreichen wollen, aber nicht erreichen können. Die Bewohner zeigen ihre Entfremdund und das falsche Bewusstsein durch die falsche Säule (und den anderen Schrott). Dass diesen Leuten sowas angeblich gefällt, zeigt nichts weiter als ihre missratene Geschmacksbildung, gesellschaftlich deformiert.

    Die Pappsäule an sich könnte man wiederum im gesellschaftlichen Kontext betrachten und ihr so eine neue Bedeutung zuweisen. Und dann könnte sie auch ästhetisch sinnvoll einsetzbar sein. Aber nur, wenn sich der Bewohner über den geschichtlich transportierten Inhalt dieser Säule emanzipiert.

    Die Postmoderne hat in ihrer besseren Version nicht die „Reihnheit“ kritisiert, sondern eine Formalität, die zum Dogma geworden war, als Massenprodukt im Bauwirtschaftsfunktionalismus erlebbar. Es ist aber bezeichnend, dass eine ernstzunehmende Postmoderne, die wirklich eine Verbesserung der ästhetischen und damit auch gesellschaftlichen Verhältnisse wollte, schnell in den Hintergrund gedrückt wurde. Übrig blieb, neben wenigen wirklich guten Bauten, doch nur die komplette Verunsaltung des Alltags mit billigem Applikat. Und Applikat sind eben auch alle Bemühungen geblieben, den Menschen jenseits ökonomischen Bewusstseins in eine bessere Lage zu versetzen. Mit eine Pappsäule geht das jedenfalls nicht.

    Musikantenstadl und die Fuge von Bach: Ersteres goutiert man nur, wenn man zeitlebens nichts besseres gehört hat. Ein Musikantenstadlhörer dokumentiert mit seinem Verhalten, dass er musikalisch auf extrem dumpfen Niveau sozialisiert wurde. Dafür kann er nichts, er ist bedauerliches Opfer. Deshalb wird aber die Musikantenstadlmusik nicht besser, das ist objektiver Dünnpfiff. Aber klar, ich meine das auch ganz ernst: Warum nicht mit dem Rückenmark Musik hören? Die Kategorien verschwinden deshalb nicht.

    Ich kann auch zusammengepanschten Rotwein toll finden und nichts anderes kennen. Das aber sagt wenig über Rotwein aus und mehr über den Trinker.

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  21. Manfred Peters schreibt:

    genova oder Kinkel?

    „Es muss gelingen, das SED-System zu delegitimieren, das … seine Rechtfertigung aus antifaschistischer Gesinnung, angeblich höheren Werten und behaupteter absoluter Humanität hergeleitet hat, während es … einen Staat aufbaute, der in weiten Bereichen genau so unmenschlich und schrecklich war wie das faschistische Deutschland. … Politische Straftaten in der früheren DDR dürfen nicht verjähren.“
    Keine Reaktion auf meine Dich Lügen strafenden verlinkten Beweise! Aber das bin ich von Dir ja schon gewohnt.
    Merkst Du eigentlich noch wessen Werk/Propaganda Du hier und anderswo betreibst?

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  22. genova68 schreibt:

    Um welchen Link handelt es sich denn? Soll ich die Stelle jetzt suchen? Bislang habe ich mich nur über die Jusos in Dithmarschen informiert. Warum auch immer.

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  23. genova68 schreibt:

    Danke für den Artikel, besucher. Das ästhetische Polen wurde hier schon öfter behandelt. Dem Guratzsch würde ich in Teilen zustimmen, was selten vorkommt. Es ist eine Verkitschung der Städte, weil man, wie Guratzsch selbst schreibt, eine geschichts- und politikfreie Architektur schaffen will, deutlich sichtbar seit 1989. In den ehemals deutschen Städten fand sich keine oder wenig polnische Geschichte, und die wurde schon x-fach von Deutschen und Russen zuvor rasiert. Deshalb die Flucht in die Phantasie, die freilich derangiert ist und von ängstlichem Erlösungsdenken dominiert. Also Disney. Wer sich der eigenen Geschichte nicht stellt, kriegt Dumpfbackigkeit.

