Hooligans für den Frieden

Es ist besser als jede Castingshow im TV,  was die neurechte „Friedensbewegung“ derzeit bietet. Der Plot ist perfekt, Bollywood dagegen bieder.

Kurzversion: Lars Mährholz, Organisator der Montagsdemos bzw. Mahnwachen, hat schon im Sommer Jürgen Elsässer ins Boot geholt, er sprach mehrfach dort und wurde gefeiert. Der hat nun die Nazi-Hooligans zur nächsten Mahnwache der Friedensbewegung nach Berlin eingeladen – wohlgemerkt nach den Ausschreitungen vom Sonntag in Köln. Termin ist pikanterweise der 9. November. Begründung: Die tun was!

Die Mahnwachenteilnehmer beratschlagen jetzt auf Facebook, ob sie die Nazis tolerieren sollen. Die einen sagen, das könne man nicht machen, die anderen meinen, es sei in Ordnung, wenn sie für den Frieden sind und außerdem dürfe man sich nicht spalten lassen. Und überhaupt müsse jetzt etwas passieren. Anschlussfähig ist natürlich die Vermutung, dass die Hooligan-Demo in Köln ein Inside-Job des Verfassungsschutzes war.

Ein hervorragende Dialektik: Vom vermeintlichen Friedenswunsch zur Plattform für Nazis. Nicht, dass die Entwicklung verwundert, sie war von Beginn an angelegt, aber das Tempo erstaunt. Wir leben halt in einer schnellen Welt, dank Internet und Facebook. Die Forderung der Friedensbewegten, man solle seinen Fernseher abschaffen, weil da nur Müll laufe, stimmt gewissermaßen: Die Montagsdemos sind bessere Unterhaltung als Dieter Bohlen und Co.

Die Klammer der Hetzer und der Verwirrten ist der Frieden. Wer ist schon gegen den Frieden?

Geschichte wiederholt sich. Heinz Rudolf Kunze brachte 1983, auf dem Höhepunkt der Friedensbewegung, diesen Text:

Ich bin gegen den Frieden.

Ich bin für ungebremste Aufrüstung, nuklearen Showdown und die vollständige Vernichtung der zivilisierten Welt…

So. Vielleicht regt das noch jemanden auf. Für den Frieden sind ja alle, oder zumindest so viele, dass einige darunter sind, mit denen ich ums Verrecken nicht einer Meinung sein kann…

Morgen nennen sie sich Schutz-Staffel und sprechen mir das nach.

Morgen werde ich wieder für den Frieden sein.

Die Schutz-Staffel sind jetzt die Hooligans, drumherum tummelt sich alles von Elsässer über PI bis hin zu weiten Teilen der AfD, die nun Popp und Elsässer zu einem Kongress als Redner eingeladen haben. Alle sind sie für den Frieden. Wer kann da schon nein sagen?

003 (2)(Foto: genova 2012)

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12 Antworten zu Hooligans für den Frieden

  1. altautonomer schreibt:

    Sowas kommt von sowas.

    Das kommt dabei heraus, wenn Demagogen den Appell an die Vereinigung der Linken mißverstehen und die Sehnsucht nach der ganz großen Harmonie im Widerstand mißbrauchen. Trennendes ignorieren und im gemeinsamen Konsens das Mitläufertum kultivieren.

    Wer an linken Verrätern Kritik übt, wird gleich als Spaltpilz abqualifiziert, auch, wenn diese Kritik begründet ist.

    Langsam kotzt mich dieses eitle Getue mancher Blogger an. Der Duderich ertrinkt in seinem Jammertal am eigenen Weltschmerz über linke Differenzen, La Puente möchte Hartz-4 nicht abschaffen, sondern verschlimmbessern, setzt diesbezüglich große Hoffnungen auf Bodo Ramelow und erklärt heute Empathie mit Opfern zu einer überflüssigen Luxuseigenschaft, Berger schreibt sich unter zunehmender öffentlicher Aufmerksamkeit von links unten nach rechts oben, die NDS schreiben eine Petition zum Fall Hoeness und bitten darin die deutsche Wirtschaftselite, den guten Ruf Deutschlands nicht zu gefährden und bei feynsinn hat sich entlang konsistenter linker Inhalte leider eine exklusive linksintellektuelle Minderheitenveranstaltung etabliert, deren Herrschaftssprache das sog. revolutionäre Subjekt oder anderes ausgedrückt, den durchschnittlich gebildeten Leser, schon lange nicht mehr erreicht.

    Anstatt mit Blogs eine größere Reichweite zu erzielen, checken möglicherweise imme mehr Intessierte aus.

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  2. genova68 schreibt:

    Starker Tobak, teilweise nur für Insider. Ich lese die genannten Blogs fast nicht, nur den Spiegelfechter, kann daher nicht viel sagen.

    Meinst du mit eitlem Blogger mich? Berger ist rechts oben? Wo?

    „Anstatt mit Blogs eine größere Reichweite zu erzielen, checken möglicherweise immer mehr Intessierte aus.“

    Stellt sich die Frage, was man mit einem Blog denn will. Nur privates äußern oder die Welt verändern? Oder etwas dazwischen? Davon abgesehen: Die Bloggerwelt ist schon länger im Eimer, politisch und aufmerksamkeitsökonomisch. Es ist ja auch eine Zumutung, wenn immer nur einer ein Thema vorgibt und andere sollen das dann kommentieren. Bei Klaus Baum klappt das noch, eine Ausnahme, aber generell haben Blogger keinerlei Relevanz mehr, auch Klaus Baum nicht. Auch bei Leuten wie Niggemeier posten die immergleichen Hanseln, und der hat Einfluss nur aufgrund seiner journalistischen Arbeit und seiner Qualität, egal,wo er die veröffentlicht.

    Spiegelfechter bringt gute Artikel, ich weiß nicht, was du mit deiner Kritik meinst. Aber die meisten Kommentatoren dort sind peinlich und es zeigt sich mal wieder, dass Nichteinschreiten solche Leute noch befeuert. Ich habe gestern Abend dort drei Kommentarre geschrieben, es tauchen sofort dumme Leute auf, die Aufmerksamkeit suchen. Völlig sinnlos, mit denen zu diskutieren. Generell sind globale Themen wie Putin oder Nahost völlig ungeeignet zur Diskussion. Sowas können nur ein paar Prozent der Bevölkerung ernsthaft diskutieren, weil kaum jemand in der Lage ist, seine eigene Uninformiertheit zu erkennen, was Voraussetzung zur Diskussion ist.

    Die Welt ist aus den Fugen geraten, meinte kürzlich jemand. Stimmt vielleicht. Da kann man eh nichts machen außer ein bisschen aufklären.

    Man könnte über Kommunikationsformen reden oder über den beschädigten Menschen im Kapitalismus. Aber nicht jetzt ;-)

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  3. Lemmy Caution schreibt:

    Als Kollektiv sind die Kommentariate moralisch verwerflicher als die wechselnden Büro-Projekt-Crews, die mich anheuern und das ist echt kein Lob ;-) . Das Versprechen ist so schön. Ein Stück großartiger deutscher Kultur, https://www.youtube.com/watch?v=G8AaG5SSrdQ
    Vor den Autoren hab ich teilweise Respekt gewonnen. Jens Berger vertritt teilweise Dinge, die ich persönlich für Unsinn halte, aber der besitzt so etwas wie eine gewisse redliche Haltung.
    Kein Blogger, aber ich respektiere z.T. tief Andre Scheers Artikel in der Jungen Welt über … sagen wir … die aktuelle Phase des Chavismus (zorry Steckenpferd).
    Das erschreckende ist der Chor mit louder, harder, scooter Mentalität, nicht die Blog-Betreiber.