    Wobei der Artikel auch sagt, dass diese billige Postmoderne in Polen schon in den 80er Jahren begann.

    Was mir bei Bourdieu Schwierigkeiten macht, ist, dass er über seine völlig berechtigten Analysen gesellschaftlicher Geschmacksbildung eine Konstellation nicht betrachtet: Nämlich die des Authentischen. Beispielsweise ein Landbewohner, der seine Möbel beim Tischler herstellen lässt, und zwar auf authentischen Traditionen beruhend. Der gleichzeitig Volksmusik hört, aber eben auch authentische, meinetwegen bayrische. Also jemand, der sich der äußerlich auferlegten Geschmacksbildung weitestgehend verweigert und auf eigene Substanz zurückgreifen kann. Der steht dann natürlich auch symbolisch für etwas, nämlich für das Authentische, für Regionalität, für Bodenständigkeit, aber wo steht er im Bourdieuschen Raster? Es gibt ja auch unterschiedliche Distinktionsaffinitäten, wenn ich das mal so nennen darf.

    Und wo steht er im Unterschied zu seinem Nachbarn mit dem gleichen Einkommen und dem gleichen gesellschaftlichen Status, was Job und Bildung und Wohnlage etc. betrifft, aber eben mit entfremdeten Billigmöbeln und Musikantenstadl?

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  24. genova68 schreibt:

    neumondschein,
    der Distinguierungszwang ist ziemlich groß, auch jenseits der offiziell abgeschafften Ständegesellschaft. Das komplette Marketingwesen dieser Republik spricht gegen deine These. Das beginnt schon bei den vielen Themes von wordpress.

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  25. neumondschein schreibt:

    Das beginnt schon bei den vielen Themes von wordpress.

    Und was sagt das Theme Deines und meines Blogs sowie dasjenige von Don Alphonsos über den jeweiligen Blogger aus?

    BTW, die Wahl des Themes meines Blogs hatte rein pragmatische Gründe: Das ist das Theme, dessen Javascript-Gelumpe die geringste Rechenzeit verbraucht.

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  26. neumondschein schreibt:

    Problem von Bordieux: Er verwendet marxistische Begriffe und unterlegt sie mit falscher Semantik. Das, was er unter Klassengesellschaft meint, heißt ständische Gesellschaft. Adlig, gebildet oder ein Geistlicher zu sein, sagt nichts über die ökonomische Stellung des jeweiligen Bürgers in der Gesellschaft aus. Der marxistische Klassenbegriff stellt aber auf die Beziehung bezüglich des Privateigentums an Produktionsmittel ab.

    Übrigens ist jemand, der Don Giovanni von Mozart nur deswegen kennt, um zum gebildeten Stand gehören zu können, ein armes Schwein.

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  27. genova68 schreibt:

    Es gibt keine rein pragmatischen Gründe, diese Feststellung ist schon Fetisch. Es gibt nur rein pragmatische Naturgesetze.

    Was das Design konkret aussagt, weiß ich nicht, kann ich nur mutmaßen. Es sind ja auch äußerliche Zuschreibungen, die da greifen.

    Meinst du, neumondschein, du hast zu 100 Prozent aufs Javagelumpe geguckt?

    Generell: Du kannst deine These doch nicht ernsthaft aufrecht erhalten. Wo soll ich anfangen? Die Sonderausstattungslisten von BMW, zum Beispiel. Da geht es um nichts anderes, als die Leute via des Versprechens der „Individualisierung“ ihres Fahrzeugs dazu zu bringen, den Preis des Autos zu verdoppeln. Wozu? Sicher nicht, um sich mit dieser teuren Individualisierung vom Nachbar auslachen zu lassen.

    Interessant wäre eine Geschichte der Ästhetik des Autorades. Meine Arbeitsthese: Je deutlicher der neoliberale Darwinismus, desto größer, breiter und alufelgiger die Räder. Komischerweise finden vor allem genau die Männer breite Reifen geil, denen ihre Schuhe egal sind. Daraus könnte man nun wieder eine deutsche Theorie der Genussfeindlichkeit basteln, da man hier den Autorädern mehr Aufmerksamkeit schenkt als der eigenen Nahrung.

    Aber wo sollen solche Gedankenspielchen hinführen…

    Übrigens ist jemand, der Don Giovanni von Mozart nur deswegen kennt, um zum gebildeten Stand gehören zu können, ein armes Schwein.

    Genau. Und meine Frage wäre: Macht Bourdieu einen Unterschied zwischen der echten Vorliebe für Mozart und der instrumentalisierten, nur um den Stand in der Gesellschaftshierarchie zu verbessern?

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  28. neumondschein schreibt:

    Don Giovanni ist eines der besten Werke eines der besten Komponisten der Muskgeschichte. Versteht Bordieu das nicht? Und ich besitze übrigens kein Auto. BMW ist für Neureiche. Der englische Adel und der arabische Scheich bevorzugen Pferde. Das sind wirklich schöne Tiere mit eleganten, und kräftigen Bewegungen. Findest Du nicht? Pferde machen jemanden aber nicht zum englischen Adligen. Dazu gehört auch eine elitäre Ausbildung in adligem Benehmen und ein entsprechender sozialer Zusammenhang. Das unterscheidet den englischen Adligen ja auch vom russischen Oligarchen, der auf den englischen Landsitzen und am Genfer See immer so fehl am Platz wirkt. Aber die ständige Gesellschaft ist, wie gesagt, überlebt. Die europäischen Schlösser sind auch nur noch Kulisse. Meine Schuhe halte ich nur deswegen in Ordnung, weil andere es von mir erwarten.

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  29. GrooveX schreibt:

    kann ich mir kaum vorstellen. beides ist allodoxia. eine echte vorliebe für mozarts don giovanni ist nichts als der wunsch zu sehen, wie zerlina oder anna performt. alles andere ist gelogen. und im foyer ist genau das der gesprächsstoff, um den es geht. wer sich dort als liebhaber dieser oper outet, hat schon verloren. man liebt das bühnenbild, die choreographie und den klaren sopran, also die aufführung – oder eben nicht.

    und sonst? bourdieu war franzose, und die hatten ja noch jede menge echte bourgeois, insbesondere dort, wo er sich zeit seines lebens rumgetrieben hat. das war für ihn sicher auch irgendwie traumatisch. also ich mag ihn, aber 32 buchzeilen für einen satz sind ein unding.

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  30. GS schreibt:

    schade. Liebe genova, du wiederholst dich nur. Werte wie „Authentizität“ und „Materialgerechtigkeit“ sind doch längst entlarvt, als das, was sie sind: Distinguierungsmechanismen.
    Die Unterscheidung zwischen Musikantenstadl und Bach ist nicht die zwischen gutem und billigem Rotwein, sondern die zwischen Wein und, sagen wir mal, Saft. Einfach ein anderes Bedürfnis wird gestillt.
    Schade, dass die Linken sich immer noch mit solch theoretisch-intellektuellem Quatsch abheben müssen… sie verstehen nicht, dass andere Leute ein anderes Wertesystem haben und nciht nur schlechten Geschmack.
    Und genau das sagt Bourdieu !

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  31. genova68 schreibt:

    GS,
    du meinst also, dass Bourdieu die Materialgerechtigkeit in seine Analyse schon aufgenommen hat, weil es lediglich ein Distinktionsmerkmal ist. Dabei bliebe weiterhin meine Frage unbeantwortet, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, sich einem Wert wie Materialgerechtigkeit zu nähern. Wohl auch von der Richtung her, nur auf den Symbolwert dieser Eigenschaft zu schauen. Aber die andere Möglichkeit der Näherung, nämlich Materialgerechtigkeit als einen Wert an sich zu sehen, nicht via aktuelle gesellschaftliche Distinktionsforderungen vermittelt, wird dabei nicht berücksichtigt.

    Mit anderen Worten: Nicht alles ist Symbol oder zumindest ist das Symbolhafte auch abhängig vom Anwender.