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  4. genova68 schreibt:

    Sehe ich alles genauso, danke. Das anonymisierte Schreiben bringt viele Leute dazu, Grenzen zu überschreiten. Habe ich sicher auch schon gemacht, wenn auch nicht bewusst. Ein mittlerweile altes Problem, aber es führt dazu, dass die Idiotenquote unter Kommentatoren immer größer wird. Internetsüchtige, Einsame, Regressive, die Entlastung suchen, finden politische Blogs.

    Man müsste eine Software entwickeln, die die Zahl und Intensität an Beleidigungen misst, oder besser: von offensichtlichen Irrationalitäten. Nicht, um diejenigen zu bestrafen, sondern um ihnen klarzumachen, dass eine hohe Intensität ein Zeichen für persönliche Probleme ist. Das wäre vielleicht effektiver als eine Therapie.

    Dem Blogbetreiber Spiegelfechter könnte man anlasten, dass er alles laufen lässt und damit viele gute Leute vergrault. Selbst Judenhasser wie dieser schwitzig oder Rechtsradikale/Verwirrte wie Truvor oder Lippke posten dort so viel, dass man sich zurückzieht. Die Dümmsten haben mehr Ehrgeiz und offensichtlich sehr viel Zeit. Das schadet letztlich seinem Blog.

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  5. summacumlaudeblog schreibt:

    Alles nicht falsch genova, was Du hier schreibst. Aber der Kommentarfunktion kommt ja auch eine gewisse dokumentarische Verantwortung zu, selbst wenn der Kommentator anonym bleibt. So lassen sich bestimmte Alltagshaltungen dokumentieren und belegen. Sicherlich gibt es das Pänomen der Selektion, den nicht jede hohle Birne kommentiert in einem Blog. Aber immerhin: Haltlose Positionen, die in 10-20 Jahren sicherlich von jedermann glatt geleugnet würden, sind so gespeichert und abrufbar.
    Hätte es vor 1933 schon Blogs gegeben, so wäre unsere Kenntnis der damaligen Mentalitäten facettenreicher und v.a. schneller einsehbar. So muß man mühsam die Privatpost einer ganzen Generation durchforsten.
    Auch deswegen schalte ich annähernd alle Kommentare frei.
    Grüße!

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  6. genova68 schreibt:

    Ok, die dokumentarische Funktion in Bezug auf hohle Birnen habe ich nicht bedacht. Andererseits wird durch die hohlen Birnen auch Kommunikation verhindert, nämlich die der Nicht-Hohlen, die sich zurückziehen.

    Grüße zurück!

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  7. Garfield schreibt:

    das mit der Dokumentation – naja, ist MMN so ne Sache…
    ich denke Kommentar-Spalten zeigen eher ein Zerrbild der Gesellschaft.

    Kommentieren setzt I-Net voraus (nicht so schwer), gerade in polit. Blogs schreibt aber in erster Linie ein bestimmtes Klientel:
    die meisten Alterspyramide aufwärts + studiert + „netzaffin“; dann vermutlich hauptsächlich Rentner, Arbeitslose, oder Büromenschen die vom Arbeitsplatz kommentieren können (junge Väter/Mütter & Berufstätige verwenden ihre geringe Freizeit vermutlich auf Wichtigeres), zu einem nicht geringen Teil wahrscheinlich auch sozial isolierte Menschen…
    in den jeweiligen Kommentarspalten liest man ja auch i-wie immer die gleichen 10-20 Namen – sogar bei relativ bekannten Blogs wie „SF“.

    Das macht das Raster schon mal kleiner – ein Kapitel für sich sind dann noch ’spezielle Themen‘, die v.A. Ideologen anziehn… bei aufgeputschten Akkordtextern ist die Frage, wer Zeit & Nerven hat dagegen anzuschreiben – meist nur die Fanatiker der Gegenseite…
    bei Medien wie SPON etc will ich dabei (bzw generell) gar nicht wissen, wieviel % – vom ungefilterten Rest (!) – bloß Sockenpuppen oder Auftragsschreiber sind.

    zumindest _mein_ Fazit: nur ein Bruchteil der Bevölkerung kommentiert auch nur halbwegs regelmäßig.