    Es geht nicht nur darum, dass man versucht, die nächsthöhere Klasse nachzuäffen.

    Mit Musik kannst du unterschiedliche Befürfnisse stillen. Dennoch kann man Musik wissenschaftlich beschreiben. Es geht nicht nur um das Bewusstsein des Hörers, sondern auch um die Beschaffenheit des Materials. Das erstere ist Musiksoziologie, das andere Musikwissenschaft.

    Das Problem ist artverwandt mit dem der Materialgerechtigkeit.

    Theoretisch-intellektueller Quatsch macht einen Großteil meines Lebens aus.

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  32. GS schreibt:

    und das ist ja auch gut so. Dennoch bin ich immer wieder überrascht, dass gerade Linke (und du scheinst eine nicht-verbohrte Linke zu sein ;-) mit Verlaub – und man ist ja schon froh, Linke zu finden, die das mit Putin durchschauen!) für soziale Gerechtigkeit stehen, aber völlig am Objekt ihrer Untersuchungen vorbeiuntersuchen.
    Oder: für Gerechtigkeit einstehen, aber dann doch wieder über denen mit dem schlechten Geschmack stehen.
    Das war schon damals so, in den 70ern, da sind die Linken in die Fabriken arbeiten gegangen – und zum agitieren. Sie konnten aber nichts ausrichten, zu verschieden die Mentalitäten, die Interessen, Werte und Stile.

    Wieso sollte Materialgerechtigkeit so ein Ewigkeitswert sein, der über allen anderen Werten steht? Als da wären: Spaß am Spiel mit Materialien, Sich-Wohlfühlen, finanzielle Möglichkeiten (./. Distinktion)…
    Warum eigentlich dieser Materialgerechtigkeits-Fetisch? Das hat schon pseudoreligöse Züge. Wir haben doch die Postmoderne schon durchgemacht, die all das auch genervt hat und dagegen etwas setzen wollte.
    Und was hat da Materialwissenschaft mit Geschmack zu tun? Hat die Wissenschaft bewiesen, dass ein Balken, der aus Holz ist, und man das auch sieht, geschmackvoller ist als ein Stahlträger, verkleidet mit Holz, der so aussieht, als sei er aus Holz?
    Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Materialwissenschaft und Geschmack.
    Geschmack ist immer zeit- und ortsgebunden. Ornamentik, die wie im Iran schön finden, finden wir hier „kitschig“ und damit schlechten Geschmack. Kachele dein Haus mit einem orientalischen Muster – und jeder ordentliche Bildungsbürger wird dich in der Luft zerreißen. Siehe Hundertwasser. Der hat nie „wissenschaftliche“ Anerkennung bekommen.
    Wissenschaft kann zeigen, dass eine Fuge von Bach komplexer ist als ein Lied von den beatles – oder aus dem Musikantenstadl. Aber ob es besser ist – unter welchem Kriterium?

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  33. Nazienkel schreibt:

    Naja, das was wir als Geschmack empfinden, wird sozialisatorisch geprägt, ganz plump gesagt. Und auch wenn Äußerungen über Ästhetik und Gefallen, über ’schlechten Geschmack‘ von anderen als ‚ungerecht‘ oder anmaßend empfunden werden kann – ist das doch trotzdem, aus meinem Verständnis von Bourdieu (und Bourdieu hat ja seine Definitionen einzelner Begriffsschöpfungen in vielen Schriften ‚erweitert‘), nicht als „unfein“ zu betrachten, es ist ja keine Schmähung der Schmähung wegen. Es sind Ausdrücke der empfundenen gesellschaftlichen Unterschiede.

    Diese Unarten meist studentischer Bewegungen und Politzirkel, Stellvertreterkämpfe für ‚die Arbeiter‘ auszufechten, die GS hier anspricht, sollten eigentlich überholt sein und lagen ja auch gewissermaßen an idealistischen Verwirrungen (ich kann mich aber noch an eigene ‚Agitationsversuche‘ in bestreikten Firmen usw. erinnern, hilflose Unterfangen, dem Ideal geschuldet)

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  34. GS schreibt:

    nazienkel, natürlich ist es negativ gemeint, wenn man sagt, jemand hat einen schlechten geschmack. Wie sollte man das nicht wertend interpretieren?

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  35. Nazienkel schreibt:

    Hmm
    Subjektiv fühlt man sich, ’schlechten Geschmack unterstellt bekommend, wohl negativ beurteilt. Von ‚Geschmack‘ ist doch aber im Artikel selbst gar nicht die Rede, sondern vom ästhetischen Empfinden. Geschmack (also einen Guten) – das hat eben das, was gefällt. Und das kann eben ne Kartoffelsuppe, oder auch ein Lachshäppchen sein…

    Ich will mich nicht unbedingt über andere erheben, wenn ich auf deren, mit meinem Empfinden unkompatiblen, ästhetischen Ausdruck (oder auch das Ausdrucksvermögen^^) abhebe. Oder?

    Ist ein sensibel Ding mit dem Geschmack 😕

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  36. GS schreibt:

    ja ;-)
    aber der Artikel atmet sehr wohl Überheblichkeit: „das ästhetische Empfinden ist im Osten noch dürftiger entwickelt als im Westen. „, „Regression“, „Biedermeierschrott“.
    Nirgends steht, wie in deiner Formulierung, der bezug zur Person, von der aus die Sache abstößt. Es wird absolut gesetzt, auch in der weiteren Diskussion („wissenschaftlich“).
    Egal, nicht so wichtig…

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  37. genova68 schreibt:

    GS,
    jetzt läuft es doch ziemlich durcheinander. Ich fahre durch die Gegend und beschaue meine Umwelt, alles Menschengemachte. Dann schreibe ich Gedanken hierzu auf. Da geht es nicht um soziale Gerechtigkeit (obwohl man das ein einem weiteren Schritt natürlich einbauen könnte) oder um Fabrikbekehrer, sondern um den Versuch des Verstehens.

    Was ist gutes oder schlechtes Design oder gleich Kunst? Darüber gibt es bekanntlich haufenweise Theorien, die man jedenfalls nicht damit abtun kann, dass man sich ahnungslos gibt. Ob man sich mit Bourdieu der Sache nähert oder mit Adorno oder eher mit Kant, eher als Erkenntnislehre oder eher als philosophische Disziplin oder wie auch immer: Es haben sich schon eine Menge Leute Gedanken gemacht.

    Was mich antreibt: Die Frage, warum jemand etwas so gestaltet, wie er es tut, Haus, Kleidung, Musik. Der gesellschaftlich vermittelte Einfluss ist interessant. Da hilft es nicht weiter, Bach und Musikantenstadl als unterschiedslos zu betrachten. Natürlich kann jeder hören, was er will. Qualitätskriterien gibt es aber dennoch. Ob eine Fuge von Bach unbedingt Hörlust erzeugt, ist wieder eine andere Frage.

    Materialauthentizität halte ich für wesentlich. Das bedeutet schlicht, dass man den Gegenstand nicht rein oberflächlich betrachtet. Wenn ich beispielsweise in einer schicken Umgebung bewusst einen billigen Plastikstuhl platziere, dann hängt das damit zusammen, dass ich diesen Stuhl als eine perfekte Lösung betrachte, wofür es keines weiteren Aufwands bedarf, und den gesellschaftlich konstruierten Gegensatz zwischen der schicken Umgebung und meinem Plastikstuhl ignoriere bzw. wahrnehme aber ihm widerstehe.

    Materialgerechtigkeit heißt nichts anderes, als bei der Ästhetik den gesellschaftlichen Impetus sichtbar zu machen, der ohnehin vorhanden ist. Die Berliner Nachwendearchitektur ist so ein Beispiel. In den 90ern wurde vermutlich noch eher verstanden, was ich meine, da gab es hier einen richtigen Architekturkrieg, Die Entscheidung für das steinerne Traufhöhenberlin ist eine politische, sonst nichts. Es geht um das Verkleistern gesellschaftlicher Veränderungen, indem man an alle Fassaden Stein dranpappt und Blöcke scheinbar aufteilt, um eine kleinteilige, heile, vorindustrielle monarchistische Welt zurückzuholen. Es ist die Bejahung eines Turbokapitalismus, der nach bürgerlichem 18. Jahrhundert aussehen soll. Es ist schlicht verlogen.