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  8. genova68 schreibt:

    „dann vermutlich hauptsächlich Rentner, Arbeitslose, oder Büromenschen die vom Arbeitsplatz kommentieren können (junge Väter/Mütter & Berufstätige verwenden ihre geringe Freizeit vermutlich auf Wichtigeres), zu einem nicht geringen Teil wahrscheinlich auch sozial isolierte Menschen…“

    stimmt wohl. Aber daneben gibt es auch die, die in jeder freien Minute ihr Smartphone zücken, in der Bahn, an der Ampel, überall. Die sind nicht sozial isoliert, aber abhängig. Man weiß sicher, wie viele SMS und Kommentare im Internet, auch Facebook, minütlich abgegeben werden. Eine gigantische Zahl. Der Mensch hatte schon immer das Bedürfnis, sich aus der konkreten Realität herauszukatapultieren – ob via Musik, Film, Drogen, was auch immer. Jetzt sind Internetkommentare dazugekommen.

    Ich beispielsweise bin ein arbeitsloser Rentner mit Kind, der vom Büro aus kommentiert.

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  9. summacumlaudeblog schreibt:

    Gardfields Einwand ist ja bereits mitgedacht worden: „…nicht jede hohle Birne kommentiert in einem Blog.“ Auch nicht jede hohle Birne hat vor 80 Jahren Briefe geschrieben. Dennoch werden diese privaten Äußerungen heute zu Recht in der Forschung verwendet, um ein Bild der damaligen Mentalität zu erhalten. Alte Frage: Spiegelt die Netzwirklichkeit (äquivalent: die damalige analoge Briefwirklichkeit) die Wirklichkeit wieder? Nicht genauer und nicht ungenauer als ein Kneipengespräch, in dem sich die Gesprächspartner ja auch nicht total offenbaren. Auch wird niemand die gesellschaftliche Mentalität 1:1 aus der Summe der Blogs ableiten. Aber ganz ohne Bezug zur Wirklichkeit sind diese neuen Kommunikationsphänomene natürlich nicht. Ich denke, sie verraten uns eine Facette mehr über die Mentalität. Genauso wie die jeweiligen Moden, die Wahl der Namen für den Nachwuchs, die Anzahl der Aufnahmeanträge für pol. Parteien usw.. Auch bei diesen genannten Beispielen würde niemand sagen, dass sie alleine für sich aussagekräftig sind – in der Summe schon.
    Für mich aktuell auffällig, wie oft die neuen Rechten, die AfDler sich in der Blogosphäre in den Kommentarteilen demaskieren.

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  10. genova68 schreibt:

    summa,
    Internetkommentare sollte man auf alle Fälle beachten, aber auch beachtetn, dass das kein Querschnitt der Bevölkerung ist. Leute mit zwei oder mehr Kindern sind bei den Kommentatoren vermutlich deutlich unterrepräsentiert, Angestellte mit einer 50-Stunden-Woche ebenso. Außerdem interessieren sich viele nicht für Politik und Gesellschaft in dem Maße, dass sie irgendwo kommentieren würden. Das angesprochene Beispiel spiegelfechter zeigt, dass eine Handvoll Leute sehr viel kommentieren und die dann das Bild des Blogs bestimmen.

    Und die Wahlergebnisse. Würden Blogs die Wirklichkeit abbilden, hätte die CDU Probleme mit der Fünfprozenthürde, Rechte hätten ein Drittel, Linke ebenso, der Rest würde an eine Defätistenpartei gehen.

    Andererseits gibt es Blogs wie den herdentrieb (siehe blogroll), wo viele Leute mit Wissen posten. Aber diese blogs sind in der Minderheit, schätze ich. Und es gibt bekanntlich eine Flut an rechtsextremen oder -populistischen Blogs mit wahnsinnig hohen Kommentarzahlen: man schaue sich das hier an: http://www.mmnews.de/

    Internet ist ein immer noch neues Phänomen und man kann wohl schon einiges erkennen, was sich in der Gesellschaft anbahnt. Insofern sind die kommentare Seismograph. Beispielsweise ist im Moment erschreckend deutlich, wie weit die Unterstützung der Hooligans geht, bis weit hinein ins bürgerliche Spektrum. Um das zu sehen, reichen fünf Minuten Aufenthalt bei welt.de und tagesspiegel.de aus. „Die tun was“, ist der Tenor. Das kriegt man außerhalb des Internets nicht mit.

    Es kann sich jeder seine eigene Wirklichkeit basteln: Du kannst einfach wöchentlich die Print-Zeit lesen und die Welt ist in Ordnung. Du kannst dir die Onlinekommentare sonstwo angucken und die Welt bricht noch heute zusammen. Ich mache beides und bin deshalb bestens informiert :-)

    Als Historiker wäre das alles eine Frage der Gewichtung, so wie beim Bewerten der alten Briefe.

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  11. Garfield schreibt:

    Auch nicht jede hohle Birne hat vor 80 Jahren Briefe geschrieben. Dennoch werden diese privaten Äußerungen heute zu Recht in der Forschung verwendet, um ein Bild der damaligen Mentalität zu erhalten.

    ich denke sogar, daß ziemlich viele hohle Birnen kommentieren… je nach Thema soagr überwiegend. Mir ging’s nur darum, was Genova in dem Satz zusammengefaßt hat: kein Querschnitt der Gesellschaft.

    Aber egal … zu den Briefen: da kannte man wenigstens den Abs & konnte den Inhalt entspr zuordnen… im Netz ist eine Sache aber die Anonymität:
    du weißt nie sicher, ob da 2 Menschen oder nur Sockenpuppen schreiben, sie dafür bezahlt werden oder es am Ende bloß Bots sind…

    wenn du nicht weißt wen du vor dir hast, machst du dir ein Bild – und MMN wird da Überheblichkeit oft mit Überlegenheit „übersetzt“ – was sich wiederum auszahlt, weil i.d.R. mehr auf’s WER als das WAS geachtet wird; wenn auch nur unbewußt… wenn jmd eloquent & schlagfertig ist, braucht er bloß ein bißchen Halb_bildung – die Chancen sind gut daß er auf viele wie DER Experte wirkt – und Kommentare bilden ja nicht nur ab, sondern beeinflussen wiederum selbst.*
    In Blogs bekommen solche Leute eher Kontra – dafür können dort wenige die „Meinungshoheit“ bestimmen; gleichzeitig ist die soziale Komponente stärker: Gruppendynamik/-zwang usw – man ist „wer“ & will sich ungern zum Außenseiter machen; sagt eher, was [man glaubt] gut ankommt… und nicht nur Papier ist geduldig. Wenn man für seine Worte bloß „virtuell“ einstehn muß, läßt sich der ultra-radikale Revoluzzer gut ausleben…

    Mein Eindruck insgesamt:
    a) wichtiger als Argumente oder wirkliches Wissen sind „Status“, Beziehungen zu Mit-Foristen und v.A. rhetorische Fähigkeiten
    b) obwohl man sich ‚anonym‘ eigtl frei äußern könnte – im Netz wird z.T. vermutlich sogar mehr gelogen als „offline“

    Auf das Bsp mit den 20/30ern bezogen: u.U. hätten 20% Nazis wie 80% gewirkt (nicht nur, weil sich jeder SA-Mann zig Accounts & 3 x soviele Bots gebastelt hätte – obwohl vermutlich sogar „wirkungsvoller“ als Saalschlachten) – umgekehrt wären die Wahlergebnisse der NSDAP wiederum ganz _real_ hochgetrieben worden
    _ _ _ _ _
    *) Es gab mal ne Studie, wonach ad-hominem-Kommentare die Leser sogar eher beeinflussten als sachliche Argumente: Heise
    [wirkt auf mich aber lückenhaft, scheinbar gab’s z.B. keinen „Gegencheck“/Meinungsänderung i.d. andere Richtung]

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