    Guter oder schlechter Geschmack: Ja, warum sich nicht dazu bekennen, dass Musikantenstadl regressiver Schrott ist, analog dem zusammengepanschten Wein oder der Holland-Tomate? Natürlich stelle ich mich über jeden Musikantenstadlhörer, musikalisch betrachtet. Denke ich mir zumindest.

    Ich würde dir zustimmen, wenn du Probleme hast mit der wissenschaftlichen Analyse von Kunst, die rein wissenschaftlich bleibt. Dass man also belegt, dass John Cage avanciert ist, er die Musik weiterbringt, aber eben nur theoretisch. Das Hörgefühl kann dennoch banal sein, vielleicht, weil das Stück zu vielschichtig ist, nicht mehr nachvollziehbar. Wissenschaftliche Analyse beschreibt auch Jazz nicht adäquat, weil sowas wie Improvisation, Spielfreude, Spontanität in (linken) ästhetischen Theorien nicht vorkommt. Adorno schafft es deshalb nicht, einen wesentlichen Unterschied zu machen zwischen Beethoven und einer Doktorarbeit. Dem reichte es, wenn er anhand der Partitur ein Stück begriff. Wie man den groove oder ähnliches einbeziehen könnte, weiß ich nicht.

    Islamische Ornamentik findet man hier kitschig? Glaube ich kaum. Das ist eher moderne abstrakte Kunst. Wer soll das denn hier kitschig finden? Der Musikantenstadlhörer? Der kennt den Begriff Kitsch nicht. Der Bach-Hörer? Kaum anzunehmen. Hundertwasser hat mit islamischer Ornamentik exakt nichts zu tun, eher mit Kindergarten.

    Mit der Ästhetik ist das wie mit den Montagsdemos: Ich kann nicht für den Frieden demonstrieren und gegen Juden hetzen. Und ich kann nicht für gesellschaftliche und politische Progression eintreten und so eine Scheiße wie die da oben bauen. Es fehlt diesen Leuten das Bewusstsein.

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  38. GS schreibt:

    hast du nicht mein Beispiel von der Hausdekoration gesehen? achso, das ist ja wieder banal…
    Ornamente an Häusern sind in Architektenkreisen puh puh puh, siehe, wie gesagt, Hundertwasser.
    Es sei denn, es kommt ein riesiger intellektueller Überbau dazu.
    Aber einfsch eine Fassade dekorieren?
    Billig.
    Übrigens sagte ich nicht, dass man hier islamische Ornamentik kitscgig findet. Ich sagte, man findet sie AN EINER HAUSWAND kitschig.
    Authentizität – wo fängt das denn an? Griechische Tempel bilden Holzbalkenköpfe nach, und der gesamte Historismus ist dann auch geschmacklos, oder? Die Leute, die das schön finden, sind entfremdet?
    Ideologie…
    Ihnen fehlt das Bewusstsein? Überheblich. Arrogant. Ich kenne die Leute „mit Bewusstsein“; da wärn wir wieder bei den K-Gruppen damals. DIe hatten ziemlich viel „Bewusstsein“ – aber keinerlei Menschenkenntnis.

    Vergleich mit Montagsdemos?
    Es wird langsam absurd.
    Schaaaade….

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  39. GS schreibt:

    PS Sarah Wagenknecht hat auch ziemlich viel „Bewusstsein“ …

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  40. genova68 schreibt:

    GS,
    danke für die Kommentare, ich finde hoffentlich demnächst Zeit und Muße, mich damit zu beschäftigen. Das Thema interessiert mich sehr, finde es aber verwirrend. (Sonst täte es mich wohl auch nicht interessieren.)

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